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Wunderuhren. Astronomische Uhren in Kirchen der Hansezeit

Täglich stehen Besucher bewundernd und fragend vor den monumentalen astronomischen Uhren des Mittelalters. Sie betrachten respektvoll die Leistungen derer, die sie vor vielen Jahrhunderten planten, bauten und gestalteten und fragen sich oft: Was wird angezeigt, warum fehlt der Minutenzeiger, warum dreht sich der Stundenzeiger »falsch« herum, was bedeuten die verwirrend vielen Linien auf manchen der Uhrscheiben und, und, und...

Im ersten Teil des Buches werden zunächst Sinn und Zweck der astronomischen Uhren hinterfragt. Manfred Schukowski stellt die Uhren ebenso als Objekte handwerklicher Kunst, wie deren Gehäuse als städtische oder kirchliche Prunkstücke sowie die oftmals vorhandenen Figurenspiele als Wunderwerke der damaligen Zeit dar und er widmet sich auch den Uhren als Gegenstand der Wissenschaft und hinterfragt die astronomischen Darstellungen und Anzeigen.
Im zweiten Teil beschäftigt sich der Autor mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der hansischen Uhren, die sich einer älteren — 1379 bis etwa 1435 — und einer jüngeren Generation zuordnen lassen.

Neben den astronomischen, astrologischen und technischen Aspekten interessieren ihn auch das religiöse Programm und die künstlerische Gestaltung der verschiedenen Uhren.

Im dritten Hauptkapitel werden die einzelnen Uhren vorgestellt: u.a. die Danziger Marienkirchuhr, die Uhrscheibe im Doberaner Münster, die alte Lübecker Marienkirchuhr - das "Flaggschiff" der hansischen Großuhren - die Uhr im Dom zu Lübeck, die zerstörte Uhr in der St.-Petri-Kirche zu Lübeck, die Domuhr von Lund in Schweden, die Uhr in der Kirche von Fjelie, die Domuhr von Münster in Westfalen, die Uhren in den Marienkirchen von Rostock und Stendal, die Uhr in der Nikolaikirche Stralsund, die astronomischen Uhren in derJakobi- und der Marienkirche von Stralsund und die Wismarer Marienkirchuhr sowie die Uhren der dortigen Georgen- und Nikolaikirche.
In einem Anhang finden sich u.a. eine Liste der öffentlichen astronomischen Großuhren in Europa, eine Liste der lateinischen Inschriften, ein Glossar, eine Literaturauswahl, ein Orts-, ein Personen- und ein Sachregister.

Das reich illustrierte Buch versteht sich als ein Beitrag zum besseren Verstehen der Uhren und auch als Dank an ihre Erbauer und all diejenigen, die sich um deren Erhalt oder Wiederherstellung verdient gemacht haben. Vor allem will es Antworten auf die vielen Fragen der Betrachter geben.

Der Autor Prof. Dr. Manfred Schukowski wurde 1928 in Stralsund geboren. Der Schwerpunkt seiner beruflichen, wissenschaftlichen und publizistischen Arbeit lag in der Lehrerbildung und der Didaktik der Astronomie. Seit nahezu drei Jahrzehnten befasst er sich mit der Erforschung und Popularisierung der mittelalterlichen astronomischen Uhren Europas, insbesondere der des hansischen Raumes. 1995 erhielt er für die wissenschaftliche Betreuung der Rostocker Monumental-uhr und die Berechnung ihrer Kalenderscheibe 2018 bis 2150 den Kulturpreis der Stadt Rostock

vdr
Schukowski, Manfred: Wunderuhren. Astronomische Uhren in Kirchen der Hansezeit. 156 S., 45 sw. u. 145 fb. Abb. 23 x 24 cm. Gb. Thomas Helms, Schwerin 2006. EUR 34,00
ISBN 3-935749-03-1
 
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