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Eros

Es erscheint ein Paradox: Die Dichtung im emphatischen Sinne simuliert in der und durch die letztlich nicht hintergehbare „Teilhabe am Seienden“ die „Teilhabe am Sein“, sucht mithin Platons Verdikt gegen die Dichtung mit Platon selbst zu widerlegen.
Entscheidend ist in diesem für die Dichtung, die Kunst der Neuzeit wie der Moderne gleichermaßen grundlegenden Prozess der ästhetischen Immanentisierung (neu)platonischer Philosopheme dessen „Erotisierung“: es ist – allegorisch gesprochen – die treibende Kraft des Eros, wie ihn Diotima ebenso facettenreich wie bündig beschreibt und wie u.a. Ficino ihn neuplatonisch differenziert, der die ihre eigene Materialität transgredierende Sprache ermöglicht und zugleich dieser Ermöglichungsstruktur ein „Anschauungsbild“ gibt.
Die (neu)platonische Prägung der Ästhetik der Neuzeit und der Moderne ist in ihrer Tragweite bislang kaum erkannt. Der Band setzt sich zum Ziel, hierzu einen ersten Forschungsbeitrag zu leisten.
7.10.2007

vdr
Eros - Zur Ästhetisierung eines (neu)platonischen Philosophems in Neuzeit und Moderne. Hrsg. v. Moog-Grünewald, Maria. VIII, 226 S., 7 sw. Abb. 23,5 x 15,5 cm. (Neues Forum f. Allg. u. Vergl. Lit.-Wiss. 32) Gb. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2006. EUR 46,00
ISBN 978-3-8253-5292-9
 
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