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19. Jahrhundert

 
 
Christian Daniel Rauch und Ernst Rietschel. Hrsg.: Simson, Jutta von; Wilmowsky, Monika von; Maaz, Bernhard. Deutsch. 2020. 1242 S. 2 Bde., 26 s/w Abb. 23,5 x 16,0 cm. Gb. EUR 120,00. ISBN: 978-3-412-51685-7
Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Romantiker. Hrsg.: Baumgärtel, Bettina; Hrsg.: Jan;. Deutsch. 2020. 208 S. 183 fb. Abb. 28,5 x 23,5 cm. PAP. EUR 38,00. CHF 51,30 ISBN: 978-3-95498-581-4
Mit allen Sinnen!. Französischer Impressionismus.Hrsg.: Staatsgalerie Stuttgart. Deutsch. 2020. 90 fb. Abb. 24,0 x 17,0 cm.EUR 28,00. CHF 37,80 ISBN: 978-3-95498-570-8
Freiheitsbaum und Galgen. Die Mainzer Republik 1792/93. Chronologie, Dokumente mit Anmerkungen, Aufsätze zur französischen Expansionspolitik und zur Rolle der Mainzer Jakobiner. Brauburger, Heinz.Deutsch. 2020. 148 S. 88 fb. Abb., 4 Abb. 24,0 x 17,0 cm.EUR 29,80. ISBN: 978-3-95490-467-9 L, Reichert
Die Mainzer Republik – beginnend mit der Eroberung der Festung und der Residenzstadt des Kurfürsten, Erzbischofs und Erzkanzlers Erthal durch General Custine am 21. Oktober 1792, endend mit dem Abzug von 20.000 Revolutionssoldaten am 24.07.1793 – ist von Beginn an umstritten. In der politischen Diskussion anlässlich der Einführung des Platzes der Mainzer Republik bezeichneten die Protagonisten die „Mainzer Republik“ als Wiege deutscher Freiheit, als Wurzel der Demokratie in Deutschland, die auf dem ersten nach demokratischen Grundsätzen zustande gekommenen Parlament der deutschen Geschichte basierte. Auch das Werk setzt sich mit diesen Wertungen auseinander. Es stellt den Zusammenhang dar mit dem ersten Koalitionskrieg zwischen Österreich, Preußen und ihren Verbündeten einerseits, Frankreich andererseits, mit der Kanonade von Valmy, dem Übergang vom Verteidigungskrieg zum Befreiungskrieg für die „unterjochten Völker“, und schließlich zum Eroberungskrieg im Rahmen der zweiten, der radikalen Phase der Revolution. In Chronik, Aufsätzen und Dokumenten zeigen sich die Ziele Frankreichs und die Interessenidentität der deutschen Jakobiner: Revolutionierung zur Überwindung des „ancien régime“, der adligen und ständischen Herrschaft; Anschluss der eroberten Gebiete an Frankreich als Ziel; Enteignung und Vertreibung als Mittel eines zunehmend autoritären, nicht demokratisch legitimierten Systems. Die Frage: Der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent – Wiege der Demokratie, Ursprung des Parlamentarismus wird ebenso verneint wie die Frage nach der „liberalen“ Anfangsphase der Mainzer Republik. Am Beispiel des bekanntesten Mitglieds des Jakobinerclubs, Georg Forster, wird der Weg der Mainzer Republik „mit Pathos und Gewalt“ in die fränkische Freiheit dargestellt. Beschrieben wird, wie eine jakobinische Minderheit, von hochfliegenden Ideen erfüllt, glaubte, das Recht zu haben, die „rückständige Bevölkerung“ ohne Rücksicht und mit Gewalt zu ihrem angeblichen Glücke zwingen zu dürfen. Deutlich ist die Frage, die im letzten Satz aufgeworfen wird: Staaten, die andere Völker unterjochen, revolutionäre Minderheiten, die unter dem Schutz ausländischer Bajonette in einem zunehmend totalitären System Menschen zu ihrem Glück zwingen wollen – dürfen die Ehrenplätze erhalten?
Die Reisen des Grafen und der Gräfin von Schlieffen 1850 bis 1853. Menschen – Reisen – Forschungen (6). Germer, Renate. Orient statt Mecklenburg. Deutsch. 2020. 302 S. 308 fb. Abb., 29 Abb. 27,0 x 21,0 cm.EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-501-0 L, Reichert
Graf Wilhelm von Schlieffen bereiste in den Jahren 1851-1853 Ägypten und den Sudan. Er war Erbe eines großen Majorates in Mecklenburg, mit 20 Jahren aber noch nicht mündig. Seine früh verwitwete Mutter Gräfin Sophie von Schlieffen geb. v. Jagow hatte seine Erziehung nach ihren religiösen Vorstellungen streng geleitet und überwacht. In ihren mehr als 2.700 Seiten umfassenden erhaltenen Tagebuchaufzeichnungen über die Entwicklung ihres Sohnes hat sie ihre Gedanken niedergeschrieben. Um ihren Sohn dem Einfluss seiner Familie und seines Vormundes zu entziehen, ging sie früh mit ihm auf Reisen, zuerst in Europa, danach waren Ägypten und der Sudan ihr Ziel. In Ägypten und Nubien fuhren Mutter und Sohn, wie alle Touristen, mit einer Dahabije auf dem Nil, um die antiken Monumente zu besichtigen. Der Berliner Ägyptologe Richard Lepsius, mit dem die Gräfin bekannt war, hatte Graf Wilhelm einige ägyptologische Aufträge wie das Kopieren oder Abklatschen von Inschriften mit auf den Weg gegeben, die der Graf auch ausführte. Von Lepsius vorgeschlagene Ausgrabungen konnte der Graf allerdings aus Zeitmangel und aufgrund bürokratischer Schwierigkeiten nicht ausführen. Er machte aber Lepsius auf die in Dongola liegende Stele des Königs Nastasen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. aufmerksam, die später als Geschenk des ägyptischen Vizekönigs in das Ägyptische Museum Berlin kam. Von Dongola aus reisten der Graf und die Gräfin mit einer Kamelkarawane nach el-Obeid, der Hauptstadt des Kordofan und von dort aus östlich bis an den Nil. Gräfin von Schlieffen war die erste Europäerin, die den Weißen Nil südlich von Khartum erreichte. Der Graf war außer an antiken Monumenten vor allem an der Natur der fremden Länder interessiert, ein scharfer Beobachter der Tier- und Pflanzenwelt, er sammelte Tier-Bälge für das Zoologische Museum in Berlin, eine darunter neu entdeckte Fledermausart wurde nach ihm benannt. Da er Arabisch sprach, gelang es ihm mit den Leuten unterschiedlichsten ethnischen Hintergrundes Kontakt aufzunehmen. Sein Reisetagebuch ist deshalb ein ungewöhnlich vielseitiger Berichter, besonders über den Sudan in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Das Spektakel der Auktion.Fuchsgruber, Lukas.Deutsch. 2020. 224 S. 42 sw. Abb. EUR 30,00. CHF 40,00 ISBN: 978-3-0358-0349-5
Archäologie und Kunstgeschichte im 19. Jahrhundert. CYRIACUS. Studien zur Rezeption der Antike (13). Hrsg.: Hölscher, Tonio; Stupperich, Reinhard. Karl Bernhard Stark. Deutsch. 2020. 152 S. 20 fb. Abb., 9 Abb. 29,7 x 21,0 cm.EUR 54,00. CHF 62,10 ISBN: 978-3-7319-1033-6 Imhof
Karl Bernhard Stark (1824 – 1879) war in der Gründungsphase der Archäologie als wissenschaftliche Disziplin an deutschen Universitäten eine Gestalt von außergewöhnlicher geistiger Weitsicht und Produktivität. In einer Zeit der allgemeinen Konzentration auf die klassischen Schöpfungen der griechischen Kunst vertrat er eine Sicht, die die antiken Kulturen im Horizont der gesamten mediterranen Welt sah. In diesem Sinn entwickelte er wegweisende Konzepte für eine neue wissenschaftliche Mythologie, für das Verständnis der römischen Reichskunst, für die entstehende Provinzialrömische Archäologie, und nicht zuletzt die nachantike Geschichte der Kunst und Kultur bis zur eigenen Zeit. In aktiver, liberal gesinnter Zeitgenossenschaft hat er die neuen Möglichkeiten der Naturwissenschaften für die Archäologie gesehen und sich zugleich für eine allgemeine Erziehung zum Sehen an den Schulen eingesetzt. Sein Hauptwerk, ein Handbuch der Archäologie der Kunst, von dem wegen seines frühen Todes nur der erste Band über die Geschichte der archäologischen Forschungen erschien, ist als Pionierarbeit einer reflektierenden Rezeptionsgeschichte und wissenschaftlichen Standortbestimmung bis heute nicht ersetzt. Karl Bernhard Starks Rolle als Begründer des Archäologischen Instituts der Universität Heidelberg war Anlass zu diesem Band, in dem seine Leistung im Rahmen der Archäologie des 19. Jahrhunderts dargestellt wird.
Treffpunkt Rom 1810. Die Geschichte eines Künstlerstammbuchs. Kataloge der Museumslandschaft Hessen Kassel (68). Lukatis, Christiane; Nordhoff, Claudia; Kehlenbeck, Hendrickje; Schürmann, Xenia. Hrsg.: Museumslandschaft Hessen Kassel. Deutsch. 2020. 208 S. 130 fb. Abb., 5 Abb. 24,0 x 29,0 cm.EUR 29,95. CHF 34,40 ISBN: 978-3-7319-1005-3 Imhof
2019 konnte die Graphische Sammlung der MHK eine spektakuläre Neuerwerbung tätigen: das Künstlerstammbuch des livländischen Adligen Wilhelm von Blanckenhagen (1761–1840). Der kunstinteressierte, äußerst wohlhabende Blanckenhagen begab sich 1808 mit seiner Familie auf eine mehr als dreijährige Bildungsreise. In Rom, dem Sehnsuchtsort für Künstler aus dem Norden, bat er deutsche, russische und baltische Künstler um eine Zeichnung für sein Album. Die ungebunden vorliegende Sammlung umfasst über 30 Zeichnungen von zum Teil herausragender Qualität. Das Spektrum erstreckt sich von alteingesessenen Künstlern wie Thorvaldsen oder Koch bis zu den gerade in Rom eingetroffenen Lukasbrüdern Overbeck und Pforr. Wie Schick oder Rauch stammen die meisten Künstler aus dem unmittelbaren Umfeld Caroline von Humboldts. Der Katalog veranschaulicht beispielhaft das Beziehungsgeflecht der Künstler des Humboldt-Kreises.
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