KunstbuchAnzeiger - Kunst, Architektur, Fotografie, Design
 

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Swiridoff Verlag

 
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Äpfel und Birnen und anderes Gemüse. Die ObstAbb von Korbinian Aigner im Dialog mit der Sammlung Würth. Huber, Florian; Fiege, Kirsten. Hrsg.: Weber, C.Sylvia. 2018. 112 S. 28 x 23 cm. EUR 18,00. ISBN: 978-3-89929-360-9 Swiridoff
Die Obstmalerei hat in der Kunstgeschichte eine lange Tradition, angefangen beim berühmten Apfel vom Baum der Erkenntnis über die üppigen Fruchtstillleben des 17. Jahrhunderts der Niederländischen Malerei bis hin zu den Apfelmotiven bei Paul Cézanne und den Impressionisten. Der Pfarrer Korbinian Aigner (1885-1966) hegte ebenfalls eine Leidenschaft für Äpfel und Birnen, die ihn beinahe sein gesamtes Leben begleiteten. Neben seinem Engagement im Obstbau schuf er postkartengroße „nach der Natur gezeichnete Bilder“. Hiervon sind rund 600 Apfel- und 275 Birnenbilder erhalten, die im TUM.Archiv der TU München verwahrt werden. Die Aquarelle sollten ursprünglich als Lehrmaterial dienen und erreichten ihren heutigen Bekanntheitsgrad erst nach dem Tod Aigners. In der Kunstwelt erregten sie 2012 auf der dOCUMENTA (13) in Kassel weltweit Aufmerksamkeit, als sie dort als Installation gezeigt wurden.
Die Ausstellung im Museum Würth zeigt in Kooperation mit der TU München deren reichhaltigen Bestand an Aigners Apfel- und Birnenbildern. Hier zeigt sich dessen wissenschaftlicher Ansatz in der Detailgenauigkeit der Illustrationen, die darüber hinaus durch ihre lebendige Präsenz faszinieren. Des Weiteren wird an die Person Korbinian Aigner erinnert, der sich als engagierter Theologe nicht nur für den Obstbau und seine Gemeinde einsetzte, sondern durch seine Kritik am Nationalsozialismus viele Jahre in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau verbrachte.
Das Thema des Stilllebens von der sinnlichen Erfahrung bis hin zu seriellen Aspekten wird mit Werken aus der Sammlung Würth ergänzend aufgegriffen, um die Ausstellung um weitere Einblicke zu bereichern.
Wunderkunst. Erlesenes aus der Kunstkammer Würth. Becker, Christoph; Himmelein, Volker; Resmann, Elisabeth; Weber, C. Sylvia; Würth, Maria. 44 S. 28 x 23 cm. Swirodoff Verlag, Künzelsau 2018. EUR 16,80. ISBN: 978-3-89929-363-0 Swiridoff
Mit der Ausstellung Wunderkunst. Erlesenes aus der Kunstkammer Würth wird die Faszination und Pracht höfischer Kunst- und Wunderkammern aus Renaissance und Barock aufs Neue lebendig. Die fantastischen wie formvollendeten Exponate im Dom Quartier Salzburg laden zum Schauen und Staunen ein. Höhepunkte, die erst unlängst Eingang in die über drei Jahrzehnte gewachsene Sammlung fanden, sind in zahlreichen opulenten Bildern in diesem Begleitband dokumentiert. Unter den spektakulären Trouvaillen sind ein Elfenbein-Kruzifix von Georg Petel, des wohl bedeutendsten süddeutschen Bildhauers des 17. Jahrhunderts, der als »deutscher Michelangelo« gepriesen wurde, und die aus Alabaster geschaffene, großformatige Raptusgruppe Herakles und Hippolyte des Hohenloher Bildhauers Leonhard Kern, dessen Werke sich in Kunstkammern und Museen der ganzen Welt finden.
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Baut Brücken statt Mauern. Build Bridges not Walls. Malerei von George Finley. Sammlung Würth und Leihgaben. Panter, Armin. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. Dtsch; Engl. 64 S. 24 x 17 cm. Swiridoff Verlag, Künzelsau 2018. EUR 14,00. ISBN: 978-3-89929-362-3 Swiridoff
Über 15 Jahre, nachdem wir die Ausstellung „George Finley 1959–1999“ in der Hirschwirtscheuer zeigten, nehmen wir den 80. Geburtstag des Künstlers nun gerne zum Anlass, ihn erneut mit einer Ausstellung zu würdigen. Seit vielen Jahren und mit mittlerweile sage und schreibe 90 Werken in der Sammlung Würth vertreten, ist er uns allen längst nicht nur persönlich ein guter und gern gesehener Bekannter, sondern auch aus der Sammlung Würth nicht mehr wegzudenken. Und doch fällt es auch nach so vielen Jahren schwer, seine Kunst mit einem Oberbegriff oder Schlagwort zu belegen. Zu sehr und zu offensichtlich liebt Finley nach wie vor das Experiment und den stilistischen Wandel. Eigentlich möchte man wie einst Thomas Gainsborough auf Sir Joshua Reynolds gemünzt ausrufen: „Damn the man, how various he is!“ Schließlich stellt sich Finleys Werkentwicklung schon seit Jahrzehnten als Abfolge von Paradigmenwechseln dar. Erlebten wir vor 15 Jahren seine Hinwendung zur Abstraktion, so faszinieren uns heute seine Arbeiten der „Neuen Linie“, die er als künstlerische Antwort auf die Zumutungen des 11. Septembers 2001 und seine verheerenden Folgen versteht. Anstatt zuzusehen, wie die Welt aus den Fugen gerät, sucht er nach Möglichkeiten, sie zusammenzuhalten, und fasst in konzentrierten, von allen ablenkenden Details entleerten, gleichwohl strahlenden Umrisslinien seine Ansichten zum menschlichen Miteinander zusammen.
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Wohin das Auge reicht. Neue Einblicke in die Sammlung Würth. Rainbird, Sean; Illies, Florian; Elsen-Schwedler, Beate. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 2018. 224 S. 32 x 24 cm. EUR 32,00. ISBN: 978-3-89929-359-3 Swiridoff
An Vielfalt und Besonderheiten ohnedies reich gesegnet, hat die Sammlung Würth in den vergangenen zehn Jahren erneut eine Fülle spannender Neuzugänge internationaler Kunst erwerben können. Eine opulente Auswahl von rund 200 Werken aus Malerei und Skulptur, die seit den 1960-erJahren entstanden sind, werden nun zum größten Teil erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die teils gewaltigen Formate der Werke von Karel Appel, Daniel Buren, Anthony Caro, Tony Cragg, Felix Droese, Antony Gormley, Peter Halley, Johannes Itten, Alex Katz, Martin Kippenberger, Per Kirkeby, Imi Knoebel, Maria Lassnig, Robert Longo, Brian O’Doherty, Albert Oehlen, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Gerhard Richter, Antonio Saura, Sean Scully, Monika Sosnowska, Antoni Tàpies und vielen anderen spiegeln in zahlreichen Aspekten die Differenziertheit wie auch die Offenheit künstlerischer Positionen der Kunst der letzten Jahre wider.
Hatte sich die tonangebende Kunst der Nachkriegsjahre in der westlichen Welt insbesondere Kunstformen verschrieben, die losgelöst von jeder Gegenständlichkeit, Tradition und Repräsentationsfunktion einzig auf die geniale Geste setzten, traten nun Künstler auf den Plan, die genau dieser vermeintlich genialen künstlerischen Eingebung misstrauten. Während die einen die Malerei gleich für tot erklärten, starteten andere mit ganz unterschiedlichen Ansätzen zur »Re-Vision« von Malerei und Skulptur; Provokation und Ironie inbegriffen. Schließlich ging es nicht um eine wie auch immer geartete empathische Rückkehr zum Malerischen oder Bildnerischen, sondern darum, traditionell vermittelte Vorstellungen von Bild und Abbild neu zu verhandeln. Ein Prozess, der bis heute nicht abgeschlossen ist.
In mehreren Kapiteln werden spannende Einblicke in die Themenvielfalt vermittelt, die vom Farbfeld über die Transformierte Natur bis zur Leiblichen Kommunikation reichen und sich dabei auch Inszenierten Konfliktfeldern und der Großen Geste widmen.
HAP Grieshaber und der Holzschnitt. Sammlung Würth und Leihgaben. Class, Oliver; Wachsmann, Renate. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 2017. 300 S. 28 x 23 cm. EUR 35,00. ISBN: 978-3-89929-351-7 Swiridoff
Der Holzschneider HAP Grieshaber (1909 – 1981) hat mit seinem Wirken nicht nur künstlerische Bedeutung erlangt, sondern sich auch immer wieder gesellschaftspolitisch eingemischt. "Ich will die großen Themen der Menschheit angegangen haben." sagte Grieshaber selbst. Dabei entwickelte er eine eigene, unverwechselbare Bildsprache, die er auch in großformatigen Arbeiten umsetzte, und so die Technik des Holzschnitts revolutionierte.
Spätestens mit der Berufung an die Karlsruher Akademie im Jahr 1955 zeigte sich auch seine pädagogische Begabung. Horst Antes, Hans Baschang, Dieter Krieg, Heinz Schanz und Walter Stöhrer waren seine Schüler.
In über 100 Werken aus dem Bestand der Sammlung Würth, ergänzt um einige Leihgaben, wird die Vielfalt in Grieshabers Holzschnitten deutlich. Seine Person und Arbeitsweise wird zudem durch die 1970 erschienene Publikation „die holzwege des hap grieshaber“ beleuchtet, die der Fotograf und Autor Paul Swiridoff in einem langjährigen Prozess mit dem Künstler erstellt hat und deren Entstehen anhand einer Fotodokumentation aufgezeigt wird.
Verborgene Schätze aus Wien. Die Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien zu Gast in der Kunsthalle Würth. Nauhaus, Julia M.; Blindinger, Eva; Koch, Claudia; Trojer, Karin; Schober, René; Domanig, Andrea; Elsen-Schwedler, Beate. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 308 S. zahlr. fb. Abb. 28 x 23 cm. Gb. Swiridoff Verlag, Künzelsau 2017. EUR 35,00 ISBN: 978-3-89929-347-0 Swiridoff
Die Gemäldegalerie der 1692 gegründeten Akademie der bildenden Künste Wien gehört zu den großen Sammlungen Alter Meister in Wien. Zunächst waren es ausschließlich die Aufnahmewerke der Akademiemitglieder des 18. Jahrhunderts und die jährlich prämierten Preisstücke der Kunststudenten aus den Abschlussausstellungen der Akademie, die den Grundstock der Sammlung formten. Als aber Anton Franz Graf von Lamberg-Sprinzenstein 1822 seine rund 750 Werke umfassende bedeutende Gemäldesammlung der Akademie als Legat überlässt, hebt dies die der Akademie angegliederte Galerie aus dem Stand in den Rang einer auch international viel beachteten Institution.
Noch heute ist diese Wiener Sammlung in den organisatorischen Verbund der Kunstakademie integriert. Durch ihre museale Bedeutung wurde ihre Funktion als Lehrsammlung in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch mit der Zeit überlagert.
Die Ausstellung in der Kunsthalle Würth zeigt die kostbaren Wiener Leihgaben daher nicht nur als Abfolge exquisiter Meisterwerke, sondern eben auch Anschauungsobjekte der Künstlerausbildung und Stilgeschichte. So finden sich unter den 400 Leihgaben aus allen Gattungen der Sammlung nicht nur bedeutende Werkkomplexe – wie jener von Peter Paul Rubens – und Zeichnungen von Rembrandt und Albrecht Altdorfer etwa, sondern auch Abgüsse antiker Skulpturen, druckgrafische Meisterwerke von Albrecht Dürer sowie gotische Baurisse, die zum UNESCO-Weltdokumentenerbe gehören. Historische Fotografien von hohem künstlerischen Niveau ergänzen die Schau.
Von Botticelli bis Guardi, von Rembrandt bis Maes und von Dürer bis Schnorr von Carolsfeld, von Klimt über Hundertwasser bis Lassnig stammen die »Schätze«, die es zu entdecken gilt – von großen KünstlerInnen ihrer Zeit. Punktuell ergänzt um Werke aus der Sammlung Würth, zeigen sie gerade aber auch in den zahlreichen Zitaten und Paraphrasen zu klassischen Themen den wechselseitigen Einfluss und die konträren Temperamente der Epochen zwischen Neuzeit, Goldenem Zeitalter, Sturm und Drang, frühem Realismus, Romantik und beginnender Moderne bis zur Gegenwartskunst.
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Carmen Würth Forum Künzelsau. Beitr.: Würth, Reinhold / Knapp, Gottfried / Chipperfield, David. Engl. Dtsch. 2017. 64 S., 28 Abb., 28 x 23 cm. Br. EUR 16,80 ISBN: 978-3-89929-348-7 Swiridoff
Reinhold Würth ist ein großer Freund der Künste. Was er als Sammler, Stifter, Mäzen und Förderer für die Bildenden Künste geleistet hat, ist in Deutschland ohne Beispiel. Wer ihn bei der Einweihung eines seiner Museen oder bei einer Ausstellungseröffnung hat reden hören, wird sich daran erinnern, mit welcher Überzeugtheit dieser Mann, der sich als Unternehmer ganz den praktischen Dingen verschrieben hat, auf ästhetische Phänomene einzugehen vermag, ja mit welcher Begeisterung er Dinge genießen kann, die ihre Werte jenseits aller praktischen Nützlichkeit entwickeln…. So ist irgendwann der Wunsch aufgekommen, ein Haus zu errichten, in dem sowohl klassische als auch Popkonzerte auf jenem hohen Niveau veranstaltet werden, das in den Würth‘schen Ausstellungshäusern schon seit Langem selbstverständlich ist… Den Architektenwettbewerb für das neue Haus gewann das international bekannte Berliner Architekturbüro David Chipperfield mit einem Entwurf, der sich mustergültig in die offene Landschaft einfügt und doch die von anderen prominenten Kulturbauten her bekannten Charakteristika des Chipperfield‘schen Stils zeigt. Wie das ebenfalls von Alexander Schwarz aus dem Büro Chipperfield entworfene Literaturmuseum der Moderne in Marbach am Neckar ist auch das Carmen Würth Forum mit dem unteren seiner beiden Hauptstockwerke so in das leicht ansteigende Gelände hineingeschmiegt, dass aus der Ferne nur das obere Stockwerk zu erkennen ist: ein allseits verglaster Flachbau…
Allerlei Entdeckungen. Einblicke in die Sammlung Carmen Würth. Scheller-Schach, Claudia; Weber, C. Sylvia; Elsen-Schwedler, Beate. 2017. 256 S. 28 x 23 cm. Gb. EUR 25,00. ISBN: 978-3-89929-345-6 Swiridoff
Seit vielen Jahren steht der Name Carmen Würth für geradezu vorbildliches soziales und kulturelles Engagement. Und in der Tat wird die langjährige Ehefrau des Unternehmers und Sammlers Reinhold Würth nicht müde, sich für benachteiligte Menschen starkzumachen und ihnen zu helfen, ihre Stärken herauszustellen. Dafür wurde sie immer wieder mit ehrenvollen Auszeichnungen bedacht. So ist sie unter anderem Ehrenbürgerin der Stadt Künzelsau, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und Schirmherrin zahlreicher sozialer Initiativen im In- und Ausland. Mit kreativer Schaffenskraft hat sie etwa mit ihrem Hotel-Restaurant Anne-Sophie in Künzelsau einen Ort entwickelt, in dem Menschen mit und ohne Handicap erfolgreich Hand in Hand zusammenarbeiten. Sie hat damit Maßstäbe zur Integration vorgelegt, über die auch außerhalb der gastgebenden Branche voller Respekt berichtet wurde.
Nun wird das Museum Würth in Künzelsau anlässlich des 80. Geburtstages von Carmen Würth eine weitere, einem breiten Publikum bislang verborgene Facette der Jubilarin vorzustellen. Denn erstmals werden Einblicke in die (private) Kunstsammlung von Carmen Würth gewährt und zweifellos werden dabei allerlei Entdeckungen gemacht werden können.
Die Natur Im Fokus. Fotografien von Marion Reuter in der Sammlung Würth. Muschler, Sabine; Kraiss, Eva Maria. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 76 S. 70 meist fb. Abb. 17 x 24 cm. Gb. Swiridoff Verlag, Künzelsau 2017. EUR 14,00. ISBN: 978-3-89929-346-3 Swiridoff
Von realen bis hin zu imaginären Landschaften, von Steinlandschaften, Prägungen, Spiegelungen, Metamorphosen bis zu rasch vorbeiziehenden, mit der Kamera eingefangenen Augenblicken reicht das Spektrum der fotografischen Arbeiten von Marion Reuter, die in der Künzelsauer Hirschwirtscheuer zu sehen sind. Aus dem umfangreichen Bestand ihrer Werke, der Eingang in die Sammlung Würth gefunden hat, konzipiert sich die Ausstellung rund um das Thema Natur und Landschaft. Die Flüchtigkeit des Augenblicks festzuhalten ist ein wesentliches Merkmal der Fotografie. Diese Flüchtigkeit konkret sichtbar zu machen gelingt Marion Reuter in ihrer letzten großen Serie, die sie Nonstop – Augenblicke nennt. Die im Vorbeifahren mit der Kamera erfasste Landschaft wird in einer bewussten Unschärfe fixiert, die die Formen auflöst und zu ausdrucksstarken, sehr poetischen Farbkompositionen führt.
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Karsten Fuge · Komparserie und Hauptdarsteller. Sammlung Würth und Leihgaben. Scheller-Schach, Claudia. Hrsg. Sylvia C. Weber. 2016. 56 S., 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 14.00 ISBN: 978-3-89929-342-5 Swiridoff
Garderobenfische und ein Bunter Hund, Mondgänger und ein Rosenkavalier bevölkern die Bildwelten von Karsten Fuge. In fantastischen Landschaften begegnen wir ihnen, aber auch an beunruhigenden Orten wie dem Versuchsgelände oder Am Abgrund. Vordergründig spaßiger wird es wieder mit Schweinsgalopp, Elefantenbuffet und Musikesel – wohingegen Wortspiele wie Zentrivogel und Verlokt auf den sprachlichen Erfindungsreichtum des Künstlers verweisen.
In meist kleinformatigen Aquarellen und Skulpturen aus diversen Materialien schildert der Berliner Künstler technisch perfekt eine eigene Welt, in der Traum und Wirklichkeit miteinander verwoben sind. Die kunsthistorischen Begriffe Surrealismus und Phantastischer Realismus kommen einem in den Sinn – diese benennen eine eher geistige Bewegung seit den 1920er-Jahren als einen einheitlichen Stil. Einen ganz eigenen Beitrag zu dieser Richtung leistet Karsten Fuge.
Im Zentrum der Ausstellung steht die 74-teilige Installation Komparserie und Hauptdarsteller, die in den letzten Jahren entstanden ist. Die einzelnen Bilder unterschiedlicher Formate sind Übermalungen von Bildwerken vom frühen Mittelalter bis zur Klassischen Moderne mit Ölfarben, die dadurch eine Verwandlung erfuhren. Nicht die provokante Zerstörung eines Bildes war beabsichtigt, sondern eine Methode in bester surrealistischer Tradition wurde angewandt, um zu neuen Bildern zu gelangen.
Die Ausstellung gibt mit rund 130 Werken aus dem Bestand der Sammlung Würth und Leihgaben des Künstlers einen Überblick in dessen Schaffen der vergangenen drei Jahrzehnte.
Heiner-Matthias Priesnitz Bleistiftzeichnungen. Ullrich, Wolfgang. Hrsg.: Priesnitz, Heiner-Matthias. 2016. 96 S. 28 x 22 cm. Gb. EUR 25,00. ISBN: 978-3-89929-341-8 Swiridoff
Immer wieder Kopfschütteln bei Fotografen und Drucktechnikern, wenn ihnen Bleistiftzeichnungen von Heiner-Matthias Priesnitz vorgelegt wurden - Jahrzehnte lang. Inzwischen haben sich die Reproduktionstechniken weiter entwickelt. So konnte dieses Buch entstehen.
Zurückhaltung und Reizaskese bestimmen die Inszenierung der Motivserien. Architekturen, Interieurs, Stillleben, Boote, Möbel ("Pentagonalia") treten wie in epiphanischen Situationen aus einem Lichtnebel hervor, zurückhaltend, ohne Kontrastgewitter, leise, eine stille Herausforderung an den Betrachter/in.
Gertrude Reum. pánta rhei. Hrsg.: Mühling, Konstantin; Beitr.: Gercke, Hans; Beitr.: Mennekes, Friedhelm. 2016. 144 S. 28 x 22 cm. Pb. EUR 19,80. ISBN: 978-3-89929-340-1 Swiridoff
Alles fließt – alles, was lebt, verändert sich. Mit diesem Buch ist es gelungen das künstlerische Vermächtnis, das Gertrude Reum in ihren Werken hinterlassen hat, auf beeindruckende und selbstredende Weise bewusst zu machen. Text und Katalog wollen weniger Rückblick sein als vielmehr einen Überblick vermitteln, sofern dies angesichts der Fülle des Überkommenen überhaupt möglich ist.
Cantastorie der Puppenspielerfamilien Maldera und Parisi in der Sammlung Würth. Beitr.: Heike Gfrereis, Etta Scollo, Florian Reichert, Martin Dumke. 152 S., 32 x 24 cm. Gb. Swiridoff Verlag, Künzelsau 2016. EUR 24,00 ISBN: 978-3-89929-339-5 Swiridoff
Mit unserem Projekt »Cantastorie« betritt die Sammlung Würth in gewissem Sinn wieder einmal Neuland. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein umfangreiches, so gut wie unbekanntes Konvolut von Bildern und Bildzyklen zu großen Themen der klassischen italienischen Literatur und Kunst, Erminia della Stella, Gerusalemme Liberata, Orlando. Obwohl die Themen aus der sogenannten Hochkultur vertraut sind – die Kunstwerke sprechen eine andere Sprache und zeugen von einer urwüchsigen, lebensvollen und farbenfrohen Volkstümlichkeit. Die Sammlung Würth konnte das kostbare Konvolut jüngst erwerben und damit als Ganzes für künftige Generationen bewahren. Die »Cantastorie« waren der kostbare und über Generationen gehütete Besitz zweier Familien von Bänkelsängern und Puppenspielern (Parisi/Maldera) aus Neapel und Foggia, die den Menschen vor diesen Bildern die großen Themen der Kultur buchstäblich nahebrachten: schöne Prinzessinnen, heldenhafte Ritter, wildes Schlachtengetümmel, schauerliche Räuberpistolen und gefräßige Ungeheuer. Rund 250 dieser teils großformatigen Meisterwerke der Volkskunst, entstanden in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, sind erhalten. Rund einhundert Werke wurden restauriert und werden nun erstmals museal präsentiert. Mit Farbpoesie zwischen Fantasie und Wirklichkeit. Cantastorie der Puppenspielerfamilien Maldera und Parisi in der Sammlung Würth zeigt das Museum Würth, wie Kultur die Menschen am besten erreicht, über ihre Wünsche und Sehnsüchte und mitten in ihre eigene Lebenswirklichkeit. Die »Cantastorie« sind ein sinnliches, humorvolles und lehrreiches Sehvergnügen. Um die Inhalte darüber hinaus lebendig werden zu lassen, ist im Swiridoff Verlag ein umfangreicher Ausstellungskatalog nicht nur mit einer Fülle von Abbildungen, sondern auch mit Dokumentarischem, Anekdotischem und informativen Beiträgen von kenntnisreichen Autorinnen und Autoren erschienen. Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Kunsthaus Zürich.
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Philipp Bauknecht. Verzeichnis der Gemälde. Smid, Gioia. Einführung: Beat Stutzer. Beitr. und Hrsg. Wazzau, Iris. Dtsch/Engl. 2016. 384 S., 250 meist fb. Abb. 28 x 24 cm. Gb. EUR 42,00 ISBN: 978-3-89929-335-7 Swiridoff
Philipp Bauknecht ist der „andere“ Expressionist der in Davos Heilung gesucht und gefunden hat. Sein gesamtes Werk entstand in und um Davos. Mit 26 Jahren an schwerer Tuberkulose erkrankt wird auch für ihn, Davos zum Ort der letzten Hoffnung. In Barcelona geboren verbringt er seine Schulzeit in Schramberg, macht eine Schreiner-Lehre, besucht Abendkurse an der Kunsthandwerksschule und besucht die „Königliche Kunst-Gewerbeschule“ in Stuttgart wo Bernhard Pankok sein Lehrer wird. Als der junge Bauknecht 1910 in Davos Zuflucht sucht ist er todkrank und mittelos. Vom „Stuttgarter Künstlerbund“ erhält er eine kleine finanzielle Unterstützung. Sobald sein gesundheitlicher Zustand es zulässt, beginnt er künstlerisch zu arbeiten.
In den ersten Jahren in Davos hat sich Philipp Bauknecht ganz offensichtlich mit der Malerei, der damals in der Schweiz berühmten Giovanni Segantini und Ferdinand Hodler auseinander gesetzt. Nach dem Besuch einer Hodler-Ausstellung in Zürich nach seiner Meinung gefragt, kam die selbstbewusste Antwort; „Hodler malt genau wie ich“. Beim ersten Kontakt mit Ernst Ludwig Kirchner, im Jahr 1917, hatte Philipp Bauknecht bereits zu einem eigenen expressionistischen Malstil gefunden.
Die noch immer fehlende Anerkennung von Philipp Bauknecht hat viele Ursachen. Namentlich die Entstehung seines ganzen Oeuvres in der kulturellen Abgeschiedenheit von Davos. Sein früher Tod 1933 im Alter von erst 49 Jahren.
Die Heirat mit der vermögenden Holländerin Ada van Blommestein die keine Veranlassung hatte, mit dem künstlerischen Nachlass ihres Mannes „Geld zu verdienen“. Während des Zweiten Weltkriegs versteckte sie das Werk auf dem Dachboden ihres Hauses in Baarn bei Hilversum. Noch während zwei Jahrzehnte nach dem Krieg, wurde es der Öffentlichkeit und der Aufarbeitung entzogen. Erst die Zusammenarbeit zwischen dem Bauknecht-Nachlass und der in Davos ansässigen Galerie Iris Wazzau hat Philipp Bauknecht zurück ins Bewusstsein gebracht.
Mit der Publikation „Philipp Bauknecht · Gemälde“– worin alle 241 bekannten Ölbilder erfasst sind – soll die Bekanntheit von Philipp Bauknecht und sein eigenständiger Beitrag zum Expressionismus weiter gestärkt werden.
Wasser, Wolken, Wind. Elementar- und Wetterphänomene in Werken der Sammlung Würth. Roth, Martin; Elsen-Schwedler, Beate; Bietr.: Dekker, Laura; Fiege, Kirsten. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 320 S., zahlr. fb. Abb. 32 x 24 cm. Gb. Swiridoff Verlag, Künzelsau 2016. EUR 40,00 ISBN: 978-3-89929-338-8 Swiridoff
„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“ (AT Gen. 1,6-10). Wasser ist ein Schlüsselelement der Menschheitsgeschichte. Dank seiner vielfältigen Erscheinungen (Quelle, Fluss, Strom, stille See, Sumpfloch, Gischt oder bewegliches Meer) findet das Urelement des Wassers in der Symbolbildung einen reichen Ausdruck in Mythologie, Religion, Philosophie, Kunst und Psychologie. In seiner mannigfaltigen Symbolik steht das Wasser zudem mit Begriffen wie Schöpfung und Vernichtung, Leben und Tod, Fruchtbarkeit und Vergänglichkeit sowie mit den Tiefenschichten des Unterbewussten in Verbindung. Seine technische Erschließung begann mit den frühesten Siedlungen. Ein klar strukturiertes Wasser-Management war Grundlage der großen Flusskulturen an Nil, Euphrat und Yangtse.
Auch die künstlerische Auseinandersetzung mit dem wandlungsfähigen Material Wasser ist scheinbar unerschöpflich. So haben wir die Sammlung Würth nach ihren Naturphänomenen durchsucht, kreuz und quer durch die Kunstgeschichte, und können, ergänzt mit einigen Leihgaben, eine beeindruckend vielfältige Ausstellung vom Mittelalter bis zur Gegenwart zusammenstellen. Dabei spannt sich der Bogen vom Urelement Wasser über Küsten- und Flusslandschaften hin zu submarinen Welten und künstlich angelegten Wasserspielen. Auch die Aggregatzustände von fest, flüssig und gasförmig finden sich in Form von Regen, Nebel, Schnee und Eis in zahlreichen künstlerischen Auseinandersetzungen.
Eng gekoppelt mit dem Wasser sind die Phänomene des Windes, vom Wirbelwind bis hin zur unheimlichen Windstille, und der Wolken in ihrem ständigen Gestaltenwechsel und ihrer Flüchtigkeit. Als wohltuende und zugleich unheilbringende Naturphänomene inspirieren auch sie die Mythen, literarischen Texte und Kunstwerke jeder Region und jeder Epoche bis zur Gegenwart, die die antike Vorstellung der Erscheinungsweise Gottes in einer Wolke mit dem allwissenden Internet und seinen Clouds beantwortet, welche alles sehen und nichts vergessen.
Mit Werken des Spätmittelalters bis hin zu aktuellen Positionen, wobei Künstler wie Pissarro, Munch, Liebermann und zahlreiche andere Meister der klassischen Moderne ebenso wenig fehlen dürfen wie Lichtenstein, Longo, Richter, Kiefer, Hödicke, Koberling und weitere zeitgenössische Künstler, folgt die Ausstellung WWW – Wasser, Wolken, Wind den beeindruckenden Strategien, die Künstler im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben, um die Welt der fließenden beziehungsweise flüchtigen Elemente sichtbar zu machen.
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Roland Krause · Zwischen Gesetz und Chaos. Arbeiten aus den Jahren 1957 - 2015. Angelmaier, Ursula. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 2016. 44 S., 24 x 17 cm, Engl. Br. EUR 14,00 ISBN: 978-3-89929-331-9 Swiridoff
Anlässlich des 90. Geburtstags von Roland Krause widmet ihm die Hirschwirtscheuer eine Ausstellung.
Bereits vor zehn Jahren waren hier Arbeiten des Kunsterziehers und ehemaligen Schulleiters des Künzelsauer Schlossgymnasiums zu sehen, an die die aktuelle Schau anschließt. Wiederum handelt es sich nun vorwiegend um grafische Arbeiten auf 70 x 100 cm großen Blättern, die stets einen Dialog zweier Bildebenen vorführen. Der zurückhaltende Hintergrund aus parallelen Linien – von den Schichten eines Steinbruchs inspiriert – wird von einer großformatigen Vordergrundfigur dominiert und tritt zugleich mit ihr in einen Dialog.
Dieses Prinzip hat Krause in den letzten Jahren erweitert, wobei ihm höchst bewegte, spannende Schöpfungen gelangen. Dabei geht es ihm nicht nur um formale Übungen, sondern um Ausdruck, um einen Bezug zum Leben, der in den Bildtiteln oftmals angedeutet wird. Die inhaltliche Dimension ist für ihn dabei zunächst lediglich eine Ahnung, die erst während des Arbeitsprozesses zur Entfaltung kommt. So kann manches Unbewusste, Ungeordnete durch die Disziplin der Linie zur Gestalt werden. In diesem kreativen Prozess liegt auch das pädagogische Credo des Kunsterziehers Krause, für den Kunst eine Möglichkeit darstellt, Gefühl und Verstand, Intuition und Intellekt gleichermaßen zur Geltung kommen zu lassen.
Die Ausstellung wird durch ausgewählte Arbeiten der vergangenen 60 Jahre abgerundet, die auch ein Stück Kunstgeschichte vergegenwärtigen
Namibia - Kunst einer jungen Generation. Sammlung Würth und Leihgaben. Viljoen, Hercules. Hrsg.: Weber, C.Sylvia; Beitr.: Sacker, Ulrich. 2016. 240 S. 32 x 24 cm. Gb. EUR 28,00. ISBN: 978-3-89929-332-6 Swiridoff
Mit einer Auswahl von rund 150 Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die in Namibia leben und arbeiten, bietet das Museum Würth einen Einblick in die dortige Kunstlandschaft. Bereits die unterschiedlichen Techniken wie Öl- und Acrylmalerei, Linolschnitt, Kartondruck, Fotografie und Quilttechnik, Collagen aus recyceltem Kunststoff und Altmetall sowie dreidimensionale Objekte aus Draht, Serpentin, Marmor oder Speckstein spiegeln die Vielfalt namibischer Kunst wider. Vor allem in Windhoek hat sich eine kreative Kunstszene zusammengefunden, die sich zum einen auf ihr kulturelles Erbe besinnt, sich zum anderen aber hauptsächlich mit den aktuellen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Realitäten Namibias in der Zeit nach dessen Unabhängigkeit auseinandersetzt und so einen eigenen Beitrag zur modernen Kunst leistet.
Der Begriff junge GeNerATION bezieht sich dabei nicht nur auf eine Gruppe jener Künstler, die zur Zeit der Unabhängigkeit geboren wurde und die eine soziale und politische Zugehörigkeit teilt. Vielmehr schließt er alle Künstler ein, die das Wesen Namibias als einer neu entstehenden Nation erforschen. So sind auch Künstler einbezogen, die schon vor der Unabhängigkeit tätig waren, sich aber durch die Suche nach neuen Themen und neuen Ausdrucksweisen in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten künstlerisch weiterentwickelt haben.
Basis der Ausstellung bildet ein Konvolut an jüngst erworbenen Arbeiten in der Sammlung Würth, das durch Leihgaben aus Privatbesitz und der National Art Gallery of Namibia in Windhoek, unserem Kooperationspartner, ergänzt werden konnte.
Picasso und Deutschland. Die Sammlung Würth in Kooperation mit dem Museo Picasso Málaga. Hrsg.: Weber, C. Sylvia; Lebrero Stals, José. 2016. 416 S. 23 x 18 cm. Gb. EUR 38,00. ISBN: 978-3-89929-329-6 Swiridoff
Pablo Picasso (1881-1973) galt bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts als die Überfigur der Kunstwelt. Zwar arbeitete er zu der Zeit in Paris, dem damaligen Epizentrum der Kunst, doch es war Deutschland, in dem seine bahnbrechenden Ideen die früheste und bereitwilligste Aufnahme fanden. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs gab es hier weit mehr Picasso-Sammler und -Händler als in irgendeinem anderen Land der Welt. Die Mitglieder der führenden avantgardistischen Künstlerbewegungen von München bis Dresden nahmen auf den Spanier Bezug. Als dieser sich 1905/06 mit Kunstwerken der Frühgeschichte und Afrikas beschäftigte, gründete sich in Dresden die Künstlervereinigung „Brücke", deren Mitglieder ebenfalls in der Kunst der "Primitiven" Ausdruck eines ursprünglichen Lebensgefühls suchten. Doch anders als Picasso, der durch die Beschäftigung mit dem Primitivismus zum Kubismus fand, entstand in Dresden der deutsche Expressionismus. Die vom Museo Picasso in Málaga konzipierte Ausstellung in der Kunsthalle Würth zeigt diesen deutschen Dialog mit Picasso in großartigen Werken von Ernst Ludwig Kirchner, Wassily Kandinsky, Franz Marc, August Macke, Paul Klee und vielen anderen und stellt sie zentralen Werken Picassos gegenüber. Denn ob Max Beckmann, Otto Dix oder George Grosz, an Picasso kam niemand vorbei.
Wilhelm Busch was ihn betrifft. Max und Moritz treffen Struwwelpeter. Ries, Hans. Vorwort: Vetter-Liebenow, Gisela. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 192 S., 234 Abb. 28 x 23 cm, Swiridoff Verlag, Schwäbisch-Hall 2016. EUR 28,00 ISBN: 978-3-89929-327-2 Swiridoff
Wilhelm Busch – wer denkt da nicht sofort an die beiden Lausbuben Max und Moritz, an die Fromme Helene, den Maler Klecksel und andere wunderbare Bildergeschichten, die Generationen begeistert haben. Doch nicht nur der Humorist, Zeichner und Verseschmied soll in dieser Publikation gewürdigt werden. Auch sein malerisches Werk ist bemerkenswert, das von den frühen Studienarbeiten bis zur expressiven Landschaftsmalerei vertreten ist. In 20 Aspekten beleuchtet Hans Ries, der Nestor der Busch-Forschung, die komplexe und widersprüchliche Persönlichkeit Wilhelm Buschs und erschließt sie anhand einer plausiblen Werkauswahl. Dabei dürfen Max und Moritz natürlich nicht fehlen, die mit ihren Streichen seit 150 Jahren nicht nur die Kinderherzen erobert haben. Mit von der Partie ist aber auch Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter, dem Busch vieles verdankt, was in einem eigenen Kapitel herausgestellt wird.
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Die Haller Synagoge des Elieser Sussmann. Im Kontext der Sammlung des Hällisch-Fränkischen Museums. Panter, Armin. Hrsg.: Historischer Verein für Württembergisch Franken . 2015. 140 S. 28 x 21 cm. Gb. EUR 19,80. ISBN: 978-3-89929-306-7 Swiridoff
Die Unterlimpurger Synagogenvertäfelung des Elieser Sussmann von 1738/39 ist ein einzigartiges Zeugnis jüdischer Kultur. Doch trotz ihrer internationalen Bedeutung ist sie weitgehend unerforscht geblieben. Die vorliegende Publikation zeichnet erstmals ihre Geschichte vom Einbau bis zur musealen Rekonstruktion nach und bietet Deutungsvorschläge zu Motiven der Malerei an. Desgleichen werden die Reste der erst vor einigen Jahren entdeckten Steinbacher Synagogenvertäfelung, ebenfalls von Sussmann ausgemalt, in Text und Bild vorgestellt.
Außer diesen spektakulären Ausstellungsstücken haben sich auch mitunter schlichte Sachzeugen des jüdischen Alltags erhalten, die jedoch ebenfalls tiefe Einblicke in das Leben der Landjuden allgemein und speziell in der Region um Schwäbisch Hall erlauben. Allein schon der Weg, auf dem einige dieser Gegenstände in die Sammlung gelangten, und sodann der museale Umgang mit ihnen spiegeln die sich stets wandelnde Einstellung zur jüdischen Geschichte wider.
Über die Vorstellung der kleinen aber bedeutenden Sammlung hinaus gewährt der Abteilungsführer einen Überblick über die oft erschütternde Geschichte der Juden bis in die Zeit des Nationalsozialismus. Zugleich bietet er eine Einführung in die faszinierende Kultur und Religion des Judentums.
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Stand: 19.10.2018 05:13 Uhr
© 2003 Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus