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Amazing Afrika

Seit mehr als 30 Jahren hat der französische Fotograf – einer der besten Reportagefotografen der Welt, der fĂŒr renommierte Magazine wie GEO, National Geographic oder Paris Match arbeitet – in mehr als 25 LĂ€ndern die Lebensbedingungen Afrikas portrĂ€tiert.

In seinem einleitenden Text berichtet Maitre, dass er die Fotoreportagen nie hĂ€tte ohne die vielen einheimischen Akteure hĂ€tte machen können, nicht ohne seine Begleiter und nicht ohne die Bereitschaft der Menschen, sich Maitre anzuvertrauen, ihr Leben und ihren Alltag offen zu legen. Besonders drei Personen, stellt der Fotograf den Lesern besonders eindrĂŒcklich vor.
Einer dieser Begleiter Maitres war Kalakoa, ein Nomade der Tuareg im nördlichen Niger, den er als Freund gewann und der nie seinen Optimismus verlor und doch auf grausige Weise sein Leben lassen musste.
Ein „Fixer“, Informant und enger Begleiter zum Schutz gegen ÜberfĂ€lle war Ajoos. Er empfing Maitre in Mogadischu, wohin sein Flieger illegal eine Ladung Khat gebracht hatte. Ajoos stellte den Kontakt zu einem Shebab her, einem islamischen KĂ€mpfer, der auf die ihn umgebende Bevölkerung zĂ€hlen konnte. Die Offenheit mit der der Shebab verkĂŒndete, die Stadt Kismayo einnehmen zu wollen, um nicht-muslimische, weiße Westler zu töten, schockierte Maitre. Einige Jahre spĂ€ter, die Schlacht war verloren und die VerhĂ€ltnisse andere geworden, irrte dieser Mann bettelarm mit seiner hochschwangeren Frau durch die Straßen Mogadischus. Das Vertrauen war geblieben und so konnte die Mutter mit Hilfe des Fixers Ajoos 20 Dollar in Empfang nehmen, so dass Mutter und Kind gerettet waren.
Besonders erschĂŒtternd und beeindruckend zugleich waren fĂŒr Maitre die Erfahrungen von Maggy, die „Mutter der Waisen“, eine Tutsi. In Burundi setzte sich Maggy dafĂŒr ein, die Diskriminierungen gegenĂŒber den Hutus zu Ă€chten und zog dafĂŒr sogar vor Gericht, wo sie gewann. Als 1993 Burundi aus den Fugen gerĂ€t, stellt sich Maggy gegen die Tutsi-Milizen und muss doch die Ermordung von 70 Hutu ansehen. Nach Abzug der Milizen entdeckt sie 25 ĂŒberlebende Kinder und nimmt sich ihrer an. Es kamen noch viele weitere hinzu. Egal ob Tutsi oder Hutu, ehemalige Kindersoldaten oder alleingelassene FlĂŒchtlingskinder, jeder kĂŒmmert sich um den anderen und das gemeinsame Überleben. Das ist ihre Botschaft. Über viele Jahre waren Angst und Hunger ihre Begleiter. Heute ist aus dem Waisenhaus eine kleine Stadt geworden.

Maitre schuf auf diesen Reisen durch Afrika tief eingehende Bilder. Sein malerischer Umgang mit Perspektive, Licht und Farbe ist sinnlich, ganz gleich ob die Motive verstörend oder einfach nur schön sind oder ganze Geschichten erzÀhlen. Seine Fotos des afrikanischen Alltags Afrikas zollen Tribut an den Geist und die Lebenskraft seiner Menschen. Mit jedem Bild lernt der Betrachter Afrika ein wenig besser zu begreifen.
Die Fotografien umfassen die Themen: Landschaft, Tradition, Religion, Umwelt, Wirtschaft, Vertreibung, Krieg und Opfer, Frauen, Urbanisierung und Behausungen, Kinder und Nacht ĂŒber Afrika. Vieler Worte bedĂŒrfen die Fotos nicht. Die knappen Informationen am Ende des Buches reichen völlig aus.
Ein beeindruckender Bildband, der Spuren hinterlÀsst.

09.12.2012
Gabriele Klempert
AMAZING AFRICA. Pascal Maitre. Dtsch/Engl/Franz. 348 S, 13 Ausklapptafeln, 147 großformatige Fotos. 24 x 33 cm, Lammerhuber, Baden 2012. Gb. EUR 59,00 CHF 78,90
ISBN 978-3-901753-41-1
 
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