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Wasmuth Verlag

 
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Die Basilika am Kalekapi in Herakleia Perinthos. Bericht über die Ausgrabungen von 1992–2010 in Marmara Ereglisi. Istanbuler Forschungen (55). Westphalen, Stephan. Mitwirkung (sonst.) Asgari, Nusin; Isin, Akuf; Öztürk, Önder; Beitr.: Böhlendorf-Arslan, Beate; Demirel, E. Arzu; Rasch, Jürgen J. 2016. 256 S. 335 z.T. fb. Abb. u. 4 Falttafeln . 30 x 21 cm. Leinen. EUR 33,00. ISBN: 978-3-8030-1776-5 Wasmuth
(ISSN 0723-4333) Während der langjährigen Ausgrabungen in Marmara Ereglisi wurde mit der Basilika am Kalekapi und einem Abschnitt der unmittelbar benachbarten Stadtmauer ein architektonisches Ensemble des 5. Jahrhunderts freigelegt. Es ist in einer Zeit entstanden, als das antike Herakleia Perinthos Hauptstadt der spätantiken Provinz Europa und über das Marmarameer und die "Via Egnatia" an die Fernhandelswege angebunden war. Die Nähe zu Konstantinopel macht sich in allen architektonischen Details bemerkbar, die in diesem Bericht neben Fragen nach der Metrologie und Bautechnik in ihrer ungewöhnlich reich erhaltenen Materialität ausführlich behandelt werden. Die Innenwände waren mit Marmor, Stuck und Mosaik verkleidet, und die Seitenschiffe besaßen bemalte Decken. Besondere Beachtung verdienen jedoch die Mosaikböden, die sich in den Seitenschiffen und Atriumshallen großflächig erhalten haben.
Mit der Zerstörung der Basilika begann eine Phase der Nachnutzung, in der im Atrium eine Kapelle mit einem "opus sectile"-Boden eingebaut wurde. Über das Areal erstreckte sich ein Friedhof. Aus rund 70 Gräbern wurden Skelette von rund 150 Individuen geborgen und anthropologisch untersucht. Keramik und Kleinfunde werden hier zum ersten Mal für eine byzantinische Siedlung im türkischen Teil Thrakiens in einer repräsentativen Auswahl vorgelegt. Ihre Auswertung ergab, dass die ersten Bestattungen im späten 6. oder frühen 7. Jahrhundert erfolgten und das Areal im Lauf des 13. Jahrhunderts aufgegeben wurde.
Der Kuppelbau von Centcelles. Neue Forschungen zu einem enigmatischen Denkmal von Weltrang. Iberia Archaeologi 21). Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Madrid; Hrsg.: Arbeiter, Achim; Korol, Dieter. 2016. 404 S. zahlr. meist fb.Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 99,90. ISBN: 978-3-8030-0242-6 Wasmuth
Seit den späten 1950er Jahren befasste sich das DAI Madrid mit der bei Tarragona gelegenen spätantiken Villa von Centcelles und ihrem Kuppelmosaik, dem ältesten uns heute zu Gebote stehenden Werk seiner Art mit christlichem Bildgut (4. Jh.). Geleitet wurden die Arbeiten von H. Schlunk, maßgeblich beteiligt waren Th. Hauschild (Grabungen, Baugeschichte) und E. Hawkins (Konsolidierung der schwer geschädigten Mosaiken). Wichtige Ergebnisse waren die denkmalgerechte Präsentation des Bildschmucks sowie eine erste große Veröffentlichung aus dem Jahr 1988.
Ein 2006 von Münster und Göttingen aus initiiertes Projekt hat sich erneut dem ganzen Villenkomplex gewidmet, aber naturgemäß den Dekor des großen Kuppelsaals wieder in den Mittelpunkt gestellt: Über den Wänden mit ihren Malereiresten bietet das Mosaik der über 10 m durchmessenden Hemisphäre in konzentrischen Ringen einen Jagdfries, einen Zyklus christlicher Bilder, eine wechselnde Folge von Jahreszeiten und prächtigen "Kathedra-Szenen" sowie im goldenen "Himmelsmedaillon" die Reste einer Figurengruppierung. Hinsichtlich der Gesamtdeutung haben bisher in der Forschung vor allem drei Lesarten miteinander
Elfenbeinstudien. Faszikel 3: Elefanten und Elfenbein auf der Iberischen Halbinsel und in Nordwestafrika. Interdisziplinäre Studien zu Austauschsystemen im 3. und der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. ; Iberia Archaeologi(16/3). Schuhmacher, Th. X.. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Madrid ; Beitr.: Banerjee, A.; Dindorf, W.; Enzmann, F.; Mikdad, A.; Reischmann, Th.; Sastri, Ch.; Sauvage, Th.; Schwarz, J.-O.. 2016. 282 S. 58 Textabb. u. 6 Tafeln. 30 x 21 cm. Gb. EUR 64,00. ISBN: 978-3-8030-0243-3 Wasmuth
Der vorliegende Band stellt den dritten Faszikel von Iberia Archaeologica 16 zum Thema Elfenbeinforschungen dar. Nach der Publikation der Akten der in Alicante abgehaltenen Tagung zu Elfenbein in Faszikel 1 und der Monographie zu Elfenbeinobjekten der Kupferzeit und der Frühen Bronzezeit der Iberischen Halbinsel mit Faszikel 2 werden nun als letzter Teil des interdisziplinären DFG-Projekts, das über einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren an der Madrider Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts in Madrid verfolgt wurde, die vom Neolithikum bis in die Bronzezeit datierenden Elfenbeinobjekte des Maghreb vorgelegt. Die Arbeit enthält neben dem Katalog der behandelten Stücke einen ausführlichen naturwissenschaftlichen Teil, in dem die mittels vielfältiger Analysemethoden an Elfenbeinobjekten der Iberischen Halbinsel und des Maghreb gewonnenen Ergebnisse vorgelegt werden.
Ziel der Arbeit war es, die Routen des Imports von afrikanischem Elfenbein auf die Iberische Halbinsel und den im Gegenzug in Richtung Maghreb ablaufenden Austausch als ein konkretes Fallbeispiel der gesamten sich im 3. und der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends vor Christus im westlichen Mittelmeerraum abspielenden Austauschbeziehungen zu klären. Dies erfolgt über die Analyse der Fundkontexte, den typologischen Vergleich der aus Elfenbein gefertigten Fundgegenstände mit ihren möglichen Vorbildern und mittels der Kombination dieser Resultate mit den naturwissenschaftlichen Untersuchungen zur Bestimmung der Art und der geographischen Herkunft des Rohelfenbeins.
Darüber hinaus werden in dem Band mit der Betrachtung der Objekte aus Elfenbein, die eine zum Ende des Neolithikums erstmals auftretende Innovation darstellen, auch Hinweise auf die Entstehung, die sozialen Ausdrucksformen und die Aktionsradien von chalkolithischen und frühbronzezeitlichen Eliten beleuchtet.
Der Tatenbericht des Yita‘’amar Watar bin Yakrubmalik aus Sinwah (Jemen). Zur Geschichte Südarabiens im frühen 1. Jahrtausend vor Christus. Epigraphische Forschungen auf der Arabischen Halbinsel (7). Nebes, Norbert. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Orient-Abteilung; Hrsg.: Nebes, Norbert; Beitr.: Gerlach, Iris; Schnelle, Mike. 2016. 152 S. 76 meist fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 25,00. ISBN: 978-3-8030-2203-5 Wasmuth
(ISSN 1437-6571) Die bei den Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts im Almaqah-Tempel von Ṣirwaḥ (Jemen) freigelegte Monumentalinschrift des sabäischen Herrschers Yita´´amar Watar gehört zu den bedeutendsten Schriftzeugnissen, die wir von der Arabischen Halbinsel aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. besitzen. Die hier vorgelegte Editio princeps gibt einen ausführlichen philologischen, historischen und geographischen Kommentar. In Verbindung mit der großen, nur wenige Jahrzehnte später entstandenen Inschrift des Karib´il Watar und anderer Texte aus dem zeitlichen Umkreis kann ein historisches Szenario entworfen werden, welches die Sabäer nicht nur als den machtpolitischen Ordnungsfaktor im südarabischen Kräftespiel aufzeigt, sondern auch neue Rückschlüsse auf die Konstitution des sabäischen Gemeinwesens im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. erlaubt. In einem ergänzenden Beitrag stellen Iris Gerlach und Mike Schnelle den Inschriftenstein in seinen archäologischen und bauhistorischen Kontext und weisen seine Bedeutung innerhalb der Kultinstallation des Heiligtums nach.
Regionalistische Strategien in der Architektur Graubündens. von 1900 bis in die Gegenwart. Fischer, Ulrike. 2016. 280 S. 134 Abb. u. einem 24-seitigen fb. Bildessay. 27 x 20 cm. Engl. Br. EUR 45,00. ISBN: 978-3-8030-0810-7 Wasmuth
Es sind die sichtbaren Bezüge und die erkennbaren, von regionaler Baukultur bis in die Gegenwart geprägten Orte, die im größer werdenden Spannungsfeld zwischen Globalisierung und regionaler Identität eine neue Bedeutung gewinnen. Regionale Baukultur ist aber keine Frage des Stils, sondern bedeutet im weitesten Sinne eine gesellschaftliche und kulturelle Haltung, die sich des Kapitals der Region bewusst und empfangsbereit für regionale wie globale Prozesse ist. Denn erst im Spannungsfeld zwischen dem Eigenen und dem Fremden und in dem Bewusstsein, dass die unterschiedlichen Werte des Neuen und des Alten als Entwicklungspotential zu verstehen sind, kann eine Architektur entstehen, die, mit dem Ort verbunden, zur Erhaltung und Fortführung kultureller Identität beiträgt.
Im Fokus dieses Buches steht die Untersuchung regionalistischer Tendenzen in der Architektur Graubündens, die in wiederkehrenden Phasen von 1900 bis in die Gegenwart deutlich werden. Wie zwischen 1905 und 1914 in der "Heimatschutzarchitektur" Nicolaus Hartmanns, Otto Schäfers und Martin Rischs, nach 1945 in Bauwerken der Architekten Iachen Könz, Bruno Giacometti und Rudolf Olgiati und aktuell unter anderem in der Architektur Peter Zumthors und Gion A. Caminadas. Ausgewählte Bauwerke dieser Architekten, die beispielhaft für eine Architektur stehen, die an regionale Baukultur anknüpft, werden im jeweiligen gesellschaftlichen, historischen, geografischen und kulturellen Kontext analysiert und gewertet. Gerade die neueren Bauwerke der international bekannten Architekten Zumthor und Caminada haben in den letzten drei Jahrzehnten Graubünden der Architekturszene bekannt gemacht. So steht die Region auch für eine Architektur, der es gelingt an alte Traditionen anzuknüpfen, ohne sentimental zu werden und ins Folkloristische abzudriften.
Archäologischer Anzeiger / 2015/1. Hrsg.: Dtsches Archäologisches Institut, Zentrale Berlin; Fless, Friedericke; Rummel, Philipp von. 2015. 250 S. 271 meist fb. Abb. 28 x 21 cm. Gb. EUR 40,00. ISBN: 978-3-8030-2354-4 Wasmuth
Der "Archäologische Anzeiger" (ISSN 0003-8105) ist seit 1889 eines der wichtigsten Publikationsorgane der deutschsprachigen und internationalen archäologischen Forschung. Die traditionsreiche Zeitschrift wird heute in zwei Halbbänden pro Jahrgang herausgebracht. Ab Jahrgang 2013 führt der Wasmuth Verlag die Zeitschrift in seinem Programm.
Im „Archäologischen Anzeiger“ werden sowohl Kurzbeiträge zu aktuellen Forschungen als auch Berichte über Grabungsprojekte des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) sowie von Fachkollegen weltweit publiziert, hinzu kommt Wissenswertes aus dem DAI. Schwerpunktmäßig informiert die Zeitschrift über Themen aus dem Mittelmeerraum von der Vorgeschichte bis in die Spätantike, aber auch über Projekte außerhalb des Kernbereichs der Alten Welt. Gedruckt wird die Publikation durchgängig in Farbe.
Inhalt des 1. Halbbandes 2015:
Hans Lohmann: Ein verkannter mykenischer Dreifußkessel in den Staatlichen Museen zu Berlin – Judith Barringer: The Changing Image of Zeus in Olympia – Klaus Herrmann, Maria Sipsi, Karlheinz Schaldach: Frühe Arachnen. Über die Anfänge der Zeitmessung in Griechenland – FELDFORSCHUNGSBERICHTE: Andreas Schachner: Die Ausgrabungen in Boğazköy-Hattuša 2014. Mit Beiträgen von Meltem Doğan-Alparslan, Dominique Krüger, Sven Kühn, Katharina Rusch, Daniel Schwemer und Harald Stümpel – Helga Bumke, Jan Breder, Ivonne Kaiser, Bettina Reichardt, Ulf Weber: Didyma. Bericht über die Arbeiten der Jahre 2010–2013. Mit Beiträgen von Maike Kohnert und Georg Pantelidis – Philipp Niewöhner: Die Südstadtthermen von Milet. Vom kaiserzeitlichen Baderundgang zum byzantinischen Doppelbad. Mit Beiträgen von Joachim Gorecki und Alice Waldner und unter Mitarbeit von Duygu Göçmen und Christina Klein
Theodor Fischer. Die Stuttgarter Jahre. Hajdu, Rose / Heißenbüttel, Dietrich / Hajdu, Rose. 200. S., zahlr. fb. Abb. 27 x 24 cm, Gb. EUR 35,00 CHF 46,90 ISBN: 978-3-8030-0795-7 Wasmuth
Erscheint im Sommer 2017. Bestellungen werden vorgemerkt. Die Publikation „Theodor Fischer. Die Stuttgarter Jahre“ will das Werk des bedeutenden deutschen Architekten und Städtebauers in der Periode seiner größten Wirksamkeit wieder ins Bewusstsein rücken und auf seine Aktualität befragen. In der frühen Moderne, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, gab es kaum einen einflussreicheren Architekten als Theodor Fischer. Keiner hat so schnell alle neuen Entwicklungen der Zeit, von der Gartenstadtbewegung bis zum englischen Landhaus, das neue Material Stahlbeton, die Kirchen- und Schulreform aufgegriffen, eigenständig verarbeitet, aber auch ganz eigene Impulse gesetzt. Als „eigentlicher Erzieher einer ganzen Architektengeneration“ (Fritz Schumacher) hat er die frühe Entwicklung der Moderne wie kein anderer Baumeister geprägt. Zu seinen Schülern gehörten nicht nur die Architekten der „Stuttgarter Schule“, unter anderem Paul Bonatz und Martin Elsaesser, sondern auch eminente Vertreter der Moderne wie Bruno Taut, Ernst May, Erich Mendelsohn oder Hugo Häring.
Die Stuttgarter Jahre
: 1901 kam Theodor Fischer nach Stuttgart. Es war der Beginn seiner Lehrtätigkeit und für seine Entwicklung als Architekt die fruchtbarste Zeit, nachdem er zuvor schon als Stadtplaner in München die Leitlinien entwickelt hatte, nach denen sich die bayrische Landeshauptstadt im nächsten halben Jahrhundert entfalten sollte. Mit fast jedem neuen Bau schlägt der Architekt in seiner Stuttgarter Zeit neue Seiten auf. Im Gegensatz zur vorangegangenen historistischen Architektur, aber auch zum Jugendstil, der ihm als bloß dekorativ nicht ausreicht, plant Fischer, von den jeweiligen Anforderungen ausgehend, immer von Grund auf neu: In Gaggstatt gelangt er zu einer völlig neuen Organisation des Kirchenraums. Die Heusteigschule hat weit über Stuttgart hinaus vorbildlich gewirkt. Die Reutlinger Arbeitersiedlung Gmindersdorf lässt sich als erste Gartenstadt Deutschlands begreifen. Eine heute weitgehend zerstörte Lagerhalle in der Stuttgarter Talstraße war einer der ersten Stahlbetonskelettbauten. Fischer begnügte sich nicht damit, Aufträge anzunehmen. Er schrieb den Aufsatz: „Was ich bauen möchte“ und fand einen Mäzen in Louis Laiblin, dem Erben eines Pfullinger Papierfabrikanten, und einen weiteren in Gustav Siegle aus Stuttgart. So entstanden die Pfullinger Hallen, der Schönbergturm, Laiblins Residenz Erlenhof, in beiden Orten Arbeiterhäuser und in Stuttgart das Gustav- Siegle-Haus. Als Fischer Stuttgart 1908 wieder verließ und nach München zurückkehrte, war er Vorsitzender des neu gegründeten Deutschen Werkbunds.
Aktuell wie nie:
Fischers Werk seiner Stuttgarter Jahre ist nie angemessen gewürdigt worden: Der nachfolgenden Generation war er zu wenig radikal. Den Nationalsozialisten setzte er beherzt seine eigenen Ansichten entgegen. In der Nachkriegszeit galt seine Architektursprache bereits als veraltet. Erst Winfried Nerdinger hat sein Gesamtwerk 1989 wieder in den Blickpunkt gerückt. Dabei ist Fischer heute so aktuell wie nie. Seine Kritik an den Reißbrettplanungen der Investoren, seine Betonung von Maßstäblichkeit und Ortsbezug können, richtig verstanden, heute unvermindert als vorbildlich gelten.
Eine Bestandsaufnahme in Fotografien von Rose Hajdu und Texten von Dietrich Heißenbüttel:
Verglichen mit seiner späteren Tätigkeit in München hat Theodor Fischer in seiner Stuttgarter Zeit nicht sehr viel gebaut. Zum Teil kaum bekannt, wie zwei Wohnhäuser in Tübingen oder die Arbeiterhäuser im Stuttgarter Leonhardsviertel, sind viele seiner Bauten jedoch erstaunlich gut erhalten, einige wurden nach dem Krieg in veränderter Form von seinen Schülern wieder aufgebaut. Drei Kirchen, drei Schulen, zwei sogenannte Volkshäuser, vier Unternehmer-Villen, Arbeiterwohnhäuser in Reutlingen-Gmindersdorf, Stuttgart und Pfullingen sowie solch einzigartige Bauwerke wie der Schönbergturm bei Pfullingen, genannt „Pfullinger Onderhos“, und das Stuttgarter Kunstgebäude wird dieses Buchprojekt in Fotografien von Rose Hajdu vor Augen führen, erläutert in fachkundigen Texten von Dietrich Heißenbüttel. Sie zeigen, wie Theodor Fischer die verschiedenen Bauaufgaben bearbeitet hat. Eine Bestandsaufnahme, die nicht nur dem lange vergessenen Baumeister der frühen Moderne Gerechtigkeit widerfahren lässt, sondern darüber hinaus seine Lehren für die heutige Zeit fruchtbar machen will.
Die Autoren:
Rose Hajdu, freie Fotografin mit den Schwerpunkten Architekturfotografie, Denkmalpflege, Archäologie und Kunst, war 1978–81 Amtsfotografin des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg. Sie ist zuletzt mit drei Bänden über die Fischer-Schüler Paul Bonatz und Martin Elsaesser hervorgetreten. Dietrich Heißenbüttel, freiberuflicher Kunsthistoriker, Journalist und Dozent der Universität Stuttgart hat sich zuerst 2012 anlässlich des 150. Geburtstags von Theodor Fischer mit dem Werk des Architekten beschäftigt und darüber in der Schwäbischen Heimat publiziert. Er schreibt regelmäßig zu Themen der Architektur und Kunst, u.a. für die Stuttgarter Zeitung, die Esslinger Zeitung, die Kontext:Wochenzeitung und eine Reihe von Zeitschriften.
Die Publikation erscheint in Kooperation mit dem Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (www.fotomarburg.de) und wird von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg unterstützt. Sie ist allerdings zudem auf das Engagement weiterer Sponsoren oder auf andere Formen der Unterstützung wie Anzeigen und Buchbestellungen angewiesen. Interessenten wenden sich bitte an den Ernst Wasmuth Verlag.
Französische Kunst-Keramik 1860–1920. Ein Handbuch. Makus, Horst. 584 S., 1200 fb. Abb. 31 x 25 cm. Gb. Wasmuth Verlag, Tübingen 2015. EUR 128,00 CHF 131,60 ISBN: 978-3-8030-4032-9 Wasmuth
Der Zeitraum zwischen 1860 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs gilt heute als ein Höhepunkt der europäischen und insbesondere auch der französischen Keramik. Eigen- und Ortsnamen wie Palissy, Oiron, Imari oder Isnik weisen stellvertretend auf die vielfältigen europäischen Vorbilder und die Anregungen aus fremden Kulturen, Stilbezeichnungen wie Orientalismus, Japonismus und Art Nouveau zeigen die eigenständige Verarbeitung dieser Impulse, und Begriffe wie Barbotine, Pâte-sur-pâte, Email mat velouté, Grès tendre oder Kristallglasur stehen für die Vielzahl eigener Entdeckungen.
Dieses Handbuch der französischen Kunstkeramik zwischen 1860 und 1920 bietet in dem einleitenden Überblick zunächst eine zusammenfassende Darstellung der künstlerischen und technologischen Entwicklung von den retrospektiven Stilen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über den Höhepunkt des Art Nouveau bis zu seinen die Epoche des Art Déco überdauernden Nachklängen. Der Hauptteil enthält in alphabetischer Anordnung über 550 detaillierte biographische und werkgeschichtliche Beiträge zu den Keramikern, ihren Mitarbeitern und den entwerfenden und ausführenden Malern und Bildhauern, Firmengeschichten der Werkstätten, Manufakturen und Fabriken sowie Angaben zu Galerien und Handelshäusern, Ausstellungen und Salons; dazu kommen fast einhundert ausführliche Erläuterungen wichtiger Sachbegriffe. Über 700 Farbabbildungen von Objekten und historische Fotos runden das Bild ab.
Der Begriff Kunst-Keramik wird in einem umfassenden Sinn verstanden. Ausdrücklich einbezogen wurden deshalb auch die in der Literatur häufig vernachlässigten oder ganz fehlenden großen Hersteller wie die Manufacture de Porcelaine Charles Pillivuyt oder G.D.V. Bruère, und ungeachtet der im Titel angegebenen zeitlichen Eingrenzung werden auch Hersteller wie Denert & Balichon, Méténier oder die Faïencerie Héraldique de Pierrefonds ausführlich behandelt, die den Stil des Art Nouveau popularisierten und seine von der Kritik längst verpönten Gestaltungen noch bis in die Mitte des Jahrhunderts transportierten. Die Reproduktion eines Kataloges von Pierrefonds und das Verzeichnis der Modellnummern von Denbac ermöglichen eine zeitliche Einordnung der meist entsprechend gekennzeichneten Objekte.
Das Buch fasst nicht nur den bestehenden Wissensstand zusammen, sondern kann auch bei bekannten und weniger bekannten Namen wie Henri Amirault, Eugène Collinot, Théodore Deck, Edmond Lachenal, Clément Massier oder Optat und Paul Milet mit vielen bislang unbekannten Informationen aufwarten. Dazu kommen zahlreiche neue Ergebnisse – als Beispiele seien die Auflösung des Pseudonyms Henry-Léon Robalbhen, die vollständige Geschichte des Ateliers de Glatigny oder die Biographie einschließlich der genauen Lebensdaten des geheimnisvollen Keramikers und Glaskünstlers Amédée de Caranza angeführt.
Für den umfangreichen Abbildungsbestand standen Wiedergaben von überwiegend unveröffentlichten Objekten aus mehreren öffentlichen und privaten Sammlungen zur Verfügung. Dadurch war es möglich, neben den neuen Namen auch bisher wenig beachtete oder unbekannt gebliebene Aspekte des keramischen Schaffens bekannter Künstler, Werkstätten und Manufakturen wie etwa Barbotine-Arbeiten von Léon Pointu, Steinzeuge mit japonisierenden Überlaufglasuren von Clément Massier oder Arbeiten aus den letzten Jahren der Manufaktur von Théodore Deck angemessen zu berücksichtigen. Eine Zusammenstellung von Marken und Signaturen und eine Bibliographie runden das Werk ab.
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Orte der Einkehr. [Kloster Wettenhausen] Fotos: Mueller, Verena. Gaida, Manfred. Text.: Gaida, Manfred; Mueller, Verena. 2015. 144 S., 104 Abb. duplex. 29 x 26 cm. Gb. EUR 29,80 CHF 30,70 ISBN: 978-3-8030-3369-7 Wasmuth
Das Kloster Wettenhausen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Gegründet im 12. Jahrhundert, wurde es über die einzelnen Kunstepochen innenarchitektonisch mit einzigartigen Gewerken ausgestattet. Seit 150 Jahren wird das Kloster von Dominikanerinnen geführt. Da der Nachwuchs an jüngeren Schwestern fehlt, steht der Klosteranlage nun ein Nutzungswandel bevor.
Seit ihrem ersten Besuch sind die beiden Gestalter Verena Mueller und Manfred Gaida tief berührt von der Schönheit und Spiritualität dieses besonderen Ortes. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Nutzungswandels entwickelten sie die Idee, das Kloster Wettenhausen in seinem momentanen Zustand fotografisch zu dokumentieren und die darin lebenden Dominikanerinnen in Fotografien und Gesprächstexten zu portraitieren. Die Interviews mit den Schwestern geben einen berührenden Einblick in die jeweiligen Lebensgeschichten und lassen uns teilhaben an ihren inspirierenden Lebensphilosophien.
Neben den repräsentativen Räumen des Klosters werden in diesem Bildband auch Architekturaufnahmen jener Räume gezeigt, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Liebevolle Details in den Bildern erzählen von den Geschichten im Kloster.
Verena Mueller und Manfred Gaida lassen die Spiritualität dieser außergewöhnlichen Räume in ihren ästhetischen Schwarzweiß-Fotografien spürbar werden. Sie nehmen uns mit auf eine visuelle Entdeckungsreise durch das Kloster und zeigen in ihren Bildern viele Räume des Klosters, die als „Orte der Einkehr“ zum meditativen Betrachten anregen.
Südarabien im Altertum. Kommentierte Bibliographie der Jahre 1997 bis 2011. Epigraphische Forschungen auf der Arabischen Halbinsel (UG601), Band: 6. Autor: Müller, Walter W. Hrsg.: Nebes, Norbert; Deutsches Archäologisches Institut, Orient-Abteilung. 2014. 188 S., Gb. EUR 19,80 CHF 20,40 ISBN: 978-3-8030-2202-8 Wasmuth
"Südarabien im Altertum. Ausgewählte und kommentierte Bibliographie der Jahre 1997 bis 2011" ist die Fortsetzung eines 2001 erschienenen Bandes, in dem das Schrifttum aus den Jahren 1973 bis 1996 enthalten ist. Im vorliegenden Band werden 999 Titel, das heißt Monographien, Aufsätze und Lexikonartikel, die im genannten Zeitraum weltweit veröffentlicht wurden, bibliographisch erfasst und kurz kommentiert. Berücksichtigt wurden nicht nur Publikationen auf deutsch, englisch, französisch und italienisch, sondern auch in russischer und arabischer Sprache. Titel aus früheren Jahren erschienen zunächst jahrgangsweise im bibliographischen Teil der Zeitschrift Archiv für Orientforschung, Wien, und zwar bis zum Schrifttum des Jahres 2007, welches in AfO 52 (2011) veröffentlicht wurde. Ausgewählt betitelt sich die Bibliographie deshalb, weil archäologische Beiträge, die nicht unmittelbar zu den altsüdarabischen Hochkulturen in Beziehung stehen, in der Regel nicht oder nur selten aufgenommen wurden. Dagegen wurde versucht, auf dem Gebiet der Epigraphik möglichst Vollständigkeit zu erreichen.
Wabi-Sabi. Woher? Wohin? Weiterführende Gedanken für Künstler, Architekten und Designer. Koren, Leonard. 2015. 96 S., 26 Abb., 22 x 14 cm. Br. EUR 15.00 ISBN: 978-3-8030-3218-8 Wasmuth
Wabi-sabi ist ein wesentlicher Pfeiler der japanischen Ästhetik und kam in der klassischen Teezeremonie zum Ausdruck. Wurden dort zunächst kostbare Utensilien zumeist chinesischen Ursprungs verwendet, fand in der Zeit des wabi-Tees auch das heimische Einfache hohe Wertschätzung. Fremdes wurde mit Bodenständigem, Neues mit Altem, Teures mit Billigem, Kompliziertes mit Einfachem kontrastiert. Wabi-sabi beschreibt die „Schönheit unvollkommener, vergänglicher und unvollständiger Dinge, die Schönheit anspruchsloser, schlichter und unvollkommener Dinge“. Wabi-sabi entsteht im Geist des Betrachters, es ist keine den Dingen innewohnende Eigenschaft.
Was sind die historischen, aber auch die geistigen, metaphysischen Wurzeln? Lässt sich die natürliche innere Schönheit von wabi-sabi in Worte fassen oder nur im Atmosphärischen erfassen? Und ist es sinnvoll oder überhaupt möglich, Dinge bewusst wabi-sabi zu „machen“? Spielt wabi-sabi in der modernen Welt, die von Hochglanzästhetik und allgegenwärtiger Digitalisierung geprägt ist, eine Rolle? Ist wabi-sabi im digitalen Bereich überhaupt vorstellbar? Ist es nicht vielmehr der genaue Gegenpol? Hat es Zukunft? Würde sein allmähliches Verschwinden überhaupt bemerkt?
Autor Leonard Koren vertieft die Thesen seines früheren Werks Wabi-sabi für Künstler, Designer und Architekten und bezieht dabei den Leser unmittelbar ein in den Prozess, in dem wabi-sabi „entsteht“. Sprache, Bilder und äußere Form des Buches helfen, diese Einblicke zu vermitteln.
Ebenfalls lieferbar: Leonard Koren: Wabi-sabi, für Künstler, Designer und Architekten, ISBN 978 3 8030 3064 1 (8. Aufl. 2015)
Gott und die Lust zur Mechanik. Zeitgenössische Künstler und das Erbe von Philipp Matthäus Hahn. Hrsg.: Sedler, Irmgard. Beitr.: Sedler, Irmgard; Vogel, Thomas. 2015. 98. S., 80 fb. Abb. 5 Klapptafeln. 28 x 21 cm. Engl. Br. EUR 23,00 CHF 23,70 ISBN: 978-3-8030-3375-8 Wasmuth
Auch 275 Jahre nach der Geburt des Theologen und Pfarrers, Erfinders und Mechanikers Philipp Matthäus Hahn (1739 –1790) fasziniert dessen Persönlichkeit in der heutigen Zeit, die in der Regel die Frömmigkeit und den Glauben in Spannung sieht zu einem kritischen Geist und der wissenschaftlichen Hinterfragung von Wirklichkeit und Leben. Denn Hahn, geboren in Zeiten des Umbruchs – hier pietistische Schwärmerei, dort aufklärerische Vernunft – führte in seiner Person und in seinem Schaffen die beiden Aspekte der Welterkenntnis zusammen: Er sah im irdischen Hier (Erde/Welt) den Ort der Offenbarung Gottes. Diesen in seiner göttlichen Ordnung so weit als möglich zu erkennen, galt ihm als der tiefste Ausdruck von Frömmigkeit. Und die Möglichkeit des Menschen, selber als Schöpfer im Kleinen zu arbeiten, in einer Maschine das Universum nachzubilden und die Ordnung Gottes hierüber an die Welt zu vermitteln, das war ihm Aufgabe und Berufung.
Das vorliegende Katalogbuch dokumentiert das Ausstellungsprojekts „Gott und die Lust zur Mechanik. Zeitgenössische Künstler und das Erbe von Philipp Matthäus Hahn“ im Museum im Kleihues-Bau Kornwestheim. Anlässlich des 275. Geburtstags Hahns entstanden Werke von 22 Künstlern aus der Region Stuttgart – in einer ebenso facettenreich wie sinnstiftend für das Heute angegangenen Auseinandersetzung mit dem geistigen wie technischen Erbe des Philipp Matthäus Hahn. Der thematische Spannungsbogen umfasst so unterschiedliche Aspekte wie die künstlerische Erkundung der Welt in Chaos und Ordnung, die Suche nach dem Geist in der Materie, die Hinterfragung des Göttlichen und der conditio humana, die Technisierung der Welt oder die Vermenschlichung der Technik, der Umgang mit der Schöpfung und vieles mehr.
Die Künstler und Künstlerinnen: Johannes Enderle, Uwe Ernst, Gert Fabritius, Angelika Flaig, Uli Gsell, Ulli Heyd, Peter Otto Hilsenbek, Sabine Hoffmann, Johanna Jakowlev, Dietrich Klinge, Maria Magel, Daniel Man, Wolfgang Neumann, Dierk Ott, Kersten Paulsen, Frieder Preis, Roland Schauls, Stefanie Seiz-Kupferer, Josh von Staudach, Axel Teichmann, Claudia Thorban, Lucia Wichmann
Hotel Reichshof Hamburg. Ein großes Haus als Bühne der Zeit. Keller, Nicole; Dautel, Julia; Schumacher, Oliver. Fotograf Schumacher, Oliver; Keller, Nicole; Beitr.: Dautel, Julia. 2015. Dtsch; Engl. 232 S. 250 meist fb. Abb. 20 x 26 cm. Halbleinen. EUR 35,00. ISBN: 978-3-8030-3376-5 Wasmuth
Das Hotel Reichshof Hamburg: Ein großes Haus erzählt seine Geschichte und die der Menschen, die es geprägt haben. Noch heute zeugen Architektur und Innenausstattung von den mehr als 100 Jahren Hoteldesign. Als der Reichshof 2014 geschlossen wurde, gelang es den Autoren, ihn noch einmal zu dokumentieren. Mit liebevollem Blick zeigen ihre Bilder die große Ästhetik dieses Hauses, auch dort, wo das Leben bereits deutlich seine Spuren hinterlassen hatte. Sie stellen in lebendigen Portraits die Mitarbeiter des Reichshofs vor – deren Erinnerungen und Anekdoten erklären die besondere Rolle, die dieses Hotel immer gespielt hat. Ein Ausblick am Ende des Buches zeigt, wie sich der sanierte Reichshof nach der Wiedereröffnung 2015 präsentiert. Wer die besondere Aura großer und geschichtsträchtiger europäischer Hotels schätzt, wird an diesem aufwendig gestalteten Buch großen Gefallen finden.
Hotel Reichshof Hamburg: A great house tells its story and that of the people who shaped it. The hotel architecture and interior decoration of 100 years ago are still in evidence. When Hotel Reichshof closed its doors in 2014, the authors of this publication managed to document it once more. Their affectionate photographs show the great aesthetic of this house even where life has left its marks. The authors vividly portrait employees whose memories and anecdotes explain the special role this hotel has always played. A prospect at the end of the book gives a glimpse of the newly renovated Reichshof after it reopened in 2015. Readers who cherish the special aura of historical European hotels will enjoy the lavish design of this book.
Ferdinand Kramer. Die Bauten / The Buildings of Ferdinand Kramer. Hrsg.: Voigt, Wolfgang / Sturm, Philipp / Cachola Schmal, Peter. Beitr.: Bindi, Julian; Dunkel, Enrico; Freigang, Christian; Kluge, Alexander; Kramer, Lore; Mosebach, Martin; Pehnt, Wolfgang; Quiring, Claudia; Schirren, Matthias; Sturm, Philipp; Voigt, Wolfgang; Wurm, Fabian. 2015. Dtsch/Engl 176 S., 306 meist fb. Abb. 30 x 24 cm. Gb. EUR 35,00 CHF 36,00 ISBN: 978-3-8030-0797-1 Wasmuth
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt bis 1. Mai 2016.
Den Architekten Ferdinand Kramer (1898–1985) kennt die Geschichte als überragenden Entwerfer von Möbeln, Gebrauchsgegenständen und Bauten der funktionalistischen Moderne. Die Publikation „Linie Form Funktion. Die Bauten von Ferdinand Kramer“ widmet sich seiner Architektur. In den 1920er Jahren war er ein Mitarbeiter Ernst Mays im Projekt des „Neuen Frankfurt“ und emigrierte später in die Vereinigten Staaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Kramer zu den wenigen, die aus dem Exil die Rückkehr in das nicht nur materiell, sondern auch geistig beschädigte Deutschland wagten. Von Max Horkheimer gerufen, übernahm er 1952 den Posten des Leiters des Universitätsbauamts in seiner Heimatstadt Frankfurt. Nach dem Umzug der Universität von Bockenheim ins Westend werden nur wenige dieser Bauten übrig bleiben, die als Symbolbauten des demokratischen Neubeginns gelten können.
History remembers the architect Ferdinand Kramer (1898–1985) as an extraordinary designer of furniture and articles of daily use as well as buildings of the functionalistic Modern. This book is dedicated to his architecture. In the 1920s Kramer was a coworker of Ernst May in the “Neue Frankfurt” project. He later emigrated to the United States. After World War II he was one of the few who risked return from exile to a Germany which was materially but also intellectually damaged. In 1952, summoned by Max Horkheimer, he assumed the position of Director of the University Building Authority in his home town of Frankfurt. Until 1964 he planned and built there numerous university buildings. After the university relocated from Bockenheim to Westend, only a few buildings will survive as symbols of the democratic new beginning in Germany.
Metope und Triglyphe. Neun Vorlesungen über Architektur. Monestiroli, Antonio / Kölsch, Arend. 2015. 144 S., 35 Abb. 21 x 13 cm. Gb.EUR 12,80 CHF 13,20 ISBN: 978-3-8030-0931-9 Wasmuth
Antonio Monestiroli steht in der italienischen Tradition entwerfender und bauender Architekten, die zugleich als Architekturtheoretiker und Architekturlehrer Einfluss gewonnen haben. Es ist unerheblich, inwieweit sich seine Reputation mehr der Theorie, also seinen Schriften, oder der Praxis verdankt, zu der selbstverständlich neben seinen Bauten auch seine Entwürfe zählen. Von Anfang an, etwa seit den 1970er Jahren, bilden bei ihm Theorie und Praxis eine Einheit: Geschriebenes, Entworfenes und Gebautes sind gleichgestellt und miteinander inhaltlich verwoben. Die Theorie stellt den gedanklichen Hintergrund vor, den die Praxis zur Anschauung bringt.
In neun Vorlesungen stellt Monestiroli eine rationale Entwurfstheorie vor, die von einer Gegenüberstellung verschiedener Architekturdefinitionen über die Erfahrungen von Klassik und Moderne bis zur Frage des Stils in der Architektur und der Kunst reicht. Dabei sind seine Vorstellungen von Architektur und Stadt der Moderne verpflichtet. Die deutsche Erstveröffentlichung des Titels erscheint als 2. Band der Reihe „Materialien zu Geschichte, Theorie und Entwurf städtischer Architektur“.
Antonio Monestiroli, geboren 1940 in Mailand, schloss 1965 sein Architekturstudium am Mailänder Polytechnikum bei Franco Albini ab. Ab 1970 lehrte er architektonische Komposition an der Architekturfakultät des Mailänder Polytechnikums und ab 1997 an der Fakultät Architettura Civile. Er unterrichtete an der Architekturfakultät Pescara und an der IUAV Venedig. 1979 war er Visiting Professor an der Syracuse University in New York, 2004 am Architekturdepartement der TU Delft. Von 1988 bis 1994 leitete er das Departement Progettazione dell’Architettura am Mailänder Polytechnikum. Seit 1987 ist er Mitglied des Lehrkollegiums am Dottorato di Ricerca in Composizione architettonica mit Sitz an der IUAV Venedig. Von 2000 bis 2008 war er Präsident der Fakultät Architettura Civile am Mailänder Polytechnikum.
Opus moderne. Die Wand aus glatt geschaltem Sichtbeton. Zur Dichotomie von puristischer Ästhetik und artifizieller Herstellung, untersucht an exemplarischen Bauten von Le Corbusier, Louis Kahn und Tadao Ando. Lehnen, Martin. 2015. 200 S., 80 meist fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 35,00 CHF 36,00 ISBN: 978-3-8030-0785-8 Wasmuth
Opus Moderne – mit der Schöpfung dieses Terminus für die glatt geschalte Sichtbetonwand adelte Le Corbusier diese nur durch die Spuren ihrer Herstellung geprägte Oberfläche als die prototypische Baukonstruktion unserer Zeit und stellte sie gleichzeitig in einen jahrtausendealten architektonischen Diskurs. Die Publikation untersucht nun die künstlerischen und technologischen Umstände der Entstehung solcher Flächen am Beispiel dreier Ikonen des Betonbaus der Moderne: Le Corbusiers Carpenter Center for the Visual Arts, Kahns Salk Institute und Andos Langen Foundation.
Mit dem Wissen des Praktikers, der selbst weitreichende Erfahrungen in der Umsetzung eigener Sichtbeton-Projekte hat, unternimmt der Autor eine minutiöse Rekonstruktion der Planungs- und Herstellungsprozesse. Er verlässt sich dabei nicht allein auf allgemein zugängliche Literatur und Archivmaterial, sondern weiß die Bauwerke selbst durch Anwendung bauarchäologischer Forschungsmethoden zum Sprechen zu bringen. Darüber hinaus werden zahlreiche neue Quellen durch Interviews mit maßgeblichen Baubeteiligten erschlossen, deren Kenntnis der jeweiligen Bauprozesse systematisch ausgewertet wird. Mit diesem Ansatz gelingt es, die Abhängigkeiten der wichtigsten ergebnisrelevanten Faktoren durch alle Schritte der Realisierung der jeweiligen Bauidee aufzuzeigen und die ebenso innovativen wie engagierten Beiträge von Projektarchitekten, Bauingenieuren und Baufirmen herauszuarbeiten, ohne deren Zutun diese ob ihrer Betonqualität so gefeierten Ikonen moderner Architektur nicht hätten entstehen können.
Lehnen zeigt auf, dass die von ihm untersuchten Meisterwerke – trotz der frappanten Ähnlichkeiten in der ästhetischen Erscheinung der jeweiligen Sichtbetonoberflächen – Produkte völlig unterschiedlicher baukünstlerischer Konzepte sind. Die Unterschiede sind vielfältig und weitreichend – sie kulminieren in der divergierenden Behandlung von Fugen und Ankerlöchern, an der sich die architektonischen Weltbilder ihrer Entwerfer scheiden.
Der induktive Ansatz, der dieser Arbeit zugrunde liegt, erweist seine Bedeutsamkeit für die Interpretation der Moderne, für die der Diskurs zum Verhältnis zwischen der Form und ihrer Herstellung ebenso zentral wie von Beginn an immanent ist.
Lotte Reiniger. Filmstills. Hrsg.: Blattner, Evamarie; Desinger, Bernd; Knop, Matthias; Ratzeburg, Wiebke. Beitr.: Blattner, Evamarie / Desinger, Bernd / Knop, Matthias. Engl./Dtsch. 108 S., 81 Abb. 22 x 21 cm. Pb. Wasmuth Verlag, Tübingen 2015. EUR 19,80 CHF 20,40 ISBN: 978-3-8030-3377-2 Wasmuth
Als 1926 der Film „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ von Lotte Reiniger seine Premiere in Berlin und Paris feierte, war der erste abendfüllende Trickfilm der Filmgeschichte geschaffen, der bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Die 1899 in Berlin geborene Künstlerin verband damit ein bislang nicht erreichtes handwerkliches Können im Scherenschnitt, das eine bemerkenswerte Präzision auszeichnete, mit ihrem Interesse an den frühen Filmexperimenten.
Der vorliegende Band präsentiert Filmstills aus vier frühen Filmen: neben dem „Prinzen Ahmed“ aus „Ornament des verliebten Herzens“ (1919), „Aschenputtel“ (1922) und „Doktor Dolittle und seine Tiere“ (1927/28). Er zeichnet damit gleichzeitig die Entwicklung vom formal noch stark an den Jugendstil gebundenen, ornamental ausstaffierten Kurzfilm zu spielerischen, märchenhaften Erzählungen mit humorvollen, aber auch hochdramatischen Szenen nach. Wie groß ihr Witz und Ideenreichtum war, lassen die Stills gut erkennen.
Ein Kooperationsprojekt des Stadtmuseums Tübingen, das den Nachlass Lotte Reinigers verwahrt, mit dem Filmmuseum Düsseldorf und dem Ernst Wasmuth Verlag.
Ebenfalls Lieferbar: Lotte Reiniger. „Mit zaubernden Händen geboren“. Drei Scherenschnittfolgen; ISBN 978 3 8030 3352 9 (2010)
When the film “The Adventure of Prince Achmed“ by Lotte Reiniger celebrated its opening in Berlin und Paris in 1926, it became the first feature length animated film in cinema history. It has lost none of its fascination since then. Born in Berlin in 1899, the artist combined strikingly precise craftsmanship that was second to none in the cutting of silhouettes, with her interest in early film experiments.
This volume presents film stills from four films: in addition to “Prince Ahmed” “The Ornament of a Heart in Love” (1919), “Cinderella” (1922) and “Doctor Dolittle and His Animals” (1927/28). The stills show the development from short films which are still formally bound to the ornate ornamentation of Jugendstil, to playful, fairy-tale like stories with humorous, but also highly dramatic scenes. The stills provide convincing evidence for the scope of wit and wealth of ideas in the films. A cooperation project of the Tübingen City Museum which administers the Lotte Reiniger estate, the Filmmuseum Düsseldorf and the Ernst Wasmuth Verlag.
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Strada Nuova. Typologische Studien zur Architektur der Stadt Genua. Materialien zu Geschichte, Theorie und Entwurf städtischer Architektur (1). Hrsg.: Brenner, Klaus Theo; Schröder, Uwe; Beitr.: Brenner, Klaus Theo; Fera, Stefano; Ley, Karsten; Schröder, Uwe. 2015. 86 S. zahlr. teils fb. Abb. 21 x 13 cm. Pb. EUR 9,80. ISBN: 978-3-8030-0930-2 Wasmuth
Mit der thematischen Konzentration auf die Architektur der Stadt Genua, als Typus der europäischen Stadt, soll nicht nur ein Schwerpunkt der Lehre in Analyse und Entwurf herausgearbeitet werden. Vielmehr steht dahinter auch die These, dass der Architektur der Stadt als aktuellem Thema eine hervorragende Rolle zukommt, sowohl im historischen Kontext, wie auch zwischen Stadtraum und Stadthaus in entwurflicher Hinsicht. Genua mit seiner historisch aus der baulichen Anlage der Strada Nuova heraus gewachsenen Tipologia a Blocco, die die Stadtarchitektur über mehr als 200 Jahre prägte und die in der Zeit nach 1945 mehr und mehr in Vergessenheit geriet, ist daher für verschiedene Gruppen von Studierenden aus Aachen und Potsdam über ein Jahr lang Entwurfsaufgabe gewesen. Auch vor dem Hintergrund, dass der heutige Begriff von moderner Architektur (wieder) eine Reflektion der Geschichte des Ortes sowie der Geschichte der Architektur unumgänglich voraussetzt.
Der Titel erscheint als 1. Band der Reihe „Materialien zu Geschichte, Theorie und Entwurf städtischer Architektur“.
Black Bandits. 200 Jahre: #Lützow #Befreiungskriege #Napoleon #Waterloo. 2015. Wellmann, Marc. Hrsg.: Wellmann, Marc; Mitwirkung (sonst.): Schilling, Katharina; Wolff, Asja. 96 S. mit zahlr. teils fb. Abb. 24 x 20 cm. Pb. EUR 19,80. CHF 28,50 ISBN: 978-3-8030-3372-7 Wasmuth
Der Jahrestag der Schlacht von Waterloo (18. Juni 1815) dient dem Haus am Lützowplatz als Anlass für die Auseinandersetzung mit Adolph von Lützow und dem nach ihm benannten Freikorps in Form einer Ausstellung zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler (24. April – 21. Juni 2015). Das unverzichtbare Katalogbuch beleuchtet eindringlich die historischen Hintergründe. Wer war dieser von Lützow, was verbindet sich mit seinem Namen? Eine hinter den Linien kämpfende Freiwilligeneinheit? Schwarze Uniformen und deutsche Flaggenfarben? Künstler und Intellektuelle im Kampf gegen Napoleon? Eine deutsche Jeanne de Arc?
Der preußische Krieg gegen Napoleon wird hier schlaglichtartig präsentiert, wobei das Lützowsche Freikorps, die Berliner Stadtgeschichte sowie Kunst und Künstler der Zeit im Mittelpunkt stehen: Angefangen bei Napoleons Besetzung Berlins, dem Beginn des Widerstandes in Deutschland, den Aufständen in anderen Ländern über die Geschichte der Freikorps bis hin zu seinem Nachleben im kollektiven Bewusstsein des 19. und 20. Jahrhunderts.
Die Rezeptions- bzw. Wirkungsgeschichte glorifizierte seit dem späten 19. Jahrhundert die Ereignisse unter immer stärker werdenden nationalistischen Gesichtspunkten. Zum Teil blutjunge Gymnasiasten und Studenten meldeten sich damals freiwillig zum Dienst bei den Lützowern. Sie trugen lange Haare und Bärte, kleideten sich schwarz und kämpften für Ideale, die tatsächlich nicht allein auf politische Unabhängigkeit gerichtet waren, sondern in denen sich aufrechte patriotische Motive auch mit völkischen, xenophoben und leider immer wieder auch antisemitischen Impulsen als dunkle Vorboten des 20. Jahrhunderts vermischten. Unter einem anderen Blickwinkel, dem der frühen DDR, erschienen die Lützower wiederum als freiheitskämpfende Partisanen, deren "Waffenbrüderschaft" mit russischen Kosaken als Modell für eine damals aktuelle sozialistische Völkerfreundschaft diente.
Vor dem Hintergrund der PEGIDA-Demonstrationen und anderer nationalkonservativer und fremdenfeindlicher Tendenzen in Deutschland ist es angesagt, unser Verhältnis zur Geschichte aus einer anderen Perspektive zu befragen. Und zwar genau in dem Sinne von Richard von Weizäckers Satz: "Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart."
Mit Werken von: Johannes Albers, Thomas Behling, Olivia Berckemeyer, John von Bergen, Marc Bijl, Norbert Bisky, Emmanuel Bornstein, Thorsten Brinkmann, Jeanno Gaussi, Axel Geis, Philip Grözinger, Ursus Haussmann, Uwe Henneken, Jenny Löbert, Jonathan Meese, Deimantas Narkevicius, Gerhard Richter, Römer + Römer.
Isa Dahl. 7° (Grad). 2015. Hrsg.: Sedler, Irmgard; Beitr.: Sedler, Irmgard. 84 S. 47 meist fb. Abb. 25 x 21 cm. Engl. Br. EUR 17,50. CHF 25,50 ISBN: 978-3-8030-3373-4 Wasmuth
Das Katalogbuch, das im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung im Museum der Stadt Kornwestheim im Kleihues-Bau entstand, vereint die bis dato noch nicht gezeigten oder aber veröffentlichten Werke aus den drei letzten Schaffensjahren der bekannten Künstlerin. Die Publikation vergegenwärtigt auf 84 Seiten (davon zwei Aufklappseiten) mit 50 Illustrationen und fotografischen Einblicken in die Präsentation einen unverkennbar eigenen Malstil, der in der Essenz den Prozess des Malens an sich thematisiert: Die Gemälde zeigen eine lyrisch verdichtete Kunstwelt aus breiten oder aber zugespitzten Pinselbahnen, die sich auf den Bildflächen zu rhythmisch-dynamischen Kompositionen verbinden. Es entsteht so ein wirkmächtiges Essay rund um Zeit, Raum, Licht, eine zeitgenössische Narration, sinnlich erzählt mit den Mitteln der Malerei.
The richly illustrated and lavishly designed catalogue presents the intricate course of the exhibition and approaches the manifold, installational, graphical, and performative œuvre of Kalin Lindena by comparisons with Oskar Schlemmer, Paul Scheerbart, Hilma af Klint, and Carl Gustav Jung as well as with Stéphane Mallarmé, Edgar Degas, or Paul Valéry in the comprehensive texts of Susanne Kaufmann (Staatsgalerie Stuttgart) and Lina Launhardt (author and independent curator, Berlin).
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