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Stadträume Orte Architektur. Urban Spaces Loci Architecture. Gerber Architekten. Hrsg. und Vorwort: Kurt Wettengl. Dtsch/Engl. 252 S. 365 meist fb. Abb., und Pläne. 24 x 31 cm. Gb., EUR 49,90 Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung 7. 9. bis 5. 11. 2006 Dortmunder Museum am Ostwall. ISBN: 3-8030-0666-X Wasmuth
"Stadträume – Orte – Architektur. Gerber Architekten" lautet der Titel einer Ausstellung, die im Herbst 2006 zunächst im Dortmunder Museum am Ostwall gezeigt wird. Der gleichnamige Ausstellungskatalog gibt einen Überblick über 40 Jahre gebaute und nicht gebaute Architektur von Professor Eckhard Gerber. Entstanden ist eine Werkmonographie, die anhand von rund 70 Projekten – angefangen beim eigenen Ferienhaus am Karerpass aus dem Jahre 1978 über die Staats- und Universitätsbibliothek in Göttingen, den Konzertsaal der Hochschule für Musik in Leipzig bis hin zum 2005 fertig gestellten RWE Tower in Dortmund sowie einem Entwurf für eine Messeanlage in Ho Chi Minh/Saigon – einerseits die Entwicklung und andererseits die Kontinuität in der Arbeit von Gerber Architekten veranschaulicht. Die Projekte werden übersichtlich mit einer Vielzahl von Plänen, Fotos und Perspektiven auf einer bis zu acht Seiten dargestellt. Einleitend beleuchten vier Aufsätze von renommierten Architekturkritikern charakteristische Merkmale, die sich in allen Entwürfen und Bauten von Eckhard Gerber wiederfinden. Neben Funktionalität und Orientierung sind dies vor allem Orte der Kommunikation und des Austauschs sowie der unmittelbare Bezug zu Stadt- und Landschaftsraum.
Abschließend informiert eine Auflistung über alle in den Jahren 1966 bis 2006 entstandenen Entwürfe des Büros, dessen Aufträge fast ausschließlich aus Wettbewerbsgewinnen resultieren. Waren dies zunächst vor allem Wettbewerbe in Deutschland, liegt seit dem Gewinn des internationalen Wettbewerbs für die King Fahad Nationalbibliothek in Riad im Jahre 2002 ein Schwerpunkt der Tätigkeit von Gerber Architekten bei Projekten im arabischen Raum.

Der Ausstellungskatalog bietet zum ersten Mal in der vierzigjährigen Geschichte von Gerber Architekten eine umfassende Werkschau des Dortmunder Architekturbüros, das vom Wohnungsbau über Hochschulen und Bibliotheken bis hin zu Laborbauten, Sportstätten und Bürogebäuden, in nahezu allen Bereichen Projekte realisiert hat.
Koren, Leonard: Blumenkraft. Ästhetik und Erfolgsgeheimnis eines ungewöhnlichen Blumengechäfts für Floristen, Designer und Architekten. 2006. 112 S., 90 Abb. in Duoton. EUR 15,00 ISBN: 3-8030-3317-9 Wasmuth
Charme, Anmut und Zartheit sind die Prinzipien, die dieser neuen ‚Floristik‘ zugrunde liegen und die dem emotionalen Bedürfnis nach Blumen als einem individuellen, kreativen und sinnlichen Kommunikationsmittel entsprechen

„Blumenkraft“ befindet sich im Erdgeschoss eines reich dekorierten Wiener Jugendstilhauses im 4. Wiener Bezirk, einem Umfeld, das urbane Trends mit dezentem bürgerlichen Komfort verbindet und in dem Galerien, Cafés, Second-Hand-Boutiquen und ein Champagnerladen zum Müßiggang einladen. Christine, mit dem Blumengeschäft vertraut, Gregor, ein Innenarchitekt sowie ein Team junger experimentierfreudiger und innovativer Mitarbeiter mit und ohne Floristik-Ausbildung wollten neue Wege gehen und dabei auch kommerziell Erfolg haben. In einem völlig verbauten Ladenlokal wurden kannelierte Gusseisenwände freigelegt, hohe Decken sowie 350 qm Ladenfläche kamen zum Vorschein – ein fast sakraler Raum. Der Name des neuen Geschäfts sollte die paradoxe Macht der Blumen verkünden. Blumen scheinen schwach und zerbrechlich, vermitteln aber visuelle, emotionale und spirituelle Stärke: „Blumenkraft“.
Ein neun Meter langer Arbeitstisch aus rostfreiem Stahl beherrscht den Verkaufsraum, der mit Stahlregalen und Podesten spärlich möbliert ist. Ein Schieferboden, Beton und Glas sorgen für Sauberkeit und gute Musikresonanz. Große Hängelampen verbreiten ein weiches sinnliches Licht. Die modernen Arrangements von „Blumenkraft“ zeichnen sich durch sensible surrealistische Verfremdungseffekte aus. Blumen werden kombiniert, die in der Natur nie zusammen vorkommen, da sie aus verschiedenen klimatischen, geographischen oder geologischen Zonen stammen wie Hyazinthen, Butterblumen, Flieder und Flamingoblumen. Ohne Blätter kommen die Blüten in ihrer reinen Form besser zur Geltung. Selbst erfundene „Blumarien“ ersetzen die herkömmlichen Blumenvasen. Der Laden ist mittlerweile viel mehr als ein Aufsehen erregendes Blumengeschäft für anspruchsvolle Kunden mit Geschmack. Er wurde zu einem sozialen Treffpunkt des Bezirks, Musik wird gehört, Freundschaften werden geschlossen, Kinder dort abgeladen, Menschen in allen Lebenslagen, in denen Blumen angebracht sind, individuell und kreativ beraten.
Der Autor:
Leonard Koren hat diverse Bücher über Design und Ästhetik verfasst, darunter auch den Bestseller: „Wabi-Sabi für Künstler, Architekten und Designer. Japans Philosophie der Bescheidenheit“ (Ernst Wasmuth Verlag).
Archtitekturführer zu Bauwerken der Moderne in Breslau /Wroclaw. sowie zu ausgewählten Einzelbauten in der Umgebung. Hrsg.: Beelitz, Konstanze. 2006. 180 S., 60 Abb. 14 x 21 cm. Pb EUR 12,80 ISBN: 3-8030-0660-0 Wasmuth
Wrocław, das ehemalige Breslau, ist eine Stadt, die gerade heute – im Zuge der europäischen Osterweiterung – neues Interesse weckt. Dieser Führer zu den noch erhaltenen Zeugnissen des Neuen Bauens der Stadt möchte auf ein gemeinsames Erbe Deutschlands und Polens neugierig machen und einen Beitrag zum Wiederentdecken und Erhalten teilweise vergessener Bauten leisten.
In der Zeit von 1910 bis 1933 war Breslau eines der Zentren der modernen Architektur in Deutschland. Hier begann die Karriere von Hans Poelzig mit seinem Wirken an der Kunstakademie und seinen Breslauer Bauten, hier realisierte der Stadtbaurat Max Berg seine Jahrhunderthalle und entwickelte sein Konzept der Einbindung von Hochhäusern in die Stadtstruktur, von hier aus leitete der Direktor der schlesischen Heimstätten Ernst May die Errichtung von Tausenden von Siedlerhäusern in ganz Schlesien. August Endell, Adolf Rading, Hans Scharoun und Heinrich Lauterbach lehrten an der Kunstakademie und prägten maßgeblich das Bild der Breslauer Architektur. Berliner Architekten wie Erich Mendelsohn und Rudolf Salvisberg ergänzten und bereicherten mit ihren Großbauten wie dem Kaufhaus Petersdorff oder dem Generalstabsgebäude diese Liste bemerkenswerter Namen.
Konstanze Beelitz und Niklas Förster haben sich dieser Aufgabe gestellt, haben die Zeugnisse des modernen Bauens in Breslau I Wrocław aufgespürt, fotografiert (einige Beispiele siehe unten) und ihre Geschichte recherchiert. Informationen zur heutigen Nutzung und Erhaltung, zu Besichtigungsmöglichkeiten und Adressen sowie Fotos und Pläne ergänzen die einzelnen Baubeschreibungen. Der Band ist ein Kompendium des heutigen Baubestandes der Moderne in Breslau – ein für jeden Besucher der Stadt nützlicher, ja unersetzlicher Begleiter.
Jonas, Carsten: Die Stadt und ihr Grundriss. Zu Form und Geschichte der deutschen Stadt nach derern Entfestigung und Eisenbahnanschluss. 2006. 260 S., 300 Abb. 16 x 22 cm. Pb EUR 29,80 ISBN: 3-8030-0653-8 Wasmuth
Ein Muss für jeden, der sich mit Städtebau und Stadtplanung auseinander setzt: Hier werden die grundlegenden Muster und Merkmale deutscher Städte entschlüsselt

Vergleicht man die Grundmuster der Städte in Deutschland, stößt man auf unterschiedlichste Ausprägungen. Hierbei zeigt sich, dass bei der Mehrzahl von ihnen ganz unterschiedliche Grundmuster in Variationen nebeneinander bestehen, die jeweils eine bestimmte Phase der städtischen Entwicklung repräsentieren. Das ist nicht anders zu erwarten, da der weit überwiegende Teil der deutschen Städte eine mehrhundertjährige, nicht selten sogar über tausendjährige Geschichte vorzuweisen hat. Grob gesagt sind die meisten von ihnen in der Zeit zwischen dem 8./9. und der Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden, während in den letzten beiden Jahrhunderten nur noch wenige gegründet wurden: drei im 19. Jahrhundert, zwei zu Zeiten des Dritten Reiches und vier in der ehemaligen DDR.
Dieses Buch beschreibt nun die geschichtliche Entwicklung der deutschen Stadt, wobei es die den verschiedenen Entwicklungsphasen – quasi als genetischer Code – zuzuordnenden Grundmuster benennt und definiert. Es konzentriert sich dabei auf den äußeren Wandel dieser Städte in den zurückliegenden ca. 150 Jahren, damit auf die stadtbaugeschichtlich besonders bewegte Zeit seit ihrer Entfestigung und dem darauf nicht selten erfolgenden Eisenbahnanschluss. Es ging dem Autor dabei nicht um enzyklopädische Vollständigkeit, es lag ihm vielmehr daran, exemplarische Beispiele nicht nur zu beschreiben, sondern – soweit dies notwendig erschien – auch zu bewerten.
Kaufmann, Eva M: Jakobs Traum und der Aufstieg des Menschen zu Gott. Das Thema der Himmelsleiter in der bildenden Kunst des Mittelalters. 2006. 208 S., 86 Abb. 19 x 27 cm. Pb EUR 34,80 ISBN: 3-8030-4029-9 Wasmuth
Selten wird das komplexe Wechselverhältnis von geistesgeschichtlicher Entwicklung und Bildsprache-/aussage, von Geistes- und Kunstgeschichte so deutlich wie hier
Vorstellungen einer „Himmelsleiter“ als Verbindung zwischen dem Göttlichen und dem Menschen fanden und finden sich in fast allen Religionen. Bei aller Unterschiedlichkeit in der inhaltlichen Ausgestaltung liegt ihnen stets das gleiche Grundanliegen zugrunde: die Überwindung der menschlichen Kontingenz, sei es durch einen ‚Abstieg Gottes zu den Menschen‘ oder einen ‚Aufstieg des Menschen‘. In diesem Sinn lässt sich die Himmelsleiter als komplexes kosmisches, eschatologisches Symbol sogar als Grundmotiv einer jeden Religion auffassen.
Eine spezifische Variante des Topos stellt die biblische Erzählung von Jakobs Traum von der Himmelsleiter (Gen 28, 10–22) dar, deren bildlichen Darstellungen in der Kunst des byzantinischen wie lateinischen Mittelalters diese Untersuchung gewidmet ist – von den ältesten erhaltenen Werken der Spätantike bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. Dabei ist festzustellen, dass der lateinische Westen des 12. Jahrhunderts die Motive des Jakobstraums und der Himmelsleiter bzw. des ‚Aufstiegs‘ des Menschen besonders differenziert und vielgestaltig in Bildwerke umgesetzt hat – ein deutliches Zeichen für den damaligen Umbruch vom ‚Objektivismus‘ des Frühmittelalters hin zu einem stärker subjektivistisch geprägten Denken, der anhand der einzelnen Werke aus dieser Epoche beschrieben werden kann.
Im Mittelpunkt der Publikation steht die Frage nach der Deutung der Bilder, was zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den theologischen und allgemein geistesgeschichtlichen Auffassungen einerseits sowie andererseits der Einstellung zur Kunst und ihrer Funktion in jener Zeit führt.
Blaundos, Berichte zur Erforschung einer Kleinstadt im lydisch-phrygischen Grenzgebiet. Hrsg. v. DAI Istanbul /Filges, Axel. 2006. 364 S., 2 fb. Taf., 6 Falttaf., 3 Beil. 21 x 30 cm. (Istanb. Forsch. 48) Ln EUR 57,80 ISBN: 3-8030-1769-6 Wasmuth
Barkhofen, Eva M: Ost-Berlin und seine Bauten. Fotografien 1945-1990. Hrsg. v. Berlinische Galerie. 160 S., 170 Abb. 23 x 27 cm. Wasmuth, Tübingen 2006. EUR 24,80 ISBN: 3-8030-0661-9 Wasmuth
Die so unverkennbar besondere städtebauliche Entwicklung Ost-Berlins in Wort und Bild.
Die nach dem Zweiten Weltkrieg vollzogene Teilung Berlins und der Mauerbau hat in Ost-Berlin zu einem radikalen Bruch mit der architekturhistorischen Kontinuität geführt. Diese einmalige Situation, die Teilung einer Hauptstadt, in deren Struktur aus politischen Gründen massive Eingriffe vorgenommen wurden, begründet die Bedeutung des Bildbandes.
Da Ost-Berlin im Brennpunkt des Kalten Krieges stand, erlangte die dortige Stadtplanung und Architektur für die Selbstdarstellung der gesamten DDR eine weit reichende, architekturhistorische Bedeutung. Der Bildband zeigt die Werdung Ost-Berlins aus den Trümmern, dem Abriss, der Wiederherstellung, der Erneuerung der Stadtstrukturen, bis hin zu Kultur-, Sport- und Massenwohnungsbauten in zum Teil völlig unbekannten Details. Vor allem die verworfenen und nie realisierten Planungen, die in Modellen und Zeichnungen überliefert sind, können zu einer neuen Gesamtschau der städtebaulichen Entwicklung der ehemaligen Hauptstadt der DDR beitragen.
Die zum größten Teil erstmals veröffentlichten Fotografien sind dem ehemaligen Magistratsarchiv Ost-Berlins entnommen, das in die Architektursammlung der Berlinischen Galerie eingegangen ist.
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Frick, Dieter: Theorie des Städtebaus, zur baulich-räumlichen Organisation von Stadt. 2006. 196 S., 5 sw. u. 3 fb. Abb. 16 x 22 cm. Pb EUR 25,00 ISBN: 3-8030-0654-6 Wasmuth
Die baulich-räumliche Dimension von Stadt- und Raumplanung, der Städtebau, dominiert in der Praxis, wird in der Theorie jedoch unterbewertet. Dies deutlich zu machen und einen Weg zur Abhilfe zu beschreiben, ist das erste Anliegen dieses Buches. Daneben möchte es dazu beitragen, die verbreitete Sprachunsicherheit im Bereich des Städtebaus durch möglichst klare Begriffsbestimmungen einzugrenzen und diese in ein System erklärender und normativer Theorie einzuordnen. Im Mittelpunkt steht dabei die „baulich-räumliche Organisation“ von Stadt. Der Begriff versteht sich analytisch – wie diese baulich-räumlich organisiert ist –, wie auch normativ: Wie sie organisiert werden soll. Die Zielvorstellungen werden wie die einzelnen Handlungsfelder (Stadterweiterung, -erneuerung, -umbau), an denen sie zu konkretisieren sind, systematisch dargestellt. Dies mündet in einer Darstellung der geeignet erscheinenden Konzeptionen für eine künftige Stadtform. Schließlich werden die derzeit gängigen Verfahren und Instrumente der Stadtplanung auf ihre Kompatibilität mit den zuvor entwickelten Begriffen und ihren Inhalten untersucht und damit zugleich die Theorie auf die Praxis bezogen.
Traversinersteg. [Graubünden] Fotografisches Tagebuch 14. April - 16. August 2005. Beitr. v. Baus, Ursula /Sachsse, Rolf /Schlaich, Jörg. Hrsg.: Dechau, Wilfried. 2006. 96 S., 70 drucklackierten Abb. 28 x 38 cm. Gb EUR 78,00 ISBN: 3-8030-0662-7 Wasmuth
Großformatiger Bildband mit etwa 70 meist ganzseitigen Fotos vom Bau des Traversinerstegs, einer Fußgängerbrücke in den Graubündner Alpen
Jürg Conzett hat schon viele ungewöhnliche Brücken gebaut. Die Punt da Suransuns, eine der weltweit schönsten Fußgängerbrücken, wurde 1999, wie jetzt auch der Traversinersteg, im Zuge des Viamala-Wanderweges nach seinen Plänen gebaut – eine grazile Hängebandbrücke aus mit Flachstahlbändern vorgespanntem Andeerer Granit. Wer den eigenwilligen Ingenieur Jürg Conzett kennt, weiß, dass er Wiederholungen meidet. So plante er 2005 für das Traversinertobel zwar ebenfalls eine Hängebrücke, diesmal aber aus Holz, vorgespannt und ausgesteift durch ein Seilfachwerk. Wilfried Dechau hat die Bauarbeiten – vom Aushub der Fundamente über das spannende Spannen der Seile bis zum letzten Handgriff der Zimmerleute am Handlauf der Fußgängerbrücke – mit der Kamera begleitet. Er war auf der Baustelle den Handwerkern genauso auf den Fersen wie den Ingenieuren und hat nicht nur das allmähliche Werden der Brücke in Bildern festgehalten, sondern auch die Konzentration und Anspannung in den Gesichtszügen feinfühlig protokolliert. In diesem Bildband geht es nicht nur um eine Fußgängerbrücke in schwindelnder Höhe, es geht um das Abenteuer des Bauens und die Faszination des Ingenieurberufes schlechthin.
Der Autor: Wilfried Dechau war viele Jahre Chefredakteur einer Fachzeitschrift für Architekten und Ingenieure. Sein besonderes Augenmerk galt dabei immer der Fotografie. Unzählige Fotos, viele Texte und Aktivitäten legen Zeugnis davon ab. 1995 hat er den seither alle zwei Jahre international ausgelobten Architekturfotografie-Preis architekturbild ins Leben gerufen. 1996 verfasste er ein Buch über die Architekturfotografie (»architektur abbilden«), 2003 hat er den Verein architekturbild e.v. gegründet, dessen Ziel es ist, das künstlerische Niveau der Architekturfotografie zu fördern. 2001 wurde seine Fotoserie zum Bau der kurze Zeit weltweit größten Hängebrücke über den Storebelt mit dem Kodak Fotokalenderpreis ausgezeichnet. Seit 2005 widmet sich Dechau vor allem der Aufgabe, das Bauen selbst im Bild festzuhalten und nicht nur das fertige Bauwerk.
Sanghae, Yi /Hyejin, Song: Chongmyo. Der Königliche Ahnenschrein. [Korea, Seoul] 2005. 160 S., 70 Abb., davon 24 fb., Pläne. 23 x 28 cm. Gb EUR 58,00 ISBN: 3-8030-0656-2 Wasmuth
Andreas Eckardt, der die koreanische Kunst in Westeuropa bekannt machte, schrieb einst in seiner "Geschichte der koreanischen Kunst": "Es ist nicht übertrieben (...) [herauszustellen], dass Korea vielfach die schönsten, oder sagen wir besser, klassischsten Kunstwerke Ostasiens geliefert hat, verschieden von der oft übertriebenen und manchmal verzerrten Kunstform Chinas und der manchmal zu gefühlvollen und zur Schablone ausgearteten Kunst Japans." Dies zeigt sich vor allem in der Architektur des Königlichen Ahnenschreins in Seoul, der die Herrschaft der Yi- oder Choson-Dynastie (1392-1910) begründen und zu einer nach konfuzianischer Lehre idealen Gesellschaft beitragen sollte.
Die Errichtung des Schreins war eine der ersten wichtigen Baumaßnahmen der Yi-Dynastie, die den Konfuzianismus als Staatsideologie propagierte. König T'aejo ließ 1395 im Zentrum seiner neuen Hauptstadt Hanyang den Kyongbok-Palast und rechts von ihm, im Osten, den Königlichen Ahnenschrein sowie links von ihm, im Westen, den Erd- und Getreidealtar erbauen. Denn es heißt im Buch der Riten, dass für einen König, der in seinem Palast nach Süden blickte, "zu seiner Rechten der Altar für die Erd- und Getreidegottheit und zu seiner Linken der Königliche Ahnenschrein liegen sollte". - Nach konfuzianischer Lehre bedeutete Regieren mit dem Blick nach Süden, dem Gebot der Gerechtigkeit zu folgen. Aufschwung und Untergang eines Staates wurden mit "Existenz und Verfall des Königlichen Ahnenschreins und des Erd- und Getreidealtars" umschrieben.
Der Königliche Ahnenschrein: Chongmyo (aus chong: Grundlage, Ursprung, Vorfahr und myo: Schrein für Seelentafeln) beherbergt die Seelentafeln der Könige und Königinnen der Yi-Dynastie. Er ist der wichtigste Ort für die Ahnenriten, denen im Konfuzianismus höchste Bedeutung zukommt: Hier wird mit den königlichen Ahnenseelen Kontakt aufgenommen, sie werden mit Musik erfreut, Opfer werden dargebracht, d. h. den Verstorbenen wird wie Lebenden aufgewartet. Die Zeremonien finden heute am ersten Maisonntag jeden Jahres statt.
König Sejong errichtete 1421 hinter dem Chongmyo die Halle des ewigen Friedens, die ebenfalls Seelentafeln von Königen aufnahm. Nach der Zerstörung des Ahnenschreins während des Imjin-Krieges wurde er von König Kwanghae 1608 in seiner heutigen Form mit den längs nebeneinander liegenden, nun zusammengehörenden Bauteilen Haupthalle und Halle des ewigen Friedens wiederaufgebaut. Das Bauwerk wurde nach chinesischem Vorbild errichtet, ist aber im Gegensatz zu den prunkvollen und komplexen Bauten der Ming- und Qing-Dynastien in Peking in Struktur und Dekoration von Maßhaltung und Verzicht gekennzeichnet. Bei der Tanch'óng-Bemalung wurde bei Farben und Mustern äußerste Zurückhaltung geübt. Auch die den Hof des Schreins definierenden Architekturelemente sind einfach gehalten. Seelenweg, Steinterrasse, Treppe und Einfriedung sind auf das Mindestmaß reduziert. Diese Gedrängtheit und Schlichtheit steigern noch die Erhabenheit des Königlichen Ahnenschreins.

Ein zum UNESCO-Weltkulturerbe zählendes Bauwerk, das die konfuzianische Gedankenwelt in Architektur umsetzt, wird in diesem Buch in all seiner besonderen Schönheit präsentiert.
J.S.K. Architekten. Gestaltete Funktion /Vision and Function. Vorw. v. Flagge, Ingeborg. Beitr. v. Bürk, Gunter P J /Freyend, EckartJ von /Joos, Helmut /Santifaller, Enrico. 2005. 180 S., 320 meist fb. Abb. 30 x 24 cm. Gb EUR 49,90 ISBN: 3-8030-0637-6 Wasmuth
Die 100 Bauten und aktuellen Projekte der Architekten von J.S.K, die in diesem Buch in Plänen und Fotos vorgestellt werden, zeichnen sich durch Sachlichkeit, Klarheit und Rationalität aus. Es sind diese Eigenschaften, welche die vielseitige Tätigkeit dieses international tätigen deutschen Architekturbüros, das zu den heute führenden zählt, besonders auszeichnen und interessant machen. Ihre Werke vereinigen Wirtschaftlichkeit und den technologisch letzten Stand – Funktionalität – mit Forderungen nach Repräsentation und Ästhetik – gelungener Gestaltung –, sind dabei auch ökologisch sinnvoll und beziehen das jeweilige Umfeld mit ein. Schwerpunkte dieses großzügig bebilderten Buches, das auch ein Werkverzeichnis des Büros enthält, bilden Verwaltungs- und Bürogebäude, Hochhäuser, Hotels, Messehallen und Arenen, Technologie- und Innovationsparks sowie Verkehrsbauten oder auch die Modernisierung in denkmalgeschützter Substanz. Auch zahlreiche in früheren Verlagswerken noch im Planungsstadium präsentierte Projekte von J.S.K werden hier als fertige Bauten gezeigt – als gelungene Beispiele der Umsetzung der seit der Gründung des Büros bestehenden Unternehmensphilosophie: bei jeder Aufgabe ein ausgewogenes Verhältnis von innovativen Konzepten und praxisbewusster Realisierung anzustreben und zu allererst für den Menschen und seine Bedürfnisse zu bauen. Neben eigentliche J.S.K-Bauten treten in diesem Band auch solche des Planungsbüros SIAT GmbH in München, dessen Übernahme durch J.S.K im Sommer 2005 erfolgte. Die speziellen Kenntnisse und Erfahrungen dieser Planer – etwa beim Bau von Forschungsanlagen, Bildungseinrichtungen, Industrie- und Produktionswerken, aber auch bei Studien und Facility-Management-Konzepten – ergänzen und erweitern das ohnehin breite Portfolio von J.S.K noch einmal beträchtlich.
Aus dem Inhalt:
Hochhäuser: Campanile, Skyper, MAX, Metzler-/LHB-Bank und Rebstockpark in Frankfurt, GAP 15, Oberbilk und Oberkassel in Düsseldorf, Iceberg, Swiss Tower, AL-Zubara- und QIPCO Office Tower in Qatar, Flower of the East Hotel auf Kish Island; Büro- und Verwaltungsgebäude: Frankfurter Welle, Broker und Office Center Frankfurt, HWI Düsseldorf, DLZ Nord Berlin-Ostkreuz, Siemens Rail Automation Academy Braunschweig, Europäisches Patentamt und Siemens Bürogebäude in München, T-online unternehmenszentrale in Darmstadt, DaimlerChrysler Warschau; Modernisierte Bauten: Knorr Bremse Berlin, Thailändische Botschaft in Berlin, Alvearium in Frankfurt, Hohenzollernwerk in Düsseldorf, Bürocenter Fürstenhof in Leipzig; Technologie- und Innovationsparks in Nürnberg, München, Ratingen, Frankfurt, Köln, Oberkochem, Berlin, Leipzig und Budapest; Hotels, Messehallen und Arenen, Kongress- und Einkaufszentren in Mainz, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Berlin, Warschau und Qatar; Verkehrsprojekte: Bahnhöfe Papestraße und Ostkreuz in Berlin, Flughäfen in Frankfurt, Düsseldorf, Berlin, München und Warschau etc.
Zielgruppen:
Architekten, Architekturinteressierte, Stadt- und Landschaftsplaner
Bornemann, Manfred /Soltys, Beatrice: Torhäuser öffnen Türen. [Ludwigsburg] 2005. 96 S., 84 meist fb. Abb. 17 x 28 cm. Ebr EUR 14,90 ISBN: 3-8030-0659-7 Wasmuth
Wacht- und Zollhäuser haben eine lange Tradition. Jahrhunderte hindurch hat die Obrigkeit Torhäuser bauen lassen, um die Zugänge von Burgen und Schlössern, von Stadt- und Provinzgrenzen zu bewachen. Und um Zoll- und Wegegeld zu kassieren. Viele dieser Wachthäuser sind mit den Jahren verschwunden, einzelne Gebäude haben die Stürme der Zeit überdauert, und manche Stadt ist stolz, ein sorgfältig restauriertes, zivil genutztes Torhaus im Stadtbild zeigen zu können.
Die Stadt Ludwigsburg hat nicht nur ein Torhaus, sondern gleich sechs solcher Gebäude aus dem 18. und dem frühen 19. Jahrhundert, die als Erinnerungstücke der früheren Stadtbefestigung übrig geblieben sind. Jahrzehnte lang haben die barocken Torhäuser der einstigen Stadtbefestigung im Schatten des öffentlichen Interesses gestanden. Jetzt hat die Stadt die historischen Gebäude mit finanzieller Unterstützung der „Wüstenrot Stiftung Ludwigsburg“ sanieren lassen und sie in ein erweitertes Kulturangebot eingebunden.
Baulich zeigt das Sanierungsprogramm, wie man in vorbildlicher Weise mit modernen architektonischen Mitteln auf die historische Bausubstanz und die künftigen Nutzer eingehen kann. Thematisch bieten die öffentlich zugänglichen Programme in den Torhäusern ein Angebot, das die kulturelle Arbeit in der Stadt bereichert und auch auswärtige Gäste neugierig macht. Das anspruchsvoll in Wort und Bild gestaltete Buch nimmt den Leser mit auf einen Rundgang durch die kleinen, aber feinen Ausstellungshäuser, in denen der Besucher reizvolle Einblicke gewinnt – auf die moderne Innenarchitektur und auf die thematische Vielfalt unter dem Motto „Historie-Gegenwart-Zukunft“, das die ehemaligen Wachthäuser heute wieder verbindet.
Sichten Neun. Jahresausstellung 2005 des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt. Hrsg.: Kilian, Tim /Mertens, Patrick/Notthoff, Geraldine /Valiano, Arion. 2005. 272 S., 650 fb. Abb., 19 3 D Bilder, mit 1 3D Brille 23 x 28 cm Pb EUR 19,80 ISBN: 3-8030-0658-9 Wasmuth
Eine Einführung in Arbeitsweisen und Visionen einer heranwachsenden Generation junger Architekten/innen

Zum nunmehr neunten Mal haben engagierte Architekturstudenten der Technischen Universität Darmstadt die besten Studienarbeiten der vergangenen beiden Semester überprüft und geordnet. Was vor Jahren als interne Leistungsschau begann, hat sich im Lauf der Zeit zu einer weit über Darmstadts Grenzen hinaus bekannten und angesehenen Ausstellung entwickelt.
Um die diesjährige Ausstellung auch räumlich erfahrbar zu machen, werden die Exponate auf mehreren Ebenen in der Halle der Centralstation gezeigt, um zu verdeutlichen, dass Architektur sich in drei Dimensionen bewegt. Ein weiteres innovatives Vorhaben des diesjährigen Sichten-Teams besteht darin, den bislang universitätsinternen Vergleich der Studienleistungen auf nationaler Ebene auszuweiten. So wurden andere Hochschulen dazu eingeladen, eine Auswahl ihrer Studienleistungen im Rahmen von "Sichten Neun" zu präsentieren. Die Universität der Künste Berlin stellt beispielsweise einige Arbeiten im Darmstädter Club „das Stella“ aus. Außerdem bestehen enge Kontakte zu Hochschulen in Hamburg, Delft und Barcelona; Anfang 2006 geht "Sichten Neun" sogar auf Reisen und macht Station in Berlin und Florenz. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen soll ein Dialog, ein gegenseitiger Austausch ermöglicht werden. Langfristig ist das Ziel, Sichten zu einem nationalen, wenn nicht internationalen Präsentations- und Vergleichsforum auszubauen.
Ägypten Griechenland Rom. Abwehr und Berührung. Hrsg. v. Beck, Herbert /Bol, Peter C /Bückling, Maraike. 2005. 700 S., 650 fb. Abb. 28 x 21 cm. Pb. EUR 35,80 ISBN: 3-8030-1057-8 Wasmuth
Interkulturelle Kontakte in der Antike: Hier wird anschaulich, wie sich ab dem 2. Jahrtausend v. Chr. Ägypten, Griechenland und Rom in Kunst und Kultur gegenseitig beeinflussten und befruchteten.
Interdisziplinärer Austausch in der Forschung: Hier manifestiert sich eine bisher nicht gekannte Zusammenarbeit zweier traditionell so unterschiedlich angelegter wissenschaftlicher Disziplinen wie der Ägyptologie und der Klassischen Archäologie
Den Anstoß zu diesem Projekt gab die lebensgroße Statue Alexanders d. Gr. aus Rosengranit, die im Jahr 2000 für das Liebieghaus in Frankfurt erworben werden konnte. Sie stellt den makedonischen Welteroberer als ägyptischen Pharao dar. Der traditionelle, ganz auf Vorderansicht angelegte Typus hat bei der Umsetzung durch einen griechischen Künstler allerdings eine ungewohnte Belebung erfahren: So sind z.B. die Bewegungen und Asymmetrien der Statue sowie die Modellierung des Gesichts der ägyptischen Formensprache eigentlich fremd. Hier ergaben sich Fragen zur gegenseitigen kulturellen Beeinflussung. In welcher Weise wurde die Kunst Griechenlands und Roms durch ägyptische Vorbilder geprägt? Und wie reagierte Ägypten wiederum auf die Begegnung mit griechischen und römischen Ausdrucksformen? Mit dem Versuch, Antworten zu finden und sie an prachtvollen Marmorskulpturen und Sarkophagen, Sphingen, kostbaren Gemmen, feinsten ägyptischen Glaswaren, griechischer Keramik und vielen anderen herausragenden Objekten zu veranschaulichen, werden in diesem Band, der die gleichnamige Ausstellung im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main begleitet, gegensätzliche Formen des kulturellen Austauschs betrachtet: In Ägypten sperrte man sich zunächst gegen das Fremde, hinter dem nach ägyptischer Weltanschauung das Chaos stand. Erst die Eroberung durch Alexander d. Gr. hat diese kategorische Ablehnung aufgeweicht. Die nicht ohne Widerstände fortschreitende Hellenisierung überlagerte die altägyptische Kultur immer mehr und zog letztlich Ihren Untergang nach sich. In Griechenland hatte man sich dagegen schon früh eindringlich mit der ägyptischen Kultur auseinander gesetzt. Von ihrer genuinen Bedeutung abgelöst wurde sie zur Quelle künstlerischer Inspirationen. Ägyptische Vorbilder und Techniken trugen wesentlich zur Ausbildung der griechischen Architektur und der griechischen Großplastik bei und bereicherten die Ikonographie. Auch in Rom und seinen Provinzen brachte man der ägyptischen Kultur nicht zuletzt wegen ihres hohen Alters eine besondere Bewunderung entgegen. Ägyptische Obelisken dienten der kaiserlichen Repräsentation, ägyptische oder ägyptisierende Motive schmückten öffentliche und private Räume. Kulte ägyptischer Gottheiten verbreiteten sich über das ganze römische Reich.
Fast 400 erlesene Kunstwerke aus 80 Museen und Sammlungen in aller Welt sind hier erstmals in einem Band versammelt. Sie bieten einen – oftmals überraschenden – Blick auf die künstlerische Bedeutung der Kontakte zwischen den antiken Kulturen Ägypten, Griechenland und Rom.
40 international renommierte Wissenschaftler – Ägyptologen, Klassische Archäologen und Althistoriker – entschlüsseln die Hintergründe und mannigfaltigen Aspekte dieser Kulturbegegnungen.
Dokkaebi. Korean Motifs - Koreanische Motive. Beitr. Yim, Young-joo. Hrsg. Ahn, Sang-Soo. 2005. 292 S., 66 Bildtaf. 22 x 30 cm. Ln. EUR 38,- ISBN: 3-8030-0657-0 Wasmuth
Der Dokkaebi, ein Fabelwesen, ist tief im Herzen der Koreaner verwurzelt. Weder Gott noch Geist noch Mensch, verfügt er über Zauberkräfte, die er zum Guten oder zum Bösen verwenden kann. Die chinesischen Schriftzeichen, die seinen Namen wiedergeben, bedeuten „einbeiniger Geist“. In Sagen und Märchen wird ausführlich von ihm berichtet. Er ist auch als Kobold, Buhmann oder Gespenst bezeichnet worden, weil er die Menschen verhext, ihnen Streiche spielt und sie mit seinen dämonischen Fähigkeiten zum Narren hält.
Auf zahllosen Türen, Ziegeln, Dachpfannen und Bodenkacheln, in Zeichnungen und Malereien finden sich in Korea Dokkaebi-Darstellungen. Sie stehen im Zusammenhang mit den vier Gottheiten des Windes, der Wolken, des Regens und des Donners. Weit aufgerissene Augen, vier dolchartige Zähne, struppiges dunkelrotes Haar, Hörner auf dem Kopf sowie Raubtierklauen vervollständigen den Furcht erregenden Anblick. Ähnlich wie unser Rübezahl spielen Dokkaebis den Vorübergehenden unberechenbare Streiche. Gute Menschen werden mitunter mit Reichtum überschüttet, schlechten wird das Leben schwer gemacht. Mit ihren Zauberkeulen und ihren Rosshaarhüten können sie aber auch Wünsche erfüllen. In diesem Band wird eine Sammlung traditioneller Dokkaebi-Darstellungen vorgelegt, wie sie in der bildenden Kunst und als Architekturdekor vorkommen. Künstler, Designer und an Korea interessierte Leser haben so Zugang zu einem Aspekt ostasiatischer Kunst, der im Westen bisher so gut wie völlig unbekannt war, bis Dokkaebis begannen, auf Tattoos und T-Shirts oder in PC-Spielen aufzutauchen und an ihre magischen Kräfte zu erinnern.
Guichard, Pierre: Al Andalus. Acht Jahrhunderte muslimischer Zivilisation in Spanien. 2005. 288 S., 233 meist fb. Abb. u. 7 Ktn 22 x 27 cm. Gb EUR 48,- ISBN: 3-8030-4028-0 Wasmuth
Mit dem Eindringen arabischer Armeen in Spanien im frühen 8. Jahrhundert begann eine fast 800 Jahre andauernde islamische Präsenz auf dem Boden der Iberischen Halbinsel. Mit der spanisch-muslimischen bzw. ‚andalusischen‘ Zivilisation, die sich nun hier entfaltete, verbinden sich bedeutende Errungenschaften des mittelalterlichen Islam: die Moschee in Córdoba, die Alhambra in Granada oder die Werke eines Averroes. Die Geschichte dieses Brückenlands zwischen Orient und Okzident fasziniert noch heute Abend- wie Morgenländer, die diese Kultur beide für sich beanspruchen. Vor allem die Epoche des umaiyadischen Kalifats wird gerne als "goldenes Zeitalter" überhöht, indem die Vertreter der drei monotheistischen Weltreligionen im Schatten der großen Werke der Antike, aber auch in den Gassen von Córdoba, Granada und Toledo harmonisch zusammenlebten und sich gegenseitig befruchteten.
Der Autor zählt zu einer Reihe spanischer und französischer Historiker, die in jüngerer Zeit diesem Bild durch eine intensivierte Forschungsarbeit auf den Grund gehen. Er bietet hier eine reich illustrierte Gesamtschau der kulturell und künstlerisch so außerordentlich fruchtbaren spanisch-muslimischen Zivilisation und ihrer Beziehungen zur Welt des christlichen Mittelalters.
Eine Kulturgeschichte des muslimischen Spanien, die uns diese Epoche in neuem – von den Fakten gestütztem – Licht entdecken lässt.
Eines der wichtigsten Nachschlagewerke zum Thema, nun auch in deutscher Sprache
Aus dem Inhalt:
al-Andalus als Provinz des Kalifats von Damaskus; die Krise Mitte des 8. Jahrhunderts; das umaiyadische Emirat; das umaiyadische Kalifat von Córdoba; die Taifa-Reiche; Almoraviden; Almohaden; die Reconquista des 13. Jahrhunderts; das Ende etc. Der Autor:
Pierre Guichard ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Lumière-Lyon II.
Sung-eun, Choi: Buddha. Bildnisse aus Stein in Korea. 2005. 332 S., 223 fb. Abb. 16 x 22 cm. Pb EUR 24,80 ISBN: 3-8030-3313-6 Wasmuth
Eine durch die enge Verbindung von Text und Bild ungewöhnlich anschauliche Darstellung der Entwicklung einer herausragenden koreanischen Kunstform und ihrer religiösen Bedeutung
Im Mittelpunkt des Buches stehen steinerne Buddha-Bildnisse aus verschiedenen Epochen: von der Zeit der „Drei Königreiche“ in Korea (57 v. Chr. – 608 n. Chr.) über diejenige des Groß-Silla-Reichs (676–935) und der Koryo-Dynastie (935–1392) bis zu den seltener werdenden Beispielen der Yi-Dynastie (1392–1910). 78 von ihnen werden in großartigen Fotos vorgestellt, die sie jeweils aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen, während die Autorin den künstlerischen Stil wie die religiöse Bedeutung der einzelnen Objekte aufschlüsselt.
Wie in China oder Japan wurden auch in Korea Buddha-Bildnisse in den unterschiedlichsten Materialien gefertigt, doch wurde hier schon früh der Stein zum bevorzugten Darstellungsmittel. Die steinernen Bilder beziehen ihre Bedeutung auch aus der Tatsache, dass sie zumeist noch an ihrem Entstehungsort zu finden sind, also in ihrem Kontext, damit auch ihrem politischen und kulturellen Umfeld gesehen werden können. Die frühesten erhalten Steinbilder und -reliefs stammen aus der 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts, wobei sich Qualität und Quantität im 7. Jahrhundert drastisch steigerten, was zur Blütezeit der koreanischen Steinmetzkunst im 8. Jahrhundert überleitete, einer Periode des Groß-Silla-Reichs, in der dank der Patronage der königlichen Familie und der Aristokratie zahllose Bildnisse sehr unterschiedlicher Ausdrucksformen gefertigt wurden. In der Koryo-Ära spielte der Buddhismus eine herausragende Rolle, was steinerne Buddha-Reliefs sehr populär machte; auch die über das Land verteilten Kolossalbildnisse künden von dieser Zeit. Die ablehnende Haltung der Yi-Dynastie gegenüber dem Buddhismus führte schließlich zu einem Niedergang der Kunstform.
Aus dem Inhalt:
Die koreanische Buddha-Darstellung in der Zeit der „Drei Königreiche“; im Groß-Silla-Reich; Buddha-Statuen und -Reliefs während der „Späten Drei Reiche“ und der Epoche der Koryo-Dynastie; die Bildnisse in der Zeit der Abwendung vom Buddhismus unter der Yi-Dynastie
Die Autorin:
Song-ûn-Ch'oe ist Professorin für Kunstgeschichte an der Duksung Women Universität in Seoul.
GEDOK-Haus Stuttgart. Vor- und Grußworte: Kathy Kaaf, Wolfgang Schuster, Michael Sieber. Texte: Ralf Christoferi, Elke Lauterbach, Kerstin Renz, Rita E. Täubner, Friederike Voß. 2005. 128 S., 100 Abb., dav. 20 fb., 17 x 23 cm, Gb., Wasmuth Verlag, Tübingen 2010. EUR 24,80 ISBN: 978-3-8030-0648-6 Wasmuth
Der Jubiläumsband zum 50-jährigen Bestehen eines wichtigen Forums für nationale und internationale Kunst und herausragenden Vertreters der Wohnbauarchitektur der 1950er-Jahre. Die GEDOK e.V., die größte und traditionsreichste interdisziplinäre Künstlerinnenorganisation, wurde 1926 mit dem Anliegen gegründet, weibliche Talente und kreative Initiativen zu fördern, und setzt sich heute über ein Netzwerk von Kontakten zu Kultur, Politik und Medien für die Belange von Künstlerinnen aller Sparten ein. 1955 errichtete die Stuttgarter Sektion des Verbands – um „Leben und Arbeiten miteinander zu verbinden“ – ein Atelierwohnhaus speziell für solche Frauen. Grit Bauer-Revellio, die den unter Stuttgarter Architektinnen ausgeschriebenen Wettbewerb gewann, entwarf hier mit ihrem Erstlingswerk ein Gebäude, das in der Stuttgarter Wohnlandschaft jener Zeit einzigartig ist. Die Schülerin von Richard Döcker bekannte sich dabei zu den Ideen und Formen des Neuen Bauens. Das Gestaltungskonzept setzt neben dem Primat der Konstruktion auf Farbe und Materialkontraste. Jedes Detail ist durchdacht, vieles eigens für den Bau entwickelt. Grit Bauer-Revellios souveräner Umgang mit den architekturgeschichtlichen Vorbildern sowie die von ihr erreichte konstruktive Verschränkung von Tradition und Moderne und überzeugende Durchdringung von Nutzung und Gestaltung wurden 1959 mit dem renommierten Paul-Bonatz-Preis der Stadt Stuttgart gewürdigt.
Das GEDOK-Haus bietet 27 Wohnateliers, eine Galerie für Ausstellungen und Konzerte sowie einen Ballettsaal. Das offene kommunikative Konzept des Hauses ermöglicht bis heute einen lebendigen Austausch zwischen jungen Künstlerinnen und damit die kreative Begegnung von Musik, Literatur und Tanz, von Angewandter und Bildender Kunst. Mit seiner Galerie und dem Konzertsaal sowie dem vielfältigen Angebot an Ausstellungen, Konzerten und Vortragsreihen, Performances, Lesungen und Workshops wurde es zu einem bedeutenden Stuttgarter Kulturzentrum. In diesem Band, der anlässlich seines 50-jährigen Bestehens erscheint, wird es erstmals umfassend vorgestellt und gewürdigt.
Aus dem Inhalt:
Porträt der Initiatorin des GEDOK-Hauses, Elle Hoffmann; die architekturgeschichtliche Stellung und Bedeutung des Hauses; Gespräche mit der Architektin Grit Bauer-Revellio und der Bildhauerin Eva Zippel, einer der ersten Bewohnerinnen des Hauses; das vielfältige Programm der GEDOK; die Geschichte des Künstlerinnen-Vereins GEDOK etc.
Steinzeug und Seladon. Handbuch der koreanischen Kunst. Band 1. Von Bang, Byung-sun /Lee, Jong-min /Chang, Ki-hoon /Choi, Kun. 2005. 280 S., 236 fb. Abb. 13 x 17 cm. Pb EUR 16,80 ISBN: 3-8030-3314-4 Wasmuth
Eine verständliche, aktuelle und leserliche Einführung in zwei wichtige Bereiche aus Koreas reichem künstlerischen Erbe
Das zweibändige Handbuch im handlichen Format ist reich an Inhalt – es enthält alle wichtigen Informationen zur koreanischen Töpferkunst und ihrer Entwicklung.
Ausgrabungsfunde belegen die Existenz von Steinzeug in Korea seit prähistorischen Zeiten. Eine große Rolle spielte es in der Periode des Groß-Silla-Reichs (676–935), als es in allen Lebensbereichen eingesetzt wurde. Die nachfolgende Koryo-Dynastie (935–1392) wird gerne mit dem Seladon-Porzellan identifiziert. Die grüne Ware wurde von China übernommen, doch entwickelte sich in Korea ein unabhängiger Koryo-Stil, der selbst im Ursprungsland hoch geschätzt wurde.
Die Yi-Dynastie (1392–1910) propagierte den Konfuzianismus auf Kosten des Buddhismus, der im religiös-philosophischen Bereich zuvor dominiert hatte. Da weißes Porzellan mit der Lehre des Konfuzius in Verbindung gebracht wurde, ersetzte es nun nach und nach die Seladonware im täglichen Leben der Menschen. So veränderte der politisch-kulturelle Wandel im Land auch das Kunsthandwerk. Die Punch’óng-Ware, die von einer großen Freiheit in Form und Design bestimmt wurde und ganz neue, für Keramik ungewöhnliche Wege ging, entwickelte sich zuerst am Ende des 14. Jahrhunderts und wurde vor allem von den unteren Gesellschaftsschichten verwendet. Die staatlichen Manufakturen der Yi-Dynastie, die weißes Porzellan für den Hof produzierten, drängten sie jedoch immer mehr ins Abseits, bis sie Mitte des 16. Jahrhunderts verschwand. Während weißes Porzellan die Philosophie und Kultur der Yi-Aristokratie verkörperte: Einfachheit, Anspruchslosigkeit sowie Integrität, praktisch und schlicht war und deshalb auch im Alltag eingesetzt wurde, galten Seladon-Keramiken als edle, kostbare Ware.
Den Autoren beider Bände zur Entwicklung dieser Waren ist es gelungen, die einzelnen Gebiete neu zu erschließen, indem sie über Herstellung wie historische Bedeutung ausgewählter Objekte informieren. Bilder von Vergleichsobjekten, Landkarten, Tabellen, Glossare und Biographien unterstützen die Darstellungen.
Die Autoren:
Byung-sun Bang ist Professor für Archäologie und Kunstgeschichte an der Korea Universität in Seoul, Jong-min Lee Chef-Kurator des Haegang Ceramic Art Museums und Professor für Archäologie und Kunstgeschichte an der Chungbuk National University. Ki-hoon Chang arbeitet als Chef-Kurator am Joseon Royal Kiln Museum in Kwangju, Kun Choi ist Direktor dieses Museums und unterrichtet an der Hongik Universität Geschichte der koreanischen Keramik.
Jaeyeol Kim ist stellvertretender Direktor des Ho-Am-Kunstmuseums. Er unterrichtet Geschichte der koreanischen Keramik an der Nationaluniversität in Seoul.
Hans van Heeswijk. Architecten. Beitr. v. Ibeling, Mels C /Heeswijk, Hans van /Tiesing, Frank. Englische Ausgabe. 2005. 530 S., 500 fb. Abb., Pläne 19 x 25 cm. Pb EUR 49,90 ISBN: 3-8030-0652-X Wasmuth
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