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Paris und der Impressionismus.

Die Weltstadt Paris war und ist Inspirationsquelle vieler Kunstrichtungen. Auch als Bildmotiv ist die Metropole in zahlreichen Gemälden verewigt. Besonders die Impressionisten mit ihrem skizzenhaft flüchtigen Malstil schufen zahlreiche Stadtdarstellungen, die sich in ihrer Lebendigkeit, Ruhelosigkeit und Ausschnitthaftigkeit von den bis dahin traditionellen Ansichten der Stadt erheblich unterschieden. In ihrer Dissertation von 1998, deren Text für das vorliegende Buch leicht gekürzt wurde, geht Barbara Palmbach der Frage nach, inwieweit die Entwicklung der modernen Großstadt und deren veränderte Wahrnehmung, Auswirkungen auf die Darstellungsweise des impressionistischen Parisbildes hat. Beispielhaft untersucht die Autorin hierzu Werke von Claude Monet, Camille Pissaro und Gustave Caillebotte. Wie nun sah dieses neue Stadtbild aus? Gut ein Drittel des Buches beschäftigt sich mit der Neugestaltung der Metropole in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den Politiker, Präfekten und Schöpfer des modernen Paris Georges Eugène Haussmann (Bau der Boulevards, der großen Zweckbauten, Anlage der Parks usw.), beschreibt die Auswirkung der neuen großstädtischen Reize auf die Bewohner und bietet einen Einblick, wie die Stadt in den Reiseführern und in der illustrierten Presse der damaligen Zeit dargestellt wurde. Der Hauptteil widmet sich der Analyse des impressionistischen Parisbildes, vor allem unter dem Blickwinkel der Wahl des Betrachterstandpunktes, der Rolle von Komposition und Perspektive und der Darstellbarkeit von Bewegung. Ergänzt sind die Kapitel durch biografische Daten Monets, Pissaros und Caillebottes, die deren zeitweisen Aufenthalt in Paris betreffen. Die Autorin vermittelt ihr Wissen sachlich und informativ und stützt ihre Aussagen auf eine Fülle von Literatur, darunter umfangreiches Quellenmaterial (u.a. persönliche Aufzeichnungen und Briefe der Maler) sowie theoretische Abhandlungen aus den Bereichen Soziologie, Psychologie und Medizin. Der Anhang enthält die im Text erläuterten 93 Werke, die leider nur kleinformatig und in Schwarz-Weiß abgebildet sind.
Die Lektüre ist all jenen empfohlen, die sich intensiv mit dem Stadtbild der faszinierenden Metropole gegen Ende des 19. Jahrhunderts auseinandersetzen möchten.
Beate Fischer
Palmbach, Barbara: Paris und der Impressionismus. Die Grossstadt als Impuls für neue Wahrnehmungsformen und Ausdrucksmöglichkeiten in der Malerei. 2001. 323 S., 93 s/w Abb. 24 cm. Gb EUR[D] 41,-;
ISBN 3-89739-254-2
 
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