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P.A. Böckstiegel

Im "Allgemeinen Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts" von H. Vollmer ist er vertreten, doch meistens sucht man den Namen Peter Böckstiegel in der Literatur vergebens. Der Maler, Graphiker und Bildhauer (1889-1951) wird der "zweiten Generation" des deutschen Expressionismus zugeordnet. 1913, als Böckstiegel zum Studium nach Dresden ging, waren die Künstler der „Brücke" bereits nach Berlin gezogen, und nach der Katastrophe des 1. Weltkrieges kam es zu Neuanfängen in der Kunst. Doch trotz seiner Zugehörigkeit zur "Sezession Gruppe 1919", zu der sich u.a. Künstler wie Otto Dix oder Conrad Felixmüller in Dresden zusammenschlossen, war und blieb Böckstiegel künstlerisch ein Einzelgänger, der sein ganzes Leben lang seine Themen und Motive im bäuerlichen Milieu und in der Natur seiner westfälischen Heimat suchte und fand. Dennoch ist er kein geschmäcklerischer Bauernmaler. "Die Romantisierung" des Landlebens im 19. Jahrhundert war ihm ebenso fremd wie die Karikatur des Bauern zum "tumben Tor"... Das heimatliche Arrode (bei Werther) und dessen Protagonisten, die Familie und die Nachbarn, werden zu Böckstiegels Bildvokabular. In ihnen sieht er eine ganze Welt verkörpert, sieht "die Heimat als Sinnbild für die Welt."
Charakteristisch für seine Kunst, - Böckstiegel war ein großer Bewunderer van Goghs -, sind klare, satte, leuchtende Farben, bei den Ölgemälden "haptisch-pastos, oft fast krustig" aufgetragen, und kraftvoll, ausdrucksstark, häufig kantig geführte Linien, belegt durch eine sehr gut wiedergegebene Auswahl von Pastellen, Aquarellen, Zeichnungen und einigen Ölgemälden im Tafelteil des vorliegenden Bandes. Den Hauptteil bildet das von einer ausgewiesenen Kennerin der Kunst Böckstiegels erstellte Werkverzeichnis aller heute nachweisbaren Arbeiten auf Papier, mit Ausnahme der Druckgraphik. 86 Pastelle, 300 Aquarelle und 427 Zeichnungen sind kleinformatig und farbig abgebildet und sorgfältig mit Angaben zur Datierung, Technik, Papierart, Maßen, Signatur, Verbleib, Ausstellungen und gegebenenfalls mit Bemerkungen versehen. Zur bibliographischen Ausstattung gehören neben zwei einführenden Kaptiteln in Leben und Werk des Künstlers eine Kurzbiographie, Ausstellungverzeichnis und Literaturangaben.
Zusammen mit dem 1997 erstellten Werkverzeichnis der Ölgemälde und einem im gleichen Jahr in 2. Auflage erschienenen Verzeichnis der Druckgraphik von Thomas Matuszak bildet dieses 3. Werkverzeichnis einen Oeuvrekatalog des malerischen Gesamtwerkes Böckstiegels, soweit es nach der Bombardierung Dresdens 1945 und dem spurlosen Entfernen und Verschwinden aus öffentlichen und privaten Sammlungen in der NS-Zeit, - Böckstiegel galt als "entartet" -, heute noch nachweisbar ist.
27.6.2002
Christa Chatrath
Wedel, Vita von: Werkverzeichnis P. A. Böckstiegel. Zeichnungen, Aquarelle, Pastelle. Gest. Koch, Andreas. 2001. 300 S., 810 meist fb. Abb. 31 cm. Gb EUR 49,-
ISBN 3-933040-70-1
 
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