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Archäologie in Frankfurt am Main

In den Jahren von 2012 bis 2016 wurde in Frankfurt an 237 Stellen mächtig gegraben und die Funde anschließend erforscht. So wenigstens berichtet das Frankfurter Denkmalamt in seinen Fund- und Grabungsberichten.

Unter schwierigen Bedingungen wurde am Eschenheimer Turm ein Brunnen aus dem 16. Jahrhundert ergraben und in einem Bunker am Gabriel-Risser-Weg Sitzbänke und originale Schilder aus dem Zweiten Weltkrieg gesichert. Ganz weit zurück in die Steinzeit führt der Fund eines Mammutstoßzahns in der Mainzer Landstraße und im Kirchhof der Höchster Justinuskirche kamen die Mauern eines vermutlich karolingisch-ottonischen Bauteils zum Vorschein.
In Niedererlenbach fanden sich Bronzefunde und römische Münzen, in Nied waren es römische Militärziegel und eine Leiche im Keller.
Aber auch klitzekleine Funde fanden archäologische Beachtung. In Niederursel war es ein 3,8 cm langes Teil einer keltischen Gürtelkette, und in Sossenheim lagen von der Schlacht bei Höchst aus dem dreißigjährigen Krieg noch zahlreiche Kanonenkugeln im Boden. Die evangelische Truppe verlor übrigens die Schlacht und ihre Flucht über den Main fand ein bitteres Ende.

Der Archäologie-Katalog erzählt noch weit mehr Geschichten, deren Zeugen aus dem Boden Frankfurts gesichert wurden. Zu jedem Fundstück gibt es meist farbige Abbildungen und ausführliche Beschreibungen und am Ende einen ausführlichen Literaturnachweis sowie, für den Laien wichtig, eine ausführliche Zeittafel, so dass man zum Beispiel die „Riesenbechergruppe“ zeitlich einordnen kann.
Ärgerlich ist, dass dieses Werk weder über den Buchhandel zu beziehen noch auf der Homepage vom Frankfurter Henrich Verlag verzeichnet ist. Der interessierte Leser wird also beim denkmalamt@stadt-frankfurt.de nachfragen müssen.

23.04.2018
Gabriele Klempert
Archäologie in Frankfurt am Main 2012 bis 2016. Fund- und Grabungsberichte. Andrea Hampel. 2018. 372 S., zahlr. meist fb. Abb. 30 x 21 cm, Pb., Henrich Verlag, Frankfurt 2018. EUR 37,00
ISBN 978-3-944542-16-4
 
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