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Lothar Lambacher. Schloss Köpenick. Berlin. 2004. 24 S, 15 Abb., Grundriss. 17 cm, Br., EUR 3,- ISBN: 3-7954-6491-9 Schnell & Steiner
Kerstin Merkel. Jenseits-Sicherung - Kardinal Albrecht von Brandenburg und seine Grabdenkmäler. 2004. 176 S, 113 Abb, 28 cm, Gb., EUR 49,90 . ISBN: 3-7954-1662-0 Schnell & Steiner
Kardinal Albrecht von Brandenburg (1490-1545), Erzbischof von Mainz und Magdeburg, teilte mit vielen Zeitgenossen eine tiefgehende Jenseits-Angst. Das Gottesbild eines strengen Richters vor Augen, vor dem der sündige Mensch nicht bestehen kann, suchte er nach Möglichkeiten, der ewigen Verdammnis zu entkommen und schuf sich mit einem ungewöhnlichen Grabdenkmal aus der Nürnberger Vischer-Werkstatt eine magisch anmutende Tür ins Jenseits. Innerhalb von 25 Jahren ließ der Kardinal drei Grabplatten, ein Grab-Andachtsbild, einen Grabbaldachin und zwei Epitaphien schaffen, dreimal wechselte er den Bestattungsort - Magdeburg, Halle, Mainz - und mehrfach das Konzept seiner Grabanlage. Albrecht von Brandenburg gab zunächst eine Grabplatte in Auftrag, die zeitgemäß auf die übliche Memoria vertraute. Doch schien ihm die Abhängigkeit seines Seelenheils von den Lebenden nicht sicher genug, so dass er sein Grabdenkmal zu einer "autodynamischen" Anlage ausbaute: Mittelalterliche Bildmagie sollte ihm dabei genauso zu Hilfe kommen wie die Nähe zu seiner Reliquiensammlung, dem "Hallschen Heilthum", die in seine Jenseitsvorsorge mit einbezogen wurde. Überraschend gab der Kardinal wenige Jahre vor seinem Lebensende die bronzene Grabanlage auf und ordnete sich in die lange Reihe seiner Vorgänger im Mainzer Bischofsamt ein, indem er ein relativ normiertes Grabdenkmal akzeptierte. Er verzichtete auf sein ausgeklügeltes Sicherungssystem, da er unter dem Einfluss des ersten Jesuiten in Deutschland, Petrus Faber, die Heilsgewissheit aus dem Sakrament der Buße zu begreifen und auf einen gütigen Gott zu vertrauen lernte. Die Studie revidiert das Bild des angeblich theologisch ungebildeten Kardinals. Wie intensiv - wenn auch gelegentlich mit laienhafter Naivität - Albrecht sich mit religiösen Zeitströmungen auseinander setzte, zeigt seine Jenseitsvorsorge, in der sich nicht nur Ideen der Mystik und der Reformation, sondern auch solche von Cusanus und Petrus Faber widerspiegeln. Zum Autor: Kerstin Merkel studierte in Mainz Kunstgeschichte, Archäologie und Ägyptologie und habilitierte sich an der Universität Kassel mit dem vorliegenden Werk.
Das Breisacher Münster. Großer Kunstführer 216. 2004. 56 S, 55 fb. Abb., 24 cm, Gb., EUR 12,90 ISBN: 3-7954-1649-3 Schnell & Steiner
Mit seiner erhöhten Lage auf einer Felsscholle ist das Breisacher Münster von Weitem zu sehen und prägt die Landschaft im Breisgau. Wegen seiner einzigartigen Baukunst und der wertvollen Ausstattung wie dem Hochaltar ist das Breisacher Münster weltbekannt.
Mit dem Großen Kunstführer erscheint ein umfassendes und reich bebildertes Werk über das Münster, welches sowohl die Baugeschichte wie auch die vielen wichtigen Objekte im Münster genau beschreibt und mit exzellenten Aufnahmen näher bringt.
Die Autoren Uwe Fahrer, Erwin Grom, Peter Klug, Hermann Metz und Wolfgang Stopfel präsentieren als Fachleute dem Leser ihr Münster und seine Ausstattung auf eine angenehme und informative Weise und vermitteln ihre Begeisterung für dieses einzigartige Bauwerk.
Es entstand so ein Werk, welches für Kunstinteressierte und Freunde des Breisacher Münsters zu einem Standardwerk wird.
Giovanni Fanelli, Michele Fanelli: Die Kuppel Brunelleschis. Geschichte und Zukunft eines großen Bauwerks. 2004. 288 S, 300 teils fb. Abb., Grundrisse, Zeichnungen, 24 cm, Br., EUR 24,90 ISBN: 3-7954-1643-4 Schnell & Steiner
Die ersten Zentralbauten der Renaissance entstanden nach Entwürfen von Filippo Brunelleschi (1377-1446) in Florenz. Dieser umfassend bebilderte, in zwei Teile gegliederte Band untersucht und interpretiert Brunelleschis Meisterwerk - die Kuppel des Florentiner Doms - im Licht neuester Studien. Wie einige seiner bedeutenden Zeitgenossen beginnt Brunelleschi seine künstlerische Laufbahn als Goldschmied. Eine 1402 gemeinsam mit Donatello unternommene Studienreise nach Rom lenkt die Aufmerksamkeit Brunelleschis zunehmend auf die Baukunst. Nachdem er bereits 1404 erstmals von der Florentiner Dombaukommission um ein statisches Urteil gebeten wird, gibt er 1417 ein Gutachten über die geplante Kuppel des Florentiner Doms ab. Dieses gigantische Projekt wird Brunelleschi bis an sein Lebensende beschäftigen. Gegen die Skepsis und den Widerstand der Verantwortlichen setzt er in der überlieferten, ihm eigenen Vehemenz und Beharrlichkeit ein Projekt durch, das statisch und urbanistisch einzigartig bleiben sollte. Unter Verzicht auf ein über der Ostpartie des Doms errichtetes Leergerüst führte Brunelleschi im römischen Fischgrätenverband eine Kuppelkonstruktion durch, deren innere und äußere Schale einander gegenseitig stützen. In ihrer spitzbogigen Linienführung und den aufgelegten weißen Marmorrippen zeigt die 1434 im Rohbau vollendete Kuppel noch gotische Züge, die sich jedoch aus der Bindung des Architekten an einen bereits 1368 beschlossenen Entwurf erklären. Der erste, reich illustrierte Teil der hier vorliegenden Baumonographie beschäftigt sich mit kunsthistorischen Aspekten und verfolgt die Entstehung des Bauwerks von seiner Planung bis hin zur Errichtung. Dabei wird dargelegt, wie sehr das mächtige Kuppelgewölbe im Lauf der Jahrhunderte seine Wirkung auf die bildenden Künste bis hin zur Literatur ausgeübt hat. Der zweite, technische Teil analysiert die Kuppel in struktureller, baulicher und statischer Hinsicht und weist auf Beschädigungen und mögliche Eingriffe hin.
Christus - Das Bild des unsichtbaren Gottes. Hrsg. Bischöfliches Ordinariat Regensburg. Ausstellungskatalog. Museum St. Ulrich. April bis 1. Nov. 2004. Reihe: Museumschriften des Bistums Regensburg, Band 1. 2004. 160 S., 95 fb. Abb., 26 cm, EUR 19,90 ISBN: 3-7954-1671-X Schnell & Steiner
Dieses reich bebilderte Kataloghandbuch präsentiert eine wertvolle Auswahl von rund 90 Christusbildern aus den Epochen der Spätantike, Romanik, Gotik und des Barock bis hin zum 20. Jahrhundert. Fundierte Beiträge beleuchten den Wandel von Form und Bedeutung des Christusbildes. Dabei erweisen sich die Christusbilder als Zeugnisse der Geschichte, der Frömmigkeit und des Geistes.
Die ältesten Formen der bildlichen Christusdarstellung finden sich in den unterirdischen Grabanlagen Roms - aber die Malerei in den Katakomben steht erst am Anfang einer bis heute andauernden Beschäftigung mit der Gestalt Jesu in der Kunst. Die Thematik von Mensch und Gott, Ausdruck des Schmerzes und der göttlichen Herrlichkeit hat die Künstler über Jahrhunderte so sehr herausgefordert, ist doch keine Beschreibung seiner äußeren Erscheinung überliefert.
Zur Einführung wird der Wandel in der Bedeutung des Christusbildes prägnant nachgezeichnet: vom frühen Bilderverbot bis zum Konzil von Nicäa (787 n.Chr.), von der bilderkritischen Bewegung der Zisterzienser im frühen 12. Jahrhundert über die fast heidnische Bilderverehrung im ausgehenden Mittelalter bis hin zum Bilderstreit und -sturm der Reformationszeit. Der Katalogteil bietet neben Einführungen in die jeweiligen Kunstepochen ausführliche Werkbesprechungen und großformatige Abbildungen der beispielhaft ausgewählten Exponate. Ein Glossar der Christusdarstellungen und ein Literaturverzeichnis komplettieren den Band, der anlässlich des 150jährigen Jubiläums der Kunstsammlungen des Bistums Regensburg erscheint und die Reihe der "Museumsschriften des Bistums Regensburg" eröffnet.
Aus dem Inhalt: H. Reidel: Geschichte der Kunstsammlungen des Bistums Regensburg - P. Morsbach: Du sollst Dir kein Bild machen ... - J. Dresken-Weiland: Das Christusbild in der frühchristlichen Kunst - F. Fuchs: Christusbilder des Mittelalters - H. Reidel: Christusbilder im Barock - M. Baumann: Christusbilder des 19. Jahrhunderts - F. Fuchs: Christusbilder im 20. Jahrhundert - Glossar - Literatur.
Franco Cardini. Die Heiligen Drei Könige von Benozzo Cozzoli im Palazzo Medici. Vorw. von Cristina Acidini Luchinat, Beitr. v. Lucia Ricciardi. 2004. 96 S, 110 fb. Abb, 21 cm, Br., EUR 12,90 ISBN: 3-7954-1689-2 Schnell & Steiner
Dieses reich illustrierte Buch des international bekannten Historikers Franco Cardini ist einem herrlichen Kunstwerk der Renaissance gewidmet: dem berühmten Zug der Hl. Drei Könige von Benozzo Gozzoli, der sich als Freskengemälde über drei Seiten der Palastkapelle des Palazzo Medici Riccardi erstreckt. Neben der künstlerischen Qualität des farbenfrohen und festlichen Zuges, der sich durch eine prachtvolle, von exotischen Tieren bevölkerte Landschaft windet, nimmt der Autor auch die inhaltliche Dichte dieses Meisterwerks in den Blick, bei dem historische, politische und symbolische Bedeutungszusammenhänge verschmelzen: Das Gemälde Gozzolis diente der Inszenierung des gewachsenen Machtanspruchs der Medici - in den Hl. Drei Königen und ihrem Gefolge sind Familienmitglieder und Anhänger der Medici dargestellt. Auf diese Porträts, aber auch auf historische Ereignisse - wie das Florentiner Konzil, die unter Beteiligung der Medici veranstalteten Feiern zum Dreikönigsfest und die Ritterturniere zum Ruhm der jungen Medici - geht der Band ausführlich ein. Mit einem aufschlussreichen Anhang zur heraldischen Symbolik der Medici.
Mönche auf dem Petersberg. Geschichte und Kunst des Erfurter Petersklosters 1103-1803. Hrsg. Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Jahrbuch der Stiftung Schlösser und Gärten 2003, Band 7. 2004. 200 S., 16 fb. u. 180 sw Abb., 30 cm, Gb., EUR 29,90 ISBN: 3-7954-1675-2 Schnell & Steiner
Das Jahrbuch der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten 2003 ist schwerpunktmäßig der Geschichte und Kunst des Erfurter Petersklosters im Zeitraum 1103-1803 gewidmet. Es umfasst überregional interessante Beiträge namhafter Autoren und lässt damit die Bedeutung des ehemaligen Benediktinerklosters auf dem Petersberg, das zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kloster-gründungen des deutschsprachigen Raumes gehört, neu ermessen.
Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, das Historische Institut und das Kunsthistorische Seminar der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie das Historische Seminar der Universität Erfurt nahmen ein doppeltes Jubiläum, die Grundsteinlegung der noch erhaltenen Klosterkirche am 8. Februar 1103 und die Aufhebung des Klosters am 23. März 1803, zum Anlass, im traditionellen Herbstsymposion der Stiftung die Bedeutung dieses klösterlichen Zentrums wieder in das Blickfeld des öffentlichen Interesses zu rücken.
Im 12. Jahrhundert war es eines der großen Zentren der Hirsauer Reform. Die 1147 geweihte Kirche zeugt noch heute von dieser einstigen Rolle und ist trotz aller späteren Veränderungen einer der besterhaltenen Großbauten innerhalb der berühmten Hirsauer Klosterarchitektur. Beleuchtet werden die verschiedensten geschichtlichen Umbrüche dieses wichtigen Erfurter Klosters. Als einzige Abtei in Mitteldeutschland überdauerte sie den Bauernkrieg sowie die Reformation und bestand bis in das frühe 19. Jahrhundert - kein anderes Kloster von Rang hat eine so lange klösterliche Tradition aufzuweisen.
In einer Einführung (Dr. Helmut-Eberhard Paulus) und 14 Beiträgen hochrangiger Wissenschaftler werden die Anfänge und die hochmittelalterliche Blütezeit des Klosters beleuchtet (Prof. Dr. Matthias Werner, Prof. Dr. Karl Heinemeyer, Stephanie Wolf M.A.), die Architektur des Petersklosters vorgestellt (Dr. habil. Ulrich Fürst, Prof. Dr. Ernst Badstübner) und die Buchproduktion im Hirsauer Kontext untersucht (Prof. Dr. Dieter Blume, Dr. habil. Felix Heinzer, Dr. Harald Wolter von dem Knesebeck, Dr. Beate Braun-Niehr, Viola Belghaus M.A.). Weitere Beiträge widmen sich dem Peterskloster vom spätmittelalterlichen Reformzentrum bis zur Säkularisation (Dr. Elke-Ursel Hammer, Prof. Dr. Dieter Stievermann, Prof. Dr. Hans-Werner Hahn). Einen Höhepunkt bildet der Beitrag von Abt Prof. Dr. Pius Engelbert "Benediktinisches Mönchtum zwischen Mittelalter und Gegenwart".
Florenz. Eine Gebrauchsanweisung für Kinder und Jugendiche. 2004. 224 S, 450 fb. Abb. und Zeichnungen. 23 cm, Br., EUR 15,90 ISBN: 3-7954-1641-8 Schnell & Steiner
Dieser neuartige, reich bebilderte Abenteuerreiseführer für Jungen und Mädchen im Alter von 10-14 Jahren lädt zu einer bunten Entdeckungsreise ein: Auf den Spuren von Philipp und seinen beiden Begleitern, Onkel Karl und Lisa spüren die jungen Leser den faszinierenden Streifzügen unserer Helden kreuz und quer durch Florenz nach, entdecken dabei seine Sehenswürdigkeiten und machen Bekanntschaft mit allerlei bemerkenswerten Persönlichkeiten - Malern, Wissenschaftlern, Architekten, Päpsten und Politikern. Konzipiert von Museumspädagogen und ausgewiesenen Jugendbuchautoren, empfiehlt sich dieser Kinder- und Jugendreiseführer für alle Eltern, die Florenz mit ihren Kindern entdecken möchten.
Frauenklöster im Rheinland und in Westfalen. Hrsg. v. Hiltrud Kier, Marianne Gechter. 2004. 240 S., 180 meist fb. Abb., 13 Übersichtskarten. 21 cm, Br., EUR 14,90 ISBN: 3-7954-1676-0 Schnell & Steiner
Die Vielfalt an religiösen Frauengemeinschaften vom Mittelalter bis in die Gegenwart ist in ihrer Bedeutung kaum zu überschätzen. Ihre Wirkungen in Glaube, Kunst und Gesellschaft stehen in der allgemeinen Wahrnehmung häufig im Schatten jener der Männerklöster. Dieser reich illustrierte Klosterführer empfiehlt sich als Begleitpublikation zur Ausstellung "Krone und Schleier - Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern", die dieses Thema erstmals umfassend präsentiert.
Der reich bebilderte Kunst- und Reiseführer führt an über 80 Orte des religiösen Wirkens von Frauen im Rheinland und in Westfalen. Vierzehn abwechslungsreiche Tagesrouten mit jeweils fünf bis acht Stationen verbinden Stätten mit reicher historischer und künstlerischer Überlieferung und bemerkenswerter Architektur. Von der Maasregion bis Herford und Münster in Westfalen, von Xanten und Kalkar am Niederrhein bis Mainz und Trier folgt man den Spuren reichsfreier Stifte und bedeutender Klöster, lernt aber auch die einfachen Beginenkonvente oder die Bildungsstätten der frühneuzeitlichen Schulorden kennen oder moderne religiöse Frauenbewegungen wie die Schönstätter Marienschwestern.
Epochemachende Bauten wie die Kölner Stiftskirche St. Maria im Kapitol sind genauso vertreten wie weniger bekannte Kleinode, z.B. die Kapelle des Annunziatinnenklosters in Andernach mit ihrer ungewöhnlichen barocken Ausmalung. Bedeutende Frauen wie die hl. Hildegard von Bingen oder die Mystikerin Elisabeth von Schönau beeinflussten das geistige und religiöse Leben ihrer Epoche und wirken bis in die heutige Zeit hinein. Plektrudis in Köln und Irmina in Trier, Angehörige des merowingischen bzw. karolingischen Hochadels, verschafften ihren Gründungen eine wirkungsvolle Rolle im kirchlichen und gesellschaftlichen Gefüge.
Brigitte Klemenz. Klosterkirche Fürstenfeld. Zwischen Zeit und Ewigkeit. 2004. 136 S., 60 meist fb. Abb., 30 cm, Gb., EUR 24,90 ISBN: 3-7954-1678-7 Schnell & Steiner
Das ehem. Zisterzienserkloster Fürstenfeld westlich von München wurde bereits 1263 von Aldersbacher Mönchen gegründet. Als "bayerisches Escorial" entstand von 1691 an eine barocke Klosteranlage, deren Kirche an Größe und Prachtentfaltung ihresgleichen sucht. Mit diesem reich bebilderten Band wird die Klosterkirche als eine der schönsten Barockkirchen Bayerns adäquat dargestellt und gewürdigt. Als Sühnestiftung Herzog Ludwigs des Strengen 1263 gegründet, sollte das Zisterzienserkloster Fürstenfeld zu dessen Hauskloster und Grablege werden. Die enge Verbindung zum Haus Wittelsbach zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Klosters, das mit der Säkularisation 1803 aufgehoben wurde. Von 1691 an entstand auf Wunsch des Kurfürsten Max Emanuel eine Klosteranlage, die nichts mehr mit den strengen Vorschriften der Zisterzienser gemein hat. Sie entspricht dem Geschmack der Zeit und deren Vorstellung von Repräsentation und stellt monastisches Leben und herrscherlichen Anspruch gleichberechtigt nebeneinander. Den Mittel- und Höhepunkt der Gesamtanlage bildet die außerordentliche Klosterkirche. Mit dem Bau, dessen Grundsteinlegung 1700 stattfand, und der reichen Ausstattung, die 1766 vollendet wurde, verbinden sich vor allem Namen wie Giovanni Antonio Viscardi, die Gebrüder Appiani und Cosmas Damian und Egid Quirin Asam. Geschaffen wurde ein prachtvoll ausgestatteter Kirchenraum, der in seiner Ausrichtung auf die Kreuzestheologie des großen Zisterzienserheiligen Bernhard von Clairvaux den gekreuzigten Christus in die Mitte stellt. Der Bildband begleitet den Betrachter mit prachtvollen Aufnahmen und eingängigen Texten durch den Kirchenraum und erschließt das ikonographische Programm in seiner vielschichtigen künstlerischen Ausführung. Damit spricht das Buch insbesondere jene an, die sich für die Geschichte der Zisterzienser und den bayerischen Barock interessieren. Zum Autor. Brigitta Klemenz ist Archivarin der Benediktinerabei St. Bonifaz in München und Andechs, freie Mitarbeiterin im Archiv des Erzbistums München und Freising sowie Kreisarchivpflegerin des Landkreises Fürstenfeldbruck
Die Geschichte der Stadt Heidingsfeld. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hrsg. Rainer Leng. 2005. 576 S, 132 Abb, dav. 32 fb. 24 cm, Gb., EUR 49,90 ab 1.1.05 EUR 59,90 ISBN: 3-7954-1629-9 Schnell & Steiner
Erstmals wird die reiche Geschichte der Stadt Heidingsfeld anschaulich in einem umfassend illustrierten Band dargeboten. Von den ältesten Siedlungsspuren bis zum nicht immer spannungsfreien Verhältnis zur nahen Bischofsstadt Würzburg in der Neuzeit reicht der Bogen dieser fundierten Stadtgeschichte. Mit der ersten urkundlichen Erwähnung in einer althochdeutschen Markbeschreibung von 779 ist Heidingsfeld nur wenige Jahre jünger als das nahe gelegene Würzburg. Zug um Zug wurde die städtische Autonomie im Laufe des Mittelalters ausgebaut. Die Grafen von Rothenburg und Hohenlohe sowie die staufischen Könige und Kaiser versuchten die Stadt als Herrschaftssitz zu nutzen. So entstand eine enge Verbindung zur Reichsgeschichte. Zuletzt verlieh der böhmische König Wenzel 1367 ein Privileg, das Heidingsfeld auf den besten Weg zur freien Reichsstadt brachte. Die Bischöfe von Würzburg waren dagegen über zwei Jahrhunderte bestrebt, die Gemeinde auf dem Weg der Pfandschaft in das Territorium des Hochstifts zu integrieren. Dies gelang erst in der frühen Neuzeit. Doch auch dann konnte die Stadt immer wieder eigene Wege gehen. Ein Rathaus, das Stadtwappen mit Reichadler und böhmischem Löwen und ein noch heute fast vollständiger Mauerring künden vom Bewusstein der Heidingsfelder Bürger für die Sonderstellung ihrer Stadt selbst unter bischöflicher Herrschaft. Erst 1930 erlosch die Selbständigkeit mit der Eingliederung nach Würzburg. Dem historischen Wandel von Herrschaft, Politik und Verwaltung ist ein umfangreicher Teil der Publikation gewidmet. Zahlreiche Historiker, Volkskundler und Kunsthistoriker widmen sich in weiteren Abschnitten den Themen - Heidingsfeld in Kriegs- und Nachkriegszeit - Handel und Verkehr - Die Religionsgemeinschaften: Katholiken, Protestanten und die Jüdische Gemeinde - Schulwesen - Architektur in Sakral- und Profanbauten - Kunstgeschichte und Künstlergeschichte - Brauchtum und Wallfahrtswesen. Initiator der Veröffentlichung ist die Bürgervereinigung Heidingsfeld.
Stefan Brenske. Ikonen und die Moderne - Icons and Modern Art. 2004. 128 S, 42 fb. Abb., 31 cm, Gb., EUR 49,90 ISBN: 3-7954-1680-9 Schnell & Steiner
Dieser Band zeigt auf, welch tiefen visuellen Einfluss die Ikonen auf die westliche Kunst der Moderne genommen haben. In 21 Beispielen wird durch die Gegenüberstellung mit ausgewählten Ikonen nachvollziehbar, wie Künstler der klassischen Moderne und der Gegenwart bestimmte Bildformeln der Ikonenmalerei verwendet und variiert haben. So erweist sich der vordergründige Widerspruch zwischen modernem Kunstwerk und russischem Kultbild als ein scheinbarer. Trotz einiger Parallelen scheinen die russischen Ikonen und die Bildwerke der Moderne auf den ersten Blick in einem Widerspruch zu stehen. Dem "nicht von Menschenhand geschaffenen" Kultbild der Ostkirche steht das von subjektiver Hand einer Künstlerpersönlichkeit geschaffene westliche Werk gegenüber. Wo die Ikone einen festen und unveränderten Formenkanon befolgt, betont das moderne Bild seine Vieldeutigkeit und Offenheit. Das Buch veranschaulicht in der konkreten Gegenüberstellung von 21 Bildern mit bestimmten Ikonen, wie sich dieser Widerspruch zwischen modernem Kunstwerk und russischem Kultbild auflöst und worin die Gemeinsamkeiten liegen. Die erste Gruppe bilden die Maler russischer Herkunft, denen die Kultbilder ihres Landes wohlvertraut waren, wie Jawlensky, Kandinsky, Malewitsch, Chagall oder Poliakoff. In der zweiten Gruppe werden jene Künstler vorgestellt, deren Wurzeln eindeutig in der vom Rationalismus geprägten westlichen Kultur liegen und die dennoch bewusst ihren Gegenstand im Religiösen wählten: Rouault, Klee, Braque, Fontana, Mack, Brown und Schwarzer. Die dritte Gruppe umfasst die Maler, die ihre im Spirituellen wurzelnden Ideen mit Mitteln der Malerei umzusetzen suchten - Mondrian, Rothko, Albers, Tàpies. In der vierten Gruppe kommen solche zu Wort und Bild, die sich gegen eine religiöse Vereinnahmung wehrten, sich visuellen Einflüssen durch die Kultbilder aber nicht entzogen, so Giacometti, Kramm, Twombly, Rainer oder Kiefer. Stefan Brenske (Galerist in München und Hannover) leistet mit diesem Werk einen bedeutenden Beitrag im Dialog von Kunst und Religion.
Rolf Lauer. Der Schrein der Heiligen Drei Könige. Meisterwerke des Kölner Doms, Band 9. 2004. 100 S., 90 meist fb. Abb., 27 cm, Br., EUR 15,- ISBN: 3-7954-1657-4 Schnell & Steiner
Der Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom ist das bedeutendste der erhaltenen mittelalterlichen Reliquiare. Goldstrahlende getriebene Figuren, farbige Emails, edelsteinbesetzte Filigrane und über dreihundert antike Gemmen in unvergleichlicher Fülle und Qualität zeichnen dieses Werk aus.
Von 1190 bis 1220 arbeiteten die führenden Goldschmiede der Zeit am Schrein, darunter auch Nikolaus von Verdun, dessen Prophetenfiguren zu den Hauptwerken der abendländischen Skulptur des Mittelalters gehören.
In der neuen Publikation von Rolf Lauer, dem Leiter des Kölner Dombauarchivs, werden die Geschichte und die Kunstgeschichte des Schreins behandelt und die Goldschmiedearbeiten in Farbaufnahmen der Domfotografen Reinhard Matz und Axel Schenk vorgestellt.
Isabelle Kirgus. Die Rathauslaube in Köln (1569-1573). Architektur und Antikenrezeption. Reihe: Sigurd Greven-Studien, Band 4. Hrs. Günter Binding, Toni Diederich, Manfred vom Stein, Hiltrud Westermann-Angerhausen. 2003. 352 S., 120 Abb, 31 cm, Gb. EUR 24,90 ISBN: 3-7954-1697-3 Schnell & Steiner
Die im 16. Jahrhundert entstandene Kölner Rathauslaube ist nicht nur seltenes Zeugnis der Renaissancebaukunst in der einstigen freien Reichsstadt, sie spiegelt zugleich einen wichtigen kulturhistorischen Abschnitt ihrer Geschichte wider. Köln war - neben Augsburg, Regensburg oder Basel - eine der großen bedeutenden Städte des Heiligen Römischen Reichs, die auf eine römische Gründung zurückgehen. Im 16. Jahrhundert setzte die historische Auseinandersetzung mit der antiken Gründung, der "Colonia Claudia Ara Agrippinensium", ein. Die Begeisterung für die Antike erfasste auch gelehrte Mitglieder des städtischen Rates, Bürgermeister wie Ratsherren. Das Wissen um die eigene Geschichte, aber auch die Kenntnisse aus hoch spezialisierten Publikationen, etwas den Säulen- und Münzbüchern, wirkten auf die Formgebung der Rathauslaube ein. Denn der mächtige Stadtrat beabsichtigte mit seinem repräsentativen und kostspieligen Bau im Zentrum der alten Handelsstadt eine vielschichtige politische Aussage. Isabelle Kirgus, Kölner Kunsthistorikerin und Archäologin, spürt den weitreichenden geistigen Strömungen und Verbindungen der bürgerlichen Kölner Oberschicht im 16. Jahrhundert nach. Neben der Deutung des Bildprogramms sind weiterhin die auf reichem Quellenmaterial basierende ausführliche Baugeschichte und die Rekonstruktion der originalen Baugestalt der im 17. und 19. Jahrhundert umgebaute Rathauslaube Inhalt des Buches. Ein umfangreicher Dokumentenanhang ergänzt die Ausführungen. Die von der Kölner Sigurd Greven-Stiftung großzügig ausgestattete Publikation schließt eine Wissenslücke über das 16. Jahrhundert und bildet einen Auftakt für weitere Forschungen über die rheinische Renaissance. Dieses Verdienst der Autorin würdigte der Landschaftsverband Rheinland 2002 mit der Verleihung des renommierten Paul Clemen-Stipendiums.
E. v. Plehwe-Leisen, E. Scheuren, Th. Schumacher, A. Wolff. Steine für den Dom. Meisterwerke des Kölner Doms, Band 8. 2004. 100 S, 90 meist fb. Abb., 27 cm, Br., Eur 15,- ISBN: 3-7954-1655-8 Schnell & Steiner
Die Faszination, die von den gotischen Kirchengebäuden ausgeht, beruht auch darauf, dass die himmelsstürmenden Bauten aus einem Material bestehen, das für ihre filigrane Konstruktionsweise anscheinend wenig geeignet ist. Wie vielfältig das beim Kölner Dombau vorkommende Steinmaterial ist, wie komplex die Probleme mit Auswahl, Beschaffung, Bearbeitung und Erhaltung dieser nicht normgerechten Werkstoffe waren und weiterhin sind, schildert der vorliegende Band. Er enthält Beiträge von Arnold Wolff, dem ehemaligem Kölner Dombaumeister, von Elmar Scheuren, dem Direktor des Siebengebirgsmuseums in Königswinter, von Thomas Schumacher, Ingenieur bei der Dombauverwaltung Köln, und von der Geologin Esther von Plehwe-Leisen.
Liturgische Gewänder und andere Paramente im Dom zu Brandenburg. Hrsg. Domstift Brandenburg. 2004. 450 S, 220 fb. u. 200 sw Abb., 30 cm, Gb., EUR 128,- ab 1.2 05 EUR 148,- ISBN: 3-7954-1684-1 Schnell & Steiner
Der Textilschatz des Domstifts Brandenburg, einer der reichsten in Europa, wird mit dieser opulent bebilderten Monographie erstmals textilwissenschaftlich dokumentiert und kunsthistorisch ausgewertet. Dabei erfolgt die Einordnung in die Geschichte Brandenburgs mit seinen Beziehungen nach Böhmen, Franken, ins Rheinland und nach Norddeutschland. Die bis in das hohe Mittelalter reichenden liturgischen Gewänder und Paramente im Dom zu Brandenburg gehören zu den reichsten europäischen Textilschätzen. Zusammengetragen in der Zeit der askanischen, wittelsbachischen, luxemburgischen und hohenzollerischen Regenten, lässt er durch Stiftungen enge Verbindungen mit den Herrscherhäusern erkennen. Die Herrschaft der böhmischen Könige hinterließ Spuren in kostbaren Stickereien, die auf Prag als künstlerisches Zentrum um 1400 weisen. Die Verbindungen nach Franken wurden mit der Herrschaft der Hohenzollern besonders intensiv. So lassen sich am Brandenburger Bestand die Beziehungen nach Böhmen, Franken, ins Rheinland und nach Italien, weit darüber hinaus aber auch die Fernverbindungen des europäischen Textilhandels in den Nahen, Mittleren und Fernen Osten ablesen. Die im 19. Jahrhundert einsetzende Musealisierung führte 1875 zu einer ersten Bestandsaufnahme und Sicherung. Zuvor hatte es Entfernungen einzelner Stücke gegeben, die in Mustersammlungen eingingen und sich heute in diversen europäischen Sammlungen in London, Paris, Lyon, Karlsruhe, Berlin und Wien wiederfinden. Erstmals hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe die gesamte Sammlung, zu der heute auch zahlreiche Deposita gehören, umfassend dokumentiert und beschrieben. Damit wird ein Bestand von europäischem Rang der kunst- und textilgeschichtlichen Forschung erschlossen. Darüber hinaus wird die Veröffentlichung auch der brandenburgischen, böhmischen und bayerisch-fränkischen Landesgeschichte sowie der Wirtschaftsgeschichte Impulse geben.
Dethard vonWinterfeld. Die Abteikirche Maria Laach. Geschichte - Architektur - Kunst - Bedeutung. In Zusammenarbeit mit der Abtei und dem Kunstverlag ars liturgica Maria Laach. 2004. 160 S., 110 meist fb. Abb., Pläne, 28 cm, EUR 29,90 ISBN: 3-7954-1681-7 Schnell & Steiner
Die in weitgehend unberührter Landschaft aufragende monumentale Klosterkirche der Benediktinerabtei Maria Laach ist eines der vollkommensten Bauwerke der romanischen Kunst in Deutschland. Ihr vor allem gilt das Augenmerk dieses reich bebilderten Bandes. Neue Erkenntnisse hinsichtlich ihrer Geschichte, Bauform, Skulptur und Ausstattung werden ebenso dargestellt wie liturgiegeschichtliche Aspekte, die Einblicke in das spirituelle Leben des Konvents vermitteln. Die romanische Abteikirche von Maria Laach gehört mit ihren sechs Türmen zu den unvergesslichen Architekturbildern des Mittelalters in Deutschland und darüber hinaus des ganzen Abendlandes - gesteigert durch die landschaftlich für das Mönchtum fast symbolische Lage in der Einsamkeit der Eifelwälder und am Ufer eines Vulkansees. Es fügt sich als besonderes Glück, dass seit mehr als hundert Jahren wieder ein Benediktinerkonvent Kloster und Kirche mit Leben erfüllt und den geistlichen Sinn des Baus anschaulich werden lässt. 1967 erschien die letzte grundlegende Gesamtdarstellung von Adalbert Schippers in der Bearbeitung von Theodor Bogler, so dass es an der Zeit ist, auf dieser Grundlage fast 40 Jahre der seither geleisteten Forschung neu darzustellen und zusammenfassen. Dethard von Winterfeld, ausgewiesener Kenner der mittelalterlichen Architektur, wendet sich dabei - unterstützt von Mönchen der Abtei - bewusst vor allem an den großen Kreis interessierter Freunde und Bewunderer des Baudenkmals. Im Mittelpunkt stehen die Kirche und ihre Entstehungsgeschichte im 12. Jahrhundert, zu der inzwischen neue Erkenntnisse vorliegen, sowie ihre kunstgeschichtliche Stellung in der niederrheinischen Romanik auf der Grundlage einer genauen Formenanalyse, die auch die Bauzier einschließt. Auch zu den bedeutenden Kunstwerken der Ausstattung liegen neue Forschungsergebnisse vor. Weitere Beiträge widmen sich der Liturgie, den Orgeln und Glocken sowie der Ausstattung und Glasmalerei. Der Band empfiehlt sich allen Freunde der Romanik und den am klösterlichen Leben interessierten Leser
Golo Maurer. Michelangelo: Die Architekturzeichnungen. Entwurfsprozeß und Planungspraxis. 2004. 208 S., 24 fb. u. 87 sw Abb., 28 cm, Gb., EUR 66,- ISBN: 3-7954-1645-0 Schnell & Steiner
Als Michelangelo sich im Februar 1564 dem Tod nahe fühlte, verbrannte er alle Zeichnungen, derer er habhaft werden konnte. Kunstschätze und Dokumente von unermesslichem Wert gingen damit für immer verloren. Um so wertvoller sind die Blätter, die der Zerstörung entgingen, darunter etwa 300 Architekturzeichnungen. Sie sind nicht nur Dokumente zum Projektverlauf, sondern auch Schlüssel zum Verständnis der Arbeits- und Denkweise des Architekten Michelangelo. Obwohl Michelangelo seine Laufbahn als Architekt erst im Alter von über 40 Jahren begann, verbinden sich mit seinem Namen so berühmte Bauten wie die Medici-Kapelle und die Biblioteca Laurenziana in Florenz oder das Kapitol, die Sforza-Kapelle, die Porta Pia und die Basilika von Sankt Peter in Rom. In diesem Buch wird erstmals eine größere Gruppe von Michelangelos Architekturzeichnungen systematisch untersucht. Dabei stehen nicht Michelangelos fertige Bauwerke, sondern seine Entwurfs- und Arbeitsweise im Mittelpunkt. Es mag erstaunlich erscheinen, dass der Maler und Bildhauer das Baugeschäft erst mühsam erlernen musste. Die Fortschritte, welche die vollendeten Bauten nur im Ergebnis zeigen, können in den Zeichnungen genau verfolgt werden. Die Zusammenführung von vorher kaum beachteten Indizien und der Vergleich zu den Methoden der Zeitgenossen ergibt ein neues, überraschendes Gesamtbild des Architekten Michelangelo. Der Vergleich mit den Zeitgenossen zeigt zudem, dass er ein "Künstler zwischen den Epochen" gewesen ist, der mit traditionellen und manchmal regelrecht mittelalterlichen Methoden seine hoch innovativen Entwürfe umzusetzen versuchte. Die Rekonstruktion von Entwurfsprozess und Planungspraxis führt wie von selbst zu den übergreifenden Fragen der Michelangelo-Forschung: Die Entwicklung seines architektonischen Stils, das Verhältnis von Regel und Augenmaß, von Theorie und Praxis sowie die Bewertung des Bildhauerischen in der Architektur erfahren vor dem Hintergrund der erschlossenen Quellen eine neue Beurteilung. Zum Autor: Der Autor arbeitet seit 2003 als persönlicher Assistent der Direktorin an der Bibliotheca Hertziana in Rom; Forschungsschwerpunkte: Europäische Residenzen von 1650 bis 1750: Die architektonische Ikonographie.
Tilmann Riemenschneider. Werke seiner Blütezeit. Werke seiner Glaubenszeit. Hrsg. Mainfränkisches Museum, Kunstreferat der Stadt Würzburg. 2 Bd. im Schmuckschuber. 2004. 732 S., 545 fb. Abb., 30 cm, Gb., EUR 64,- ISBN: 3-7954-1563-2 Schnell & Steiner
Aus dem Inhalt: Aufsätze und Miszellen: Klaus Wessel: Der Brunnen im Vogteihof der Wartburg. Mit einem Nachwort von Ernst Badstübner - Harald Wolter von dem Knesebeck: Das Elisabethpsalter in Cividale del Friuli und die niedersächsische Buchmalerei des ersten Viertels des 13. Jh. - G. Ulrich Großmann: Das Fachwerk der Wartburg - eine Revision - Martin Steffens: Die Entwicklung der Lutherstube auf der Wartburg. Von der Gefängniszelle zum Geschichtsmuseum - Eike Wolgast: Wartburgfest 1817 und Hambacher Fest 1832 - Programmatik und Rhetorik - Heinrich Weigel: Der "Wartburg-Poet" Ludwig Bechstein (1801-1860). Rezensionen und Bibliographie. Jahresüberblick 2001: Wartburg-Preis - Ausstellungen - Tagungen - Bauhütte - Kunst- und Bibliotheksbestand - Chronik 2001 der Wartburg-Stiftung. Der Band "Werke seiner Blütezeit" gibt einen breit gefächerten Überblick über das Schaffen Riemenschneiders zwischen 1500 und 1530. Er gehört zu den wenigen Bildhauern der Spätgotik, die ihr Handwerk sowohl in Holz als auch in Stein souverän beherrschten. Die Werkstatt Riemenschneiders wurde in ihrer Blütezeit zu einem Kunstbetrieb mit etlichen Mitarbeitern, so dass in arbeitsteiligen Werkprozessen figurenreiche Großaufträge wie die berühmten Altäre in Creglingen oder Rothenburg entstehen konnten. Der Band geht auch der Frage nach, was aus den Mitarbeitern der Werkstatt Riemenschneiders wurde: Beispiele ihres Kunstschaffens geben einen Ausblick auf die beginnende Epoche der Renaissance. Der Band "Werke seiner Glaubenswelt" konzentriert sich auf Werke des Meisters oder seiner Werkstatt, die in vielfältiger Weise Zeugnis von der spätmittelalterlichen Frömmigkeit geben. Im Mittelpunkt stehen die vielschichtigen Bedeutungen, Funktionen und ursprünglichen Zusammenhängen der Werke Riemenschneiders. So verweist das Fränkische Herzogsschwert auf den Würzburger Bischof als geistlichen Fürsten, dessen Anspruch als Landesherr sich in Leben und Werk Riemenschneiders vielfach spiegelt. Erstmals werden zudem Werke von Bartlmä Dill, Sohn des Bildhauers, gezeigt, darunter der Brixener Dreikönigsaltar. Mit den eigens für diese Publikation hergestellten Fotografien von Ulrich Kneise und den vielfältigen Beiträgen namhafter Experten ist der Doppelband ein Schlüssel zum heutigen Verständnis des Werkes und Wirkens Tilman Riemenschneiders von bleibendem Wert. Rezensionen "Eine glückliche Verbindung zwischen seriösem Fach- und populärem Sachbuch. (?) Da alle Skulpturen in hervorragender Qualität neu fotografiert wurden, sind die Bände ein Fest für die Augen." Art "Ein selten gewordenes Seh- und Leseerlebnis." Das Parlament.
Clemens Bombeck. Auch sie haben Rom geprägt. An den Gräbern der Heiligen und Seligen der Eweigen Stadt. 2004. 216 S, 17 fb. Ab, 18 cm, Gb. EUR 14,90 ISBN: 3-7954-1691-4 Schnell & Steiner
Rom - das ist nicht nur die Stadt der Cäsaren, Päpste und Fürsten, eines Michelangelos oder Berninis; das ist auch die Stadt der Apostel Petrus und Paulus, der Franziska oder des Phillip Neri und der vielen Großen und Kleinen der Kirche. Den Spuren dieser außergewöhnlichen Menschen - Märtyrer des frühen Christentums, Heilige und Selige - geht dieser Band vor Ort nach. So versteht sich das vorliegende Buch als Einladung an Rombesucher - Touristen und Pilger -, alleine oder in einer Reisegruppe den Spuren jener christlichen Leitbilder nachzugehen, die durch die Jahrhunderte in dieser Stadt gelebt und in ihren Kirchen die letzte Ruhestätte gefunden haben: Märtyrer des frühen Christentums, Heilige und Selige, deren Gräber man hier so zahlreich vorfindet wie sonst in keiner anderen Stadt der Welt spürt der Band nach. Das Buch führt den Leser zu jeder einzelnen Kirche in Rom, in denen Heilige und Selige wirkten und ihre letzte Ruhestätte fanden. Praktische Informationen zu Adresse, Öffnungszeiten und Besonderheiten vereinfachen dabei die Orientierung vor Ort. Prägnante Texte illustrieren die einzelnen Lebensbilder der Heiligen und Seligen, Gedanken zur Bedeutung ihres Wirkens in ihrer jeweiligen Zeit verdeutlichen die Vorbildlichkeit, die sich mit ihnen auch heute noch verbindet. Bei den - den einzelnen Viten beigegebenen - Gebeten handelt es sich um die offiziellen Texte zum Gedenktag der einzelnen Heiligen. Ein Anhang mit Orts- und Namensregister, einer Auswahl von Messformularen und ausgewählten Lieder aus dem Gotteslob ergänzen das Buch. Als spiritueller Wegbegleiter zur Ewigen Stadt sollte dieses Buch in keinem Reisegepäck fehlen.
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