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Antike und Spätantike

 
 
Das Dipylon. Kerameikos (22). Gruben (†), Gottfried; Müller, Klaus. Hrsg.: Stroszeck, Jutta. 2018. 284 S. 15 Beilagen im Schuber, 435 Abb. 34 x 24 cm. EUR 110,00. ISBN: 978-3-95490-306-1 L, Reichert
Das Thriasische Tor – im Lauf der Zeit wurde hierfür die Bezeichnung ›Dipylon‹ gebräuchlich – war über sieben Jahrhunderte lang die größte Toranlage der Athener Stadtbefestigung. Es sicherte die Passage des ›Dromos‹, der Straßenanlage zwischen Agora und Akademie durch den Befestigungsring und bildete an dieser prominenten Stelle den repräsentativen Rahmen für diverse Feierlichkeiten der Stadt.
Das vorliegende Werk beruht im Wesentlichen auf den Untersuchungen der Dipylon-Ruine und ihres Areals in den 1960er Jahren. Diese brachten die seit 1872 einsetzenden Freilegungen des Tors zum Abschluss, konnten aber erst jetzt auf der Grundlage der bestehenden Manuskripte von Gottfried Gruben publiziert werden. Die Arbeiten stellen angesichts stark reduzierter baulicher und stratigraphischer Befunde eine Meisterleistung der Bauforschung dar, wobei Befundreste verschiedenster Kategorien (literarische Quellen, Straßenschichten, Grabenfüllungen, Kanäle, Vorwerke, Brunnenanlagen, Baubefunde, Spolien) berücksichtigt und in die Argumentationen mit einbezogen wurden. Durch systematische Dokumentation, Analysen, Diskussion und die gegenseitigen Abstimmungen ihrer Aussagenkraft führten sie zu überraschend weitreichenden und durchwegs plausiblen Resultaten. Die Toranlage kann in den wesentlichen Phasen ihres Bestehens – der Gründungsanlage aus der Zeit unmittelbar nach den Perserkriegen, den sukzessiven Umbauten im Lauf des 4. Jahrhunderts und den Ergänzungen der römischen Zeit – als geklärt gelten.
Der reiche und ausführliche Text wird durch eine große Fülle von Plandarstellungen (Grundrisse, Gebäude- und Geländeschnitte, Detailzeichnungen) ergänzt, die die Befunde in ihrer Komplexität anschaulich vor Augen führen und es dem Leser erleichtern, die Interpretationen und Diskussionen kritisch nachzuvollziehen.
Katalog der Skulpturen IV: Historische Reliefs. Monumenta Artis Romanae (MAR) (40). Überarbeitet von Fless, Friederike; Langer, Stephanie; Liverani, Paolo; Pfanner, Michael. Vatikanische Museen. Museo Gregoriano Profano ex Lateranense. 2018. 288 S. 94 Tafeln, 33 fb. Abb., 426 Abb. 30 x 21 cm. EUR 125,00. ISBN: 978-3-95490-307-8 L, Reichert
Im Gesamtbestand des Museo Gregoriano Profano sind die Historischen Reliefs mit 20 Denkmälern eine zahlenmäßig wenig umfangreiche aber überaus wichtige Gruppe. Sie umfasst neben kaum bekannten Stücken auch zentrale Werke der römischen Kunst wie die Reliefs von der „Ara der Vicomagistri“, die „Großen Cancelleria-Reliefs“ und den „Larenaltar vom Belvedere“, die in den letzten Jahrzehnten intensiv und oft kontrovers diskutiert worden sind. Auch weniger prominente Reliefs, die zum Teil wegen ihres Erhaltungszustandes schwierig zu deuten sind, erweisen sich durch die eingehenden Untersuchungen als aufschlussreiche Zeugnisse öffentlicher Monumente.
In Mauretaniae maritimis. Marine Resource Exploitation in a Roman North African Province. Trakadas, Athena. Engl. 2018. 667 S. 99 Abb. EUR 89,00. ISBN: 978-3-515-12259-7
Gestempelte Militärziegel außerhalb der Truppenstandorte. Studia Archaeologica Palatina (3). Schmidts, Thomas. 2018. 414 S. 81 Tafelseiten, 55 Tabellen, 6 Diagramme. 30 x 21 cm. EUR 68,00. ISBN: 978-3-447-10998-7 Harrassowitz Verlag
Römische Militäreinheiten versahen die von ihnen hergestellten Ziegel häufig mit Stempeln. Seit dem späten 19. Jahrhundert ist bekannt, dass diese auch außerhalb der Legionslager und Kastelle vorkommen. Dieses Phänomen, das sich von Britannien bis nach Nordafrika nachweisen lässt, wurde unterschiedlich interpretiert und kontrovers diskutiert. Die Deutungen reichten vom Nachweis militäreigener Gebiete bis zur Einstufung der Ziegel als reguläres Handelsgut.
Thomas Schmidts präsentiert mit seiner Studie die erste umfassende und überregionale Untersuchung zu diesem Thema. Im Mittelpunkt stehen dabei die germanischen Provinzen des Römischen Reiches, aus denen die größte Anzahl von relevanten Fundplätzen bekannt ist. Es zeigt sich, dass ein einziger Interpretationsansatz nicht zur Lösung beiträgt, sondern individuelle Erklärungen für die jeweiligen Provinzen bzw. Regionen notwendig sind. Die gestempelten Ziegel belegen eine militärische Beteiligung an staatlichen und öffentlichen Bauten ebenso wie sekundäre Vorgänge, die zur Verbreitung der Baukeramik führten, was wiederum eine genaue Analyse des Beitrags des Militärs zum zivilen Ausbau der Provinzen erfordert.
Pergamon. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi. Hrsg.: Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin; Scholl, Andreas; Schwarzmaier, Agnes. 2018. 320 S. 262 fb. Abb. 30 x 24 cm. EUR 39,95. CHF 45,90 ISBN: 978-3-7319-0793-0 Imhof
Die deutschen Ausgrabungen in Pergamon zählen zu den erfolgreichsten Unternehmungen der deutschen klassischen Altertumswissenschaft.
Von den Königlichen Museen zu Berlin in den Jahren 1878 bis 1886 begonnen, werden die Grabungen vor Ort bis heute fortgeführt, und dies mit spektakulären Ergebnissen! Pergamon war im 3. und 2. Jahrhundert vor Christus Hauptstadt eines mächtigen Reiches, das große Teile der heutigen Türkei beherrschte.
Der Begleitband beschäftigt sich in zahlreichen Aufsätzen mit dem aktuellen Forschungsstand über Geschichte und Topographie, Herrscher und Hof, Heiligtümer und ihre Ausstattung, pergamenische Plastik sowie Ausgrabungen, Erforschung und Visualisierung. Der anschließende Objektkatalog besticht durch seine zahlreichen Farbabbildungen und stellt die einzelnen Objekte detailliert in Wort und Bild vor.
Zum Kommunikationspotenzial von Bodenmosaiken für die Schaffung heiliger Räume. Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz (45); Reihe B: Studien und Perspektiven. Watta, Sebastian. Sakrale Zonen im frühen Kirchenbau des Nahen Ostens. 2018. 416 S. 94 fb. Abb., 106 Abb. 32 x 23 cm. EUR 118,00. ISBN: 978-3-95490-342-9 L, Reichert
Angesichts des neutestamentlichen Standpunkts, wonach Gott nicht in Tempeln wohne, die von Menschenhand geschaffen wurden, ist es keineswegs selbstverständlich, dass Kirchen als Sakralbauten zu werten sind. Dennoch hat sich diese Vorstellung bereits früh etabliert. Davon zeugen Schriftquellen, aber auch Bodenmosaiken, die in ihrer Verbindung von Ornament, Bild und (In-)Schrift eine reiche Quellengrundlage für Fragen nach der Konstruktion und Wahrnehmung des heiligen Raums, seiner Parzellierung und Hierarchisierung bieten. Der regionale Schwerpunkt der Arbeit liegt hierbei auf den frühbyzantinischen bis umayyadenzeitlichen Kirchenbauten der Provincia Arabia, die einen Großteil des heutigen Jordanien einnahm. In der Analyse der Mosaiken im Kontext von Architektur, liturgischer Ausstattung und praktizierter Liturgie zeigen sich historische Vorstellungen vom heiligen Raum in ihrer ganzen Vielschichtigkeit.
The Sculptor’s Workshop. Aphrodisias (10). van Voorhis, Julie. Engl. 2018. 192 S. 253 Abb. 31 x 23 cm. EUR 69,00. ISBN: 978-3-95490-268-2 L, Reichert
Carved marble was a major part of the economy of Roman cities. The material was supplied by local and regional quarries but little is known of the workshops in which the carving was carried out. The Sculptor’s Workshop at Aphrodisias is a uniquely well-preserved facility of this kind supplied by a nearby local quarry. The workshop was located behind the Council House in the centre of town, and when excavated in 1967-1969 it contained remarkable remains from a high-end sculpture business. The monograph offers a complete publication of the archaeology of the workshop itself and of the finds – they include a set of stone-carving tools, a large quantity of sculpture in various states of completion, well-preserved statues (both portraits and mythological figures), and several practice pieces carved by apprentice sculptors as part of their training.
Rot, Weiß, Schwarz – Die Wandmalerei Mitteldeutschlands während der späten Bronze-/frühen Eisenzeit (1300 – 450 v. Chr.) im europäischen Kontext (Veröffentlichungen des Landesamtes für Denkmalpflege 78). Koll, Franziska. Hrsg.: Meller, Harald. 2018. 528 S. 78 fb. Abb. Gb. EUR 69,00. ISBN: 978-3-944507-82-8
Kleidung des 1. Jahrtausends v. Chr. in Xinjiang. Schnittentwicklung zwischen Funktionalität, Ästhetik und Kommunikation. Beck, Ulrike. 2018. 240 S. 162 Abb. EUR 66,00. ISBN: 978-3-7954-3377-2 Schnell & Steiner
Kleidung wird für den menschlichen Körper und die Bewegung geschaffen, erst getragen erlangt sie ihre Vollständigkeit. Das Buch präsentiert eine neue wissenschaftliche Methodik, die forensische Techniken mit denen des Reverse Engineering kombiniert. Angewendet auf Kleiderfunde aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. deckt deren systematische Rekonstruktion neue Erkenntnisse auf, ihre Tragweite geht über die Funde selbst weit hinaus. Im konsequenten Zusammenspiel von Texten und umfassendem Bildmaterial, Fotografien, Schnitt- und Konstruktionszeichnungen werden Produktionstechniken und Design dieser oft erstaunlich modern anmutenden, außergewöhnlichen Kleider umfassend präsentiert.
Kleidung des 1. Jahrtausends v. Chr. rekonstruiert und von Modellen getragen Untersuchungen zur Geburtsstunde der Schnittkunst
 

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Stand: 16.12.2018 18:34 Uhr
© 2003 Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus