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Gebr. Mann Verlag

 
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Berlin in Geschichte und Gegenwart.Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 2011. Hrsg.: Breunig, Werner; Schaper, Uwe. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin . 2011. 472 S. 105 Abb. , davon 20 fbig. 24 x 17 cm. Gb. EUR 29,90. CHF 41,90 ISBN: 978-3-7861-2652-2 Gebr. Mann Verlag
Jahrbuch des Landesarchivs Berlin mit Beiträgen zur Geschichte sowie zum politischen und kulturellen Zeitgeschehen Berlins. Mit seinen regionalgeschichtlichen Beiträgen und Chroniken wendet sich das seit 1982 erscheinende Jahrbuch an Wissenschaftler und Studierende, Journalisten, Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker wie an historisch Interessierte vornehmlich im Raum Berlin-Brandenburg.
Aus dem Inhalt:
L. Demps: Die Festung Berlin wird »demoliert«. – Chr. Grohn-Menard: Zur Situation der Berliner »Musici« vor 200 Jahren. – M. Blazek: Die Hinrichtung von Henriette Meyer im Jahre 1837. – D. Lange: Die Märzkämpfe in Berlin 1919. – K.-U. Merz: Das Automobil des Nobelpreisträgers. – A. Hintz: Salomon Marx (1866–1936). – D. Becker: Forschungsarbeit der Sozialen Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost. – J. Fülberth: Der Fall Lausitzer Platz. – R. van Kampen u. H. H. Lembke: Die Berliner Verlegerfamilie Harrwitz. – W. van Kampen: Noch einmal Harrwitz: die Spur eines Antisemiten. – W. Breunig: Der parlamentarische Neubeginn in Berlin 1946. – R. Hensel: Carl-Albert Brüll (1902–1989). – I. Bartmann-Kompa: Wiederaufbau der Deutschen Staatsoper nach dem Zweiten Weltkrieg. – M. Otto: Ulrich Biel (1907–1996) – graue Eminenz der (West-)Berliner Politik. – H. Hübner: Die Runden Tische von Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee 1989/90. – D. Hechler u. P. Pasternack: Umgang der Ost-Berliner Hochschulen mit ihrer Zeitgeschichte. – W. Breunig: Berlin-Chronik 2010. – M. Vellguth: Das Theaterjahr 2010. – U. Schaper: Jahresbericht 2010 des Landesarchivs Berlin.
Die »Brücke« und der Exotismus. Bilder des Anderen. Hrsg. Christoph Wagner / Ralph Melcher. Stiftung Saarländischer Kulturbesitz und Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität Regensburg. 2011. 176 S., 134 Abb. 20 Farbtafeln. 21 x 28 cm, Gb. EUR 49,00 ISBN: 978-3-7861-2578-5 Gebr. Mann Verlag
Die Autorinnen und Autoren beleuchten kunst- und kulturhistorische Aspekte der Südseefaszination der Brücke-Maler. Sie diskutieren auf der Basis neuer Quellen, unter welchen weltanschaulichen Vorzeichen sich die Maler der Südsee zugewandt haben. Kritisch analysiert werden die Konstruktionen, die in den künstlerischen Utopien des Exotischen zu beobachten sind. Zugleich wird in den Beiträgen auch deutlich, wie die Künstler die Fiktion des Exotischen in ihrer Malerei anschaulich umgesetzt haben.
Inhalt:
R. Melcher: Südsee als Metapher. – V. Billig: Zur Inselfaszination der Brücke-Künstler. – B. Nierhoff: Exotismus in den Kinderbildern der Brücke. – G. Genge: Die Holzskulpturen der Brücke. – C. Wagner: Exotismus als Selbstausdruck? – S. Duhem: Vom Barbarismus zum Exotismus? Zur Rezeption der Brücke in Frankreich. – M. Hoffmann: Die Künstlergruppe Brücke und der Exotismus – Drei Missverständnisse. – K. Elvers- Sˇvamberk: »Zwischen den Meeren«. – A. Soika: Max Pechsteins letzter »Erinnerungsdank an die versunkene Pracht der Südsee«. – L. Dittmann: Farbe als Ausdruck bei Henri Matisse und Karl Schmidt-Rottluff. – C. von Saint-George: Die Farbe als Medium: Oberfläche und Bildwirkung in der Malerei der Brücke.
Huber-Rebenich, Gerlinde; Lütkemeyer, Sabine; Walter, Hermann. Ikonographisches Repertorium zu den Metamorphosen des Ovid. Die textbegleitende Druckgraphik, Bd. I.1: Narrative Darstellungen. 2011. 450 S. 600 Abb. 30 x 21 cm. Gb. im Schuber. EUR 79,00. ISBN: 978-3-7861-2648-5 Gebr. Mann Verlag
Der Band dokumentiert die Frühzeit der druckgraphischen Metamorphosen-Illustrierung in Frankreich, Italien und Deutschland. In dieser Phase dominiert die Illustrationsweise der narrativen Darstellung, die in einem geschlossenen Bildraum mehrere Sequenzen einer Mythenepisode aneinanderreiht.
Motive aus Ovids Metamorphosen begegnen in allen denkbaren Gattungen der repräsentativen Kunst wie des Kunsthandwerks. Ein Medium, in dem sich Text und bildliche Umsetzung unmittelbar gegenüberstehen, ist das illustrierte Buch. Seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert entstanden unzählige mit Holzschnitten, Kupferstichen und Radierungen ausgestattete Metamorphosen Ausgaben. Das ›Ikonographische Repertorium‹ bietet einen Überblick über die Illustrationsserien innerhalb der textbegleitenden Druckgraphik und verdeutlicht zugleich Kontinuität und Wandel in der Darstellungsweise. Der Band I.1 dokumentiert die frühesten Vertreter der druckgraphischen Metamorphosen-Illustrierung, in der zwei traditionsreiche ›Bildfamilien‹ dominieren: Die eine geht zurück auf die zuerst 1484 in Brügge bei Colard Mansion gedruckten Holzschnitte zur Bible des Poëtes, einer französischen Adaptation der Verwandlungssagen, die andere, einflussreichere, auf die zuerst 1497 bei Giunta in Venedig erschienene Bildfolge zum Ovidio metamorphoseos vulgare des Giovanni dei Bonsignori. Hinzu kommen einige wenige Bildzyklen, die keine eigene Tradition ausprägten, so die Illustrationen des Georg Wickram zu seiner Bearbeitung der Metamorphosen-Übertragung des Albrecht von Halberstadt.
Gaertringen, Hans Georg Hiller von. Schnörkellos. Die Umgestaltung von Bauten des Historismus im Berlin des 20. JahrhundertS. Reihe Hrsg.: Landesdenkmalamt Berlin. 424 S. 250 Abb. , davon 25 fbg. 24 x 17 cm. Leinen. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2012. EUR 69,00 ISBN: 978-3-7861-2650-8 Gebr. Mann Verlag
Die Beseitigung des Baudekors der Gründerzeit, die »Entdekorierung« der Fassaden, hat das Berliner Stadtbild seit 1920 geprägt wie kaum eine andere bauliche Maßnahme in der Epoche der Moderne. Der Band geht der wechselhaften Geschichte dieses radikalen Vorgehens nach und identifiziert die Protagonisten und ihre Motive.
Die architektonische Moderne zog einen wesentlichen Teil ihrer kreativen Energie aus der Verachtung für das 19. Jahrhundert. Besonders die »unschöpferischen« und »handwerklich schlechten« Bauten der Jahre nach 1870 wurden vehement abgelehnt. Da man diese nicht vollständig beseitigen konnte, musste man sich vielfach mit der äußerlichen Anpassung von Gründerzeithäusern an die Gestaltungsprinzipien der Moderne begnügen. Die Abschlagung des Dekors, Beseitigung von Turmaufbauten oder Begradigung des Umrisses sollte die Epoche im Stadtbild zumindest äußerlich vergessen machen. Namhafte Architekten wie Bruno Taut, die Brüder Luckhardt und Alfons Anker oder Erich Mendelsohn initiierten die Entdekorierung zu Beginn der 1920er Jahre mit Fassadenumbauten im Stil des »Neuen Bauens«. Während der NS-Zeit verlagerte sich die Entdekorierung vorwiegend auf Dörfer und Kleinstädte, bis sie in den 1950er Jahren ihren quantitativen Höhepunkt erreichte: Die Fassaden in Ost- und Westberlin wurden im großen Stil »eingeschäumt und rasiert«. Nach der umfassenden Untersuchung der Protagonisten, Motive und des Verlaufs widmet sich das Buch abschließend dem Ende der Entdekorierung seit den 1960er Jahren und der zunehmenden denkmalpflegerischen Bewahrung der Bauten des Historismus.
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Eisen, Markus. Vom Ledigenheim zum Boardinghouse. Bautypologie und Gesellschaftstheorie bis zum Ende der Weimarer Republik Studien zur Architektur der Moderne und industriellen Gestaltung, Band 1.Hrsg.: Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München. 2011. 440 S. 350 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 69,00. CHF 92,50 ISBN: 978-3-7861-2664-5 Gebr. Mann Verlag
Vom Wohlfahrtsinstrument zum radikalen Avantgardebau mit Manifestcharakter: Im Wandel des Bautyps »Ledigenheim« spiegeln sich zentrale Vorstellungen der Moderne, die auf der Suche ist nach der »Neuen Wohnung« eines »Neuen Menschen « in einer »Neuen Zeit«.
Die Bauaufgabe ›Ledigenheim‹ tritt ab etwa 1850 als Reaktion auf sehr spezielle ökonomische und gesellschaftliche Konstellationen in Erscheinung. Gerade diese ändern sich mit dem beginnenden 20. Jahrhundert drastisch – und damit auch die Gestaltung der einzelnen Ledigenheimgebäude. Anfangs von der Industrie zur Beherbergung von Arbeitskräften errichtet, geht die Entwicklung über Versuche im Umfeld der Wohnungsreformbewegung, der Gartenstadtbewegung oder des Expressionismus hin zu echten Programmbauten der ›klassischen Moderne‹. Da deren Hauptprotagonisten sich den großstädtischen, nomadenhaften, von Ort, materiellem Ballast, familiärer und nationaler Bindung losgelösten und ›befreiten‹ Menschen als ›zeitgemäß‹ zurechtgelegt hatten, rückt der Bautyp unverhofft in den Brennpunkt der Architekturdebatte. So thematisieren Hans Scharoun, Walter Gropius oder Ludwig Mies van der Rohe Ledigenheimbauten, als ihnen auf international beachteten Ausstellungen in Breslau, Paris oder Berlin die Möglichkeit zur großangelegten Selbstdarstellung gegeben war.
Fischer, Rudolf. Licht und Transparenz. Der Fabrikbau und das Neue Bauen in den Architekturzeitschriften der Moderne Studien zur Architektur der Moderne und industriellen Gestaltung, Band 2.Hrsg.: Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München. 2011. 336 S. 225 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 69,00. CHF 92,50 ISBN: 978-3-7861-2665-2 Gebr. Mann Verlag
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden innovative Fabrikgebäude, die in der zeitgenössischen Fachpresse intensiv diskutiert wurden – als Inkunabeln der Moderne. Im Zusammenspiel von Architektur und Ingenieurwesen bei der Entwicklung gläserner Fassaden wurde der Fabrikbau zum Wegbereiter der modernen Architektur.
In der Diskussion um die architektonische Moderne wird heute oft die zentrale Rolle des Fabrikbaus übersehen. Nach der Gründung des Deutschen Werkbundes 1907 sahen Architekten jedoch gerade in den Bauaufgaben der Industrie die Gelegenheit, eine neue Architektursprache jenseits traditioneller Strömungen zu entwickeln. Damit wurde die Frage nach dem Verhältnis von Architekt und Ingenieur zu einem Streitpunkt in den einschlägigen Debatten. Adolf Behne stellte 1913 fest, der Industriebau sei »eine heute fast populäre Angelegenheit«, der das Publikum mehr Aufmerksamkeit schenke als dem Kirchenbau oder der Theaterarchitektur. Nach dem Ersten Weltkrieg ermöglichten neue Techniken und Materialien kühne Stahlkonstruktionen und die komplette Auflösung der Fassade. Als Höhepunkt dieser Entwicklung entstehen ab Ende der 1920er Jahre Tageslichtfabriken mit vorgehängter Glasfassade. Entwickelt von einer neuen Generation von Industriearchitekten, werden sie zu Wegbereitern der modernen Architektur. Architekturzeitschriften steuerten die Rezeption der Bauten und trugen zur Popularisierung des Industriebaus bei.
Malvestitti, Marisa. Mongeleluchi Zungu. Los textos araucanos documentados por Roberto Lehmann-Nitsche. Hrsg.: Ibero-Amerikanisches Institut Preußischer Kulturbesitz, Berlin. Estudios Indiana (4). 2011. Spanisch. 330 S. 31 Abb. und 1 Plan. 24 x 17 cm. Pb. EUR 28,00. CHF 39,90 ISBN: 978-3-7861-2663-8 Gebr. Mann Verlag
Der Anthropologe Robert Lehmann-Nitsche sammelte 1899–1926 am argentinischen Museum von La Plata schriftliche und mündliche Texte in Mapuzungun, der Sprache der Mapuche. Die Sammlung – heute Teil seines Nachlasses im Ibero-Amerikanischen Institut zu Berlin – umfasst größtenteils unveröffentlichte Erzählungen, Geschichten, Lieder, Briefe sowie Fotografien.
Ethnografische Praxis im frühen 20. Jh. ebenso wie die Lebensumstände der Mapuche-Informanten Lehmann-Nitsches werden rekonstruierbar. Der Band macht zweisprachige Versionen von Texten zugänglich, die im frühen 20. Jh. in Umlauf waren. Sie zeigen die Forschung zu einer indianischen Sprache im Licht der beginnenden Professionalisierung von Linguistik und Anthropologie in Argentinien.
Die Münzen König Friedrichs II. von Preußen (1740–1786). Ausstellung im Berliner Münzkabinett zu Münzen und Medaillen Friedrichs des Großen – 24. Januar – 14. Oktober 2012. Bearbeitet von Kluge, Bernd; Mitwirkung (sonst.): Bannicke, Elke; Vogel, Renate. Berliner Numismatische Forschungen. Neue Folge (10). 2011. 320 S. 1500 fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 49,00. CHF 65,50 ISBN: 978-3-7861-2667-6 Gebr. Mann Verlag
Auf der Grundlage der Sammlung des Berliner Münzkabinetts wird ein kompakter, durchgängig farbig bebilderter Gesamtkatalog aller Münzen Friedrichs des Großen geboten. Zugleich eine Neubearbeitung des bisherigen wissenschaftlichen Standardwerkes Friedrich Freiherr von Schrötters aus dem Jahre 1904.
Zum 300. Geburtstag Friedrichs II. legt das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Gesamtkatalog seiner Münzen des großen Königs vor. Mit über 3.500 Münzen ist sie nicht nur die weitaus größte, sondern auch die relativ vollständigste Sammlung dieser Art. Sie diente bereits Friedrich Freiherr von Schrötter als Grundlage für sein 1904 publiziertes Corpus der Münzen Friedrichs II. und ist seither noch um einiges gewachsen. So wie in dem bis heute maßgeblichen Standardwerk der Berliner Bestand mit dem Gesamtcorpus der Münzen Friedrich II. verzahnt ist, so wurde auch dieses Buch gleichermaßen als Gesamtkatalog der Münzen Friedrichs angelegt und liefert eine aktuelle Neubearbeitung des »Schrötter«. Es bietet einen übersichtlichen Typenkatalog für den Münzsammler, ohne auf die für den Kenner und weiterführende Forschungen unerlässliche Akribie im Detail zu verzichten. Mit über 1.500 Münzabbildungen präsentiert es eine in dieser Breite bisher noch nicht erschlossene Quelle zur Person und Geschichte Friedrichs des Großen.
Burcu Dogramaci und Karin Wimmer (Hg.). Netzwerke des Exils Künstlerische Verflechtungen, Austausch und Patronage nach 1933. 2011. 472 S., 194 Abb., 17 x 24 cm, Gb. EUR 39,00 ISBN: 978-3-7861-2658-4 Gebr. Mann Verlag
Der Sammelband beschäftigt sich mit dem künstlerischen Exil nach 1933 und untersucht die vielfältigen Kontakte, die Künstler auf der Flucht vor den Nationalsozialisten und in der Emigration unterhielten. Die Beiträge widmen sich den Netzwerken in verschiedenen künstlerischen Gattungen, von der Malerei über die Fotografie und Architektur bis zum Grafikdesign.
Zahlreiche bildende Künstler mussten nach 1933 aus Deutschland emigrieren und versuchten, auch in der Fremde weiterhin künstlerisch tätig zu sein. Bedeutung für das Scheitern oder Bestehen im Exil konnte der künstlerische, organisatorische, bisweilen auch politische Zusammenschluss mit anderen Emigranten, Auftraggebern und Förderern haben. Die Beiträge international anerkannter Wissenschaftler beschäftigen sich mit den vielfältigen Netzwerken, in denen Künstler vor und nach der Exilierung aktiv waren. Emigranten vergaben Bauaufträge an ebenfalls emigrierte Architekten, als Gründer von Zeitschriften und Bildagenturen konnten sie exilierten Fotografen zu Erfolgen in ihrer Exilheimat verhelfen. Galeristen, Kunsthändler und Sammler setzten sich ebenso wie Kunsthistoriker oder Kritiker für emigrierte Künstler ein. Teilweise kam es durch die gemeinsame Erfahrung der Emigration zu kreativen Kooperationen. Der Vergleich der Exilerfahrungen in unterschiedlichen Gattungen soll übergreifende Erkenntnisse zu den Grenzen und Perspektiven künstlerischen Schaffens unter den schwierigen Bedingungen der Emigration liefern.
U. a. mit Beiträgen über Else Lasker-Schüler, Erich Mendelsohn, Martin Wagner, Max Beckmann, Otto Neurath, Erika Mann und Max Ernst.
Hausdorf, Eva. Monumente der Aufklärung. Die Grab- und Denkmäler von Jean-Baptiste Pigalle (1714 –1785) zwischen Konvention und Erneuerung.Hrsg.: Kunsthistorisches Institut d. Freien Universität Berlin. Berliner Schriften zur Kunst (XXV). 2011. 356 S. 158 Abb. , davon 8 fbig. 24 x 17 cm. Leinen. EUR 69,00. CHF 92,50 ISBN: 978-3-7861-2669-0 Gebr. Mann Verlag
Ein herausragender Protagonist der französischen Skulptur im Zeitalter der Aufklärung: Mit seinen radikal innovativen Konzepten antwortete Jean-Baptiste Pigalle auf zeitgenössische Forderungen, nicht ohne die Betrachter zu schockieren. Vier Monumente von Jean-Baptiste Pigalle (1714–1785) werden hinsichtlich Auftragslage, Genese und Rezeption anhand von bisher unbeachtetem Quellenmaterial dargestellt. Das Grabmonument für Marschall Moritz von Sachsen in Straßburg verzichtet auf traditionelle Symbole ewigen Lebens und feiert stattdessen den stolzen Soldatenführer. Die allegorische Sockelfigur des glücklichen Bürgers am Königsdenkmal in Reims ist ein Selbstporträt des Künstlers. Auf zeitgenössische Allegoriekritik antwortend, macht Pigalle damit den citoyen zu einer ungewöhnlichen künstlerischen Programmfigur. Radikaler noch setzt er seine Idee von künstlerischer Genialität in der skandalträchtigen Statue des greisen, nackten Voltaire (im Pariser Louvre) um. Das Pariser Grabmal für Comte d’Harcourt zeigt sodann paradigmatisch die schleichende Auflösung der konventionellen christlichen Inhalte und ihrer Ikonografie, die durch säkularisierte, von der Aufklärung geprägte Ideen ersetzt werden. Dieser künstlerische Transformationsprozess charakterisiert Pigalles OEuvre. Traditionelle Motive deutet der selbstbewusste Künstler zugunsten neuer Inhalte um und überschreitet damit Gattungsgrenzen.
Gördüren, Petra. Das Porträt nach dem Porträt. Positionen der Bildniskunst im späten 20. Jahrhundert. Hrsg.: Kunsthistorisches Institut d. Freien Universität Berlin. Berliner Schriften zur Kunst (XXIV). 2011. 384 S. 150 Abb. 24 x 17 cm. Leinen. EUR 69,00. CHF 92,50 ISBN: 978-3-7861-2666-9 Gebr. Mann Verlag
Porträt ohne Antlitz – Antlitz ohne Porträt: Zwischen diesen gegensätzlichen Polen bewegt sich die Bildniskunst der Gegenwart. Zeitgenössische Künstler loten die Grenzen einer Gattung aus, die wie kaum eine andere an ihr natürliches Vorbild gebunden scheint.
Die Gegenwartskunst konfrontiert den Betrachter mit Formen des Porträts, die noch hundert Jahre zuvor kaum als Bildnisse kategorisiert worden wären. Künstlerische Strategien reichen vom mechanischen Abbildungsverfahren bis zur Aufgabe der Figuration. Das Bild des menschlichen Individuums wird oft außerhalb klassischer Werkgattungen realisiert und verzichtet nicht selten auf mimetische Ähnlichkeit. Am Beispiel künstlerischer Positionen des späten 20. Jahrhunderts analysiert Petra Gördüren porträt- und gattungskritische Qualitäten sowohl figurativer als auch nicht-figurativer Bildnisse. Ausgewählte Werke von Marc Quinn, Christian Boltanski und Sophie Calle, Felix Gonzalez-Torres, Imi Knoebel und Thomas Ruff verdeutlichen, dass die aktuelle Porträtkunst oftmals die Nicht-Darstellbarkeit des menschlichen Wesens thematisiert. Zugleich eröffnet sie jedoch vielfältige Zugänge zu einem aktuellen Menschenbild. Im Bezug auf die eigene Medialität definiert sich das Porträt als Bildform, die sich ihrer Geschichte, ihrer vermittelnden Rolle, bewusst ist: Nicht allein der Mensch ist der kritisch befragte Gegenstand einer zeitgemäßen Bildniskunst, sondern auch die Gattung selbst.
Schröder, Uwe. Raumwerk I–III. 2011. 88 S. 80 Abb. , davon 24 fbig. 28 x 22 cm. Gb. EUR 29,00. CHF 40,90 ISBN: 978-3-7861-2668-3 Gebr. Mann Verlag
Zwölf Texte, zwölf Fotos und zwölf Zeichnungen bilden die Deskriptionen zum Haus auf der Hostert des Bonner Architekten Uwe Schröder. Das »Raumwerk« ist dabei sowohl Ergänzung zur Publikation »Bauwerk« (erschienen 2007) als auch eigenständiges Werk zur Darstellung des Gebäudes.
In diesen Deskriptionen wird das Haus des Kunstsammlerpaares Brunhilde und Günther Friedrichs in Text, Fotografie und Zeichnung aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: Zwölf Autoren, darunter Michael Mönninger, Jan Pieper, Gerwin Zohlen, der Architekt Uwe Schröder und das Bauherrenpaar selbst, legen ihre Sicht auf das Gebäude dar. Der Berliner Fotograf Stefan Müller porträtiert es in zwölf großformatigen Farbfotografien. Dazu kommen zwölf erläuternde Zeichnungen des Architekturbüros. Komplettiert werden diese Zugänge durch jeweils ergänzende Materialien – Anmerkungen, textliche Querverweise, kleinformatige Schwarzweißfotografien und piktogrammatische Strichzeichnungen. Nach der Ausstellung und der dazugehörigen Publikation aus dem Jahr 2007 entsteht so ein weitgefächerter Eindruck eines Hauses, das Michael Mönninger in seinem Beitrag eine »wenig alltägliche Synthese aus Wohnhaus und Wunderkammer« nennt.
Hörner, Unda. Die Architekten Bruno und Max Taut. Zwei Brüder – zwei Lebenswege. Mit unveröffentlichten Aquarellen und Zeichnungen der Taut-Brüder!. 250 S. 48 Abb. davon 8 fbig. 21 x 15 cm. Gb. Dietrich Reimer, Verlag Berlin 2011. EUR 29,00. CHF 40,90 ISBN: 978-3-7861-2662-1 Gebr. Mann Verlag
In der Doppelbiografie kommen die Tauts als Brüder, Eltern und Ehemänner zu Wort. In Briefen, Tagebüchern und Zeitzeugenberichten, Zeichnungen und Fotos aus dem Familienalbum werden zwei Künstlerpersönlichkeiten lebendig – und mit ihnen die Schicksale ihrer Frauen und Kinder.
Die beiden talentierten Brüder machten in Berlin als Architektenkollegen Karriere: Bruno (1880–1938) wird bekannt als Planer großer Wohnsiedlungen, Max (1884–1967) macht sich einen Namen als Architekt der Gewerkschaften. Unda Hörner erzählt ihre eng verbundenen Lebenswege als Familiengeschichte vor dem Hintergrund von Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Nachkriegszeit. Neben großen Erfolgen hatten Begabung und Charaktere auch dramatische Auswirkungen im Privaten. Die Brüder heirateten Schwestern, Töchter des Wirtes der Choriner Klosterschänke, doch nur eine der beiden Ehen hielt. Bruno, der 1933 ins Exil ging und 1938 in Istanbul starb, war der Visionäre, der in avantgardistischen und intellektuellen Kreisen verkehrte. Sein Sohn Heinrich führte einen lebenslangen inneren Kampf gegen den genialischen Papa und den berühmten Onkel. Der bodenständigere, weniger mitteilsame Max blieb in Berlin, wo er sich leidlich über Wasser hielt und das gemeinsame Büro weiterführte. Er war es, der nach 1945 das gemeinsame Erbe antrat, als Professor an der Hochschule für bildende Künste und Architekt des Wiederaufbaus.
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Braunfels, Wolfgang. Mittelalterliche Stadtbaukunst in der Toskana.Hrsg.: Braunfels, Stephan. 7. Auflage. 2011. 332 S. 100 Abb. , davon 50 fbig. 24 x 17 cm. Leinen. EUR 49,00. CHF 65,50 ISBN: 978-3-7861-2671-3 Gebr. Mann Verlag
Das Standardwerk zur Idee der Stadt als einheitlichem »Bauwerk« mit Mauern, Kirchen, Palästen, Straßen und Brücken wurde vor sechzig Jahren konzipiert und ist von der Wissenschaft bis heute nicht überholt. Zugleich ist es aus Sicht von Architekten eines der wichtigsten Lehrbücher zur Stadtbaukunst.
Wolfgang Braunfels (1911–1987) widmete sich in langjährigen, durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochenen Archivstudien der Baugenese von Florenz, Siena und Pisa, Lucca, San Gimignano, Pienza, Volterra, Cortona und anderen Städten der Toskana, deren Baugesetzgebung er auswertete. Er begründete damit eine stadtgeschichtliche Forschung, die dem Wachstum der Städte, ihrer baulichen Struktur, inneren Ordnung und ihrem ästhetischen Gefüge als Gemeinschaftswerk aller Bürger Aufmerksamkeit widmet. Widerrufen wurde damit das romantisch geprägte Bild einer zufällig »gewachsenen « Stadt des Mittelalters. Die Neuausgabe ergänzt der Sohn des Autors, der Architekt und Städtebauer Stephan Braunfels, mit zahlreichen Farbfotografien der schönsten Plätze und Gebäude. Schon als Kind begleitete er seinen Vater auf Reisen. Zu dessen 100. Geburtstag hat er alle Städte im Buch, Höhepunkte europäischer Stadtbaukunst, noch einmal besucht und ein ganz persönliches Nachwort verfasst.
Mari Laanemets. Zwischen westlicher Moderne und sowjetischer Avantgarde. Inoffizielle Kunst in Estland 1969–1978. Humboldt-Schriften zur Kunst- und Bildgeschichte, Band XIV. 2011. 296 S. 114 Abb. davon 12 fb. 17 × 24 cm. Br. EUR 49,00 ISBN: 978-3-7861-2639-3 Gebr. Mann Verlag
Mit dem Aufgreifen westlicher Kunstströmungen entwickelten sich in der sogenannten inoffiziellen, vom Staat nicht geförderten Kunst Estlands seit den späten 1960er Jahren neue künstlerische Praktiken. Anhand zahlreicher Beispiele gewährt dieses Buch einen interessanten Einblick in die osteuropäische Kunstproduktion.
Das Aufzeigen des Entwicklungszusammenhangs, der von der künstlerischen Rezeption der Pop Art über die Wiederaneignung der damaligen offiziellen Monumentalkunst hin zu Projekten einer neuen, umfassenden Umweltgestaltung führte, steht im Fokus dieser Studie. Aus dem Zusammenspiel von rezipierter westlicher Kunst und Experimenten der sowjetischen Avantgarde entstanden neue Kunstpraktiken sowie eine neue interdisziplinäre Perspektive. Durch Analyse der Arbeiten estnischer Künstler wie Sirje Runge, Jüri Okas, Leonhard Lapin sowie wichtiger Ausstellungen, Manifeste und Publikationen wird die besondere historische Konstellation rekonstruiert. Zugleich eröffnet die Darstellung des spezifischen kulturellen, sozialen und politischen Kontextes der 1970er Jahre einen Zugang zum Verständnis der künstlerischen Praxis und zu Problemstellungen in Osteuropa. Die gängige Debatte über osteuropäische Kunst, über ihr Wesen, ihre Legitimität oder Fiktionalität wird hier um konkrete Beispiele ergänzt, die die spezielle Konstitution dieser Kunst, ihre Funktion und ihr Potential beleuchten. Neue, auch kritische Einblicke in die Kunstproduktion Osteuropas werden aufgezeigt.
Zöbl, Dorothea. Leben am Kurfürstendamm. 100 Jahre Geschichte und Geschichten um die Mietshäuser Kurfürstendamm 48–50. Hrsg.: Bröhan, Margrit. 248 S., 121 meist fb. Abb. 24 x 17 cm, Gb. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2011. EUR 39,00 CHF 55,90 ISBN: 978-3-7861-2641-6 Gebr. Mann Verlag
Die ein Jahrhundert umfassende Geschichte der vornehmen Wohn- und Geschäftshäuser Kurfürstendamm 48–50a am heutigen George-Grosz-Platz erzählt vom Gebäude und seinen Bewohnern als Teil des Boulevards. Hinter Fassaden der Neorenaissance lebten gehobene Kreise in bis zu 500 qm großen Wohnungen. Um 1900 vom Eigentümer Heinrich Munk, Architekt und Bauunternehmer, errichtet, bot das Haus bis 1919 auch ihm und seiner Familie ein luxuriöses Wohnen. Nach und nach aber wich das Grün der parkähnlichen Höfe Autogaragen und Benzingruben. Das hohe Sockelgeschoss, von Hermann Muthesius 1925 modernisiert, beherbergte ab den Zwanziger Jahren zahlreiche Geschäfte. Im Hof produzierte zeitweise eine Zigarettenfabrik. In den Wohnungen, Läden und Büros haben viele Menschen gelebt, gearbeitet, gefeiert, gelitten. Den Schriftsteller Hans Sahl, der in seiner Jugend im Haus Kurfürstendamm 50 wohnte, zwangen die Nationalsozialisten zur Emigration, andere Bewohner wurden deportiert und ermordet. Das Häuserensemble überstand den Krieg leicht beschädigt und war eine Zuflucht für Ausgebombte, bis sich in der Nachkriegszeit mehr und mehr renommierte Geschäfte etablierten. Die politischen Veränderungen der 1960er Jahre gaben dem Kurfürstendamm und den Häusern 48–50a ein neues Gesicht.
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Arne Karsten (Hrsg.). Das Grabmal des Günstlings. Studien zur Memorialkultur frühneuzeitlicher Favoriten. Humboldt-Schriften zur Kunst- und Bildgeschichte, Band XV. 2011. 352 S. 146 Abb. 17×24 cm. Br. EUR 59,00 ISBN: 978-3-7861-2644-7 Gebr. Mann Verlag
Er gehört zu den negativ belegten Gestalten der Geschichte: der Günstling, jene Figur des einflussreichen Politikers, der seine Stellung allein der Gunst des Herrschers verdankte. Anhand von Fallbeispielen untersucht der Band, wie der Ruf frühneuzeitlicher Günstlinge bei der Nachwelt durch aufwendige Grabmonumente positiv besetzt werden sollte.
Das frühneuzeitliche Europa war geprägt durch ein altbekanntes, in dieser Epoche aber gehäuft auftretendes gesellschaftliches Phänomen: die Figur des Günstlings, der, gestützt allein auf das Vertrauen des fürstlichen Souveräns, die Fäden der Politik in den Händen hielt. Dieser »Favorit« war nicht an Herkunft und Stand, nicht an Religion, ja nicht einmal an das Geschlecht gebunden. Es gab hochadlige Günstlinge ebenso wie solche aus dem niederen Adel oder bürgerliche, protestantische und katholische (hier oft im Kardinalsrang) und ebenso weibliche Günstlinge, in der Gestalt der Mätresse. Gemeinsam war ihnen allen, dass sie ihren rasanten gesellschaftlichen Aufstieg vor allem der informellen Nähe zum Herrscher verdankten und deswegen rechtfertigen mussten. Dieser Rechtfertigung diente in besonderem Maße die wohldurchdachte, oft schon zu Lebzeiten in Auftrag gegebene Stilisierung ihres Andenkens durch kostspielige Grabmonumente. Die im vorliegenden Band vereinigten Studien untersuchen die dabei gewählten visuellen Strategien im Kontext der jeweiligen politischen Konstellationen in den Staaten des frühneuzeitlichen Europa.
Meike Leyde. Die Museen von Wim Quist. Museumsarchitektur der Niederlande seit 1970. 2011. 488 S. 375 Abb. davon 21 farbig, 21 × 28 cm, Gb., EUR 89,00 ISBN: 978-3-7861-2645-4 Gebr. Mann Verlag
Bekannt geworden durch den Erweiterungsbau für das Kröller-Müller Museum in Otterlo gilt der Architekt Wim Quist als der führende Museumsarchitekt der Niederlande. Seine Museumsbauten und -entwürfe werden hier erstmals vollständig dokumentiert, umfassend architekturhistorisch untersucht und eingeordnet.
In den Niederlanden setzte ein Museumsbauboom, wie er in anderen Ländern seit den 1980er Jahren zu beobachten war, erst in den 1990er Jahren ein. Möglicherweise ist gerade deswegen die zweifelsfrei reiche Museumslandschaft der Niederlande noch weitgehend unerforscht, die durch die Bauten des Museumsarchitekten Wim Quist (*1930), dem »museumbouwer van Nederland«, nachhaltig geprägt wurde. Der Auftrag für einen Erweiterungsbau am Kröller-Müller Museum in Otterlo Anfang der 1970er Jahre bedeutete Wim Quists Einstieg in die Museumsarchitektur. Er kam aus dem Industriebau, hatte einige Wohnbauten entworfen, war aber unerfahren in der Museumsarchitektur. Umso bemerkenswerter ist sein rapider Aufstieg zum führenden niederländischen Museumsarchitekten. Der Erfolg des Kröller-Müller Museums brachte ihm fast alle Aufträge für Museumsneubauten in den Niederlanden der 1980er Jahre ein. Bis heute entwirft und baut er Museen. Im Vordergrund steht dabei stets die Funktionalität, der Museumsbau ist für Quist kein Mittel zur Selbstdarstellung. Die Einführung des Parkmuseums und des Museums als städtebauliches Instrument in den Niederlanden sind nur zwei wichtige Aspekte seines vielfältigen Werkes.
Bruno Taut. Ich liebe die japanische Kultur. Kleine Schriften über Japan. Hrsg. und Einleitung von Manfred Speidel. 2. Auflage 2004. 240 S. 140 Abb. 17 x 24 cm. Br. EUR 48,00 CHF 63,90 ISBN: 978-3-7861-2460-3 Gebr. Mann Verlag
Im vorliegenden Band trägt Manfred Speidel 20 Schriften von Bruno Taut aus den drei Jahren der Emigration nach Japan 1933-36 zusammen.
Bruno Taut, der Architekt Berliner Großsiedlungen der 20er Jahre, emigrierte 1933-1936 nach Japan. Die Hoffnung auf eine architektonische Tätigkeit dort blieb weitgehend unerfüllt. Mit Entwürfen für Gebrauchsgegenstände und Möbel, die japanisches Kunsthandwerk hoher Qualität erforderten, konnte er einen Lebensunterhalt verdienen. Etwa 300 Entwürfe und zahlreiche Texte zum Kunstgewerbe sind erhalten. Seine Haupttätigkeit wurde jedoch das Studium japanischer Architektur und Kultur, insbesondere des Wohnhauses. Er verfasste viele Artikel, die in japanischer Übersetzung oder in französisch oder englisch in Zeitschriften erschienen. Diese Schriften sind im vorliegenden Band zusammengetragen. In einem einleitenden Kapitel von Manfred Speidel wird Tauts Flucht aus Berlin und sein Leben und Wirken als Emigrant in Japan ausführlich dargestellt. 17 der 20 Essays erscheinen zum ersten Mal in deutscher Sprache. Die Essays zeigen unmittelbar Tauts Erleben einer ihm bis dahin weitgehend unbekannten Welt. Bemerkenswert ist, dass der »moderne« Berliner Architekt, Bauernhaus und Volkskultur schätzen lernt, aber immer das »Echte« als verbindlichen Wert betont.
Bruno Taut. Das japanische Haus und sein Leben. Houses and People of Japan. Hrsg. Manfred Speidel. 5. Auflage 2010. XXIV, 1 Farbabbildung; 358 S. 566 Abb. dav. 8 fbg, 18,7 x 26 cm. Gb. EUR 79,00 CHF 106,00 ISBN: 978-3-7861-1882-4 Gebr. Mann Verlag
»Das japanische Haus und sein Leben« ist eines von Bruno Tauts Hauptwerken, das der Architekt in den Jahren der Emigration auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in Japan verfaßt hat und erscheint erst jetzt in deutscher Sprache nach dem originalen Manuskript.
Hierzulande assoziiert man mit Bruno Taut seine weltberühmten Siedlungen der 20er Jahre und seinen wesentlichen Einfluß auf die Vorstellung von moderner Baukunst, die sich mit seiner Architektur verbindet. Zwar ist sein Wirken als Architekturschriftsteller nicht unbekannt geblieben, aber eines seiner Hauptwerke erscheint erst jetzt in deutscher Sprache nach dem originalen Manuskript. In englischer Sprache sind, zuerst 1937, bereits zwei Auflagen erschienen, in Japan gilt das Buch bis heute als Standardwerk zum Verständnis der Architekturgeschichte des Landes. Das, was die Architektur Bruno Tauts im besonderen auszeichnet, kehrt in der Betrachtung der historischen Architektur Japans wieder, Qualitäten wie Einfachheit, Bescheidenheit und Respekt vor wahrer Tradition zeichnen beide aus. Dem Leser des Buches bietet sich die Möglichkeit für ein tieferes Verständnis der japanischen Architektur, die aus ihren historischen und gesellschaftlichen Bedingungen heraus entworfen wird. Das Layout der deutschen Ausgabe folgt genau den Vorgaben Bruno Tauts, der das Buch bis in die letzten Details selbst entworfen hat.
Die Fülle an Material über das japanische Haus, seine Bewohner, über die klimatischen Umstände bis hin zur Religion, ist beeindruckend. (...) Dieses Buch sollte den Weg in viele Bibliotheken finden. [Zeitschrift für Architektur] Dem Leser des Buches bietet sich die Möglichkeit für ein tieferes Verständnis der japanischen Architektur, die aus ihren historischen und gesellschaftlichen Bedingungen heraus entworfen wird. [baublatt]
Taut hat für diesen Band nicht nur den Text verfasst, sondern sich auch zum Layout Gedanken gemacht und viele Fotos aufgenommen. So entstand ein in sich geschlossenes Werk, an dessen inhaltlicher Dichte manch einer der schnell gemachten Bücher unserer Zeit Maß nehmen könnte. [ZiegelForum]
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