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Swiridoff Verlag

 
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Hann Trier. Werke in der Sammlung Würth aus sechs Jahrzehnten. Uelsberg, Gabriele. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 2015. 56 S. 24 x 17 cm. Engl.Br. EUR 14,00. ISBN: 978-3-89929-326-5 Swiridoff
»Meine Arbeit war lange Zeit getragen von einer mit beiden Händen gleichzeitig operierenden Pinselschrift. Zunächst als Abenteuer, dann als Tanz. […] Dabei fesselte mich zunehmend die Annäherung der Helligkeitswerte der Farben. Malen ist für mich ein innerer Monolog. « (Hann Trier, 1973)
Mit Hann Trier (1915–1999) zeigt die Künzelsauer Hirschwirtscheuer einen der bedeutendsten Vertreter des deutschen Informel. Anlässlich des 100. Geburtstags des in Kaiserswerth bei Düsseldorf geborenen Künstlers präsentiert die Sammlung Würth zum ersten Mal ihren kompletten Bestand an Gemälden und Aquarellen aus seiner Hand. Die 40 Arbeiten umfassen eine Zeitspanne der Jahre 1948 bis 1994 und können so exemplarisch das gesamte Œuvre des Künstlers anschaulich machen.
Triers Arbeiten nehmen in der Kunst nach 1945 eine singuläre Position zwischen Lyrischer Abstraktion und Informel ein. Dabei überzeugt er mit Gemälden von lichtfarbener Heiterkeit, die zum Teil in Südamerika entstanden, wo der Maler zeitweise in den 1950er-Jahren lebte. Hier entwickelte er auch seine »tänzerische Peinture«: »Malen«, so Trier, »heißt, im zusammenhängenden Ablauf auf überschaubarer Fläche zu tanzen.« Spontaneität, Rhythmik und Emotionalität bestimmen also seine Malerei, deren technische Möglichkeiten er auslotet und weiterentwickelt. Als Beidhänder probiert er das Malen und Zeichnen mit zwei Pinseln gleichzeitig und kann so der malerischen Bewegung freien Lauf lassen. Dies prägt in der Folgezeit sein künstlerisches Schaffen, das gleichsam von Rhythmus und Spannung durchdrungen ist.
Herausragend unter seinen Werken sind auch die in den Jahren 1970 bis 1990 geschaffenen großen Wand- und Deckengemälde, unter anderem im Weißen Saal im Berliner Schloss Charlottenburg, in der Bibliothek des Philosophischen Seminars der Universität Heidelberg und in der Rathaushalle zu Köln.
Eissenhauer, Michael; Elsen-Schwedler, Beate; Gaethgens, Thomas W.; Oberender, Thomas; Parzinger , Hermann; Schuster, Peter-Klaus; Sievernich, Gereon; Weber, C. Sylvia; Würth, Reinhold. Von Hockney bis Holbein. Die Sammlung Würth in Berlin. 2015. 360. 32 x 24 cm. EUR 32,00. CHF 49,00 ISBN: 978-3-89929-322-7 Swiridoff
Der Martin-Gropius-Bau wird für vier Monate zur temporären Heimstatt der Sammlung Würth in Berlin. Um die Vielfalt und Besonderheiten der rund 16.000 Werke umfassenden Sammlung Würth konzis erfahrbar zu machen, schickt die Sammlung Würth eine opulente Auswahl von rund 400 Werken internationalen Ranges in die Hauptstadt. Rund 5.000 qm Ausstellungsfläche wird für die Kunstschätze zur Verfügung stehen.
So werden etwa David Hockneys Jahreszeiten-Zyklus, ein internationaler Skulpturenschwerpunkt von Henry Moore bis Anish Kapoor, Meisterwerke der Klassischen Moderne von Edvard Munch bis Pablo Picasso, herausragende Kunstkammerobjekte und eine Auswahl der Alten Meister der Sammlung Würth, darunter eines der bedeutendsten Gemälde des 16. Jahrhunderts, die Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen, von Hans Holbein d. J. zu sehen sein. Ein besonderes Highlight wird auch die 25-teilige monumentale Installation The Last Judgement Sculpture, 1995-99, des britischen Bildhauers Anthony Caro, im spektakulären Lichthof des Martin-Gropius-Bau sein.
Die Ausstellung ist auch eine Hommage an den Sammler Reinhold Würth, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert.
Antonius Höckelmann. Sammlung Würth. Trentin - Mayer, Maike. Vorwort von Weber, C. Sylvia. 2015. 56S. 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 14,00. CHF 20,90 ISBN: 978-3-89929-321-0 Swiridoff
Antonius Höckelmann stammt aus Westfalen, absolvierte sein Kunststudium an der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin bei Karl Hartung und ging 1970 in die Kunstmetropole Köln, wo er bis zu seinem Tod lebte. Seine Impulse bezog er aus dem Informel und entwickelte sich weiter zu einer singulär wirkenden Künstlerpersönlichkeit der figurativen Malerei von hohem Rang. In seinen expressiven Gemälden sind nichtgegenständliche, wuchernde Formen vereint mit gegenständlichen Motiven. Gemälde und Zeichnungen sind von einem alles durchdringenden Bewegungsrhythmus beherrscht, der eine frappierende Dynamik vermittelt. Die Plastiken, aus verschiedenen Materialien wie Alufolie, Styropor, Leim oder Ton entwickelt, haben etwas Wucherndes, Wachsendes und zeigen ein tiefes Verständnis für Naturformen. Sein ganzes Oeuvre ist von einem großen dynamischen Schwung. Das Animalische und Triebhafte findet dort seine Form.
Denkmale in der Michaelskirche in Schwäbisch Hall. 2015. Deutsch, Wolfgnag. Hrsg.: Historischer Verein für Württembergisch Franken. 456 S. zahlr. fb. Abb. 28 x 23 cm. Gb. Swiridoff Verlag, Künzelsau 2015. EUR 48,00. CHF 50,90 ISBN: 978-3-89929-305-0 Swiridoff
Die Michaelskirche in Schwäbisch Hall, 1156 geweiht, zählt aufgrund ihrer reichen Ausstattung mit Kunstwerken und Denkmalen zu den bedeutendsten Gotteshäusern im deutschen Südwesten. 1522, als der Haller Rat den jungen, von der Lehre Luthers beeinflussten Theologen Johannes Brenz (1499-1570) zum Prediger an St. Michael berief, wurde die Kirche Ausgangspunkt für die Reformation weit über die Grenzen Halls und Württembergs hinaus.
Das gotische Langhaus birgt alleine 130 Personendenkmale aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Darunter befinden sich auch Arbeiten überregional bedeutender Künstler wie zum Beispiel Sem Schlör (um 1530-1597/98) oder Leonhard Kern (1588-1662).
Die Denkmale der Michaelskirche bildeten über Jahrzehnte hinweg einen Forschungsschwerpunkt des Haller Kunsthistorikers Wolfgang Deutsch. Nun stellt er in dem vorliegenden Band 53 ausgewählte Monumente vor. Damit schuf er nicht nur eine außerordentlich wichtige Arbeit zur Kunstgeschichte der Reichsstadt Hall, sondern auch ein Nachschlagewerk zur Personen- und allgemeinen Stadtgeschichte. Ergänzt beziehungsweise erschlossen werden die Aufsätze von Wolfgang Deutsch durch die Transkriptionen der Inschriften der beschriebenen Denkmale und detaillierte Register, die der frühere Pfarrer der Kirchen-gemeinde St. Michael in Schwäbisch Hall, Christoph Weismann (†), erarbeitet hat.
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Skulptur im Fokus der Sammlung Würth. Die Robert Jacobsen Preisträger der Stiftung Würth. Zweite, Armin, 2015. 148 S., 28 x 23 cm, Gb. EUR 28,00 CHF 38,50 ISBN: 978-3-89929-318-0 Swiridoff
Der renommierte, seit 1993 vergebene Robert-Jacobsen-Preis wird auf Initiative von Reinhold Würth im Gedenken an den dänischen Bildhauer Robert Jacobsen alle zwei Jahre von der Stiftung Würth an zeitgenössische Bildhauer vergeben. Im Rahmen der Verleihung an den 11. Preisträger Michael Sailstorfer realisiert das Museum Würth in Künzelsau eine groß angelegte Skulpturenschau, in der Sailstorfer mit einigen von ihm selbst ausgewählten Arbeiten vorgestellt wird und zudem die bisherigen 10 Preisträger mit charakteristischen Werken aus dem Bestand der Sammlung Würth sowie einiger Leihgaben in Erinnerung gerufen werden. Ein ausführlicher Essay von Armin Zweite sowie ein reich bebilderter Katalogteil stellen die einzelnen Künstler vor.
Op Art · Kinetik · Licht. Kunst in der Sammlung Würth von Josef Albers und Vasarely bis Patrick Hughes. Spies, Werner. Hrsg.: Weber, C.Sylvia. 2015. 140 S., zahlr. fb. Abb. 28 x 23 cm. Gb. EUR 25,00 CHF 35,50 ISBN: 978-3-89929-313-5 Swiridoff
Kunst als interaktive Herausforderung an die Sinne – dafür stehen die in diesem Katalog vorgestellten Kunstwerke in besonderer Weise. Sie spielen mit unserer Wahrnehmung, täuschen uns oder geraten in Bewegung. Klassische Positionen aus der europäischen Abstraktion der 1950er Jahre von Josef Albers bis Victor Vasarely treffen dabei auf die virtuell-gegenständlichen Welten des britischen Gegenwartskünstlers Patrick Hughes. In einem ausführlichen Essay legt Werner Spies die wegweisende Bedeutung und bis heute anhaltende Relevanz der Bewegungen von Op Art und Kinetik dar.
Der reich bebilderte Katalog begleitet die gleichnamige Ausstellung Op Art – Kinetik – Licht. Kunst in der Sammlung Würth von Josef Albers und Vasarely bis Patrick Hughes in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall.
Silberhirsch & Wunderprunk in der Kunstkammer Würth. Hrsg.: Weber, C.Sylvia. Beitr.: Himmelein, Volker; Panter, Armin; Scheller-Schach, Claudia; Angelmaier, Ursula; Elsen-Schwedler, Beate; Weber, C. Sylvia. 2015. 224 S. zahlr. fb. Abb. 28 x 23 cm, Gb. EUR 25,00 CHF 35,50 ISBN: 978-3-89929-311-1 Swiridoff
Gold, Silber, Alabaster, Elfenbein und Edelsteine! Meisterwerke erlesener Handwerkskunst, die geschaffen wurden, um immer wieder Staunen und Bewunderung hervorzurufen.
Die Faszination und Pracht höfischer Kunst- und Wunderkammern des 16. und 17. Jahrhunderts hat bis heute nichts an Anziehungskraft eingebüßt. Seien es hochwertige Trinkpokale, unter denen besonders der Erbschenkenpokal Kaiser Maximilians II. zu erwähnen ist, seien es kunstvolle Drechselarbeiten, außergewöhnliche Elfenbeinschnitzereien oder kostbare Prunkdosen: Die Exponate aus der Kunstkammer Würth werden mit zahlreichen Detailinformationen und Abbildungen vorgestellt und entführen in das Zeitalter der Renaissance und des Barock.
Silberhirsch & Wunderprunk · Miraculous Silver. Zech, Heike. hrsg.: Weber, C. Sylvia; Vorwort von Roth, Martin. 2015. Dtsch/Engl. 248 S., zahlr. fb. Abb., 25 x 23 cm, Gb. EUR 25,00 CHF 35,50 ISBN: 978-3-89929-312-8 Swiridoff
Das Londoner Victoria and Albert Museum sammelt seit 1852 erstklassige Arbeiten aus Kunst und Design, darunter britische Silberkunst, die zu den besten Silbersammlungen weltweit zählt. Dieser Begleitband zur Ausstellung Silberhirsch & Wunderprunk. Das Victoria & Albert Museum zu Gast in der Kunstkammer Würth rückt diese Schätze der Londoner Gold- und Silberschmiedekunst ins Rampenlicht. Zwischen 1500 und heute geschaffen, begeistern und erfreuen sie auch über das kostbare Material hinaus: Silberne Schwäne treffen da auf fantasievoll gestaltete Drachen, prächtiges Tafelgeschirr auf goldglänzende Pokale und Trophäen. Experten des Londoner Museums berichten hier von den Werken und deren Meistern, von der Entwicklung der Stile und Formen Londoner Silbers sowie vom Handwerk und den Herstellungsmethoden. Die herausragenden Sammlungen des Museums haben über Generationen Stil und Kunstfertigkeit von Silberschmieden inspiriert, in London und weit darüber hinaus.
The Victoria and Albert Museum in London has been the leading museum of art and design since 1852, and today has one of the foremost collections of silver worldwide. This book complements the exhibition Miraculous Silver: The Victoria and Albert Museum at Kunstkammer Würth and celebrates the magnificence of London’s silver treasures. These beautiful objects, made between 1500 and the present day, inspire delight and curiosity with their precious materials and exquisite craftsmanship: from a silver swan to playful dragons, from opulent table ware to gilt cups and trophies. In this volume, V&A curators introduce these masterpieces and their craftsmen; the changes of style and use; the trade regulations and production. This book also explores how the V&A has shaped the craftsmanship and taste of generations of makers, in London and beyond, through its superlative collections.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Der Unternehmer Reinhold Würth und die Kunst. Schoog, Bernadette.2015. 164 S., 24 x 17 cm, Gb. EUR 24,80 CHF 35,50 ISBN: 978-3-89929-302-9 Swiridoff
Unternehmer und Grandseigneur, Patriarch und Kunstmäzen – all dies sind Themen, die in der Biografie Reinhold Würths von tragender Bedeutung sind. Die Autorin Bernadette Schoog aber stellt die Entwicklung seiner Persönlichkeit in den Mittelpunkt, geht seinen Prägungen, Motivationen und Zielen nach. Basierend auf zahllosen Gesprächen und Begegnungen mit dem Porträtierten wie mit seiner Familie und ihm Nahestehenden, aber auch auf Fakten aus unterschiedlichen Archiven vermittelt die Autorin eindrücklich seinen Lebensweg von der Kindheit und der frühen Übernahme der väterlichen Betriebs bis zum Global Player, beschreibt große Erfolge wie unerwartete Tiefschläge. Wie eine Folie breiten sich Familien- und Firmengeschichte aus, die untrennbar mit dem Zeitgeschehen verwoben sind. Eine Auswahl aus den 16.000 Werken, die die Sammlung Würth umfasst, verbindet sich mit den biografischen Momenten. In ihnen spiegeln sich Lebenssituationen wider und gleichzeitig stehen sie stellvertretend für Kunstströmungen, die das Leben des Achtzigjährigen begleiteten. Auch Kriterien, nach denen Reinhold Würth als Kunstsammler agiert, und den Beweggründen, seine umfassende Sammlung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird in dem sehr persönlich gehaltenen Band nachgegangen.
Moderne Zeiten. Reden zur Eröffnung der Ausstellung in der Kunsthalle Würth am 22. Mai 2014. Hrsg.: Weber, C. Sykvia. 2015. 40 S. 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 12,80. CHF 18,90 ISBN: 978-3-89929-303-6 Swiridoff
Roland Bauer. Einfach leben. Hersg.: von Claus Detjen.2014. 108 S., 81 Duplexabb. 28 x 28 cm, Gb. EUR 29,80 CHF 40,90 Ab 28.2. EUR 34,80 ISBN: 978-3-89929-298-5 Swiridoff
Schwarz-Weiß-Fotografie erlebt eine Renaissance. Überall auf der Welt werden in großen Museen die Abteilungen für Fotografie neu bewertet, neu entdeckt, ausgeweitet. Hier reihen sich die Bilder ein, die der Fotograf Roland Bauer um die Wende der siebziger zu den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit der Leica M4-P und der Leica M5 aufnahm.
Sie zeigen Menschen im Alltag des Weilers Winterberg in Hohenlohe, dem traditionell bäuerlich geprägten Norden Baden-Württembergs. Es entstand ein Kunstwerk mit doppelter Bedeutung: ein authentisches Dokument untergegangener Einfachheit menschlicher Existenz und ein Meisterwerk unaufdringlicher fotografischer Professionalität. Der Fotograf inszeniert nicht, er läßt die Menschen, die er aufnimmt, für sich sprechen - in ihrer Lebenswelt, bei ihrer Arbeit, in ihrer Fürsorge füreinander. Roland Bauer, der als Fotograf von Luxus und modernem Lebensstil in üppigen Bildbänden über Schlösser, Hotels und Sterneküchen bekannt ist, offenbart sich in seiner Schwarz-Weiß-Fotografie als Purist. Er ist ein sensibler Beobachter, der Wirklichkeit mit sicherem Blick für das Ganze und für die Details seiner Motive ungeschminkt festhält.
Dem Betrachter öffnet sich der Blick in eine Existenz, die an die benediktinische Regel ora et labora – arbeite und bete – erinnert, frei von religiöser Verklärung ebenso wie von der heute modischen Romantisierung des Lebens auf dem Lande. Karges Leben gibt sich als klaglose Ergebenheit in das Schicksal zu erkennen, besonders eindrucksvoll in den Gesichtern der Abgebildeten. Fern von Verbitterung haben sich darin Lebenshaltungen eingekerbt, deren Sinn sich für ihre Protagonisten ohne Überhöhung darin erfüllt, einfach zu leben – zu überleben.
Haller Häuserbuch. Bedal, Albrecht. 2014. 544 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 30,00. CHF 37,50 ISBN: 978-3-89929-273-2 Swiridoff
Schwäbisch Hall und seine Häuser – das ist eine ganz besondere Symbiose, die weit und breit Ihresgleichen sucht. Die frühere Reichsstadt besitzt einen großen historischen Hausbestand, der bis ins hohe Mittelalter zurückreicht, durchsetzt von wenigen, aber qualitätvollen Neubauten. Die Altstadt von Schwäbisch Hall hat Stadtbrände überstanden, die radikalen Erneuerungen der Gründerzeit, die wenigen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und auch die Wirtschaftswunderzeit mit ihrer rücksichtslosen Neubautätigkeit. Die Stadt Schwäbisch Hall hat schon früh begonnen, sich ihrer alten Häuser als besondere Verpflichtung zu besinnen und sie zu erforschen – denn man sieht nur, was man weiß. Die große Zahl erhaltener und untersuchter Fachwerkhäuser aus allen Epochen dürfte hier für Baden-Württemberg einmalig sein. Allein aus der Zeit des Spätmittelalters haben sich – häufig unter einer jüngeren Fassade versteckt – mehr als hundert Wohnhäuser erhalten. Ganz besonders bemerkenswert sind dabei einige erhaltene Wohntürme ähnlich den Geschlechtertürmen in der Toskana. Dass in der Stadt die historischen Gebäude geschätzt werden, zeigen auch die gut hundert „Haller Haustafeln“, die an vielen Häusern in der Altstadt von Unterlimpurg bis zur Gelbinger Vorstadt hängen.
Das reich bebilderte Buch beschreibt im ersten Teil das Typische der Haller Häuser, ihr Werden anhand der Stadtgeschichte, ihre Besonderheiten im Vergleich zu anderen Städten im näheren und weiteren Umfeld und der Umgang mit ihnen heute. Der zweite Teil stellt mehrere dutzend Gebäude in der Altstadt mit ihrer bauhistorischen Entwicklung vor und erzählt von den Besitzern, sofern archivalische Quellen dazu vorhanden sind. Das zusammen ergibt ein dichtes Bild von der kulturell hochstehenden Haller Lebens- und Wohnwelt der früheren Jahrhunderte – das so verrufene „finstere Mittelalter“ hat hier kaum stattgefunden.
Eine Begehung vieler dieser interessanten Gebäude ist für den Einzelnen kaum durchführbar, obwohl gerade erst das Innere viele historische Schätze ans Tageslicht bringt wie hölzerne Bohlenstuben oder barocke Stuckdecken. Dieses Defizit will das Haller Häuserbuch beheben und versuchen, die Baugeschichte einzelner Häuser aufzuschlüsseln und ihre Qualitäten hervorzuheben. Es ist erstaunlich, wie flexibel sich die alten Bauten an die jeweiligen Wohnbedürfnisse anpassen können – auch im 21. Jahrhundert ist ein komfortables Leben in einem mittelalterlichen Fachwerkhaus mit Internet und Zentralheizung ohne Probleme möglich. Schwäbisch Hall ist mit dieser Haltung eine lebenswerte alte Stadt geblieben, die Innenstadt ist weder zu einem reinen Tourismus-Magneten verkommen noch eine nur oberflächlich „alt“ wirkende Stadt. Diesen Umstand verdankt sie zwar einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung im 19. und frühen 20. Jahrhundert, die damals bedauert wurde, heute uns aber ein Stadtbild beschert hat, das mit zu den Stadt-Sehenswürdigkeiten in Baden-Württemberg zählt. Begeben Sie sich mit diesem Buch auf Entdeckungsreise durch eine Häuserwelt, die von heutigen Menschen bewahrt und geliebt wird und somit zukünftigen Generationen weiter die Geschichte der Stadt anschaulich erzählen kann. Tragen Sie mit dem Erwerb des Buches zum Verständnis und Erhalt dieses hochwertigen Kulturerbes bei.
Rudolf Hausner · ICH bin ES. Ronte, Dieter / Marks, Matthias / Aigner, Carl. Hrsg.: von Weber, C. Sylvia. 2014. 152 S., 28 x 23 cm, Leinen. EUR 30,00 CHF 37,00 ISBN: 978-3-89929-292-3 Swiridoff
Rudolf Hausner gehört als Mitbegründer des Phantastischen Realismus zu den wichtigen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Anlässlich seines 100. Geburtstages in diesem Jahr richtet das Museum Würth in Künzelsau eine groß angelegte Retrospektive aus, die Hausners gesamtes künstlerisches Spektrum aufzeigt. Begleitet wird die Ausstellung durch einen umfangreichen Katalog mit Texten von Carl Aigner, Matthias Marks und Dieter Ronte, ergänzt durch persönliche Erinnerungen von Anne Hausner und Xenia Hausner.
Die Werke des 1914 geborenen Rudolf Hausner sind ganz aus der Introspektion, also der Beobachtung der eigenen seelischen Vorgänge, entwickelt. Bereits 1948 fand der Wiener seine individuelle Ikonografie sowie die dazugehörige Methode der Entwicklung. Wichtigstes Instrument wurde ihm dabei die Figur des »Adam«, denn: »was immer im Bild geschieht, es muß jemand gegenwärtig sein, dem es widerfährt, kein bloßes Zentrum, sondern eine Gestalt, eine Physiognomie, ein alter ego des Malers, ein Versuchsobjekt als Subjekt des Bildes«.
Hausner benutzt die mythische Gestalt des Adam, um in ihm sein eigenes Selbst- und Weltverständnis, sein »Adam-Bewußt-sein«, wie er es nennt, zu manifestieren. »Adam« ist sowohl der jedermann geläufige Name des biblischen ersten Menschen als auch das hebräische Wort für den Menschen schlechthin, mit dem sich Hausner identifiziert. Die Serie der Adam-Bilder wurde von Hausner wiederholt als »Entwicklungsroman in Fortsetzungen« charakterisiert, der ihn Zeit seines Lebens »wie ein innerer Monolog« begleitete. In den Figuren des Kindes im Matrosenanzug, in Adam, Noah, Odysseus, Laokoon und im Leitmotiv des immer wieder auftauchenden Narren manifestieren sich die Doppelgänger und Alter Egos.
Moderne Zeiten. Die Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin zu Gast in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall. Hrsg.: Weber, C. Sylvia; Kittelmann, Udo; Scholz, Dieter. 2014. 340 S., 28 x 23 cm, Leinen EUR 40,00 CHF 48,00 ISBN: 978-3-89929-286-2 Swiridoff
Unter dem Titel „Moderne Zeiten“ präsentiert die Kunsthalle Würth die reichen Bestände zur Klassischen Moderne (1900-1945) aus der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin und lenkt damit den Blick auf prominente Hauptwerke aus Expressionismus, Dada, Neuer Sachlichkeit, Bauhaus-Kunst und Surrealismus: Ob Edvard Munchs monumentaler Fries, den er 1906/07 für die Berliner Kammerspiele malte, oder Ernst Ludwig Kirchners kraftvolles Hauptwerk „Potsdamer Platz“ von 1914. Ob Max Beckmanns aus Kriegserfahrungen gespeistes „Frauenbad“ aus dem Jahr 1919, ob Otto Dix‘ groteske „Skatspieler“ von 1920, oder Oskar Kokoschkas beklemmender „Mann mit Puppe“ von 1922, ob Georges Grosz‘ morbide „Stützen der Gesellschaft“ von 1926,
Christian Schads mondäne „Sonja“, von 1928 oder Beckmanns metaphysische Betrachtungen zu „Geburt“ 1937 und „Tod“ 1938, sämtliche Höhepunkte, die den weltweiten Ruf der Nationalgalerie begründen, werden in Schwäbisch Hall präsentiert. Auch die Internationale Moderne ist mit zentralen Werken von Fernand Léger, Pablo Picasso, Salvador Dali oder Marcel Duchamp schlaglichtartig und hochprominent präsent. Vorgestellt wird jedoch nicht nur der Kanon der Avantgarde, sondern auch die Vielfalt der Kunst zwischen Figuration und Abstraktion.
Die Ausstellung „Moderne Zeiten“ beruht auf der gleichnamigen Sammlungspräsentation, die in der Neuen Nationalgalerie 2010/11 mit großem Erfolg stattgefunden hat. Der Gang durch die Kunstgeschichte zeichnet sich durch neue Perspektiven aus, welche „die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen“ vor Augen führen. Themen und Geschichtsräume werden so zueinander in Bezug gesetzt, dass sie wie die Zahnräder in Charlie Chaplins berühmten Film „Modern Times“, auf den sich der Ausstellungstitel bezieht, ineinander greifen.
Hans Holbeins d. J. »Madonnen des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen« in Dresden und Darmstadt: Wahrnehmung, Wahrheitsfindung und -verunklärung. Maaz, Bernhard. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 64 S. 28 x 23 cm. Pb. Swiridoff Verlag, Künzelsau 2014. EUR 20,00. CHF 24,00 ISBN: 978-3-89929-289-3 Swiridoff
Im Zentrum des legendären Holbein-Streits steht die Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen von Hans Holbein d. J. (1525/26 und 1528) aus Darmstadt. Sie befindet sich heute in der Sammlung Würth in Schwäbisch Hall; die von Bartholomäus Sarburgh um 1635/37 angefertigte Kopie nach diesem Werk ist Teil der Dresdener Gemäldegalerie Alte Meister. In dieser Schrift werden neben der komplexen Entwicklungsgeschichte,
den unterschiedlichen Motiven und vielfältigen Aspekten des Streites auch seine enorme Bedeutung für und die fundamentalen Auswirkungen auf die Kunstgeschichte beleuchtet.
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Philipp Bauknecht 1884 - 1933. Davoser Bergwelten im Expressionismus. Stutzer, Beat. Hrsg.: C. Sylvia, Weber. 192 S. 28 x 23 cm. Ln. Swiridoff Verlag, Künzelsau 2014. EUR 34,00. CHF 51,00 ISBN: 978-3-89929-287-9 Swiridoff
Eine kraftvolle Farbigkeit und kompositorische Ungezwungenheit kennzeichnen die Bilder des Malers Philipp Bauknecht, dessen Leben und Werk eng mit dem Schweizer Luftkurort Davos verbunden ist. Hier beginnt sein eigentliches künstlerisches Schaffen, denn 1910, im Alter von 26 Jahren, muss Bauknecht aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung nach Davos übersiedeln, wo er bis zu seinem Tod 1933 bleibt. Er erlebt sowohl den mondänen Kurort als auch die raue Berglandschaft und die harte Arbeit der Bauern. Beides spiegelt sich in seinen Gemälden, Aquarellen und Holzschnitten wider.
Das Museum Würth in Künzelsau zeigt in Kooperation mit dem Kirchner Museum Davos und der Davoser Galerie Iris Wazzau eine umfangreiche Retrospektive zu Philipp Bauknecht. Die Ausstellung bietet mit über 100 Werken einen intensiven und umfänglichen Blick auf ein Schaffen, das in einem Zeitraum von mehr als 20 Jahren in den Schweizer Alpen entstanden ist und dank zahlreicher Leihgaben aus öffentlichem und privatem Besitz nun zum ersten Mal in dieser Fülle gezeigt werden kann. Textbeitrag von Beat Stutzer
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Jan Peter Tripp. Egotripp - Bilder und Malstücke. Werkverzeichnis 2000 - 2014. Tripp, Jan Peter. 2014. 312 S. 28 x 26 cm. Gb. EUR 48,00. CHF 45,60 ISBN: 978-3-89929-284-8 Swiridoff
Jan Peter Tripp gilt als einer der wichtigsten deutschen Vertreter des Realismus. Er lebt und arbeitet als freier Maler und Graphiker in Mittelbergheim im Elsass und zwischenzeitlich in Schwäbisch Hall.
Tripp studierte für zwei Jahre an der Freien Kunstschule in Stuttgart bei Gerd Neisser. Von 1967 bis 1970 besuchte er die Akademie Stuttgart und studierte Bildhauerei bei Rudolf Daudert. Anschließend war er zwei Jahre Meisterschüler für Malerei bei Rudolf Hausner. 1971 wurde er durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst mit einem Studienstipendium in Wien ausgezeichnet. Im folgenden Jahr erhielt er als weitere Auszeichnung das Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Nach Beendigung des Studiums malte Jan Peter Tripp für einen Monat im psychiatrischen Landeskrankenhaus Weissenau nahe Ravensburg. Die dort entstandenen Radierungen machten ihn überregional bekannt. 1976 hatte er zahlreiche Aufträge als Bühnenbildner beim Staatstheater Stuttgart. 1979 schrieb er gemeinsam mit den Künstlern Johannes Grützke und Arno Waldschmidt das Prosawerk Pantalon ouvert. 1983 erhielt er von der Stiftung Barkenhoff ein Stipendium der Künstlerhäuser Worpswede und wurde Mitglied des Deutschen Künstlerbundes. 2013 entstand das Text – Bilderbuch „Blauwärts- Ein Ausflug zu dritt“ in Zusammenarbeit mit Hans-Magnus Enzensberger und der Gestalterin Justine Landat.
Der aktuelle Band dokumentiert Jan Peter Tripps Arbeiten von 2000 – 2014
Farben, Geschichten, Poesien. Karl Hurm in der Sammlung Würth. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 2013. Dtsch/Engl. 128 S. 28 x 23 cm. Pb. EUR 24,80. CHF 32,40 ISBN: 978-3-89929-278-7 Swiridoff
Mit der Ausstellung „Farben, Geschichten, Poesien – Karl Hurm in der Sammlung Würth" würdigt die Künzelsauer Hirschwirtscheuer den Maler Karl Hurm. Die künstlerische Karriere des 1930 in Weildorf bei Haigerloch geborenen, aufgewachsenen und dort zunächst als Obst- und Gemüsehändler tätigen Künstlers begann verzögert, denn erst in den späten 1960er-Jahren wandte er sich aufgrund einer schweren Krankheit dem Malen und Zeichnen zu. Dies tat er jedoch so intensiv, dass er, nunmehr freischaffend, seine Werke bald der Öffentlichkeit präsentieren konnte. Seitdem hat Hurm ein Œuvre aus Gemälden, Collagen, Zeichnungen und Skulpturen vorgelegt, das in Anspielung auf die Kunstströmung des Magischen Realismus gelegentlich als magischer Regionalismus bezeichnet wird. Diese augenzwinkernde Benennung legt ihr Augenmerk auf den starken motivischen Bezug zur schwäbischen Heimat des Künstlers, die er in unerschöpflicher Vielfalt und in einfachen, jedoch meist narrativen Szenen wiedergibt.
Seine mitunter verträumt anmutenden rätselhaften Stimmungen entfalten ihren Zauber vor allem in den Landschaftsbildern. Mit seiner unverwechselbaren Handschrift ist Hurm weit über seine schwäbische Heimat hinaus bekannt geworden. Seit vielen Jahren hat er sich im Bereich der Outsider Art einen Namen gemacht und konnte nicht nur in Europa, sondern auch in den USA beachtliche Erfolge feiern.
Marionetten. Kunst, Bau, Spiel. Gmelin, Marlene; Schmelz, Detlef. 2013. Dtsch/Engl. 148 S. 33 x 25 cm. Gb. EUR 35,00. CHF 45,50 ISBN: 978-3-89929-281-7 Swiridoff
Von der Marionette geht eine magische Kraft aus, die uns immer wieder in den Bann zieht. „Unbewegt ist die Marionette eine Skulptur. Bewegt, als Instrument gespielt, ist sie ein Wesen mit eigener Persönlichkeit.“ Dieser Anspruch leitet die Arbeit von Marlene Gmelin und Detlef Schmelz. Mit viel Phantasie und hoher Kompetenz entwerfen, bauen und gestalten sie eine überwältigende Vielfalt an Marionetten. Ob Magier oder Blattlaus, ob Eisbär oder Ballerina, ihre Geschöpfe am seidenen Faden sind voller Poesie, Grazie und Leichtigkeit. Die Autoren zeigen, wie leicht spielbare Figuren entstehen und was ein gutes lebendiges Spiel ausmacht. Mehrfach wurden sie für ihre Arbeiten international ausgezeichnet. Sie faszinieren und bereichern mit diesem Bildband alle Marionettenliebhaber - gleich, ob erfahrener Spieler, kundiger Sammler oder staunender Zuschauer.
Marlene Gmelin und Detlef Schmelz widmen ihr Leben den Marionetten. Seit den 1970er Jahren beschäftigen sie sich intensiv mit der Herstellung anspruchsvoller Theaterfiguren. Fast ebenso lange inszenieren sie Marionettenspiele und geben ihr Wissen in Spielkursen weiter. Ihr pantomimisches Spiel ist weltweit verständlich. Diese ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der Marionette zeigen ihr poetisches Spiel international ebenso wie im eigenen Theater daheim in einem kleinen Dorf in Hohenlohe.
Der Meister von Messkirch. Die Bildtafeln in der Sammlung Würth. Lüdke, Dietmar. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 2013. 96 S. 28 x 23 cm. Pb. Swiridoff Verlag, Künzelsau 2014EUR 24,00. CHF 31,20 ISBN: 978-3-89929-282-4 Swiridoff
Der Meister von Meßkirch, gehört unter den großen Künstlern der altdeutschen Malerei sicher zu den rätselhaftesten. Kunsthistorisch steht er in der Nachwirkung Albrecht Dürers sowie seiner Mitarbeiter Hans Baldung Grien, Hans Schäufelein und Hans von Kulmbach. Der wahrscheinlichste Zeitraum, seiner Tätigkeit, fällt in die Jahre zwischen 1515 und 1540. Dem erhaltenen Bestand nach war der Meister von Meßkirch fast ausschließlich für die mit dem habsburgischen Kaiserhaus sympathisierenden altgläubig verbliebenen Adelshäuser und Klöster im oberschwäbischen Raum tätig und in erster Linie für die in Meßkirch residierenden Freiherren und Grafen von Zimmern.
Zu seinen Hauptwerken gehört der sogenannte Falkensteiner Altar. Wohl nach 1530 im Auftrag der Freiherrn von Zimmern gemalt und ursprünglich auf Schloss Falkenstein im Donautal verwahrt, gelangte das Wandelretabel bereits 1627 an das Haus Fürstenberg.
Im frühen 19. Jahrhundert anlässlich einer Restaurierung in seine Einzelteile zerlegt und gespalten haben sich seine bedeutendsten Teile in sieben Bildtafeln erhalten. Während zwei von ihnen schon 1929 in die Staatsgalerie Stuttgart gelangten, konnten die anderen fünf nun Anfang 2013 aus dem Fürstenbergischen Besitz für die Altdeutsche Abteilung der Sammlung Würth erworben, und der ohnedies eindrucksvolle Bestand an Bildtafeln des Meisters von Meßkirch bedeutsam erweitert werden.
Ihren Urheber weist dieser Bilderschatz als Maler der Übergangszeit von der Spätgotik zur Renaissance aus. In seinen seelenvollen in die Fläche eingebunden Figuren, findet er zu formelhaften Formulierungen, die und dennoch von großer plastischer Wirkung sind. Auch als Schilderer von Landschaft erweist sich der Meister als subtiler Schilderer und entfaltet seine große koloristische Begabung, die mit feinen Farbnuancierungen und intensiver Leuchtkraft noch dem dramatischsten Sujets eine strahlende, ja, beinahe frohgestimmter Festlichkeit verleiht.
Vor allem im schwäbischen Meßkirch, worauf sich sein Notname bezieht, hat er sein Lebenswerk geschaffen. So entstand für die dortige St. Martinskirche eine Altarausstattung aus mindestens 84 großen und kleinen Bildern, zwölf Mitteltafeln mit sakralen Historien und 72 Flügelseiten mit je einer Heiligenfigur. Im Zuge der barocken Neuausstattung der Kirche entfernte man alle Retabel und löste sie in der Folgezeit in ihre Einzelteile auf. Sie gelangten in fürstenbergischen Besitz oder wurden zeitweilig in anderen Kirchen aufgestellt. Sie wurden gespalten, verkleinert und verkauft, und wechselten, so sie nicht verloren gingen, schließlich in private oder öffentliche Sammlungen in Europa und Amerika. So bleiben von 84 Bildtafeln noch 61 erhalten, von denen sich heute 13 in der Sammlung Würth befinden. Darunter auch seine um 1530 entstandene Kreuzigung.
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