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Depeche Mode

Keine bescheuerten Gitarren mehr!
Die Depeche Mode-Bibel ist da.

100 Millionen verkaufte Platten machten Depeche Mode weltweit bekannt – man glaubt, alles über die Band zu wissen. Ein neues Buch versteht sich als „Monument“, als Werkschau der englischen Gruppe, als Enzyklopädie, die alles Wichtige und Unwichtige über das Trio zusammenfasst ...

Ein Buch über Depeche Mode? Es gibt doch schon so viele. Aber dieses hier ist schon etwas Besonderes. Es ist nicht die komplette Diskografie, nicht einmal die Interviews, die den dicken Band auszeichnen, vor allem sind es die Abbildungen von Rarem und Skurrilem aus der Fan-Szene, was „Monumentum“ von allen anderen Büchern abhebt, die bisher über Depeche Mode erschienen sind.

Da finden wir Bilder seltener Tonträger seit dem Jahr 1980, als sich Dave Gahan, Martin Gore, Andrew Fletcher und Vince Clarke als Band formierten und nach einem französischen Modemagazin benannten, alle zusammengetragen von dem Autor Sascha Lange und dem Grafikdesigner Dennis Burmeister – zwei Depeche Mode-Experten, die ihr grenzenloses Fantum gar nicht verstecken wollen. Die Autoren sind Extrem-Fans und für solche ist dieses Buch auch gemacht. Für Fans, die Andy Fletcher einmal so beschrieben hat: „Depeche Mode-Fans wissen mehr über Depeche als ich. Gäbe es ein Quiz mit mir, Martin und Dave gegen drei Fans, würden sie spielend gewinnen.“

Es ist ein Buch von Fans für Fans, geschrieben mit grenzenloser Liebe zu Details. Beschrieben wird die ganze Geschichte der aus der Grafschaft Essex stammenden Band, die in keinem Land mehr verehrt wird als in Deutschland. Und diese Geschichte begann mit kopierten Zetteln einer Schülerband aus Basildon, die sich damals noch „Composition Of Sound“ nannte. Da klang doch „Depeche Mode“ viel besser! Und bald nahm man ein Demo auf. Auf Kassette, wie damals üblich. Das erste Album „Speak & Spell“ erschien 1981.

Autogrammkarten, alte Tickets aus 33 Jahren, Devotionalien einer Band, die bis heute Daniel Millers Plattenfirma „Mute“ die Treue hält. Fotos junger, betrunkener Musiker – all das ist in dem Buch zu finden, dass in der Beschreibung einer DDR-Jugend als Depeche Mode-Fan auch eine ganz neue Perspektive findet. Denn beide Autoren wuchsen in Ostdeutschland auf – was die Phantasie ihres Fantums nur noch mehr anregte. Auch einige Briefe von Fans sind hier als Faksimile abgedruckt – oder auch von der Stasi angelegte Dokumente über die Gruppe.

Doch was ist eigentlich das Besondere an der Band? Eine der schönsten Antworten hat einmal der englische Musikjournalist Simon Spence gegeben, der geschrieben hat: „Die Rolling Stones haben eine riesige Mauer zwischen zwei Generationen gebaut – keine bescheuerten Liebeslieder mehr. Depeche Mode haben die nächste riesige Mauer gebaut – keine bescheuerten Gitarren mehr.“ Viele Interviews mit Bandbetreuern, Weggefährten, Produzenten, Tourbegleitern, Radiomoderatoren und Fans machen ein Buch komplett, das in den Fanforen schon heiß diskutiert wird. Die einhellige Meinung: „Monument“ ist die DM-Bibel.

01.07.2013
Marc Peschke
Lange, Sascha / Burmeister, Dennis. Depeche Mode : Monument. 424 S. 2000 Abb. 30 x 25 cm, Gb. Aufbau Verlag, Blumenbar, Berlin 2013. EUR 49,90 CHF 66,90
ISBN 978-3-351-05003-0
 
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