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Wohnen in der Metropole Ruhr

Leben im Revier

Das Ruhrgebiet hat sich wie keine andere Region Deutschlands durch Zuwanderung erst konstituiert. Es zog die Menschen an wie ein Magnet. In der Industrialisierungsphase kamen sie freiwillig als finanzstarke Unternehmer und als junge Arbeitssuchende, in den Kriegsjahren wurden viele Fremde hierher verschleppt und zur Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen gezwungen.

Für Fremd(e) im Revier!? haben sich Ruhrgebietsarchive aus neun Städten (Bochum, Wesel, Bottrop, Marl, Gelsenkirchen, Essen, Recklinghausen, Dinslaken und Mühlheim) und zahlreiche andere Kooperationspartner des Themas Migration und Fremdsein für ein gemeinsames Ausstellungs- und Publikationsprojekt angenommen und einen weiten Bogen gespannt: Von den Fremden des Mittelalters und den Glaubens- und Revolutionsflüchtlingen der frühen Neuzeit über die Arbeitsmigranten des 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zur heutigen Situation hier lebender Migranten und Migrantinnen. Das Fremdsein und das Heimischwerden war die Erfahrung, die viele Neubürger des Reviers gemacht haben. Den umgekehrten Prozess der Ent-Fremdung erlebten und erlitten vor allem die jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus dem Ruhrgebiet während des „Dritten Reiches“.
Die Beiträge untersuchen das Gegen-, Neben- und Miteinander von Fremden und Einheimischen. Sie stellen das spannende Wechselspiel von „fremd“ und „eigen“ vor.

Ein reich illustrierter Band, der bestens geeignet ist, das Revier, seine Geschichte und seine Menschen zu verstehen.

Ein weiterer Band, ebenfalls bei Klartext erschienen, behandelt ganz allgemein das Wohnen in der Metropole Ruhr.
Im Vorfeld der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 hatte das Projekt so klangvolle Bezeichnungen wie „lebendiges Wohnmuseum“, Peepshow des Wohnens“ oder etwas seriöser ausgedrückt: „Stadtführung ganz anders“ bekommen. So bunt wie die Titel, so bunt und vielfältig sind die Einblicke in die Wohnkultur des Ruhrgebiets. Von der Fabrikantenvilla bis zur Gartenlaube, vom Gründerzeitviertel zum zeitgenössischen Wohnprojekt, von der Hochhaussiedlung zum Fachwerkhaus. Das Alltagswohnen im Ruhrgebiet wird durch die „Route der Wohnkultur“ mit all seinen Eigenheiten und Facetten erlebbar. Dieses Buch dokumentiert 58 Beispiele einer Wohnkultur, die so vielfältig und eigen ist wie das Ruhrgebiet selbst. Darüber hinaus werden Aspekte der Wohnungsbauförderung, der Denkmalpflege, Maßnahmen zum Wiederaufbau nach dem Krieg und die Wohnsituation und Wohnbedürfnisse von Migranten dargestellt, verbunden mit einem Ausblick nachhaltiger Wohnungsbaupolitik und der Frage, wie man künftig mehr Wohneigentum schaffen könnte.

Fremd(e) im Revier!? Zuwanderung und Fremdsein im Ruhrgebiet. Hrsg.: Wisotzky, Klaus; Wölk, Ingrid. 2010. 352 S. zahlr. fb. Abb. 30 x 23 cm. Gb. EUR 24,95
978-3-8375-0350-0

09.10.2011

Gabriele Klempert
Route der Wohnkultur. Wohnen in der Metropole Ruhr. Hrsg.: Büro STADTIDEE; Hrsg.: RUHR.2010 GmbH. 252 S. zahlr. fb. Abb. 24,5 x 20 cm. Gb. Klartext, Essen 2010. EUR 24,95
ISBN 978-3-8375-0328-9
 
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