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Mittelalter allgemein

 
 
Burgkapellen. Formen – Funktionen – Fragen. Akten der Internationalen Tagung Brixen, Bischöfliche Hofburg und Cusanus-Akademie 2. bis 5. September 2015. Hrsg.: Pfeifer, Gustav; Andermann, Kurt. 2017. 392 S. 1 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 44,90. ISBN: 978-3-7030-0977-8
Codex Udalrici. MGH - Die Briefe der Deutschen Kaiserzeit (10). Hrsg.: Nass, Klaus. 2017. 748 S. 3 Abb., 111 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 198,00. ISBN: 978-3-447-10946-8 Harrassowitz Verlag
Der Codex Udalrici ist eine umfangreiche Textsammlung des Bamberger Geistlichen Udalrich aus dem frühen 12. Jahrhundert. Er enthält 395 Texte (davon 228 Briefe, 113 Urkunden und 22 Gedichte), von denen knapp die Hälfte ausschließlich hier überliefert sind. Unter ihnen befinden sich bedeutende Dokumente zur Reichs- und Kirchengeschichte des späten 11. und frühen 12. Jahrhunderts, womit die Sammlung eine der wichtigsten Quellen zum Investiturstreit darstellt. Der von Klaus Nass herausgegebene Band 10 der Briefe der deutschen Kaiserzeit ist die erste vollständige kritische Edition des Codex Udalrici, die schon seit 1831 auf dem Programm der Monumenta Germaniae Historica steht. Sie beschränkt sich nicht auf die reine Textkonstitution, sondern berücksichtigt auch die Überlieferung der Texte außerhalb des Codex Udalrici, um so Udalrichs Vorlagen und Arbeitsweise bestimmen zu können. Die Einleitung bietet zudem neue Erkenntnisse über die Quelle: Die einzelnen Textschichten werden voneinander abgegrenzt (Widmungsfassung von 1125, Ergänzungen und Fortsetzung um 1134) und Uldarich wird mit dem 1127 verstorbenen Bamberger Domkustos identifiziert. Zudem wird aufgezeigt, dass der Codex nicht als Mustersammlung, sondern als Lesebuch und Handreichung für angehende Prälaten aus dem Bamberger Domkapitel gedacht war.
Aura – Mittelalterliche Holzskulpturen. Thüringens stille Kraft. Beitr.: Stückrad, Juliane. 2017. 192 S. fb. Abb. 29 x 22 cm. Gb. EUR 29,95. CHF 41,95 ISBN: 978-3-95462-731-8
Schwabenspiegel und Augsburger Stadtrecht. MGH-Schriften (73). Wüsthof, Lucas. 2017. 3668 S. 5 Abb. 22 x 16 cm. EUR 74,00. ISBN: 978-3-447-10840-9 Harrassowitz Verlag
Der Schwabenspiegel – eine große Unbekannte unter den deutschen Rechtsbüchern – der noch heute in knapp 400 Handschriften überliefert ist, widmet sich mit großer Detailfreude einer Vielzahl von Rechtsproblemen, deutet sie vor dem Hintergrund der spätmittelalterlichen Gesellschaft und ist so im wahrsten Sinne des Wortes ein „Spiegel“ seiner Zeit.
Lucas Wüsthof widmet sich diesem Klassiker der deutschen Rechtsgeschichte und untersucht seine engen Parallelen zum Augsburger Stadtrecht von 1275/76. Der Zusammenhang von Schwaben- und Deutschenspiegel spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Quellen des Schwabenspiegels, die Frage nach Oralität und Schriftlichkeit sowie nach dem Einfluss städtischer Rechtsgewohnheiten auf das Rechtsbuch. Die Anklänge des Stadtrechts an ländliche Rechtsgewohnheiten und auch die Existenz eines städtischen Lehenrechts zeigen, dass eine deutliche Trennung im Augsburger Stadtrecht nicht vollzogen wurde. So entstanden fall- und praxisbezogene Rechtssammlungen in denen sich regionale und städtische Eigenheiten sowie Rechtsfiguren aus dem Reich der Mythen und Sagen miteinander verbanden. So schwierig eine verbindliche Einordnung der beiden Rechtsquellen in ein Rezeptionsgebilde bleibt, umso leichter lässt sich feststellen, dass der Schwabenspiegel zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist: Nach den Unsicherheiten des Interregnums diente er zunächst als identitätsstiftendes Element im süddeutschen Rechtsraum und war später bis weit über die süddeutschen Landesgrenzen hinaus verbreitet, damit stand er ebenso wie der Sachsenspiegel in einer europäischen Tradition.
 

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Stand: 22.01.2018 11:08 Uhr
© 2003 Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus