KunstbuchAnzeiger - Kunst, Architektur, Fotografie, Design
 

Neuerscheinungen in Archäologie

Hieratische Ostraka und Namensteine aus Dra‘ Abu el-Naga. Archäologische Veröffentlichungen des Deutschen Archäologischen Instituts (129). Burkard, Günter. Dra‘ Abu el-Naga II. 2018. 186 S. 188 z. T. fb. Abb. 35 x 25 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-11059-4 Harrassowitz Verlag
Die Ostraka aus der Nekropole von Dra` Abu el-Naga in Theben-West stammen in der überwiegenden Mehrzahl aus dem Doppelgrabkomplex K93.11 und K93.12, der in der frühen 18. Dynastie angelegt und in der späten 20. Dynastie unter den Hohenpriestern Ramsesnacht und dessen Sohn Amenophis neu gestaltet wurde. Von nur wenigen Ausnahmen abgesehen liegt mit diesen Texten ein so noch kaum beobachteter Sonderfall vor: Es sind Keramikostraka oder oft recht massive Kalksteinbrocken mit einem oder mehreren Personennamen als einzigem Inhalt. In Dra` Abu el-Naga II werden die hieratischen Ostraka und Namensteine erstmals vorgelegt. Sie stammen alle aus dem Bereich der Anlage K93.12, also der des Hohenpriesters Amenophis, und waren zum überwiegenden Teil in das Mauerwerk von dessen heute zerstörter Lehmziegel-Pyramide eingebracht worden. Vermutlich sind es die Namen von Personen, die an der Neugestaltung der Anlage beteiligt waren, also von dort beschäftigten Arbeitern. Diese beinahe 100 Namen, darunter etwa 70 unterschiedliche, ergeben eine veritable Liste der am Bau der Pyramide und der Grabanlage Beteiligten. Die Streufunde aus den übrigen Arealen haben meist ebenfalls einen nichtliterarischen Inhalt. Während der früheste Text den Namen des Königs Nubcheperre-Intef nennt und damit aus der Zeit der späten 17. Dynastie stammt, enthält der späteste Beleg den Namen des Hohenpriesters Mencheperre aus der 21. Dynastie.
Iberische Halbinsel und Marokko. Repertorium der christlich-antiken Sarkophage (4). Büchsenschütz, Nora. 2018. 328 S. 69 Tafeln, 314 Abb. 30 x 21 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-362-7 L, Reichert
Die Erforschung der frühchristlichen Sarkophagplastik ist ein Desiderat der auf fünf Bände angelegten Reihe des Deutschen Archäologischen Instituts. Der nunmehr vorliegende vierte Band ergänzt diese Reihe um den geographischen Raum der spätantiken Hispania sowie der Mauretania Tingitana als zusammenhängende Kultureinheiten. Zusammengestellt wurden hierfür Sarkophage und Sarkophagfragmente aus dem heutigen Spanien, Portugal und Marokko. Insgesamt konnten 153 Objekte mit Relevanz für das Repertorium gesichtet und dokumentiert werden, so dass neben den bereits bekannten Stücken auch eine größere Zahl von neu gefundenen Objekten aufgenommen werden konnte. So berücksichtigt der vierte Band all die Änderungen und Neuerungen, die sich seit den letzten Großpublikationen 1954 und 1975 ergeben haben und liefert erstmalig eine umfassende Bestandsaufnahme der Sarkophagplastik in der spätantiken Hispania und Mauretania Tingitana. In diesem Rahmen werden auch Stücke mit einer nicht dezidiert christlichen Ikonographie berücksichtigt, um die Übergangsphase zwischen paganer und christlicher Sarkophagplastik nachzuzeichnen. Die beschreibenden Katalogtexte werden durch zahlreiche, teilweise neu angefertigte, Fotografien ergänzt, um eine Grundlage für weitere Forschungsarbeiten zu schaffen.
Ein zusätzlicher Kommentarteil greift vertiefend die Provenienz der Objekte auf und geht der Frage einer Zusammenfassung in (Werkstatt-)Gruppen unter Berücksichtigung der zahlreichen Kulturkontakte der spätantiken Hispania zu den benachbarten Provinzen nach. Auf diese Weise wird eine Basis geschaffen, um Aspekte der Provenienz und der Mobilität sowohl von Bildwelten als auch von Material und ausgebildeten Fachkräften neu zu diskutieren. So können Fragen bezüglich der Wirkung stadtrömischer und schließlich nordafrikanischer Werkstätten auf die lokale Sarkophagproduktion neu angegangen und weiterführend diskutiert werden.
Steinerne Keulenköpfe aus Assur. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft (150). Muhle, Barbara. 2018. 52 S. 21 Abb,. 35 x 24 cm. EUR 48,00. ISBN: 978-3-447-06538-2 Harrassowitz Verlag
In dem von Walter Andrae geführten Fundjournal über die Ausgrabungen in Assur (1903–1914) werden 98 steinerne Keulenköpfe aufgeführt. Dabei handelt es sich um die verdickten Knäufe von Schlagwaffen, die nun von Barbara Muhle in Fotografien, Scans der Grabungsfotos oder Umzeichnungen vorgestellt werden.
Die Keulenköpfe wurden, meist ohne nähere datierende Fundangaben in den Tempeln (z.B. dem Assur-Tempel), dem Tabira-Tor und verstreut im Stadtgebiet gefunden. In einigen Fällen nennen Inschriften auf den Keulenköpfen die Herrscher, von denen die Stücke in Auftrag gegeben wurden, und die Gottheiten, denen sie geweiht waren. Andere Keulenköpfe wurden vermutlich profan genutzt. Eine Reihe von Inschriften weist zudem einen Teil der Stücke als Kriegsbeute aus, die sich mit gleichartigen Keulenköpfen, die in den genannten besiegten Territorien gefunden wurden, verbinden lassen. Außerdem finden sich bestimmte Formen der Keulenköpfe aus Assur in den Darstellungen auf neuassyrischen Palastreliefs wieder, was sie als Teile der Ausrüstung neuassyrischer Krieger kenntlich macht. Über die formale Entwicklung und hinsichtlich der Verzierung beziehungsweise Gliederung der Oberfläche setzt Muhle die Keulenköpfe aus Assur in Bezug zu zahlreichen Keulenköpfen aus Vorderasien, nimmt eine nähere Datierung vor (vom 3. bis ins 1. Jahrtausend v.Chr.) und zeigt Parallelen beispielsweise im Iran (Marlik Tepe, Susa, Tschoga Zanbil und Luristan) und in Babylonien auf.
Archäologische Nachrichten aus Schleswig-Holstein 2018. Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein. 2018. 200 S. EUR 19,80. ISBN: 978-3-529-01440-6
Stonehenge. Archäologie, Geschichte, Mythos. Maier, Bernhard. 2018. 112 S. 22 Abb. und 2 Karten. 18 x 12 cm. Br. EUR 9,95. ISBN: 978-3-406-71001-8 C. H. Beck
Stonehenge gehört zu den bekanntesten und zugleich rätselhaftesten Denkmälern der europäischen Vorgeschichte. Seine Anfänge reichen ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurück. Ähnlich wie die großen Pyramiden von Gize ist Stonehenge zum Sinnbild einer Kultur und einer Epoche geworden, und ähnlich wie die Pyramiden von Gize gab und gibt auch Stonehenge Anlass zu zahllosen Mutmaßungen, Theorien und Spekulationen. Bernhard Maier hat unseren Kenntnisstand über Stonehenge, seine Erbauer, seine Geheimnisse und seine Rezeption in dieser informativen, knappen Darstellung zusammengefasst.
Vorderasiatische Forschungen der Max Freiherr von Oppenheim Stiftung (2,7). Tamm, Alexander. Tell Chuera: Palast F – Architektur, Stratigraphie und Kleinfunde. 2018. 506 S. 210 Abb., 180 Abbildungstafeln, 14 Beilagen, 10 Karten, 85 Tabellen, 14 Kartenbeilage, 10 Landkarten. 35 x 24 cm. EUR 164,00. ISBN: 978-3-447-11052-5 Harrassowitz Verlag
Mit einer Fläche von knapp 3000 qm bildet Palast F das bisher größte bekannte Einzelgebäude der frühbronzezeitlichen Siedlung von Tell Chuēra in Nordost-Syrien. Die systematische Erforschung des Monumentalbaus begann bereits 1985 unter Ursula Moortgat-Correns und Barthel Hrouda und wurde unter Winfried Orthmann und Jan-Waalke Meyer bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 fortgesetzt. Neben seiner Bedeutung in bauhistorischem Rahmen zeigt der Palast mit einer Nutzungsdauer von knapp 250 Jahren vor allem die Transformation eines Elitebaus zu einer Ansammlung von Wohnstätten, in denen sich finanziell deutlich schwächer gestellte Bevölkerungsschichten ansiedelten.
Band 2,7 der Vorderasiatischen Forschungen der Max Freiherr von Oppenheim-Stiftung von Alexander Tamm bietet die Endbearbeitung des Bereiches F mit einer kompletten Aufarbeitung der Architektur und Stratigraphie. Hinzu kommen eine vollständige Vorlage aller Kleinfunde aus insgesamt elf Grabungskampagnen und Detailbetrachtungen zu Bautechniken und Installationen. Weitere Kapitel beschäftigen sich ausgehend von Palast F mit dem Phänomen der Sekundärnutzung von Gebäuden, der Einordnung des Bauwerks ins urbane Gefüge sowie dem Versuch die Untergangszeit der Siedlung des 3. Jahrtausends v.Chr. näher zu beleuchten.
Faszination der Dinge. Werte weltweit in Archäologie und Ethnologie. Hrsg.: Trümpler, Charlotte; Hahn, Hans Peter; Großkinsky, Manfred. 2018. 192 S. 230 fb. Abb. 28 x 23 cm. EUR 24,90. CHF 28,60 ISBN: 978-3-7319-0792-3 Imhof
Können Doktorarbeiten spannend, aktuell und allgemein verständlich sein? In dem Ausstellungskatalog stellen 14 Promovierende und zwei Postdocs der Fächer Archäologie und Ethnologie aus dem Graduiertenkolleg „Wert & Äquivalent“ an der Goethe-Universität ihre Forschungsthemen vor und was sie daran so fasziniert: Wie verändert sich das Essverhalten von usbekischen Migranten in den USA, wie horteten die Römer ihr Geld ohne Bankautomaten, wie lebten und starben Götter in Mesopotamien und welches sind die Unterschiede im Umgang mit dem Tod in Ghana und bei uns? Die Themen umfassen die Zeitspanne vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis in die Gegenwart und sind bisher nur einer kleinen Fachöffentlichkeit bekannt.
Ein Fotokunstprojekt von Studierenden der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden gibt den Forschenden des Graduiertenkollegs ein Gesicht. Die atmosphärisch schönen und humorvollen Schwarz-Weiß-Bilder porträtieren die Personen hinter der Wissenschaft und zeigen, dass diese durchaus ihre spielerischen Seiten haben kann.
"Das archäologische Jahr in Bayern. 2017. Hrsg.: Bayerisches Landesamt; Gesellschaft für Archäologie. 2018. 200 S. 300 Abb. 30 x 21 cm. EUR 29,00. " ISBN: 978-3-8062-3780-1
Die Marschen der Insel Föhr und der Wiedingharde, Kr. Nordfriesland. Eine siedlungsarchäologische Studie. Segschneider, Martin. 2018. 269 S. 97 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 54,80. ISBN: 978-3-86757-340-5
Katalog der Gräber 1-300. Band: Text. Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg (9). Höke, Benjamin; Gauß, Florian; Peek, Christina; Stelzner, Jörg. Lauchheim II.1. 2018. 724 S. 346 Tafeln, 1 Beilage, 517 fb. Abb. 30 x 21 cm. 2 Bände. EUR 99,00. ISBN: 978-3-95490-360-3 L, Reichert
Mit rund 1300 Gräbern aus dem Zeitraum vom späten 5. bis zum späten 6. Jahrhundert ist das Gräberfeld von Lauchheim (Ostalbkreis) bis heute der größte bekannte merowingerzeitliche Bestattungsplatz Süddeutschlands. Als Ergebnis eines Forschungsprojekts, das sich der Dokumentation und Auswertung der Gräber mit modernen Methoden und Technologien widmete, werden die Befunde und Funde aus Lauchheim in einem detaillierten Katalog mit umfangreichem Tafelteil vorgelegt und damit eine einzigartige Quelle der Frühmittelalterforschung der weiteren wissenschaftlichen Auswertung zugänglich gemacht. Der erste von insgesamt vier Teilbänden des Katalogs umfasst die Gräber 1–300.
Funde aus der Lübecker Altstadt II. Trippen, Leder, Trachtzubehör, Glas und Keramik. Hrsg.: Schneider, Manfred. 2018. 251 S. 182 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 49,80. ISBN: 978-3-86757-433-4
"Neue Materialien des Bayerischen Neolithikums 2. Tagung im Kloster Windberg vom 18. bis 20. November 2016. Hrsg.: Husty, Ludwig; Link, Thomas; Pechtl, Joachim. 2018. 218 S. 30 x 21 cm. EUR 32,90. " ISBN: 978-3-95826-098-6
Pergamon. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi. Hrsg.: Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin; Scholl, Andreas; Schwarzmaier, Agnes. 2018. 320 S. 262 fb. Abb. 30 x 24 cm. EUR 39,95. CHF 45,90 ISBN: 978-3-7319-0793-0 Imhof
Die deutschen Ausgrabungen in Pergamon zählen zu den erfolgreichsten Unternehmungen der deutschen klassischen Altertumswissenschaft.
Von den Königlichen Museen zu Berlin in den Jahren 1878 bis 1886 begonnen, werden die Grabungen vor Ort bis heute fortgeführt, und dies mit spektakulären Ergebnissen! Pergamon war im 3. und 2. Jahrhundert vor Christus Hauptstadt eines mächtigen Reiches, das große Teile der heutigen Türkei beherrschte.
Der Begleitband beschäftigt sich in zahlreichen Aufsätzen mit dem aktuellen Forschungsstand über Geschichte und Topographie, Herrscher und Hof, Heiligtümer und ihre Ausstattung, pergamenische Plastik sowie Ausgrabungen, Erforschung und Visualisierung. Der anschließende Objektkatalog besticht durch seine zahlreichen Farbabbildungen und stellt die einzelnen Objekte detailliert in Wort und Bild vor.
"Archaeology and Conservation along the Silk Road. Hrsg.: Zhang, Liangren; Krist, Gabriela. Engl. 2018. 215 S. 105 fb. Abb. 24 x 17 cm. Br. EUR 45,00. " ISBN: 978-3-205-20044-4
"Die neolithischen Ufersiedlungen von Twann Band 21. Ausgrabungen 1974–1976, Auswertungen1976–1982, Schlussbericht von 1981/82, Kommentar von 2017. Stöckli, Werner E.; Erziehungsdirektion des Kantons Bern, Archäologischer Dienst des Kantons Bern. 2018. 184 S. CHF 28,00" ISBN: 978-3-9524659-6-7
"The Space Between Here and There. Reichman, Ariel. Dtsch.; Engl. 2018. 160 S. 24 x 17 cm. EUR 34,90. " ISBN: 978-3-95476-237-8
 

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Stand: 17.01.2019 07:25 Uhr
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