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Die Chronik Eisenberger. Bebilderte Geschichte einer Beamtenfamilie der deutschen Renaissance. Aufstieg in den Wetterauer Niederadel und das Frankfurter Patriziat.

Aufstieg und erreichtes soziales Ansehen der Familie vorzuweisen war Ziel der bebilderten Geschlechterbücher der deutschen Renaissance, wie sie vom Patriziat in Nürnberg, Augsburg und Frankfurt sowie vom Adel angelegt wurden. Gleichrangig daneben stand die Sorge um gute Memoria, um gutes "gedechtnus" bei den Nachfahren. Von dieser öffentlichen und privaten Ausrichtung geprägt wurden die Familienmitglieder - unterstützt von vielfältigen Texten - in genealogischer Bildfolge als Kostümfiguren präsentiert und dabei auch die in den Kleiderordnungen manifestierten Standesunterschiede mit kostbaren Materialien (Pelz, Samt, Seide) und Rangsymbolen (Wappen, Degen, Schmuck) verdeutlicht. Die bebilderten Geschlechterbücher sind Kernstück einer vorweisbaren Vergangenheit und Ausdruck des Selbstbewußtseins der Patriziergeschlechter als Demonstration der reklamierten Ranggleichheit mit dem Landadel.
Die Wetterauer Amtsfamilie Eisenberger hatte über vier Generationen Amtleute, Keller und Räte gestellt. Aufgrund ihrer Verdienste wurde sie 1563 von Kaiser Ferdinand in den Ritteradel erhoben. Durch ihre Einheirat in das Frankfurter Patriziat erreichte sie den begehrten Zugang zur Patriziergesellschaft Alten Limpurg.
Philipp Eisenberger d. J. (1548-1607) legte in Mainz die bisher kaum beachtete Chronik Eisenberger an. Sie zeigt die für die Gattung typischen Titelseiten, Vorrede, Genealogie sowie Kostümfiguren und darüber hinaus eine reiche, auch mit Szenen illustrierte Familiengeschichte, späthumanistische lateinische Gedichte und die europäische Hintergrundgeschichte. Die Zeit der Handlung reicht von Mitte des 15. bis Anfang des 17. Jahrhundert; der Ort ist das Dreieck Ortenberg - Mainz - Aschaffenburg, mit Franfurt in der Mitte.
In den Eisenbergern berühren sich die Lebenswelten der Wetterauer Amtsfamilien und des Frankfurter Patriziats; sie werden sprachlich ausdrucksstark und bildlich detailreich vorgstellt, von den Kämpfen, welche amtshalber durchzuführen waren, eine dramatische Operationen im Frankfurter Hospital, bis zu Scherz, Maskerade und Schulstreichen.
Das Buch gliedert sich in einen Editionsteil der Chronik und einen ausführlichen Kommentarteil, ergänzt mit weiteren Hintergrundinformationen im Anhang. sowie ein umfangreiches Quellen und Literaturverzeichnis sowie 80 Seiten ! Stichwortverzeichnis.
Ärgerlich ist, dass dieses wertvolle Buch zwar eine ISBN trägt und in einem Frankfurter Museumsverlag erschienen ist, es jedoch nicht im Verzeichnis lieferbarer Bücher aufgeführt ist und dem Buchhandel - sollte dieser überhaupt darauf stoßen - kein Rabatt gwährt wird. Da uns aber an der Verbreitung dieses Buches über eine regionale Mundpropaganda hinaus liegt, weisen wir dennoch auf dieses Buch hin.

Leider wurde es der Redaktion untersagt, das Buch zu einem höheren, als dem von Museum vorgegebenen anzubieten.
Auf Anfrage teilen wir Ihnen mit, wo das Buch zu bekommen ist.
vdr
Hartmut Bock. Die Chronik Eisenberger. Bebilderte Geschichte einer Beamtenfamilie der deutschen Renaissance. Aufstieg in den Wetterauer Niederadel und das Frankfurter Patriziat. 620 S., 200 meist fb. Abb. Euro 50,-
ISBN 3-89282-040-6
 
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