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Einszueins - Positionen zum Ausstellen.

Einszueins ist ein Buch über das Wahrnehmen von Ausstellungen in ihrenkomplizierten und vielschichtigen Zusammenhängen. Das sind zum einen die Formen der Zusammenarbeit von Kuratoren und Gestaltern, zum anderen die Interaktion zwischen Exponat und Besucher, aber auch die Symbiose von Kunst und Kommunikation.
Dabei bildete das Buch nicht oder dokumentiert nur die Vorgänge, sondern versucht Kommunikationsdesign im musealen Bereich transparent zu machen. Eine Ausstellung lebt von der Inszenierung, dem Zusammenspiel von Exponaten, Licht und Medien, und wie diese didaktisch das (Kommunikations)ziel der Ausstellung vermitteln. Dieses Ziel endet nicht nur im Gebäude der Ausstellung selbst. Stefan Nowak fragt vielmehr nach, ob diese nicht bereits während der Wegführung auf der Straße, an der Fassade, in der U-Bahn oder gar im Briefkasten in Form einer Einladung beginnt.
Wilfried Korffmacher, Kommunikationsdesigner an der FH Düsseldorf, beschäftigt sich mit der klassischen Frage zu Inhalt und Form und kommt u.a. zu dem Schluß, Designer seien zwar Dienstleister, aber auch Überzeugungstäter und zugleich Amateure. Judith Oexle, Landesarchäologin in Sachsen und am Japanisches Palais in Dresden, beschreibt den schwierigen Prozess der Kooperation und titelt ihren Beitrag mit "magd und knecht" während der Architekt Tristan Kobler sich der Visualisierung des Raumes annimmt und führt aus, dass auch eine einigermaßen realistische Nachbildung von Räumen niemals gelingen kann und man das Publikum angesichts dieser Tatsache nicht für dumm verkaufen solle - "Ausstellungen haben nicht schön zu sein, sie sollen treffen".
Klaus Klemp, vom Amt für Wissenschaft und Kunst in Frankfurt am Main, liefert einen Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Ausstellung. Diese ist niemals ein isoliertes Produkt, sondern gibt einen Prozess wieder, während Bärbel Auffermann der Faszination des Zusammenspiels von Exponat und Inszenierung mit Hilfe moderner Medien erliegt, um damit neue Kontexte zu schaffen. Jochen Ludwig beschäftigt sich mit dem Thema Kunst und Kommunkation, Petra Winkelmann untersucht das Klima zwischen Museum und Besucher und Ulrich Leschak meint, Interaktion müsse zwar nicht immer digital sein, sei dies aber immer öfter.
Obwohl das Buch vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in der Auswahl der schönsten Bücher eine besondere Würdigung erfuhr, erschließt sich der Abbildungsteil dem Laien nur schwer, da man erst durch ein Feuerwerk von Deails sich hindurchblättert, bis man den Textteil erreicht, der dann aber auch für Laien spannend und hochinformativ ist. Die Auflösung des Bilderrätsels gelingt ab 2637 cm (statt Seitenangaben führt ein Bandmaß durch das Buch!) ebenfalls wegen der sehr kleinen Abbildungen nur schwierig. Für Seh-Profis und Design-Freaks mag der Band voll und ganz erfreuen, für den Laien ist das Bildprogramm des Buches und die damit verbundene Botschaft kaum nachvollziehbar.
Gabriele Klempert
Einszueins - Positionen zum Ausstellen. Hrsg.: Grafikbüro Düsseldorf,Petra Knyrim, Stefan Nowak, Philipp Teufel . 2001. 172 S. 100 fb. Abb., 21 cm, SC; 1999. Euro 24,50
ISBN 3-922675-20-4   [modo]
 
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