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Wasmuth Verlag

 
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Sigmund Hahn. Farbe, Licht und Leben. 2013 Vorwort Faßbender, Guido; Beitr.: Badstübner-Gröger, Sibylle; Hahn, Sigmund; Hahn, Silva; Mitte, Wolfgang; Neubert, Christhard-Georg. 208 S. 200 meist fb. Abb. 25 x 21 cm. Leinen. EUR 45,00. CHF 59,90 ISBN: 978-3-8030-3363-5 Wasmuth
Der 1926 in Berlin geborene und 2009 auch dort verstorbene Künstler Sigmund Hahn schuf an die 2000 grafische Arbeiten (Zeichnungen, Aquarelle, Holzschnitte) und über 1000 Ölgemälde. Seit 1954 entwarf und realisierte er für über 40 Kirchengemeinden beider Konfessionen Kirchenfenster und Altargerät. Es gibt wohl keinen anderen Künstler, dessen Werk sich von Anzahl und Umfang her deutlicher in den Kirchen des Berliner Raums dokumentieren lässt.
1946 bis 1951 studierte Hahn bei Karl Hofer an der Hochschule für Bildende Künste (HfbK) in Berlin und erhielt bereits 1954 den Kunstpreis der Stadt für sein grafisches Werk. Seine frühen Arbeiten stehen noch unter Hofers Einfluss. Sie sind Zeugnis einer Zeit, die noch unmittelbar durchdrungen ist von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Hahns Bilderwelt ist zu dieser Zeit bevölkert von symbolischen Gestalten, Mischwesen, teilweise verstümmelten Halbmenschen oder Halbtieren.
Die Begegnung mit dem Expressionismus der Brücke-Künstler gab seiner Malerei jedoch bald neue Impulse, die er zu verwandeln und mit seinem persönlichen Stil zu verbinden verstand. Reduktion und Konzentration, die Flächigkeit der Formen sowie die Freiheit und schließlich die Kraft und Dynamik der reinen Farbe werden zu seinen bestimmenden Ausdrucksformen. Die Glasmalerei erweist sich bald als für seine Vorliebe einer expressionistischen Form- und Farbgebung besonders geeignet. In den von ihm geschaffenen Fenstern findet Hahn zu einer ganz eigenen Bildsprache. Das Motiv erfährt hier durch die schiere Größe, aber auch durch die Leuchtkraft der Farbe eine noch einmal gesteigerte Intensität und Präsenz.
Bei aller Explosion der Farbigkeit liegt in den Bildern von Sigmund Hahn immer auch eine stille Harmonie. Die Figuren bewegen sich in einer Balance und inneren Gefügtheit, die sie zu überzeitlichen Monumenten existenzieller Menschlichkeit werden lässt. Ähnliches gilt für die Stillleben und Landschaften. Alles Dargestellte wird vom umgebenden Raum getragen und durch die Komposition in sich und im Bild gehalten.
„Malen ist der Wunsch, die Zeit zum Stillstand zu bringen, und Farbe ist mit das Schönste für mich auf der Welt.“ (Sigmund Hahn)
Griechische Heroenkultstätten in klassischer und hellenistischer Zeit. Untersuchungen zu ihrer äußeren Gestaltung, Ausstattung und Funktion. 2013 Mangoldt, Bianca von. 256 S. zahlr. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 48,00. CHF 63,90 ISBN: 978-3-8030-1065-0 Wasmuth
Kultstätten für die Heroen der Griechen waren ebenso wie die Heiligtümer der Götter sakrale Orte von oft überregionaler Bedeutung. Die religiöse Konnotation der Heroen wie auch die Praxis ihrer Verehrung weckten schon früh das Interesse der altertumswissenschaftlichen Forschung. Dabei konzentrierten sich die jeweiligen Disziplinen vornehmlich auf geographische und chronologische Fragen ohne ausreichende Berücksichtigung des archäologischen Materials. Das vorliegende Buch liefert erstmalig einen vollständigen Katalog aller bekannten Heroenkultstätten klassischer und hellenistischer Zeit im heutigen Griechenland. Die Analyse der archäologischen Befunde in Kombination mit literarischen und epigraphischen Quellen spiegelt Charakteristika des griechischen Heroenkults und seiner Kultstätten wider.
Ausgehend von dem Axiom, dass Heroen eine Zwischenstellung zwischen Göttern und Menschen einnehmen, wird untersucht, in welchem Ausmaß sich im Heroenkult Spezifika der Götterverehrung einerseits sowie menschlicher Bestattungsriten andererseits vermischen. Ferner wird gezeigt, wie stark die Heroenkultstätten durch zeitgleiche Götterheiligtümer und deren Sakralbauten beeinflusst werden. Die Kontextualisierung spezieller Votive macht eine Abgrenzung dennoch möglich, wie die Autorin erstmalig nachweisen kann. Hinterlassenschaften aus Heroenkultstätten können Überschneidungen mit Funden aus Götterheiligtümern respektive sepulkralen Kontexten aufweisen, unterscheiden sich jedoch in Quantität und Qualität deutlich. Die neu gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen die stringente Identifizierung von Heroenkultstätten in Abgrenzung zu Götterheiligtümern oder Begräbnisplätzen.
Irmela von Hoyningen-Huene 1913–2012. Zeichnerin des Klangs.Das gesamte Werk. Hrsg.: Göltenboth, Dieter; Röck, Irmela; Sannwald, Wolfgang: Beiträge Göltenboth, Dieter; Osterwold, Tilman; Radtke, Rainer; Röck, Irmela; Sannwald, Wolfgang; Schmid, Martin; Triebold, Wilhelm; Volkmann, Michael. 2013. 252 S., 1040 meist fb Abb. 28 x 21 cm Gb. EUR 35,00 CHF 46,90 ISBN: 978-3-8030-3362-8 Wasmuth
Das große Thema der im Jahr 1913 geborenen und 2012 im Alter von 99 Jahren in ihrer Geburtsstadt Tübingen verstorbenen Irmela von Hoyningen-Huene waren die Musik wie auch kulturelle und tagespolitische Themen. "Wenn ich Musik höre, sehe ich sie", und: "Was ich höre, sehe oder erlebe, nehme ich in mich auf. Es kommt auf Papier, wenn ich Zeit habe", bemerkte die Künstlerin einmal zu ihren Arbeiten. Mit engmaschigen Farb- und Bleistiftstrichen bemalte die Künstlerin dann Papierflächen im Format von 24 x 16 cm in Farb- und Schwarzweißkontrasten.
Irmela von Hoyningen-Huene, Tochter des berühmten Tübinger Wirbeltierpaläontologen Prof. Fr. Baron von Hoyningen-Huene, begann mit ihrer künstlerischen Tätigkeit im Jahr 1954 und zeichnete bis zum Vorabend ihres Todes. So entstand ein Werk von gut 1000 Arbeiten, das weit über die Region Tübingen hinaus bekannt geworden. Im Jahr 2000 verlieh ihr der Künstlerbund Baden-Württemberg den "Erich-Heckel-Landespreis". Der vorliegende Band dokumentiert erstmals ihr Gesamtwerk, zu dem Tilman Osterwold in seinem Beitrag schreibt:
"Innerhalb ihres Gesamtwerkes dominieren die klanglichen Elemente, die in ihren Zeichnungen erinnert und unmittelbar präsent werden. Unsere komplexen Wahrnehmungsfelder werden wachgerufen: Hören-Sehen-Spüren als Einheit. Diesen essentiellen Vorgang, den die Zeichnungen zur Wirkung bringen, kann der Betrachter nicht direkt rekonstruieren, es bleibt ein assoziativer Spielraum, um eigene Erfahrungen mit der Ausdrucksweise der Bildautorin zu verbinden. So suchen wir einen Weg durch die Zeichnung, weiten deren Horizont (und damit unseren eigenen) und fühlen, denken, phantasieren weiter. Hier tut sich ein 'spekulatives' Tor auf: ihre Zeichnungen als Partitur zu erleben, die zwar Reminiszenzen gehörter Musik oder direkter Klang-Vorstellungen beinhalten, die aber mit dem Eigenleben der Zeichnung gleichzeitig eine 'neu' erfundene Musik bildlich 'erklingen' lassen."
Interferenzen. Interférences. Architektur. Deutschland – Frankreich 1800–2000. 2013 Hrsg.: Cohen, Jean-Louis; Frank, Harmut; Beitr.: Bergdoll, Barry; Beyer, Andreas; Châtelet, Anne-Marie; Cohen, Jean Louis; Dolff-Bonekämper, Gabi; Bourlier, Pierre; Frank, Hartmut; Freigang, Christian; Gendron, Yves; Grossmann, Vanessa; Beitr.: Knoery, Franck; Beitr.: Kostka, Alexandre; Beitr.: Messelis, Michel; Beitr.: Niehr, Klaus; Beitr.: Payot, Daniel; Beitr.: Pignon-Feller, Christiane; Beitr.: Pottecher, Marie; Beitr.: Sohn, Elke; Beitr.: Sowa, Axel; Beitr.: Voigt, Wolfgang; Beitr.: Weber, Christiane; Beitr.: Ziegler, Volker. 468 S. 330 meist fb. Abb. 28 x 23 cm. Gb. EUR 49,90. CHF 66,90 ISBN: 978-3-8030-0770-4 Wasmuth
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Musée d’Art moderne et contemporain de la Ville de Strasbourg vom 30. März bis 21. Juli 2013 und im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt vom 3. Oktober 2013 bis 12. Januar 2014.
Der reich bebilderte Katalog vermittelt ergänzend zur Ausstellung erstmals einen Überblick über die architektonischen und städtebaulichen Interaktionen zwischen Frankreich und Deutschland. Anhand von Baukunst und Urbanismus wird die deutsch-französische Geschichte von den Jahren nach der Französischen Revolution und dem Ersten Kaiserreich bis in die Gegenwart auf neue Art beleuchtet.
Von Karl-Friedrich Schinkel über Gottfried Semper, Viollet-le-Duc, Le Corbusier und Rudolf Schwarz bis hin zu Jean Nouvel wird der Leser mit dem Schaffen wichtiger Architekten, Künstler und Intellektueller bekanntgemacht, die an der Schnittstelle der deutschen und französischen Kultur wirkten und wirken. Besonderes Augenmerk widmet die Publikation der wechselseitigen Beeinflussung großer Städte wie Paris und Berlin. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Situation von Grenzregionen, deren Gestalt – wie im Falle von Straßburg, Metz, dem Rheinland und dem Saarland – durch Annexion und Besetzung nachhaltig geprägt wurde.
Rund 20 Autoren erläutern in neun Kapiteln die Auseinandersetzungen über Gotik und Klassik, das Industriezeitalter, neue Siedlungsformen und Nationalismus am Ende des 19. Jahrhunderts, den Reformstil, die moderne Architektur zwischen den beiden Weltkriegen, die Besatzungszeit und den Wiederaufbau, die Inszenierung von Baukunst, die Krise der Moderne zwischen 1960 und 1980 und schließlich die europäischen Entwicklungen seit dem Mauerfall.
Die Herausgeber:
Hartmut Frank, Architekturhistoriker und bis 2011 Professor an der HafenCity Universität Hamburg, ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu Themen der Architekturtheorie und -geschichte in Europa und Nordamerika, insbesondere auch zu transnationalen Tendenzen in der Architektur und Stadtplanung des 19. und 20. Jahrhunderts.
Jean-Louis Cohen, u.a. Professor am Institut français d’urbanisme der Universität Paris VIII und am Institute of Fine Arts der New York University, leitete eine große Zahl von Forschungsprojekten, insbesondere über die Architektur des 20. Jahrhunderts in Frankreich, Deutschland, Italien, Russland und den USA, und ist Mitglied diverser Wissenschaftsbeiräte in Europa und Nordamerika.
Magisches Denken – Monumentale Form. Aldo Rossi und die Architektur des Bildes. 2013 Ruhl, Carsten. 256 S. 100 Abb., davon 10 fb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 38,00. CHF 50,90 ISBN: 978-3-8030-0764-3 Wasmuth
Der italienische Architekt Aldo Rossi (1931–1997) gehörte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den prägenden Gestalten der internationalen Architekturdiskussion. In zahlreichen programmatischen Schriften und Entwürfen unternahm er den anspruchsvollen Versuch zu einer Neubegründung der modernen Architektur. Damit reagierte er auf eine tiefgreifende Krise, in der sich Architektur und Städtebau nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs befanden. Der Massenwohnungsbau der Nachkriegszeit offenbarte auf erschreckende Weise, wie die moderne Doktrin des Funktionalismus für wirtschaftliche und politische Zwecke missbraucht werden konnte. Dem setzte Rossi das Konzept einer historisch nachweisbaren Autonomie der Architektur entgegen.
In den daraus hervorgegangenen Collagen und Entwurfsprojekten verschränkten sich theoretische Probleme, kunsthistorische Zitate und persönliche Erinnerungen zu einer in der Architekturgeschichte beispiellosen Bildsprache. Ihre Wirkung auf die Rezeption Rossis ist bis heute immens: Die Aufnahme des Architekten in den Kanon der Architekturgeschichte scheint sich zuweilen allein dem Bild und seiner Verortung in der kunstgeschichtlichen Tradition und weniger dem Gebauten selbst zu verdanken. So kommt dem Werk des Architekten am Ende eine Bedeutung zu, die sich nicht in der Durchsetzung eines neuen Rationalismus postmoderner Prägung oder in der Erneuerung des Städtebaus erschöpft. Als sehr viel einflussreicher hat sich aus heutiger Perspektive sein Bemühen um eine architektonische Bildtheorie erwiesen, in der sich die ästhetische Moderne gegen ihre gebaute Realität wendet.
Die vorliegende Studie unternimmt erstmals den Versuch, Rossis Beitrag zu einer neuen Bildlichkeit der Architektur im größeren Kontext des zeitgenössischen Architekturdiskurses kritisch zu diskutieren.
Carsten Ruhl, der als Professor Theorie und Geschichte der modernen Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar lehrt, ist Autor zahlreicher Bücher und Artikel zum Thema Architekturtheorie
Hans Scharoun: Philharmonie, Berlin 1956–1963. Hrsg.: Wang, Wilfried; Sylvester, Dan Einfg. Barkhofen, Eva-Maria. Beitr.: Scogin, Mack; Sylvester, Dan; Wang, Wilfried. Reihe: O'Neil Ford Monograph Series 5 Hrsg. The University of Texas at Austin. Engl. 2013. 256 S., 100, auch fb. Abb., 170 Zeichnungen und Pläne. 22 x 30 cm, Br. EUR 39,80 CHF 52,90 ISBN: 978-3-8030-0758-2 Wasmuth
Rising with its golden roof from the self-inflicted ashes of World War II, right at the center of the remains of Hitler's megalomaniac World Capital Germania, the new concert hall for the Berlin Philharmonic Orchestra has become the symbol of another Germany; a newly democratized nation that sought to reshape itself with the help of cultural experiences. Today, the Philharmonie is the nucleus of Berlin's Kulturforum with five museums, two concert venues and the state library, West Berlin's response during the Cold War to the Museum Island on the east of Berlin.
Hans Scharoun's design for the Philharmonie is without precedent. It became the paradigm for numerous concert halls all over the world, but none has ever come close to the Philharmonie's conceptual, compositional, constructional, social and synesthetic experiential integrity.
Scharoun (1893-1972) had pursued all his life to project a symbol for new democracy in Germany. Ever since the revolutionary air swept German society after World War I, Scharoun and a number of his friends were dreaming of the new gleaming glass dome on top of a cultural building that would become the alternative to the cathedral. More than four decades later, the purpose-built concert hall for one of the world's most respected orchestras, opened its doors to an avid audience. The Philharmonie's unconventional forms, mostly non-orthogonal planes with a few curves – notably as part of the roof and the ceiling – met with incredulity and outright rejection. When the designs were published, vociferous commentators were sure that it could not be built. Its apparent irregularity was thought by some to be costly and unnecessary.
Yet on completion, the spatial magic and the constructional logic won over most critics. Nevertheless, there are some who remain hostile to the design, considering it to be irrational and overly expressive.
With the possibility of publishing the drawings from the Scharoun Archive at the Academy of the Arts, Berlin, anyone with a slightest ability to read drawings will be able to trace the direct approach to the detailing and construction of the Philharmonie's spatially complex, yet highly logical composition.
Kiraly, Josef. Das Sonnenhaus als Passivhaus. Mosaiksteine zur Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. 2013. 120 S., 390 meist fb. Abb. u. Pläne. 26 x 21 cm, Br. EUR 29,80 CHF 40,90 ISBN: 978-3-8030-0769-8 Wasmuth
Der österreichische Architekt Josef Kiraly steht für eine "Architektur mit der Sonne". In den letzten 15 Jahren beschäftigte er sich vorwiegend mit der Entwicklung des "Sonnenhauses", das den Wunsch des Menschen nach Sonnenlicht und Strahlungswärme mit hohem Wohnkomfort und thermischer Behaglichkeit verbindet. Außerdem weist es sehr niedrige Heiz- und Betriebskosten sowie hohe Dauerhaftigkeit und Wartungsfreiheit auf. Es ist zum Passivhaus geworden, seitdem die wesentliche "architektonische Idee" des Baus die Nutzung der Sonnenenergie zur Reduktion des Heizenergieverbrauchs ist.
Kiralys realisierte Sonnenhäuser vereinen humanökologische Qualitäten mit Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Passivhausstandard. Das Buch stellt 30 von ihnen detailliert vor – mit Beschreibungen, Fotos und Plänen – und dokumentiert die Erfahrungen ihrer Bewohner. Jedes dieser Gebäude ist eine Antwort auf den jeweiligen Standort und seine Umgebung. Es galt stets, jeden Freiraum architektonischer Gestaltung auszunutzen, der für die Konzeption eines solchen Sonnenhauses unabdingbar ist. Dieses steht für einen Wertewandel und die Wiederentdeckung einer auf natürliche Umweltbedingungen Rücksicht nehmenden Lebenseinstellung und Architektur, die auch dazu führt, den Grund für so einige stilistische Eigenwilligkeiten manch alter Bauformen und -details zu erkennen, um sie mit neuen Technologien und Materialien zu kombinieren.
Es ist erheblich aufwendiger, ein Passivhaus zu planen und zu bauen als ein konventionelles Gebäude. Ein Großteil der Bau- und Energiekosten wird bereits mit dem Entwurf festgelegt. Die dort einfließenden Grundsätze, Festlegungen und Strategien bestimmen irreversibel den späteren Planungsprozess, die Energiebilanz und Nachhaltigkeit. Dies verlangt genaues Detailwissen und auch in der Ausführungsphase eine exakte Qualitätskontrolle durch den Architekten. Welche Entscheidungen im Einzelnen zu beachten und Planungsziele im Detail zu verfolgen sind, wird im Buch aufgelistet und beschrieben. Es wird deutlich, welche Funktions- und Grundprinzipien konsequent angewendet werden müssen, damit sie sich wie Mosaiksteine zum Gesamten zusammenfügen können.
Josef Kiraly, seit 1980 freischaffender Architekt mit Büro in Sistrans bei Innsbruck, legt den Schwerpunkt seiner Arbeit auf nachhaltiges Planen und Bauen mit dem ökologischen Ansatz eines Ressourcen schonenden Energiehaushalts.
STADT BAUEN 4. Deutscher Städtebaupreis 2012. 2013 Hrsg.: Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL); Durth, Werner. 144 S. zahlr. meist fb. Abb. 24 x 21 cm. Pb. EUR 32,00. CHF 42,90 ISBN: 978-3-8030-0772-8 Wasmuth
Dieser Band der Reihe STADT BAUEN der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung dokumentiert den Deutschen Städtebaupreis 2012 und zeigt zugleich eine Leistungsbilanz der Stadtplanung in Deutschland in Reaktion auf aktuelle Probleme gesellschaftlichen Wandels: Nicht der Neubau und die Erweiterung von Städten, sondern vor allem die Umnutzung und Ergänzung des Bestands werden in Zukunft zentrale Aufgaben sein. Angesichts der ökologischen Herausforderungen kommt dabei der Pflege, Erneuerung und Gestaltung technischer Infrastrukturen besondere Bedeutung zu.
Der Sonderpreis 2012 war dem Thema „Integration und Transformation technischer Infrastrukturen in Stadt und Land“ gewidmet. Diese Infrastrukturen, ob im Bereich des Verkehrs, der Energieversorgung, der Ver- und Entsorgung von Wasser und Müll oder der Kommunikation, unterliegen einem ständigen Prozess des Wandels, der Anpassung und Erneuerung. Mobilität folgt dabei keinem Naturgesetz, sie ist ein zu entwerfender Prozess. Mit dem Übergang in eine postfossile Mobilitätskultur wird für die Zukunft der Städte entscheidend sein, ob wir die knappen Ressourcen Energie, Raum und Zeit so organisieren, dass wir zugleich eine lebenswerte und nachhaltige Stadtentwicklung gestalten können. Mit dem Sonderpreis wurden Lösungen aufgespürt, die innovativ für einen baukulturell anspruchsvollen Umgang mit den oben genannten Aufgaben stehen.
Neben beispielhaften Projekten sind in diesem Band auch die Vorträge und Gespräche im Rahmen der Fachtagung zum Sonderpreis dokumentiert.
Deutscher Städtebaupreis 2012:
Staßfurt an der Bode. Neugestaltung der historischen Mitte; Häfner Jimenez, Berlin /
Auszeichnungen:
Köln. Siedlung Buchheimer Weg – Öffentlich geförderter Wohnungsbau; ASTOC, Köln /
Berlin. Übergangsnutzung Schlossareal; Relais Landschaftsarchitekten, Berlin, Stuttgart /
Koblenz. Die Neugestaltung der öffentlichen Freiräume; BUGA Koblenz mit RMP Stephan Lentzen, Bonn /
Autobahn A40/Barcode und Parkautobahn A42; Planergruppe Oberhausen mit Foundation 5+, Kassel; Baudezernat Stadt Bochum; Dorothée Dahl; Davids Teerfrüchte, Essen; Orange.edge, Hamburg /
Würzburg. Hochwasserschutz und Mainufergestaltung; Klinkschott Architekten; Dreier Ingenieure; Ingenieurbüro Maier, Würzburg /
Sonderpreis:
Metropolregion Ruhr. Masterplan Emscher-Zukunft; ASTOC, Köln, mit RPM Stephan Lenzen, Norbert Post, Hartmut Welters und der Emscher-Genossenschaft
Brenner, Klaus Theo. Urban Space. Stadt Raum. Spazio Urbano. Foto(s) von Wildgrube, René; Konzeption Biermann, Dirk. Dtsch, Engl. Ital. 2013. 140 S., zahlr. fb. Abb., 29 x 20 cm, Gb. EUR 29,90 CHF 40,90 ISBN: 978-3-8030-0768-1 Wasmuth
Über Bild und Text thematisiert dieses Buch die Architektur der Stadt als ebenso zeitloses wie faszinierendes Phänomen in Geschichte und Gegenwart. In historischen und zeitgenössischen Fotografien entfaltet sich ein Bild von Stadt, das Erinnerungen und Utopie in Übereinstimmung bringt, wobei der städtische als öffentlicher Raum zusammen mit den Häusern, die ihn bilden, als Bühne sichtbar wird – für den Stadtbewohner gleichermaßen Erlebnisraum und Heimat. Dieses Szenario ist als eine Art "Stellungsspiel" der Architektur ebenso elementar, wie es sich über Jahrhunderte in der europäischen Stadtbaugeschichte in unterschiedlichen Erscheinungsformen bewährt hat. Es bildet den sichtbaren Rahmen und gedanklichen Hintergrund für die zeitgenössische Stadtarchitektur. Damit überwindet die moderne Architektur endlich (nach fast 100 Jahren) die verordnete Geschichtsvergessenheit und den blinden Avantgardewahn einer ideologischen Moderne, die einen erheblichen Beitrag zur Verelendung unserer Städte geleistet hat und noch immer leistet, indem auch die elementarsten Regeln des "Stellungsspiels" zugunsten der Autonomie der Objekte oder der Besiedlung von grünen Wiesen ignoriert werden. Das reiche Bildmaterial dieses Buchs und insbesondere René Wildgrubes Fotos aus Mailand mit der Stadtarchitektur der 1920/30er Jahre begründen in überraschender wie beeindruckender Weise diesen Anspruch auf eine Neue Stadtarchitektur.
Ionische Kapitelle auf Prokonnesos. Produktion und Export römischer Bauteile. Beykan, Müren. Deutsch. 214 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 24,90. CHF 36,5 ISBN: 978-3-8030-1774-1 Wasmuth
Auf der Insel Marmara (dem antiken Prokonnesos), wurden im Bereich der Schutthalden antiker Marmorbrüche neben anderen Baugliedern 57 ionische Säulenkapitelle gefunden. In ihren verschiedenen Fertigungsstadien stellen sie ein einzigartiges Ensemble antiker Kapitellproduktion dar, das von der römischen Kaiserzeit bis in die Theodosianische Epoche reicht. Durch die vorliegende Untersuchung kann nachgewiesen werden, dass man die ionischen Kapitelle in römischer Zeit als halbfertige Produkte von Prokonessos ausführte, um die Verzierungen am Bau selbst auszuarbeiten. In der Spätantike wurden die Kapitelle dagegen in den Werkstätten der Marmorbrüche auf der Insel vollständig fertig gestellt. In dieser Zeit, in der in den Steinbrüchen hohe Produktivität herrschte und die Ausfuhr beträchtliche Zuwachsraten aufwies, wurde ein für Prokonessos charakteristischer ionischer Säulenkapitelltyp entwickelt. Mehrere an verschiedenen Stellen der Insel gelegenen Werkstätten produzierten diesen Typus in leichten Variationen der handwerklichen Ausführung. Die bei der Bearbeitung der Blöcke verwendete Technik basiert auf einer seit der römischen Zeit praktizierten handwerklichen Tradition, die nun um einige rationalisierende und damit produktionsbeschleunigende Methoden erweitert wurde. Die Studie liefert wesentliche neue Erkenntnisse zur antiken und spätantiken Bauornamentik, aber auch zu den Produktionsprozessen ionischer Kapitelle und zur antiken Arbeitswelt.
Casanova + Hernandez: Scale & Perception. Hrsg.: Müller, Ulrich; Abb. von Richters, Christian; Vorwort von Müller, Ulrich; Beitr.: Casanova, Helena; Hernandez, Jesus; Käpplinger, Claus. 2013. Engl. 104 S. 58 meist fb. Abb. 28 x 22 cm. Gb. EUR 29,80. CHF 40,90 ISBN: 978-3-8030-0766-7 Wasmuth
Helena Casanova und Jesus Hernandez haben für ihre Ausstellung in der Architektur Galerie Berlin eine stark bildhafte Strategie entwickelt. Unter der Überschrift "Scale & Perception" konstruierten sie eine beinahe minimalistische Ausstellungsinstallation aus zwei begehbaren Miniaturräumen – einem außen schwarzen und innen weißen Holzobjekt, dessen "Wände" von verschieden großen Öffnungen durchschnitten sind, und einem Geviert aus transparenten Folien, die mit einem dichten Gingko-Laub-Motiv bedruckt sind. Diese Miniaturräume fungieren als Bildträger für die Wohnungsbauten "The Black and White Twins" und "The Gingko Project", die Casanova + Hernandez kürzlich fertig gestellt haben und die gleichsam als Manifest ihrer Arbeit gelesen werden können.
Der Blick der Architekten richtet sich dabei weniger auf die Funktion des Wohnens, sondern auf die Frage, mit welchen einfachen Mitteln sich die Wahrnehmung einfacher Baukörper modulieren lässt. Während dies bei "The Black and White Twins" eine geometrisch raffiniert strukturierte Fassade ist, wird "The Gingko Project" durch die verspielt wirkende Ornamentik einer bedruckten Glasfassade geprägt. Von besonderer Bedeutung ist hierbei das Thema der sich verändernden Wahrnehmung durch unterschiedliche räumliche Distanzen. So entpuppt sich die Fassade von "The Black and White Twins" erst beim Näherkommen als raffiniertes Geflecht aus sich überlagernden linearen Strukturen. Dieses Geflecht wurde auf der Grundlage der Fensteranordnung – als Spiegel der inneren Funktionen – sowie der notwendigen Materialfügungen des Fassadenmaterials entwickelt und kann als abstrahierte Referenz an die Parzellierung der umliegenden Baufelder verstanden werden. Hier musste auf einer riesigen freien Fläche ohne markante Anhaltspunkte eine Form kreiert werden, die eine sinnfällige städtebauliche Struktur ergibt. Demgegenüber steht der bauliche Bestand bei "The Gingko Project", der auf der einen Seite von einer bestehenden Wohnsiedlung geprägt ist und auf der anderen Seite von einem wunderschönen Park mit altem Baumbestand. Beiden Projekten gemeinsam ist die Strategie, Fern- und Nahwirkung zu einer Wahrnehmungsabfolge zu thematisieren.
Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch die Ausstellung: Während der Betrachter von außen lediglich einen räumlich neu strukturierten Ausstellungsraum wahrnimmt, erkennt er beim Herantreten die Unterschiedlichkeit der Einbauten und deren Dualität: Hier das rational Begründete, dort das sinnlich Ornamentale. Innerhalb der beiden Miniaturräume sind schließlich Elemente zu entdecken, die auf konkrete Details des Ortes und der Nutzung verweisen. Die derart gestaffelten Ebenen verdeutlichen das Credo von Architektur als funktional gleiche, aber mit unterschiedlich interpretierbaren Schichten verkleidete "Kisten". Das architektonische Werkzeug der "Haut" täuscht dabei jedoch nichts vor, was gar nicht ist, sondern bleibt als bewusst gestaltete Membran zwischen Innen und Außen erkennbar. Maßstab und Wahrnehmung als zentrale Themen der Architektur von Casanova + Hernandez werden durch diese Artefakte zugleich konkret und abstrakt in den Ausstellungsraum transformiert.
Der Vertiefung dieses zentralen Architekturthemas dient dieses Buch mit Fotografien von Christian Richters. Diese zeigen aus seiner speziellen Sicht die vielen sich überlappenden Schichten, welche die visuelle Wahrnehmung der Gebäude prägen. Sie werden durch zahlreiche Pläne und Detailzeichnungen ergänzt, in denen die einzelnen Schichten seziert werden um zu zeigen, welche Rolle diese einzelnen "Layer" bei der Gesamtwahrnehmung spielen. Vervollständigt wird das Buch durch den manifestartigen Text "Scale & Perception: Rethinking Phenomenological Architecture in the Global Age" von Casanova + Hernandez.
// Helena Casanova and Jesus Hernandez have developed a strong pictorial strategy for their exhibition in the Architektur Galerie Berlin. Titled "Scale & Perception", they concentrate their translation in a minimalist installation, composed of two miniature walk-in spaces: One is a wooden object, black outside, white inside, with "walls" perforated by differently sized openings that function as windows; the other is a rectangular space, open on one side so that visitors can step inside, and made of plastic foil imprinted with a ginkgo-leaf motif. These miniature spaces serve as image carriers of Casanova + Hernandez's recently completed "Black and White Twins" and "Ginkgo Project" housing complexes, and can be equally understood as a manifesto of their work.
The architects' focus is less on the function of habitation and more on the question of which simple measures can be used to modulate the perception of simple forms. Whereas the solution is a geometric, subtly structured façade for the "Black and White Twins", the seemingly playful ornament of an impressive glass façade defines the "Ginkgo Project". The concept of changing perceptions resulting from varying spatial distances is of particular importance. Only upon close inspection does the "Black and White Twins" façade reveal itself as an artful texture of overlapping linear structures. Developed from both the positioning of windows—mirroring interior function—and parameters of façade materials, this texture can be read as an abstract reference to the division of the surrounding building lots. On a huge open space, lacking significant landmarks, a shape had to be created, resulting in a striking urban structure. The "Ginkgo Project's" stock of buildings, on the other hand, is defined on one side by an existing residential estate, on the other by a beautiful park with old trees. In spite of the almost diametric formulation of the façade details, which the architects call the "skin," here as a rationalist theoretical exercise, there as ornamental playfulness, they address the same idea: Both projects share the strategy of making perception and their order (from distance to proximity) a subject of focus.
The exhibition follows the same principle: Whereas the observer can only perceive a newly structured exhibition space from the distance, upon approaching s/he becomes aware of the differences in structure and their duality: Rationally ordered on one side; sensually ornamental on the other. Within both miniature structures, elements can be discovered that refer to details of the site and its usage. In the Ginkgo installation the elements are artificial grass covering the floor, a simple plastic chair and a potted plant—objects that are found on balconies around the world and with which people use to make their homes "nicer." In the Black and White installation on the other hand, photos and models are integrated. The miniature spaces thus breathe in the varying characteristics of both projects they represent through to the detail: the sensual in one, the rational in the other. The structured layers elucidate the credo of architecture as "boxes" that share the same function, but covered by various layers can be interpreted in different ways. The "skin" as an architectural tool does not pretend to not exist, but remains recognizable as a consciously designed membrane separating inside and outside. As central concepts of Casanova + Hernandez's architecture, scale and perception are transformed into the exhibition space through these artifacts, both concrete and abstract.
This book serves to provide greater insight to this central theme of architecture, based on photographs by Christian Richters. They show, from his point of view, the many overlapping layers which define the visual perception of the buildings. They are accompanied by numerous plans and sketches showing the role of every single layer in the creation of the overall perception. The book is completed by the manifesto-like text "Scale & Perception: Rethinking Phenomenological Architecture in the Global Age" by Casanova + Hernandez.
Istanbuler Mitteilungen. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Istanbul. 2013. zahlr. Abb. 26 x 19 cm. Leinen. EUR 42,00. CHF 55,90 ISBN: 978-3-8030-1653-9 Wasmuth
Unter schwingenden Gewölben. Kunstmuseum Ravensburg. Entstehung und Architektur. Jaeger, Falk. Hrsg.: Reisch, Andreas; Reisch, Hans-Jörg; Interviewter Lederer, Arno. 2013. 120 S. 93 meist fb. Abb. u. Pläne. 24 x 17 cm. Gb. EUR 28,00. CHF 38,50 ISBN: 978-3-8030-0757-5 Wasmuth
In Ravensburg hat die moderne Kunst eine neue Heimat gefunden. Unter den beschwingten Ziegelgewölben stehen den Kuratoren ideale Ausstellungsbedingungen zur Verfügung. Es ist das erste nach dem Passivhaus-Standard zertifizierte Kunstmuseum. Mit seiner äußerst wirksamen Wärmedämmung, seinem fortschrittlichen Energiemanagement mit ausgeklügelter Wärmerückgewinnung und einer Geothermieanlage setzt das vom Architekturbüro Lederer Ragnarsdóttir Oei errichtete Gebäude ökologische Maßstäbe im Museumsbau. Mit seiner lebendigen Fassade aus wiederverwendeten Abbruchziegeln und dem archaischen Baukörper stellt es ein neues Wahrzeichen unter den Baudenkmalen der Altstadt dar.
Die Heilstätten der Landesversicherungsanstalt Berlin bei Beelitz i/Mark. Denkschrift herausgegeben von der Landesversicherungsanstalt Berlin anlässlich des fünfundzwanzigjährigen Bestehens der Heilstätten. Hrsg.: Landesversicherungsanstalt Berlin. Vorw.: Zohlen, Gerwin. 2012.XXVI, 116 S.. 100 Abb. u. 2 Pläne. 28 x 22 cm, Gb. EUR 24,00 CHF 34,50 ISBN: 978-3-8030-0760-5 Wasmuth
Verkleinerter Nachdruck der Ausgabe von 1927.
Die zwischen 1898 und 1930 von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichteten „Arbeiter-Lungenheilstätten“ Beelitz waren einer der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland und eine für die damalige Zeit mustergültige medizinische Gesamtanlage. Mit beispielhaftem sozialem Engagement und unter Berücksichtigung neuester medizinischer Erkenntnisse wurde dort gegen die derzeit verheerende Volkskrankheit Tuberkulose und andere Lungenkrankheiten vorgegangen. Hinzu kamen zahlreiche Sanatorien für die Behandlung nicht ansteckender Krankheiten, wie beispielsweise Verdauungs-, Stoffwechsel- oder Herzerkrankungen.
Neben den Klinikgebäuden wurden auch die Betriebsgebäude unter innovativen technischen Gesichtspunkten errichtet. So wurde das zu den Heilstätten gehörende Heizkraftwerk schon 1903 mit Kraft-Wärme-Kopplung betrieben und ist heute ein technisches Denkmal. Als Architekten der frühen Bauphasen zeichneten Heino Schmieden und Julius Boethke sowie Fritz Schulz verantwortlich.
1902 in Betrieb genommen, erschien zum 25. Jubiläum im Jahr 1927 eine von der Landesversicherungsanstalt Berlin herausgegebene Denkschrift im Ernst Wasmuth Verlag Berlin. Diese liegt hiermit in einem im Format leicht verkleinerten Nachdruck wieder vor. Das Buch dokumentiert nicht nur den ursprünglichen Zustand der Anlage, sondern ist auch von großem medizinhistorischem und sozialgeschichtlichem Interesse.
Ergänzt wird der Nachdruck durch ein aktuelles Vorwort des Architekturkritikers Gerwin Zohlen, in dem er nicht nur auf die Architektur der Heilstätten eingeht sondern auch deren bewegte Geschichte bis zum heutigen Tag nachzeichnet.
Naysabur, Sabzawar und die Münzstätten in Guwayn. XIVa Hurasan I. Bearbt.: Ramadan, Atef Mansour M / Vorwort von Ilisch, Lutz. engl. 2012. 88 S., 36 Tafeln mit fb. Münzarbb. 38 x 29 cm, Gb. EUR 75,00 CHF 99,00 ISBN: 978-3-8030-1107-7 Wasmuth
Nishâpûr war im frühen Mittelalter die wichtigste Stadt von Khurâsân. Zunächst gefördert durch die nahegelegenen Goldgruben von Nûqân, einem Stadtteil des heutigen Mashhad, wurden die arabisch Naysâbûrî-Dinare genannten Münzen zur wichtigsten Goldwährung des Hochmittelalters in der islamischen Welt neben denen Ägyptens und des Maghreb. Trotz ihrer großen wirtschaftsgeschichtlichen Bedeutung ist diese Währung bis heute nicht monographisch erschlossen. In der Tübinger Universitätsmünzsammlung befindet sich ein umfassender und die historische Produktion gut repräsentierender Bestand dieser Währung. Daneben bietet diese Sammlung auch einen weitgehend vollständigen Überblick über die Kupfer- und Silbermünzprägung aus Nishâpûr vom 7. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Durch ihre Datierungen protokollieren diese Münzen die Herrschaftsgeschichte ihres Herkunftsraums detailliert. Der ägyptische Numismatiker Prof. Dr. Atef Mansour Ramadan verfasste den Sammlungskatalog, der auch die weiter westlich in den Talschaften von Bayhaq und Ğuwayn gelegenen Münzstätten, nämlich Sabzawâr in Bayhaq sowie Isfarâin und Ğâğarm in Ğuwayn einschließt. Farbige Abbildungen aller beschriebenen Münzen begleiten die Beschreibungen. //

In the early Middle Ages Nishâpûr was the most important city in Khurâsân. Initially triggered by goldmines in nearby Nûqân, today a quarter of the large city of Mashhad, around the year 900 the gold Naysâbûrî dinars became one of the most important currencies of the Islamic World next to the gold coinage of the Maghreb and Egypt. In spite of its great economic importance this currency has not yet been treated in a monograph so far. The Tübingen University coin collection owns a comprehensive and representative series of such coins alongside an almost complete review of the copper and silver coins of this mint from the 7th to the 16th century. Being systematically dated in their inscriptions these coins give a detailed protocol of historic rule in the area throughout the Middle Ages. The Egyptian numismatist, Professor Atef Mansour Ramadan, authored this collection catalogue, which includes also the coins from a number of mints located in the plains of Bayhaq and Juwayn to the west of Nishâpûr, namely Sabzawâr in Bayhaq as well as Isfarâin and Jâjarm in Juwayn which were active during the Mongol and Timurid periods. Color illustrations accompany the coin descriptions.
Zukunft Wohnen 2012. Qualitätvoller und innovativer Wohnungsbau in Deutschland. 2012. Hrsg.: InformationsZentrum Beton; Konzeption von Förster, Torsten; Beiträge von Fehlhaber, Jörg M;Lotter, Wolf; Ramsauer, Peter. 124 S. 400 meist farb. Abb. u. Plänen. 25 x 24 cm. Engl. Br. EUR 19,80. CHF 28,50 ISBN: 978-3-8030-0408-6 Wasmuth
298 Wohngebäude, fertig gestellt in den letzten zwei Jahren, wurden von Architekten und Bauherren für den Architekturpreis Zukunft Wohnen 2012 eingereicht.
Die fachkundige Jury wählte sechs besonders zukunftsweisende Wohnlösungen als Preisträger aus, die ästhetisch und funktional ganz besonders überzeugen und beispielhaft sind für qualitätvollen und innovativen Wohnungsbau in Deutschland. Mit zahlreichen Beschreibungen, Fotos und Plänen bietet das Buch Architekturinteressierten und Bauherren eine aktuelle Übersicht über die Möglichkeiten des Bauens und Wohnens – in der Stadt und auf dem Land, in der Gemeinschaft und mit geringem Budget.
Venetian Settings. Fotos von Meisse, Maximilian; Vorwort von Stein, Bernhard. 96 S. 60 fb. Abb. 24 x 16 cm. Gb. Wasmuth Verlag, Tübingen 2012. EUR 29,80. CHF 40,90 ISBN: 978-3-8030-0762-9 Wasmuth
Aus dem Vorwort von Bernard Stein:
"In jedem seiner Nachtbilder ist ein Augenblick geronnen, und ich brauche lange, ehe ich mir sicher bin, welchen Moment ich da sehe. Es ist der Augenblick der Geburt einer idealen Welt. Für immer festgehalten als ideale Realität. Maximilian Meisse steckt mit seinen Sinnen tief in allem was er sieht. Ohne jede Scheu ist er vereinnahmt von der selbstverständlichen Schönheit Venedigs, die man genauso wenig kritisieren kann wie das Blatt eines Baumes. Wenn ich auf die Fotografien schaue, habe ich eine Ahnung davon, wie unsere Welt entstanden ist. Sobald ich von Meisses Fotografien wegschaue, bleibt Venedig ein Rätsel."
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Voigt, Wolfgang. Deutsche Architekten im Elsass 1940–1944. Planen und Bauen im annektierten Grenzland. 228 S., 95 fb. Abb., Pläne und Landkarten. 24 x 16 cm, Gb. Wasmuth Verlag, Tübingen 2012. EUR 24,90 CHF 35,50 ISBN: 978-3-8030-0755-1 Wasmuth
Nach der Besetzung des Elsass durch die Wehrmacht im Sommer 1940 gehörten deutsche Architekten zur ersten Welle von Fachleuten, die in das umstrittene Grenzland ausschwärmten, um der militärischen die administrative Eroberung folgen zu lassen. Straßburg, das als Hauptstadt eines neuen "Gau Oberrhein" vorgesehen war, sollte eine monumentale Stadterweiterung erhalten und mit dem rechtsrheinischen Kehl zusammenwachsen. In dem am Rhein geplanten neuen Stadtteil war das politische Zentrum mit Bauten für Partei und Wehrmacht vorgesehen. Unter der Aufsicht Albert Speers wurde unter acht Architekten ein Wettbewerb für das "Neue Straßburg" veranstaltet. Die eingelieferten Arbeiten waren alles andere als homogene Entwürfe. Sie spiegeln die unterschiedliche Haltung der Architekten zum NS-Regime, vor allem aber die Rivalitäten und Positionskämpfe verschiedener Schulen der Architektur in Deutschland, die unter der Oberfläche mit Nachdruck geführt wurden.
In diesem Buch werden die wesentlichen Arbeitsfelder präsentiert, auf denen zwischen 1940 und 1944 geplant und gebaut wurde. Von besonderer Bedeutung ist die „Baufibel“, eine Richtlinie für den zukünftigen Wohnungsbau Straßburgs, der sich nur noch in den regionalistischen Formen der Heimatschutzarchitektur entfalten sollte. Eine dringende Aufgabe war der Wiederaufbau zerstörter Ortschaften in der Nähe der französischen Maginotlinie, der jedoch wegen der prekären Kriegslage bald wieder eingestellt werden musste.
Wolfgang Voigt, seit 1997 stellvertretender Direktor am Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt, hat dort zahlreiche Ausstellungen und Kataloge konzipiert. Weitere von ihm (mit)herausgegebene Verlagspublikationen: Paul Schmitthenner 1884–1972 (2003, ISBN 978 3 8030 0633 2); Dominikus Böhm 1880–1955 (2005, ISBN 978 3 8030 0646 2); Paul Bonatz 1877–1956 (2010, ISBN 978 3 8030 0729 2).
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Grüne Häuser, tropische Gärten. Green Buildings, Tropical Gardens. T. R. Hamzah & Yeang, Kuala Lumpur/Llewelyn Davis Yeang, London / Seksan Design, Landscape Architecture & Planning, Kuala Lumpur / Green School – Die grüne Schule, Bali/Indonesien. Hrsg.: Azizan, Farah; Bullivant, Lucy; Lenz, Iris. Dtsch/Engl. 145 fb. Abb. 25 x 19 cm. Englische Broschur. Wasmuth Verlag, Tübingen 2012. EUR 24,80. CHF 35,50 ISBN: 978-3-8030-0756-8 Wasmuth
Die Publikation "Grüne Häuser, tropische Gärten", die zur Ausstellung in den ifa-Galerien Stuttgart (19.10.2012–06.01.2013) und Berlin (18.01.–10.03.2013) erscheint, richtet den Blick nach Südostasien, auf die sogenannten Pantherstaaten Malaysia und Indonesien. Dort entstanden in den letzten Jahren hochentwickelte Projekte, die jenseits von Investoren-Architektur die Fragen nachhaltiger Architektur und Grünflächenplanung auf innovative Weise gelöst haben. Jeder der drei vorgestellten Architekten, Landschaftsplaner und Aktivisten hat seine individuelle Antwort auf die Erfordernisse zukunftsfähigen Bauens zwischen tropischem Regenwald und Metropolregion gefunden.
Der malaysische Star-Architekt Ken Yeang gilt mit seinen Büros in Kuala Lumpur und London als Pionier der Öko-Architektur. In den frühen 1970er Jahren untersuchte er die traditionelle malaysische Bautypologie, deren Gesetze er für eine nachhaltige Architekturlehre fruchtbar machte. Heute gilt er als Erfinder des bioklimatischen Wolkenkratzers, mit dessen Gestaltung er Standards für nachhaltiges Bauen entwickelte. Alternative Energiegewinnung ist dabei ebenso ein Thema wie Regenwasseraufbereitung, landwirtschaftliche Flächen zur Selbstversorgung und die Anlage von vertikalen Grün-Korridoren.
Während Ken Yeang mit Grundlagenforschung die Bauaufgabe Wolkenkratzer hin zu spektakulärer Gestaltung entwickelt, arbeitet der renommierte malaysische Landschaftsplaner Ng Seksan in der Fläche. Seksan plant Gärten, Parks und öffentliche Räume, die fast unmerklich den Übergang von Garten zu naturbelassenen Bereichen inszenieren.
Die Gründer der Green School auf Bali, Indonesien, arbeiten stattdessen nicht nur ausschließlich mit Naturmaterialien, sondern entwickelten ein ganzheitliches Konzept. Sie gründeten eine Schule, deren Lehrangebot auf den Einklang von Denken und Handeln mit der Natur ausgerichtet ist. Denn "Green Design" ist mehr als nur die Gestaltung von Häusern und Gärten; "Green Design" ist konsequentes Denken und Erziehen für die Zukunft – in Kuala Lumpur und auf Bali, in New Delhi, Singapur, London, Stuttgart oder Berlin. //
The publication "Green Buildings, Tropical Gardens" accompanies the exhibition at ifa Galleries Stuttgart (19.10.2012–06.01.2013) and Berlin (18.01.–10.03.2013), concentrating on South-East Asia, in particular Malaysia and Indonesia. In recent years, highly advanced projects have been developed there, which are far from being architecture tied to investors’ interests. They take a new and innovative approach towards sustainable and landscape architecture. The presented architects, landscape architects and activists have each given individual answers to the requirements of future-oriented construction whether in tropical rainforest or metropolitan areas.
The Malaysian star architect Ken Yeang has a reputation as a pioneer in eco-architecture. He investigated in traditional Malaysian building typology in the early 1970s, from which he has developed his approach to sustainable architecture. Yeang has set new standards for eco-architecture with the development of the bioclimatic tower. For his projects alternative energy generation plays an equally important role as rainwater collection and recycling, agricultural areas for the self-sufficiency of complexes and the incorporation of vertical greenery. While Ken Yeang advances the task of building a skyscraper, the renowned Malaysian landscape architect Ng Seksan works in the horizontal dimension. Seksan plans gardens, parks and public spaces that subtly merge with untouched, natural areas.
The founders of the Green School in Bali, Indonesia, not only work with natural building materials, but have also developed a guiding holistic concept; the harmony of ideas and practice with nature is the underlying concept of teaching. "Green Design" is more than architecture: "Green Design" involves consequent thought and education for the future – in Kuala Lumpur and in Bali, in New Delhi, Singapur, London, Stuttgart and Berlin.
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Kyrieleis, Helmut. Bericht über die Ausgrabungen in Olympia / 2000 bis 2005. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut; Beitr.:Eitel, Bernhard; Fuchs, Werner; Hecht, Stefan; Herrmann, Klaus u.a. 490 Abb, 9 davon farb., 2 Beilagen. 28 x 21 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-8030-2301-8 Wasmuth
In dieser Schriftenreihe des Deutschen Archäologischen Instituts werden in monografischer Form Funde und wissenschaftliche Ergebnisse der Ausgrabungen in Olympia vorgelegt.
Inhalt des XIII. Berichts: Klaus Herrmann: Alkibades Spiliopoulos (1913–2003) – Helmut Kyrieleis, Klaus Herrmann: Bericht über die Arbeiten in Olympia in den Jahren 2000 bis 2005 – Klaus Herrmann: Restaurierungsarbeiten am Zeustempel und Philippeion – Klaus Herrmann, Aliki Moustaka: Untersuchungen am Heraion-Altar – Jörg Rambach: Die prähistorischen ›Rechteckbauten‹ in der Altis von Olympia – Helmut Kyrieleis: Archaische Dreifüße in Olympia – Hajo van de Löcht: Zum Buleuterion von Olympia – Werner Fuchs (mit einem Nachwort von Klaus Herrmann): Untersuchungen zur Geschichte des Leonidaion in Olympia auf Grund des Ausgrabungsbefundes von 1954–1956 – Julia Taita: Olympias Verkehrsverbindungen zum Meer. Landungsplätze bei Pheia und am Alpheios – Stefan Hecht, Bernhard Eitel, Gerd Schukraft (mit einer Einleitung und einem Resümee von Klaus Herrmann): Geophysikalische Untersuchungen an der Kladeosmauer. //
Helmut Kyrieleis, von 1988 bis 2003 der Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), hat jahrelang die Ausgrabungen des DAI in Olympia geleitet.
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