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Gemäldesammlung des Städtischen Museums Braunschweig

Im März 2007 wurde das Projekt des Städtischen Museums Braunschweig „Die Geschichte der Gemäldesammlung des Städtischen Museums Braunschweig als Beispiel einer bürgerlichen Gemäldesammlung" von der Stiftung Niedersachsen in ihrem Förderungsprogramm „Kultur und Wissenschaft - zur Forschung an niedersächsischen Museen und Sammlungen" ausgezeichnet. Neben dem Kunsthandwerk und der Völkerkunde spielen die Gemälde einen herausragenden Part in den Beständen des 1861 gegründeten Städtischen Museums Braunschweig und standen von Beginn an im Fokus des Sammlungsinteresses.
Der Auswahlausschuss berücksichtigte bei seiner Entscheidung u. a. die konsequente Profilbildung und die Erschließung der Bestände für eine breitere Öffentlichkeit. Dies war vor allem auch ein Verdienst des damaligen Museumsdirektors Martin Eberle, der von 2003 bis 2007 die Bestandserschließung der musealen Sammlungen vorangetrieben hatte.

Die bisher weitgehend unbekannt gebliebene Gemäldesammlung des Städtischen Museums verdankt sich in erster Linie den großzügigen Schenkungen von Bürgern der Stadt. Den Grundstock der Sammlung bilden die Erwerbungen des 1832 gegründeten Braunschweiger Kunstvereins, der bestrebt war, eine Galerie der zeitgenössischen Malerei aufzubauen. Schwerpunkte waren Landschaften und Genrebilder der Düsseldorfer und Münchner Malerschulen sowie Porträts und Stadtansichten.

Wichtige Meilensteine auf dem Wege zur Erweiterung der Sammlung stellten darüber hinaus die Vermächtnisse von Franziska von Reinike, Amalie Löbbecke, Hermann Heydenreich sowie die Sammlung von Franz Lucas dar. Im 20. Jahrhundert wurden neben zahlreichen Werken überregional bekannter Maler wie Carl Buchheister, Walter Dexel, Leo von König oder Max Peiffer Watenphul Arbeiten von Künstlern der Hochschule für Bildende Künste erworben und der Bestand an Braunschweig-Ansichten stetig erweitert.

Heute umfasst die Sammlung fast 2.200 Gemälde, Ölstudien, Pastelle und Gouachen, die in dem vorliegenden Band mit entsprechenden Abbildungen, darunter zahlreichen Farbtafeln, vollständig dokumentiert sind. Er enthält zudem die erste Zusammenstellung derjenigen Gemälde, die sich heute aufgrund von Kriegsverlust, Abgabe oder aus ungeklärter Ursache nicht mehr im Besitz des Museums befinden. Zahlreiche Register und ein umfangreiches Literaturverzeichnis ergänzen dieses Referenzwerk, mit dem die Gemäldesammlung des Städtischen Museums Braunschweig erstmals vollständig in Buchform erschlossen wird.

Auch wenn sicherlich eine noch eingehendere Beschäftigung mit den einzelnen Werken wünschenswert gewesen wäre, ist es außerordentlich verdienstvoll, dass nun erstmalig alle vorhandenen, bzw. verschollenen Gemälde dokumentiert werden, sowie eine umfangreiche Recherche der Lebensdaten von Künstlern und dargestellten Personen und der Gemäldeprovenienz erfolgen konnte.
Ein für 2009 geplanter zweiter Band wird sich mit den historischen Aspekten der städtischen Gemäldesammlung beschäftigen.
27.8.2009
Gabriele Klempert
Julia M. Nauhaus. Die Gemäldesammlung des Städtischen Museums Braunschweig. Vollständiges Bestandsverzeichnis und Verlustdokumentation. Mit Beiträgen von Justus Lange. 896 S. 2257 s/w und 111 fb. Abb. Olms, Hildesheim 2009. EUR 68,00
ISBN 978-3-487-13942-5   [Olms]
 
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