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Wasmuth Verlag

 
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Casanova + Hernandez: Scale & Perception. Hrsg.: Müller, Ulrich; Abb. von Richters, Christian; Vorwort von Müller, Ulrich; Beitr.: Casanova, Helena; Hernandez, Jesus; Käpplinger, Claus. 2013. Engl. 104 S. 58 meist fb. Abb. 28 x 22 cm. Gb. EUR 29,80. CHF 40,90 ISBN: 978-3-8030-0766-7 Wasmuth
Helena Casanova und Jesus Hernandez haben für ihre Ausstellung in der Architektur Galerie Berlin eine stark bildhafte Strategie entwickelt. Unter der Überschrift "Scale & Perception" konstruierten sie eine beinahe minimalistische Ausstellungsinstallation aus zwei begehbaren Miniaturräumen – einem außen schwarzen und innen weißen Holzobjekt, dessen "Wände" von verschieden großen Öffnungen durchschnitten sind, und einem Geviert aus transparenten Folien, die mit einem dichten Gingko-Laub-Motiv bedruckt sind. Diese Miniaturräume fungieren als Bildträger für die Wohnungsbauten "The Black and White Twins" und "The Gingko Project", die Casanova + Hernandez kürzlich fertig gestellt haben und die gleichsam als Manifest ihrer Arbeit gelesen werden können.
Der Blick der Architekten richtet sich dabei weniger auf die Funktion des Wohnens, sondern auf die Frage, mit welchen einfachen Mitteln sich die Wahrnehmung einfacher Baukörper modulieren lässt. Während dies bei "The Black and White Twins" eine geometrisch raffiniert strukturierte Fassade ist, wird "The Gingko Project" durch die verspielt wirkende Ornamentik einer bedruckten Glasfassade geprägt. Von besonderer Bedeutung ist hierbei das Thema der sich verändernden Wahrnehmung durch unterschiedliche räumliche Distanzen. So entpuppt sich die Fassade von "The Black and White Twins" erst beim Näherkommen als raffiniertes Geflecht aus sich überlagernden linearen Strukturen. Dieses Geflecht wurde auf der Grundlage der Fensteranordnung – als Spiegel der inneren Funktionen – sowie der notwendigen Materialfügungen des Fassadenmaterials entwickelt und kann als abstrahierte Referenz an die Parzellierung der umliegenden Baufelder verstanden werden. Hier musste auf einer riesigen freien Fläche ohne markante Anhaltspunkte eine Form kreiert werden, die eine sinnfällige städtebauliche Struktur ergibt. Demgegenüber steht der bauliche Bestand bei "The Gingko Project", der auf der einen Seite von einer bestehenden Wohnsiedlung geprägt ist und auf der anderen Seite von einem wunderschönen Park mit altem Baumbestand. Beiden Projekten gemeinsam ist die Strategie, Fern- und Nahwirkung zu einer Wahrnehmungsabfolge zu thematisieren.
Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch die Ausstellung: Während der Betrachter von außen lediglich einen räumlich neu strukturierten Ausstellungsraum wahrnimmt, erkennt er beim Herantreten die Unterschiedlichkeit der Einbauten und deren Dualität: Hier das rational Begründete, dort das sinnlich Ornamentale. Innerhalb der beiden Miniaturräume sind schließlich Elemente zu entdecken, die auf konkrete Details des Ortes und der Nutzung verweisen. Die derart gestaffelten Ebenen verdeutlichen das Credo von Architektur als funktional gleiche, aber mit unterschiedlich interpretierbaren Schichten verkleidete "Kisten". Das architektonische Werkzeug der "Haut" täuscht dabei jedoch nichts vor, was gar nicht ist, sondern bleibt als bewusst gestaltete Membran zwischen Innen und Außen erkennbar. Maßstab und Wahrnehmung als zentrale Themen der Architektur von Casanova + Hernandez werden durch diese Artefakte zugleich konkret und abstrakt in den Ausstellungsraum transformiert.
Der Vertiefung dieses zentralen Architekturthemas dient dieses Buch mit Fotografien von Christian Richters. Diese zeigen aus seiner speziellen Sicht die vielen sich überlappenden Schichten, welche die visuelle Wahrnehmung der Gebäude prägen. Sie werden durch zahlreiche Pläne und Detailzeichnungen ergänzt, in denen die einzelnen Schichten seziert werden um zu zeigen, welche Rolle diese einzelnen "Layer" bei der Gesamtwahrnehmung spielen. Vervollständigt wird das Buch durch den manifestartigen Text "Scale & Perception: Rethinking Phenomenological Architecture in the Global Age" von Casanova + Hernandez.
// Helena Casanova and Jesus Hernandez have developed a strong pictorial strategy for their exhibition in the Architektur Galerie Berlin. Titled "Scale & Perception", they concentrate their translation in a minimalist installation, composed of two miniature walk-in spaces: One is a wooden object, black outside, white inside, with "walls" perforated by differently sized openings that function as windows; the other is a rectangular space, open on one side so that visitors can step inside, and made of plastic foil imprinted with a ginkgo-leaf motif. These miniature spaces serve as image carriers of Casanova + Hernandez's recently completed "Black and White Twins" and "Ginkgo Project" housing complexes, and can be equally understood as a manifesto of their work.
The architects' focus is less on the function of habitation and more on the question of which simple measures can be used to modulate the perception of simple forms. Whereas the solution is a geometric, subtly structured façade for the "Black and White Twins", the seemingly playful ornament of an impressive glass façade defines the "Ginkgo Project". The concept of changing perceptions resulting from varying spatial distances is of particular importance. Only upon close inspection does the "Black and White Twins" façade reveal itself as an artful texture of overlapping linear structures. Developed from both the positioning of windows—mirroring interior function—and parameters of façade materials, this texture can be read as an abstract reference to the division of the surrounding building lots. On a huge open space, lacking significant landmarks, a shape had to be created, resulting in a striking urban structure. The "Ginkgo Project's" stock of buildings, on the other hand, is defined on one side by an existing residential estate, on the other by a beautiful park with old trees. In spite of the almost diametric formulation of the façade details, which the architects call the "skin," here as a rationalist theoretical exercise, there as ornamental playfulness, they address the same idea: Both projects share the strategy of making perception and their order (from distance to proximity) a subject of focus.
The exhibition follows the same principle: Whereas the observer can only perceive a newly structured exhibition space from the distance, upon approaching s/he becomes aware of the differences in structure and their duality: Rationally ordered on one side; sensually ornamental on the other. Within both miniature structures, elements can be discovered that refer to details of the site and its usage. In the Ginkgo installation the elements are artificial grass covering the floor, a simple plastic chair and a potted plant—objects that are found on balconies around the world and with which people use to make their homes "nicer." In the Black and White installation on the other hand, photos and models are integrated. The miniature spaces thus breathe in the varying characteristics of both projects they represent through to the detail: the sensual in one, the rational in the other. The structured layers elucidate the credo of architecture as "boxes" that share the same function, but covered by various layers can be interpreted in different ways. The "skin" as an architectural tool does not pretend to not exist, but remains recognizable as a consciously designed membrane separating inside and outside. As central concepts of Casanova + Hernandez's architecture, scale and perception are transformed into the exhibition space through these artifacts, both concrete and abstract.
This book serves to provide greater insight to this central theme of architecture, based on photographs by Christian Richters. They show, from his point of view, the many overlapping layers which define the visual perception of the buildings. They are accompanied by numerous plans and sketches showing the role of every single layer in the creation of the overall perception. The book is completed by the manifesto-like text "Scale & Perception: Rethinking Phenomenological Architecture in the Global Age" by Casanova + Hernandez.
Istanbuler Mitteilungen. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Istanbul. 2013. zahlr. Abb. 26 x 19 cm. Leinen. EUR 42,00. CHF 55,90 ISBN: 978-3-8030-1653-9 Wasmuth
Unter schwingenden Gewölben. Kunstmuseum Ravensburg. Entstehung und Architektur. Jaeger, Falk. Hrsg.: Reisch, Andreas; Reisch, Hans-Jörg; Interviewter Lederer, Arno. 2013. 120 S. 93 meist fb. Abb. u. Pläne. 24 x 17 cm. Gb. EUR 28,00. CHF 38,50 ISBN: 978-3-8030-0757-5 Wasmuth
In Ravensburg hat die moderne Kunst eine neue Heimat gefunden. Unter den beschwingten Ziegelgewölben stehen den Kuratoren ideale Ausstellungsbedingungen zur Verfügung. Es ist das erste nach dem Passivhaus-Standard zertifizierte Kunstmuseum. Mit seiner äußerst wirksamen Wärmedämmung, seinem fortschrittlichen Energiemanagement mit ausgeklügelter Wärmerückgewinnung und einer Geothermieanlage setzt das vom Architekturbüro Lederer Ragnarsdóttir Oei errichtete Gebäude ökologische Maßstäbe im Museumsbau. Mit seiner lebendigen Fassade aus wiederverwendeten Abbruchziegeln und dem archaischen Baukörper stellt es ein neues Wahrzeichen unter den Baudenkmalen der Altstadt dar.
Die Heilstätten der Landesversicherungsanstalt Berlin bei Beelitz i/Mark. Denkschrift herausgegeben von der Landesversicherungsanstalt Berlin anlässlich des fünfundzwanzigjährigen Bestehens der Heilstätten. Hrsg.: Landesversicherungsanstalt Berlin. Vorw.: Zohlen, Gerwin. 2012.XXVI, 116 S.. 100 Abb. u. 2 Pläne. 28 x 22 cm, Gb. EUR 24,00 CHF 34,50 ISBN: 978-3-8030-0760-5 Wasmuth
Verkleinerter Nachdruck der Ausgabe von 1927.
Die zwischen 1898 und 1930 von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichteten „Arbeiter-Lungenheilstätten“ Beelitz waren einer der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland und eine für die damalige Zeit mustergültige medizinische Gesamtanlage. Mit beispielhaftem sozialem Engagement und unter Berücksichtigung neuester medizinischer Erkenntnisse wurde dort gegen die derzeit verheerende Volkskrankheit Tuberkulose und andere Lungenkrankheiten vorgegangen. Hinzu kamen zahlreiche Sanatorien für die Behandlung nicht ansteckender Krankheiten, wie beispielsweise Verdauungs-, Stoffwechsel- oder Herzerkrankungen.
Neben den Klinikgebäuden wurden auch die Betriebsgebäude unter innovativen technischen Gesichtspunkten errichtet. So wurde das zu den Heilstätten gehörende Heizkraftwerk schon 1903 mit Kraft-Wärme-Kopplung betrieben und ist heute ein technisches Denkmal. Als Architekten der frühen Bauphasen zeichneten Heino Schmieden und Julius Boethke sowie Fritz Schulz verantwortlich.
1902 in Betrieb genommen, erschien zum 25. Jubiläum im Jahr 1927 eine von der Landesversicherungsanstalt Berlin herausgegebene Denkschrift im Ernst Wasmuth Verlag Berlin. Diese liegt hiermit in einem im Format leicht verkleinerten Nachdruck wieder vor. Das Buch dokumentiert nicht nur den ursprünglichen Zustand der Anlage, sondern ist auch von großem medizinhistorischem und sozialgeschichtlichem Interesse.
Ergänzt wird der Nachdruck durch ein aktuelles Vorwort des Architekturkritikers Gerwin Zohlen, in dem er nicht nur auf die Architektur der Heilstätten eingeht sondern auch deren bewegte Geschichte bis zum heutigen Tag nachzeichnet.
Naysabur, Sabzawar und die Münzstätten in Guwayn. XIVa Hurasan I. Bearbt.: Ramadan, Atef Mansour M / Vorwort von Ilisch, Lutz. engl. 2012. 88 S., 36 Tafeln mit fb. Münzarbb. 38 x 29 cm, Gb. EUR 75,00 CHF 99,00 ISBN: 978-3-8030-1107-7 Wasmuth
Nishâpûr war im frühen Mittelalter die wichtigste Stadt von Khurâsân. Zunächst gefördert durch die nahegelegenen Goldgruben von Nûqân, einem Stadtteil des heutigen Mashhad, wurden die arabisch Naysâbûrî-Dinare genannten Münzen zur wichtigsten Goldwährung des Hochmittelalters in der islamischen Welt neben denen Ägyptens und des Maghreb. Trotz ihrer großen wirtschaftsgeschichtlichen Bedeutung ist diese Währung bis heute nicht monographisch erschlossen. In der Tübinger Universitätsmünzsammlung befindet sich ein umfassender und die historische Produktion gut repräsentierender Bestand dieser Währung. Daneben bietet diese Sammlung auch einen weitgehend vollständigen Überblick über die Kupfer- und Silbermünzprägung aus Nishâpûr vom 7. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Durch ihre Datierungen protokollieren diese Münzen die Herrschaftsgeschichte ihres Herkunftsraums detailliert. Der ägyptische Numismatiker Prof. Dr. Atef Mansour Ramadan verfasste den Sammlungskatalog, der auch die weiter westlich in den Talschaften von Bayhaq und Ğuwayn gelegenen Münzstätten, nämlich Sabzawâr in Bayhaq sowie Isfarâin und Ğâğarm in Ğuwayn einschließt. Farbige Abbildungen aller beschriebenen Münzen begleiten die Beschreibungen. //

In the early Middle Ages Nishâpûr was the most important city in Khurâsân. Initially triggered by goldmines in nearby Nûqân, today a quarter of the large city of Mashhad, around the year 900 the gold Naysâbûrî dinars became one of the most important currencies of the Islamic World next to the gold coinage of the Maghreb and Egypt. In spite of its great economic importance this currency has not yet been treated in a monograph so far. The Tübingen University coin collection owns a comprehensive and representative series of such coins alongside an almost complete review of the copper and silver coins of this mint from the 7th to the 16th century. Being systematically dated in their inscriptions these coins give a detailed protocol of historic rule in the area throughout the Middle Ages. The Egyptian numismatist, Professor Atef Mansour Ramadan, authored this collection catalogue, which includes also the coins from a number of mints located in the plains of Bayhaq and Juwayn to the west of Nishâpûr, namely Sabzawâr in Bayhaq as well as Isfarâin and Jâjarm in Juwayn which were active during the Mongol and Timurid periods. Color illustrations accompany the coin descriptions.
Zukunft Wohnen 2012. Qualitätvoller und innovativer Wohnungsbau in Deutschland. 2012. Hrsg.: InformationsZentrum Beton; Konzeption von Förster, Torsten; Beiträge von Fehlhaber, Jörg M;Lotter, Wolf; Ramsauer, Peter. 124 S. 400 meist farb. Abb. u. Plänen. 25 x 24 cm. Engl. Br. EUR 19,80. CHF 28,50 ISBN: 978-3-8030-0408-6 Wasmuth
298 Wohngebäude, fertig gestellt in den letzten zwei Jahren, wurden von Architekten und Bauherren für den Architekturpreis Zukunft Wohnen 2012 eingereicht.
Die fachkundige Jury wählte sechs besonders zukunftsweisende Wohnlösungen als Preisträger aus, die ästhetisch und funktional ganz besonders überzeugen und beispielhaft sind für qualitätvollen und innovativen Wohnungsbau in Deutschland. Mit zahlreichen Beschreibungen, Fotos und Plänen bietet das Buch Architekturinteressierten und Bauherren eine aktuelle Übersicht über die Möglichkeiten des Bauens und Wohnens – in der Stadt und auf dem Land, in der Gemeinschaft und mit geringem Budget.
Venetian Settings. Fotos von Meisse, Maximilian; Vorwort von Stein, Bernhard. 96 S. 60 fb. Abb. 24 x 16 cm. Gb. Wasmuth Verlag, Tübingen 2012. EUR 29,80. CHF 40,90 ISBN: 978-3-8030-0762-9 Wasmuth
Aus dem Vorwort von Bernard Stein:
"In jedem seiner Nachtbilder ist ein Augenblick geronnen, und ich brauche lange, ehe ich mir sicher bin, welchen Moment ich da sehe. Es ist der Augenblick der Geburt einer idealen Welt. Für immer festgehalten als ideale Realität. Maximilian Meisse steckt mit seinen Sinnen tief in allem was er sieht. Ohne jede Scheu ist er vereinnahmt von der selbstverständlichen Schönheit Venedigs, die man genauso wenig kritisieren kann wie das Blatt eines Baumes. Wenn ich auf die Fotografien schaue, habe ich eine Ahnung davon, wie unsere Welt entstanden ist. Sobald ich von Meisses Fotografien wegschaue, bleibt Venedig ein Rätsel."
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Voigt, Wolfgang. Deutsche Architekten im Elsass 1940–1944. Planen und Bauen im annektierten Grenzland. 228 S., 95 fb. Abb., Pläne und Landkarten. 24 x 16 cm, Gb. Wasmuth Verlag, Tübingen 2012. EUR 24,90 CHF 35,50 ISBN: 978-3-8030-0755-1 Wasmuth
Nach der Besetzung des Elsass durch die Wehrmacht im Sommer 1940 gehörten deutsche Architekten zur ersten Welle von Fachleuten, die in das umstrittene Grenzland ausschwärmten, um der militärischen die administrative Eroberung folgen zu lassen. Straßburg, das als Hauptstadt eines neuen "Gau Oberrhein" vorgesehen war, sollte eine monumentale Stadterweiterung erhalten und mit dem rechtsrheinischen Kehl zusammenwachsen. In dem am Rhein geplanten neuen Stadtteil war das politische Zentrum mit Bauten für Partei und Wehrmacht vorgesehen. Unter der Aufsicht Albert Speers wurde unter acht Architekten ein Wettbewerb für das "Neue Straßburg" veranstaltet. Die eingelieferten Arbeiten waren alles andere als homogene Entwürfe. Sie spiegeln die unterschiedliche Haltung der Architekten zum NS-Regime, vor allem aber die Rivalitäten und Positionskämpfe verschiedener Schulen der Architektur in Deutschland, die unter der Oberfläche mit Nachdruck geführt wurden.
In diesem Buch werden die wesentlichen Arbeitsfelder präsentiert, auf denen zwischen 1940 und 1944 geplant und gebaut wurde. Von besonderer Bedeutung ist die „Baufibel“, eine Richtlinie für den zukünftigen Wohnungsbau Straßburgs, der sich nur noch in den regionalistischen Formen der Heimatschutzarchitektur entfalten sollte. Eine dringende Aufgabe war der Wiederaufbau zerstörter Ortschaften in der Nähe der französischen Maginotlinie, der jedoch wegen der prekären Kriegslage bald wieder eingestellt werden musste.
Wolfgang Voigt, seit 1997 stellvertretender Direktor am Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt, hat dort zahlreiche Ausstellungen und Kataloge konzipiert. Weitere von ihm (mit)herausgegebene Verlagspublikationen: Paul Schmitthenner 1884–1972 (2003, ISBN 978 3 8030 0633 2); Dominikus Böhm 1880–1955 (2005, ISBN 978 3 8030 0646 2); Paul Bonatz 1877–1956 (2010, ISBN 978 3 8030 0729 2).
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Grüne Häuser, tropische Gärten. Green Buildings, Tropical Gardens. T. R. Hamzah & Yeang, Kuala Lumpur/Llewelyn Davis Yeang, London / Seksan Design, Landscape Architecture & Planning, Kuala Lumpur / Green School – Die grüne Schule, Bali/Indonesien. Hrsg.: Azizan, Farah; Bullivant, Lucy; Lenz, Iris. Dtsch/Engl. 145 fb. Abb. 25 x 19 cm. Englische Broschur. Wasmuth Verlag, Tübingen 2012. EUR 24,80. CHF 35,50 ISBN: 978-3-8030-0756-8 Wasmuth
Die Publikation "Grüne Häuser, tropische Gärten", die zur Ausstellung in den ifa-Galerien Stuttgart (19.10.2012–06.01.2013) und Berlin (18.01.–10.03.2013) erscheint, richtet den Blick nach Südostasien, auf die sogenannten Pantherstaaten Malaysia und Indonesien. Dort entstanden in den letzten Jahren hochentwickelte Projekte, die jenseits von Investoren-Architektur die Fragen nachhaltiger Architektur und Grünflächenplanung auf innovative Weise gelöst haben. Jeder der drei vorgestellten Architekten, Landschaftsplaner und Aktivisten hat seine individuelle Antwort auf die Erfordernisse zukunftsfähigen Bauens zwischen tropischem Regenwald und Metropolregion gefunden.
Der malaysische Star-Architekt Ken Yeang gilt mit seinen Büros in Kuala Lumpur und London als Pionier der Öko-Architektur. In den frühen 1970er Jahren untersuchte er die traditionelle malaysische Bautypologie, deren Gesetze er für eine nachhaltige Architekturlehre fruchtbar machte. Heute gilt er als Erfinder des bioklimatischen Wolkenkratzers, mit dessen Gestaltung er Standards für nachhaltiges Bauen entwickelte. Alternative Energiegewinnung ist dabei ebenso ein Thema wie Regenwasseraufbereitung, landwirtschaftliche Flächen zur Selbstversorgung und die Anlage von vertikalen Grün-Korridoren.
Während Ken Yeang mit Grundlagenforschung die Bauaufgabe Wolkenkratzer hin zu spektakulärer Gestaltung entwickelt, arbeitet der renommierte malaysische Landschaftsplaner Ng Seksan in der Fläche. Seksan plant Gärten, Parks und öffentliche Räume, die fast unmerklich den Übergang von Garten zu naturbelassenen Bereichen inszenieren.
Die Gründer der Green School auf Bali, Indonesien, arbeiten stattdessen nicht nur ausschließlich mit Naturmaterialien, sondern entwickelten ein ganzheitliches Konzept. Sie gründeten eine Schule, deren Lehrangebot auf den Einklang von Denken und Handeln mit der Natur ausgerichtet ist. Denn "Green Design" ist mehr als nur die Gestaltung von Häusern und Gärten; "Green Design" ist konsequentes Denken und Erziehen für die Zukunft – in Kuala Lumpur und auf Bali, in New Delhi, Singapur, London, Stuttgart oder Berlin. //
The publication "Green Buildings, Tropical Gardens" accompanies the exhibition at ifa Galleries Stuttgart (19.10.2012–06.01.2013) and Berlin (18.01.–10.03.2013), concentrating on South-East Asia, in particular Malaysia and Indonesia. In recent years, highly advanced projects have been developed there, which are far from being architecture tied to investors’ interests. They take a new and innovative approach towards sustainable and landscape architecture. The presented architects, landscape architects and activists have each given individual answers to the requirements of future-oriented construction whether in tropical rainforest or metropolitan areas.
The Malaysian star architect Ken Yeang has a reputation as a pioneer in eco-architecture. He investigated in traditional Malaysian building typology in the early 1970s, from which he has developed his approach to sustainable architecture. Yeang has set new standards for eco-architecture with the development of the bioclimatic tower. For his projects alternative energy generation plays an equally important role as rainwater collection and recycling, agricultural areas for the self-sufficiency of complexes and the incorporation of vertical greenery. While Ken Yeang advances the task of building a skyscraper, the renowned Malaysian landscape architect Ng Seksan works in the horizontal dimension. Seksan plans gardens, parks and public spaces that subtly merge with untouched, natural areas.
The founders of the Green School in Bali, Indonesia, not only work with natural building materials, but have also developed a guiding holistic concept; the harmony of ideas and practice with nature is the underlying concept of teaching. "Green Design" is more than architecture: "Green Design" involves consequent thought and education for the future – in Kuala Lumpur and in Bali, in New Delhi, Singapur, London, Stuttgart and Berlin.
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Kyrieleis, Helmut. Bericht über die Ausgrabungen in Olympia / 2000 bis 2005. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut; Beitr.:Eitel, Bernhard; Fuchs, Werner; Hecht, Stefan; Herrmann, Klaus u.a. 490 Abb, 9 davon farb., 2 Beilagen. 28 x 21 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-8030-2301-8 Wasmuth
In dieser Schriftenreihe des Deutschen Archäologischen Instituts werden in monografischer Form Funde und wissenschaftliche Ergebnisse der Ausgrabungen in Olympia vorgelegt.
Inhalt des XIII. Berichts: Klaus Herrmann: Alkibades Spiliopoulos (1913–2003) – Helmut Kyrieleis, Klaus Herrmann: Bericht über die Arbeiten in Olympia in den Jahren 2000 bis 2005 – Klaus Herrmann: Restaurierungsarbeiten am Zeustempel und Philippeion – Klaus Herrmann, Aliki Moustaka: Untersuchungen am Heraion-Altar – Jörg Rambach: Die prähistorischen ›Rechteckbauten‹ in der Altis von Olympia – Helmut Kyrieleis: Archaische Dreifüße in Olympia – Hajo van de Löcht: Zum Buleuterion von Olympia – Werner Fuchs (mit einem Nachwort von Klaus Herrmann): Untersuchungen zur Geschichte des Leonidaion in Olympia auf Grund des Ausgrabungsbefundes von 1954–1956 – Julia Taita: Olympias Verkehrsverbindungen zum Meer. Landungsplätze bei Pheia und am Alpheios – Stefan Hecht, Bernhard Eitel, Gerd Schukraft (mit einer Einleitung und einem Resümee von Klaus Herrmann): Geophysikalische Untersuchungen an der Kladeosmauer. //
Helmut Kyrieleis, von 1988 bis 2003 der Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), hat jahrelang die Ausgrabungen des DAI in Olympia geleitet.
México. Ajijic House, 2009–2011 by Tatiana Bilbao. CB29 Apartments, 2005–2007 by Derek Dellekamp. O’Neil Ford Duograph Series, Vol. 4, The University of Texas at Austin. Hrsg.: Wilfried Wang. Texte: Tatiana Bilbao, Fernanda Canales, Patrick Charpenel, Derek Dellekamp, Yaoci Pardo, Wilfried Wang. Engl. 2012. 144 S., 138 fb. Abb., 50 Zeichnungen und Pläne. 30 x 22 cm, Br. EUR 29,80 CHF 40,90 ISBN: 978-3-8030-0741-4 Wasmuth
With this fourth O’Neil Ford Duograph, The Center for American Architecture and Design together with the O’Neil Ford Chair in Architecture at The University of Texas at Austin are publishing another set of buildings by two architects from one country. Without doubt Tatiana Bilbao and Derek Dellekamp are two outstanding figures of contemporary Mexican architecture. Their body of work is not only extensive; it also shows a research approach that is quite unlike that of any other of their international colleagues. Included in this fourth volume are sketches, drawings and photographs as well as two analytical essays by Mexican critics and statements on the two buildings, all providing the discursive context as well as insights into the selected buildings' significance.
A single family house on a lake front in the Méxican state of Jalisco and a medium rise apartment building at the center of México City are representative of the common building types being constructed all over the Americas, including México. On their own, the two buildings presented in this Duograph each underscore their intellectual sources, be they in the world of art or in the realm of urban modes life. However, beneath these common traits are the building's special identities as well as their conceptual and experimental affinity, two issues explored in detail by this book's accompanying analytical essays. House and apartment building are two genres in which architects across the world continue to show their skills to develop and innovate: whether in typological-spatial, or in constructional-detailing terms. The offices of Tatiana Bilbao and that of Derek Dellekamp, while both relatively young practitioners, have each already demonstrated their design abilities across a broad range of work. Most notably the large collaborative project of the Ruta Peregrino of 2008–2010, also in the state of Jalisco, which not only underlines Tatiana Bilbao and Derek Dellekamp's openness towards collaborations with artists, but also exemplifies their inventive way of assembling program, site and personal architectural agendas.
México is a country, like many of its southern American counterparts, that enjoys a vibrant and open future. Notwithstanding widespread poverty, social inequalities, suburban sprawl, creaking infrastructure, the war on drug cartels, the country and its inhabitants exude a palpable optimism that has in the last years been able to relegate the enormous problems to another, albeit constantly present background. It has not hindered architects such as Tatiana Bilbao and Derek Dellekamp to conduct forms of research that are quite exceptional amongst the architectural profession worldwide in general and specifically to look into the nature of contemporary domesticity, be it suburban or urban in its context. The Ajijic House begins with an exploration of dualities and transcends abstract orders to reach a self-reflective reality and a grafting with the site. The initial internal, geometric and ascribed logic of oppositions – public versus private, common spaces versus bedrooms, view towards the lake versus view towards the land, etc. – is merged with the haptic phenomenon of the compacted earth walls and the wooden linings. The CB29 Apartments are a high point in Dellekamp's research into dense, inner city residential typologies. The subtle, small interlocking volumes between the horizontal layers create internal identities that are contextual despite the apartment building's sober exterior. In this sense, the CB29 Apartments embrace both the sublime of the Miesian shoebox as well as the specificity of a tailor-made suit, a specificity that is applied to create distinct internal spaces.
Tilman Rösch. Wasser Bilder. Water Images. Text: Ulrike Rein.Dtsch/Engl. 2012. 112 S., 69 fb. Abb., 25 x 28 cm, Gb. EUR 35,00 CHF 46,90 ISBN: 978-3-8030-3360-4 Wasmuth
Täglich brauchen wir Wasser. – Wir nutzen es, ohne es weiter zu beachten. Der Tübinger Fotograf Tilman Rösch (geb. 1948) hat jedoch eben dies getan und fotografisch festgehalten, was er gesehen hat. Sein Buch mit 70 digitalen Aufnahmen lädt ein, seinem Blick zu folgen. Seine Bilder, die zwischen 2004 und 2011 an verschiedenen Orten Europas entstanden sind, zeigen nicht die touristisch attraktiven Sehenswürdigkeiten, sondern eher alltägliche Situationen an den Rändern von Hafenbecken, Bächen, Kanälen und Flüssen, regennasse Straßen, feucht beschlagene Glasflächen, Brunnen, Brücken, Schwimmbäder u.ä. Über das reine Sehen hinaus bieten sie auch eine visuelle Reflexion darüber an, was Fotografien vermögen. Wasser – an sich ein Stoff ohne Gestalt und Farbe, aber sehr empfänglich für jedes Einwirken aus seiner Umgebung, vor allem für das Licht – scheint dazu ein besonders geeignetes Medium zu sein. Die von Rösch eingesetzten technischen Mittel sind vielfältig. Belichtungszeiten und verschiedene Objektive wirken mit, aber auch die Eigenbewegung des Fotografen bei den Bewegungsfotos oder die Möglichkeiten der späteren Bearbeitung, so die der Doubleprints oder der Assemblagen. //
Tilman Rösch setzt seine künstlerischen Schwerpunkte auf Malerei, Collage und Fotocollage, Fotografie und digitale Bildbearbeitung.
SEPRA and Clorindo Testa: Banco de Londres y América del Sud. Buenos Aires 1959–1966. O´Neil Ford Monograph Series, Vol. 4, The University of Texas at Austin. Hrsg.: Manuel Cuadra, Wilfried Wang. Texte: Manuel Cuadra, Jorge Francisco Liernur, Wilfried Wang. Engl. 2012. 248 S., 70 fb. und sw. Abb., 150 Zeichnungen und Plänen. 30 x 22 cm, Gb. EUR 39,80 CHF 52,90 ISBN: 978-3-8030-0740-7 Wasmuth
With this fourth O’Neil Ford Monograph, The Center for American Architecture and Design together with the O’Neil Ford Chair in Architecture at The University of Texas at Austin are publishing another building of the "Modern" period that deserves wider attention. Certainly well-known amongst South American architectural connoiseurs, the Banco de Londres y América del Sud gives evidence that the efforts of a large design team, and not following the Western myth of the lone creative genius at the fountainhead, in a country that was ready for challenges of this magnitude, can result in an exceptional and exemplary piece of architecture.
Argentina is a grand nation: proud on and off the soccer field, culturally memorable, economically potent, and politically challenged. Generations of European immigrants have set deep roots here. Spanish and Italians have been the decisive cultural groups, but also other Europeans such as the English have established their "colonies." To serve this community of traders and "ex-pats," a variety of umbilical cords were created to ensure a link to the old homeland. The Banco de Londres y América del Sud was one of these strands of the umbilical cord. Its precursor, founded in 1862 in London as the "London, Buenos Ayres, and River Plate Bank," undergoing changes in name and stakeholders (a share having been bought in 1918 by the then Lloyds Bank, the majority in the Banco de Londres y América del Sud was actually only acquired in 1971, now Lloyds Banking Group), occupied a modest Neo-Classical, single story building on the current site right at the center of Buenos Aires' financial district.
The winning entry to the limited competition organized in 1959 for the new Argentinian headquarters brought forth a radically different solution beyond the Neo-Classical or Neo-Modernist norms. With Europe and the USA still reeling from the aftereffects of the Second World War, it was at the heart of the conservative financial district of Buenos Aires, that an integral entity of a visionary architecture was to be built, not by the constructivists in the USSR, not by the modernist immigrants in the USA and not those left in Europe. This Monograph thus presents to the interested reader an early case of a figured, structurally heroic, technologically advanced piece of architecture, the likes of which had not been seen in either Europe or the USA.
Following extensive research on this building, it has been possible to gather drawings from the archives of the current owner of the Bank, the Banco Hipotecario, the successor offices of SEPRA and the office of Clorindo Testa. These are gathered here for the first time, thereby allowing an overview of the design process from the competition stage to the detailing of key building elements. The close up view of these documents supports the otherwise cursory assessment, that this building is one of the outstanding examples of modern architecture. In its stance, the creation of single volume that is occupied by suspended floors as well as rising floors slabs, that has every sinew of even its smallest element thoroughly honed, the Banco de Londres y América del Sud can be considered both as a singular phenomenon in which the aspirations and experience of a large number of designers and engineers could be realized as well as an exemplary case of a relatively independent language that set itself free from either the expected Neo-Classicism or the then new orthodoxy of rationalist Modernism. In this instance, the umbilical cord was to work in the other direction, feeding the homeland with inspiration. It was decades later that the figured components of the English High-Tech architects (Rogers, Foster et al) were to find their realization, including the ironic version by Stirling and Gowan. The Banco de Londres y América del Sud, like few other cases before it, had shown a direction for contemporary architecture to follow that would live the key principles of modern architecture – unity of purpose and form, constructional rationality and built veracity all in a liberated space/time continuum – while embodying the roots of the past and at the same time providing a vision of the future.
Paul Bonatz. Bauten an Rhein und Neckar.Foto(s) von Hajdu, Rose; Beitr.: Hirschfell, Marc; Voigt, Wolfgang. 2012 184 S., zahlr. fb. Fotos. 27 x 24 cm. Gb. EUR 35,00 CHF 46,90 ISBN: 978-3-8030-0754-4 Wasmuth
Paul Bonatz gehörte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den bekannten und einflussreichen Architekten in Deutschland. Sein Hauptwerk ist der Stuttgarter Hauptbahnhof (1911–1927), ein seinerzeit Aufsehen erregender Bau der frühen Architekturmoderne, der mit locker gruppierten kubischen Volumen eine Monumentalität des freien Gleichgewichts darstellte. Genau hundert Jahre nach dem vorausgegangenen Wettbewerb, den Bonatz mit einem Entwurf unter dem Motto „Umbilicus Sueviae“ (der Nabel Schwabens) gewonnen hatte, widmete ihm das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt 2011 eine viel beachtete Werkschau.
Fast vier Jahrzehnte lang wirkte Paul Bonatz als Architekturlehrer an der TH in Stuttgart, wo er mit gleichgesinnten Kollegen die von seinem Lehrer Theodor Fischer begründete, handwerklich orientierte „Stuttgarter Schule“ zu einer der wichtigsten Ausbildungsstätten ausbaute. Seine eigenen Bauten bewegten sich zwischen moderater Moderne, Bautradition und Klassizismus. Einen hervorragenden Ruf genossen seine in die Landschaft eingepassten technischen Bauten.
Paul Bonatz war ein liberaler Kosmopolit, was ihn nach 1933 jedoch nicht daran hinderte, trotz aller Zweifel am Nationalsozialismus und an der Maßlosigkeit seiner Architektur, an dessen Repräsentationsaufgaben mitzuarbeiten. Den daraus entstandenen Widersprüchen entzog er sich in der letzten Phase des „Dritten Reiches“ durch die Übersiedlung in die Türkei, wo er wiederum als Architekturlehrer beträchtlichen Einfluss ausübte.
Obwohl Paul Bonatz auch anderswo bedeutende Bauwerke errichtete, wie die Stadthalle Hannover oder das Opernhaus in Ankara, konzentriert sich die Masse seines Werkes auf die Städte und Landschaften im Südwesten Deutschlands. Das Buchprojekt Paul Bonatz an Rhein und Neckar wird eine Serie von ca. 30 Bauten vorstellen, die aus einer weit größeren Anzahl noch bestehender Werke des Architekten in dieser Region ausgewählt wurden. In den Fotografien von Rose Hajdu, die zwischen 2009 und 2012 aufgenommen wurden, wird jeder dieser Bauten mit zahlreichen Aufnahmen dokumentiert und durch einen begleitenden Text eines renommierten Architekturhistorikers erläutert.
Rose Hajdus Bilder zeigen die große Bandbreite der Aufgaben, die Bonatz in Baden und Württemberg realisierte. Das Spektrum reicht von privaten Wohnhäusern über Schulen, von Bibliotheken, Rathäusern und Geschäftshäusern bis zu Industrieanlagen und Technikbauten, wie den Staustufen am Neckar. In einem Fall soll der in diesem Band behandelte Raum auf das andere Rheinufer ausgedehnt werden – mit einem Blick auf das Kunstmuseum in Basel, das zu den besten Schöpfungen des Architekten zählt.
Von den Bonatz-Bauten in der Region sind viele erstaunlich gut erhalten. Jedoch bekommen nicht alle die Pflege, die sie verdienen. So wurde durch den für Stuttgart 21 vorgenommenen Abbruch der Seitenflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs das sorgfältig ausgewogene Ensemble dieses Kulturdenkmals für immer zerstört. Andere Bauten sind durch Planungen gefährdet, wie die Bonatz’schen Neckarschleusen, die für die Umgestaltung des Flusses zur europäischen Wasserstraße umgebaut werden sollen.
Rose Hajdus Bilder erlauben einen Blick auf den aktuellen Zustand des noch vorhandenen Bestands in der Region und öffnen die Augen für die baumeisterlichen Qualitäten dieser Bauten. Die Fotografien zeigen auch zahlreiche bisher unbekannte oder wenig beachtete Innenräume und liebevoll gestaltete Details. Durch die Aufnahmen wird deutlich, dass viele Eigentümer von Bonatz-Häusern ihren Besitz durchaus mit Sorgfalt behandeln und den Wert ihrer Gebäude schätzen und würdigen. Der geplante Band kann dazu beitragen, dass die Bauten dieses Architekten eine bessere Zukunft haben werden als der geschundene Bahnhof.
Die Fotografin und die Autoren:
Rose Hajdu, freie Fotografin mit den Schwerpunkten Architekturfotografie, Denkmalpflege, Archäologie und Kunst. 1978–81 Amtsfotografin des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg.
Dr. Marc Hirschfell, Kunsthistoriker. Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Architektenkammer Baden-Württemberg. 1997–2001 Architekturkritiker für die Stuttgarter Zeitung. Co-Autor der Ausstellungskataloge des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt über Paul Schmitthenner und Paul Bonatz. Dr.-Ing. habil. Wolfgang Voigt, Architekt, Mitglied des Deutschen Werkbundes Hessen. Seit 1997 stellvertretender Direktor am Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt. Zahlreiche Publikationen. Kurator von Ausstellungen u.a. über Heinz Bienefeld, Ernst May, Helmut Jacoby, Paul Schmitthenner, Dominikus Böhm, Gottfried Böhm und Paul Bonatz.
Lehrer und Lehre an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen. Von den Anfängen bis 1972. Hrsg.: Breuer, Gerda; Bartelsheim, Sabine; Oestereich, Christopher; Vorwort von Eberhard, Jörg; Mehnert, Kurt; Beitr.: Bartelsheim, Sabine; Breuer, Gerda; Driller, Joachim; Eskildsen, Ute; Heiser, Christiane; Koenig, Thilo; Beitr.: Oestereich, Christopher; Pfingsten, Claus; Röver, Wolfgang. . 2012. 484 S. 220 teils fb. Abb. 26 x 20 cm. Pb. EUR 42,00. CHF 55,90 ISBN: 978-3-8030-3213-3 Wasmuth
Die Essener Designerschule gehörte stets zu den bedeutendsten, innovativsten Ausbildungsstätten für Gestalter durch alle wechselnden Zeitläufte vierer verschiedener Gesellschaftssysteme hindurch: vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und die NS-Diktatur bis hin zur Bundesrepublik. Dabei hob nicht nur das Folkwang-Konzept – der Versuch, bildende, angewandte und darstellende Künste an einem Ort zusammenzuführen – die Essener Einrichtung aus der Anzahl verwandter Institute heraus. Gerade die Folkwang-Schule wirkte durch das Zusammenwachsen von Lehrenden und Lernenden als Ort, der eine ganz eigene berufliche Gruppenidentität ermöglichte.
Der vorliegende Band nähert sich dem Phänomen Folkwang-Schule auf verschiedene Weise. Wissenschaftlich fundierte Texte beleuchten zentrale Aspekte der bewegten Geschichte der Schule: so etwa die Entwicklung einzelner Fachrichtungen, wie Grafik, Fotografie oder Industrie-Design, die Veränderungen während der NS-Zeit und die Neuorientierungen in der Zeit des Wiederaufbaus nach 1945. Sie würdigen herausragende Lehrpersönlichkeiten wie den langjährigen Leiter Alfred Fischer oder die Pioniere professioneller Fotografie Albert Renger-Patzsch und Otto Steinert. Begleitet sind die Texte von historischen Dokumenten, die den Wandel der Lehre, aber auch Auseinandersetzungen während der NS-Diktatur belegen. Ebenso enthält der Band eine umfassende Sammlung biografischer Skizzen zu beinahe allen Lehrpersönlichkeiten bis Anfang der 1970er Jahre.
Breiten Raum nehmen Interviews und Erinnerungen ehemaliger Studierender und Lehrender ein, die die historische Betrachtung um ihre unmittelbaren Eindrücke bereichern. Eine große Auswahl von Bildern aus dem Alltag der Schule illustriert ihre Geschichte und Leistung in den ersten sechzig Jahren.
Crueger, Anneliese; Crueger, Wulf. Wege zur Japanischen Keramik. Tradition in der Gegenwart. Beitr.: Itô, Saeko; Takakura, Ayako; Foto(s) von Naethe, Thomas. 2012. 356 S.. 219 farb. Abb.. 24 x 19 cm. Br. EUR 38,00. CHF 50,90 ISBN: 978-3-8030-3359-8 Wasmuth
Die japanische Keramik der Gegenwart wird von Vielfalt und einem Nebeneinander von uralten Traditionen und modernen Einflüssen bestimmt. Viele "Öfen", die nach japanischem Sprachgebrauch eine Werkstatt, aber auch ein Keramikgebiet mit mehreren hundert sein können, haben seit dem Mittelalter ihren lokalspezifischen Charakter bewahrt. Bestimmte Entwicklungen, wie unglasiertes und glasiertes Steinzeug der "Sechs Alten Öfen" ab dem 12. Jahrhundert, Teekeramik ab dem 14. Jahrhundert, Porzellan ab dem 17. Jahrhundert und die mingei (Volkskunst)-Bewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, prägen noch heute die Arbeiten der Keramiker.
Nach der Erstauflage von 2004 liegt das Buch als 2. aktualisierte und erweiterte Auflage vor: Es weist den Weg zum Verständnis der Entwicklung von nun 91 der wichtigsten japanischen Öfen vom Mittelalter bis zur Gegenwart und dokumentiert bei 67 dieser Öfen das heutige Erscheinungsbild anhand typischer Objekte. Charakteristische Exponate aus den letzten 40 Jahren belegen mit ihren jahrhundertealten überlieferten Formen und Oberflächen die ungebrochenen Traditionen der japanischen Keramikkunst und ihre Entwicklungstendenzen. Dabei ist ersichtlich, dass die japanische Ästhetik mit ihrer Wertschätzung von Asymmetrie und sparsamer Raumnutzung dem westlichen Kunstideal in vielem entgegengesetzt ist. Daneben werden in einem erweiterten Kapitel Studiotöpfer mit ihren Arbeiten in Steinzeug und Porzellan – in der japanischen Keramiktradition stehend bis hin zur freien Gestaltung – vorgestellt. Zusätzlich ist das Buch, im doppelten Sinne der Bedeutung "Weg", als Reisehandbuch für den an der japanischen Keramik Interessierten gedacht. Neben einem ausführlichen erweiterten Glossar bietet es aktuelle Informationen über Anreise, Töpfervereinigungen, Töpfermärkte und Museen sowie Literatur zu den einzelnen Töpferorten.
Zur leichteren Nutzung sind von Fachbegriffen sowie von Reisezielen, Organisationen und Museen zusätzlich die japanischen Schriftzeichen angegeben.
Architekturschulen. Programm, Pragmatik, Propaganda. Hrsg.: Philipp, Klaus Jan; Renz, Kerstin; Institut für Architekturgeschichte der Universität Stuttgart (ifag). 2012. 200 Abb. 24 x 17 cm. Br. EUR 40,00. CHF 53,90 ISBN: 978-3-8030-0750-6 Wasmuth
Tagungsband der gleichnamigen internationalen Tagung an der Universität Stuttgart, Institut für Architekturgeschichte, 8. bis 9. Juli 2011.
Ob Madrider Schule, Weinbrenner-Schule oder die Vorarlberger Bauschule – in der internationalen Architektenausbildung sind Schulbezeichnungen geläufige Etiketten. Die "Architekturschule" oder "School of Architecture" ist bis heute als Markenzeichen und Identifikationsmodell wirksam, der Begriff hat seine Attraktivität seit dem 19. Jahrhundert nicht eingebüßt. Der Hinweis auf die Ausbildungsherkunft ist in der akademischen Architektenausbildung ebenso üblich wie in den Geisteswissenschaften. Vor allem Entwurfslehrer meinen zu erkennen, ob ein Studierender oder Diplomand aus Weimar, London oder Braunschweig kommt. Die Frage nach der "Architekturschule" ist aktuell und wird es bleiben, solange nach der besten Form der Ausbildung von Architekten gesucht wird und Studenten sich Gedanken über den erfolgversprechendsten Studienort machen.
Am Standort der bekannten "Stuttgarter Schule" haben sich auf Einladung des Instituts für Architekturgeschichte der Universität Kunst- und Architekturhistoriker zentralen Fragestellungen rund um das Thema Architekturschule gewidmet: Wie viel Propaganda und wie viel praxisorientierte Pragmatik stecken hinter dem Schulbegriff, welche Programmatik wird jeweils wirksam? Der illustrierte Tagungsband gibt umfassende Antworten und wird von einer Darstellung zur Historie der Baugeschichtslehre in Stuttgart ergänzt.
Aus dem Inhalt: F. R. Werner: Das zwiespältige Bild sogenannter Architekturschulen im 19. und 20. Jahrhundert; E. K. Wittich: Backstein und Bücher – Die Berliner Schulen der Architektur im 19. Jahrhundert; S. Paulus und U. Knufinke: Braunschweig vor der „Braunschweiger Schule“; J. Cepl: Die Ungers-Schule; K. Bernhardt: "Schule" – ein überholter Ordnungsbegriff mit Potenzial.
Mit Beiträgen von: Iñaki Bergera, Katja Bernhardt, Jasper Cepl, Mark Escherich, Christiane Fülscher, Olaf Gisbertz, Ulrich Knufinke, Bernita Le Gerrette, Katrin Lichtenstein, Jennifer Meyer, Simon Paulus, Klaus Jan Philipp, Kerstin Renz, Ulrich Maximilian Schumann, Frank R. Werner, Elke Katharina Wittich, Kerstin Zaschke
Cristina Barroso. Map to Nowhere. Maler: Barroso, Cristina; Beiträge von Dercon, Chris; Magalhães, Fabio; Nootebom, Cees. 2012. Dtsch/Engl. 80 S. 72. fb. Abb. 28 x 21 cm. Gb. EUR 19,80. CHF 28,50 ISBN: 978-3-8030-3361-1 Wasmuth
Cristina Barroso arbeitet in ihrem künstlerischen Werk hauptsächlich mit den Beziehungen zwischen Raum/Zeit und Kommunikationsfähigkeiten. Ihre Poetik setzt vor allem auf die Metaphern des Territoriums (Geografie und Erfahrungen), auf Maßeinheiten (Ansammlungen und Lücken), Nähe und Entfernungen, ausschweifende Bewegung oder Ruhe – einschließlich Beziehungen, die von Geselligkeit und Konflikten gekennzeichnet sind. Scheinbar Abstraktes wird konkret und scheinbar Konkretes abstrakt.
Barroso verwendet dabei ganz unterschiedliche Materialien, darunter auch traditionelle Medien. Ihre Malerei, die Collagen und Zeichnungen setzen Zeichen und Symbole sowie Landkarten in Relation mit malerischen Komponenten aus Farbflecken und Schriftzeichen im Kontrapunkt zur vermeintlichen Rationalität der geographischen Symbole. Die Flecken und Schriftzeichen sind häufig bildliche Darstellungen: Protagonisten, die Beziehungen zwischen Raum, Weg, Entfernung und sogar Unerreichbarkeit herstellen. //
Stegmann, Knut. Das Bauunternehmen Dyckerhoff & Widmann. Zu den Anfängen des Betonbaus in Deutschland 1865–1918. 2012. 470 Abb. 27 x 22 cm. Gb. EUR 68,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-8030-0753-7 Wasmuth
Der Baustoff Beton gehört zu den wichtigsten Neuerungen, die das Bauwesen im 19. Jahrhundert hervorbrachte. Innerhalb weniger Jahrzehnte stieg er aus bescheidenen Anfängen zum "Jahrhundertbaustoff" auf. Mit dem Siegeszug untrennbar verbunden ist die Geschichte der Betonindustrie. Das Buch behandelt mit der 1865 gegründeten Firma Dyckerhoff & Widmann eines der führenden Unternehmen. Dessen systematische Versuche und geschicktes Marketing mit Ausstellungsbauten, Vorträgen und Publikationen trugen entscheidend zur Verankerung des Betons im Bauwesen bei – angefangen bei den (künstlerischen) Fertigteilen über den konstruktiven Ingenieurbau bis hin zu den repräsentativen Hochbauten des frühen 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig beeinflusste das kaufmännisch geprägte Unternehmen die Entwicklung der Bautechnik. Mit vergleichsweise früh einsetzender Mechanisierung und Rationalisierung der Baustellen, teils nach amerikanischen Mustern, trieb Dyckerhoff & Widmann die sogenannte Industrialisierung des Bauens voran.
Die Publikation verbindet Unternehmensgeschichte mit den Entwicklungen in der Bautechnik- und Konstruktionsgeschichte. Dies ermöglicht einen ganz neuen Blick auf die Umbrüche im Bauwesen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Der reich bebilderte Katalog umfasst über 400 Objekte aus dem deutschen und internationalen Raum – von den ersten Zementwaren bis zu den "Ikonen" des Betonbaus wie der Jahrhunderthalle in Breslau. Der Katalog macht das Buch zu einem umfassenden Referenz- und Nachschlagewerk. //
Knut Stegmann ist seit 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Denkmalpflege und Bauforschung der ETH Zürich.
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Jäkel, Angelika. Gestik des Raumes. Zur leiblichen Kommunikation zwischen Benutzer und Raum in der Architektur. 2012. 66 meist fb. Abb. 27 x 20 cm. Br. EUR 45,00. CHF 59,90 ISBN: 978-3-8030-0752-0 Wasmuth
Wir sprechen davon, dass sich Räume "öffnen", Wände einem "entgegentreten", dass ein Gebäude "zurückweicht" oder eine plötzlich in den Blick kommende Deckenöffnung uns "nach oben zieht". Solche Formulierungen sind keine objektiven Beschreibungen dessen, was da vor uns ist. Sie sind "Wirkungsbeschreibungen", weil sie versuchen, die Wirkung von Architektur auf uns als Benutzer dieser Räume mit Sprachbildern einzufangen. Als "Räumliche Gesten" legen uns diese Wirkungen bestimmte Bewegungen, Haltungen, Handlungen und auch Befindlichkeiten nahe, ohne dass wir dessen im alltäglichen Vollzug gewahr werden.
Das Konzept einer gestischen Kommunikation zwischen Individuen und räumlichen Situationen geht dem beiläufigen Empfinden als eigenständigem Modus der Erkenntnis nach, nämlich im Sinne einer "Technik des Körpers", mit der wir in der Lage sind, unser leibliches Wissen in Erkenntnis umzusetzen. Der Leib selber wird zum Instrument und Medium der Analyse – indem wir auf ihn "hören", d.h. ihn empfinden und damit die Dinge durch ihn hindurch. – Gestische Kommunikation ist leibliche Kommunikation.
Die Autorin verortet die Relevanz leiblich-sinnlicher Erkenntnis für die Architekturtheorie in den Diskursen der Leibphänomenologie und der Gestalttheorie der ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts. Unter den Aspekten des Blicks, der Gestalt und des Leibes werden die Bedingungen einer räumlich-gestischen Wahrnehmung skizziert und im Hinblick auf aktuelle Paradigmen des spatial turn sowie des performative turn aktualisiert. Schließlich wird an drei Wohnhäusern des österreichischen Architekten Lois Welzenbacher gezeigt, wie die Analyse von Ge- oder Misslingen einer architektonischen Geste dazu beitragen kann, ein Urteil über architektonische Qualitäten unserer gebauten Umwelt zu fundieren. //
Angelika Jäkel ist Freie Architektin. Sie lehrt und forscht zu Grundlagenthemen der Architektur am Institut Entwerfen, Kunst und Theorie des KIT/Karlsruher Institut für Technologie.
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