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2500 Jahre europäische Möbelkunst

Erstmalig werden in dem vorliegenden Band nicht nur kunstgeschichtliche Entwicklungslinien nachgezeichnet, sondern auch die sozialgeschichtlichen Bedingungen geschildert, die dem Möbelbau in den 2500 Jahren seiner Geschichte zugrunde lagen; ferner wird den Einflüssen der Alltagskultur wie der fremden Kulturen auf die Formensprache der Möbel nachgegangen. Dabei weist John Morley, ehemaliger Direktor des Royal Pavilion und des Museums in Brighton, beispielsweise die gleichen antiken Formen an einer klassizistischen Kommode aus Frankreich, einem Biedermeiertisch wie auch einem modernen Möbel des 20. Jahrhunderts nach. Und es scheint der immer wieder auftauchende Konflikt zwischen "klassisch" und "anti-klassisch", zwischen Ordnung und freier Entfaltung der gestalterischen Phantasie für die Entwicklung der Möbelkunst besonders fruchtbar gewesen zu sein. Anders sei es, so Morley, nicht zu erklären, dass die scheinbar simple Aufgabe, einen Stuhl zu bauen, auf dem man sitzen kann, zu vielen völlig unterschiedlichen Ergebnissen geführt hat. Wechselnde Moden, gesellschaftlicher, politischer und religiöser Wandel und fremde Kulturen nahmen Einfluss auf Gestalt und Form des Mobiliars. Vor diesem Hintergrund und im Kontext ihrer zeittypischen Stilideale weden auch die Meisterwerke eines Boulle, Roentgen oder Spindler, eines Josef Hoffmann oder Charles Eames in ihrer Einzigartigkeit verständlich. Ein ausführliches Literaturverzeichnis sowie ein Register runden den reich bebilderten Band ab.
Gabriele Klempert
John Morley. Möbel Europas. Von der Antike bis zur Moderne.350 S., 680 Abb. Dav. 180 fb. HC, 2001. DM 148,-
ISBN 3-89441-483-9
 
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