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Wasmuth Verlag

 
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Das „Haus der Freundschaft“ und der Genius loci. Martin Elsaessers Beitrag in dem Architekturwettbewerb des Dtsch.en Werkbundes für ein Deutsch-türkisches Kulturhaus in Konstantinopel 1916. Schlunk, Tobias. 2018. 136 S. 105 Abb. 28 x 21 cm. EUR 32,00. ISBN: 978-3-8030-0819-0 Wasmuth
Die Publikation beschreibt und analysiert die Entwurfsmethode des Architekten Martin Elsaesser (1884–1957) im Wettbewerb für ein „Haus der Freundschaft“ – „Dostluk Yurdu“ in Konstantinopel (Istanbul) im Jahr 1916, der durch die „Deutsch-Türkische-Vereinigung“ initiiert und vom Deutschen Werkbund durchgeführt wurde. Die freundschaftlichen Beziehungen und das Militärbündnis zwischen Osmanischem und Deutschem Reich sollten damals symbolhaft in einem Monumentalbau im Zentrum der Hauptstadt des Osmanischen Reiches zum Ausdruck kommen. In Gestalt eines Multifunktionsbaus als Begegnungsstätte in unmittelbarer Nähe zu den osmanischen Prachtbauten, Moscheen und Alltagsbauten sollte dieser der orientalisch-okzidentalen Begegnung im türkischen Teil Konstantinopels besonderen Glanz verleihen. Eine Besonderheit des Wettbewerbs war die mögliche Einbeziehung von osmanischen bzw. orientalischen Architekturformen. Die Entwürfe von Peter Behrens, German Bestelmeyer, Paul Bonatz, Hugo Eberhardt, August Endell, Martin Elsaesser, Theodor Fischer, Bruno Paul, Hans Poelzig, Richard Riemerschmid und Bruno Taut wurden in einer vom Deutschen Werkbund und der Deutsch-Türkischen Vereinigung herausgegebenen Publikation von Theodor Heuss dokumentiert und kommentiert und wirk(t)en auf die Architekturgeschichte nach. Auch aufgrund des Verlaufs des Ersten Weltkriegs konnte der durch die Teilnehmer zur Ausführung bestimmte Entwurf von German Bestelmeyer, dessen Grundsteinlegung am 27. April 1917 erfolgte, allerdings nicht vollendet werden und das Projekt geriet in Vergessenheit.
Martin Elsaessers Entwurf wird in diesem Buch besonders hinsichtlich seines spezifischen Eingehens auf den „Genius loci“, den fernen Bauort, wie im unmittelbaren Vergleich zu denen der weiteren Wettbewerbsteilnehmer analysiert. Zum Frühwerk des Architekten zählend bildet er den zweiten Höhepunkt in seiner Laufbahn, kurz nach dem Bau der „Stuttgarter Markthalle“, auf die hier als Vorläufer ebenfalls ausführlicher eingegangen wird. Abschließend wird der Entwurf für Istanbul Elsaessers späteren Bauten und Projekten für die Türkei von 1934–1938 gegenübergestellt, die unter anderen politischen Voraussetzungen standen – so u.a. mit dem Sümerbank-Verwaltungsgebäude in Ankara (1934–1938) im Stil der Neuen Sachlichkeit.
Untragbar. Von der Sehnsucht nach Veränderung. Hrsg.: Hölz, Marjatta; Kunstverein KiSS - Kunst im Schloss Untergröningen e.V. Dtsch.; Engl. 2018. 112 S. zahlr. fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 19,80. ISBN: 978-3-8030-3403-8 Wasmuth
Ein Katalogbuch über den Traum des Menschen von einem anderen Dasein. Die Kunstwerke thematisieren Ungerechtigkeit, prekäre Lebensumstände und die Einschränkung von Freiheit, die sich beispielsweise im Kolonialismus oder im Verhältnis zwischen Natur und Mensch konkretisieren. Sie zielen auf einen Wechsel der Perspektive. Innerhalb der Gegenwartskunst wird der Fähigkeit nachgespürt, sich in andere Menschen, ja andere Spezies hineinzuversetzen.
Künstlerinnen und Künstler: Tilmann Eberwein, Tanja Maria Ernst, Filderbahnfreundemöhringen FFM, Olivier Guesselé-Garai, Konrad Henker, Martina Kuhn, Seulmina Lee, Anja Luithle, Tea Mäkipää, Antje Majewski, Gabriela Oberkofler, Anne Römpp, Gabriel Rossell-Santillán, Uwe Schäfer, Katrin Ströbel, Emeka Udemba
Shirin Neshat.Frauen in Gesellschaft. Hrsg.: Kube Ventura, Holger; Stiftung Kunsthalle Tübingen. Beitr.: Barrenechea, Heide. Krifa, Michket. Kube Ventura, Holger. Naghibi, Nima. Nahidi, Katrin. Scheiwiller, Staci Gem. 2018. 208 S., 140 teils fb. Abb., 28 x 21 cm. Gb. EUR 29,80 ISBN: 978-3-8030-3391-8 Wasmuth
Diese Publikation dokumentiert die Übersichtsausstellung  Shirin Neshat. Frauen in Gesellschaft in der Kunsthalle Tübingen (2017). Sie führt wichtige Werke aus allen Schaffensphasen von Shirin Neshat zusammen, von den berühmten ikonischen Schriftfotografien der Serie Women of Allah über die vielfach prämierten Single- und Multi-Channel-Videoinstallationen bis hin zu monumentalen Werkblöcken wie The Book of Kings sowie Neuproduktionen der Jahre 2016 / 2017, die zuvor noch nicht in Europa zu sehen waren. Der programmatische Ausstellungstitel "Frauen in Gesellschaft" beschreibt dabei zwei wiederkehrende Themen im Œuvre der Künstlerin: einerseits die Rolle der Frau in islamischen Gesellschaften und andererseits die Nachwirkungen von traumatischen, diasporischen Erlebnissen, die eine Frau für den Rest ihres Lebens prägen und in deren Gesellschaft sie sich fortan stets befindet.

This publication documents the survey exhibition Shirin Neshat. Frauen in Gesellschaft in the Kunsthalle Tübingen (2017). It assembles important works from all of Shirin Neshat’s creative phases, from the iconic typographically inscribed photographs of the Women of Allah series to the multiple award winning single and multi-channel video installations, to the monumental blocks of work like The Book of Kings and the new productions from 2016 / 17 which have never been seen in Europe. The programmatic title of the exhibition identifies two recurring themes in the œuvre of the artist: the role of the woman in Islamic societies and the repercussions of traumatic, diaspora related experiences which a woman carries with her from that point on for the rest of her life.
Arbeiten aus System. Konkrete Kunst 1954–2011. Kube Ventura, Holger. Hrsg.: Kunstmuseum Reutlingen / konkret. 2018. 55 fb. Abb. 21 x 19 cm. EUR 16,80. ISBN: 978-3-8030-3400-7 Wasmuth
Konkrete Kunst ist ein Spezialgebiet der zeitgenössischen Kunst und steht eher selten im Zentrum der Aufmerksamkeit des Kunstbetriebs. Diese Dokumentation zeigt, welch enormen ästhetischen Reichtum dieses Gebiet bietet und welche Relevanz es in seiner Reduktion auf Grundsätzliches gerade heute für Gegenwartsfragen haben kann. Ist es doch so, dass die fortschreitende Digitalisierung der Welt dazu führt, dass konkrete Zusammenhänge zwischen Gegenstand und Bild, Apparat und Medium, Material und Form sich aufzulösen scheinen und geradezu verlernt werden. Die als „Arbeiten aus System“ präsentierten seriellen Zeichnungen, Rauminstallationen, Malereien und Skulpturen betonen dagegen die Eigendynamik ihrer jeweils gewählten Mittel in der testweisen Anwendung selbst erstellter Systematiken. Dabei werden deren ästhetische Potentiale genauso ausgelotet wie ihre Unnatürlichkeit als menschengemachte Konstruktionen – um diese modifizieren zu können. Darin liegt ihre gesellschaftliche Dimension.
Das reich illustrierte Buch porträtiert Schlüsselwerke von Anton Stankowski (1906–1998), Norbert Kricke (1922–1984), Vera Molnar (geb. 1924), Hans Peter Hoch (1924–2011), Thomas Lenk (1933–2014), Bernard Aubertin (1934–2015), Hartmut Böhm (geb. 1938), Issao Takahashi (1951–2005), Christian Wulffen (geb. 1954), Dimitry Orlac (geb. 1956), Kathrin Kaps (geb. 1961), Tom Benson (geb. 1963), Steffen Schlichter (geb. 1967) und Erik Sturm (geb. 1982).
Spuren und Funde. Winand Victor zum 100. Geburtstag. Hrsg.: Kunstmuseum Reutlingen / Spendhaus; Vorwort von Eichhorn, Herbert; Beitr.: Keß-Helbig, Maren; Maur, Karin von. 2018. 96 S. 80 fb. Abb. 30 x 24 cm. EUR 24,80. ISBN: 978-3-8030-3399-4 Wasmuth
Im Januar jährte sich der Geburtstag des 2014 verstorbenen Reutlinger Künstlers Winand Victor zum 100. Mal. Aus diesem Anlass widmet ihm das Kunstmuseum Reutlingen eine Ausstellung. Gezeigt werden ausgewählte Arbeiten aus dem eigenen Sammlungsbestand sowie Leihgaben aus privatem und öffentlichem Besitz, darunter Schlüsselwerke wie der Siebdruck "den toten der gewalt" (1954), die Gemälde "Der arme Spielmann" (1958), "Zitzenstadt" (1959), "Genesis I" (1965) sowie Victors druckgrafische Mappen der 1960er- und 1970er-Jahre: "Spuren und Funde" (1967), "Elf Städte" (1972), "O Firenze" (1977). In seinen Motiven, die oft Gegenständlichkeit und Abstraktion verbinden, begibt sich Victor auf die Suche nach dem Ursprung irdischer Existenz und trifft dabei allgemeingültige Aussagen über den Zustand der Menschheit. Die ausgestellten Kunstwerke dokumentieren den experimentellen Umgang des Künstlers mit unterschiedlichsten Techniken sowie seine intensive Auseinandersetzung mit der Oberflächenstruktur und der Materialität der Objekte. Gleichzeitig wird durch die Gegenüberstellung dieser Arbeiten mit Werken aus späteren Schaffensphasen deutlich, wie die von Victor schon früh gefundenen formalen und inhaltlichen Grundprinzipien weiterwirken und welche Schlüsselrolle der Druckgrafik in seinem künstlerischen Œuvre zukommt.
Hideo Mori: Away from Furniture, into the Time of Memory. Hrsg.: Kurosawa, Makoto; Vorwort von Yabuno, Ken; Beitr.: Niimi, Ryu; Rösner, Corinna; Seward, Robert. Engl. 2018. 120 S. zahlr. fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 30,00. ISBN: 978-3-8030-3396-3 Wasmuth
Mori’s works are both design critique and architectural critique. A “house” made of pieces of fabric, on sand, without a clear demarcation from its surroundings. Pieces of fabric that are transformed into wraps for sleep. Chests of drawers made of bamboo wicker with names such as “The fragrance of flowers was born in the spring breeze.” What is necessary? What brings joy to my heart, what do I appreciate? What is function? What is freedom? I also feel that Hideo Mori’s works are very Japanese. The propensity to offer multiple functions, the interplay of light and shadow, the praise of simplicity and simplification, the transitions, the atmospheric properties, the phenomena that so appeal to the senses, the transient. Floating Clouds, Scattered Clouds, Floating Weeds, Late Spring, Equinox Flower – these film titles by Mikio Naruse and Yasujiro Ozu enter my mind when I think of Hideo Mori’s work. (Corinna Rösner)
Laura Bruce: Sounds That Clouds Make. Einführung von Volk, Gregory. Engl. 2018. 36 S. 105 fb. Abb. 28 x 21 cm. EUR 14,00. ISBN: 978-3-8030-3398-7 Wasmuth
In complex and varied work largely accomplished over the past 20 years while she has lived as an American in Berlin, Laura Bruce has explored and excelled at paintings, sculptures, videos and performances. Over the past several years large black and white graphite drawings on paper have also become an important part of her oeuvre. Bruce’s 21st century drawings – which have been exhibited widely to considerable acclaim – have echoes of 19th century European Romantic painting and Hudson River School painting in the US. While intently focusing on drawing, Bruce has also expanded her oeuvre to include striking architectural installations/interventions.
Laura Bruce is also an accomplished singer and soulful interpreter of American country music. Her drawing and sound installation Goodbye is Half the Words You Know (2008-2012) consists of ten portraits of esteemed country singers coupled with Dangerpony songs (which you hear on headphones), with Bruce singing lead.
While accomplished in different mediums and painstakingly made, Bruce’s works function as transportive forces, conjuring moments of revelation and surprise when one’s whole orientation is suddenly altered, challenged, and intensified.
Haus Molchow & Haus Kosmack / The Molchow House and the Kosmack House. Baugeschichten am Molchowsee in der Mark Brandenburg / Histories of Buildings on Lake Molchow in the March of Brandenburg. Jokinen, Teppo. Dtsch.; Engl. 2018. 150 S. 116 meist fb. Abb. 29 x 23 cm. EUR 28,00. ISBN: 978-3-8030-0834-3 Wasmuth
In den Jahren 1905 –1910 wurden inmitten der malerischen Landschaft am Molchowsee bei Alt Ruppin in der Mark Brandenburg zwei aufsehenerregende Landhäuser erbaut: das Haus Molchow von den finnischen Architekten Herman Gesellius und Eliel Saarinen sowie das Haus Kosmack vom deutschen Architekten und Mitbegründer des Deutschen Werkbunds Hermann Muthesius. Das Haus Molchow bildete ein einmaliges Gesamtkunstwerk, in dem die Handschrift der Planer bis in die kleinsten Details der Inneneinrichtung zu erkennen war. Es blieb auch das einzige realisierte Bauprojekt der berühmten nordeuropäischen Baukünstler in Deutschland. Beim Haus Kosmack konnte Muthesius seinen reformorientierten Plan eines modernen, in die Landschaft hineinkomponierten Wohnhauses verwirklichen.
In der vorliegenden Publikation werden die beiden Bauten, ihre Bewohner und deren prominente Gäste sowie ihre wechselvolle Geschichte bis zum Abriss der Häuser nach dem Zweiten Weltkrieg erstmalig umfassend geschildert. Das Buch enthält teilweise bisher unveröffentlichtes Bildmaterial zu den heute verschwundenen Bauwerken und basiert auf der umfassenden Forschungsarbeit des Autors.
Das Buch wurde gefördert mit Mitteln aus der Glücksspielabgabe der Lotterien und Sportwetten des Landes Brandenburg.
Christiane Köhne: Pink Freud. Hrsg.: Schacher – Raum für Kunst; Beitr.: Frankenberg, Pablo von; Kohlmann, Matthias; Schacher, Marko. 2018. 140 S. 100 fb. Abb. 25 x 18 cm. EUR 12,80. ISBN: 978-3-8030-3397-0 Wasmuth
Wir leben in einer Welt der Reizüberflutungen, der um Aufmerksamkeit heischenden, bunten, schnellen und schnelllebigen Bilder. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf diese Situation zu reagieren – auch und vor allem als Künstlerin. Christiane Köhne hat sich mit einer kindlichen Unbefangenheit und mit einer großen Portion Mut dafür entschieden, mit der Bilderflut zu schwimmen, einzelne Protagonisten und Motive aus den Fluten zu fischen und uns als Augenkitzel zu präsentieren. Ihre Auswahlkriterien scheinen höchst subjektiv zu sein.
Eine Trennung zwischen kunstwürdigen und kunstunwürdigen Motiven gibt es bei ihr nicht. Alles scheint gleich wichtig, und/oder auch gleich unwichtig zu sein: Farbwolken, Schmuckornamente, Tiere und Filmstars vereinen sich zum selbstverständlichen Stelldichein im schwerelosen, unbestimmten Bildraum. Alpakas, Esel, Erdferkel, Faultiere, Papageien, Pilze und Bodybuilder stehen gleichberechtigt nebeneinander. Hitchcock meets H&M! Arte trifft Kinderkanal!
Die Bilder gleichem einem munteren Neben- und Durcheinander von Figuration und Abstraktion. Dabei bekennt Christiane Köhne Farbe: Schwere und leichte Formen und Farben, konkrete Personen und Gegenstände, Muster und Farbnebel sind bunt durcheinander gemischt – und trotzdem ausbalanciert.
Der anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Stuttgarter Galerie „Schacher – Raum für Kunst“ erschienene Katalog gleicht einem Werksverzeichnis der 1980 in Böblingen geborenen Künstlerin. Neben allen zwischen 2004 und 2018 entstandenen Gemälden ist eine repräsentative Auswahl der zeitgleich gemalten und gezeichneten Arbeiten auf Papier abgebildet – ausgeführt mit Marker-, Bunt- und Aquarellstiften.
Living the Region. Rhein-Main – die Region leben. Die Neugestaltung einer Metropolregion / Living the Region – Rhine-Main. The Redesign of a Metropolitan Region. Hrsg.: Holl, Christian; Nowak, Felix; Schmal, Peter Cachola; Vöckler, Kai; Deutschen Architekturmuseum (DAM) Frankfurt. Dtsch.; Engl. 2018. 320 S. meist fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 38,00. ISBN: 978-3-8030-0837-4 Wasmuth
Mobility and living space are big challenges facing the Frankfurt/Rhine-Main metropolitan region. Real estate prices are rising and the transportation infrastructure is stretched to its limits. Living the Region — Rhine-Main juxtaposes mobility and living space, creating future images of a highly dynamic region willing to accept the challenges facing it and to seize the opportunities involved. The scenarios presented by well-known architecture firms showcase possible perspectives and whet our appetites for forging a path to a future in which the people are living the region.
With texts by Kenneth Anders, Weert Canzler, Jörg Dettmar, Peter Eckart, Agnes Förster, Andreas Gilbert, Stefan Göbel, Maren Harnack, Christian Holl, Andreas Knie, Martin Knöll, Gerd Kuhn, Martin Lanzendorf, Paul Martin, Monika Meyer, Lara-Maria Mohr, Hannah Müggenburg, Felix Nowak, Stephan Rammler, Klaus Ronneberger, Annette Rudolph-Cleff, Malte Sänger, Petra Schäfer, Peter Cachola Schmal, Ralf Steinmetz, Niloufar Tajeri, Yasemin Utku, Kai Vöckler.
Istanbuler Mitteilungen / Istanbuler Mitteilungen 67, 2017. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Istanbul; Piesker, Katja; Pirson, Felix. Dtsch.; Engl. 2018. 384 S. zahlr. Abb. 26 x 19 cm. EUR 35,00. ISBN: 978-3-8030-1658-4 Wasmuth
Die Beiträge der Istanbuler Mitteilungen (ISSN 0341-9142) widmen sich Einzelaspekten der Forschungstätigkeit des Deutschen Archäologischen Instituts in der Türkei. Die Aufsätze befassen sich eingehend mit der Geschichte des Gastlandes bis in die osmanische Zeit und schließen archäologische Ausgrabungsberichte ein.
Inhalt des 67. Bandes: Ursula Höckmann: Kunsthandwerkliche Motive unterschiedlicher Provenienz in der zyprisch-griechischen Kleinplastik der 1. Hälfte des 6. Jhs. v. Chr. – Eric Laufer: Kapitelle vom Kyma recta-Typ (‚tuskanische‘ Kapitelle?) im hellenistischen Pergamon und in Kleinasien – Philipp Niewöhner: The Decline and Afterlife of the Roman Entablature. The Collection of the Archaeological Museum Istanbul and other Byzantine Epistyles and Cornices from Constantinople – Ferudun Özgümüş, Ü. Melda Ermiş, Hayri Fehmi Yilmaz: Report of the new Findings from Byzantinie Istanbul – Felix Pirson: Die Siedlungsgeschichte Pergamons. Überblick und kritische Revision. Mit einem Appendix von Anneke Keweloh-Kaletta – Richard Posamentir: Der sogenannte Caracalla-Tempel von Pergamon. Ein Bau zu Ehren Hadrianas und seiner Gattin Sabina – KURZMITTEILUNGEN: Jan Köster: Didyma von oben. Beobachtungen zur Orientierung und Architektur des Apollon-Tempels. Die Chronologie des Dioysos-Heiligtums in Milet – Edward Stratford, Orlene McIlfatrick: Preliminary Qualitative Elemental Characterization of Painted Plaster Pigments from a Roman structure at Boğazköy-Hattuša using pXRF.
Merck Innovation Center. Architektur HENN. Fotograf Esch, HG; Hrsg.: HENN; HGEsch. Beit.: Kai Beckmann, Hans Georg Esch, Michael Gamber, Gunter Henn, Martin Henn, Christian Marquart, Dietmar Möller, Stefan Oschmann, Jochen Renner, Rolf Sachsse, Peter Cachola Schmal. Engl.; Dtsch. 2018. 264 S. 250 fb. Abb. 29 x 25 cm. EUR 34,80. ISBN: 978-3-8030-0835-0 Wasmuth
Ikone einer neuen Wirtschaftskultur? Das Merck Innovation Center (MIC) ist selbst eine Meta-Innovation. Das Bauwerk, welches Gegenstand dieses Buches ist, wird auf die Anerkennung der Fachwelt, aber auch auf den Beifall der Öffentlichkeit nicht lange warten müssen. Seine Qualitäten werden in unterschiedlichen Kontexten aus verschiedenen Perspektiven dargestellt – ausführlich durch die Bilder des Fotografen HGEsch, knapper in den Texten der Autoren.
„Das MIC in Darmstadt, entworfen und geplant vom international tätigen Architekturbüro Henn, ist … ein spannendes sozialpsychologisches Experiment zur Frage, ob und in welchem Maße Innovationen wirklich zuverlässig in volatilen Teams auf den Weg gebracht, umgesetzt und markttauglich gemacht werden können, und dies auch noch in einer alle betrieblichen Konventionen brechenden Sphäre kalkuliert erweiterter Halböffentlichkeit, nämlich mit externen Partnern“ (Christian Marquart). Mit Gunter und Martin Henn und deren Team hat der Bauherr zielsicher Architekten mit viel Erfahrung mit Bauten für die Forschung, Entwicklung, das Innovationsmanagement wie auch Hochschulen ausgewählt.
Seit es Fotografie gibt, werden alle Schritte in der Planung wie der Fertigstellung eines wichtigen Gebäudes mit Kamerabildern dokumentiert. Dieses Buch bildet keine Ausnahme von diesem Konzept und ist doch etwas anders, „und das ist das Verdienst des Fotografen Hans Georg Esch. Mit einer weltweit gewonnenen immensen Erfahrung hat er seinen Anteil an der Baudokumentation überdacht und in vielen Punkten neu definiert“ (Rolf Sachsse).
Mit Beiträgen von Kai Beckmann, Hans Georg Esch, Michael Gamber, Gunter Henn, Martin Henn, Christian Marquart, Dietmar Möller, Stefan Oschmann, Jochen Renner, Rolf Sachsse, Peter Cachola Schmal.
Eileen Gray: E.1027, 1926-1929. O´Neil Ford Monograph Series (7). Hrsg.: Wang, Wilfried; Adam, Peter; Beitr.: Adam, Peter; Beretta, Silvia; Dennis, Izabella; Diamond, Rosamund; Stella, Rachel; Wang, Wilfried. Engl. 2018. 288 S. 210 meist fb. Abb., 25 Pläne. 22 x 30 cm. EUR 39,80. ISBN: 978-3-8030-0831-2 Wasmuth
With this seventh O´Neil Ford Monograph the O´Neil Ford Chair in Architecture at The University of Texas at Austin is finally placing a key example of modern architecture to its rightful position in history. This volume includes essays, reproductions of archival material belonging to the Eileen Gray Archive of the National Museum of Ireland and the Eileen Gray Archive of the Victoria & Albert Museum, some published for the first time, photographs and numerous scale drawings of reconstructed designs of items in E.1027.
The compact white elongated vacation residence cryptically called E.1027 is perched on the rocky coast of the Côte d´Azur. To this day, it draws the views of passers-by along the Moyenne Corniche, the narrow and winding coastal road along the Mediterranean Sea. The Anglo-Irish designer Eileen Gray (1878-1976) bought the site, paid for the construction and, as her first foray into architecture, designed it with assistance of her close friend at the time, Jean Badovici, to whom Gray gave the site, building and contents. E.1027 was a manifesto, the kernel of Gray’s subsequent social and architectural projects for vacation and cultural centers. For Gray E.1027 was an experiment with entirely new concepts of both compact and expansive spatial relations, and not simply the more well-known aspects of furniture design such as the legendary eponymous circular adjustable occasional table.
On close inspection, E.1027 is the first example of an architecture embracing an Ionic sensibility, which is an architecture concerned with both a sense of lightness, freedom and growth while at the same time being composed along discreet rules such as golden section proportions. Gray´s loose and fitted pieces of furniture were intended to engage the occupants of E.1027; they transformed them while they were in turn subconsciously transformed by them. Semi-circular wardrobes, rotating reading tables and rounded corners indicated movement patterns. Gray designed these as closely as she integrated the passage of the sun and the ventilating effect of drafts through her ingenious screens and carefully composed spatial sequences.
As a daughter of a wealthy Anglo-Irish family, Eileen Gray studied fine art at the Slade in London, became a master lacquer artist, opened a shop for furniture and furnishings in Paris and sold pieces to the wealthy and discerning. Together with Badovici, editor of the avant-garde journal L´Architecture Vivante, Gray absorbed the developments of early twentieth century modern architecture. The two traveled the world, visiting exhibitions and contemporary examples of architecture. Gray´s fundamental critique of these led Badovici to challenge Gray to demonstrate her own ideas in a building; it was to be E.1027 in Roquebrune-Cap-Martin.
Eileen Gray designed the site and its landscape, the building, the spatial arrangement, the different windows (some in collaboration with Jean Badovici) and doors together with their hardware, the fitted and many items of loose furniture, the lamps, the textiles, the color scheme, while also being involved in transporting building materials and supervising construction. While of the some 100 elements that Eileen Gray designed specifically for E.1027, twenty-two are included in this monograph, the attentive reader may well conclude upon turning the last page that there was not a comparable total work of modern art produced anywhere in the twentieth century by one person as this debut in architecture.
Noblesse & Raffinement. Der höfische Schuh im Barock und Rokoko. Sedler, Irmgard; Sengewald, Angela. 2018. 200 S. 120 meist fb. Abb. 28 x 21 cm. EUR 29,80. ISBN: 978-3-8030-4036-7 Wasmuth
Diese Publikation präsentiert 80 Schuhexponate des 17. und 18. Jahrhunderts aus der bedeutenden Schuhsammlung des Museums Schloss Neu-Augustusburg in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) mit Katalogtexten von Dr. Irmgard Sedler, einer ausgewiesenen Expertin für historisches Schuhwerk. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Vielfalt an Materialien, Schnitten, Verzierungen, die diesen Schuh zum Ausdruckträger höfischer Repräsentation und elitärem Geschmack werden ließen. Die Schuhe zeigen am Objekt den modischen Wandel vom statuarischen Männerschuh mit hochgezogener Ristlasche des 17. Jahrhunderts hin zum graziösen Damenpantoffel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und von dort zum zierlichen Escarpin in Napoleonischer Zeit.
Vor dem Hintergrund endzeitlicher Lebenserfahrung, wie sie der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) in Deutschland und in der Folge die Pestzeiten den Menschen in ganz Europa deutlich vor Augen führten, bestimmte letztlich ein Lebensgefühl die Grundhaltung der adligen Gesellschaft, welches ganz auf das Diesseits mit seiner Lebenslust ausgerichtet war. Im Spannungsbogen von Vanitas-Gedanken und carpe diem-Gefühl – hier die bürgerlich-protestantische Frömmigkeit, dort (am Hofe) das unbändige Feiern des gegenwärtigen Augenblicks – fand der typisch barocke Lebensentwurf seinen Niederschlag. Lebensfreude im Überschwang, Sinnlichkeit und unbändiger Genuss, Übertreibung und Gefühlsübersteigerung, die das höfische Leben im Barock und Rokoko prägten, fanden einen augenscheinlichen Ausdruck unter anderem in den Kleidersitten und der Gestaltung zeitmodischer Gewänder. Zur Ergänzung der typisch barocken Kostümsilhouette in männlicher wie weiblicher Ausprägung gehörte der Stöckelschuh.
Das bürgerliche Stadthaus im Rokoko. Ilchmann, Achim. 2018. 256 S. 140 meist fb. Abb. 25 x 16 cm. EUR 39,80. ISBN: 978-3-8030-0833-6 Wasmuth
Auffällig viele Autoren der Barock- und insbesondere der Rokoko-Rezeption der letzten 120 Jahre haben hegelianisch argumentiert, ohne mit der Hegelschen Philosophie enger vertraut gewesen zu sein oder Hegel explizit zitiert zu haben. Dieser Umstand hat einen Grund. Im ersten Teil des vorliegenden Buches wird gezeigt, dass die von Hegel in seiner Wissenschaft der Logik entwickelte Philosophie, insbesondere das Konzept des Übergangs der Einheit mitsamt ihren Momenten in ausgezeichneter – und vielleicht einzigartiger – Weise geeignet ist, die Architektur des Barock und des Rokoko begrifflich zu fassen.
Im zweiten Teil des Buches wird gezeigt, wie das im ersten Teil beschriebene Wesen des Rokoko im Material sich ausdrückt. Das Material ist hier auf die Außen- und Innenarchitektur des bürgerlichen Stadthauses im Rokoko beschränkt. Diese Architektur ist nur im Spannungsfeld Prinzip der Schönheit – um dem Repräsentationsanspruch des Bürgers nachzukommen – versus Prinzip der Zweckmäßigkeit – einem aufkommenden Bedürfnis des Bürgers wie auch des Aristokraten – zu realisieren. Eine zweite Beschränkung bilden – beispielsweise im Vergleich zu sakralen Bauten – die finanziellen Mittel des Bauherrn, des Großbürgers. Aus diesem Grund halten Bau-Kompendien der Zeit die Architektur „von Bürgerlichen Wohn-Häusern [als] eine von den nützlichsten und zugleich von den schwehresten der ganzen Bau-Kunst“. Gleichwohl ist das kleine großbürgerliche Stadthaus ein Bautypus, bei dem gerade wegen der Einschränkungen die theoretischen Ansprüche des Rokoko sehr deutlich im Material erscheinen.
Als repräsentatives Beispiel dient das Haus „Zum güldenen Heer“ in Erfurt, welches von dem Bankier Friedrich Wilhelm Stalforth 1768 erbaut wurde.
In the Mood for Architecture. Tradition, Modernism and Serendipity. Steil, Lucien. Vorwort von Krier, Leon; Einführung von Sagharchi, Alireza; Nachwort von Culot, Maurice. 2018. Engl. 280 S. 220 fb. Abb. 31 x 25 cm. EUR 48,00. ISBN: 978-3-8030-0832-9 Wasmuth
„In the Mood for Architecture” seeks to intervene in the polemics between tradition and modernity, and between modernism and classicism, mediating between entrenched positions with a theoretical sketch, or perhaps a meditative fragment, that evokes a contemporary architecture not afraid to acknowledge both tradition and modernity, that embraces newness and originality but also recognizes the role of imitation and convention.
Lucien Steil believes that traditional cities and architecture have always represented the ideals of harmony and beauty in a destabilized and disrupted world. For him, traditional cities and architecture have remained desirable models of cultural identity, homeliness, urbanity and civilization, and he maintains that the traditional city remains a good and desirable place to live, and that tradition offers a home to modernity and originality. It has proven to be perfectly compatible with modern life, despite an array of pressing challenges that must be considered as opportunities rather than limitations. For Steil, „this is both a tangible reality, time-tested and perfected, and a realistic, buildable, operational and necessary project for contemporary civilization”.
Rather than becoming obsolete, the traditional city has gained a new actuality as a remedy to the inconvenient truths of global warming and climate change. Traditional architecture and urbanism have the inherent sustainability to confront the greatest challenges of the 21st century, demonstrating not only great resilience but also the highest standards of modernity and originality in their acceptance of perpetual becoming.
Steil maintains that contemporary traditional architects and urbanists provide a counterbalance to an opportunistic architectural and planning establishment that clings nostalgically to past paradigms of Modernism, and has abandoned its social and cultural mission to build a better and more harmonious world. For him, they are poets, idealists, craftsmen and artists who invent, design and build places and buildings of lasting quality with a view to the „Firmitas”, „Utilitas” and „Venustas” championed by Vitruvius, allowing people of our time to live in comfort, security, harmony, enlightenment and pleasure.
Asia Minor Reprise. Schleyer, Ruprecht. Hrsg.: Filser, Wolfgang; Reisen, Richard; Beitr.: Filser, Wolfgang. Dtsch.; Engl. 2018. 234 S. 432 Abb. in Duoton. 28 x 14 cm. EUR 39,00. ISBN: 978-3-8030-1063-6 Wasmuth
Ruprecht Schleyer bereiste zwischen 2012 und 2016 die Türkei mit dem Ziel, archäologische Stätten von denselben Standpunkten aus zu fotografieren, von welchen sie auf historischen Zeichnungen und Fotografien des späten 18. und des 19. Jahrhunderts überliefert sind. Daraus entstand ein umfassendes fotografisches Archiv mit bekannten und weniger bekannten archäologischen Stätten im antiken Kleinasien. Schleyer stellt sich hier bewusst in die lange Tradition, klassisches materielles Kulturerbe zu dokumentieren. Diese Tradition hat besonders im romantischen Jahrhundert literarische und ikonografische Spuren hinterlassen, die bis heute Vorstellungen und Präsentationen antiker Ruinenlandschaften prägen. Historische und neue Bilder stehen unmittelbar nebeneinander und erzeugen auch wegen Schleyers sachlichem Stil ein Spannungsfeld, das sich auf jeder Seite des Buches neu auflädt. Das Auge des Betrachters wandert zwischen Vergangenheit und Gegenwart, erkennt stilistische Verschiedenheiten und sucht nach Bestand und Veränderung.
Der Band wendet sich an alle, die sich für die Antike interessieren, aber auch an archäologisch-kunsthistorische Experten, die hier ein reiches Quellen- und Bildmaterial vorfinden. Ein einführender Essay des Archäologen Wolfgang Filser zum Verhältnis von früher (Reise-) Fotografie und Archäologie sowie ein begleitender Text des Fotografen erläutern, wie sich Darstellen und Reisen in 200 Jahren verändert haben.

Between 2012 and 2016, Ruprecht Schleyer travelled throughout Anatolia, photographing the remains of the most celebrated archaeological sites in Asia Minor. He took with him 19th century archaeological pictures of these places, and photographed the sites from exactly the same place and perspective as the ones made two centuries ago. From the acqueduct at Aspendos to the Sphinx Gate in Galatia, to the Temple of Artemis in Lydia, Schleyers beautifully diligent photographs record the contemporary condition of these archaeological wonders. Reproduced alongside the astonishing 19th century pictures, these photographs allow you not only to compare the wear of history on these remains, but they also vividly reflect the culture of Orientalism. In some places, grass has grown over the masonry, or a fully grown tree towers over a courtyard, in others a column or statue have disappeared, while sites such as the Roman theatre at Hierapolis, appear scrupulously restored. Schleyers photographs form such exact comparisons, you can trace the patina of time on actual stones and, standing back, on whole landscapes.
Ruprecht Schleyer writes about his experiences photographing these sites, and relates the history of those who preceeded him in the 19th century. The exotically dressed figures who stand in these earlier pictures are more than living providers of scale; as Wolfgang Filser explores in his essay, they are actors in the 19th centurys Orientalist imagination.
Architektur und Geschichte konkret. Das Martin-Graßnick-Archiv und die Martin-Graßnick-Visiting-Professur zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Technischen Universität Kaiserslautern. Hrsg. Schirren, Matthias. Vorwort: Schmidt, Helmut. Beitr.: Hentschel, Britta; Schulte-Umberg, Ulf. 2017. 80 S., 80 Abb. 29 x 19 cm, Gb. EUR 24,80 ISBN: 978-3-8030-0821-3 Wasmuth
Diese Publikation stellt Graßnicks eigene Ausbildungszeit an der Technischen Hochschule in Darmstadt unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ins Zentrum, wo Graßnick so unterschiedliche Charaktere wie den ehemaligen Bauhäusler und Verfasser der bis heute immer wieder aufgelegten Bauordnungslehre (BOL), Ernst Neufert, zu seinen Lehrern zählte, aber auch den Friedrich-Ostendorf-Schüler Karl Gruber und den Architekten der legendären Kölner Domplombe, Wilhelm Schorn. Ein Kataloganhang dokumentiert qualitätvolle eigenhändige Zeichnungen aus Graßnicks Zeit als angehender Architekt, aber auch solche von fremder Hand. So haben sich im Bestand Graßnick Zeichnungen des heute weitgehend vergessenen Frankfurter Architekten H.F.W. Kramer erhalten, der in den 1920er Jahren unter Hochbauamtschef Martin Elsaesser für die Errichtung der berühmten Frankfurter Großmarkthalle zuständig war, die heute die Vorhalle zum EZB Turm bildet.
Der Farbtondruck. Innovation der Körperbildung um 1500. Littmann, Pia. 2018. 224 S., 50 meist fb. Abb. 25 x 18 cm. Gb. EUR 35,00 ISBN: 978-3-8030-4035-0 Wasmuth
Um 1500 wurden ganz unterschiedliche Möglichkeiten des Einsatzes von Farbe in der Druckgraphik sondiert. Hauptsächlicher Gegenstand dieser Studie sind die mit dem Augsburger Maler und Graphiker Hans Burgkmair (1473 –1531) verbundenen Holzschnitte. Die Entwicklung und Unterschiede der druckgraphischen Körper- und Raumbildungen mit und ohne Farbe wird in diesem Buch zunächst anhand der handkolorierten, später teilweise mit Farbe bedruckten Buchholzschnitte der Werkstatt Erhard Ratdolts sowie späteren, allein in Schwarzweiß gedruckten Blättern untersucht. Die Entwicklung kulminiert in den mit mehreren neben-, aber auch übereinander liegenden Platten gedruckten Darstellungen, für die sich die Bezeichnung Farbtondrucke anbietet. Letztere entstanden in dem relativ kurzen Zeitraum von 1510 bis ca. 1513 in Zusammenarbeit mit dem Formschneider Jost de Negker. In einem Ausblick werden spätere Positionen von Ugo da Carpi bis Andy Warhol vorgestellt, in denen der der Farbe eigene Gestaltungsspielraum jeweils neu ausgelotet wird.
Die großen Menschheitsbilder eines Ketzers. Christliche Themen im Werk HAP Grieshabers. Hrsg.: Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen; Beitr.: Eichhorn, Herbert; Glöckner, Wolfgang; Gottschlich, Ralf; Köser-Rudolph, Martina; Mienert, Elvira; Gbe, Joana. 2017. 120 S. 180 meist fb. Abb. 25 x 31 cm. EUR 24,80. ISBN: 978-3-8030-3392-5 Wasmuth
(Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen vom 16. Dezember 2017 bis 8. April 2018)
Schon der Buchtitel, ein verkürztes Zitat von HAP Grieshaber (1909–1981), signalisiert dessen Distanz zu den Kirchen und seine Ambivalenz im Umgang mit der christlichen Heilsgeschichte. Früh hatte der ursprünglich aus pietistischem Elternhaus stammende Künstler und engagierte Linke der Kirche den Rücken gekehrt. Dem steht eine Vielzahl von Werkgruppen und Einzelwerken mit christlichen oder biblischen Themen gegenüber, von denen viele ihren Weg in Kirchenräume gefunden haben oder als Auftragsarbeiten für einen kirchlichen Kontext entstanden sind.
Dieser scheinbare Widerspruch klärt sich zumindest teilweise auf, wenn in der Publikation die entsprechenden Arbeiten des Künstlers genauer in den Blick genommen werden, wenn etwa den Entstehungszusammenhängen nachgegangen oder auch untersucht wird, wie Grieshaber mit der traditionellen Ikonografie umgeht. Immer aus einer direkten persönlichen Betroffenheit heraus und oft vor einem ganz konkreten politischen Hintergrund hat der Humanist Grieshaber überkommene Themen aus der christlichen Heilsgeschichte in ungewöhnlicher und manchmal bis heute provozierender Weise gedeutet.
„Der Kreuzweg selbst ist ja – wie alle diese Geschichten, wie Ochs und Esel bei der Krippe oder sonst etwas – eigentlich eine Sache der Volkskunst gewesen. Er gehört gar nicht so besonders zur Liturgie der Katholischen Kirche – er ist eine Sache der Sinnlichkeit, der Freude des Ausdrückens, Form auszudrücken. Hier wurde ich nun als Ketzer dazu gezwungen, durch das Vertrauen des Kardinals gezwungen, das herauszuholen und ein großes Menschheitsbild daraus zu machen.“
(HAP Grieshaber in einem Interview 1970)
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