KunstbuchAnzeiger - Kunst, Architektur, Fotografie, Design Anzeige Metzler Lexikon Kunstwissenschaft Anzeige Verlag Langewiesche Königstein | Blaue Bücher
[Home] [Titel-Datenbank] [Druckansicht]
Themen
Recherche
Service

Titel-Datenbank

[zurück]

Dietrich Reimer Verlag

 
< zurück | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | vor>
 
Gia Toussaint. Kreuz und Knochen. Reliquien zur Zeit der Kreuzzüge. 288 S., 20 fb. und 88 s/w. Abb. 2011 Gb. EUR 49,00 CHF 65,50 ISBN: 978-3-496-01431-7 Dietrich Reimer Verlag
Heilbringende Reliquien werden im Christentum seit dem 4. Jahrhundert verehrt. Warum aber werden sie seit der Kreuzfahrerzeit in kostbaren Gefäßen sichtbar ausgestellt? Gia Toussaint bietet eine umfassende Neuinterpretation mittelalterlicher Sakral- und Goldschmiedekunst.
In mittelalterlicher Kunst und Frömmigkeit spielen Reliquien eine große Rolle. Die als heilig verehrte Materie – Splitter des (angeblichen) Kreuzes Christi und Knochenreste von Heiligen – wurde in kostbaren Gefäßen, den Reliquiaren, aufbewahrt. Ab ungefähr 1200 werden sie zunehmend als Schaugefäße gestaltet, so dass das Heiligengebein unter Bergkristallabdeckungen visuell erfahrbar wird. Wie kommt es zu diesem Wandel von der Unsichtbarkeit zur sichtbaren Präsentation des Heiligen? Die Autorin verwirft die traditionelle und weit verbreitete Ansicht, der Wandel habe mit einer im Spätmittelalter grassierenden »Schaufrömmigkeit« zu tun. Stattdessen verweist sie auf die Begegnung der Kreuzfahrer des 12. und 13. Jahrhunderts mit heiliger Kreuz- und Knochenmaterie. Mit vielen Beispielen schildert Gia Toussaint, wie die Reliquien als Souvenir und Beutegut in den Westen gebracht und dann als Trophäen ausgestellt wurden. Ein spannendes Buch zur Geschichte der Reliquienverehrung.
Welten der Muslime. Katalog zur neuen Dauerausstellung im Ethnologischen Museum, Staatliche Museen zu Berlin, ab November 2011. Hrsg.: Ethnologisches Museum - Staatliche Museen zu Berlin. 190 S. 120 Abb. 30 x 23 cm. Gb. Dietrich Reimer Verlag, München 2011. EUR 39,95. CHF 53,90 ISBN: 978-3-496-01445-4 Dietrich Reimer Verlag
Im Westen wird der Islam oft als eine monolithische und übermächtige Religion empfunden, die alle Lebensbereiche von Muslimen durchdringt. Aber wie heterogen ist die muslimische Welt wirklich? Gibt es kulturübergreifende Gemeinsamkeiten, die auf die Religion des Islam zurückzuführen sind? Die Autorinnen und Autoren aus der Islamwissenschaft, Arabistik, Ethnologie und den Asienwissenschaften geben interdisziplinäre Perspektiven auf Religion und Lebenswelt und verfolgen diese Fragen am Beispiel von Architektur, des Geschlechterverhältnisses von Mann und Frau sowie des Wandels von Identität und Selbstverständnis von Muslimen in einer globalisierten Welt.
 Rezension lesen
Christoph Wilhelmi. Porträts der Renaissance. Hintergründe und Schicksale. 192 S., 91 fb. und s/w, Abb. Gb., Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2011. EUR 19,95 CHF 28,90 ISBN: 978-3-496-01432-4 Dietrich Reimer Verlag
Bartolomeo Veneto, Lucas Cranach d. Ä., Hans Holbein d. J., Cariani und Carpaccio – sie alle malten Porträts. Aber wer sind die Personen auf den Bildern? Christoph Wilhelmi nimmt Wissenschaftler und Literaten, Adlige und jüdische Bürger um 1500 in den Blick und kann überzeugende Vorschläge zu ihrer Identifizierung vorlegen. So entsteht ein reizvolles kulturgeschichtliches Lesebuch.
Wird heute ein bisher nicht identifiziertes Gemälde eines Alten Meisters entdeckt, bemüht man sich, es einem bekannten Künstler zuzuschreiben. Doch wie verhält es sich im umgekehrten Fall? Die Künstler der Porträts sind bekannt, doch von den Dargestellten weiß man nichts. Auf den Schildern an den Museumswänden steht nur Unbestimmtes zu lesen wie Bildnis eines jungen Mannes oder bei Lucas Cranach Bürgermeister von Weißenfels. Die ursprünglich zur Repräsentation gemalten Porträts wurden damit um ihr Eigentliches gebracht – ihre authentische Identität. Über Jahrhunderte hinweg blieben sie anonym – die in 23 Beiträgen versammelten 25 Porträts. Christoph Wilhelmi hat die Biografien und Lebensweisen der Porträtierten nun detailliert untersucht. Francesco Gonzaga, Friedrich von der Pfalz, Charles de Bourbon, Edward Seymour u.a. erhalten so ein neues Gesicht.
 Rezension lesen
Beßler, Gabriele. Wunderkammern. Weltmodelle von der Renaissance bis zur Kunst der Gegenwart. 2. erweiterte Auflage. 2011. 251 S. 55 fb. und 92 sw. Abb. 23 x 22: cm. Gb. EUR 39,00. CHF 52,90 ISBN: 978-3-496-01450-8 Dietrich Reimer Verlag
Noch nicht lieferbar. Sie können diesen Titel vormerken. Erscheint September 2011
Beßler führt uns, fast wie eine Reiseleiterin, ist ausführlich dort, wo es sich lohnt, und knapp, wo es angemessen ist.[Deutschlandradio Kultur]
Wunderkammern in der Renaissance, Schausammlungen und Kabinette im 18. Jahrhundert, Wunderkammern heute – Gabriele Beßler beschreibt die historischen Wunderkammern und zeigt, wie zeitgenössische Künstler darauf reagieren und Neues finden.
Wunderkammern in der Renaissance, Schausammlungen und Kabinette im 18. Jahrhundert, Wunderkammern heute – Gabriele Beßler beschreibt die historischen Wunderkammern und zeigt, wie zeitgenössische Künstler darauf reagieren und Neues finden. Das Buch gibt Einblicke in die bedeutenden erhaltenen bzw. rekonstruierten Wunderkammern und Naturalienkabinette, darunter Dresden, Kremsmünster, Stuttgart, Kassel, Ulm, Braunschweig und neu:
– Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien
– Humboldtforum
– Sammlung Olbrich in Berlin
– Wunderkammer im Heffterbau Zittau.
Auf ihrer Spurensuche beschreibt Beßler minuziös und detailreich die disparaten Kollektionen historischer Wunderkammern als Sammlungsräume bzw. Mikrokosmen, die vor allem auch das räumliche Sehen selbst thematisierten, in illusionistisch gemalten Räumen, durch dreidimensionale Modelle, mit beweglichen Spiegeln oder in Perspektivkästen.
[Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Das Buch beschreibt die prominentesten Sammlungsorte, vor allem in Italien und Deutschland, und ihre wunderlichsten Objekte. [Deutschlandradio Kultur]
Kleidung im Bild. Zur Ikonologie dargestellter Gewandung - Textile Studies 1, Edition Imorde. Hrsg. v. Philipp Zitzlsperger. 2011. Gb. EUR 29,90. ISBN: 978-3-9809436-9-7 Dietrich Reimer Verlag
Eine Theorie der ›Kleidung im Bild‹ muss erst noch geschrieben werden. Die Leitfrage lautet: Nach welchen Regeln werden Kleidung und Kostüme als Kostümargumentation in der bildenden Kunst eingesetzt und wie ist ihr Verhältnis zur rekonstruierbaren Realität?
Die Forschung hat sich bisher mit der Geschichte von Textilien und Kleidung, bisweilen auch mit ihrer Symbolgeschichte beschäftigt. Doch über die kleider- und sozialhistorische Komponente hinaus ist die kunsthistorische Relevanz der ›zweiten Haut‹ des Menschen und seiner ebenso dekorativen, distinktiven wie bildhaften Verwendung von Textilien weitgehend unterbelichtet. Die Autoren dieses Bandes blicken dezidiert durch die ›vestimentäre Brille‹ und bieten neue Deutungen zur bildenden Kunst vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Auf der einen Seite steht der hohe Symbolwert der Kleidung, Individuen gesellschaftlichen Gruppen zuzuordnen bzw. von ihnen zu trennen (Bourdieu). Auf der anderen Seite jedoch sind Bilder und Skulpturen, auf denen Kleidung dargestellt ist, für die kleiderkundliche Analyse als Reflexionen – nicht Spiegelbilder – eines kleidungsbetonten Alltags zu verstehen. Deshalb ist die Kleiderordnung im Bild von schriftlichen Luxusgesetzen, Kleider- oder Polizeiordnungen zu unterscheiden. Dargestellte Kleidung beansprucht eigene Regeln für ihre Einsatzbereiche, um eine spezifische Symbolik zu entwickeln – das gilt für Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen.
Shifting Paradigms in East Asian Visual Culture. A Festschrift in Honour of Lothar Ledderose. Hrsg.: Jungmann, Burglind; Hrsg.: Schlombs, Adele; Hrsg.: Trede, Melanie. 2011. 400 S. zahlreiche fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 59,00. CHF 83,90 ISBN: 978-3-496-01440-9 Dietrich Reimer Verlag
The Festschrift for Lothar Ledderose represents the diversity of themes, methods and findings in East Asian Art History in recent years. The essays address among other themes archaeology, Buddhist art, calligraphy, ceramics and the graphic arts, as well as exhibition and art policy.
Lothar Ledderose hat mit seinen vielfältigen, umfassenden und innovativen Forschungen die Kunstgeschichte Ostasiens wie kaum ein anderer geprägt. Die geografische, zeitliche und thematische Breite des Bandes spiegelt die Veränderungen, die diese Disziplin in den letzten Jahren erfahren hat. Themen sind u.a. Grabarchitektur, buddhistische Höhlentempel und Steinschriften, Ausstellungs- sowie Kunstpolitik (China, Korea, Japan).
The Festschrift contains eighteen essays on Chinese, Korean and Japanese art and archaeology by students of Lothar Ledderose. Through his multifaceted, comprehensive and innovative research he has profoundly shaped East Asian Art History as it is today. The geographical, temporal and thematic range of the volume reflects the changes undergone by the discipline in recent years. The contributions address, among others, questions concerning tomb architecture, Buddhist cave temples and stone inscriptions, and exhibition and art policy, undertake case studies of calligraphy, painting and textiles, and take up instances of transcultural inspiration in painting, the graphic arts and ceramics from China, Korea, Japan and Europe.
The authors: Yan Geng (Heidelberg) - Simone Grießmayer (Zürich) - Ahn Hehn-Chu (Heidelberg, Gießen) - Burglind Jungmann (Los Angeles) - Martina Köppel-Yang (Paris) - Uta Lauer (Stockholm) - Joohyun Lee (Seoul) - Lukas Nickel (London) - Yao Ning (Heidelberg, Frankfurt) - Petra Rösch (Köln) - Maria Roman (Madrid) - Adele Schlombs (Köln) - Clarissa von Spee (London) - Melanie Trede (Heidelberg) - Sueyling Tsai (Heidelberg) - Christian Unverzagt (Heidelberg) - Mio Wakita (Heidelberg) - Claudia Wenzel (Heidelberg)
Entwurfslehre im Bachelor Architektur. Das Cottbus Experiment. Beitr.: Richard Knoll / Henri Praeger / Julia Zillich / Norbert Kling / Michael Tümmers. 2011. 166 S., zahlr. fb. u.sw. Abb., Br. EUR 29,90 CHF 43,90 ISBN: 978-3-496-01441-6 Dietrich Reimer Verlag
Welche Auswirkungen hat der Bologna-Prozess auf die Entwurfslehre im Studiengang Architektur? Die Autoren zeigen, wie im engen zeitlichen Rahmen des Bachelors eine systematische und effektive Entwurfslehre aufgebaut werden kann.
Die Bologna-Reform und Einführung des Bachelor-Studiums stellte die Aufgabe, die Lehrkonzepte im Studium einer Revision zu unterziehen. Dadurch ergibt sich aber auch die Chance einer flexibleren Studienplanung. Die Autoren zeigen, wie eine methodische Entwurfslehre im Bachelor-Studium aufgebaut werden kann, beschreiben die Kompetenzen des entwerfenden Architekten, eröffnen Strategien, um daraus ein Curriculum der Entwurfslehre abzuleiten, und dokumentieren – geordnet nach den jeweiligen Semestern – dessen Umsetzung. Anhand von Semesterablaufplänen, Übungsaufgaben und Studentenarbeiten wird der systematische Aufbau der Entwurfslehre erläutert.
Nakama, Yuko. Caspar David Friedrich und die Romantische Tradition. Moderne des Sehens und Denkens. 2011. 250 S. 16 fb. u. 200 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 39,00. CHF 55,90 ISBN: 978-3-496-01438-6 Dietrich Reimer Verlag
Wie hat Caspar David Friedrich seine Gemälde komponiert? Yuko Nakama interpretiert Friedrichs Werke mit Schlegels Vorstellung der romantischen Ironie. Und sie deutet sein Werk mit Begriffen der Moderne neu.
Friedrichs Malerei ist als Seelenlandschaft oder als Übermittlung einer bestimmten religiösen Weltanschauung interpretiert worden, deren Charakteristikum in ihrer düsteren Atmosphäre bzw. melancholischen Stimmung liegt. Seine Gemälde wurden als abgeschlossene Geschichten verstanden. Aber die überlieferten Briefe und Notizen, vor allem jedoch das Werk an sich, zeigen uns ein anderes Bild. Yuko Nakama erörtert die Bedeutung des Sehens und die eigentümliche Komposition der Gemälde Friedrichs und untersucht dessen Rezeptionsgeschichte im 20. Jahrhundert. Vor allem in den Werken Joseph Beuys’, aber auch Gerhard Richters, Georg Baselitz’ und Anselm Kiefers findet sie eine Verwandtschaft in der Geisteshaltung. So entwirft sie das Bild eines Malers, der von den Entwicklungen und Veränderungen einer sich wandelnden Zeit beeinflusst wurde.
Werner, Lisa. Der Kubismus stellt aus. Der Salon de la Section d’Or, Paris 1912. 2011. 330 S. 56 fb. und 64 s/w-Abb. , davon 40 Strichzeichnungen. 24 x 17 cm. Gb. EUR 59,00. CHF 83,90 ISBN: 978-3-496-01434-8 Dietrich Reimer Verlag
Der Salon de la Section d’Or (Salon des Goldenen Schnittes), der 1912 in Paris stattfand, zählt zu den Höhepunkten in der Geschichte des französischen Kubismus. Lisa Werner zeigt, wie sich die Künstler, u.a. Alexander Archipenko, Marcel Duchamp, Juan Gris, Fernand Léger und Francis Picabia, aber auch heute unbekannte, mit einer eigens inszenierten Schau in der Avantgarde der Vorkriegsjahre zu positionieren suchen.
31 Künstler mit mehr als 186 Werken präsentieren zu Beginn der Herbstsaison 1912 in der Pariser Galerie La Boëtie unter dem Banner des Goldenen Schnittes ihre Werke. Die Ausstellung wird von Guillaume Apollinaire, Maurice Raynal und Pierre Reverdy mit Vorträgen, Artikeln und Buchbänden programmatisch unterstützt. Die Autorin analysiert, welche Mittel die Initiatoren einsetzen, um sich selbst darzustellen. Dabei bietet sie reichhaltige Materialien aus der Zeit und es gelingt ihr, die Ausstellung in Teilen zu rekonstruieren. So kann sie das geläufige Bild der Section d’Or in der Geschichtsschreibung der modernen Kunst korrigieren.
Reproduktion. Techniken und Ideen von der Antike bis heute. Einführung. Hrsg.: Probst, Jörg. 2011. 250 S.60 Abb. 20 x 13 cm. Pb. EUR 24,90. CHF 37,90 ISBN: 978-3-496-01433-1 Dietrich Reimer Verlag
Fotos, Gipse, Münzen, Pixel: Von den frühesten Münzprägungen über die Fotografie bis zum digitalen Datensatz – technische Innovationen haben die Idee der Vervielfältigung in immer neuen Varianten Wirklichkeit werden lassen. Die Autoren schildern die Bild- und Ideengeschichte der Reproduktion in Fallstudien von der Antike bis heute.
Reproduktionen und Reproduzierbarkeit haben eine umfassende Geschichte. Erzeugt werden soll ein möglichst verlässliches, objektives Abbild. Sie ist aber nicht lediglich als Kopie anzusehen – die Reproduktion hat eine eigenständige Bildgeschichte mit eigenen Problematiken und Phänomenen.
Aus dem Inhalt:
Form
• Ikonen / Frühe Neuzeit (Eckhard Leuschner, Passau)
• Reliquien / Mittelalter (Beate Fricke, Berkeley)
Material
• Gips / Frühe Neuzeit (Norberto Gramaccini,Bern)
• Wachs / um 1900 (Dietmar Rübel, Dresden)
Stil
• Lithographie (Faksimile) / um 1800 (Stephan Brakensiek, Trier)
• Kupferstich / Frühe Neuzeit (Nils Büttner, Stuttgart)
Nähe
• Bilder der Archäologie / 19. Jahrhundert (Stephanie Klamm, Berlin)
• Bilder der Kunstgeschichte / 19. Jahrhundert (Lena Bader, Paris)
Image
• Holzschnitte / Frühe Neuzeit (Gabriele Wimböck, München)
• Porträtfotografie / 20. Jahrhundert (Angela Matyssek, Marburg)
Muster
• Münzen / Antike (Bernhard Weisser, Berlin)
• Pressefotografie DDR / 20. Jahrhundert (Jörg Probst, Marburg)
Zeichen
• Lochkarten / 18. Jahrhundert (Birgit Schneider, Potsdam)
• Digitale Medien / 21. Jahrhundert (Stefan Heidenreich, Zürich)
Kocziszky, Eva. Ruinen in der Moderne. Archäologie und die Künste. 2011. 360 S. 80 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 39,00. CHF 55,90 ISBN: 978-3-496-01435-5 Dietrich Reimer Verlag
»Die Ruine schafft die gegenwärtige Formeines vergangenen Lebens« (Georg Simmel). So ist die Gegenwärtigkeit antiker Vergangenheit an keinem Ort greifbarer als in ihren sichtbaren Ruinen. Archäologen, Philologen, Kulturwissenschaftler, Historiker und Kunsthistoriker wie Alain Schnapp, Adolf Heinrich Borbein, Susanne Marchand, Franz Zelger u.a. widmen sich der Faszination antiker Relikte in der europäischen Moderne.
Die Betrachtung von Ruinen und das Begehen archäologischer Orte haben seit der Frührenaissance die Entstehung von literarischen und künstlerischen Darstellungen bewirkt und zu historischen Werken, ästhetisch-philosophischen Meditationen inspiriert. Ruinen berichten von verfallener Herrschaft und Repräsentation, sie sind Allegorien des modernen Denkens geworden. Ihre Verfallenheit öffnet das Auge für die Tiefenstrukturen der Geschichte. Die Autoren dieses Bandes untersuchen Texte und Bilder aus Kunst, Literatur und Wissenschaft vom 19. bis zum 20. Jahrhundert, die im Dialog mit der klassischen Archäologie dem Fortwirken der Antike nachgehen
Wilhelm Wichtendahl 1902–1992. Hrsg.: Winfried Nerdinger. Architekt der Post, der Rüstung und des Wiederaufbaus. Schriftenreihe des Architekturmuseums Schwaben, Band 9). 2011. 216 S. 221 Abb. dav. 1 fb., Gb. EUR 49,00 CHF 69,50 ISBN: 978-3-496-01437-9 Dietrich Reimer Verlag
Wilhelm Wichtendahl (1902–1992) hat die deutsche Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts an entscheidenden Wendepunkten mitgestaltet – von den Anfängen in der Postbauschule Vorhoelzers über die NS-Zeit, in der er zu einem der führenden Architekten der Rüstungsindustrie avancierte, bis hin zu der Rolle, die er als Vertreter der Moderne und Präsident des BDA im Nachkriegsdeutschland spielte. .
In seiner mehr als 50 Jahre währenden Schaffenszeit stellte sich Wilhelm Wichtendahl nahezu allen Bauaufgaben. Geschult an der strengen Funktionalität der Münchener Postbauschule konzipierte er in der NS-Zeit Hallenbauten für die Rüstungsindustrie. In der Ära des Wiederaufbaus reüssierte er mit Wohnungs-, Verwaltungs- und Schulbauten, vor allem aber mit bedeutenden Krankenhausbauten. Als Präsident des Bundes Deutscher Architekten (BDA) von 1959 bis 1965 verhalf Wichtendahl der Nachkriegsarchitektur in Deutschland zu nationalem wie internationalem Ansehen. 1963 wurde Wichtendahl mit der Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule München ausgezeichnet und zum Ehrenmitglied des »Royal Institute of British Architects« ernannt. Mit dieser Publikation entsteht erstmalig ein vollständiges Bild des vielfältigen Oeuvres Wichtendahls.
Schirmer, Gisela. Willi Sitte – Lidice. Historienbild und Kunstpolitik in der DDR. 2011. 160 S. 12 fb. und 63 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 19,95. CHF 30,50 ISBN: 978-3-496-01439-3 Dietrich Reimer Verlag
Das 1959 entstandene monumentale Gemälde Lidice ist seit 1962 verschollen. Gisela Schirmer machte sich auf eine detektivische Entdeckungsreise und spürte in Archiven eine ungewöhnliche Bildgeschichte auf. Anhand bisher unveröffentlichter Skizzenbücher verfolgt sie Willi Sittes Entwicklung von Historienbildern seit 1942 bis in die 1960er Jahre und setzt sie in Bezug zur Kunstpolitik der DDR.
Der Ort Lidice wurde 1942 als Vergeltung für das Attentat auf Reinhard Heydrich von der SS zerstört, die Einwohner ermordet oder ins KZ gebracht. Die Autorin rekonstruiert den zeitgeschichtlichen Kontext von Entstehung und Schicksal des Gemäldes Lidice und weiterer Historienbilder Sittes und zeigt, wie sich das kulturelle und politische Gefüge eines starren Systems unter künstlerischem Reformdruck veränderte. Vor allem die Skizzenbücher geben dabei Aufschlüsse über die Entstehungsgeschichte des Werkes und legen die weite Entwicklungsspanne des Künstlers offen. Sie zeigen, mit welcher zeichnerischen Virtuosität bereits der junge Sitte historische Stoffe bewältigte, anfangs vor allem aus Lust am Erzählen, bald mit einer politischen Botschaft versehen. Sie lassen sichtbar werden, wie er sich mit dem Blick des 19. Jahrhunderts an den alten Meistern schulte und durch die Erfahrung mit der Kunst Picassos und der Klassischen Moderne zu seiner eigenen künstlerischen Sprache fand.
Julet Heslewood. Mütter. 40 Porträts von Albrecht Dürer bis David Hockney. 96 s., 50 fb. Abb. 17 x 21 cm, Gb. EUR 19,95 CHF 30,50 ISBN: 978-3-496-01424-9 Dietrich Reimer Verlag
Edouard Manet, Vincent van Gogh, Pablo Picasso und Frida Kahlo – sie alle malten ihre Mutter. Ähnlich wie beim Selbstporträt bedeutet für den Künstler die Darstellung der eigenen Mutter auch immer eine Auseinandersetzung mit sich selbst.
Liebe und Leid, Glück und Schmerz, Herkunft und Tod: dies alles spiegelt sich in den Bildern wider. Sie geben Aufschluss über persönliche Erfahrungen und Grundhaltungen, aber auch über die psychische und physische Verfassung. Nicht selten wird die eigene Vergänglichkeit zum Thema. 40 Porträts von Müttern enthüllen Persönlichkeiten und Lebensumstände der Frauen, von denen auch die Künstler geprägt wurden.
Die Künstler:
Albrecht Dürer, Guido Reni, Rembrandt van Rijn, Hyacinthe Rigaud, Antoine Raspal, John Constable, Jean Auguste Dominique Ingres, Dante Gabriel Rossetti, Henryk Rodakowski, Edouard Manet, Paul Cézanne, Berthe Morisot, James McNeill Whistler, John Singer Sargent, Jules Bastien-Lepage, Gustave Caillebotte, Georges Seurat, Henri de Toulouse-Lautrec, Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Camille Pissarro, Mary Cassatt, Axel Gallén-Kallela, Edouard Vuillard, Joseph Southall, Fernand Léger, Egon Schiele, Mark Gertler, Marc Chagall, James Ensor, Oskar Kokoschka, Pablo Picasso, Arshile Gorky, Henry Moore, Otto Dix, Frida Kahlo, Eric Wilson, Lucian Freud, David Hockney, Tom Phillips
FaltenReich. Vom Älterwerden in der Welt. Hrsg.: Kollewe, Carolin. 189 S. 125 fb. und 5 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 17,90. CHF 27,90 ISBN: 978-3-496-01408-9 Dietrich Reimer Verlag
„Alt ist, wer verheiratet ist“, heißt es beispielsweise bei den Ayizo in Westafrika. Aber was gilt in Deutschland, China oder in Indien als alt?
Totenfiguren, Ahnenmasken und Fotos von Familienangehörigen – Exponate und Beiträge aus verschiedenen Teilen der Welt beleuchten die kulturellen Aspekte des Alterns. Sie dokumentieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang zwischen Alt und Jung. Unsere Klischees vom Alter entsprechen längst nicht der Wirklichkeit: „Die Alten“ gibt es nicht. Das Alter in dieser Welt hat viele Gesichter!
Förschler, Silke. Bilder des Harem. Medienwandel und kultureller Austausch. 322 S. 40 fb. und 184 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 59,00. CHF 83,90 ISBN: 978-3-496-01420-1 Dietrich Reimer Verlag
Der Harem wird seit Jahrhunderten in Grafik, Malerei und Fotografie sehr unterschiedlich inszeniert. Im Vergleich europäischer mit osmanischen und arabischen Ansichten zeigt Silke Förschler den Umgang mit dem kulturell Anderen in Europa.
Bilder des Harems machen den verborgenen Ort sichtbar, der für das Geheimnisvolle der islamischen Kultur schlechthin steht. Die Motivgeschichte des Harems wurde maßgeblich im 18. und 19. Jahrhundert geprägt. Neben äußerlichen Merkmalen der Figuren, die auf kulturelle Unterschiede verweisen, vermitteln diese Bildnisse insbesondere westliche Auffassungen von Sklaverei und Vorstellungen vom Verhältnis der Geschlechter.Ausgehend von Werken französischer Maler des 18. bis 20. Jahrhunderts, u. a. von Delacroix und Ingres, analysiert die Autorin die Geschichte des Harem-Motivs, das zwischen ethnografischer Beschreibung und fiktionaler Inszenierung changiert. Interkulturelle Austauschprozesse werden im Vergleich von westlichen Darstellungstraditionen mit der osmanischen Miniaturmalerei, türkischen Gemälden und arabischen Fotografien deutlich. So können bestehende Annahmen über Merkmale des europäischen Orientalismus am Beispiel des Harems revidiert werden.
Klassische Archäologie. Eine Einführung. Handbuch der klassischen Archäologie. Hrsg.: Borbein, Adolf H. 383 S. 45 Abb. 20,5 x 14,4 cm. Gb. EUR 39,00. CHF 55,90 ISBN: 978-3-496-02645-7 Dietrich Reimer Verlag
Gegenstand der Einführung ist die Archäologie des »klassischen« Altertums, d.h. die Archäologie der griechischen, italisch-etruskischen und römischen Kultur.
Diese Einführung soll einen möglichst weiten Einblick in die theoretischen Konzepte und praktischen Tätigkeiten, die Leistungen und Defizite der Klassischen Archäologie eröffnen. Sie wendet sich an alle Leser, die von außen an das Fach herantreten und sich über seine wissenschaftlichen Möglichkeiten orientieren wollen. Vorsätzliches Ziel war es, die grundsätzlichen Fragestellungen und Probleme, Methoden und Arbeitsweisen so darzustellen, wie sie sich in der gegenwärtigen Situation des Faches ergeben. Innerhalb einzelner Themenkreise werden die allgemeinen Fragen an Beispielen aus begrenzten kulturellen Räumen oder Epochen erläutert, in denen die Phänomene besonders deutlich sind oder die Forschung besonders weit fortgeschritten ist: z.B. Heiligtümer und Religion aus dem Bereich der archaischen und klassischen Zeit Griechenlands und seiner Kolonien, Bild-Räume und Betrachter aus dem kaiserlichen Rom. Dabei ist stets die Absicht impliziert, allgemein in den gesamten Themenkreis einzuführen.
Wang, Wen-chi. Chen-kuan Lee (1914-2003) und der Chinesische Werkbund. Hugo Häring und Hans Scharoun. 336 S. 18 fb. und 196 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 69,00. CHF 97,90 ISBN: 978-3-496-01419-5 Dietrich Reimer Verlag
Gemeinsam mit Hugo Häring und Hans Scharoun gründete Lee den Chinesischen Werkbund (1941–1953), der einen Beitrag zur interkulturellen Geistesentwicklung zwischen chinesischer und deutscher Baukunst leisten sollte.
Die Auseinandersetzung mit Fragen zur Architektur, Kultur und vor allem den fernöstlichen Philosophien beeinflusste die Arbeiten des Arbeitskreises »Chinesischer Werkbund « maßgeblich. Lee gelang es, die Erkenntnisse dieser fruchtbaren Verbindung in seine Entwürfe aufzunehmen. Wen-chi Wang zeigt dies in einer gründlichen Bearbeitung ausgesuchter Wohnbauten aus Süddeutschland und Berlin. Das Buch enthält darüber hinaus Biographie und Werkverzeichnis des vor allem in Deutschland tätigen Architekten.
Das Bild im Plural. Mehrteilige Bildformen zwischen Mittelalter und Gegenwart. Hrsg.: Ganz, David; Felix Thürlemann. 360 S. 180 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 49,00. CHF 76,90 ISBN: 978-3-496-01426-3 Dietrich Reimer Verlag
Zyklus, Bildsequenz oder bewegliches Flügelbild, begehbarer Bilderraum, Bilderserie oder Collage – die Bildkulturen der Vormoderne und der Moderne sind von pluralen Bildformen geprägt. Die Autoren gehen zahlreichen Spielarten des »Bildes im Plural« nach und eröffnen so eine neue Dimension des Sehens und Verstehens von Bildern.
Unkontrollierbare Bilderfluten – isolierte Meisterwerke. In diesem Dilemma bewegt sich die heutige Kultur. Dabei bleibt eine dritte Form des Umgangs mit Bildern meist ausgeblendet, die des mehrteiligen oder pluralen Bildes: Mehrere Bilder werden so zu einer Einheit verknüpft, dass die Bildform als Ganzes eine neue Bedeutungsebene hervorbringt.
Wer an Kunst denkt, hat meist das durch Einzigartigkeit und unvergleichliche Qualität ausgezeichnete »Meisterwerk« als Solitär vor Augen. Auch Kunstgeschichte und Bildwissenschaft haben den Kult des Einzelbildes lange weitergeführt. Dabei haben sie oft nicht berücksichtigt, welche zentrale Rolle die pluralen Bildformen in den Bildkulturen der Vormoderne wie der Moderne spielen. Zu diesen Konstellationen des Bildes im Plural zählen auch unterschiedliche Spielarten des hyperimage, der nachträglichen Montage getrennt produzierter Bilder, wie sie im Kontext von Sammlungen, Museen und Ausstellungen oder im Bereich didaktischer und wissenschaftlicher Bildpraxis anzutreffen sind.
Die Autoren
Vera Beyer (Berlin), Gerd Blum (Münster), Steffen Bogen (Konstanz), Martina Dobbe (Berlin), Jeannet Hommers (Hamburg), Moritz Jäger (Gießen), Alexander Linke (Basel), Wolfram Pichler (Wien), Marius Rimmele (Konstanz), Heike Schlie (Berlin), Bernd Stiegler (Konstanz), Jürgen Stöhr (Konstanz), Silke Tammen (Gießen), Christopher S. Wood (New Haven)
Die Reihe Bild+Bild widmet sich der Erforschung pluraler Bilder. In einer Verschränkung von systematischen und historischen Perspektiven diskutiert sie die anschaulichen Strukturen, die semantischen Potentiale und die kulturellen Praktiken mehrteiliger Bildformen. Das methodische Spektrum der Bände ist vielfältig: es reicht von analytischen Diskursen der Diagrammatik, der Erzählforschung und der Topologie bis hin zu kulturgeschichtlichen Fragestellungen.
König, Susanne. Marcel Broodthaers. »Musée d'Art Moderne, Département des Aigles«. 230 S. 96 Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 49,00. CHF 76,90 ISBN: 978-3-496-01430-0 Dietrich Reimer Verlag
Wie wird Kunst definiert? Was macht den Status von Bildern aus? Welche Rolle spielt die Institution des Museums? Und welchen sozialen und politischen Aufgaben unterliegt die Kunstproduktion? Der belgische Künstler Marcel Broodthaers konzipierte das Musée d'Art Moderne, Département des Aigles, um diese Fragen zu klären.
Marcel Broodthaers (1924–1976) war Dichter, Autor und Künstler. Zwischen 1968 und 1972 konzipierte er das Musée d'Art Moderne, Département des Aigles (Museum für moderne Kunst, Abteilung der Adler), das wegweisend für die Entwicklung der Kunst in den 1980er und 1990er Jahren wurde. Broodthaers sprengte die Medienspezifität und realisierte seine Idee des »fiktiven Museums« in mehreren raumgreifenden Installationen mit unterschiedlichsten Dingen und Medien. Durch die Idee des Museums stellte er in zwölf Sektionen den traditionellen Kunstbetrieb infrage und beleuchtete das Verständnis von Kunst als Konstrukt.
Susanne König stellt dieses bedeutende Schlüsselwerk Marcel Broodthaers’ in einen kulturellen, sozialen und politischen Kontext. Sie eröffnet damit einen Zugang zum Verständnis des besonderen Werkkonzepts des Künstlers und ermöglicht einen Einblick in Prozesse neuer, kritischer Kunst im Übergang der Moderne zur Postmoderne. Denn dort wurde die Kunst nun selbst ein Teil des Diskurses.
< zurück | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | vor>
© 2003 Verlag Langewiesche [Impressum] [Nutzungsbedingungen]