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Architektur in Freiburg

Nicht nur als Ökohauptstadt und Keimzelle liberalen Gedankengutes hat sich Freiburg einen Namen gemacht, sondern auch als eine gemütlich-mittelalterliche Universitätsstadt, eingebettet in eine wundervolle Landschaft, reichlich versorgt mit allen Gütern eines guten Lebens. Aus dieser Beliebtheit als Wohnort gewann Freiburg in den vergangenen Jahren ein Profil, das ganz und gar nicht zum allgemeinen Trend passen will, denn in Freiburg wachsen ganze Stadtteile neu empor, die sogar ungewohnte Touristenströme in die Stadt locken. Will man Beispiele neuesten Städtebaus studieren, reist man nach Freiburg, Namen wie" Rieselfeld" und "Vauban' sind für Stadtplaner und Architekten längst kein Geheimtip mehr.
Darüber hinaus sucht auch die Altstadt wieder Anschluss an die modernen Stadtgebiete. Um den Hauptbahnhof und das Konzerthaus entsteht ein neuer städtischer Boulevard und auch der als städtebauliche Grenze der Kernstadt empfundene Rotteckring wird derzeit überplant, und nicht zuletzt wird auch der Platz der Alten Synagoge neu gestaltet. Flächen, denen man bisher kaum Überzeugendes abgewinnen konnte, kommen dabei zentrale Bedeutung zu. Ein weiteres Großprojekt stellt im Nordwesten Freiburgs ein neuer Universitätscampus dar und schließlich entstanden auch in der Umgebung Freiburgs viele interessante Einzelprojekte, die den Anschluss an überregionale Standards finden und einen Ausflug lohnen.
50 Projekte hat Markus Löffelhardt, der an der Universität Freiburg Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Philosophie studierte und an mehrjährigen Forschungsprojekten beteiligt war, in diesem Band zusammengestellt.
Die einzelnen Projekte zeigen ganz verschiedene Aspekte zeitgenössischer Architektur, die beispielhaft den einen oder anderen Gesichtspunkt verdichten. Um die Vielschichtigkeit moderner Architektur deutlich zu machen, wurden darüber hinaus einige wenige Bauwerke aus den 1980er Jahren ebenfalls mit aufgenommen, die das Gesamtrepertoire sinnvoll ergänzen. Indem der Autor in diesem Architekturführer Brücken in die Vergangenheit schlägt, gelingt es ihm, das gängige Schema eines Architekturführers zu erweitern und auch die gesellschaftliche Relevanz von Architektur zu Wort kommen zu lassen.
Insgesamt ist dieses Buch keines nur von Architekten für Architekten, auch wenn der knappe Sprachstil dies bisweilen suggeriert. Wer also nach Freiburg kommt und an moderner Architektur und Städteplanung Interesse hat, sollte dieses kleine hochformatige, fadengeheftete Bändchen in seiner Tasche tragen. Überlesen sollte man allerdings die gelegentlichen Tipfehler, und um die zahlreichen Grundrisse zu betrachten, kann eine Lupe dabei zu haben nicht schaden.
Gertrude Buchholz
Architektur in Freiburg – von Markus Löffelhardt. Stadtführer zeitgenössischer Architektur ab 1990. 132 S., 290 Abb. in Duotone, Br., 22 x 12 cm. Modo, Freiburg 2004. EUR 22,-
ISBN 3-937014-05-5   [modo]
 
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