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Wasmuth Verlag

 
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Geometriken. Hückler, Alfred. 2014. 128 S. zahlr. fb. Abb. 26 x 19 cm. Engl. Br. EUR 38,80. CHF 51,90 ISBN: 978-3-8030-3216-4 Wasmuth
Geometriken sind geometrische Konstrukte, die ausgeprägt ästhetisch wirken: im Sinne der Konstruktiv-konkreten Kunst als reine Selbstdarstellungen geometrischer Möglichkeiten. Sie entstehen, indem gefundene und erfundene einfache geometrische Grundmotive mit bekannten oder erdachten Vorgehensweisen behandelt werden. Alfred Hücklers Kreationen zeigen, "wie schön Logik sein kann" und wirken "wie Ikonen des einundzwanzigsten Jahrhunderts" (Otto Patzelt). Die Freude darüber soll dieses Buch exemplarisch vermitteln. Das geschieht durch Grafiken, die sich anhand von vier besonders ergiebigen und einfachen Entwurfsansätzen herausgebildet haben. Warum die Geometriken im Zusammenhang mit Erkundungen zur Ästhetik der Sachverhalte entstanden sind, wird im Textteil geklärt, diesen abschließend erläutert Klaus Lehmann, wann Geometrie Kunst wird.
Alfred Hückler konzipierte, entwarf, konstruierte und gestaltete von 1954 bis 1975 technische Geräte in der Industrie und betrieb seit 1962 bis 1990 Forschungen und weiterbildende Maßnahmen unterschiedlicher Art, um Konstruktion und Formgestaltung zu verbinden. So wurde er 1970 an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee berufen, um das Studium im Produktdesign auf diesen unauflösbaren Zusammenhang praktisch und theoretisch auszurichten. Hinzu kamen 1978 die Designgeometrie als eigenständiges Lehrgebiet und seit 1981 Erkundungen zur Ästhetik der Sachverhalte, die der Autor, Professor für Designgrundlagen, Entwerfen und Produktlehre, über seine Emeritierung 1996 hinaus bis heute weiterführte. Dabei entstandene Geometriken als u.a. Grafiken und Skulpturen zeigte er mehrfach in Einzelausstellungen zur Konstruktiv-konkreten Kunst. Einige befinden sich in Museen und öffentlichen Sammlungen. Von 1991 bis 1996 war er zugleich Rektor der Kunsthochschule Weißensee, Hochschule für Gestaltung.
Übergänge / Transitions. Klosinski, Gunther. Fotograf: Klosinski, Gunther; Einleitung von Kuschel, Karl-Josef. 2014. Dtsch/Engl. 104 S. 76 fb. Abb. 26 x 29 cm. Gb. EUR 35,00. CHF 46,90 ISBN: 978-3-8030-3368-0 Wasmuth
Gunther Klosinskis Doubleprints zeigen, welche Ausdrucksmöglichkeiten ein Künstler aus der Technik der Fotomontage in Form der "Verschmelzung" zweier Bilder gewinnen kann: Das Kreuzungs- oder Überblendungsverfahren erlaubt die Sichtbarmachung der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen und Widersprüchlichen, die Transzendierung und Vertiefung des Vordergründigen, die Verfremdung des Gewohnten. In einem einzigen Bild lassen sich mehrdimensionale Sinnschichten zeigen. Für den Psychotherapeuten und Psychiater Klosinski sind diese Doubleprints "zu einem faszinierenden Medium an der Schnittstelle zwischen Traum und Wirklichkeit, Kunst und Psychiatrie" geworden. Schnittstellen sind Stellen des "Übergangs". Die Bilder dieser Werkschau zeigen solche Übergänge: von Vordergrund und Hintergrund, von Raum und Gegenraum, vom Wirklichen zum Unwirklichen, von Realität und Traum, von Diesseits und Jenseits, von Leben und Tod...
Gunther Klosinski‘s doubleprints show what means of expression the technique of photomontage can provide to an artist. The crossing or blurring process or "Fusion" of two pictures makes visible the simultaneity of the non-simultaneous and the contradictory, the transcending and deepening of the foreground or the alienation of the accustomed. Several levels of meaning can be shown in a single picture. For the psychotherapist and psychiatrist Klosinski his doubleprints have become "a fascinating medium at the interface between dream and reality, art and psychiatry". Interfaces are the places of "Transition". The pictures in this volume show these transitions, from foreground to background, space and anti-space, from the real to the unreal, from reality and dream, from the here-and-now to the beyond, from life and death...
Ready Places Berlin. Fotograf: Meisse, Maximilian; Vorwort von Zohlen, Gerwin. Dtsch/Engl. 96 S. 74 fb. Abb. 25 x 17 cm. Gb. Wasmuth Verlag, Tübingen 2014. EUR 29,80. CHF 40,90 ISBN: 978-3-8030-0782-7 Wasmuth
Die Fotografien aus der Serie Ready Places Berlin zeigen Berliner Orte, die größtenteils bekannt sind, aber im Alltag anders als in den von Maximilian Meisse aufgenommenen Bildern wahrgenommen werden. Assoziationen mit fernen Orten stellen sich ein: Die Gedächtniskirche wird zum Wolkenkratzer, das Bettenhochhaus der Charité scheint am Central Park zu stehen, Funkturm und BfA-Hochhaus wachsen aus grünen Baumkronen empor, die abgebrochene Deutschlandhalle erinnert an Länder, in denen Krieg herrscht. Die Villa von der Heydt und das Casino in Glienicke könnten in Italien aufgenommen worden sein und der Friedrichstadtpalast am Broadway. Die Innenausstattung von Charlottenburger Etagenpensionen oder des Hauses Cumberland evoziert Pariser Grandhotels.
Die fotografische Inszenierung der vorgefundenen Orte führt zu deren Verwandlung und Neuinterpretation, die den realen Zustand in Frage stellt. Können wir positive Rückschlüsse aus den ästhetisch fragwürdigen Erscheinungsbildern unserer Umgebung ziehen und damit zu einer neuen Bewertung der gebauten Umwelt gelangen? Ein trister Wohn-Plattenbau gegenüber der Russischen Botschaft fällt durch seinen begrünten Eingang auf. Im Hotel Bogota ragt ganz selbstverständlich ein Ölgemälde über die Wandvertäfelung hinaus. Die gealterten Brandwände eines Hinterhofs weisen schöne Pilaster auf. Bilder als temporäre Entwürfe von architektonischen Visionen.
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„Das neue Dortmund“. Das Dortmunder Gesundheitshaus von Will Schwarz. Fotografiert von Gerd Kittel. Fotograf: Kittel, Gerd; Hrsg.: Schilp, Thomas; Zupancic, Andrea; Beitr.: Bartetzko, Dieter; Hnilica, Sonja; Jager, Markus; Kroos, Peter; Schilp, Thomas; Sonne, Wolfgang; Zupancic, Andrea. 2014. 140 S. 145 meist fb. Abb. 31 x 25 cm. Gb. EUR 35,00. CHF 46,90 ISBN: 978-3-8030-0783-4 Wasmuth
Ende der 1950er Jahre wurde im Auftrag der Stadt Dortmund eine Bauidee umgesetzt, die wie keine andere den Gestaltungswillen einer neuen Zeit dokumentiert: das Dortmunder Gesundheitshaus. Der Architekt Will Schwarz plante es als Ort der Gesundheitsfürsorge, der u.a. eine Mütterberatungsstelle, einen Hörsaal, Labore und andere medizinische Einrichtungen in sich vereinte. Die technische Ausstattung war auf dem neuesten Stand. Besonderes Augenmerk richtete Schwarz jedoch auf das Wohlbefinden von Besuchern und Mitarbeitern. Großflächige Fensterreihen und Wände aus Glasbausteinen erhellen die Räume, die durch Wandreliefs, Mobiliar und architektonische Gestaltungselemente zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen – ein Bau-Ideal der Zeit als ganzheitliches Konzept von Architektur, Ausstattung und Nutzung.
Der Frankfurter Fotograf Gerd Kittel hat diese Baukonzeption im Bild festgehalten und würdigt die Formensprache im Ganzen wie auch in den liebevollen Details. Das Stadtarchiv Dortmund ergänzt diese Fotografien durch Baupläne aus dem Nachlass von Will Schwarz.
Stadt der Räume. Interdisziplinäre Überlegungen zu Räumen der Stadt. Hrsg.: Schröder, Uwe; Mitwirkung (sonst.): Denk, Andreas. 2014. 146 S. zahlr. Abb. 21 x 13 cm. Pb. EUR 12,80. CHF 18,90 ISBN: 978-3-8030-0915-9 Wasmuth
Unter dem Titel "Stadt der Räume" stellt der 6. Band der Reihe "Materialien zu Geschichte, Theorie und Entwurf architektonischer Räume" (ISSN 2192-3825) grundsätzliche Positionen verschiedener Kultur- und Sozialwissenschaften zum Wesen der Stadt vor. Die Beiträge der Anthologie erläutern vom jeweiligen fachlichen Standpunkt jeweils unterschiedliche Begriffe und Eigenschaften der "Räumlichkeit" der Stadt. Die Bandbreite der Autoren und Disziplinen veranschaulicht die gegenwärtige virulente Diskussion um die Stadt. Zugleich dokumentiert die Fülle der Aufsätze exemplarisch die Ausweitung des Raumbegriffs durch die verschiedenen Disziplinen. Das Phänomen Stadt als gemeinsamer Nenner konkretisiert dabei Grenzen, Schnittstellen und Übergänge zwischen den unterschiedlichen Auffassungen und weist voraus auf eine komplexe Theorie des architektonischen Raums.
Vor dem Hintergrund einer langen Vorgeschichte wird die Begrifflichkeit des Raumes gegenwärtig unterschiedlich definiert und aufgefasst. Der architekturtheoretische Diskurs ist seit dem Millennium, von einzelnen vorausgehenden Vorstößen abgesehen, von der erneuten "Wiederkehr" des Räumlichen, dem "spatial turn", nicht unbeeinflusst geblieben. So haben die neueren Theoriebildungen einer Soziologie des Raumes und die kulturwissenschaftlichen Überlegungen zur Formung von Architektur und Stadt zu einem allmählich wachsenden Interesse an der erneuten Diskussion verschiedener Auffassungen des Räumlichen geführt. Dabei ist das wesentliche Habitat des Menschen, die Stadt, in den Mittelpunkt gerückt. Bei keinem anderen Phänomen scheint das Gewebe von Gesellschaft und Raum konkretere, aber auch komplexere Formen anzunehmen als in der großen kultur-, sozial- und architekturhistorischen Konstante der Städte.
Der vorliegende Band beinhaltete Beiträge von Gernot Böhme, Katharina Brichetti und Franz Mechsner, Christopher Dell, Andreas Denk, Georg Franck, Birgit Haase, Jürgen Hasse, Michael Jansen, Alexander G. Keul, Michael Mönninger, Fritz Neumeyer, Jan Pieper, Hermann Schmitz, Uwe Schröder, Peter Stauder, Markus Schroer und Jessica Wilde, die die mannigfaltigen Sichtweisen der Kultur- und Sozialwissenschaften, der Künste und der Architektur- und Stadttheorie veranschaulichen. Die Autoren und Autorinnen erläutern vom jeweiligen fachlichen Standpunkt unterschiedliche Begriffe und Eigenschaften der „Räumlichkeit der Stadt“. Durch die exemplarische Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Stands des Wissens dokumentiert die Fülle der Aufsätze die Ausweitung des Raumbegriffs durch die verschiedenen Disziplinen. Das Phänomen Stadt als gemeinsamer Nenner konkretisiert dabei Grenzen, Schnittstellen und Übergänge zwischen den unterschiedlichen Auffassungen und weist voraus auf eine komplexe Theorie des architektonischen Raums.
Kurzbiographie der Herausgeber:
Andreas Denk, geb. 1959 in Dortmund, studierte Kunstgeschichte, Städtebau, Geschichte sowie Ur- und Frühgeschichte in Bochum, Freiburg i. Brsg. und Bonn; 1993-1999 Redakteur, seit 2000 Chefredakteur der Zeitschrift "der Architekt"; seit 2008 Lehre, seit 2014 Professor für Architekturtheorie an der Fachhochschule Köln, seit 2002 Konzeption des "Berliner Gesprächs" des Bundes Deutscher Architekten BDA.
Uwe Schröder, geb. 1964 in Bonn, 1986-1992 Architekturstudium an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, 1992-1995 Aufbaustudium an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler; seit 1993 eigenes Büro in Bonn; 2000-2004 Lehraufträge in Bochum und Köln, 2004-2008 Professur für Entwerfen und Architekturtheorie an der Fachhochschule Köln, seit 2008 Professor am Lehr- und Forschungsgebiet Raumgestaltung der RWTH Aachen, 2009-2010 Gastprofessor an der Università di Bologna, Facoltà di Architettura "Aldo Rossi".
Atelier Schützengraben. Max Beckmann, Hans Alexander Müller und Alfred Frank zeichnen den Ersten Weltkrieg. Hrsg.: Hurttig, Marcus Andrew; Schmidt, Hans-Werner. 2014. 64 S. 40 z.T. fb. Abb. 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 14,80. CHF 21,90 ISBN: 978-3-8030-3367-3 Wasmuth
Der Katalog zur Ausstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig vom 4. September bis 9. November 2014, die in Erinnerung an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren die Künstler Max Beckmann, Hans Alexander Müller und Alfred Frank erstmals gemeinsam präsentiert.
Beckmann, in Leipzig geboren, zählt zu den herausragendsten Persönlichkeiten der Klassischen Moderne. Müller und Frank, vor Ausbruch des Krieges Studenten an der Leipziger Kunstakademie, repräsentieren wichtige Positionen in der Kulturgeschichte dieser Stadt nach 1918. Ihre biografische Gemeinsamkeit basiert auf einer bislang unbekannten historischen Erkenntnis: Beckmann, Müller und Frank dokumentierten künstlerisch das Kriegsgeschehen zur selben Zeit und nahezu am selben Ort: an der Flandernfront bei Ypern im Jahr 1915. Kriegszeichnungen und Druckgrafiken aus dem reichen Bilderschatz des Leipziger Museums veranschaulichen, wie unterschiedlich diese drei Künstler auf das Kriegsgeschehen reagiert haben. Ihr gezeichneter Blick aus dem Schützengraben wird zusätzlich mit dem Blick von Kriegsfotografie, Luftaufklärung und Feldpostkarte kontrastiert.
Technikgeschichte und Stadtentwicklung. Mutschler, Martin. 2014. 142 S. 114 Abb. 22 x 17 cm. Pb. EUR 24,80. CHF 35,50 ISBN: 978-3-8030-0773-5 Wasmuth
Städte gibt es auf der Erde seit nahezu 10.000 Jahren. Seit jeher hat die Stadtforscher die Frage beschäftigt, welche Bestimmungsfaktoren für die historischen Perioden der Städte mit ihren teilweise schroffen Gegensätzen und abrupten Brüchen verantwortlich waren und sind.
Das Buch untersucht den Einfluss technischer Innovationen auf die Stadtentwicklung in ihrem historischen Ablauf. An vielen Beispielen wird gezeigt, dass Erfindungen neben den jeweils herrschenden politischen Machtverhältnissen sowie den städtebaulichen Leitbildern die Stadtentwicklung erheblich mehr bestimmt haben als landläufig angenommen. Die Arbeit behandelt exemplarisch die Themenfelder Landwirtschaft, industrielle Produktion, Kriegstechnik, Stadttechnik und Verkehr.
Als besonders einflussreich für die Stadtentwicklung erweist sich beispielsweise das Bündel technischer Erfindungen während der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert, dessen planerische Gegenreaktionen bis weit ins 20. Jahrhundert reichen. Als weiteres Beispiel formt die Waffentechnik die Gestalt der Stadt von ihren ersten Anfängen bis in die Gegenwart hinein, wie die mittelalterliche Stadtmauer, die hypertrophen Befestigungsanlagen in Renaissance und Barock, die Entfestigung sowie Luftkrieg und Wiederaufbau zeigen. Weiterhin fördern Verkehrsinnovationen wie Eisenbahn und Nahverkehrsmittel die radiale Erweiterung der Stadt, das Automobil beeinflusst durchgreifend die gesamte Stadtentwicklung und generiert eigene Leitbilder und Raumtypologien.
Zusammenfassend wird in dieser Arbeit erstmals der Versuch unternommen, sowohl die Literatur zur Technikgeschichte als auch diejenige zur Stadtbaugeschichte einander systematisch gegenüberzustellen, zu verknüpfen und kausale Bezüge aufzuzeigen.
Abenteuer Orient. Max von Oppenheim und seine Entdeckung des Tell Halaf. Hrsg.: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn; Vorwort von Dzwonnek, Dorothee; Oppenheim, Christopher von; Wolfs, Rein; Beitr.: Cholidis, Nadja; Beitr.: Dubiel, Ulrike; Beitr.: Hauser, Stefan; Beitr.: Majlis, Brigitte; Beitr.: Niehr, Herbert; Beitr.: Springer, Annabelle; Beitr.: Teichmann, Gabriele. Deutsch. 196 S. 240 meist fb. Abb. 29 x 25 cm. Gb. Wasmuth Verlag, Tübingen 2014. EUR 39,80. CHF 52,90 ISBN: 978-3-8030-3365-9 Wasmuth
Das Katalogbuch zur gleichnamigen Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, vom 30. April bis 10. August 2014.
1899 entdeckte der Kölner Bankierssohn, Diplomat und Forschungsreisende Max Freiherr von Oppenheim (1860–1946) auf dem Tell Halaf einen aramäischen Fürstensitz aus dem frühen 1. Jahrtausend v. Chr. Damit rückte er zum ersten Mal das Habur-Gebiet an der heutigen syrisch-türkischen Grenze in den Blickpunkt der archäologischen Forschung. Ausstellung wie Katalog lassen die lang vergangene Welt der Aramäer wiederauferstehen und präsentieren herausragende archäologische Funde, die bereits 2011 in Berlin Furore gemacht haben. Monumentale steinerne Bildwerke, fantastische Reliefs und kostbare Grabbeigaben belegen den Reichtum des Palastes vom Tell Halaf und anderer aramäischer Fürstensitze. Eine Nachbildung von Oppenheims ikonischer Fassadenrekonstruktion des West-Palastes aus den 1930er-Jahren ziert heute den Eingang des Nationalmuseums im syrischen Aleppo.
Leitfaden der Publikation ist Max von Oppenheims Biografie und seine lebenslange Liebe zum Orient. Sie spricht auch aus jedem einzelnen der luxuriösen orientalischen Gewänder und Accessoires, die Oppenheim privat gesammelt hat. Eine prachtvolle Auswahl dieser Sammlungsstücke wird hiermit zum ersten Mal gemeinsam mit Oppenheims archäologischer Entdeckung präsentiert. Die Funde vom Tell Halaf, die in einer Berliner Bombennacht des Jahres 1943 zerstört und rund 60 Jahre später auf spektakuläre Weise restauriert werden konnten, erzählen nicht nur von einer 3000 Jahre alten Kultur, sondern sind auch zu einem bewegenden Zeugnis deutscher Zeitgeschichte geworden.
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Archäologischer Anzeiger 2013/2. Zeitschrift des Dtsch.en Archäologischen Instituts, Zentrale Berlin, 2. Halbband 2013. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Zentrale Berlin; Dally, Ortwin; Fless, Friederike. 2014. 252 S. zahlr. fb. Abb. u. 1 Falttafel. 28 x 21 cm. Gb. EUR 38,00. CHF 50,90 ISBN: 978-3-8030-2351-3 Wasmuth
Der "Archäologische Anzeiger" ist seit 1889 eines der wichtigsten Publikationsorgane der deutschsprachigen und internationalen archäologischen Forschung. Die traditionsreiche Zeitschrift wird heute in zwei Halbbänden pro Jahrgang herausgebracht. Ab Jahrgang 2013 führt der Wasmuth Verlag die Zeitschrift in seinem Programm.
Im "Archäologischen Anzeiger" werden sowohl Kurzbeiträge zu aktuellen Forschungen als auch Berichte über Grabungsprojekte des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) sowie von Fachkollegen weltweit publiziert, hinzu kommt Wissenswertes aus dem DAI. Schwerpunktmäßig informiert die Zeitschrift über Themen aus dem Mittelmeerraum von der Vorgeschichte bis in die Spätantike, aber auch über Projekte außerhalb des Kernbereichs der Alten Welt. Gedruckt wird die Publikation durchgängig in Farbe.
Die Zeitschrift kann in einzelnen Bänden oder im Abonnement bezogen werden. Das Abonnement kann jederzeit durch eine Mitteilung an den Verlag widerrufen werden.
Inhalt des 2. Halbbandes 2013:
Bernhard Steinmann: Eine frühmykenische Lanzenspitze des Typs Sesklo in der Antikensammlung Erlangen – Andreas J. M. Kropp: Kings without Diadems. How the Laurel Wreath Became the Insignia of Nabataean Kings – Roberto Sabelli, Simonetta Fiamminghi, Osvaldo Garbarino Gerusalemme: La collina del Golgota prima della costruzione delle fabbriche cristiane – FELDFORSCHUNGSBERICHTE: Felix Pirson: Pergamon. Bericht über die Arbeiten in der Kampagne 2012 (mit Beiträgen von Martin Bachmann, Melanie Bartz, Helmut Brückner, Benjamin Engels, Andreas Grüner, Barbara Horejs, Sarah Japp, Daniel Kelterbaum, Anneke Keweloh, Albrecht Matthaei, Anna Pint, Johanna Propstmeier, Martin Seeliger, Wolf-Rüdiger Teegen und Kai Wellbrock – Philipp Niewöhner: Neue spät- und nachantike Monumente von Milet und der mittelbyzantinische Zerfall des anatolischen Städtewesens (mit Beiträgen von Ortwin Dally, Ercan Erkul, Sabine Feist, Stefan Giese, Duygu Göcmen, Thomas Hintermann, Margrith Kruip, Martin Maischberger, Bartosz Raubo, Peter Schneider, Andreas Scholl, Nico Schwerdt, Veronika Sossau, Fabian Stroth und Harald Stümpel) – Moritz Taschner, Ali Vardar: Denkmalpflege und touristische Erschließung in Milet. Vorbericht über die Arbeiten in der Kampagne 2012
das neue frankfurt. fotografische sammlung von matthias matzak. Foto(s) von Matzak, Matthias; Beitr.: Dreysse, D W; Elsässer, Konrad; Mohr, Christoph. 368 S. 230 fb. Abb. 31 x 25 cm. Gb. Wasmuth Verlag, Tübingen 2014. EUR 48,00. CHF 63,90 ISBN: 978-3-8030-0779-7 Wasmuth
Oberbürgermeister Ludwig Landmann berief 1925 Ernst May als Stadtbaurat und Martin Elsaesser als künstlerischer Leiter des Hochbauamtes nach Frankfurt. Vordinglichste Aufgabe war die Linderung der Wohnungsnot unter sozialen Aspekten. May holte hierzu zahlreiche namhafte Architekten nach Frankfurt und sie schufen in nur wenigen Jahren einen beachtlichen Baubestand im Stil der Neuen Sachlichkeit. Schon nach fünf Jahren verließ May mit vielen weiteren Architekten die Stadt, Elsaesser löste seinen Vertrag 1933 vorzeitig auf. Sie hinterließen ein Bauerbe des Neuen Bauens, das nur mit Berlin vergleichbar ist.
Der Frankfurter Fotokünstler Matthias Matzak begann 2008 dieses Bauerbe mit der Kamera zu dokumentieren. In diesem Buch präsentiert er eine beeindruckende Auswahl seiner Bilder, angereichert mit zahlreichen historischen Texten der beteiligten Architekten. Sein betont subjektiver Blick auf den Baubestand geht weit über die reine Dokumentation hinaus. "Mein Ziel ist es, das Wesen der Architektur in meinen Bildern wiederzugeben, nicht sie nur abzubilden" sagt Matzak.
Dieser Bildband zeigt diesen Ansatz in rund 230 großformatigen farbigen Abbildungen und enthält Texte von Ernst May, Martin Elsaesser, Adolf Meyer, Ferdinand Kramer, Mart Stam, Margarete Schütte-Lihotzky, Joseph Gantner, Karl Schwarz, Theodor Heuss, Eckhard Herrel, Christoph Mohr, DW Dreysse und Konrad Elsässer.
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Gyjho. New Planet. Malerei in Öl auf Leinwand 1974–2014. Maler: Frank, Gyjho; Beitr.: Frank, Gyjho; Reinhardt, Uwe; Scheel, Matthias. Deutsch;Englisch;Spanisch. 168 S. zahlr. fb. Abb. 28 x 25 cm. Gb. EUR 29,90. CHF 40,90 ISBN: 978-3-8030-3366-6 Wasmuth
"Wir Maler haben die Welt schon immer abgebildet, wie sie nicht ist. Wir destillieren sie wie ein Alchemist und reduzieren sie auf ein Werk des Moments. Es ist immer dasselbe Werk von der einen Welt. Es ändert sich ja nichts. Ich glaube, dass die Suche nach dem Stein der Weisen, egal mit welchen Mitteln auch immer, selbst mit unseren neuen elektronischen Mitteln, nur eine Metapher sein kann, die uns den Sinn der Welt scheinbar erkennen lässt." (Gyjho Frank)
Die Malerei des 1954 in Cottbus geborenen und in Biberach aufgewachsenen Künstlers Gyjho Frank ist ein Versuch, das Geheimnis der Evolution zu ergründen, leben wir doch in einer immer komplexer vernetzten Welt. Gyjho ist auf Ausstellungen in aller Welt vertreten, viele seiner Gemälde befinden sich in öffentlichem und privatem Besitz.
In seinem neuesten Buch erwartet den Betrachter Malerei aus seinem über 40-jährigen Schaffen, imposante Gemälde, die einen unwillkürlich in ihren Bann ziehen. Wir sehen das Neue und Technische in visionären Bildern dargestellt, in alter Handwerkskunst geschaffen, mit Öl auf Leinwand. Die Dynamik, die seinen Schaffensstil kennzeichnet und sich durch sein ganzes Werk zieht, fasziniert und überrascht uns immer wieder. Informationen über seine künstlerische Entwicklung sowie Grüße und Gedanken vieler Freunde und Wegbegleiter runden das Buch in gelungener Kombination ab.
"Kann man den Augen trauen, wenn unsere Imagination aus dem Fokus geraten ist? Die Bestimmung der Bilder fügt sich in diesem Werk mit einem ganz weiten Bogen. Die symbolischen Formen der Malerei erscheinen zur Lesbarkeit der Welt. Die Präsenz der Schönheit in farbenkräftigen Findungen. Die Erzählungen der Welt sind die Themen und Ausgangspunkte zur Faszination. Die Vergangenheit hat Spuren hinterlassen und erzählt die Mythen. Die Suche nach dem Verbinden." (Prof. Uwe Reinhardt)
ARTIST?. The Hypothesis of Bodinessa new approach to understanding the artist and art. Ilgen, Fré. 2014. Engl. 300 S. 150 meist fb. Abb. 28 x 23 cm. Gb. EUR 29,80 CHF 40,90 ISBN: 978-3-8030-3364-2 Wasmuth
Many clichéd simplifications exist, but what is an artist and what causes the experience we qualify as experience of art? Fré Ilgen explores history and various fields of science to find out why humans need art.
In his previous book "ART? No Thing! Analogies between art, science and philosophy" artist and art theorist Fré Ilgen dealt with the interest of artists exploring human reality, emphasizing the actual experience of art evolving in between the viewer and the artifact. Renown art critic Donald Kuspit wrote about this book: "Fré Ilgen's 'Art? No Thing!' is the most important publication by an artist since Kandinsky’s 'On The Spiritual in Art' (1912)."
"ARTIST?" offers familiar, surprising and revolutionary insights in the complex self of the artist and the experience offered by works of art, arguing that the biological processes involved in creating and in encountering the artwork play a more important role than till now has been acknowledged. Ilgen questions innovation and unidirectional progress in art, and discusses the various struggles in art, including insecurity and mediocrity, emphasizing the natural importance of imperfection. He makes a strong point criticizing the cliché about the experience of art being only a cerebral, or only a retinal perception, and promotes the concept of whole mind/body perception. Discussing a large selection of artists across times and cultures, Fré Ilgen demonstrates the naturalness of artists proceeding from a virtuoso phase to maturation.
The hypothesis of BODINESS is a new philosophy of the creation and experience of art, arguing we do not only and merely consciously decide what we wish to create or look at, because the human organism, the mind/body, sets perimeters for the creation of and experience offered by artworks. Bodiness does not have the body as subject but the involvement of the (mind/)body in everything we do, think or experience.
"ARTIST?" does not offer final answers but asks many profound questions, encouraging each reader to think for him/herself. Well researched and an approach much needed to stimulate the multi-disciplinary discourse on the naturalness of the human need for art. An approach that should stir all art students, artists, other art professionals, as well as encourage art lovers, medical doctors, scientists, maybe even politicians, to reconsider their interest in art as natural phenomenon of human being, necessary in everyday life, and as essential part of well-being that reaches beyond mere cultural expression or commodity.
Martin Elsaesser. Kirchenbauten, Pfarr- und Gemeindehäuser Spitzbart, Elisabeth; Schilling, Jörg. 2014. 208 S. zahlr., teils fb. Abb. 31 x 25 cm. Gb. EUR 48,00 CHF 63,90 ISBN: 978-3-8030-0778-0 Wasmuth
Mit der Publikation „Martin Elsaesser. Kirchenbauten, Pfarr- und Gemeindehäuser“ wird das Schaffen eines Architekten gewürdigt, der einen der wichtigsten Beiträge zum evangelischen Sakralbau am Anfang des 20. Jahrhunderts schuf. Alleine für die württembergische Landeskirche entwickelte Elsaesser fast 60 Projekte. In seiner Funktion als Berater der Pfarrgemeinden im Auftrag des Vereins für christliche Kunst errichtete er neben seinen zahlreichen Neu- und Umbauten von Stadt- und Dorfkirchen auch Wohn- und Verwaltungsgebäude, mit denen er das Verhältnis von Profan- und Sakralbau neu bestimmte.
Der Architekt Martin Elsaesser wurde bisher vorrangig in seiner Funktion als Baudirektor (1925–1932) des Neuen Frankfurt wahrgenommen, der während der Ära des Stadtbaurats Ernst May als Erbauer der Frankfurter Großmarkthalle (1928) berühmt wurde. Dieser Werkphase widmete das Deutsche Architekturmuseum 2009 mit der Ausstellung „Martin Elsaesser und das Neue Frankfurt“ eine umfassende Darstellung. Weniger bekannt ist, dass Elsaesser vor dem Ersten Weltkrieg auch als das große und hoffnungsvolle Talent der Stuttgarter Architekturszene galt. Der Schüler und Assistent von Theodor Fischer erwarb sich mit über 40 Wettbewerbsentwürfen, Neu- und Umbauten sowie Renovierungen von Kirchen den Ruf eines umsichtigen, das Alte mit dem Neuen verbindenden Künstlers.
Zu den herausragenden Beispielen seiner Baukunst gehören der Betsaal in Kirchheim/Teck (1909), die Stadtpfarrkirche Stuttgart-Gaisburg (1913) und die Esslinger Südkirche (1926). Außerdem machte sich Elsaesser mit Profanbauten, wie der Wagenburg-Schule in Stuttgart (1914), aber vor allem der Stuttgarter Markthalle (1914), einen Namen. Viele dieser Bauten feiern aktuell ihre 100-jährigen Einweihungs-Jubiläen. Doch das war nicht der einzige Grund, die 1989 von Elisabeth Spitzbart als Dissertationsdruck veröffentlichte Studie zu den Kirchenbauten Martin Elsaessers zu überarbeiten und neu herauszugeben. Aktuelle Recherchen der Autoren brachten bisher unbekannte, aber nicht weniger spektakuläre von Martin Elsaesser verwirklichte Kirchenumbauten, wie in Kleinbottwar (1913), in Eschach (1914) und Münster am Kocher/Gaildorf (1914), ans Licht, die in das Werkverzeichnis aufgenommen werden konnten. Eine erstmalige Auflistung seiner Pfarr- und Gemeindehäuser wird den Katalog ergänzen.
Elsaessers innovative Kirchenbauten, die er für städtische Erweiterungsgebiete und wachsende Dorfgemeinden entwarf und bei denen er liturgische Reformbestrebungen einband, prägten die Sakralarchitektur seiner Zeit. Mit zahlreichen Renovierungen historischer Dorfkirchen gab er praktische Beispiele der Denkmalpflege, die noch für die heutige Debatte von Relevanz sind. Das gilt auch für seinen Gestaltungsansatz; so sah er sich als Verfechter einer gegenwartsbezogenen Architektur, die funktionale Erfordernisse mit transzendenten Werten zu verbinden versuchte, was sein Werk in einem engen Beziehungsverhältnis von Profan- und Sakralarchitektur prägte. Die aktuelle Publikation macht dies anschaulich und nachvollziehbar.
Kramer, Ferdinand. Design für variablen Gebrauch. Hrsg.: Breuer, Gerda; Beitr.: Breuer, Gerda; Hallerbach, Leif; Hilpert, Thilo; Kramer, Ferdinand; Kramer, Lore; Meer, Julia; Müller, Michael; Thöner, Wolfgang. 2014. 400 S. zahlr. teils fb. Abb. 26 x 21 cm. Gb. EUR 42,00. CHF 55,90 ISBN: 978-3-8030-3215-7 Wasmuth
Katalogbuch der Ausstellung „Das Prinzip Kramer. Design für den variablen Gebrauch“ im Museum Angewandte Kunst (MAK) Frankfurt vom 06. Februar bis 07. September 2014.
Ferdinand Kramer gilt als einer der wichtigsten Architekten und Designer der Gestaltungsmoderne. Mit neuen Vorstellungen vom Gebrauch der Dinge – den Begriff „Mobiliar“ nahm er wörtlich – verlieh er den sich verändernden Lebensverhältnissen im 20. Jahrhundert Ausdruck und Gestalt. Wie für ein Warenhaus und lange vor Unternehmen wie IKEA schuf Kramer flexible Möbel zum Selbst-Zusammenbauen, modulare Möbelsysteme sowie zerlegbare Tische und Schränke.
Es ist zudem die Reflexion gesellschaftlicher Entwicklungen, das Mitdenken des – immer auch sozialen – Umraumes in einem Prozess des Gestaltens, der sich speist aus dem Geist einer veränderten Sicht auf die Welt, es sind Attribute wie Einfachheit, Variabilität, Klarheit und Benutzbarkeit, die seine Arbeiten ausmachen.
Heute erleben Kramers Entwürfe vom Türdrücker bis zum Couchtisch ein Revival, stehen sie doch für Werte wie Langlebigkeit, Zeitlosigkeit und Nachhaltigkeit, die in Zeiten schwindender Ressourcen wieder von größter Aktualität sind. Mit etwa einhundertsechzig Exponaten präsentieren diese Ausstellung und das begleitende Katalogbuch die weltweit größte Sammlung von Designobjekten Ferdinand Kramers.
Bau der Baakenhafenbrücke, Hamburg. Fotografisches Tagebuch. Photographic Journal. Fotos von Dechau, Wilfried. Beitr.: Bruns-Berentelg, Jürgen; Dechau, Wilfried; Kähler, Gert; Schlaich, Mike. 2013. Dtsch/eng. 176 S., 183 fb. Abb. 24 x 32 cm. Gb. EUR 58,00 CHF 77,90 ISBN: 978-3-8030-0777-3 Wasmuth
Das Besondere der Baustellenfotografie liegt gerade darin, den Bauprozess zu beschreiben und nicht allein das Ergebnis. Auf dem Weg zum fertigen Bauwerk gibt es immer wieder einzelne Phasen, die – für sich betrachtet – ihren ganz eigenen Reiz haben oder ganz wesentlich zum Verständnis des Ganzen beitragen, im besten Fall beides. Bei der Baakenhafenbrücke war es vor allem die Phase, als die stählernen Überbauten der Brücke in ihre endgültige Position gehoben wurden. Mit der Baakenhafenbrücke werden in der Hamburger HafenCity die neuen Quartiere Baakenhafen und Elbbrücken erschlossen. Für den Bau dieser Brücke wurde 2010 ein internationaler Wettbewerb ausgelobt. Der erste Preis ging an das international renommierte Team Wilkinson Eyre Architects und Happold Engineers. Die Brücke entstand in länderübergreifender deutsch-englisch-belgisch-holländischer Kooperation. Ein deutscher Bauherr, eine deutsche Baufirma, ein belgischer Stahlbauer, englische Architekten und Ingenieure und ein holländisches Transportunternehmen waren die Beteiligten. Wilfried Dechau hat den Bau dieser bemerkenswerten Brücke mit der Kamera begleitet und dabei nicht nur die besonders aufregende Phase der Stahlbau-Montage in Bildern festgehalten. Wilfried Dechau war viele Jahre Chefredakteur einer Zeitschrift für Architekten und Ingenieure. Besonderes Augenmerk hat er dabei immer auf die Fotografie gelegt. 1995 hat er den Europäischen Architekturfotografie-Preis »architekturbild« ins Leben gerufen. 1996 verfasste er ein Buch über die Architekturfotografie, 2003 hat er den Verein architekturbild e.v. gegründet, der sich zum Ziel setzt, das künstlerische Niveau der Architekturfotografie zu fördern. 2001 wurde seine Fotoserie zum Bau der Storebeltbrücke mit dem Kodak Fotokalenderpreis ausgezeichnet. Seit 2005 widmet er sich vor allem der Aufgabe, das Bauen als Prozess im Bild festzuhalten. Dabei ist eine Reihe von Fotobüchern entstanden. Im Mai 2010 eröffnete er in Stuttgart die Fotogalerie f75.
Sturm, Ulrike. Städtebau als kulturelle Praxis.Reformkonzepte in Deutschland 1910–1930. 2013. 278 S., 142 Abb., 27 x 23 cm. Gb. EUR 38,00 CHF 50,90 ISBN: 978-3-8030-0743-8 Wasmuth
Die städtebauliche Theoriebildung der 1920er und frühen 1930er Jahren war – nicht allein in Deutschland – geprägt von dem Gedanken, dass die zeitgenössische Großstadt neuartige Aufgaben und Herausforderungen zu bestehen habe, die nur mithilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse zu lösen seien. Eine neuartige Begrifflichkeit von Zwecken und Funktionen ersetzte die bis zum Ersten Weltkrieg übliche Rede von Bedürfnissen und führte zum Leitbild einer "funktionalen Stadt".
Ulrike Sturms Studie fokussiert auf eine lose kooperierende Gruppe von Städtebauern, Stadtplanern sowie Kritikern und Wissenschaftlern der Weimar Republik, die für innovative Konzepte und Verfahren im Städtebau plädierten, sich dabei aber ganz explizit auf kulturelle Traditionen bezogen, die ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Bislang wurde diese Gruppe von der Forschung nicht als solche wahrgenommen. Die Vertreter dieser Haltung werden in der Studie als Protagonisten einer Stadtbau-Kultur bezeichnet, da sie Städtebau aus dem Bezug auf eine kulturelle Entwicklung der Gesellschaft heraus verstanden. Kultur umfasst dabei sowohl die (bau-)künstlerische Tätigkeit als höhere geistige Arbeit als auch das alltägliche Leben, das als Alltagskultur einer Gesellschaft verstanden wird.
Die grundlegende Vorstellung einer Reformbedürftigkeit der städtebaulichen Praxis im beginnenden 20. Jahrhundert lässt den Städtebauer und Architekten zum Reformer werden, der den Auftrag hat, das kulturelle Niveau des Alltagslebens und der Baukunst zu heben. Sozialreform und ästhetische Reform sind gleichermaßen Teil dieses Auftrags. Dass es sich nicht nur um vereinzelte Personen handelte, sondern zahlreiche Städtebauer der Weimarer Republik theoretisch wie praktisch diese Haltung teilten, wirft ein neues Licht auf die Städtebaugeschichte dieser Zeit, die bislang stark von der Erforschung avantgardistischer oder – im Gegensatz dazu – im politischen Sinne konservativer bis hin zu nationalsozialistischer Haltungen geprägt ist. Die Studie ist mit ihrem überzeugenden Aufbau, der wissenschaftlichen Präzision und der klaren Argumentation geeignet, die Diskussion um die Städtebautheorie der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts neu zu führen.
Ulrike Sturm, seit 2010 Stellvertretende Leiterin und Fokusleitung von Living Context am Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur (CCTP) der Hochschule Luzern – Technik & Architektur, lehrt, forscht und publiziert in den Bereichen Theorie der Architektur, Städtebau und Raumplanung. Sie hat sich, aktuell wie historisch, intensiv mit dem Thema der Transformation von Städten und Quartieren auseinandergesetzt.
Josef Wiedemann. Die Wirkung der Dinge. Drei Bauten des Münchner Architekten. Almannai, Reem. Foto(s) von PK Odessa Co. 2013. 128 S. zahlr. Zeichnungen, Pläne, Fotografien. 26 x 21 cm. Engl. Br. EUR 29,80 CHF 40,90 ISBN: 978-3-8030-0786-5 Wasmuth
„… ich habe mit großer Beglückung Ihren Allianzbau in der Königinstrasse angesehen und muß Ihnen meine Dankbarkeit dafür sagen, daß Sie so etwas Edles geschaffen haben. Ich muß alles streicheln, das Holz, den Stoff, die Nymphenburger Keramik, den Glasbrunnen, das Treppengeländer. Wie phantasievoll sind die Ornamente in den Öffnungen zur Halle, die Hallenwand selbst …," schreibt 1955 der 78-jährige Paul Bonatz in Euphorie an den jungen Wiedemann.
Das Gebäude für die Allianz ist das erste in einer Reihe von drei frühen innerstädtischen Verwaltungsbauten des Münchner Architekten Josef Wiedemann (1910–2001). Jedes einzelne für sich betrachtet, insbesondere aber ihre konsistente Folge stellt den frühen Zenit des später für seine sakralen Bauten bekannten, heute aber etwas in Vergessenheit geratenen Baumeisters dar. In ihnen offenbart sich eine Entwurfshaltung, die geprägt ist von einer großen architektonischen Eloquenz, die ihre Ursprünge wiederum in einer kontinuierlichen Tradition der europäischen Baukultur sucht. Die entsprechenden Bezüge finden sich neben vielen anderen zum Werk und zur Theorie von Heinrich Tessenow, Rudolf Schwarz und Gunnar Asplund.
Um ein besseres Verständnis der genannten Bauten zu erlangen und zu vermitteln, versucht die Publikation, die Umstände ihrer Entstehungszeit zu skizzieren, das Wissen und die gesammelten bautechnischen Erfahrungen Wiedemanns darzulegen sowie die Zusammenhänge zwischen seinem Denken und dem Bauen selbst zu erläutern.
Zeitschrift für Orient-Archäologie 6, 2013. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Orient-Abteilung; Eichmann, Ricardo; Ess, Margarete van; Bartl, Karin; Gerlach, Iris. 2013. Dtsch/Engl/Franz. 352 S., 255 meist fb. Abb. 29 x 21 cm. Gb. EUR 98,00 CHF 129,00 ISBN: 978-3-8030-0220-4 Wasmuth
Die Zeitschrift für Orient-Archäologie (ZOrA, ISSN 1868-9078) ist eine Neugründung der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts. Sie erscheint seit dem Jahr 2008 jährlich. Die ZOrA enthält ausführliche und grundlegende Beiträge zu den neuesten internationalen Forschungen auf dem Gebiet der Archäologie der Levante, Mesopotamiens und der Arabischen Halbinsel. Die ZOrA stellt ein Publikationsorgan dar, das überregionale Forschungsperspektiven stärker in den Vordergrund rückt. Mit dem Erscheinen der ZOrA wurden die bisherigen regional ausgerichteten Zeitschriften der Orient-Abteilung, Baghdader Mitteilungen und Damaszener Mitteilungen, eingestellt.
Inhalt des 6. Bandes: In memoriam Abdulillah Fadhil Mohammed Nouri / Heather D. Baker: Beneath the Stairs in the Rēš Temple of Hellenistic Uruk. A Study in Cultic Topography and Spatial Organization / David L. Kennedy: Remote Sensing and 'Big Circles'. A New Type of Prehistoric Site in Jordan and Syria / Bernd Müller-Neuhof: Nomadische Ressourcennutzung in den ariden Regionen Jordaniens und der Südlichen Levante im 5. bis frühen 3. Jahrtausend v. Chr. / Florian Klimscha: Another Great Transformation: Technical and Economic Change from the Chalcolithic to the Early Bronze Age in the Southern Levant / Michel al-Maqdissi, Eva Ishaq: Notes d’Archéologie Levantine XXXVII. Tombeau construit du Bronze moyen à Tell Hamidiyeh / Markus Gschwind, Haytham Hasan: Investigating the castra hiberna of legio III Gallica. Ground Penetrating Radar Surveys Conducted in Raphaneae in 2008 / Krzysztof Jakubiak: Via Sacra or Sacral Space in Palmyra / Christoph Eger, Lutfi Khalil: Bead Jewellery of Late-Roman and Byzantine Time in the Province of Arabia. The Beads and Pendants of Glass, Stone, and Organic Materials from the Rock Chamber Necropolis at Khirbat Yajuz, Jordan / Martin Gussone, Dorothée Sack: Resafa (Syrien). Militärstation, Pilgerstadt und Kalifenresidenz im Spiegel von Kulturaustausch und Mobilität / Franziska Bloch: Mobility during the Early Islamic Period. A Means of Power Preservation for the Ruling Elite / Philipp Drechsler: Beyond the Dichotomy of Migration and Acculturation. The Dispersal and Development of the Neolithic on the Arabian Peninsula / Gunnar Sperveslage: Ägyptische Einflüsse auf der Arabischen Halbinsel in vorislamischer Zeit am Beispiel der Oase von Tayma / Iris Gerlach: Cultural Contacts between South Arabia and Tigray (Ethiopia) during the Early 1st Millennium BC. Results of the Ethiopian-German Cooperation Project in Yeha / Holger Hitgen: Aspects of Mediterranean Influence on the Material Culture of South Arabia during the Early Himyarite Period (1st Century BC – 3rd Century AD) on Example of Ğabal al-'Awd / Sarah Japp: Cultural Transfer in South Arabia during the First Half of the First Millennium CE / Michael M. Raith, Radegund Hoffbauer, Harald Euler, Paul A. Yule, Kristoffer Damgaard: The View from Zafār. An Archaeometric Study of the 'Aqaba Pottery Complex and its Distribution in the 1st Millennium CE
Roger Boltshauser – Transformator. Hrsg.: Müller, Ulrich; Abb von Schaerer, Philipp; Beitr.: Kapfinger, Otto; Müller, Ulrich; Stierli, Martino; Tschanz, Martin. 2013 94 S. 37 z.T. fb Abb, . 28 x 22 cm. Gb. EUR 29,00. CHF 39,90 ISBN: 978-3-8030-0761-2 Wasmuth
Bei jeder Ausstellung über Architektur stellt sich die Frage, wie man etwas eigentlich Nichtausstellbares in das verkleinerte und zudem temporäre Format einer Galerie beziehungsweise eines Museums übertragen kann. Roger Boltshauser beantwortet diese Frage, indem er scheinbar sehr unterschiedliche Artefakte seiner Arbeit einander gegenüberstellt. Die ausgewählten Skizzen, Reliefs und Fotos können zwar als autonome Exponate gelesen werden, ihre eigentliche Bedeutung als Bausteine eines Gesamtbildes offenbart sich jedoch im Zusammenspiel.
Die Skizzen geben nicht nur Einblick in den sehr persönlichen Prozess des Entwerfens, ihre Handwerklichkeit kann zugleich als Statement zur immer mehr vom Computer geprägten Entwurfspraxis gelesen werden. Ähnlich mehrdeutig funktionieren auch die vier Bronzereliefs. Sie zeigen nicht nur Boltshausers großes Interesse an der plastischen Ausformung von Fassaden, sondern versinnbildlichen die permanente Suche nach neuen Ausdrucksformen durch Modulieren des Existierenden. Dieser Forschungswille kulminiert in den großformatigen Bildern, die wie Fotografien aussehen. Tatsächlich sind es Motive, die der Bildkünstler Philipp Schaerer aus zahlreichen Einzelfotos digital zusammengebaut hat. Durch gezielte Additionen, Subtraktionen und Substitutionen sind Bilder von Häusern entstanden, die wie Werke von Roger Boltshauser aussehen. Diese Art der Präsentation von Architektur ist ungewöhnlich, denn Boltshauser setzt nicht auf die klassische Darstellung eines Ist-Zustandes, ihn interessieren vielmehr Interpretationsmöglichkeiten. Dafür verzichtet er sogar auf den eigenen Deutungsanspruch und baut durch Verfremdungen bzw. Manipulationen gezielt Unschärfen ein.
Das die Ausstellung begleitende Buch dokumentiert die einzelnen Bausteine als thematische Blöcke in linearer Abfolge. Der Leser ist damit aufgefordert, hin und her zu blättern und eigene Bezüge herzustellen. Das fordert Neuinterpretationen geradezu heraus und veranschaulicht somit eindrucksvoll das Credo von Roger Boltshauser: Architektur denken heißt permanente Transformation.
Brazil. House in Santa Teresa, 2008 by Angelo Bucci/ House at Rio Bonito, 2003 by Carla Juaçaba. Hrsg.: Hoidn, Barbara; Alter, Kevin; Beitr.: Alter, Kevin; Hoidn, Barbara; Stiphany, Kristine. O'Neil Ford Duograph Series (2). 2013 Engl. 144 S. 153 fb. u. 23 sw. Abb. 22 x 30 cm. Pb. EUR 29,80. CHF 52,10 ISBN: 978-3-8030-0699-8 Wasmuth
Brazil gained its position in architectural history already at the beginning of the twentieth century by genuine modern buildings evoking international adoration - manifested in the well attended exhibition Brazil Builds at the Museum of Modern Art New York in 1943. The metonymy of the new architecture quickly turned into an integrative cultural force beyond the merely aesthetic context. The comprehensive spirit of optimism can still be traced today in the Federal government buildings of the young capital Brasilia , inaugurated in1960.
Overshadowed by the omnipresent personality of Oscar Niemeyer, who has long been regarded as the sole international representative of the Brazil architectural scene since 1930, little is known about the virtuoso buildings continually built since those formative years of early modernism in Brazil, effortlessly keeping up with the fast-paced developments of the cities. As a result of the publicity of the second Brazilian Pritzker Prize winner Paulo Mendes da Rocha in 2006, a younger generation of architects mainly working in Sao Paulo and Rio de Janeiro draws growing international attention. They follow in the footsteps of a long list of forefathers, whose early protagonists such as Vilanova Artigas, Lucio Costa, Sergio Bernardes remained widely unknown in the US and Europe.
The second O´Neil Ford duograph is devoted to two residential buildings by Angelo Bucci and Carla Juaçaba. Both buildings are located in Rio de Janeiro being considered as to convey like no other city the complex parallel Brazilian life styles and realities to an international audience.
The house by Angelo Bucci, who studied in Sao Paulo, where he is teaching today, at the legendary school of architecture by Vilanova Artigas, FAUUSP, is located in the vital central quarter of Santa Teresa high above the lower parts of town. Not visible from the street, the building reveals itself to the visitor in meticulously staged sequences until one reaches the highest point where the 360 degree panoramic views so typical for Rio de Janeiro literally imbue the entire building, almost dissolving itself into the cosmic energy of the city.
Carla Juaçaba, who studied in Rio de Janeiro living and working there ever since, is contributing to this publication a vacation house located outside of Rio de Janeiro in a remote and virgin forest area in the immediate vicinity of the river Rio Bonito; a small solitaire, a spirited rejoinder to Laugier´s cabanne rustique, unfolding epical dimensions despite its actual miniature size.
Each volume in the O´Neil Ford Duograph series will present one building by each of two different architects from a single country. By having two buildings featured within a single book, the series editors wish to let the architects and their work speak as directly as possible through the printed page. Drawings and photographs present each building in context and detail and provide a comprehensive account. As Vol. 1 in this series was published Chile. House at Punta Pite, 2003-06 by Smiljan Radic/Crypt in the Cathedral of Santiago de Chile, 1999-2006 by Rodrigo Perez de Arce.
Parallel to the O’Neil Ford Duographs the Center for American Architecture and Design and the O’Neil Ford Chair are launching a sister series entitled the O’Neil Ford Monographs. This latter series will document the complex gestation of single buildings of central importance to architecture. As Vol. 1 in this series was published Álvaro Siza: Bouça. Residents’ Association Housing. Porto 1972-77, 2005-06, and as Vol. 2 Sigurd Lewerentz: St. Petri. Church, Klippan 1962-66.
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