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Jüdische Kunst und Kultur in Köln

Jüdische Kölner, ihre Kultur, Religion und Kunst gehören seit zwei Jahrtausenden zu Köln, zur Kulturgeschichte und Identität der Stadt am Rhein.
In Köln gibt es die älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen. Deren früheste Erwähnung ist durch ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahre 321 belegt.
Die Geschichte der jüdischen Kunst und Kultur in Köln kennt viele Höhen und Tiefen und lässt sich nicht auf eine reine Religions- und Gemeindegeschichte reduzieren, ebenso gilt dies für den Antisemitismus und die Shoah.

Zahlreiche Fotografien und kurze, informative Texte heben die konstitutiven und kreativen Besonderheiten der jüdischen Kultur im katholisch geprägten Köln hervor: Der Bogen spannt sich von Gegenständen aus dem religiösen Zusammenhang über Architektur und Wissenschaft, einzelne Biographien bedeutende Persönlichkeiten, die in Köln gewirkt und ihre Spuren hinterlassen haben, bis hin zum heutigen Gemeindeleben in Köln.

Dieses Buch stellt ein facettenreiches Panorama des fast zweitausendjährigen jüdisch-kölnischen Lebens vor. Wie der Titel des Buches trägt auch das erste Kapitel den gleichen Titel und beschäftigt sich mit der Jüdischen Kunst und Kultur in Köln. Dem schließt sich ein Kapitel mit einer tiefer gehenden Beschreibung der zwei besonders bedeutsamen Epochen an: der Antike und des Mittelalters, gefolgt von einer Auswahl jüdischer Zeremonialkunst aus fünf Jahrhunderten.
Es folgt unter der etwas irreleitenden Überschrift „Entfaltungsmöglichkeiten?“ eine Darstellung verschiedener Kölner Synagogenbauten, Schulen, Friedhöfe, sowie die Aufzählung einer Liste von Kölner Rabbinern und weitere kleine Essays über berühmte Kölner Persönlichkeiten aus dem 19. Jahrhundert u.a. Karl Marx oder die Künstler David Levin Elkan oder Otto Freundlich, dessen Mosaik heute im oberen Foyer der Kölner Oper zu sehen ist.
Das Kapitel „Jüdische Selbstbehauptung, Verfolgung und Entrechtung“ befasst sich fast peinlich knapp auf nur zehn Seiten mit den Verboten jüdischer Kultureinrichtungen und den damit einhergehenden Berufsverboten und der anschließenden Verfolgung jüdischer Künstler „…Ausplünderung und schließlich Mord beendeten den gemeinsamen Weg von Juden und Nichtjuden in der deutschen Kultur“.

Dieses Buch sei allen Lesern, auch über Köln hinaus ans Herz und auf den Tisch gelegt, als ein exemplarisches Beispiel für eine überaus fruchtbare Entwicklung einer jüdischen Kultur in einer deutschen Großstadt.
Eine direkte Anknüpfung an die unwiderbringlich zerstörte jüdische Kultur Kölns ist nicht möglich, sie ist endgültig verloren. Aber alles, was an jüdischem Leben in einer so lebendigen Stadt wie Köln neue Wurzeln schlagen kann, wird die Stadt bereichern und weit über Köln hinaus ausstrahlen.
16.5.2008


Gabriele Klempert
Zwei Jahrtausende Jüdische Kunst und Kultur in Köln. Hrsg.: Wilhelm, Jürgen. 2007. 240 S., 150 fb. Abb. 27 x 21 cm. Ln. Greven, Köln 2007EUR 39,90
ISBN 3-7743-0397-5
 
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