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Die historische Wasserführung der Zisterzienserabtei Eberbach

Wie kam das Wasser ins Kloster Eberbach? Ob Brauch- oder Trinkwasser, es war ein kompliziertes Unternehmen das mittelalterliche und spätere Eberbacher Kloster mit ausreichend Wasser zu versorgen. Wie ein Maulwurfgelände versteckt sich das historische Kanalsystem unter der Klosteranlage, meist zerstört ist es nur noch in wenigen Teilen erhalten.
Im Rahmen einer Generalsanierung des Klosters Eberbach ergab sich nun in der ehemaligen Zisterzienserabtei die seltene Gelegenheit zu umfangreichen archäologischen Untersuchungen. Angesichts der hierbei an verschiedensten Stellen vorgefundenen Reste der historischen Wasserführung des Klosters entschlossen sich das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, das Hessische Baumanagement sowie die Stiftung Kloster Eberbach zu umfassenderen Untersuchungen der für die dauerhafte Existenz der Klosteranlage so wichtigen wasserbautechnischen Einrichtungen.

Wie wurde das Kloster mit Wasser versorgt und das vorhandene Wasser genutzt, und von welchem Ort wurde das Wasser herangeführt? Wie funktionierte die Abwasserentsorgung des Klosters?

Auf Basis zahlreicher Schriftquellen und Bodenfunde sowie des vorhandenen Baubestandes versucht der Autor ein Bild der historischen Wasserführung, ihrer Bestandteile und ihres Alters zu entwerfen. Hierzu zählt auch das abgegangene Brunnenhaus im Kreuzgang, das in der Klosterarchitektur der Zisterzienser eine zentrale Rolle einnahm.

Obwohl es einleitend heißt, diese in der Tat wertvolle und durchaus auch für Laien interessante Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen zu wollen, ist dieses Ansinnen mit der vorliegenden Publikation kaum gelungen. Nicht nur, dass das selten gebrauchte Wort „rezent“ (soeben, kürzlich, frisch) häufig auftaucht, fehlt es bei den Grundrissen und Plänen nicht selten an ausreichend erklärenden Legenden oder Abbildungen vergleichbarer Darstellungen, wie zum Beispiel ein Hinweis auf die Literatur zur Maulbronner Wasserversorgung. .

Es wäre wünschenswert, wenn derlei spannende und interessante Untersuchungen so aufbereitet würden, dass sie auch für „Heimatforscher“ bzw. Laien gut verständlich sind. Eine solch populäre Veröffentlichung könnte gern auch eine kurze Zusammenfassung der wissenschaftlichen Erkenntnisse sein.
Bleibt also zu hoffen, dass diese wichtige Arbeit dennoch viele Leser findet. Der Preis von nur 14,80 Euro spricht wenigstens nicht dagegen.

23.09.2015
Gabriele Klempert
Die historische Wasserführung der Zisterzienserabtei Eberbach im Rheingau. Bodenfunde, Baubestand und Schriftquellen als Spiegel der Wasserbaukunst des Ordens. Liebert, Thomas. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. 134 S., fb. Abb., 30 x 21 cm, Pb. Theiss Verlag, Darmstadt 2015. EUR 14,90 CHF 21,90
ISBN 978-3-8062-3194-6
 
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