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Neuerscheinungen in Archäologie

Das Ostraka-Haus und die Weinpresse. Archäologische Veröffentlichungen des Deutschen Archäologischen Instituts (69). Grossmann, Peter. Ab? M?n? IV. 2019. 74 S. 11 Abb., 3 Faltpläne, 16 Tafeln. 35 x 25 cm. EUR 70,00. ISBN: 978-3-447-11063-1 Harrassowitz Verlag
Das Ostraka-Haus von Abu Mina ist ein mehrgeschossiger Bau mittlerer Größe, der nach der arabischen Eroberung Ägyptens (um 639/42) durch Feuer stark zerstört und von den angrenzenden Bewohnern als Mülldeponie genutzt wurde, den Ausgräbern aber gleichzeitig die Entdeckung von nahezu 2000 griechischen Ostraka bescherte. Peter Grossmann untersucht in seinem Band die Herkunft der Ostraka. Bei dem Gebäude handelte es sich um ein privates, nicht in staatlichem Besitz befindliches Amtsgebäude, das u.a. mit der Organisation der Traubenernte (Weinlese) und der Entlohnung der Erntearbeiter in den Weinbergen zu tun hatte. Darüber hinaus fand sich in unmittelbarer Nachbarschaft dieses Gebäudes ein größerer zusammenhängender Gebäudekomplex, der fünf dicht aneinanderstoßende und zu unterschiedlichen Zeiten erstellte Presseinrichtungen aufwies, so dass es nahelag, die ausgegrabenen Ostraka auf diese Pressen zu beziehen. Es sind die einzigen Pressen, die unter römischer Verwaltung innerhalb des kirchlichen Bezirks (temenos) verbleiben durften, was dafürspricht, dass diese Pressen gewissermaßen zum privaten kirchlichen Besitz gehörten. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass alle Ostraka ausschließlich in griechischer Sprache verfasst sind.
Die Baugeschichte des Dominikanerklosterareals in Cölln an der Spree. Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin (51). Malliaris, Michael. Hrsg,; Landesdenkmalamt Berlin. 2019. 864 S. 30 x 21 cm. EUR 129,00. CHF 148,35 ISBN: 978-3-7319-0668-1 Imhof
Im Zentrum von Berlin-Mitte fanden rund um das heutige Humboldt Forum (vormals Berliner Schloss) mehrjährige Ausgrabungen im Vorfeld der Baumaßnahme statt. Sie brachten am Schlossplatz die Fundamente des mittelalterlichen, um 1300 entstandenen Dominikanerklosters ans Tageslicht. Seine gotische Klosterkirche wurde 1536 zum ersten Dom und zur Familiengrabstätte der Hohenzollern in Brandenburg umgebaut und diente vom 17. Jahrhundert bis zu ihrem Abbruch 1747 als reformierte Pfarrkirche. Die in diesem Buch vorgestellten Ergebnisse der archäologischen Untersuchung des Areals mit verschiedenen ¬Katalogen, zahlreichen Abbildungen und acht großformatigen Beilagen belegen die städtebauliche Entwicklung des Dominikanerklosterareals in Cölln an der Spree von den ersten mittelalterlichen Siedlungsaktivitäten im 12. Jahrhundert bis zum Jahr 1747. Auf der Grundlage der archäologischen Befunde und Funde kann die über 800-jährige Geschichte dieses zentralen Ortes nachvollzogen werden.
Sörries, Reiner. Handbuch zur Islamischen Archäologie und Kunstgeschichte. 2019. 768 S. 425 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-280-4 L, Reichert
Im Stil des klassischen Handbuchs erschließt das Handbuch zur Islamischen Archäologie und Kunstgeschichte auf 765 Seiten mit über 400 farbigen Abbildungen den gesamten Wissensbereich der Islamischen Archäologie und Kunstgeschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart. Es umfasst die Forschungsgeschichte, charakterisiert den Islam und seine Strömungen, bietet einen historischen Überblick, gegliedert nach den herrschenden Dynastien, und erschließt im systematischen Hauptteil Dorf und Stadt als Lebensraum, die profane und religiöse Architektur, das Friedhofswesen sowie die Künste und die Stilepochen bis zur postislamischen Zeit. Ergänzend folgt ein Teil der Regionen und Kunstlandschaften von Europa bis Fernost, von Afrika bis Übersee. Ein eigenes Kapitel ist schließlich den Begegnungen zwischen Abendland und Morgenland gewidmet. Ein umfangreiches Glossar sowie ein Orts-, Sach- und Personenregister unterstreichen den Charakter als Nachschlagewerk. Einleitend werden die Studierenden außerdem über Studien- und Arbeitsbedingungen informiert.
Obwohl sich das Handbuch zunächst an Studierende und Fachwissenschaftler der Islamischen Archäologie und Kunstgeschichte, der Islamwissenschaft im Allgemeinen, der Orientalistik und der benachbarten archäologischen, kunsthistorischen und theologischen Disziplinen richtet, kann es aufgrund seiner guten Lesbarkeit auch für interessierte Laien einen vertiefenden Einblick in das Wesen des Islam und seiner Menschen ermöglichen. Nicht zuletzt werden auch die Umbrüche in der abendländischen Begegnung und Auseinandersetzung mit dem Islam deutlich, die etwa nach Nine-eleven zu einer völligen Neuorientierung in der Konzeption der Islamischen Museen geführt haben. In diesem Handbuch stößt die in der Gegenwart wachsende Skepsis gegenüber dem Islam auf das reiche soziale, politische, kulturelle und künstlerische Erbe der Muslime, die über große Zeiträume hinweg dem christlichen Abendland überlegen waren.
Heilige Abfallgruben. Favissae und Kultdeposite in Israel/Palästina von der Spätbronzezeit bis zur Perserzeit. Nicole, Straßburger. 2019. 420 S. 32 x 22 cm. EUR 125,00. ISBN: 978-3-96327-054-3
The Iron Age in southern Central Asia (2nd an 1st Millennia BC). Archäologie in Iran und Turan (17). Hrsg,; Lhuillier, Johanna; Boroffka, Nikolaus; Einleitung von Hansen, Svend; Vorwort von Bendezu-Sarmiento, Julio. A Millennium of History. Engl. 2019. 358 S. 312 fb. und s/w-Abb. 30 x 22 cm. EUR 99,00. ISBN: 978-3-496-01594-9 Dietrich Reimer Verlag
Der Band umfasst die neuesten Erkenntnisse internationaler Archäologie über 1000 Jahre Geschichte. Im Mittelpunkt steht dabei die Eisenzeit, deren Anfang und Ende durch zwei wesentliche kulturelle Veränderungen markiert werden: das Ende der bronzezeitlichen urbanen Gesellschaften mit ihren großen Gräberfeldern sowie die Eroberung Zentralasiens durch Alexander den Großen. Zentral ist dabei Eingliederung dieser Region in das achämenidisch-persische Reich. Tiefgreifende soziale Veränderungen in der Besiedlung, der Technologie und im spirituellen Leben lassen sich mit dem Aufkommen des Avesta und der zoroastrischen Religion verbinden, die zur offiziellen Religion des Perserreichs wurde. Ein neuer Blick auf Texte und archäologische Forschung demonstriert die vollständige Eingliederung Baktriens und Sogdiens in das Achämenidenreich während des 6. Jahrhunderts v. Chr.
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts (133). Hrsg,; Sporn, Katja; Senff, Reinhard; Dtsch.es Archäologisches Institut, Abteilung Athen. Mitteilungen des Dtsch.en Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung. Engl.; Dtsch. 2019. 302 S. 49 fb.- und 82 S/W-Abb. 30 x 22 cm. EUR 69,00. ISBN: 978-3-7861-2819-9 Gebr. Mann Verlag
In den »Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung« werden Beiträge zur Archäologie und Kulturgeschichte Griechenlands mit seinen angrenzenden Gebieten von der Vorgeschichte bis in die Spätantike publiziert.
Kerameikos (20). Brenne, Stefan. Die Ostraka vom Kerameikos. 2019. 1396 S. 397 Tafeln, 10071 Abb. 34 x 24 cm. EUR 220,00. ISBN: 978-3-95490-327-6 L, Reichert
Die Stimmscherben des Ostrakismos geben Einblick in einen außergewöhnlichen Aspekt der antiken Rechtsgeschichte. Beim stark ritualisierten Scherbengericht konnten die Athener des 5. Jahrhunderts v. Chr. einmal im Jahr einen Mitbürger für zehn Jahre verbannen. Das traf so bedeutende Persönlichkeiten wie Aristeides, Themistokles oder Kimon.
Abgestimmt wurde mit Scherben (óstraka), die überwiegend von den Teilnehmern an der Ostrakophorie selbst gestellt und beschriftet wurden. Bis 1966 waren 1658 solche Stimmscherben bekannt. Dann stellte ein Depotfund von rund 9000 Ostraka im Kerameikos die Forschung auf eine neue Grundlage. Sie werden hier erstmals vollständig vorgelegt, zusammen mit den älteren, teilweise bereits publizierten Funden aus dem Kerameikos. Der Schwerpunkt liegt auf der Materialvorlage in Text, Beschreibung und Abbildung, systematische Aspekte der Auswertung werden angerissen und erschließen den Katalog.
Eine Besonderheit des Hortfundes ist seine Geschlossenheit, die sich durch zahlreiche Anpassungen und andere Verbindungen zwischen verschiedenen Stimmscherben belegen lässt. Zusammen mit der wahrscheinlichen Datierung ins Jahr 471 v. Chr. ergeben sich viele Ansatzpunkte für eine große Bandbreite von Fragestellungen: zur Führungsschicht, zum Ablauf des Verfahrens selbst, zur Verbreitung der Schriftlichkeit und zur Schriftentwicklung oder zu sprachlichen Phänomenen im Bereich der Morphologie oder Phonetik. Ein neuer Fixpunkt ergibt sich für die Chronologie der Gebrauchskeramik, denn die verwendeten Scherben stammen von allen wichtigen Gefäßtypen. Der bewusste Umgang mit Schrift und Schreibfläche lässt Rückschlüsse auf das ästhetische Empfinden in der breiten Bürgerschaft zu. Einzelne Scherben enthalten Zusatzinformationen über die eigentliche Nennung des Namens hinaus, etwa Zusatztexte oder die bewusste Auswahl der Scherbe, und beleuchten so die Intention der ›Wähler‹ und die politische Diskussion dieser Zeit.
Die Tierknochenfunde aus dem Gräberfeld an der wiener Csokorgasse - eine anthrozoologische Studie zu den awarischen Bestattungssitten. Römisch Germanisches Zentralmuseum / Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (143). Baron, Henriette. Quasi liber et pictura. 2019. 662 S. 173 Abb., 44 Tab., 198 Zeichn., Maßtabellen, 356 Grafiken, zus. 30 fb. Abb. 43 Landkarten. 30 x 21 cm. EUR 99,00. ISBN: 978-3-7954-3434-2 Schnell & Steiner
Tierknochen in awarischen Gräberfeldern werden häufig als Speisebeigaben für die Toten oder unspezifisch als »Opfer« gedeutet. Aber warum wählten die Awaren ganz bestimmte Tiere und Tierteile aus, um sie ihren Toten in das Grab zu legen?
Archäologisches Gedächtnis der Städte. Schriftenreihe des Arbeitskreises der Bodendenkmalpflege der Fritz Thyssen Stiftung (3). Beitr.: Alexopoulos, George I.; Asal, Rahmi; De Caro, Stefano; Collignon, Oliver; Giampaola, Daniela; Kirova, Nadezhda; Sevim Kiziltan, Zeynep; Pähler, Ingo; Schäfer, Alfred; Vennes, Bruno; Vollmer-König, Martin; Wemhoff, Matthias; Hrsg.: Fritz Thyssen Stiftung; Hesberg, Henner; Kunow, Jürgen; Otten, Thomas. Mit der U-Bahn in die Vergangenheit – Erinnerungsorte im Massenverkehr. 2019. 144 S. zahlr. fb. Abb. 28 x 21 cm. EUR 29,95. ISBN: 978-3-7954-3412-0 Schnell & Steiner
U-Bahnhöfe sind Orte der Bewegung, der Dynamik und der Fluktuation. Hauptanliegen der modernen Verkehrsmittel ist es, viele Menschen in möglichst kurzer Zeit zu ihren Zielen zu führen. Dazu im Kontrast steht die Persistenz der Bodendenkmäler, die beim Bau der U-Bahn-Trassen gefunden werden und die Zeugen für die lange Geschichte dieser Plätze sind. Dieses Spannungsfeld behandeln die Beiträge der dritten Publikation des Arbeitskreises Bodendenkmäler der Fritz Thyssen Stiftung.
Kunst und Archäologie der griechischen Welt. Von den Anfängen bis zum Hellenismus. Neer, Richard T. Engl. Newton, Iris. 2019. 400 S. 432 fb. Abb. 28 x 22 cm. EUR 24,95. ISBN: 978-3-534-26268-7
Archäologie des Tassilokelchs. Schriften des Archäologischen Museums Frankfurt am Main (32). Wamers, Egon. 2019. 496 S. 374 meist fb. Abb. 28 x 21 cm. EUR 50,00. ISBN: 978-3-7954-3187-7 Schnell & Steiner
Zu den herausragendsten Kunstdenkmälern des Alpenraumes gehört der Tassilokelch, der von Baiernherzog Tassilo III. und seiner Frau Liutpirc wohl 777 für Stift Kremsmünster in Oberösterreich gestiftet wurde. Der Kelch ist namengebend geworden für Kunst und Ornamentik einer Vielzahl von Goldschmiedearbeiten, vorwiegend aus archäologischen Befunden der 2. Hälfte des 8. Jh.
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