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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Lipps, JohanneS. Die Basilica Aemilia am Forum Romanum. Der kaiserzeitliche Bau und seine Ornamentik.Palilia (Band 24). 2011. 252 S. 161 Abb. , sw. 29 x 22 cm. Pb. EUR 29,90. ISBN: 978-3-89500-870-2 Reichert
Die Basilica Aemilia am Forum Romanum gehört aufgrund ihrer Lage, Größe und Ausstattung zu den bedeutendsten Bauwerken des antiken Roms. Im Vergleich zu den meisten anderen Bauten ist sie besonders gut erhalten, aber dennoch nur schlecht erforscht. Für den vorliegenden Band wurden die erhaltenen Teile des kaiserzeitlichen Baus gesammelt und dokumentiert. Auf dieser Grundlage gelingen eine in Teilen sehr detaillierte Rekonstruktion des Baus, seiner Entstehung und seiner Geschichte. Besonderes Augenmerk wird auf den Einsatz und Bedeutungsgehalt der Bauornamentik gelegt, die vor allem in Hinblick auf die Raumnutzung und den städtebaulichen Kontext verstanden wird.
Gehn, Ulrich. Ehrenstatuen in der Spätantike. Chlamydati und Togati. Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz. Kunst im ersten Jahrtausend. Reihe B: Studien und Perspektiven (Band). 2011. 600 S. 270 Abb. , sw. 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-89500-861-0 Reichert
Ehrenstatuen, konstitutiver Bestandteil der antiken, insbesondere der römischen Stadtkultur und ein ausnehmend konservatives Medium der Selbstdarstellung der gesellschaftlichen Eliten, erfahren in der Spätantike (spätes 3. bis 6. Jahrhundert) einige auffällige Veränderungen. Sie zeigen die Geehrten in zwei bis dahin nicht gekannten Erscheinungsbildern, gekleidet in die Chlamys, einen militärischen Mantel, oder in eine vorher unbekannte Variante der Toga, des traditionellen römischen Bürgergewandes; zudem werden für die zugehörigen Inschriften und die Porträtköpfe neuartige Formen entwickelt. Die Arbeit interpretiert diese Neuerungen aus den gesellschaftlichen, politischen und administrativen Veränderungen heraus, die seit der Tetrarchie die Struktur der römischen Oberschichten umgestalteten und neue Repräsentationsmuster erforderlich machten.
Paul, Martina. Fibeln und Gürtelzubehör der späten römischen Kaiserzeit aus Augusta Vindelicum/Augsburg. Münchner Beiträge zur Provinzialrömischen Archäologie (Band 3). 2011. 168 S. 52 Abb. 30 x 21 cm. Gb.EUR 38,00. ISBN: 978-3-89500-783-5 Reichert
Erstmals wird der umfangreiche, vielfältige Bestand an spätrömischen Fibeln und Gürtelzubehör des 4. und der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts aus „Augusta Vindelicum“/Augsburg, der Hauptstadt der Provinz Raetia Secunda, dokumentiert und einer antiquarisch-chronologischen Analyse unterzogen; untersucht werden auch die Kontexte und die Verbreitung im Stadtgebiet. Die Träger der so genannten Zwiebelknoffibeln und der verschiedensten Gürtelbestandteile waren vorwiegend Beamte und Soldaten des spätrömischen Heeres. Die Funde bilden eine aussagekräftige Referenzgruppe für die Alpen- und Donauprovinzen, zudem liefern sie wichtige Hinweise für die Präsenz der römischen Verwaltung und des Militärs in Augsburg bis ins zweite Viertel oder gegen Mitte des 5. Jahrhunderts.
Roesler, Ulrike. Frühe Quellen zum buddhistischen Stufenweg in Tibet. Indische und tibetische Traditionen im »dPe chos« des Po-to-ba Rin-chen-gsal.Monographien zur Indischen Archäologie, Kunst und Philologie (Band 20). 2011. 740 S. 5 fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb.EUR 69,00. ISBN: 978-3-89500-724-8 Reichert
Die tibetische Kultur erlebte im 11. und 12. Jahrhundert zahlreiche Neuerungen: Der Buddhismus fasste auf dem tibetischen Hochland Fuß und es entstanden die großen Schulrichtungen. Gleichzeitig schufen tibetische Buddhisten wichtige Genres der buddhistischen Literatur. Auch der Dharma in Beispielen des Po-to-ba Rin-chen-gsal, ein frühes Werk über den „Stufenweg zur Erleuchtung“ (lam rim), entstand in dieser Zeit. Er kombiniert Elemente des indischen Buddhismus mit einheimischen tibetischen, wie z.B. Anekdoten, Sprichwörtern und Zeugnissen über Po-to-bas Zeitgenossen und stellt damit eine kulturhistorisch hochinteressante Quelle dieser Epoche dar. Die Monographie bietet eine ausführliche Einführung in den geistesgeschichtlichen Kontext sowie die Erstübersetzung des „Dharma in Beispielen“ in eine westliche Sprache.
Wander, Steven H. The Joshua Roll. 2011. Engl. 200 S. 44 Abb. , sw. 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-89500-854-2 Reichert
The “Joshua Roll” (Rome, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. gr. 431), a tenth-century illuminated scroll of the first half of the Old Testament book of Joshua, is among the finest examples of Byzantine book illumination. Previously overlooked, the texts accompanying the pictures along with other primary sources explain the miniatures. A critical edition of the Greek with English translation shows how elegantly and accurately the artist illustrated the epic story of Joshua’s conquest of the Promised Land. Details of iconography and style suggest that the Joshua Roll is the copy of a cartoon for a triumphal column, which likely was intended to honor the exploits of Basil “the Bastard”, chamberlain or chief minister of four emperors, Constantine VII, Nicephorus Phocas, John Tzimisces and the young Basil II.
Madrider Mitteilungen. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut. Madrid. Madrider Mitteilungen (Band 52). 2011. 604 S. 23 sw. Taf., 21 fb. Taf. weiteren Abb. , 189 Abb. , sw. 26 x 19 cm. Gb.EUR 98,00. ISBN: 978-3-89500-825-2 Reichert
People from the Dessert.Pre-Islamic Arabs in History and Culture.Hrsg.: Al Jallad, Nader. Textualia. Jews, Christians and Muslims through their texts (Band 2). 2011. Engl. 208 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-89500-872-6 Reichert
Krise und Wandel.Süditalien im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. Internationaler Kongress anlässlich des 65. Geburtstages von Dieter MertenS. Hrsg.: Neudecker, Richard. Palilia (Band 23). 2011. 212 S. 139 Abb. , sw. 29 x 22 cm. Pb. EUR 29,90. ISBN: 978-3-89500-865-8 Reichert
Sizilien und Unteritalien waren im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. der Schauplatz fast ununterbrochener Auseinandersetzungen zwischen indigener Bevölkerung, griechischstämmigen Siedlern, punischen Kolonisatoren und römischen Eroberern. Ihre Städte und Siedlungen bieten deshalb ein hohes Potenzial, wenn die kulturellen und ökonomischen Auswirkungen solcher politischer und militärischer Krisen erforscht werden sollen. Das Buch präsentiert ausgewählte Beiträge zu einem internationalen Kongress, der das von der Gerda Henkel Stiftung geförderte Forschungsprogramm „Italische Kulturen vom 7. bis 3. Jahrhundert v. Chr. in Süditalien und Sizilien“ eröffnete. Sowohl in Überblicken als auch anhand von Neufunden werden urbanistische Konzepte und wirtschaftliche Produktivität vorgestellt und analysiert.
Oepen, AlexiS. Villa und christlicher Kult auf der Iberischen Halbinsel in Spätantike und Westgotenzeit. Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz. Kunst im ersten Jahrtausend. Reihe B: Studien und Perspektiven (Band). 2011. 672 S. 100 Abb. , sw. 24 x 17 cm. Gb. EUR 148,00. ISBN: 978-3-89500-857-3 Reichert
Jenseits der urbanen Zentren, die bisher stärker im Fokus der Forschung lagen, werden einschlägige Komplexe spätantiker und westgotenzeitlicher Villenanlagen im ländlichen Bereich der gesamten Iberischen Halbinsel unter dem Aspekt der Christianisierung untersucht. Es gelingt ein differenzierter Überblick über die unterschiedlichen Formen der Etablierung von christlichem Kult im Umfeld spätantiker und frühmittelalterlicher Landsitze. Dabei gibt erst die Existenz von Altären, Taufpiscinen und liturgischem Mobiliar auf den Landgütern der potentiores einen eindeutigen Hinweis auf eine christliche Kultnutzung. Gleichzeitig behandelt die Untersuchung dieser Kirchenstiftungen auf privatem Grund, die in der älteren Forschung als "Eigenkirchen" bezeichnet werden, das Problem der kirchenrechtlichen Verfasstheit solcher Kultbauten im Umfeld ökonomisch autarker Güter, wobei die Zielsetzungen des spätantiken Stifterwesens in einem klaren Gegensatz zu den Interessen der Amtskirche stehen.
Sörries, Reiner. Christliche Archäologie compact. Ein topographischer Überblick. Europa – Asien – Afrika. 2011. 502 S. 274 Abb., fb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-89500-792-7 Reichert
„Christliche Archäologie compact“ ist die erste Gesamtdarstellung archäologischer Stätten der Spätantike und des Frühen Christentums von den britischen Inseln über den Sudan und Marokko bis nach China. Die große Welt der Christlichen Archäologie wird nach Ländern geordnet, und die wichtigsten Stätten werden vorgestellt. So entsteht ein Panorama der frühchristlichen Kunst, wobei die regionalen Besonderheiten charakterisiert werden. Damit wird die Bedeutung der frühchristlichen Zentren zwischen Rom und Konstantinopel nicht relativiert, aber der Blick für die Provinzen und die angrenzenden Landschaften wird geschärft. Bewusst werden dabei die Grenzen des ehemaligen Imperium Romanum überschritten. Dank eines umfassenden Registers gewinnt das Werk nahezu lexikalischen Charakter.
Schmidt, Heike C. Westcar on the Nile. A journey through Egypt in the 1820s. Menschen – Reisen – Forschungen (Band 1). Engl. 2011. 240 S. 140 Abb., fb. 27 x 21 cm. Gb. EUR 49,00. ISBN: 978-3-89500-852-8 Reichert
Hodak, Suzana. Ornamentale Purpurwirkereien. De variis purpureis segmentis, paragaudis, clavis et ceteris ornamentis cum ornamento. Sprachen und Kulturen des Christlichen Orients (Band 19). 2011. 1686 S. 1015 sw. Taf. 24 x 17 cm. Gb. EUR 348,00. ISBN: 978-3-89500-788-0 Reichert
Den ornamentalen Purpurwirkereien kommt nicht nur unter den Textilfunden aus Ägypten in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht ein besonderer Stellenwert zu. So dürfen sie als Hauptrepräsentant des ornamentalen Schaffens in der „koptischen“ Kunst gelten.
Die vorliegende dreibändige Arbeit versucht, in verschiedener Hinsicht Grundlagenarbeit zu leisten. Ziel ist es ein Arbeitsinstrumentarium und Handbuch für die künftige Beschäftigung mit dieser Objektgruppe aber auch mit Ornamentik im Allgemeinen zur Verfügung zu stellen.
Die Arbeit vereint nicht nur eine beachtliche Materialsammlung von rund 2360 Purpurwirkereien, deren Dokumentation und Präsentation in Form einer Datenbank und eines Bestandskataloges erfolgt, sondern sie bietet auch eine detaillierte Analyse derselben. Es lässt sich feststellen, dass diese Objektgruppe keineswegs einer wahllosen und/oder unendlichen Variationsvielfalt unterliegt. Dies zeigt sich sowohl im grundlegenden Aufbau der Zierwirkereien als auch in ihrer ornamentalen Gestaltung. Der Status quo ihres Ornamentrepertoirs ist in Form eines Ornamentkataloges zusammengestellt.
Orte – Ordnungen – Oszillationen. Raumerschaffung durch Wissen und räumliche Struktur von Wissen. Hrsg.: Filatkina, Natalia; Hrsg.: Przybilski, Martin. Trierer Beiträge zu den Historischen Kulturwissenschaften (Band 4). 2011. 208 S. 28 Abb., sw. 24 x 17 cm. Leinen. EUR 49,00. ISBN: 978-3-89500-815-3 Reichert
Der Band versammelt Beiträge einer transdisziplinär ausgerichteten Tagung, die sich, orientiert an den Leitbegriffen „Ort“, „Ordnung“ und „Oszillation“ mit kulturellen Zu- und Beschreibungen von Räumen des Wissens befassen, die sowohl faktitiven wie real existenten Raumkonstrukten zugeordnet sein und einander in polyvalent verschränkter Weise überlappen können. Die Spanne der in den Blick genommenen Beispiele reicht dabei chronologisch vom hohen Mittelalter bis in die Moderne, vom Gegenstand her vom gotischen Kathedralbau bis zum Tagebuch des Lodzer Ghettos. Die Konzentration auf die genannten Leitbegriffe eröffnet dabei neue, oftmals erstmalig mögliche Blickwinkel auf die kulturhistorische Bedeutung der Kategorie des Raums für das europäische Wissensarchiv.
Echevarría Arsuaga, Ana. The City of the three Mosques: Ávila and its Muslims in the Middle Ages. Textualia. Jews, Christians and Muslims through their texts (Band 1) 2011. Engl. 168 S. 9 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-89500-829-0 Reichert
This book troubles the traditional treatment of Muslims living under Christian rule in Iberia, traditionally dubbed “Mudejars,” as marginal in both medieval Christian and Muslim society. Focusing on Avila, for which uniquely complete records exist for the Muslim community from the twelfth to the sixteenth centuries, it is argued that the Muslims of Christian Avila were both deeply emeshed in Islamic culture throughout this period and integral members of the predominantly Christian city in which they lived. This monograph explores the processes of adaption and resistance in which Muslims engaged in order to maintain this balance in the face of the ever changing dynamics of Muslim-Christian relations within the wider medieval, and specifically, Iberian, world.
Egypt 1350 BC to AD 1800. Art Historical and Archeological Studies for Gawdat Gabra. Hrsg.: Eaton-Krauss, Marianne; Hrsg.: Fluck, Cäcilia; Hrsg.: Loon, Gertrud J. M. van. Sprachen und Kulturen des Christlichen Orients (Band 20). Engl. 176 S. 41 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 59,00. ISBN: 978-3-89500-820-7 Reichert
This tribute by a baker’s dozen of women to the esteemed Coptologist Gawdat Gabra comprises articles dealing with subjects reflecting his scholarly interests in the art and archaeology of Egypt which span more than three millennia. Following on Martin Krause’s laudatio and the list of Gawdat’s publications, four contributions (among them the publication of a number of liturgical objects in metal) focus on holdings of Cairo’s Coptic Museum, an institution with which he has been closely associated for over a quarter century. The production of pottery at monasteries, an icon painted by Ibrahim el-Nasikh in the mid-18th century, and the iconography of Zacharias, father of St. John the Baptist, are the subjects of articles, as are Coptic stelae from the Fayum, a group of rare embroidered textiles, an very unusual donor portrait among the paintings of the Red Monastery, and a mendicant statue of the New Kingdom supposedly from Edfu, the site of Gawdat’s first posting as an inspector of antiquities.
Bauer-Eberhardt, Ulrike. Die illuminierten Handschriften italienischer Herkunft in der Bayerischen Staatsbibliothek. Teil 1: Vom 10. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Katalog der illuminierten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek in München (Band 6.1) 2011. 524 S. 225 fb. Abb. 31 x 24 cm. Gb. EUR 248,00. ISBN: 978-3-89500-759-0 Reichert
Die geschmückten italienischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek reichen von der vorkarolingischen Zeit bis ins 16. Jahrhundert, wovon die frühesten bereits in dem allgemeinen Band der vorkarolingischen und karolingischen illuminierten Handschriften enthalten sind (Katharina Bierbrauer, Katalog der illuminierten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek in München, Band 1. Wiesbaden 1990). Ab dem 10. Jahrhundert wurde das verbleibende Münchener Material nun in zwei Teile aufgegliedert, die jeweils sowohl geographisch - ganz Italien betreffend - als auch chronologisch ein breites Feld abdecken müssen: In dem nun erscheinenden ersten Teil dieses wissenschaftlichen Katalogs werden die Handschriften aus rund fünf Jahrhunderten ausführlich beschrieben und nach dem Stil ihrer Illustrierung landschaftlich zugeordnet. Dabei reicht die Dekoration von der einfachen, manchmal schwer lokalisierbaren Fleuronnée-Initiale bis hin zu umfangreichen Miniaturenzyklen, wie sie beispielsweise in bolognesischen Rechtshandschriften des 13. und 14. Jahrhunderts auftreten, von denen die Bayerische Staatsbibliothek eine erhebliche Zahl besitzt. Zu dem Textband gehört ein umfangreicher Tafelband.
Dagyeli, Jeanine Elif. »Gott liebt das Handwerk«. Moral, Identität und religiöse Legitimierung in der mittelasiatischen Handwerks-risala. Iran - Turan (Band 12). 320 S. 20 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-89500-824-5 Reichert
Die erste umfassende Untersuchung der mittelasiatischen Handwerks-risala, eines vorsozialistischen Moralkodex, beschreibt die spirituelle und soziale Verortung des Handwerks anhand mündlicher und schriftlicher Quellen.
Jeanine Elif Dagyeli studierte Zentralasienwissenschaft und Islamwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zwischen 2005 und 2007 forschte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Thema mittelasiatische Handwerks-risala, zu dem sie 2008 an der Humboldt Universität promovierte. Derzeit ist sie Post-Doc-Stipendiatin der Gerda-Henkel-Stiftung und forscht sie über Tod und Dienstleistungsgruppen im Bereich der Begräbnisrituale in Mittelasien.
Das mittelasiatische Sendschreiben über den Beruf, risala-yi kasb, stellt eine Textgattung eigener Art dar, die bislang nur marginaler Forschungsgegenstand war. Einst über einen geographischen Raum von Chorasan bis Nordindien und Xinjang verbreitet, in der sozialistischen Ära Mittelasiens durch den politischen und wirtschaftlichen Umbruch zunehmend ins Abseits gedrängt, scheint sie mit der Besinnung auf vorsowjetische Traditionen in den neuen unabhängigen Staaten eine Renaissance im zeitgenössischen Handwerk zu erleben. In ihr wird der Handwerksberuf durch göttliche Intervention begründet und durch eine Kette von Überlieferern legitimiert. Zugleich stellt die risala einen Moralkodex für die gottgefällige Ausübung des Handwerks und die soziale Einbindung des Handwerkers dar. Die Autorin übersetzte eine Vielzahl von risala-Handschriften und unterzog sie einer islam- und literaturwissenschaftlichen Analyse. Forschungsaufenthalte bei heute lebenden Handwerkern der Region, zahlreiche Interviews und teilnehmende Beobachtung ergänzen die Analyse um ethnologische Aspekte. Untersucht werden die spirituelle Verortung mittelasiatischer Handwerker, der religiös untersetzte Arbeitsethos, die Regulierung der Beziehungen innerhalb der Handwerkerzusammenschlüsse und die Weitergabe des berufsspezifischen Wissens. Die Handwerke lassen sich hierbei nach ihren Gründungsmythen und ihren legendären Meistern, den pīr, kategorisieren. Nach und nach entwickelt sich daraus eine spirituelle Landkarte des Handwerks. Arbeit wiederum wird in ihrer sozialen Wertigkeit in der Selbst- und Fremdzuschreibung betrachtet und ihre Verankerung in den Diskursen um Armutsethos und Gewinnstreben in verschiedenen islamischen Denkschulen dargestellt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Vermittlung des Handwerks und dem Verhältnis von Meister und Lehrling, das seine Entsprechung in der sufischen Tradition findet. Durch die kritische Rezeption russischer bzw. sowjetischer ethnographischer Forschung werden die Untersuchungen zu Handwerk und Handwerker-risala seit Ende des 19. Jahrhunderts erschlossen und in Beziehung zu den (revitalisierten) Narrativen der Gegenwart gesetzt. Mit dieser Arbeit liegt erstmals eine dichte Beschreibung der mittelasiatischen Handwerkswelt und ihrer Einbindung in ihr religiöses und ökonomisches Umfeld vor. Der interdisziplinäre Forschungsansatz und die Verbindung von Quellenstudium und Feldforschung macht das Buch zu einer ergiebigen Quelle für Islamwissenschaftler, Ethnologen, Religions- und Wirtschaftshistoriker und gibt Fragestellungen für künftige Forschungen vor.
Hayer, Gerold; Schnell, Bernhard. Johannes Hartlieb »Kräuterbuch«. Wissensliteratur im Mittelalter. Schriften des Sonderforschungsbereiches 226 Würzburg /Eichstätt (Band 47) 2011. 224 S. 64 fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-89500-760-6 Reichert
Noch vor der Mitte des 15. Jahrhunderts verfasste der Münchener Arzt und Literat ein Kräuterbuch, das die medizinische Wirkung von mehr als 170 tierischen und pflanzlichen Drogen beschreibt. Mit ihren großformatigen bildliche Darstellungen der Tiere und Pflanzen ist es das einzige durchgehend illustrierte Kräuterbuch in deutscher Sprache vor der Inkunabelzeit. Der Text wird erstmals in einer kritischen Ausgabe vorgelegt. Informationen zum Verfasser, zu Überlieferung und Textgeschichte sowie ein Sachglossar ergänzen diese Edition, der zudem eine repräsentative Auswahl von 64 ganzseitigen Farbabbildungen aus der dem Text zugrunde liegenden Leithandschrift beigegeben ist.
Gerold Hayer
geboren 1945, Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Salzburg, 1972 Dr. phil., 1973 wiss. Mitarbeiter an Forschungsprojekten, 1981 Universitäts-Assistent, seit 1992 Univ.-Doz. für Ältere deutsche Sprache und Literatur und ao. Univ.-Prof. am Institut/Fachbereich für Germanistik an der Universität Salzburg. Forschungsschwerpunkte: Spätmittelalterliche pragmatische Literatur, Text- und Überlieferungsgeschichte, Bibliotheksgeschichte.Bernhard Schnell geboren 1942, Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität München, 1974-1990 wiss. Mitarbeiter (Forschergruppe „Prosa des deutschen Mittelalters“, Sonderforschungsbereich „Wissensorganisierende und wissensvermittelnde Literatur im Mittelalter“) in Würzburg, 1980 Dr. phil., 1990 Priv.-Doz. für Geschichte der Medizin, 1990-1994 akad. Oberrat am Institut für Geschichte der Medizin an der Univ. Würzburg, 1995-2007 Leiter der Arbeitsstelle des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs an der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Forschungsschwerpunkte: Mittelhochdeutsche Lexikographie, deutsche Medizinliteratur des Mittelalters, Text- und Überlieferungsgeschichte.
Das »Nibelungenlied« und »Das Buch des Dede Korkut« – Sprachwissenschaftliche Aspekte.Imagines Medii Aevi.Beiträge zum ersten interkulturellen Symposion in Baku, Aserbaidschan, 2009 Interdisziplinäre. Beiträge zur Mittelalterforschung Band 28. Hrsg.: Abdullayev, Kamal; Boeschoten, Hendrik; Hartmann, Sieglinde; Störmer-Caysa, Uta. 2011. 192 S., 4 Abb. 24 x 17 cm Gb. EUR 59,00 ISBN: 978-3-89500-811-5 Reichert
Mit diesem Tagungsband rückt das „Kitab Dede Korkut“ in den Brennpunkt interkultureller Komparatistik zur mittelalterlichen Heldenepik. Den ältesten und einzig vollständigen Überlieferungszeugen dieser prä-osmanischen Heldendichtung hütet die Sächsischen Staats- und Landesbibliothek Dresden. Die neueste deutsche Übersetzung hat der Mainzer Turkologe, Hendrik Boeschoten, vorgelegt: Ideale Voraussetzungen für den Beginn einer wissenschaftlichen Kooperation zwischen Aserbaidschan und Deutschland, die mit Unterstützung der DFG und der Deutschen Botschaft Baku eine Annäherung der Wissenschaftsdiskurse zwischen Ost und West anstrebt. Behandelt werden aus je eigener sprachwissenschaftlicher Perspektive u.a. Themen aus Bereichen wie Syntax, Lexik, Wortbildung, Namenforschung oder Sprechakttheorie. Nicht nur ein erster Brückenschlag zwischen Orient und Okzident, sondern auch ein Novum für deutsche Forschungen zum „Nibelungenlied“.
Müller, Klaus. Die Ehrenbögen in Pompeji. Beitr.: Kockel, Valentin. Studien zur Antiken Stadt (Band 10). 2011. 140 S. 138 Abb. 32 x 24 cm. Gb. EUR 59,00. ISBN: 978-3-89500-817-7 Reichert
Die fünf in Pompeji überlieferten Ehrenbögen haben das Bild der Stadt sowohl in der Antike wie auch als Ruine entscheidend mitgeprägt. In dem vorliegende Band behandelt Klaus Müller sie erstmals seit ihrer Freilegung im 19. Jahrhundert detailliert. Auf der Grundlage einer Untersuchung des Baubefundes werden Datierungen und Rekonstruktionen vorgeschlagen und ihre urbanistische Qualität geprüft. Vor allem für den am Capitolstempel östlich anschließenden Bogen muss die bisherige Forschungsmeinung deutlich geändert werden. Erst nach dem Erbeben von 62 n. Chr. als Ersatz eines einfachen Tordurchganges errichtet erlebte er mehrere Planungs- und Umbauphasen und zeugt damit von der anhaltenden Bautätigkeit in Pompeji bis zu seiner endgültigen Verschüttung. Bisherige Versuche, die Bögen als Ehrungen bestimmten historischen Personen zuzuschreiben erweisen sich als nicht haltbar.
Eine Einleitung von Valentin Kockel ergänzt die bauhistorische Untersuchung aus rezeptionsgeschichtlicher Sicht. Erstmals können bisher unpublizierte Zeichnungen von William Gell aus dem frühen 19. Jahrhundert abgebildet werden.
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Stand: 05.02.2012 15:45 Uhr
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