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Wasmuth Verlag

 
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Bauen und Wohnen. Die Geschichte der Werkbundsiedlungen. Beitr.: Flagmeier, Renate; Hanisch, Ruth; Held, Bettina; Kromrei, Claudia; Nägelke, Hans-Dieter; Nicolai, Bernd; Schirren, Matthias; Stabenow, Jörg; Sonne, Wolfgang. 2016. 256 S., 200 z. T. fb. Abb., 25 x 17 cm. Gb. EUR 39,00 CHF 40,10 ISBN: 978-3-8030-0815-2 Wasmuth
Mit dem Projekt der Werkbundstadt Am Spreebord in Berlin stellt sich der Werkbund – fast einhundert Jahre nach Stuttgart-Weißenhof – erneut der Frage nach der architektonisch angemessenen Form eines Wohnquartiers. Frühere Werkbundsiedlungen gelten längst als Wegmarken der Architekturgeschichte. Als experimentelle Wohnsiedlungen mit Muster- und Vorbildcharakter wurden sie seit den späten 1920er-Jahren vor allem im deutschsprachigen Raum bzw. in dessen unmittelbarer Nachbarschaft realisiert, um modellhafte Antworten auf die drängende Frage nach einem zeitgemäßen Wohnen und Bauen zu finden. Mit der berühmten Weißenhof-Siedlung (1925–1927) in Stuttgart, der Brünner Kolonie "Nový Dům" (1927/28), der Siedlung Grüneiche in Breslau (1927–29) sowie den Werkbundsiedlungen in Zürich-Wollishofen (1928–1932), Prag (1928–1932) und Wien-Lainz (1929–1932) entspricht ihre geografische Verbreitung der Verbreitung des Werkbund-Gedankens in Europa. Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg und dann schon im Zeichen der Postmoderne hat man wieder den Titel einer "Werkbundsiedlung" beansprucht. Gebaut wurden mit dem "Dörfle" in Karlsruhe (1978–1992) und der Werkbundsiedlung Am Ruhrufer in Oberhausen-Alstaden (1984–1989) allerdings nur zwei der zahlreichen Planungen.
Die umfangreiche Publikation zur gleichnamigen Ausstellung zeigt den Weg von der Werkbundsiedlung zur Werkbundstadt. In ihrem Katalogteil dokumentiert sie realisierte und nicht realisierte Werkbundsiedlungen sowie – mit dem Niederrheinische Dorf auf der Kölner Werkbundausstellung von 1913–1914 und der Gartenstadt Dresden-Hellerau (1906–1913), deren Entstehung mit der Gründung des Werkbunds vielfach verbunden war – zwei ihre Vorläufer. Im Essayteil erörtern namhafte Architekturhistoriker u.a. die Entstehungsbedingungen und Vorstufen der Mustersiedlungsprojekte des Werkbunds, das Spezifische ihres städtebaulichen Erscheinungsbildes und ihre Rezeption. Eine Fotodokumentation des Berliner Fotografen Martin Tervoort zeigt den heutigen Zustand ihrer Bauten.
Gunther Klosinski. Unter Wegs und Abseits. Fotografien, Aphorismen, Gedichte. Einführung: Christoph Fasel. 2016. 160 S., 68 fb. Abb., 29 x 26 cm. Gb. EUR 35,00 ISBN: 978-3-8030-3384-0 Wasmuth
In diesem Band veröffentlicht Gunther Klosinski Fotos von "unterwegs", gewagte Blicke, grenzüberschreitend, eingefangen auf unbekannten Wegen ins Neuland, auf Pfaden abseits des Mainstreams, Begegnungen mit Ungewohntem, Befremdlichem, mit unsagbar Schönem, aber auch Konfrontationen mit bedrückenden Erlebnissen, die betroffen machen und unter die Haut gehen. Es sind Momentaufnahmen, zu kleinen Ewigkeiten geronnen, die etwas von Spiegelbildern an sich haben, die zu Metaphern unserer Lebensreise werden, unseres Lebenswegs, der uns mit Menschen zusammenbringt, die so ganz anders und doch ähnlich wie wir selbst sind. Den Fotos beigeordnet sind Aphorismen bzw. Epigramme und Gedichte, gedacht, um Assoziationen, welche die Bilder hervorrufen, zu erweitern, zu vertiefen – im Sinne eines "Addendum", einer Zugabe.
Moisej J. Ginzburg, Ignatij F. Milinis: Narkomfin, Moscow 1928–1930. Hrsg.: Udovički-Selb. Beitr.: Danilo; Khmelnitsky, Dmitry; Paperny, Vladimir. Engl. 2016. 192 S., 115 Abb duoton, 80 fb. Abb. 30 Pläne. 22 x 30 cm. Pb. EUR 29,80 CHF 30,70 ISBN: 978-3-8030-0788-9 Wasmuth
Der sechste Band der O´Neil Ford Monograph-Reihe, herausgegeben vom Center for American Architecture and Design (CAAD) und dem O´Neil Ford Chair in Architecture an der University of Texas at Austin. Jede dieser Monografien in englischer Sprache analysiert ein wichtiges Bauwerk moderner Architektur in fundierten Essays und an Hand von zahlreichen Fotos, Originalskizzen und Plänen. Die schön aufgemachten Bände ermöglichen so dem Leser ein ausgesprochen detailliertes Studium ausgesuchter architektonischer Werke.
The House of the Narkomfin was built, or better, "Montage" – as the Constructivist Moisej J. Ginzburg (1896–1946) preferred to call it – between 1928 and 1931. It is therefore contemporaneous with Le Corbusier´s Villa Savoye, as well as with Le Corbusier´s visit to Moscow. On a superficial level, they both share a common aesthetic that in France was nicknamed "le style paquebot," while the Narkomfin was soon called the "The Steamer," or even the "Agit-Steamer" in a symbolic reference to the boats of the Agit-Prop movement that carried the message of the Revolution along the rivers of the Soviet Union.
On a deeper level, the Narkomfin is more than a housing block with a recognizable style. It is the converging point of the history of Constructivism. It is the most sophisticated expression of a "social condenser," in Ginzburg´s words, where purposefully reassembled functional spaces are given an active role in transforming everyday social life. Echoing the Russian Formalist method of analytic editing, like the cinematic "montage of attractions" – to use Eisenstein´s expression – it stems from reconfigured semantic series of the notion of traditional abode, intended to transform everyday life – the "byt." In this sense, the Narkomfin – a building without precedent – is more than a symbol; it is, in a nutshell, the very program of Constructivism. It is also the zenith of five years of intensive experimentation under Soviet Russian government sponsorship, from 1926 and 1930, with new ways of dwelling, boasting emancipatory social relationships for women in particular.
Intended for the working class, these industrialized dwelling types sought ways to raise numbers without sacrificing quality. Widely transcending the confines of Soviet architectural practice itself, the Narkomfin anticipated by twenty years Le Corbusier´s own experimental housing block in Marseille, which resulted directly from his visit to Moscow in 1928.
The Narkomfin was also the last building Ginzburg´s Society of Contemporary Architects (OSA) built with its team of brilliant young professionals, trained at the VHUTEMAS (the Soviet "BAUHAUS"), Mihail Baršč in the first place. The 1930 Bolshevik Central Committee decree condemned the experimentation as "phantasies that would alienate people from the very idea of Socialism." The effort was now seen, under Stalin´s "Revolution from above," as diverting resources from the main goal of the 1928 Five-Year-Plan, aimed exclusively at rapid industrialization of the country. "Temporary" wooden barracks, lacking essential living amenities, supplanted in a permanent way OSA´s innovative drive for affordable ways to raise the living standards of all, eliminating in the first the plague of shared apartments. Ginzburg´s resistance to the new trend, known as Socialist Realism, resulted however as late as 1938, in a sanatorium at Kislovodsk (the Caucasus) with front façades designed in the "Novecento" style to elude censorship. Hidden behind the sanatorium’s main façades – the only likely to be photographed – were tangible quotations of Le Corbusier´s, Mies van der Rohe´s, and Gropius´ architecture, including fragments of his own Narkomfin.
Die Münzstätte Damaskus von den Umayyaden bis zu den Mongolen. ca. 660-1260 AD. IVb1 Bilad aš-Šam II. Hrsg.: Forschungsstelle für Islamische Numismatik, Orientalisches Seminar der Universität Tübingen. Bearb.: Lutz Ilisch. 2016. 78 S., 28 Münztafeln. 29 x 38 cm. Pb. EUR 59,00 ISBN: 978-3-8030-1104-6 Wasmuth
In Damaskus lag nicht nur zur Zeit der hier residierenden Umayyadenkalifen die zentrale Münzstätte des Islamischen Reichs, denn später ließen die europäischen Silberimporte infolge der mit den Kreuzzügen angeknüpften Handelsbeziehungen nach Europa die Damaszener Silberwährung eine Verbreitung bis nach Anatolien und in den Iran hinein finden. Daneben lässt die Münzprägung das Auf und Ab der nach der Gründung von Baghdad an den Rand gedrängten syrischen Hauptstadt verfolgen. Musste man bisher den Eindruck haben, dass die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt in den schwierigen Zeiten zwischen dem ersten Kreuzzug und der Gründung des Ayyubidenreichs unter Saladin auch zu einem Rückgang der Geldwirtschaft geführt haben mochte, können hier erstmals kontinuierliche Münzreihen des seldschukischen Teilreichs von Damaskus vorgelegt werden. Für die nahöstliche Archäologie ist der Band von Nutzen, weil die im Fundgut weit verbreiteten, meist undatierten umayyadischen und frühabbasidischen Kupfermünzen des 8. Jahrhunderts hier durch die systematische Beobachtung von Überprägungen chronologisch geordnet und datiert werden.
Myths of Malawi. Ein Dialog in Bildern.Hrsg.: Kristina Heide. Grußworte: Christiane Bertels-Heering, Michael B. Kamphambe-Nkhoma, Johannes Scharlau. Texte: Kristina Heide, Klaus Hess. 2015. 118 S., 80 fb. Abb. 21 x 21 cm. Pb. EUR 14,80 ISBN: 978-3-8030-3378-9 Wasmuth
Der Ausstellungskatalog "MYTHS OF MALAWI – Ein Dialog in Bildern" fasst die Ergebnisse des Kunst- und Ausstellungsprojektes "Myths of Malawi – Malawian German Art Symposium" zusammen, das im April 2015 in Blantyre, Malawi stattfand. Weitere Ausstellungsorte sind Lilongwe, Hamburg, Berlin, Hannover und Tübingen. Das Projekt wird seit Mai 2014 von Ellis Tayamika Singano, malawischer Künstler und Dr. Kristina Heide (Kris Heide), deutsche Kunsthistorikerin und Künstlerin entwickelt und betreut.
Ziel des Projektes ist es, durch den Rückgriff auf die Mythen Malawis an eine präkoloniale malawische Identität heranzutreten. Im Diskurs mit aktuellen, künstlerischen Positionen Malawis und Deutschlands wird ein authentisches, zeitgemäßes und selbstbewusstes Bild der heutigen Kultur Malawis gezeichnet.
Ein Meisterwerk des Empire.Das Palais Beauharnais in Paris. Beitr. Beyer, Andreas, Bonnte, Xavier; Ebeling, Jörg; Gady, Alexandre; Gaethgens, Thomas W.; Kirchner, Thomas, Krosigk, Klaus-Henning von; Leben, Ulrich; Lemeux-Fraitot, Sidonie. Fotos: Hammond, Francis. 2016. 348 S. zahlr. fb. Abb. 35 x 27 cm. EUR 128,00 CHF 131,60 ISBN: 978-3-8030-0814-5 Wasmuth
Das Palais Beauharnais, eines der schönsten Stadtpaläste von Paris, ist seit zwei Jahrhunderten der bedeutendste Ort der deutsch-französischen Beziehungen. 1713 vom Architekt Germain Boffrand auf dem linken Seineufer errichtet, wurde das Gebäude 1803 von Eugène de Beauharnais erworben. Gemeinsam mit seiner Mutter, der Kaiserin Joséphine, ließ er seinen Palast von den bedeutendsten Künstlern und Kunsthandwerkern im Stil des frühen Empire ausstatten. 1818 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. gekauft, diente das Gebäude zunächst als preußische Gesandtschaft, dann Botschaft. Seit 1968 beherbergt es die Residenz der Deutschen Botschafter in Paris. Als Ergebnis von mehr als zehn Jahren Forschungs- und Restaurierungsarbeit bietet dieser Band erstmals eine umfangreich dokumentierte Schilderung der Geschichtedes Bauwerks, seiner Bewohner und der herausragenden Raumausstattungen aus der Zeit Napoleons, die es zu einem Meisterwerk des Empirestils machen.
Mit Beiträgen von Andreas Beyer (Ordinarius für Kunstgeschichte der Neuzeit an der Universität Basel), Xavier Bonnet (Kunsthistoriker, Polsterer, Restaurator), Jörg Ebeling (Wissenschaftlicher Abteilungsleiter am Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris), Alexandre Gady (Professor für Architekturgeschichte der Neuzeit an der Universität Paris-Sorbonne), Thomas W. Gaehtgens (Direktor des Getty Research Institute Los Angeles), Thomas Kirchner (Direktor des Deutschen Forums für Kunstgeschichte Paris), Klaus-Henning von Krosigk (Gartenhistoriker und ehemaliger Gartenbaudirektor im Landesdenkmalamt Berlin), Ulrich Leben (Wissenschaftlicher Kurator in Waddesdon Manor, The Rothschild Collection), Sidonie Lemeux-Fraitot (Verantwortlich für die Sammlung des Musée Girodet, Montargis), Hans Ottomeyer (Kunsthistoriker und ehemaliger Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum in Berlin), Frank-Walter Steinmeier (Bundesminister des Auswärtigen)
Robert Schmidt 1869–1934. Stadtbaumeister in Essen und Landesplaner im Ruhrgebiet. Petz, Ursula von. 2016. 240 S., 38 Abb. 22 x 17 cm. Pb. EUR 24,80 CHF 25,50 ISBN: 978-3-8030-0790-2 Wasmuth
Robert Schmidt (1869–1934) veröffentlichte 1912 seine berühmt gewordene "Denkschrift" zur räumlichen Ordnung des Ruhrgebiets. Diese Schrift veranlasste die Bürgermeister der Städte in der Region, 1919 den "Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk" ins Leben zu rufen. Von 1920 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1932 war Schmidt Direktor dieser ersten regionalen Planungsgemeinschaft in Europa. In diesen Jahren stand das Ruhrgebiet, nicht zuletzt in der Folge der Vereinbarungen des Versailler Vertrags, vor großen Herausforderungen, die nur durch eine intensivere Koordination der Städte im Kohlenrevier bewältigt werden konnten.
Schon früh hatte sich Schmidt dafür eingesetzt, die unkoordinierte räumliche Entwicklung der Region in geordnete Bahnen zu lenken und Grünräume für die arbeitende Bevölkerung zu sichern. Anregungen dazu erhielt er während seiner langjährigen Tätigkeit in der Kommunalverwaltung der Stadt Essen. Sie machte ihn mit Entwicklungen im Ausland, insbesondere in den USA und in England, vertraut, die 1910 in den drei Städtebau-Ausstellungen in Berlin, Düsseldorf und London präsentiert wurden. Seine praktische, doch immer auch visionäre Tätigkeit im Ruhrgebiet machte Schmidt auch im Ausland zu einer hoch geschätzten Autorität. Erst zwei Generationen später wurde 1968 an der Universität Dortmund die erste deutsche Fakultät für Raumplanung gegründet. Damit fand sein Anliegen endlich auch akademische Anerkennung.
Der zukunftsweisende "Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk" existiert unter dem veränderten Namen "Regionalverband Ruhr" noch heute.
Zeit Stadt Wert. Werke von Erik Sturm. Beitr.: Bischoff, André, Haist, Iris: Kaufmann, Susanne; Littmann, Pia, Malycha, Christian; Hrsg. Haist, Iris: Lange Christiane. 2016. 108 S. 54 meist fb. Abb. 25 x 18 cm. Pb. EUR 24,00 ISBN: 978-3-8030-3383-3 Wasmuth
"Stuttgart 21" verheißt einen "schnelleren", "smarteren", "saubereren" Bahnhof und soll damit als ein Synonym für die funktionierende Stadt der Zukunft gelten. Die Stadt ist immer ein Ort des Verkehrs, etwa der Menschen, der Güter oder des Geldes. Erik Sturm betrachtet die Dinge, nachdem sie ihre Funktion im Verkehr und in der städtischen Kommunikation verloren haben. Diese ästhetisch komplexen Gegenstände machen Stadtgeschichte auf neue Weise sinnlich erfahrbar.
Erik Sturm ist durch seine künstlerische Auseinandersetzung mit den Randerscheinungen des Umbaus der Stadt bekannt geworden: Er geht auf Materialsuche an Baustellen, Abrisshäusern, arbeitet mit untauglich gewordenen Stadtmöbeln wie beispielsweise Plakatsäulen, mit Bauwerkzeugen oder mit Feinstaubablagerungen auf Fensterbänken. Mit seiner aus diesen Ablagerungen sowie Leim und Wasser selbst hergestellten "Staubfarbe Neckartorschwarz" macht Sturm die ansonsten unsichtbaren Feinstaubpartikel sichtbar.
Erik Sturm wurde kürzlich als einer der Preisträger des Kunstförderpreises der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ausgezeichnet. Die Publikation erscheint zu seiner ersten Einzelausstellung im Hospitalhof Stuttgart.
Ernst Zinsser in Hannover. ArchitekturZeit. Möller, Hartmut . Vorwort: Auffarth, Sid. 2016.113 S., 104 fb. Abb. 18 x 29 cm. Gb. EUR 19,80 CHF 20,40 ISBN: 978-3-8030-0813-8 Wasmuth
Ernst Zinsser zählt zweifellos zu den bedeutenden Vertretern der Nachkriegsmoderne Deutschlands. Aufgrund dürftiger medialer Präsenz steht er jedoch zu Unrecht im Schatten seiner damaligen Berufskollegen – wie beispielsweise Friedrich Wilhelm Kraemer oder Dieter Oesterlen.
Der Diplom-Ingenieur Hartmut Möller entwickelte schon vor geraumer Zeit ein besonderes Faible für die Architektur dieses herausragenden Baumeisters und beschäftigt sich bei wachsender Begeisterung mit dessen Werk. Als Chronist zur aktuellen Situation hat er im Laufe der vergangenen Monate zeitgenössische Fotos der Gebäude angefertigt. Während des Prozesses ergaben sich Kontakte zu diversen derzeitigen Eigentümern bzw. Nutzern, die im Wissen um die baukünstlerische Qualität auch seltene Einsichten ins Innenleben dieser Architekturperlen erlaubten. Die im Rahmen der ArchitekturZeit 2016 entstandene Ausstellung versteht sich als Hommage an einen Planer, der das Stadtbild Hannovers in den 50er-Jahren entschieden geprägt hat und somit auch heute eine angemessene Würdigung verdient. Sie fokussiert sich auf sieben Bauwerke und zeigt diese in Gesamtansichten, Fassadendetails und Innenraumbilder mit besonderer Charakteristik.
Die ergänzende Begleitpublikation deckt als Katalog zudem umfassend den vollständigen, noch erhaltenen – bisweilen stark umgebauten – Bestand aus Zinssers lokalem Oeuvre ab. Aus Rücksicht auf die Privatsphäre wurde auf eine Dokumentation der Wohn- und Reihenhäuser verzichtet. Mehrfamilienhäuser und Geschäftsbauten, die im laufenden Verkehr stehen, bilden hierbei Ausnahmen. Die unglaubliche Fülle zeigt dabei Ernst Zinssers Tatendrang und Virtuosität in den unterschiedlichsten Bauaufgaben auf engstem Raum, wie sie vermutlich selten zu finden sein dürfte.
Der Autor: Hartmut Möller, 1975 geboren. Architekturstudium in Oldenburg und Praxissemester bei SITE / James Wines in New York. 2002 Mitorganisation der Ausstellung „Die Moderne als Modell“ im Horst-Janssen-Museum, Oldenburg. 2003 Redaktionspraktikum bei der db – deutsche bauzeitung. Diverse Zeitschriften- und Buchpublikationen. Lebt und arbeitet seit 2005 in Hannover.
Die Basilika am Kalekapi in Herakleia Perinthos. Bericht über die Ausgrabungen von 1992–2010 in Marmara Ereglisi. Istanbuler Forschungen (55). Westphalen, Stephan. Mitwirkung (sonst.) Asgari, Nusin; Isin, Akuf; Öztürk, Önder; Beitr.: Böhlendorf-Arslan, Beate; Demirel, E. Arzu; Rasch, Jürgen J. 2016. 256 S. 335 z.T. fb. Abb. u. 4 Falttafeln . 30 x 21 cm. Leinen. EUR 33,00. ISBN: 978-3-8030-1776-5 Wasmuth
(ISSN 0723-4333) Während der langjährigen Ausgrabungen in Marmara Ereglisi wurde mit der Basilika am Kalekapi und einem Abschnitt der unmittelbar benachbarten Stadtmauer ein architektonisches Ensemble des 5. Jahrhunderts freigelegt. Es ist in einer Zeit entstanden, als das antike Herakleia Perinthos Hauptstadt der spätantiken Provinz Europa und über das Marmarameer und die "Via Egnatia" an die Fernhandelswege angebunden war. Die Nähe zu Konstantinopel macht sich in allen architektonischen Details bemerkbar, die in diesem Bericht neben Fragen nach der Metrologie und Bautechnik in ihrer ungewöhnlich reich erhaltenen Materialität ausführlich behandelt werden. Die Innenwände waren mit Marmor, Stuck und Mosaik verkleidet, und die Seitenschiffe besaßen bemalte Decken. Besondere Beachtung verdienen jedoch die Mosaikböden, die sich in den Seitenschiffen und Atriumshallen großflächig erhalten haben.
Mit der Zerstörung der Basilika begann eine Phase der Nachnutzung, in der im Atrium eine Kapelle mit einem "opus sectile"-Boden eingebaut wurde. Über das Areal erstreckte sich ein Friedhof. Aus rund 70 Gräbern wurden Skelette von rund 150 Individuen geborgen und anthropologisch untersucht. Keramik und Kleinfunde werden hier zum ersten Mal für eine byzantinische Siedlung im türkischen Teil Thrakiens in einer repräsentativen Auswahl vorgelegt. Ihre Auswertung ergab, dass die ersten Bestattungen im späten 6. oder frühen 7. Jahrhundert erfolgten und das Areal im Lauf des 13. Jahrhunderts aufgegeben wurde.
Der Kuppelbau von Centcelles. Neue Forschungen zu einem enigmatischen Denkmal von Weltrang. Iberia Archaeologi 21). Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Madrid; Hrsg.: Arbeiter, Achim; Korol, Dieter. 2016. 404 S. zahlr. meist fb.Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 99,90. ISBN: 978-3-8030-0242-6 Wasmuth
Seit den späten 1950er Jahren befasste sich das DAI Madrid mit der bei Tarragona gelegenen spätantiken Villa von Centcelles und ihrem Kuppelmosaik, dem ältesten uns heute zu Gebote stehenden Werk seiner Art mit christlichem Bildgut (4. Jh.). Geleitet wurden die Arbeiten von H. Schlunk, maßgeblich beteiligt waren Th. Hauschild (Grabungen, Baugeschichte) und E. Hawkins (Konsolidierung der schwer geschädigten Mosaiken). Wichtige Ergebnisse waren die denkmalgerechte Präsentation des Bildschmucks sowie eine erste große Veröffentlichung aus dem Jahr 1988.
Ein 2006 von Münster und Göttingen aus initiiertes Projekt hat sich erneut dem ganzen Villenkomplex gewidmet, aber naturgemäß den Dekor des großen Kuppelsaals wieder in den Mittelpunkt gestellt: Über den Wänden mit ihren Malereiresten bietet das Mosaik der über 10 m durchmessenden Hemisphäre in konzentrischen Ringen einen Jagdfries, einen Zyklus christlicher Bilder, eine wechselnde Folge von Jahreszeiten und prächtigen "Kathedra-Szenen" sowie im goldenen "Himmelsmedaillon" die Reste einer Figurengruppierung. Hinsichtlich der Gesamtdeutung haben bisher in der Forschung vor allem drei Lesarten miteinander
Elfenbeinstudien. Faszikel 3: Elefanten und Elfenbein auf der Iberischen Halbinsel und in Nordwestafrika. Interdisziplinäre Studien zu Austauschsystemen im 3. und der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. ; Iberia Archaeologi(16/3). Schuhmacher, Th. X.. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Madrid ; Beitr.: Banerjee, A.; Dindorf, W.; Enzmann, F.; Mikdad, A.; Reischmann, Th.; Sastri, Ch.; Sauvage, Th.; Schwarz, J.-O.. 2016. 282 S. 58 Textabb. u. 6 Tafeln. 30 x 21 cm. Gb. EUR 64,00. ISBN: 978-3-8030-0243-3 Wasmuth
Der vorliegende Band stellt den dritten Faszikel von Iberia Archaeologica 16 zum Thema Elfenbeinforschungen dar. Nach der Publikation der Akten der in Alicante abgehaltenen Tagung zu Elfenbein in Faszikel 1 und der Monographie zu Elfenbeinobjekten der Kupferzeit und der Frühen Bronzezeit der Iberischen Halbinsel mit Faszikel 2 werden nun als letzter Teil des interdisziplinären DFG-Projekts, das über einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren an der Madrider Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts in Madrid verfolgt wurde, die vom Neolithikum bis in die Bronzezeit datierenden Elfenbeinobjekte des Maghreb vorgelegt. Die Arbeit enthält neben dem Katalog der behandelten Stücke einen ausführlichen naturwissenschaftlichen Teil, in dem die mittels vielfältiger Analysemethoden an Elfenbeinobjekten der Iberischen Halbinsel und des Maghreb gewonnenen Ergebnisse vorgelegt werden.
Ziel der Arbeit war es, die Routen des Imports von afrikanischem Elfenbein auf die Iberische Halbinsel und den im Gegenzug in Richtung Maghreb ablaufenden Austausch als ein konkretes Fallbeispiel der gesamten sich im 3. und der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends vor Christus im westlichen Mittelmeerraum abspielenden Austauschbeziehungen zu klären. Dies erfolgt über die Analyse der Fundkontexte, den typologischen Vergleich der aus Elfenbein gefertigten Fundgegenstände mit ihren möglichen Vorbildern und mittels der Kombination dieser Resultate mit den naturwissenschaftlichen Untersuchungen zur Bestimmung der Art und der geographischen Herkunft des Rohelfenbeins.
Darüber hinaus werden in dem Band mit der Betrachtung der Objekte aus Elfenbein, die eine zum Ende des Neolithikums erstmals auftretende Innovation darstellen, auch Hinweise auf die Entstehung, die sozialen Ausdrucksformen und die Aktionsradien von chalkolithischen und frühbronzezeitlichen Eliten beleuchtet.
Der Tatenbericht des Yita‘’amar Watar bin Yakrubmalik aus Sinwah (Jemen). Zur Geschichte Südarabiens im frühen 1. Jahrtausend vor Christus. Epigraphische Forschungen auf der Arabischen Halbinsel (7). Nebes, Norbert. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Orient-Abteilung; Hrsg.: Nebes, Norbert; Beitr.: Gerlach, Iris; Schnelle, Mike. 2016. 152 S. 76 meist fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 25,00. ISBN: 978-3-8030-2203-5 Wasmuth
(ISSN 1437-6571) Die bei den Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts im Almaqah-Tempel von Ṣirwaḥ (Jemen) freigelegte Monumentalinschrift des sabäischen Herrschers Yita´´amar Watar gehört zu den bedeutendsten Schriftzeugnissen, die wir von der Arabischen Halbinsel aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. besitzen. Die hier vorgelegte Editio princeps gibt einen ausführlichen philologischen, historischen und geographischen Kommentar. In Verbindung mit der großen, nur wenige Jahrzehnte später entstandenen Inschrift des Karib´il Watar und anderer Texte aus dem zeitlichen Umkreis kann ein historisches Szenario entworfen werden, welches die Sabäer nicht nur als den machtpolitischen Ordnungsfaktor im südarabischen Kräftespiel aufzeigt, sondern auch neue Rückschlüsse auf die Konstitution des sabäischen Gemeinwesens im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. erlaubt. In einem ergänzenden Beitrag stellen Iris Gerlach und Mike Schnelle den Inschriftenstein in seinen archäologischen und bauhistorischen Kontext und weisen seine Bedeutung innerhalb der Kultinstallation des Heiligtums nach.
Regionalistische Strategien in der Architektur Graubündens. von 1900 bis in die Gegenwart. Fischer, Ulrike. 2016. 280 S. 134 Abb. u. einem 24-seitigen fb. Bildessay. 27 x 20 cm. Engl. Br. EUR 45,00. ISBN: 978-3-8030-0810-7 Wasmuth
Es sind die sichtbaren Bezüge und die erkennbaren, von regionaler Baukultur bis in die Gegenwart geprägten Orte, die im größer werdenden Spannungsfeld zwischen Globalisierung und regionaler Identität eine neue Bedeutung gewinnen. Regionale Baukultur ist aber keine Frage des Stils, sondern bedeutet im weitesten Sinne eine gesellschaftliche und kulturelle Haltung, die sich des Kapitals der Region bewusst und empfangsbereit für regionale wie globale Prozesse ist. Denn erst im Spannungsfeld zwischen dem Eigenen und dem Fremden und in dem Bewusstsein, dass die unterschiedlichen Werte des Neuen und des Alten als Entwicklungspotential zu verstehen sind, kann eine Architektur entstehen, die, mit dem Ort verbunden, zur Erhaltung und Fortführung kultureller Identität beiträgt.
Im Fokus dieses Buches steht die Untersuchung regionalistischer Tendenzen in der Architektur Graubündens, die in wiederkehrenden Phasen von 1900 bis in die Gegenwart deutlich werden. Wie zwischen 1905 und 1914 in der "Heimatschutzarchitektur" Nicolaus Hartmanns, Otto Schäfers und Martin Rischs, nach 1945 in Bauwerken der Architekten Iachen Könz, Bruno Giacometti und Rudolf Olgiati und aktuell unter anderem in der Architektur Peter Zumthors und Gion A. Caminadas. Ausgewählte Bauwerke dieser Architekten, die beispielhaft für eine Architektur stehen, die an regionale Baukultur anknüpft, werden im jeweiligen gesellschaftlichen, historischen, geografischen und kulturellen Kontext analysiert und gewertet. Gerade die neueren Bauwerke der international bekannten Architekten Zumthor und Caminada haben in den letzten drei Jahrzehnten Graubünden der Architekturszene bekannt gemacht. So steht die Region auch für eine Architektur, der es gelingt an alte Traditionen anzuknüpfen, ohne sentimental zu werden und ins Folkloristische abzudriften.
Archäologischer Anzeiger / 2015/1. Hrsg.: Dtsches Archäologisches Institut, Zentrale Berlin; Fless, Friedericke; Rummel, Philipp von. 2015. 250 S. 271 meist fb. Abb. 28 x 21 cm. Gb. EUR 40,00. ISBN: 978-3-8030-2354-4 Wasmuth
Der "Archäologische Anzeiger" (ISSN 0003-8105) ist seit 1889 eines der wichtigsten Publikationsorgane der deutschsprachigen und internationalen archäologischen Forschung. Die traditionsreiche Zeitschrift wird heute in zwei Halbbänden pro Jahrgang herausgebracht. Ab Jahrgang 2013 führt der Wasmuth Verlag die Zeitschrift in seinem Programm.
Im „Archäologischen Anzeiger“ werden sowohl Kurzbeiträge zu aktuellen Forschungen als auch Berichte über Grabungsprojekte des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) sowie von Fachkollegen weltweit publiziert, hinzu kommt Wissenswertes aus dem DAI. Schwerpunktmäßig informiert die Zeitschrift über Themen aus dem Mittelmeerraum von der Vorgeschichte bis in die Spätantike, aber auch über Projekte außerhalb des Kernbereichs der Alten Welt. Gedruckt wird die Publikation durchgängig in Farbe.
Inhalt des 1. Halbbandes 2015:
Hans Lohmann: Ein verkannter mykenischer Dreifußkessel in den Staatlichen Museen zu Berlin – Judith Barringer: The Changing Image of Zeus in Olympia – Klaus Herrmann, Maria Sipsi, Karlheinz Schaldach: Frühe Arachnen. Über die Anfänge der Zeitmessung in Griechenland – FELDFORSCHUNGSBERICHTE: Andreas Schachner: Die Ausgrabungen in Boğazköy-Hattuša 2014. Mit Beiträgen von Meltem Doğan-Alparslan, Dominique Krüger, Sven Kühn, Katharina Rusch, Daniel Schwemer und Harald Stümpel – Helga Bumke, Jan Breder, Ivonne Kaiser, Bettina Reichardt, Ulf Weber: Didyma. Bericht über die Arbeiten der Jahre 2010–2013. Mit Beiträgen von Maike Kohnert und Georg Pantelidis – Philipp Niewöhner: Die Südstadtthermen von Milet. Vom kaiserzeitlichen Baderundgang zum byzantinischen Doppelbad. Mit Beiträgen von Joachim Gorecki und Alice Waldner und unter Mitarbeit von Duygu Göçmen und Christina Klein
Theodor Fischer. Die Stuttgarter Jahre. Hajdu, Rose / Heißenbüttel, Dietrich / Hajdu, Rose. 200. S., zahlr. fb. Abb. 27 x 24 cm, Gb. EUR 35,00 CHF 46,90 ISBN: 978-3-8030-0795-7 Wasmuth
Die Publikation „Theodor Fischer. Die Stuttgarter Jahre“ will das Werk des bedeutenden deutschen Architekten und Städtebauers in der Periode seiner größten Wirksamkeit wieder ins Bewusstsein rücken und auf seine Aktualität befragen. In der frühen Moderne, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, gab es kaum einen einflussreicheren Architekten als Theodor Fischer. Keiner hat so schnell alle neuen Entwicklungen der Zeit, von der Gartenstadtbewegung bis zum englischen Landhaus, das neue Material Stahlbeton, die Kirchen- und Schulreform aufgegriffen, eigenständig verarbeitet, aber auch ganz eigene Impulse gesetzt. Als „eigentlicher Erzieher einer ganzen Architektengeneration“ (Fritz Schumacher) hat er die frühe Entwicklung der Moderne wie kein anderer Baumeister geprägt. Zu seinen Schülern gehörten nicht nur die Architekten der „Stuttgarter Schule“, unter anderem Paul Bonatz und Martin Elsaesser, sondern auch eminente Vertreter der Moderne wie Bruno Taut, Ernst May, Erich Mendelsohn oder Hugo Häring.
Die Stuttgarter Jahre
: 1901 kam Theodor Fischer nach Stuttgart. Es war der Beginn seiner Lehrtätigkeit und für seine Entwicklung als Architekt die fruchtbarste Zeit, nachdem er zuvor schon als Stadtplaner in München die Leitlinien entwickelt hatte, nach denen sich die bayrische Landeshauptstadt im nächsten halben Jahrhundert entfalten sollte. Mit fast jedem neuen Bau schlägt der Architekt in seiner Stuttgarter Zeit neue Seiten auf. Im Gegensatz zur vorangegangenen historistischen Architektur, aber auch zum Jugendstil, der ihm als bloß dekorativ nicht ausreicht, plant Fischer, von den jeweiligen Anforderungen ausgehend, immer von Grund auf neu: In Gaggstatt gelangt er zu einer völlig neuen Organisation des Kirchenraums. Die Heusteigschule hat weit über Stuttgart hinaus vorbildlich gewirkt. Die Reutlinger Arbeitersiedlung Gmindersdorf lässt sich als erste Gartenstadt Deutschlands begreifen. Eine heute weitgehend zerstörte Lagerhalle in der Stuttgarter Talstraße war einer der ersten Stahlbetonskelettbauten. Fischer begnügte sich nicht damit, Aufträge anzunehmen. Er schrieb den Aufsatz: „Was ich bauen möchte“ und fand einen Mäzen in Louis Laiblin, dem Erben eines Pfullinger Papierfabrikanten, und einen weiteren in Gustav Siegle aus Stuttgart. So entstanden die Pfullinger Hallen, der Schönbergturm, Laiblins Residenz Erlenhof, in beiden Orten Arbeiterhäuser und in Stuttgart das Gustav- Siegle-Haus. Als Fischer Stuttgart 1908 wieder verließ und nach München zurückkehrte, war er Vorsitzender des neu gegründeten Deutschen Werkbunds.
Aktuell wie nie:
Fischers Werk seiner Stuttgarter Jahre ist nie angemessen gewürdigt worden: Der nachfolgenden Generation war er zu wenig radikal. Den Nationalsozialisten setzte er beherzt seine eigenen Ansichten entgegen. In der Nachkriegszeit galt seine Architektursprache bereits als veraltet. Erst Winfried Nerdinger hat sein Gesamtwerk 1989 wieder in den Blickpunkt gerückt. Dabei ist Fischer heute so aktuell wie nie. Seine Kritik an den Reißbrettplanungen der Investoren, seine Betonung von Maßstäblichkeit und Ortsbezug können, richtig verstanden, heute unvermindert als vorbildlich gelten.
Eine Bestandsaufnahme in Fotografien von Rose Hajdu und Texten von Dietrich Heißenbüttel:
Verglichen mit seiner späteren Tätigkeit in München hat Theodor Fischer in seiner Stuttgarter Zeit nicht sehr viel gebaut. Zum Teil kaum bekannt, wie zwei Wohnhäuser in Tübingen oder die Arbeiterhäuser im Stuttgarter Leonhardsviertel, sind viele seiner Bauten jedoch erstaunlich gut erhalten, einige wurden nach dem Krieg in veränderter Form von seinen Schülern wieder aufgebaut. Drei Kirchen, drei Schulen, zwei sogenannte Volkshäuser, vier Unternehmer-Villen, Arbeiterwohnhäuser in Reutlingen-Gmindersdorf, Stuttgart und Pfullingen sowie solch einzigartige Bauwerke wie der Schönbergturm bei Pfullingen, genannt „Pfullinger Onderhos“, und das Stuttgarter Kunstgebäude wird dieses Buchprojekt in Fotografien von Rose Hajdu vor Augen führen, erläutert in fachkundigen Texten von Dietrich Heißenbüttel. Sie zeigen, wie Theodor Fischer die verschiedenen Bauaufgaben bearbeitet hat. Eine Bestandsaufnahme, die nicht nur dem lange vergessenen Baumeister der frühen Moderne Gerechtigkeit widerfahren lässt, sondern darüber hinaus seine Lehren für die heutige Zeit fruchtbar machen will.
Die Autoren:
Rose Hajdu, freie Fotografin mit den Schwerpunkten Architekturfotografie, Denkmalpflege, Archäologie und Kunst, war 1978–81 Amtsfotografin des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg. Sie ist zuletzt mit drei Bänden über die Fischer-Schüler Paul Bonatz und Martin Elsaesser hervorgetreten. Dietrich Heißenbüttel, freiberuflicher Kunsthistoriker, Journalist und Dozent der Universität Stuttgart hat sich zuerst 2012 anlässlich des 150. Geburtstags von Theodor Fischer mit dem Werk des Architekten beschäftigt und darüber in der Schwäbischen Heimat publiziert. Er schreibt regelmäßig zu Themen der Architektur und Kunst, u.a. für die Stuttgarter Zeitung, die Esslinger Zeitung, die Kontext:Wochenzeitung und eine Reihe von Zeitschriften.
Die Publikation erscheint in Kooperation mit dem Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (www.fotomarburg.de) und wird von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg unterstützt. Sie ist allerdings zudem auf das Engagement weiterer Sponsoren oder auf andere Formen der Unterstützung wie Anzeigen und Buchbestellungen angewiesen. Interessenten wenden sich bitte an den Ernst Wasmuth Verlag.
Französische Kunst-Keramik 1860–1920. Ein Handbuch. Makus, Horst. 584 S., 1200 fb. Abb. 31 x 25 cm. Gb. Wasmuth Verlag, Tübingen 2015. EUR 128,00 CHF 131,60 ISBN: 978-3-8030-4032-9 Wasmuth
Der Zeitraum zwischen 1860 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs gilt heute als ein Höhepunkt der europäischen und insbesondere auch der französischen Keramik. Eigen- und Ortsnamen wie Palissy, Oiron, Imari oder Isnik weisen stellvertretend auf die vielfältigen europäischen Vorbilder und die Anregungen aus fremden Kulturen, Stilbezeichnungen wie Orientalismus, Japonismus und Art Nouveau zeigen die eigenständige Verarbeitung dieser Impulse, und Begriffe wie Barbotine, Pâte-sur-pâte, Email mat velouté, Grès tendre oder Kristallglasur stehen für die Vielzahl eigener Entdeckungen.
Dieses Handbuch der französischen Kunstkeramik zwischen 1860 und 1920 bietet in dem einleitenden Überblick zunächst eine zusammenfassende Darstellung der künstlerischen und technologischen Entwicklung von den retrospektiven Stilen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über den Höhepunkt des Art Nouveau bis zu seinen die Epoche des Art Déco überdauernden Nachklängen. Der Hauptteil enthält in alphabetischer Anordnung über 550 detaillierte biographische und werkgeschichtliche Beiträge zu den Keramikern, ihren Mitarbeitern und den entwerfenden und ausführenden Malern und Bildhauern, Firmengeschichten der Werkstätten, Manufakturen und Fabriken sowie Angaben zu Galerien und Handelshäusern, Ausstellungen und Salons; dazu kommen fast einhundert ausführliche Erläuterungen wichtiger Sachbegriffe. Über 700 Farbabbildungen von Objekten und historische Fotos runden das Bild ab.
Der Begriff Kunst-Keramik wird in einem umfassenden Sinn verstanden. Ausdrücklich einbezogen wurden deshalb auch die in der Literatur häufig vernachlässigten oder ganz fehlenden großen Hersteller wie die Manufacture de Porcelaine Charles Pillivuyt oder G.D.V. Bruère, und ungeachtet der im Titel angegebenen zeitlichen Eingrenzung werden auch Hersteller wie Denert & Balichon, Méténier oder die Faïencerie Héraldique de Pierrefonds ausführlich behandelt, die den Stil des Art Nouveau popularisierten und seine von der Kritik längst verpönten Gestaltungen noch bis in die Mitte des Jahrhunderts transportierten. Die Reproduktion eines Kataloges von Pierrefonds und das Verzeichnis der Modellnummern von Denbac ermöglichen eine zeitliche Einordnung der meist entsprechend gekennzeichneten Objekte.
Das Buch fasst nicht nur den bestehenden Wissensstand zusammen, sondern kann auch bei bekannten und weniger bekannten Namen wie Henri Amirault, Eugène Collinot, Théodore Deck, Edmond Lachenal, Clément Massier oder Optat und Paul Milet mit vielen bislang unbekannten Informationen aufwarten. Dazu kommen zahlreiche neue Ergebnisse – als Beispiele seien die Auflösung des Pseudonyms Henry-Léon Robalbhen, die vollständige Geschichte des Ateliers de Glatigny oder die Biographie einschließlich der genauen Lebensdaten des geheimnisvollen Keramikers und Glaskünstlers Amédée de Caranza angeführt.
Für den umfangreichen Abbildungsbestand standen Wiedergaben von überwiegend unveröffentlichten Objekten aus mehreren öffentlichen und privaten Sammlungen zur Verfügung. Dadurch war es möglich, neben den neuen Namen auch bisher wenig beachtete oder unbekannt gebliebene Aspekte des keramischen Schaffens bekannter Künstler, Werkstätten und Manufakturen wie etwa Barbotine-Arbeiten von Léon Pointu, Steinzeuge mit japonisierenden Überlaufglasuren von Clément Massier oder Arbeiten aus den letzten Jahren der Manufaktur von Théodore Deck angemessen zu berücksichtigen. Eine Zusammenstellung von Marken und Signaturen und eine Bibliographie runden das Werk ab.
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Orte der Einkehr. [Kloster Wettenhausen] Fotos: Mueller, Verena. Gaida, Manfred. Text.: Gaida, Manfred; Mueller, Verena. 2015. 144 S., 104 Abb. duplex. 29 x 26 cm. Gb. EUR 29,80 CHF 30,70 ISBN: 978-3-8030-3369-7 Wasmuth
Das Kloster Wettenhausen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Gegründet im 12. Jahrhundert, wurde es über die einzelnen Kunstepochen innenarchitektonisch mit einzigartigen Gewerken ausgestattet. Seit 150 Jahren wird das Kloster von Dominikanerinnen geführt. Da der Nachwuchs an jüngeren Schwestern fehlt, steht der Klosteranlage nun ein Nutzungswandel bevor.
Seit ihrem ersten Besuch sind die beiden Gestalter Verena Mueller und Manfred Gaida tief berührt von der Schönheit und Spiritualität dieses besonderen Ortes. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Nutzungswandels entwickelten sie die Idee, das Kloster Wettenhausen in seinem momentanen Zustand fotografisch zu dokumentieren und die darin lebenden Dominikanerinnen in Fotografien und Gesprächstexten zu portraitieren. Die Interviews mit den Schwestern geben einen berührenden Einblick in die jeweiligen Lebensgeschichten und lassen uns teilhaben an ihren inspirierenden Lebensphilosophien.
Neben den repräsentativen Räumen des Klosters werden in diesem Bildband auch Architekturaufnahmen jener Räume gezeigt, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Liebevolle Details in den Bildern erzählen von den Geschichten im Kloster.
Verena Mueller und Manfred Gaida lassen die Spiritualität dieser außergewöhnlichen Räume in ihren ästhetischen Schwarzweiß-Fotografien spürbar werden. Sie nehmen uns mit auf eine visuelle Entdeckungsreise durch das Kloster und zeigen in ihren Bildern viele Räume des Klosters, die als „Orte der Einkehr“ zum meditativen Betrachten anregen.
Südarabien im Altertum. Kommentierte Bibliographie der Jahre 1997 bis 2011. Epigraphische Forschungen auf der Arabischen Halbinsel (UG601), Band: 6. Autor: Müller, Walter W. Hrsg.: Nebes, Norbert; Deutsches Archäologisches Institut, Orient-Abteilung. 2014. 188 S., Gb. EUR 19,80 CHF 20,40 ISBN: 978-3-8030-2202-8 Wasmuth
"Südarabien im Altertum. Ausgewählte und kommentierte Bibliographie der Jahre 1997 bis 2011" ist die Fortsetzung eines 2001 erschienenen Bandes, in dem das Schrifttum aus den Jahren 1973 bis 1996 enthalten ist. Im vorliegenden Band werden 999 Titel, das heißt Monographien, Aufsätze und Lexikonartikel, die im genannten Zeitraum weltweit veröffentlicht wurden, bibliographisch erfasst und kurz kommentiert. Berücksichtigt wurden nicht nur Publikationen auf deutsch, englisch, französisch und italienisch, sondern auch in russischer und arabischer Sprache. Titel aus früheren Jahren erschienen zunächst jahrgangsweise im bibliographischen Teil der Zeitschrift Archiv für Orientforschung, Wien, und zwar bis zum Schrifttum des Jahres 2007, welches in AfO 52 (2011) veröffentlicht wurde. Ausgewählt betitelt sich die Bibliographie deshalb, weil archäologische Beiträge, die nicht unmittelbar zu den altsüdarabischen Hochkulturen in Beziehung stehen, in der Regel nicht oder nur selten aufgenommen wurden. Dagegen wurde versucht, auf dem Gebiet der Epigraphik möglichst Vollständigkeit zu erreichen.
Wabi-Sabi. Woher? Wohin? Weiterführende Gedanken für Künstler, Architekten und Designer. Koren, Leonard. 2015. 96 S., 26 Abb., 22 x 14 cm. Br. EUR 15.00 ISBN: 978-3-8030-3218-8 Wasmuth
Wabi-sabi ist ein wesentlicher Pfeiler der japanischen Ästhetik und kam in der klassischen Teezeremonie zum Ausdruck. Wurden dort zunächst kostbare Utensilien zumeist chinesischen Ursprungs verwendet, fand in der Zeit des wabi-Tees auch das heimische Einfache hohe Wertschätzung. Fremdes wurde mit Bodenständigem, Neues mit Altem, Teures mit Billigem, Kompliziertes mit Einfachem kontrastiert. Wabi-sabi beschreibt die „Schönheit unvollkommener, vergänglicher und unvollständiger Dinge, die Schönheit anspruchsloser, schlichter und unvollkommener Dinge“. Wabi-sabi entsteht im Geist des Betrachters, es ist keine den Dingen innewohnende Eigenschaft.
Was sind die historischen, aber auch die geistigen, metaphysischen Wurzeln? Lässt sich die natürliche innere Schönheit von wabi-sabi in Worte fassen oder nur im Atmosphärischen erfassen? Und ist es sinnvoll oder überhaupt möglich, Dinge bewusst wabi-sabi zu „machen“? Spielt wabi-sabi in der modernen Welt, die von Hochglanzästhetik und allgegenwärtiger Digitalisierung geprägt ist, eine Rolle? Ist wabi-sabi im digitalen Bereich überhaupt vorstellbar? Ist es nicht vielmehr der genaue Gegenpol? Hat es Zukunft? Würde sein allmähliches Verschwinden überhaupt bemerkt?
Autor Leonard Koren vertieft die Thesen seines früheren Werks Wabi-sabi für Künstler, Designer und Architekten und bezieht dabei den Leser unmittelbar ein in den Prozess, in dem wabi-sabi „entsteht“. Sprache, Bilder und äußere Form des Buches helfen, diese Einblicke zu vermitteln.
Ebenfalls lieferbar: Leonard Koren: Wabi-sabi, für Künstler, Designer und Architekten, ISBN 978 3 8030 3064 1 (8. Aufl. 2015)
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