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Leuchtt├╝rme

Sie sind die ├Ąu├čersten Vorposten unserer Zivilisation, errichtet auf unzug├Ąnglichen Felsklippen oder Riffen, an Hafeneinfahrten oder entlegenen, unbewohnten Inseln. Ihr Licht war ├╝ber Jahrhunderte das ersehnte Zeichen f├╝r Seefahrer, die in Sturm oder Nebel die Orientierung verloren hatten. Die exponierte Lage, ihre symbolhafte Gestalt und die unvergleichliche Sch├Ânheit der rauhen, zerkl├╝fteten K├╝sten, an die sie sich schmiegen, machen Leuchtt├╝rme zu Orten fotografischer Begierden und zur Sammelleidenschaft f├╝r alle, die von der Einsamkeit dieser Orte fasziniert sind.
In einem einzigartigen Bildband haben die beiden Franzosen, Philip und Guillaume Plisson, die zu Frankreichs bekanntesten Fotografen maritimer Motive z├Ąhlen, die ├╝berw├Ąltigende Sch├Ânheit der bedeutendsten Leuchtt├╝rme der Atlantikk├╝sten zwischen den Shetland-Inseln im Norden und Gibraltar im S├╝den eingefangen. Nach einer ausf├╝hrlichen Einleitung zur Geschichte des Leuchtturmwesens werden in einzelnen Kapiteln jeweils die bedeutendsten T├╝rme der K├╝sten von Schottland, Irland, Wales und Cornwall behandelt. Der fotografische Bilderbogen spannt sich weiter ├╝ber Frankreichs Norden am ├ärmelkanal zu den Atlantikk├╝sten Frankreichs, Spaniens und Portugals. Eine Karte, in der die im Bild gezeigten Monumente eingezeichnet sind, ist den Kapiteln jeweils vorangestellt. F├╝r die in jahrelanger Arbeit und mit rund 150 Flugstunden zu einem gro├čen Teil aus der Luft entstandenen Aufnahmen wurden keine M├╝hen gescheut. Sie zeigen nicht nur von der Gischt umsp├╝lte T├╝rme, oft in ungew├Âhnlichen Perspektiven und dramatischen Lichtstimmungen, sondern auch eine Vielzahl von Detailaufnahmen von Optiken, Treppenh├Ąusern und der Inneneinrichtung. Das Salz in der Suppe sind jedoch die Aufnahmen von den letzten W├Ąrtern bemannter Leuchtt├╝rme. Da├č dieses Buch aus einer ├ťberf├╝lle an Material sch├Âpft, merkt man ihm deutlich an, was dem Layout leider nicht uneingeschr├Ąnkt zu Gute kam.
Der Band erhebt zurecht den Anspruch, das Leuchtturmwesen im ausgehenden 20. Jahrhundert zu dokumentieren. Die Texte aus der Feder des Schiffbauingenieurs Daniel Charles, geben tiefen Einblick in die gro├če Ingenieurskunst, die sich gerade im 18. u. 19. Jh. um den Leuchtturmbau entwickelte. Die Entwicklungsstufen in der Bautechnik und Befeuerung in ├╝ber 2000 Jahren Leuchtturmgeschichte werden ebenso fachkundig behandelt wie die Meilensteine in der Beleuchtung vom offenen Feuer bis zur Fresnel-Optik. Ber├╝hmte Architektendynastien, wie die Stevensons in Schottland, die Halpins in Irland oder die Douglass in England, und auch die Geschichte der mit der Verwaltung der T├╝rme betrauten Beh├Ârden runden das Gesamtbild ab.
Schade, da├č wir Landratten die meisten dieser wunderbaren Denkmale nie zu Gesicht bekommen werden. Sch├Ân, da├č Sie jemand f├╝r uns in ihrer vollendeten Pracht festgehalten hat. Im Zeitalter der Satellitennavigation sind sie nur noch stumme Zeugen einer vergangenen Epoche und ihre Geschichten sterben mit denen aus, die Sie ├╝ber Jahrzehnte gewartet haben.
Stefan Huppertz-Wild
Lichter ├╝ber dem Meer. Leuchtt├╝rme des Atlantiks. Fotos v. Plisson, Philip /Plisson, Guillaume. Text v. Charles, Daniel. 06/2001. 240 S., 682 farb. Fotos, 1 schw.-w. Fotos, 32 farb. Abb., 2 Zeichn., 7 Ktn - 34 x 24 cm. Gb DM 98,-
ISBN 3-7688-1249-9
 
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