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18. Jahrhundert

 
 
Johann Jakob Biedermann. Das druckgraphische Werk. Féraud, Christian. Deutsch. 2020. 240 S. 215 fb. Abb. 30,0 x 24,0 cm. EUR 39,95. CHF 45,90 ISBN: 978-3-7319-0832-6 Imhof
In der Zeit um 1800 schuf der Winterthurer Maler, Zeichner und Druckgraphiker Johann Jakob Biedermann (1763–1830) in der Art von Johann Ludwig Aberli (1723–1786) kolorierte Umrissradierungen, die Ort- und Landschaften der Schweiz zum Sujet haben. Auf dem zeitgenössischen Graphikmarkt wurden diese Blätter aus der Sicht eines Zeitgenossen «um hohe Preise, doch nicht über ihrem seltenen Werth» gehandelt. Das Buch geht einleitend der Frage nach, worin dieser «Werth» gesehen wurde. Dabei geht es darum, die Herstellung der Veduten von der Studie zum fertigen Bild nachzuzeichnen, die Verbreitung auf dem Graphikmarkt zu verfolgen und die Stellung in der Schweizer Landschaftsgraphik um 1800 zu bestimmen. Das Kernstück des Buchs ist der anschließende Katalog, in dem das druckgraphische Werk von Biedermann vorgestellt wird.
Königin Christiane Eberhardine – Pracht im Dienst der Staatsraison. Kunst, Raum und Zeremoniell am Hof der Frau Augusts des Starken. Schriften zur Residenzkultur (12). Herz, Silke. Hrsg.: Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur. Deutsch. 2020. 669 S. teils fb. Abb. 23,5 x 15,8 cm. EUR 56,00. ISBN: 978-3-86732-647-6 Lukas
Die Gemahlin des Herrschers nahm im zeremoniellen Rang des frühneuzeitlichen Hofes den zweiten Platz ein. Dies spiegelte sich in der Gestaltung ihres fürstlichen Ortes wider. Die Repräsentations- und Inszenierungsstrategien einer verheirateten Fürstin im Zeitalter des Absolutismus sind indes bisher kaum untersucht worden. Silke Herz ist es nun erstmals gelungen, einen Fürstinnenhof anschaulich zu rekonstruieren und dabei historische, kunsthistorische, wirtschaftliche, soziale, geschlechter- und rechtshistorische Fragestellungen zu verbinden.
Christiane Eberhardine führte ab der polnischen Thronbesteigung Augusts des Starken 1697 bis zu ihrem Tod 1727 eine Art Doppelleben. Einerseits wurde von ihr die Mitwirkung an hohen zeremoniellen Akten des Kurfürstentums gemeinsam mit dem Ehemann im Dresdner Residenzschloss erwartet. Andererseits gelang ihr der Aufbau einer eigenständigen Residenz in Pretzsch an der Elbe mit allen Elementen einer unabhängigen Hofhaltung, einschließlich französischer Gartenanlage und Kunstsammlung.
Die von ihr bewohnten Appartements in der Topografie des Dresdner Residenzschlosses, ihr Gartenraum, ihr Landschloss, die fürstlichen Logen im Sakralraum, die Transportmittel und ephemeren Gemächer während der Reisen werden als Orte und Indikatoren des sozialen Ranges der Fürstin und Landesherrin umfassend dargestellt. Zugleich wird deutlich gemacht, wie das Zusammenspiel aller Gattungen des Interieurs, die in Kostbarkeit, Farbe, Mode und Façon aufeinander abgestimmt waren, funktionierte. Exemplarisch bespricht die Autorin fünf Einrichtungsgruppen des mobilen Interieurs der Königin, die für die fürstliche Standesrepräsentation von besonderer Aussagekraft sind: Textilien, Silber, Gemälde, Porzellan und Lackarbeiten. Das dabei entstandene Inventar der Gemälde¬galerie ist Teil dieses Buches.
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