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Schwabe AG |
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Le Made in Switzerland: mythes, fonctions et réalités / Made in Switzerland: Mythen, Funktionen, Realitäten. Hrsg.: Decorzant, Yann; Reubi, Serge; Vernat, Anne. Itinera (32). 2011. Deutsch;Französisch. 250 S. div. Abb. Pb. EUR 43,50. CHF 52,00 ISBN:
978-3-7965-2811-8 Schwabe
Das Made in Switzerland oder Swissmade ist mit zentralen Sinnbildern der Schweiz verbunden, sowohl in der Wahrnehmung im Inland wie im Ausland. Die historische Forschung hat sich jedoch noch kaum mit diesem wirkungsmächtigen Image auseinandergesetzt. Diese Lücke will der Sammelband schliessen. Er beschäftigt sich auf mehreren Ebenen mit dem Made in Switzerland. Dazu gehören politik- und wirtschaftshistorische Perspektiven sowie sozial-, militär- und kulturgeschichtliche Betrachtungen. Dabei geht nicht nur um die verschiedenen Aspekte des Swissmade, sondern auch um die Entstehungsbedingungen, Funktionsweisen und Verbreitungsformen dieses Images.
Im Vordergrund der versammelten Beiträge stehen drei Dimensionen: die Mythen, Funktionen und Realitäten des Made in Switzerland. Die Autorinnen und Autoren untersuchen die Konstruktion und die Popularisierung des Sinnbildes, seine Funktionen innerhalb und ausserhalb der Schweiz sowie seine Bedeutung für die Definition von sozialen und wirtschaftlichen Normen und Modellen. Diese Fragen werden an höchst unterschiedlichen Gegenständen behandelt: von der schweizerischen Kulturpolitik über die Karrieren der kantonalen Polizeikommandanten, bis hin zur nationalen Symbolik verschiedener Produkte. Die Uhrenindustrie kommt ebenso zur Sprache wie die Schokoladeproduktion oder die Definition und Veränderung allgemeiner Qualitätsstandards. Beleuchtet wird schliesslich, wie die Schweiz als Labor und Modell zur Ausarbeitung internationaler Normen und Standards diente, etwa im Schulwesen oder im Eisenbahnsektor.
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Dorn, AndreaS. Arbeiterhütten im Tal der Könige. Ein Beitrag zur altägyptischen Sozialgeschichte aufgrund von neuem Quellenmaterial aus der Mitte der 20. Dynastie (ca. 1150 v.Chr.). Hrsg.: Loprieno, Antonio; Valloggia, Michel. Aegyptiaca Helvetica (23). 2011. 1340 S. 1 Textband 540 S. , 2 Tafelbände (488 und 312 S. ).Gb.EUR 184,00. CHF 220,00 ISBN:
978-3-7965-2810-1 Schwabe
Im Tal der Könige finden sich nicht nur Spuren derjenigen, die dort begraben waren, sondern auch derjenigen, die deren Begräbnis ermöglichten: der Arbeiter, Handwerker oder Künstler, welche die Gräber ausgehauen und dekoriert hatten.
Von 1998–2005 wurden durch das Ägyptologische Seminar der Universität Basel die grösste Ansammlung von Arbeiterhütten im Tal der Könige (Ägypten) ausgegraben. Von über 60 nachgewiesenen Hütten aus der Mitte der 20. Dynastie (um 1150 v. Chr.) wiesen 25 noch intakte Befunde auf, deren Auswertung im Zentrum der Arbeit steht. Ergänzt werden diese Befunde durch mehrere hundert Objekte, die sich in mehrfach umgelagertem Schutt in der Nähe der Arbeiterhütten fanden.
Die über 800 Text- und Bildostraka vermitteln Einblicke in den Alltag der Arbeiter im Tal der Könige, die die reich dekorierten Königsgräber erstellten. Bildostraka bezeugen die Ausbildung von Zeichnern, Übungsbriefe, die Ausbildung von Schreibern, administrative Texte die Versorgung der Arbeiter mit Lebensmitteln sowie die Ausgabe von Werkzeugen. Zahlreiche Stelen sowie religiöse Texte (Hymnen und Gebete) lassen erkennen, dass in diesen während acht von zehn Tagen bewohnten Hütten die Hinwendung zu verehrten Gottheiten analog erfolgte wie im unweit vom Tal der Könige gelegenen Wohnort der Arbeiter und ihrer Familien (Deir el-Medine). Daneben lassen sich jedoch auch nur lokal verbreitete Verehrungsformen bekannter Gottheiten nachweisen, die den eigenständigen Umgang der Arbeiter mit religiösen Phänomenen erkennen lassen.
Die mikrogeschichtliche Auswertung zeigt, wie ein Vater mit ein bis zwei Söhnen eine Arbeiterhütte bewohnte, deren Masse ca. 2 m x 2,5 m betragen. Jeder besass ein bis zwei Teller, in Vorratsgefässen dürfte Wasser und Getreide aufbewahrt worden sein. Gekocht wurde über offenen Feuern. Nachweisen lässt sich u. a. der Verzehr von Fisch und Getreide.
Durch die gemeinsame Auswertung der unterschiedlichsten Objektkategorien, von Gussmodeln über Keramik zu literarischen und administrativen Texten und von privaten Transaktionen bis hin zu Stelen entsteht ein differenziertes Bild vom Leben einer privilegierten Gruppe von Arbeitern in ihren einfachen Behausungen neben dem im Bau befindlichen Königsgrab.
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Vom Schönsein und Andersbleiben - ein Résumé. Zu «wie bist du so schön - 50 Jahre Thurgauer Siedlung und Landschaft im Wandel».Denkmalpflege im Thurgau. 2011. Pb. EUR 8,50. CHF 10,00 ISBN:
978-3-7965-2808-8 Schwabe
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Von Bologna zu 'Bologna'. Akademische Mobilität und ihre Grenzen. Hrsg.: Hesse, Christian; Hrsg.: Maurer, Tina. 2011. 112 S. 2 Abb., 2 Tab., 2 Grafiken. 23 x 16 cm. Pb. EUR 35,50. CHF 42,00 ISBN:
978-3-7965-2800-2 Schwabe
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Schnell, Dieter. Bleiben wir sachlich! Deutschschweizer Architekturdiskurs 1919-1939 im Spiegel der Fachzeitschriften.
2005. 319 S., 20 Abb., 25 x 18 cm, Geb. EUR 54,50 CHF 78,00 ISBN:
978-3-7965-2018-1 Schwabe
Die Geschichtsschreibung der modernen Architektur in der Schweiz konzentrierte sich bis anhin vor allem auf die Geschichte der führenden Vertreter der Avantgarde. Der Blickwinkel war dadurch entsprechend eng gewählt und verzerrte das Gesamtbild. Die vorliegende Studie nun gewichtet anders, weil am Anfang die Frage stand: Kann eine Untersuchung über die Architekturentwicklung der Zwischenkriegszeit so angelegt werden, dass sie dem Sog der «Heldengeschichte» nicht erliegt? Die grosse Wohnungsnot und die exponentiell angestiegenen Baukosten erforderten unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg und dem Landesstreik eine Rückbesinnung auf das Einfachste und Allernotwendigste. Dieser Zwang zur Sachlichkeit und zur Normierung bildete sehr günstige Voraussetzungen für den Erfolg des Neuen Bauens. Im Gegensatz dazu stellten sich aber die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Strukturen der Schweiz als grosses Hemmnis heraus. Nicht allein der betonte Internationalismus der Neuen Bewegung stiess auf Ablehnung, sondern auch die politisch-sozialen Utopien vermochten nur wenige zu überzeugen. Die Forderung nach einer Industrialisierung des Bauens empfand man gar als einen Frontalangriff auf den sich als staatstragende Schicht verstehenden Handwerkerstand. Die moderne Architektur hatte, um sich in der Schweiz etablieren zu können, diese strittigen Punkte abzulegen, was innerhalb erstaunlich kurzer Zeit denn auch geschah. Sie erscheint hier also nicht als ein von ein paar Pionieren entwickeltes Ideengebäude, das sich innerhalb weniger Jahre in der Schweiz durchzusetzen vermochte, sondern als ein in der Auseinandersetzung zwischen den verschiedensten Institutionen, Interessen und Personen entwickeltes Architekturverständnis, das auf zahlreiche Gegenwartsprobleme brauchbare Antworten lieferte.
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Jacobs, Helmut C. Der Schlaf der Vernunft. Goyas "Capricho 43" in Bildkunst, Literatur und Musik. 2006. 681 S., 96 sw u. 5 fb. Abb. 25 x 17 cm, Gb. EUR 84,00 CHF 120.00 ISBN:
978-3-7965-2261-1 Schwabe
Zu Goyas wichtigsten Werken zählen ohne Zweifel die 1799 erschienenen Caprichos, ein Zyklus von achtzig Radierungen, dessen bekanntestes Blatt Capricho 43 ist. Nicht zuletzt aufgrund seiner vieldeutigen Bildlegende «Der Schlaf» oder «Der Traum der Vernunft gebiert Ungeheuer» ist diese Darstellung eines schlafenden Mannes, der von allerlei Nachtgetier bedroht wird, eines der am meisten gedeuteten Bilder der spanischen Kultur überhaupt. Zu Recht gilt Capricho 43 als programmatisches Bild, als Signatur der sich ihrem Ende zuneigenden Epoche der Aufklärung an der Schwelle des 18. zum 19. Jahrhundert, als markante Bruchstelle, in der die Moderne sich mit wesentlichen Charakteristika durchsetzt: etwa in der Frage nach den Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen der künstlerischen Produktivität und Phantasie, in der Frage nach dem Verhältnis von Vernunft und Einbildungskraft im schöpferischen Prozeß. So geht es über die Interpretation eines einzelnen Bildes hinaus um grundsätzliche ästhetische, künstlerische und anthropologische Fragen, die in diesem Bild fokussiert werden und in einer über zweihundertjährigen Rezeptionsgeschichte immer wieder neu gestellt und in unterschiedlicher Weise beantwortet wurden.
Die Untersuchung gliedert sich in fünf Teile. Der erste Teil ist der Entstehungsgeschichte, der Struktur und dem Gehalt des Bildes als vieldeutige Text–Bild–Form gewidmet. Dabei zeigt sich, dass der komplexe, streng proportionale Bildaufbau von mehreren Ordnungsprinzipien geprägt ist, die miteinander kontrastieren und sich dadurch gegenseitig relativieren. Im zweiten Teil wird die körperbezogene und anthropologische Dimension von Capricho 43 ausgelotet, nicht nur in bezug auf die Gesten- und Körpersprache des Schlafenden, sondern auch in Hinblick auf Goyas Konzeption der Universalsprache. Im Zentrum des dritten Teils stehen die Begriffsgeschichte und Theorie der Phantasie zwischen Vernunft und Wahnsinn. Vor diesem Hintergrund werden die innovativen Züge in Goyas Konzeption der künstlerischen Phantasie bestimmt. Die entfesselte, zügellose Phantasie bildet die Basis für eine neue Ästhetik des Monströsen, in radikaler Abkehr von klassizistischen Vorstellungen. Im vierten Teil wird Capricho 43 zu Bildern und Texten in Beziehung gesetzt, die vor, während und unmittelbar nach dem Blatt entstanden sind, wobei auch über ein Dutzend zeitgenössische handschriftliche Kommentare analysiert werden. Im fünften Teil werden die Rezeption und intermediale Transformation von Capricho 43 als Inspirationsquelle für neue Kunstwerke vorgestellt, von 1799 bis zur Gegenwart. Diese interkulturellen Transfer- und Rezeptionsprozesse sind nicht nur in der Bildkunst, fiktionalen Literatur und Essayistik präsent, sondern auch in Musik, im Film und neuerdings in digitalen Medien. |
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New Roots and Paintings. Lori Hersberger, Katalog. Hrsg.: Wackernagel, Marianne. 2001. 63 S., 40 Abb. 26 x 20 cm, Gb. EUr 24,50 CHF 35,00
ISBN:
978-3-7965-1725-9 Schwabe
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Mauricio Kagel - Zwei-Mann-Orchester. Essays und Dokumente. Hrsg.: Kassel, Matthias. 2011. 136 S., 88 meist fb. Abb. 25 x 23 cm, Gb. EUR 19,60 CHF 28,00 ISBN:
978-3-7965-2751-7 Schwabe
Zur neuen Basler Fassung von Mauricio Kagels Zwei-Mann-Orchester
Eines der originellsten und zugleich merkwürdigsten Stücke der neuen Musik schuf Mauricio Kagel zwischen 1971 und 1973 mit seinem Zwei-Mann-Orchester für zwei Ein-Mann-Orchester. Aus einer möglichst grossen Anzahl von Instrumenten und Klangerzeugern bauen zwei Musiker eine komplexe Spielmaschinerie und entwickeln nach Kagels Konzeptpartitur selbst die zugehörige Musik. So entsteht ein Doppelgebilde aus skulptural-kinetischem Klangobjekt und visuell gestaltetem Musikstück.
In einer Kooperation von Paul Sacher Stiftung, Hochschule für Musik und Museum Tinguely wurde im April 2011 in Basel die erst dritte Aufführung des Werks realisiert. Neben Wilhelm Bruck, der bereits bei der Uraufführungsversion in Donaueschingen 1973 und der zweiten Fassung in Kassel 1992/93 Spieler des Zwei-Mann- Orchesters war, ist in der jüngsten Fassung der Basler Schlagzeuger Matthias Würsch am Bau der Orchestermaschine beteiligt.
Dieser von der Paul Sacher Stiftung vorgelegte Band versammelt Essays mehrerer Gastautoren zu den musikalischen wie künstlerischen Hintergründen. Daneben bietet er anhand von Originalquellen aus der Sammlung Mauricio Kagel der Paul Sacher Stiftung und aus anderen Archiven eine umfassende, reichhaltig bebilderte Dokumentation des Zwei-Mann-Orchesters und seiner bisherigen Aufführungen.. |
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Martin Kippenberger. Kunsthalle Basel. Kataloge 21/1998. 160 S., 65 Abb. 22 x 17 cm, Pb. EUR 14,00 CHF 20,00 ISBN:
978-3-7965-1395-4 Schwabe
Der deutsche Künstler Martin Kippenberger (1953-1997) nimmt zweifellos innerhalb des Kunstgeschehens der letzten Jahre eine einzigartige, unverwechselbare Stellung ein. Mit seinem frühzeitigen Tod schloss sich eine schier uferlose Produktion von Bildern, Skulpturen, Installationen, Zeichnungen, Publikationen und anderen Artefakten ab, über deren Sinn und Bedeutung die Meinungen nach wie vor weit auseinandergehen. Zugleich ging aber auch das Leben einer aktiven und überaus professionellen Persönlichkeit zu Ende, die gleichsam auf unterschiedlichen Ebenen die Rolle des Künstlers einer unerbittlichen Kritik unterzog. Indem Kippenberger zwischen Illusion und Konvention des künstlerischen Berufs zu untescheiden wusste und als Gegenstück dazu ein Netz von Metaebenen in seinem Werk zu inszenieren verstand, gelang es ihm, die Vorstellungen von hohen Weihen der Kunst grundsätzlich in Frage zu stellen.
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Wölfflin, Heinrich. Kunstgeschichtliche Grundbegriffe. Das Problem der Stilentwicklung in der neueren Kunst. 2004. 287 S., 123 Abb., 25 x 18 cm. Gb. EUR 38,00 CHF 54,00 ISBN:
978-3-7965-0288-0 Schwabe
Wölfflins überragendes Verdienst ist es, der Kunstwissenschaft neue Grundlagen gegeben zu haben. Einer seiner wichtigsten Sätze lautet: «Die bildende Kunst, die Kunst des Auges, hat ihre eigenen Voraussetzungen und ihre eigenen Lebensgesetze».
ARCHITEKTUR: Rom, S. Andrea della Valle Was heisst das? Das heisst vor allem, dass es in der Kunst zwar auch um die individuelle Künstlerpersönlichkeit und um die Aussage geht, dass es aber daneben - oder besser gesagt darüber - eine selbständige Entwicklung der Form gibt. Das Formgefühl wandelt sich. Auch haben keineswegs alle Nationen das gleiche Formgefühl. Diese Erkenntnisse führten Wölfflin zu seinen beiden Hauptanliegen: zu seinen Untersuchungen über den Charakter und die Gesetzmässigkeit der Formentwicklung sowie die nationale Verschiedenheit des Formgefühls. Das setzte voraus, dass man überhaupt erst einmal Formen schärfer sehen und gegeneinander abgrenzen lernte.
MALEREI: Massys. Beweinung Christi In diesem Buch hat Wölfflin nicht nur die Notwendigkeit der Erforschung der Formensprache aufgezeigt, sondern er hat - wenn auch begrenzt auf Beispiele aus den beiden Gegenwelten Renaissance und Barock - darüber hinaus das erste brauchbare Schema für Stilunterscheidungen gegeben. Wölfflin ist dabei zu fünf «Begriffspaaren» gekommen:
das Lineare und das Malerische,
Fläche und Tiefe,
geschlossene Form und offene Form,
Vielheit und Einheit,
Klarheit und Unklarheit.
Wölfflin räumte ein, dass noch andere solche Begriffspaare oder «Kategorien der Anschauung», wie er sie genialerweise genannt hat, denkbar wären, aber setzte hinzu, dass ihm selbst keine weiteren erkennbar geworden seien. Es hat in der Folge nicht an Kritikern gefehlt, denen diese fünf Kriterien zu wenig und nicht spezifiziert genug waren.
Aber es ist auf der anderen Seite eben doch immer wieder von neuem zum Erstaunen, wie weit man mit den von Wölfflin aufgestellten Kategorien kommt, wie weit man die Bestimmung und Einkreisung damit treiben kann.
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Strübin, Robert. Robert Strübin. Musik sehen, Bilder hören. Vorw.: Jean-Christophe Ammann. Beitr.: Corinne Desarzens, Paul-André Jaccard, Dieter Ladewig, Thomas Jean Lehner, Karin von Maur, Erwin Mühlestein, René Müller und Sigfried Schibli. Hrsg.: ZwischenZeit, Basel. 2009. 175 s., 115 Abb., 28 x 22 cm. Geb. EUR 33,50 CHF 48,00 ISBN:
978-3-7965-2699-2 Schwabe
Das Œuvre des Basler Musikers und Malers Robert Strübin (1897–1965) umfasst neben den seit den 1930er Jahren entstandenen Bauwerklichen Konstruktionen Rosettenbilder, Karikaturen und die nach Kompositionen angelegten Musikbilder aus dem letzten Lebensjahrzehnt. Während Strübins Architekturbilder die Wirkungen der Op Art vorwegnehmen, sind seine Musikbilder mathematisch genaue farbige Umsetzungen von Musik-Partituren. Strübin entwickelte in geradezu pedantischer Genauigkeit ein differenziertes Farbensystem, sozusagen eine Notenschrift in Farben, deren Code er von Bild zu Bild variierte.
Die Rezeption des Malers Robert Strübin setzte erst postum ein und verläuft bis heute unstet und begrenzt. Jean-Christophe Ammann zeigte 1970 eine umfassende Retrospektive im Kunstmuseum Luzern und konstatierte: «Strübins Werk dürfte für die Schweizer Kunst eine Entdeckung ersten Ranges bilden.» Harald Szeemann integrierte fünf Musikbilder Strübins in die zwei Jahre darauf stattfindende documenta 5.
Diese Publikation vereint Textbeiträge unterschiedlicher Perspektiven, um den komplexen Hintergrund, vor dem Strübin arbeitete, angemessen abbilden zu können: Kunstwissenschaftliche Untersuchungen und Vergleiche stehen dabei neben neurobiologischen Aspekten, biografische Miszellen neben musikwissenschaftlichen Analysen. Nicht unwesentlich für die Wahrnehmung ist die künstlerische Reflexion von Strübins Werk in einem literarischen Essay. Die Mehrzahl der Beiträge wurde für diese Publikation verfasst resp. grundlegend überarbeitet oder übersetzt; nahezu alle Abbildungen erscheinen erstmals im Farbdruck. Das Buch begleitet die gleichnamige Ausstellung und Konzertreihe im Haus ZwischenZeit, Basel.
Aus dem Inhalt
Jean Christophe Ammann: Robert Strübins meditativer Akt der Mitteilung
Karin von Maur: Malerei und Musik im Dialog
Sigfried Schibli: Sieben Thesen zum Versöhnungsdrang von Musik und bildender Kunst
Paul-André Jaccard: Kann man Töne sichtbar machen?
Thomas Jean Lehner: Robert Strübins «Kunstkonverter»
René Müller: Mein Freund Robert Strübin
Dieter Ladewig: Zur Persönlichkeit Robert Strübins – mit einem Ausblick auf die neurobiologische Synästhesieforschung
Corinne Desarzens: One Night in Paris. Frédéric Chopin: «Prélude No. 19 Mi B maj.»
Erwin Mühlestein: Robert Strübins Bedeutung für die heutige Kunst
Katalogteil: Comics, Architekturbilder, Op-Art, Rosetten, Musikbilder
Ausstellungsbesprechungen 1969–2010
Ausstellungs- und Quellenverzeichnis
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Jenseitsreisen. Beiträge der Eranos-Tagungen 2009 und 2010. Hrsg.: Hornung, Erik; Schweizer, Andreas. 2011. Deutsch. 273 S. 22,7 x 15,2 cm. Pb. EUR 26,50. CHF 38,00 ISBN:
978-3-7965-2788-3 Schwabe
Die Reise der Seele ins Jenseits gehört zu den ältesten religiösen Vorstellungen der Menschheit. Schon aus prähistorischer Zeit sind magische Rituale bekannt, in welchen die Seele des getöteten Tieres in dessen «geistige Heimat» entlassen wird. Auch die Reise des Schamanen zu den Göttern, um dort den Jagdsegen oder andere Gaben zu erbitten, kann bis in archaische Zeiten zurückverfolgt werden. Es gibt kaum ein Volk, das die Jenseitsreise nicht in irgendeiner Form gekannt hat. Die Reise kann wie bei den Pharaonen des Alten und frühen Mittleren Reiches von der Finsternis der Grabkammer zum himmlischen Jenseits führen, denn darauf richtet sich die ganze Hoffnung der verstorbenen ägyptischen Könige, auf die Helle der ewig leuchtenden Zirkumpolarsterne am Nordhimmel. Die Reise kann aber auch, wie bei den Pharaonen des Neuen Reiches, in die Tiefe der Unterwelt gehen, denn nur dort, in der Finsternis, an der Grenze zum Urchaos, kann die Erneuerung des Lichts ihren Anfang nehmen. In diesem Band sind beide Themen miteinander verbunden, die Reise zum Himmel und die Unterweltsfahrt. So entsteht eine reiche Fülle von Beiträgen, die alle um dieselbe Mitte kreisen, um die Frage nämlich, wie der Mensch mit der andern, jenseitigen Welt in Kontakt treten kann. Entsprechend der bunten Vielfalt und Reichhaltigkeit der verschiedenen Kulturtraditionen fallen die Antworten ganz unterschiedlich aus. Aber gerade in der bunten Vielfalt besteht die faszinierende Ausstrahlungskraft der menschlichen Seele. Denn schon immer hat sie sich danach gesehnt, ihren Horizont zu erweitern. Schon immer aber hat sie sich auch danach gesehnt, inmitten der kosmischen Weite eine Heimat zu finden, so dass gar der ganze Kosmos zum Tempel werden kann. Die Erzählungen von den Himmelsreisen und Unterweltsfahrten aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen stellen letztlich innerseelische Prozesse dar, göttlich inspirierte «Pädagogik» sozusagen, die auf dem schöpferischen Mutterboden des Bewusstseins gedeihen.
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Himmelstür. Das Hauptportal des Basler Münsters [Basel]. Hrsg.: Meier, Hans Rudolf; Schwinn Schürmann, Dorothea. 2011. 200 S. Gb. EUR 33,50. CHF 48,00 ISBN:
978-3-7965-2762-3 Schwabe
Neue Erkenntnisse zu bedeutender gotischer Architektur und Skulptur
Das Basler Münster ist einer der bedeutendsten mittelalterlichen Bauten am Oberrhein und in der heutigen Schweiz. Seine Doppelturmfassade mit dem markanten Portalvorbau gehört zu den Wahrzeichen der Stadt. Darüber geht beinahe vergessen, dass das Hauptportal nicht immer die heutige Gestalt besass. Als es 1270/85 errichtet wurde, stand es im Inneren einer grossen Vorhalle, aus der erst der Zutritt in die eigentliche Kirche erfolgte. Und es erstrahlte mit seinen zahlreichen Skulpturen in bunter Farbigkeit. Um 1410/20 – das grosse Erdbeben im Jahre 1356 hatte Schäden verursacht – wurde das Portal an den heutigen Standort versetzt. Eine weitere Zäsur in seiner Geschichte stellt der Glaubenswechsel Basels von 1529 dar, mit dem das Portal nochmals eine neue Gestalt erhielt.
Elf Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz stellen im vorliegenden Buch die komplizierte Geschichte des Münster-Hauptportals in vielfältigen Aspekten dar. Auf sein Bildprogramm wird ebenso eingegangen wie auf die bauliche Entwicklung, die Farbgebung, die kommende Restaurierung, seine Bewertung in der Forschung und das historische Umfeld, in dem es entstand. Auch die mittelalterliche Symbolik und Nutzung des repräsentativsten Münsterzugangs kommen zur Sprache, und es wird gezeigt, welche Einflüsse darin aufgegriffen wurden und wie umgekehrt das Portal und seine Skulpturen in anderen Bauten nachwirkten. In diesem Zusammenhang wird auch der von der französischen Skulptur beeinflusste Bildhauer des Hauptportals mit dem Notnamen «Erminoldmeister» und seine weiteren Werke in Konstanz und Regensburg vorgestellt.
Eines wird aufgrund dieser Publikation deutlich: Dem Hauptportal des Basler Münsters, das auch im Rahmen der Parler-Architektur zu verstehen ist, kommt überregionale Bedeutung zu.
Inhalt
Lukas Kundert, Zum Geleit
Andreas Hindemann, Vorwort
Hans-Rudolf Meier, Dorothea Schwinn Schürmann, Einleitung
Dorothea Schwinn Schürmann, Beschreibung des heutigen Portals und seiner Vorgänger
Dorothea Schwinn Schürmann, Restaurierungs-, Forschungsund Bildgeschichte des Hauptportals
Andreas Hindemann, Die bevorstehende Restaurierung des Hauptportals
Bianca Burkhardt, Die Farbgebung des Hauptportals
Marco Bernasconi, Blick auf die Grabungen im Bereich des Hauptportals
Lucas Burkart, Das Basler Münster im Spätmittelalter. Sakrales Zentrum zwischen europäischer Politik, bischöflicher Herrschaft und politischer Symbolik
Hans-Rudolf Meier, Die ehemalige Portalvorhalle und das heutige Portal. Bauliche Veränderungen
Marc Carel Schurr, Das Hauptportal des Basler Münsters – ein Meisterwerk der gotischen Architektur?
Bruno Boerner, Ikonografie und Deutung des Portalprogramms
Achim Hubel, Das Hauptportal – zwei Meister, zwei Stile und die Frage nach den Werkstätten
Regine Abegg, Symbolik und Nutzung des Hauptportals im Mittelalter und in der Neuzeit
Erscheint zur gleichnamigen Ausstellung im Museum Kleines Klingental, Basel, 22. Oktober 2011 bis 22. April 2012.
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Gramaccini, Norberto. Das Bildgedächtnis der Schweiz. Die helvetischen Altertümer (1773-1783) von Johannes Müller und David von Moos. 2011. 512 S. Gb. EUR 90,00. CHF 128,00 ISBN:
978-3-7965-2675-6 Schwabe
Die Geschichte der Schweiz aus der Perspektive der erhaltenen Bilder und Denkmäler
Das Buch rekonstruiert ein wichtiges editorisches Ereignis der Zürcher Aufklärung. In den Jahren zwischen 1773 und 1783 erschien in 12 Teilen mit insgesamt 207 Seiten Text und 276 Seiten Abbildungen eine Schriftenreihe unter dem Titel: Merckwürdige Überbleibsel von Alterthümmeren an verschiedenen Orthen der Eydtgenosschafft. Ihr Herausgeber war der Ingenieur und Kartograph Johannes Müller (1733–1816), während die Texte von dem evangelischen Geistlichen David von Moos (1729–1786) stammten. Beide hatten sich zum Ziel gesetzt, die Geschichte der Schweiz aus der Perspektive der erhaltenen Bilder und Denkmäler statt wie bislang von den schriftlichen Quellen her zu erzählen. Insgesamt 430 historisch bedeutende Werke der Antike, des Mittelalters und der Frühen Neuzeit werden auf diese Weise vorgestellt, wobei in der Art heutiger Ausstellungs- und Museumskataloge die Erklärungen den Bildern nachfolgen.
Unter dem Titel Das Bildgedächtnis der Schweiz sind nicht nur der Text und die Radierungen der Alterthümmeren neu abgedruckt. Das Buch macht es sich auch zur Aufgabe, die Kunstwerke an ihren heutigen Standorten nachzuweisen und zu kommentieren. Von 430 abgebildeten Werken wurden 407 verifiziert. Diese Erfolgsbilanz spricht für sich. Denn was nützt die schönste Nacherzählung, sei es in Form von Texten oder Bildern, wenn niemand versteht, worauf sie sich bezieht? Eine zweite Aufgabe, die das Buch erfüllt, liegt in der Kontextualisierung. Müller und Moos folgten ähnlich gelagerten Bestrebungen der Schweizer Aufklärer Johann Jakob Bodmer (1698–1783) und Johann Jakob Breitinger (1701–1776) bezüglich einer patriotischen Wiederbelebung der vaterländischen Geschichte und des Mittelalters als Vorbildzeit. Darüber hinaus zeigten sie sich dem Konzept der modernen Bildwissenschaft verpflichtet, deren Leitsterne Jean Mabillon (1632–1707) und Bernard de Montfaucon (1655–1741) waren. Deren Bedeutung wurde durch die aktuellen Publikationen der Londoner Society of Antiquaries und die unabhängig davon erscheinenden Kupferstiche John Vertues (1684–1756) noch unterstrichen, die auch für die von Ferdinand Keller (1800–1885) edierten Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich Vorbild waren. Somit stehen die helvetischen Altertümer von Müller und Moos am Anfang einer «visuellen Enzyklopädie der vaterländischen Geschichte», als deren ultimative Erfüllung am Ende des 19. Jahrhunderts die Gründung des Schweizerischen Landesmuseums anzusehen ist.
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Schär, Max. Gallus. Der Heilige in seiner Zeit. 2011. 336 S. Gb. EUR 29,50. CHF 42,00 ISBN:
978-3-7965-2749-4 Schwabe
Die erste umfassende Monographie über Gallus – rechtzeitig zum grossen Gallusjubiläum 2012!
Gallus (um 560/70 – um 640) ist der erste historisch fassbare Heilige der Schweiz. Im Unterschied zu einer Hagiographie, die einen Heiligen als ein von Raum und Zeit abgehobenes Vorbild verstehen will, widmet sich der erste Teil dieses Buches dem Umfeld des Gallus, seinen Wegen, den Orten, an denen er wirkte, dem unmittelbaren zeitgeschichtlichen Kontext. Im zweiten Teil tritt dann vor allem Gallus selbst, seine Persönlichkeit, ins Blickfeld. Die Betrachtung bestimmter geistiger Strömungen und Umweltverhältnisse, sozialer Netzwerke und zeitgleich lebender Persönlichkeiten, die von ihm ebenso wenig wussten wie er von ihnen, lässt sein eigenes Profil stärker hervortreten.
So ist eine Monographie entstanden, die als die bisher gründlichste und umfassendste Buchveröffentlichung zum Thema bezeichnet werden darf. Zugleich bietet sich hier ein lebendiger Einblick in die wohl am wenigsten bekannten Jahrhunderte seit Christi Geburt. Das Buch ist wissenschaftlich erarbeitet, flüssig geschrieben und auch für den Laien verständlich. Die thematische Anlage ermöglicht es, die einzelnen Kapitel weitgehend unabhängig voneinander zu lesen.
In 20 Kapiteln werden unter anderem folgende Themen ausgeleuchtet:
•Die Herkunft von Gallus
•Die Datierung seines Lebens
•Reisewege von Luxeuil bis Grabs
•Schauplätze in Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz
•Die religiösen Verhältnisse: Christen, Nicht-Christen und ehemalige Christen
•Die grossen und kleinen Machtträger
•Der 2009 gefundene Sarkophag
•Gallus’ Lehrer, von Columban und der Bibel bis zu den Heiligen
•Gallus’ Charakterzüge und Entwicklungsweg
•Askese und Aussenkontakte im Steinachwald
•Freunde und Zeitgenossen (darunter Gregor der Grosse und Mohammed)
•Natur als Lebensgrundlage, Bedrohung und Lebensort
•Der Gallus-Bär und die Teilung des Lebensraums
•Das Kloster St. Gallen und andere Wunder
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Sie lieber Herr im Obersteg sind unser Schweizer für alles". Briefe bedeutender Künstler an den grossen Sammler Karl im Obersteg. Hrsg.: Stiftung Im Obersteg. 2011. 240 S. Gb. EUR 41,50. CHF 58,00 ISBN:
978-3-7965-2764-7 Schwabe
Briefe bedeutender Künstler an den grossen Sammler Karl Im Obersteg
Karl Im Obersteg pflegte oft freundschaftlichen Kontakt mit den Künstlern, deren Werke Eingang in seine Sammlung fanden. Davon zeugt die teilweise umfangreiche Korrespondenz mit Cuno Amiet, Robert Genin, Alexej von Jawlensky, Alexander Sacharoff, Marc Chagall, Ernst Ludwig Kirchner und Wassily Kandinsky. Die Künstlerbriefe, die im vorliegenden Buch grösstenteils erstmals abgedruckt sind, geben Einblick in die Entstehungsgeschichte der Sammlung und lassen den Geist der Zeit von 1920 bis 1950 erwachen. Die Ereignisse während und zwischen den Weltkriegen prägten die europäische Kunst. Für viele im Ausland verfemte Künstler war die neutrale Schweiz Zufluchts- und Überlebensort, wo ihnen Persönlichkeiten wie Karl Im Obersteg dringend benötigte Unterstützung boten. Umgekehrt eröffnete die wirtschaftliche Unversehrtheit des Landes den privaten Sammlern auch einzigartige Kaufchancen auf einem qualitativ hohen Niveau.
Das Buch macht eindrückliche Zeitdokumente zugänglich und lässt zugleich die bedeutenden Werke der Sammlung Im Obersteg in neuem Licht erscheinen.
Begleitpublikation zur Ausstellung «Künstlerfreundschaften» im Kunstmuseum Basel vom 6. August bis 16. Oktober 2011.
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Furger, Alex R. Ruinenschicksale. Naturgewalt und Menschenwerk. 2011. 400 S. Gb. EUR 68,00. CHF 98,00 ISBN:
978-3-7965-2748-7 Schwabe
Ruinen faszinieren, gestern und heute
Seit dem Mittelalter hat der Mensch die Ruinen in der bildenden Kunst als beliebtes und dankbares Sujet immer wieder neu entdeckt. Das Genre gipfelte in der Romantik in einem regelrechten Ruinenkult. Integriert in der hochentwickelten romantischen Gartengestaltung, schuf man im 18. und 19. Jahrhundert sogar künstliche Ruinen, wo echte fehlten. Dieser kunstgeschichtliche Aspekt ist einer der vielseitigen Facetten in diesem Buch.
Während die Romantik die Ruinen einer kleinen Elite erschloss, propagiert der Tourismus heute an vielen Orten die zerfallenden Baudenkmäler im Marketing als «Mehrwert für alle». Aus der konservatorisch motivierten Ruinenpflege erwuchsen Ideen zur spektakulären Rekonstruktion und raschen Vermarktung. Wildwuchs in der «Denkmalpflege», Übernutzung und eine historisch-archäologische Vernachlässigung sind vielerorts die Folge.
Umfassend dargestellt und beschrieben werden die Kräfte, die Bauwerke und Siedlungen zerstören, wie Erdbeben, Überschwemmungen, Erdrutsche, Schlammlawinen und Bergstürze, Burgenbruch, Brandschatzung, Sprengung und Steinraub.
Erstmals werden in diesem Buch nicht nur Ruinen vorgestellt, sondern auch die Ursachen ihres Zerfalls oder ihrer Zerstörung mit den Methoden der Archäologie untersucht. Die flüssig geschriebene Untersuchung besticht durch ein reiches, farbiges Bildmaterial.
Aus dem Inhalt
Teil 1: Natürliche Ursachen für Schäden an Steinbauten
Natürlicher Zerfall von Steinhäusern / Antike Erdbebenbefunde / Mittelalterliche Erdbebenbefunde / Beobachtungen nach neuzeitlichen Erdbeben / Einstürze an Steilabfällen / Bauschäden durch Setzungen des Bodens oder Fundaments / Von Bergstürzen verschüttete Siedlungen / Beobachtungen nach antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Überschwemmungen / Orkanschäden an Steinbauten?
Teil 2: Absichtliche Zerstörung von Natursteinbauten und die Schäden
Absichtliche Zerstörung von Natursteinbauten und die Schäden / Befunde willentlicher Brandschatzung im Mittelalter / Mauerwerk nach frühneuzeitlichen Sprengungen und Explosionen / Gebäude werden abgerissen: was bleibt?
Teil 3: Augusta Raurica als Beispiel einer zerfallenen Stadt
Der «Normalfall»: Bauen und Abreissen in Augusta Raurica / Achtung: umgekippte Mauern und Säulen! / Das grosse Rätsel: Unbekannte Phasen des Zerfalls von Augusta Raurica
Teil 4: Ruinenromantik, Ruinenpflege und Ruinenkult
Ruinenromantik und «gebaute Ruinen» / Fallbeispiel Augusta Raurica: Romantisierte Ruinen / Heute und morgen: Pflege des Bestehenden oder Schaffung neuer Ruinenwelten?
Teil 5: Synthese
Count-down des natürlichen Zerfalls / Bruch-Konturen und Versturz- Strukturen / Vielerlei Ursachen für umgekippte Mauern / Fazit Erdbeben / Fazit Überschwemmungen / Fazit Bergrutsche und Bergstürze
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Scholz, Christian. Körper. 2011. 116 S. Gb. EUR 48,00. CHF 68,00 ISBN:
978-3-7965-2758-6 Schwabe
Klassische künstlerische Schwarzweiss-Photographie in bester handwerklicher Tradition!
Fasziniert von Tiefenstruktur und Figuration organischer und anorganischer Körper machte sich Christian Scholz, 1951 in Stockholm geboren, auf einen langen Weg. In den USA, in Frankreich, in Nordafrika und in der Schweiz sah er sich – Schritt für Schritt – nach Tieren, Musikinstrumenten sowie mächtigen Flugapparaten um. Er liess die Gattung Mensch nicht aus. Unbeirrt folgte er den Lockrufen dieser unterschiedlichen Körper, um ihnen mit der Kamera immer näher zu kommen – bei aller gebotenen Ferne.
Im Licht von Nevada wie auch im besonderen Licht von Paris, Nizza, Wien, Basel, Zürich, Biel oder Menzingen fand er das Animalische im Flugkörper, er sah etwas Fliegerisches im Bau der Barockvioline oder entdeckte Klang und Rhythmus im älteren wie jüngeren, im weissen wie im dunkelhäutigen Frauenkörper und Männerkörper. Er erkannte das Menschliche im Auge der Kuh – und ihr Zutrauen. Überhaupt berührten ihn diese Tiere besonders.
Seine Reise mit der Photokamera, 2002 im Zugerland begonnen, hat zum Herbst 2011 ihren Abschluss gefunden, und zwar im Wissen: Ein Körper ist ein Körper – einzigartig und jeden Tag vollkommen neu. Dieser Bildband gibt im klassischen Schwarzweiss erstmals Einblick in eine reiche, zehnjährige Schaffensperiode zu diesem spannenden Thema. Körper öffnet den Blick und stellt neue Sehweisen und Perspektiven vor.
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Laurenz-Stiftung / Schaulager Basel. Francis Alys: Fabiola. Ausstellungskatalog / Englisch. 2011. Englisch. 88 S. 30 x 21 cm. Br. EUR 17,00. CHF 24,00 ISBN:
978-3-7965-2760-9 Schwabe
This catalogue is published on the occasion of the exhibition, 12 March – 28 August 2011, of Francis Alÿs: Fabiola, organised by Schaulager at Haus zum Kirschgarten, an extravagant Basel museum of domestic life. For the exhibition, Francis Alÿs, born 1959 in Belgium, has installed his collection of over 370 amateur paintings and images of Saint Fabiola, found in flea markets and antique shops.
The portraits are astonishingly similar, a wealth of copies all based on the same original painting from 1885 by the French realist Jean-Jacques Henner. They have been embedded in rooms which epitomize the living environment of the 19th-century, protestant haut-bourgeoisie. In this location, the swarm of Fabiola images represents a subversive yet subtle intervention in the museum’s structure and play on the atmosphere the historic rooms seek to bring to life.
The large-format photo-spread includes views of the exhibition at Haus zum Kirschgarten, providing a visual tour. Essays by the exhibition’s curator, Lynne Cooke (New York/Madrid) and Dario Gamboni (Geneva), a renowned expert on Francis Alÿs’ work, describe the nature of the installation at Haus zum Kirschgarten and discuss Alÿs’ creative strategy. The catalogue also includes a comprehensive bibliography.
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Gil Hüttenmeister / Léa Rogg. Der jüdische Friedhof in Hegenheim. Le Cimetière Israélite de Hégenheim (Haut-Rhin). 2004. 144 S., mit einem farbigen Faltplan und einem nventar sämtlicher Grabsteininschriften (mit deutscher Übersetzung) auf CD ROM Gb. EUR 24,00 CHF 34,00
ISBN:
978-3-7965-1899-7 Schwabe
Am 9. Januar 1673 verkaufte Hannibal von Bärenfels, Herr dieser Gegend, ein erstes Grundstück in Hegenheim (im Elsass in unmittelbarer Nähe von Basel), das als Friedhof für die Juden der Region Basel dienen sollte. Dieser Friedhof wird bis heute benützt. Die etwa 2800 historischen Grabsteine geben mit ihren Inschriften Auskunft über die Geschichte der jüdischen Gemeinden im Oberelsass, in Südbaden und in der Nordwestschweiz.
Die Aufsätze dieses Bandes (deutsch und französisch) sind der Geschichte des Dorfes Hegenheim, seinem Judenfriedhof und den jüdischen Begräbnissitten gewidmet. Eine repräsentative Auswahl von Grabsteinen ist mit hebräischem Text und deutscher und französischer Übersetzung abgebildet. Ein Register erleichtert die genealogische Forschung. Auf einem mehrfarbigen Friedhofsplan sind alle Grabsteine mit Umrissen und Lagen eingetragen. Die beiliegende CD-ROM enthält ein Inventar aller Steine mit ihrer hebräischen Beschriftung, einer deutschen Übersetzung und weiteren Angaben.
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