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Die Malerin

Der englische Titel der Romanbiographie über die Malerin Artemisia Gentileschi (1593-1653). The Passion of Artemisia sagt, im doppeltem Wortsinn von Passion, worum es in dem auf deutsch mit Die Malerin betitelten Buch geht: Leiden und Leidenschaft. Das Leid der Gentileschi liegt im Privaten, die Leidenschaft im Beruflichen. So sagt Artemisia: "Nur Malen ist wichtig". Vreeland hält sich, als Gerüst ihres Romans, an bekannte Fakten und bietet eine gekonnte Dramatisierung des Stoffes. Dies ist um so leichter, als Artemisia ein an Dramen reiches Leben führte. Ihre Vergewaltigung und ein öffentlicher Prozess werfen die 17-Jährige aus der Lebensbahn einer bürgerlichen Tochter. Sie geht von Rom nach Florenz, wo sie eine Vernunftehe schließt und bald berühmt wird. Ihr Mann, ebenfalls Maler, erträgt dies nicht. Artemisia, zudem schwer enttäuscht über die zahlreichen Amouren ihres Mannes, verläßt sie ihn. Sie arbeitet in Genua, Venedig und wieder in Rom. Begleitet von äußerlichem Ruhm wird sie als erste Frau in die Accademia dell'Arte gewählt und malt z.B. für die Medici. Doch ihr Kampf um persönliche Ehre und finanzielle Unabhängigkeit, die immer wieder bedroht ist, geht weiter. Berühmt wird sie mit ihren Frauengestalten, etwa dem Gemälde "Judith enthauptet Holofernes". Erzählt wird die Zeit bis sie ca. 45 Jahre alt ist. Am Schluß kann die Entfremdung zu ihrem Vater, nicht jedoch die zu ihrem Mann, aufgelöst werden.
Sigrid Gaisreiter
Vreeland, Susan: Die Malerin. [Artemisia Gentileschi] (Diana Taschenb. 351(62)) Heyne, München 2003. EUR 9,00
ISBN 3-453-86996-6
 
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