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Ende im Gelände - Bauen im Bestand

Das Medienpaket „Ende im Gelände“ mit Film und Lesebuch verdeutlicht originell und eindrucksvoll mit anschaulichen Beispielen das aktuelle Problem des überzogenen Flächenverbrauchs. Immerhin werden täglich nicht nur in Baden-Württemberg etwa 13 Fußballfelder bebaut, mit den entsprechend gravierenden ökologischen und ökonomischen Folgen.
Erfreulich ist, dass sich die Politik diesem Problem immerhin langsam zuwendet, doch von einer klaren Lösungsstrategie ist man noch weit entfernt. Zu verlockend sind die Begehrlichkeiten kommunaler Würdenträger, nachdem vielerorts das Tafelsilber verkauft ist, Grund und Boden zu vermarkten, um klaffende Haushaltslöcher zu stopfen. Leider wird dabei viel zu wenig beachtet, dass dies weitere Straßen-, Kindergarten- oder Schulbauten oder andere Infrastrukturmaßnahmen nach sich zieht, die die Landschaft ebenfalls versiegeln.

Innerstädtisches Wohnen verursacht keineswegs, wie immer noch vermutet wird, Mehrkosten gegenüber dem Wohnen am Rande der Städte. Das gilt auch für Familien, denn die täglichen Fahrten zur Arbeit, der Besuch von Kindergarten und Schule, von Freunden oder Veranstaltungen kann im innerstädtischem Bereich viel leichter mit öffentlichen Verkehrsmitteln geregelt werden oder sogar zu Fuß erfolgen. Das fördert nicht nur die Lebensqualität, sondern spart Kosten für Energie und Benzin.

Mit anschaulichen Beispielen werden in diesem vorliegenden Medienpaket die Auswirkungen auf den Naturhaushalt und die Lebensqualität dargelegt, Hintergründe beleuchtet und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Nicht zuletzt bietet dafür ein detailiertes Flächenmanagement vielfältige Lösungen. Kurze Wege, kleinteilige Mischung verschiedener Nutzungen, Reaktivierung von Altbauten sind nur einige der Schlüsselbegriffe, die einem ausufernden Landschaftsverbrauch entgegenwirken.
„Ende im Gelände“ ruft eindrucksvoll zu mehr Sorgfalt im Umgang mit Grund und Boden auf: Eine Siedlungspolitik, die auf mehr Effektivität im Umgang mit der Fläche achtet, führt gleichzeitig zu mehr Lebensqualität in den Städten und Gemeinden. Gegen die Verödung der Innenstädte und dem Einhalt hemmungsloser Flächenversiegelung heißt das Zauberwort für die Entwicklung der Städte „Bauen im Bestand“ oder auch „Ab in die Mitte“. Städteplaner, Architekten und die Politik sollte dieser Entwicklung nicht nur in Baden-Württemberg endlich Rechnung tragen. Ein Buch, das in keiner Stadtbibliothek und keinem Rathaus fehlen sollte.

Mag sein, dass der Kunstbuchanzeiger nicht das perfekte Medium für dieses Buch ist, aber es ist auch überregional von so großer Bedeutung, dass es jede Aufmerksamkeit verdient hat.

Gabriele Klempert
Ende im Gelände. Flächen gewinnen für unsere Zukunft, Lesebuch mit wertvollen Hintergrundinformationen und Film-DVD(45 Minuten). Beitr.: Grab, Heiner /Feldtkeller, Andreas. Regie: Metzger, Patrik. Hrsg.: Landesnaturschutzverband. 80 S., 120 fb. Abb. 17 x 24 cm. Wasmuth, Berlin 2005. EUR 12,80
ISBN 3-8030-0650-3   [Wasmuth]
 
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