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Dokkaebi. Korean Motifs - Koreanische Motive. Beitr. Yim, Young-joo. Hrsg. Ahn, Sang-Soo. 2005. 292 S., 66 Bildtaf. 22 x 30 cm. Ln. EUR 38,- ISBN: 3-8030-0657-0 Wasmuth
Der Dokkaebi, ein Fabelwesen, ist tief im Herzen der Koreaner verwurzelt. Weder Gott noch Geist noch Mensch, verfügt er über Zauberkräfte, die er zum Guten oder zum Bösen verwenden kann. Die chinesischen Schriftzeichen, die seinen Namen wiedergeben, bedeuten „einbeiniger Geist“. In Sagen und Märchen wird ausführlich von ihm berichtet. Er ist auch als Kobold, Buhmann oder Gespenst bezeichnet worden, weil er die Menschen verhext, ihnen Streiche spielt und sie mit seinen dämonischen Fähigkeiten zum Narren hält.
Auf zahllosen Türen, Ziegeln, Dachpfannen und Bodenkacheln, in Zeichnungen und Malereien finden sich in Korea Dokkaebi-Darstellungen. Sie stehen im Zusammenhang mit den vier Gottheiten des Windes, der Wolken, des Regens und des Donners. Weit aufgerissene Augen, vier dolchartige Zähne, struppiges dunkelrotes Haar, Hörner auf dem Kopf sowie Raubtierklauen vervollständigen den Furcht erregenden Anblick. Ähnlich wie unser Rübezahl spielen Dokkaebis den Vorübergehenden unberechenbare Streiche. Gute Menschen werden mitunter mit Reichtum überschüttet, schlechten wird das Leben schwer gemacht. Mit ihren Zauberkeulen und ihren Rosshaarhüten können sie aber auch Wünsche erfüllen. In diesem Band wird eine Sammlung traditioneller Dokkaebi-Darstellungen vorgelegt, wie sie in der bildenden Kunst und als Architekturdekor vorkommen. Künstler, Designer und an Korea interessierte Leser haben so Zugang zu einem Aspekt ostasiatischer Kunst, der im Westen bisher so gut wie völlig unbekannt war, bis Dokkaebis begannen, auf Tattoos und T-Shirts oder in PC-Spielen aufzutauchen und an ihre magischen Kräfte zu erinnern.
Guichard, Pierre: Al Andalus. Acht Jahrhunderte muslimischer Zivilisation in Spanien. 2005. 288 S., 233 meist fb. Abb. u. 7 Ktn 22 x 27 cm. Gb EUR 48,- ISBN: 3-8030-4028-0 Wasmuth
Mit dem Eindringen arabischer Armeen in Spanien im frühen 8. Jahrhundert begann eine fast 800 Jahre andauernde islamische Präsenz auf dem Boden der Iberischen Halbinsel. Mit der spanisch-muslimischen bzw. ‚andalusischen‘ Zivilisation, die sich nun hier entfaltete, verbinden sich bedeutende Errungenschaften des mittelalterlichen Islam: die Moschee in Córdoba, die Alhambra in Granada oder die Werke eines Averroes. Die Geschichte dieses Brückenlands zwischen Orient und Okzident fasziniert noch heute Abend- wie Morgenländer, die diese Kultur beide für sich beanspruchen. Vor allem die Epoche des umaiyadischen Kalifats wird gerne als "goldenes Zeitalter" überhöht, indem die Vertreter der drei monotheistischen Weltreligionen im Schatten der großen Werke der Antike, aber auch in den Gassen von Córdoba, Granada und Toledo harmonisch zusammenlebten und sich gegenseitig befruchteten.
Der Autor zählt zu einer Reihe spanischer und französischer Historiker, die in jüngerer Zeit diesem Bild durch eine intensivierte Forschungsarbeit auf den Grund gehen. Er bietet hier eine reich illustrierte Gesamtschau der kulturell und künstlerisch so außerordentlich fruchtbaren spanisch-muslimischen Zivilisation und ihrer Beziehungen zur Welt des christlichen Mittelalters.
Eine Kulturgeschichte des muslimischen Spanien, die uns diese Epoche in neuem – von den Fakten gestütztem – Licht entdecken lässt.
Eines der wichtigsten Nachschlagewerke zum Thema, nun auch in deutscher Sprache
Aus dem Inhalt:
al-Andalus als Provinz des Kalifats von Damaskus; die Krise Mitte des 8. Jahrhunderts; das umaiyadische Emirat; das umaiyadische Kalifat von Córdoba; die Taifa-Reiche; Almoraviden; Almohaden; die Reconquista des 13. Jahrhunderts; das Ende etc. Der Autor:
Pierre Guichard ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Lumière-Lyon II.
Sung-eun, Choi: Buddha. Bildnisse aus Stein in Korea. 2005. 332 S., 223 fb. Abb. 16 x 22 cm. Pb EUR 24,80 ISBN: 3-8030-3313-6 Wasmuth
Eine durch die enge Verbindung von Text und Bild ungewöhnlich anschauliche Darstellung der Entwicklung einer herausragenden koreanischen Kunstform und ihrer religiösen Bedeutung
Im Mittelpunkt des Buches stehen steinerne Buddha-Bildnisse aus verschiedenen Epochen: von der Zeit der „Drei Königreiche“ in Korea (57 v. Chr. – 608 n. Chr.) über diejenige des Groß-Silla-Reichs (676–935) und der Koryo-Dynastie (935–1392) bis zu den seltener werdenden Beispielen der Yi-Dynastie (1392–1910). 78 von ihnen werden in großartigen Fotos vorgestellt, die sie jeweils aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen, während die Autorin den künstlerischen Stil wie die religiöse Bedeutung der einzelnen Objekte aufschlüsselt.
Wie in China oder Japan wurden auch in Korea Buddha-Bildnisse in den unterschiedlichsten Materialien gefertigt, doch wurde hier schon früh der Stein zum bevorzugten Darstellungsmittel. Die steinernen Bilder beziehen ihre Bedeutung auch aus der Tatsache, dass sie zumeist noch an ihrem Entstehungsort zu finden sind, also in ihrem Kontext, damit auch ihrem politischen und kulturellen Umfeld gesehen werden können. Die frühesten erhalten Steinbilder und -reliefs stammen aus der 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts, wobei sich Qualität und Quantität im 7. Jahrhundert drastisch steigerten, was zur Blütezeit der koreanischen Steinmetzkunst im 8. Jahrhundert überleitete, einer Periode des Groß-Silla-Reichs, in der dank der Patronage der königlichen Familie und der Aristokratie zahllose Bildnisse sehr unterschiedlicher Ausdrucksformen gefertigt wurden. In der Koryo-Ära spielte der Buddhismus eine herausragende Rolle, was steinerne Buddha-Reliefs sehr populär machte; auch die über das Land verteilten Kolossalbildnisse künden von dieser Zeit. Die ablehnende Haltung der Yi-Dynastie gegenüber dem Buddhismus führte schließlich zu einem Niedergang der Kunstform.
Aus dem Inhalt:
Die koreanische Buddha-Darstellung in der Zeit der „Drei Königreiche“; im Groß-Silla-Reich; Buddha-Statuen und -Reliefs während der „Späten Drei Reiche“ und der Epoche der Koryo-Dynastie; die Bildnisse in der Zeit der Abwendung vom Buddhismus unter der Yi-Dynastie
Die Autorin:
Song-ûn-Ch'oe ist Professorin für Kunstgeschichte an der Duksung Women Universität in Seoul.
GEDOK-Haus Stuttgart. Vor- und Grußworte: Kathy Kaaf, Wolfgang Schuster, Michael Sieber. Texte: Ralf Christoferi, Elke Lauterbach, Kerstin Renz, Rita E. Täubner, Friederike Voß. 2005. 128 S., 100 Abb., dav. 20 fb., 17 x 23 cm, Gb., Wasmuth Verlag, Tübingen 2010. EUR 24,80 ISBN: 978-3-8030-0648-6 Wasmuth
Der Jubiläumsband zum 50-jährigen Bestehen eines wichtigen Forums für nationale und internationale Kunst und herausragenden Vertreters der Wohnbauarchitektur der 1950er-Jahre. Die GEDOK e.V., die größte und traditionsreichste interdisziplinäre Künstlerinnenorganisation, wurde 1926 mit dem Anliegen gegründet, weibliche Talente und kreative Initiativen zu fördern, und setzt sich heute über ein Netzwerk von Kontakten zu Kultur, Politik und Medien für die Belange von Künstlerinnen aller Sparten ein. 1955 errichtete die Stuttgarter Sektion des Verbands – um „Leben und Arbeiten miteinander zu verbinden“ – ein Atelierwohnhaus speziell für solche Frauen. Grit Bauer-Revellio, die den unter Stuttgarter Architektinnen ausgeschriebenen Wettbewerb gewann, entwarf hier mit ihrem Erstlingswerk ein Gebäude, das in der Stuttgarter Wohnlandschaft jener Zeit einzigartig ist. Die Schülerin von Richard Döcker bekannte sich dabei zu den Ideen und Formen des Neuen Bauens. Das Gestaltungskonzept setzt neben dem Primat der Konstruktion auf Farbe und Materialkontraste. Jedes Detail ist durchdacht, vieles eigens für den Bau entwickelt. Grit Bauer-Revellios souveräner Umgang mit den architekturgeschichtlichen Vorbildern sowie die von ihr erreichte konstruktive Verschränkung von Tradition und Moderne und überzeugende Durchdringung von Nutzung und Gestaltung wurden 1959 mit dem renommierten Paul-Bonatz-Preis der Stadt Stuttgart gewürdigt.
Das GEDOK-Haus bietet 27 Wohnateliers, eine Galerie für Ausstellungen und Konzerte sowie einen Ballettsaal. Das offene kommunikative Konzept des Hauses ermöglicht bis heute einen lebendigen Austausch zwischen jungen Künstlerinnen und damit die kreative Begegnung von Musik, Literatur und Tanz, von Angewandter und Bildender Kunst. Mit seiner Galerie und dem Konzertsaal sowie dem vielfältigen Angebot an Ausstellungen, Konzerten und Vortragsreihen, Performances, Lesungen und Workshops wurde es zu einem bedeutenden Stuttgarter Kulturzentrum. In diesem Band, der anlässlich seines 50-jährigen Bestehens erscheint, wird es erstmals umfassend vorgestellt und gewürdigt.
Aus dem Inhalt:
Porträt der Initiatorin des GEDOK-Hauses, Elle Hoffmann; die architekturgeschichtliche Stellung und Bedeutung des Hauses; Gespräche mit der Architektin Grit Bauer-Revellio und der Bildhauerin Eva Zippel, einer der ersten Bewohnerinnen des Hauses; das vielfältige Programm der GEDOK; die Geschichte des Künstlerinnen-Vereins GEDOK etc.
Steinzeug und Seladon. Handbuch der koreanischen Kunst. Band 1. Von Bang, Byung-sun /Lee, Jong-min /Chang, Ki-hoon /Choi, Kun. 2005. 280 S., 236 fb. Abb. 13 x 17 cm. Pb EUR 16,80 ISBN: 3-8030-3314-4 Wasmuth
Eine verständliche, aktuelle und leserliche Einführung in zwei wichtige Bereiche aus Koreas reichem künstlerischen Erbe
Das zweibändige Handbuch im handlichen Format ist reich an Inhalt – es enthält alle wichtigen Informationen zur koreanischen Töpferkunst und ihrer Entwicklung.
Ausgrabungsfunde belegen die Existenz von Steinzeug in Korea seit prähistorischen Zeiten. Eine große Rolle spielte es in der Periode des Groß-Silla-Reichs (676–935), als es in allen Lebensbereichen eingesetzt wurde. Die nachfolgende Koryo-Dynastie (935–1392) wird gerne mit dem Seladon-Porzellan identifiziert. Die grüne Ware wurde von China übernommen, doch entwickelte sich in Korea ein unabhängiger Koryo-Stil, der selbst im Ursprungsland hoch geschätzt wurde.
Die Yi-Dynastie (1392–1910) propagierte den Konfuzianismus auf Kosten des Buddhismus, der im religiös-philosophischen Bereich zuvor dominiert hatte. Da weißes Porzellan mit der Lehre des Konfuzius in Verbindung gebracht wurde, ersetzte es nun nach und nach die Seladonware im täglichen Leben der Menschen. So veränderte der politisch-kulturelle Wandel im Land auch das Kunsthandwerk. Die Punch’óng-Ware, die von einer großen Freiheit in Form und Design bestimmt wurde und ganz neue, für Keramik ungewöhnliche Wege ging, entwickelte sich zuerst am Ende des 14. Jahrhunderts und wurde vor allem von den unteren Gesellschaftsschichten verwendet. Die staatlichen Manufakturen der Yi-Dynastie, die weißes Porzellan für den Hof produzierten, drängten sie jedoch immer mehr ins Abseits, bis sie Mitte des 16. Jahrhunderts verschwand. Während weißes Porzellan die Philosophie und Kultur der Yi-Aristokratie verkörperte: Einfachheit, Anspruchslosigkeit sowie Integrität, praktisch und schlicht war und deshalb auch im Alltag eingesetzt wurde, galten Seladon-Keramiken als edle, kostbare Ware.
Den Autoren beider Bände zur Entwicklung dieser Waren ist es gelungen, die einzelnen Gebiete neu zu erschließen, indem sie über Herstellung wie historische Bedeutung ausgewählter Objekte informieren. Bilder von Vergleichsobjekten, Landkarten, Tabellen, Glossare und Biographien unterstützen die Darstellungen.
Die Autoren:
Byung-sun Bang ist Professor für Archäologie und Kunstgeschichte an der Korea Universität in Seoul, Jong-min Lee Chef-Kurator des Haegang Ceramic Art Museums und Professor für Archäologie und Kunstgeschichte an der Chungbuk National University. Ki-hoon Chang arbeitet als Chef-Kurator am Joseon Royal Kiln Museum in Kwangju, Kun Choi ist Direktor dieses Museums und unterrichtet an der Hongik Universität Geschichte der koreanischen Keramik.
Jaeyeol Kim ist stellvertretender Direktor des Ho-Am-Kunstmuseums. Er unterrichtet Geschichte der koreanischen Keramik an der Nationaluniversität in Seoul.
Hans van Heeswijk. Architecten. Beitr. v. Ibeling, Mels C /Heeswijk, Hans van /Tiesing, Frank. Englische Ausgabe. 2005. 530 S., 500 fb. Abb., Pläne 19 x 25 cm. Pb EUR 49,90 ISBN: 3-8030-0652-X Wasmuth
Hans van Heeswijk. Architecten. Beitr. v. Ibeling, Mels C /Heeswijk, Hans van /Tiesing, Frank. 2005. 530 S., 500 fb. Abb., fb. Abb. u. Pläne, 19 x 25 cm. Pb EUR 49,90 ISBN: 3-8030-0655-4 Wasmuth
Hans van Heeswijks Architekturbüro wurde 1985 in Amsterdam gegründet und machte sich aufgrund seiner Innovationsfreude schnell einen Namen. Mittlerweile ist eine Vielzahl unterschiedlichster Entwürfe, Bauten und anderer Aufgaben in Angriff genommen und realisiert worden, darunter Bürogebäude, öffentliche Gebäude, Museen, Brücken, Modernisierungen, Generalüberholungen und Innenausstattungen, aber auch Arbeiten im Bereich des Product design.
All diese Projekte bestechen durch Intelligenz und makellose Perfektion in der Ausführung, eine Tugend, die in Zeiten knapper Budgets immer seltener wird. Formal wirken die Entwürfe von Hans van Heeswijk Architekten zunächst zurückhaltend, um dann bei näherer Betrachtung durch subtile Artikulationen zu überraschen. Jedes Detail wirkt überzeugend – die Aura ruhiger Gelassenheit, die diese Arbeiten ausstrahlen, ist typisch für Bauten, die mit großer Sorgfalt und Gründlichkeit komponiert wurden.
Die vorliegende Monographie dokumentiert die Arbeit und Philosophie von Hans van Heeswijk Architecten während der letzten 10 Jahre. Auch das neueste Projekt, der kürzlich erteilte Auftrag zur Generalinstandsetzung des Hermitage Museums in Amsterdam, wird hier bereits vorgestellt.
Essays von Hans van Heeswijk und Hans Ibelings sowie ein Gespräch zwischen Hans van Heeswijk und dem holländischen Reichsbaumeister Mels Crouwel ergänzen den bis ins Detail illustrierten Projektteil.
Aus dem Inhalt:
Öffentliche Bauten: Satelietmuseum der Hermitage in Amsterdam; Artothek und Museum, Breda; Rathaus und Bibliothek, Heerhugoward; Schul- und Bürogebäude, Amsterdam. Bürobauten: Sportsaal und Architekturbüro Hans van Heeswijk Architecten, Amsterdam; Geo-Informationsdienst, Delft; Constellation und Convair Building am Flughafen Schiphol. Umnutzungen: Parkgaragen Daalwijkdreef, Amsterdam. Wohnbauten: Dapperbuurt, Amsterdam; IJdoornlaan, Amsterdam. Infrastrukturelle Bauten: U-Bahn-Station Parkweg, Schiedam; Brücke Papendorp, Utrecht; Brücken Deventer; Zouthavenbrug, Amsterdam. Renovierungen: Wohnbauten Brandaris, Nordwachter und IJdoorn, Zaandam u.v.a.

Zielgruppen:
Architekten, Architekturinteressierte, Stadtplaner
Krier, Rob: Figuren. Gezeichnetes Tagebuch. 14.6.94 - 1.9.94. 2005. 264 S., 127 fb. Abb. 12 x 17 cm. Ln EUR 29,80 ISBN: 3-8030-3311-X Wasmuth
Zeichnungen und Skulpturen: das künstlerische Werk des bekannten Architekten.
Der 1938 in Luxemburg geborene Architekt Rob Krier übernahm nach seinem Studium an der TU München einen Lehrauftrag für Entwerfen an der Technischen Universität Wien. Gleichzeitig unterhielt er dort ein Architekturbüro, bis er 1993 nach Berlin umsiedelte und Christoph Kohl als Juniorpartner aufnahm. Bekannt wurde Krier insbesondere durch seine Bauten im Rahmen der IBA Berlin (Ritterstraße, Rauchstraße), in die er seine Vorstellungen von Stadtraum einbringen konnte, sowie die städtebauliche Gesamtanlage Kirchsteigfeld bei Potsdam. Mit seinen Beiträgen zur erneuten Einbeziehung traditioneller Raumkompositionen in den Städtebau der Nachkriegszeit gewann er auch internationale Beachtung. Er gilt als Anwalt einer Stadtarchitektur, die über die bloße Nützlichkeit hinaus auch zur Verschönerung des Lebensumfelds beitragen soll. Die Beachtung des menschlichen Maßstabs beim Bau, die Bevorzugung des individualisierten, parzellierten Häuserblocks und die soziale Rückdimensionierung von Architektur zielen auf die Wiederbelebung des Viertels oder Quartiers.
Zeitgleich zur monographischen Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt vom 6. August bis 30. Oktober erscheinen zwei kleinformatige Bände, die zum einen das zeichnerische Schaffen Rob Kriers, zum anderen sein bildhauerisches Werk dokumentieren. Seine unablässige künstlerische Produktivität in diesen Bereichen ist für ihn ebenso wichtig wie die Rationalität des Bauens: „Mein Traum ist es immer gewesen, beides zu verbinden.“
Seine Skulpturen sind der Bodenständigkeit verpflichtet, ihre Sinnlichkeit ist aus dem täglichen Leben gegriffen. „Ich nutze die Sprache der Bewegung des menschlichen Körpers, der lautlosen Gestik, die noch in der Erstarrung alle Bereiche der Gefühlswelt erahnen lässt.“ Diese Körpergebilde streben nach Idealen, die kaum zu erreichen sind, und lassen auch bedrohliche Seiten aufscheinen. Die Suche nach Gleichgewicht und Ausgewogenheit äußert sich in immer neuen Interpretationen: „Die Träume, die mich verfolgen, sind mit Schwermut beladen. Sie sind sich der Unerfüllbarkeit ihrer Begierden bewusst.“ – Rob Kriers Zeichnungen und Figuren sind all dies und zugleich Studien und Modelle im Hinblick auf einen späteren Dialog mit der Architektur; ein imaginärer Standpunkt begleitet sie unsichtbar, ein leerer Sockel oder eine Nische im öffentlichen Raum, an Straßen, Plätzen, Gärten und an Gebäuden, wartet auf sie. Es ist die implizite Sehnsucht nach dem architektonischen Kontext und dem Gesamtkunstwerk.
Krier, Rob: Figuren. In Ton moduliert 1994-2002. 2005. 376 S., 291 fb. Abb. - 12 x 17 cm Ln EUR 29,80 ISBN: 3-8030-3312-8 Wasmuth
Zeichnungen und Skulpturen: das künstlerische Werk des bekannten Architekten.
Der 1938 in Luxemburg geborene Architekt Rob Krier übernahm nach seinem Studium an der TU München einen Lehrauftrag für Entwerfen an der Technischen Universität Wien. Gleichzeitig unterhielt er dort ein Architekturbüro, bis er 1993 nach Berlin umsiedelte und Christoph Kohl als Juniorpartner aufnahm. Bekannt wurde Krier insbesondere durch seine Bauten im Rahmen der IBA Berlin (Ritterstraße, Rauchstraße), in die er seine Vorstellungen von Stadtraum einbringen konnte, sowie die städtebauliche Gesamtanlage Kirchsteigfeld bei Potsdam. Mit seinen Beiträgen zur erneuten Einbeziehung traditioneller Raumkompositionen in den Städtebau der Nachkriegszeit gewann er auch internationale Beachtung. Er gilt als Anwalt einer Stadtarchitektur, die über die bloße Nützlichkeit hinaus auch zur Verschönerung des Lebensumfelds beitragen soll. Die Beachtung des menschlichen Maßstabs beim Bau, die Bevorzugung des individualisierten, parzellierten Häuserblocks und die soziale Rückdimensionierung von Architektur zielen auf die Wiederbelebung des Viertels oder Quartiers.
Zeitgleich zur monographischen Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt vom 6. August bis 30. Oktober erscheinen zwei kleinformatige Bände, die zum einen das zeichnerische Schaffen Rob Kriers, zum anderen sein bildhauerisches Werk dokumentieren. Seine unablässige künstlerische Produktivität in diesen Bereichen ist für ihn ebenso wichtig wie die Rationalität des Bauens: „Mein Traum ist es immer gewesen, beides zu verbinden.“
Seine Skulpturen sind der Bodenständigkeit verpflichtet, ihre Sinnlichkeit ist aus dem täglichen Leben gegriffen. „Ich nutze die Sprache der Bewegung des menschlichen Körpers, der lautlosen Gestik, die noch in der Erstarrung alle Bereiche der Gefühlswelt erahnen lässt.“ Diese Körpergebilde streben nach Idealen, die kaum zu erreichen sind, und lassen auch bedrohliche Seiten aufscheinen. Die Suche nach Gleichgewicht und Ausgewogenheit äußert sich in immer neuen Interpretationen: „Die Träume, die mich verfolgen, sind mit Schwermut beladen. Sie sind sich der Unerfüllbarkeit ihrer Begierden bewusst.“ – Rob Kriers Zeichnungen und Figuren sind all dies und zugleich Studien und Modelle im Hinblick auf einen späteren Dialog mit der Architektur; ein imaginärer Standpunkt begleitet sie unsichtbar, ein leerer Sockel oder eine Nische im öffentlichen Raum, an Straßen, Plätzen, Gärten und an Gebäuden, wartet auf sie. Es ist die implizite Sehnsucht nach dem architektonischen Kontext und dem Gesamtkunstwerk.
Hillenbrand, Robert: Kunst und Architektur des Islam. 2005. 290 S., 190 sw. u. 80 fb. Abb. 15 x 21 cm. Pb EUR 24,80 ISBN: 3-8030-4027-2 Wasmuth
Eine zugleich umfassende wie kompakte Darstellung der Entwicklung der Künste im islamischen Kulturkreis, wie es sie bisher in deutscher Sprache nicht gegeben hat
Ein Muss für jeden, der etwas über Kunst und Islam erfahren will
Robert Hillenbrand, der nicht nur in England als die führende Autorität auf dem Gebiet der Erforschung islamischer Kunst gilt, verfolgt in diesem Buch, das sich als grundlegende Einführung in dieses Thema versteht, die Entwicklung einer außergewöhnlich vielfältigen Spannbreite von Kunstformen: Architektur, Kalligraphie, Buchillumination, Malerei, Keramik, Textilien, Metallarbeiten, um nur einige zu nennen. Er bietet in seinem reich illustrierten Werk einen ausgewogenen Überblick zu diesem weit gefassten Thema – das immerhin 1000 Jahre und geographisch den ausgedehnten Wirkungsbereich muslimisch geprägter Zivilisation umspannt –, indem er den Schwerpunkt auf bestimmte bedeutende Werke legt, die für die verschiedenen Stile und Schulen als repräsentativ gesehen werden können. Diese ausgewählten Beispiele, die in Erscheinung und Wirkung sehr anschaulich beschrieben werden, sind gleichsam ‚Botschafter‘ für die jeweilige Kunstform. Die ‚großen Namen‘ der islamischen Architektur und Kunst – wie der Felsendom, die Alhambra oder Rashid al-Dins „Weltgeschichte“ – stehen dabei neben weniger bekannten, doch genauso faszinierenden Arbeiten, die den Leser die Vielfalt und Tiefe islamischer Kunst erahnen lassen.
Dem Autor gelingt es auch, die richtige Balance zwischen zweckmäßigen Gegenständen für den Alltagsgebrauch und Luxusobjekten, die für die Herrschaftsschicht gefertigt wurden, zu finden. Die Besonderheiten, für welche die einzelnen Dynastien stehen, werden herausgearbeitet wie auch die engen Beziehungen, die zwischen den jeweiligen politischen, religiösen und ökonomischen Gegebenheiten und dieser Kunst bestanden. Vor allem werden die Werke dabei auch mit dem Leben ihrer Schöpfer in Verbindung gebracht, so dass der Leser auch etwas über das Leben in und außerhalb der Paläste in der muslimischen Welt erfährt.
Aus dem Inhalt:
Kunst und Architektur der Umaiyaden, Abbasiden, Fatimiden, Seldschuken, Atabegs, Mamluken sowie der Dynastien im islamischen Westen, der Ilkhane und Timuriden, der Safawiden und der Osmanen
Der Autor:
Robert Hillenbrand ist seit 1989 Professor für Islamische Kunst an der Universität Edinburgh.
Kim, Jaeyeol: Weisses Porzellan und Punch'óng-Keramik. Handbuch der koreanischen Kunst. Band 2. 2005. 312 S., 220 fb. Abb. 13 x 17 cm. Pb EUR 16,80 ISBN: 3-8030-3315-2 Wasmuth
Eine verständliche, aktuelle und leserliche Einführung in zwei wichtige Bereiche aus Koreas reichem künstlerischen Erbe

Das zweibändige Handbuch im handlichen Format ist reich an Inhalt – es enthält alle wichtigen Informationen zur koreanischen Töpferkunst und ihrer Entwicklung.
Ausgrabungsfunde belegen die Existenz von Steinzeug in Korea seit prähistorischen Zeiten. Eine große Rolle spielte es in der Periode des Groß-Silla-Reichs (676–935), als es in allen Lebensbereichen eingesetzt wurde. Die nachfolgende Koryo-Dynastie (935–1392) wird gerne mit dem Seladon-Porzellan identifiziert. Die grüne Ware wurde von China übernommen, doch entwickelte sich in Korea ein unabhängiger Koryo-Stil, der selbst im Ursprungsland hoch geschätzt wurde.
Die Yi-Dynastie (1392–1910) propagierte den Konfuzianismus auf Kosten des Buddhismus, der im religiös-philosophischen Bereich zuvor dominiert hatte. Da weißes Porzellan mit der Lehre des Konfuzius in Verbindung gebracht wurde, ersetzte es nun nach und nach die Seladonware im täglichen Leben der Menschen. So veränderte der politisch-kulturelle Wandel im Land auch das Kunsthandwerk. Die Punch’óng-Ware, die von einer großen Freiheit in Form und Design bestimmt wurde und ganz neue, für Keramik ungewöhnliche Wege ging, entwickelte sich zuerst am Ende des 14. Jahrhunderts und wurde vor allem von den unteren Gesellschaftsschichten verwendet. Die staatlichen Manufakturen der Yi-Dynastie, die weißes Porzellan für den Hof produzierten, drängten sie jedoch immer mehr ins Abseits, bis sie Mitte des 16. Jahrhunderts verschwand.
Während weißes Porzellan die Philosophie und Kultur der Yi-Aristokratie verkörperte: Einfachheit, Anspruchslosigkeit sowie Integrität, praktisch und schlicht war und deshalb auch im Alltag eingesetzt wurde, galten Seladon-Keramiken als edle, kostbare Ware.
Den Autoren beider Bände zur Entwicklung dieser Waren ist es gelungen, die einzelnen Gebiete neu zu erschließen, indem sie über Herstellung wie historische Bedeutung ausgewählter Objekte informieren. Bilder von Vergleichsobjekten, Landkarten, Tabellen, Glossare und Biographien unterstützen die Darstellungen.
Schreiber, Gudrun: Faszination Shal. Persische Woll- und Kaschmirstoffe im Vergleich. 2005. 96 S., 30 sw. u. 65 fb. Abb. 21 x 28 cm. Pb EUR 39,90 ISBN: 3-8030-3310-1 Wasmuth
Dieses Buch lässt auf exemplarische Weise erkennen, wie in einem Kulturkreis das ästhetische Empfinden verbunden mit den technischen Möglichkeiten einer bestimmten Zeit zu exklusiven textilen Produkten, die höchste gesellschaftliche Anerkennung genießen, führen kann. So geschehen mit Woll- und Kaschmirstoffen in Persien vor allem im 18. und 19. Jahrhundert, die eine Sonderstellung in der höfischen Kleidergeschichte einnehmen. Für mehr als tausend Jahre war in den Kulturen des Orients wie in denen des Okzidents Seide das Material des Hofes und der Herrschenden gewesen. Während die Autorin die Geschichte ihrer Ablösung durch die Shal-Fabrikate in Persien und deren weitere Entwicklung nachzeichnet, eröffnet sie interessante Einblicke in die iranische Lebenswelt vergangener Zeiten. Die textilkulturelle Untersuchung begleitet jedoch auch eine Beschreibung der technikgeschichtlichen Hintergründe der Produktion von Woll- und Kaschmirstoffen. Hier zeigt sich dann auch, wie sehr der Einfluss neuer technischer Entwicklungen die Gestaltung und Realisierung solcher Textilien wie auch letztendlich ihren Niedergang bestimmen kann. Auf der Grundlage von Einzelanalysen - wobei der Autorin für die Untersuchung zahlreiche Beispiele zur Verfügung standen - werden die eingesetzten Materialien, die Herstellungsmethoden und -techniken sowie die Struktur und die typischen Muster bestimmt. Trotz aller Schwierigkeiten und Unsicherheiten, die stets mit der Herausarbeitung von Unterscheidungsmerkmalen einher gehen, die für eine gesicherte Zu- und Einordnung historischer Textilien nach Provenienzen relevant sind, gelingt es, Kriterien für eine Abgrenzung der persischen Shals gegenüber vergleichbaren indischen und europäischen Stoffen zu entwickeln.
Eine gelungene Analyse der gestalterischen, textiltechnischen und textilchemischen Aspekte des "Shal" - eines exklusiven Kleidungsstücks, das Land und Leute in Iran über Jahrhunderte prägte.

Aus dem Inhalt:
Die Bedeutung der Stoffe im historischen Verlauf von den ersten Hinweisen bis zum Ende der Shal-Tradition Anfang des 20. Jahrhunderts; Formen und Materialien der Kleidung in Persien in dieser Zeit und ihre gesellschaftliche Bedeutung; Textilien im Wohnbereich, im sakralen Bereich, im Zeremoniell der Feste; die Rohstoffe; allgemeine Produktionsbedingungen; Methoden und Techniken; im Vergleich mit indischen Wirkarbeiten und europäischen Schals: Struktur der Shals und Ornamentik; eine Analyse der Woll- und Kaschmirstoffe mit dem Versuch einer Zuschreibung von Provenienzen.
Tunesien Ifriqiya. 13 Jahrhundert Kunst und Architektur. Hrsg. Museum ohne Grenzen. 2003. 312 S., 230 fb. Abb., 15 Planskizzen 15 x 21 cm. Pb EUR 24,80 ISBN: 3-8030-4103-1 Wasmuth
Seit dem 9. Jahrhundert konnte Ifriqiya über Syrien und Ägypten mesopotamische sowie auch andalusische Einflüsse in sich aufnehmen und diese weiterentwickeln, ohne mit berberischen, karthagischen, römischen und byzantinischen Traditionen brechen zu müssen: ein vollendeter Synkretismus, dessen zahlreiche Zeugnisse noch heute in Tunesien sichtbar sind, von den majestätischen Bey-Residenzen in der Hauptstadt bis hin zur strengen Ibaditen-Architektur auf Djerba. Ribats, Moscheen, Medinas, Zawiyas, Ksur und Ghurfas säumen geschichtsträchtige Landstriche, die es auf dieser Ausstellungsstraße zu entdecken lohnt.
Jahrbuch Bau und Raum 2005 /Annual Buildings and Regions 2005. Beitr.: Bredow, Jürgen /Fischer, Reiner /Harrap, Julian /Karbe, Roger /Krekeler Ruiken & Vetter /Kretschmar, Ulrike /Rühm, Gerhard /Seipelt & Dluzniewski. Hrsg. v.Bundesamt f. Bauwesen. 2005. 160 S., 300 fb. Abb., meist fb. Abb. 24 x 30 cm. Pb EUR 34,80 ISBN: 3-8030-0649-X Wasmuth
Namhafte Architekten, Städtebauer, Wissenschaftler und Künstler präsentieren in diesem siebten Jahrbuch-Band aktuelle Projekte des Bundes aus den Bereichen Architektur, Kunst und Raumordnung. Es sind dies in Berlin u. a. die Rekonstruktion der Museumsinsel mit Beiträgen über das Neue Museum oder die Fertigstellung des Münzkabinetts im Bodemuseum, die Instandsetzung des Zeughauses mit Ieoh Ming Peis gläserner Überdachung des Schlüterhofes oder die Neugestaltung des Museums für Vor- und Frühgeschichte im Langhausbau von Schloss Charlottenburg. Als Bundesbauten im Ausland sind es der Neubau der Botschaftsresidenz in Lima durch das dortige Architektenbüro Belaunde & Reiser oder die Sanierung und der Umbau jener in Algier in Zusammenarbeit mit dem Berliner Büro Krekeler, Ruiken & Vetter, die vorgestellt werden – wie auch das Goetheinstitut in Jakarta der gleichfalls in Berlin ansässigen Architekten Seipelt und Dluzniewski.
Einen Ausblick in die Zukunft erlaubt die Veröffentlichung des Wettbewerbs für die Erweiterung der einst von Otto Bartning errichteten Deutschen Schule in Lissabon oder der Wettbewerb zur Umnutzung einer großflächigen, auf das Dritte Reich zurückgehenden „Kraft-durch-Freude“-Ruine am Strand von Prora auf Rügen.
Kunst am Bau ist an der Zentrale der Deutschen Welle in Bonn in Form von Kunstinstallationen internationaler Künstler zu besichtigen.
Aus dem Inhalt:
Berlin: Museumsinsel (Neues Museum, Münzkabinett im Bodemuseum), Zeughaus, Museum für Vor- und Frühgeschichte im Schloss Charlottenburg; Bonn: Kunst für die Deutsche Welle (von Sokari Douglas Camp, Yoshiyuki Miura, Babek Saed, Igor + Svetlana Kopystiansky, Manuel Marin); Deutsche Botschaftsresidenzen in Lima und Algier; Deutsche Schule in Lissabon; Goetheinstitut in Jakarta
Zielgruppen:
Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner, Architektur- und Kunstkritiker, aber auch Architektur- und Kunstinteressierte im weitesten Sinne
Dominikus Böhm 1880-1955. Beitr.: James-Chakraborty, Kathleen /Pehnt, Wolfgang /Speidel, Manfred /Voigt, Wolfgang /Weller, Christian. Hrsg.: Flagge, Ingeborg /Voigt, Wolfgang. 2005. 240 S., 380 Abb. 23 x 30 cm. Gb EUR 49,90 ISBN: 3-8030-0646-5 Wasmuth
Dominikus Böhm, in dessen 50. Todesjahr diese Monografie erscheint, gilt – neben Rudolf Schwarz – als bedeutendster deutscher Kirchenbaumeister des 20. Jahrhunderts. Der Anstoß für sein gebautes Werk kam aus der liturgischen Reformbewegung in der katholischen Kirche, die aus passiven Gottesdienstbesuchern aktive Teilnehmer des Geschehens machen wollte. Vier Jahrzehnte vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil schuf Böhm hierfür den architektonischen Raum: Die aus einfachsten Volumen gebildete Notkirche in Offenbach (1919) und die Pfarrkirche in Dettingen bei Hanau (1922) gelten als die ersten Sakralbauten der Moderne in Deutschland, die sich dem vorgeschriebenen historischen Baustil verweigerten. Sein Entwurf „Circumstantes“ (1923) war der erste seiner Art, der mit dem Altar den über Jahrhunderte von der Gemeinde abgerückten Handlungsmittelpunkt des katholischen Ritus konsequent wieder in den Raum und unter die Menschen stellte.
In den 1920er-Jahren entwickelte sich Böhms Werk vom Expressionismus zu einer religiös gebundenen Sachlichkeit, die oft monumentale Züge zeigt, ohne dabei in die Härte und Kälte von Herrschaftsarchitektur zu verfallen. Bahnbrechend wirkte seine Kirche in Bischofsheim bei Mainz (1926) mit ihrem parabolisch gekrümmten rohen Betongewölbe über dem Innenraum. In seinen Bauten verbindet sich der Wille zur neuen Form mit baumeisterlicher Fügung und Materialwirkung und reich gestalteten Oberflächen, die häufig die Reize der Mauerwerksschichtungen präsentieren. Die Kirchen in Köln-Riehl und im oberschlesischen Hindenburg (beide 1930) stehen im Rang von Hauptwerken der Architekturmoderne mit internationaler Ausstrahlung.
Aus dem Inhalt:
Dominikus Böhm in den Strömungen seiner Zeit; Vorhallen und Raumstimmungen; Böhms Ausstrahlung in die USA; Doppelcharakterstudie mit Rudolf Schwarz; Böhm und die angewandten Künste, sakrale Kunst und Glasfenster, Architekturfotografie; eine kommentierte Werkliste mit einer hochwertigen Bilddokumentation, die vor allem die in besonders ausdrucksvollen Zeichnungen überlieferten Entwürfe aus dem Nachlass herausstellt.
Ende im Gelände. Flächen gewinnen für unsere Zukunft, Lesebuch mit wertvollen Hintergrundinformationen und Film-DVD(45 Minuten). Beitr.: Grab, Heiner /Feldtkeller, Andreas. Regie: Metzger, Patrik. Hrsg.: Landesnaturschutzverband. 80 S., 120 fb. Abb. 17 x 24 cm. Wasmuth, Berlin 2005. EUR 12,80 ISBN: 3-8030-0650-3 Wasmuth
Aktuell wird in Baden-Württemberg täglich eine Fläche von über 10 ha (das entspricht 13 Fußballfeldern) bebaut – mit gravierenden ökologischen und ökonomischen Folgen. Die Politik hat das Problem inzwischen wahrgenommen, doch von einer klaren Lösungsstrategie ist man noch weit entfernt.
Das Medienpaket „Ende im Gelände“ mit Film und Lesebuch verdeutlicht originell und eindrucksvoll das aktuelle Problem des überzogenen Flächenverbrauchs. Mit anschaulichen Beispielen werden die Auswirkungen auf Naturhaushalt und Lebensqualität aufgezeigt, die Hintergründe beleuchtet und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.
„Ende im Gelände“ will zu mehr Sorgfalt im Umgang mit Grund und Boden aufrufen: Eine Siedlungspolitik, die auf mehr Effektivität im Umgang mit der Fläche achtet, kann gleichzeitig zu mehr Lebensqualität in den Städten und Gemeinden führen.
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go south. Das Tübinger Modell. Beitr.: Feldkeller, Andreas; Herwig, Oliver; Russ-Scherer, Brigitte. Hrsg.: Maddalena, Gudrun Th de; Schuster, Matthias. 2005. 180 S., 100 fb. Abb., 100 meist fb. Abb. 17 x 21 cm. Pb EUR 28,80 ISBN: 3-8030-0647-3 Wasmuth
Ein zukunftsweisendes städtebauliches Modell wird in Text und Bild und einer beispielhaften Gestaltung kongenial präsentiert
Im Süden Tübingens im ehemaligen Kasernenviertel ist ein neuer Stadtteil entstanden, der für die Wiedergewinnung unserer Städte als lebendige und attraktive Wohnorte beispielhaft werden kann. Auf einstigen Brachflächen realisierten vorwiegend private Bauherren und Baugemeinschaften Häuser mit neuen und individuellen Wohn- und Nutzungskonzepten. Die Palette urbaner Bausteine reicht dabei vom Einfamilienhaus bis zum Stadthaus für fast 30 Familien, vom Generationenprojekt bis zum Gründerzentrum, vom umgenutzten Altbau bis zum Passivhaus. Bewohner und Stadt dokumentieren hier ein neues Bewusstsein städtischer Architektur und lebendiger Stadt. Die Tübinger Südstadt wurde u. a. auch mit dem Europäischen Städtebaupreis 2002, dem Landeswettbewerb „zukunftsfähige Stadterneuerung“ in Baden-Württemberg, dem DIFA-Award „Europas beste Quartiere“ 2004 und dem Hauptpreis des „sternstadt-Wettbewerbs“ ausgezeichnet. Bereits 2001 erhielt die „Stadt der kurzen Wege“ den Deutschen Städtebaupreis.
Diese farbige Dokumentation veranschaulicht in den brillianten Fotos von Gudrun Theresia de Maddalena anhand einzelner Häuser dieses so besonderen Stadtteils die architektonische Qualität individuellen Bauens und deren Zusammenspiel im urbanen Kontext. Die Textbeiträge namhafter Autoren beleuchten Hintergründe, Konzepte und Strategien der ‚lebendigen‘ Stadt und ordnen das Tübinger Projekt in einen größeren städtebaulichen und architektonischen Kontext ein.
GEDOK-Haus Stuttgart. Vor- und Grussworte: Kathy Kaaf, Michael Sieber, Wolfgang Schuster. Beitr.: Christoferi, Ralf /Lauterbach, Elke /Renz, Kerstin /Täubner, Rita E /Voss, Friederike. 2005. 128 S., 100 sw. u. 20 fb. Abb. 17 x 23 cm. Gb EUR 24,80 ISBN: 3-8030-0648-1 Wasmuth
Die GEDOK e.V., die größte und traditionsreichste interdisziplinäre Künstlerinnenorganisation, wurde 1926 mit dem Anliegen gegründet, weibliche Talente und kreative Initiativen zu fördern, und setzt sich heute über ein Netzwerk von Kontakten zu Kultur, Politik und Medien für die Belange von Künstlerinnen aller Sparten ein. 1955 errichtete die Stuttgarter Sektion des Verbands – um „Leben und Arbeiten miteinander zu verbinden“ – ein Atelierwohnhaus speziell für solche Frauen. Grit Bauer-Revellio, die den unter Stuttgarter Architektinnen ausgeschriebenen Wettbewerb gewann, entwarf hier mit ihrem Erstlingswerk ein Gebäude, das in der Stuttgarter Wohnlandschaft jener Zeit einzigartig ist. Die Schülerin von Richard Döcker bekannte sich dabei zu den Ideen und Formen des Neuen Bauens. Das Gestaltungskonzept setzt neben dem Primat der Konstruktion auf Farbe und Materialkontraste. Jedes Detail ist durchdacht, vieles eigens für den Bau entwickelt. Grit Bauer-Revellios souveräner Umgang mit den architekturgeschichtlichen Vorbildern sowie die von ihr erreichte konstruktive Verschränkung von Tradition und Moderne und überzeugende Durchdringung von Nutzung und Gestaltung wurden 1959 mit dem renommierten Paul-Bonatz-Preis der Stadt Stuttgart gewürdigt.
Das GEDOK-Haus bietet 27 Wohnateliers, eine Galerie für Ausstellungen und Konzerte sowie einen Ballettsaal. Das offene kommunikative Konzept des Hauses ermöglicht bis heute einen lebendigen Austausch zwischen jungen Künstlerinnen und damit die kreative Begegnung von Musik, Literatur und Tanz, von Angewandter und Bildender Kunst. Mit seiner Galerie und dem Konzertsaal sowie dem vielfältigen Angebot an Ausstellungen, Konzerten und Vortragsreihen, Performances, Lesungen und Workshops wurde es zu einem bedeutenden Stuttgarter Kulturzentrum. In diesem Band, der anlässlich seines 50-jährigen Bestehens erscheint, wird es erstmals umfassend vorgestellt und gewürdigt.
Aus dem Inhalt:
Porträt der Initiatorin des GEDOK-Hauses, Elle Hoffmann; die architekturgeschichtliche Stellung und Bedeutung des Hauses; Gespräche mit der Architektin Grit Bauer-Revellio und der Bildhauerin Eva Zippel, einer der ersten Bewohnerinnen des Hauses; das vielfältige Programm der GEDOK; die Geschichte des Künstlerinnen-Vereins GEDOK etc.
Istanbuler Mitteilungen. Bd 54/2004: Hrsg. v. DAI, Istanbul. 2005. 600 S., 292 Abb., zahlr. Abb. 2 Falttaf. 26 x 19 cm. Ln EUR ivb CHF 107,- ISBN: 3-8030-1645-2 Wasmuth
Margaret Raspè. Arbeiten 1970-2004 Film-Video-Performance-Installationen-Fotoarbeiten-Zeichnungen-Projekte. Beitr. v. Aue,Walter /Bisci, Patrizia /Haerdter, Michael /Hoffmann, Christine /Lachmayer, Herbert /Rausch, Mechthild. 1. Aufl. 2004. 240 S.,58 sw. u. 88 fb. Abb. 23 x 27 cm. Pb., EUR 29,80 ISBN: 3-8030-3309-8 Wasmuth
Margaret Raspé (geb. 1933) verwendet in ihrer Konzept-Kunst je nach Projekt experimentell unterschiedliche Medien. So erlaubte es ihr der 1971 von ihr erfundene Kamerahelm, mit den Händen tätig zu sein und gleichzeitig zu filmen. In Eigenproduktion entstanden so Aufzeichnungen alltäglicher weiblicher Handlungen in der Küche. Die ersten öffentlichen Installationen und Performances entstanden 1982, so in der Ausstellung Unbeachtete Produktionsformen (NGBK Berlin), der weitere Projekte in Berlin und Italien ausgerichtet auf die Themen Zeit und Bewegung im Raum folgten. Zu ihrer Versuchsstation (1984-93) lud Margaret Raspé insgesamt 71 internationale Künstler ein, in ihrem für die jährlich stattfindenden Ausstellungen öffentlich zugänglichen Garten zum Thema Natur und Kunst zu arbeiten.
1989 rückte dann der ökologische Aspekt von Wasser in den Brennpunkt des Schaffens von Margaret Raspé. So entstand z. B. 1990 eine Performance. Wasser ist nicht mehr Wasser im durch eine Farbenfabrik vergifteten Flüsschen Bzura in Polen. Im Rahmen der Installationsarbeiten kombinierte sie optische Elemente mit Tonwiedergaben, auch der eigenen Stimme (Obertonsingen).
Weiche, organische Materialien wie Papiermaché, Bienenwaben und Rohwolle kombiniert mit Audioinstallationen werden in der Arbeit von Margaret Raspé in immer wieder anderer Form eingesetzt, parallel dazu Arbeiten mit Pflanzen in Gärten und in der Landschaft.
Seit dem Jahr 2000 entsteht auf der griechischen Insel Karpathos das project in progress S. I. N. N. - subjektiv - international - natur - natur, neue Formen in der Kunst in natürlichen Umräumen . Dazu lädt sie befreundete Künstler ein, auf die Insel bezogen zu arbeiten.
Der erste Gesamtüberblick über das vielseitige Werk der Künstlerin! Aus dem Inhalt: Frühe Werke, Innenarbeiten, Außenarbeiten, Gartenausstellungen, Performances, Fotoarbeiten.
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