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Gundel Kilian - Sue Jin Kang

Als Sue Jin Kang 1992 ihr Debut als Primaballerina am Staatstheater Stuttgart gab, kannte die Begeisterung kaum Grenzen. Im April 1999 gewann sie den Prix de Benois de la Danse für ihre Darstellung der Marguerite in „Die Kameliendame“ unter John Neumeier.
Ihre Werdegang war steinig und von Verletzungspausen gezeichnet. Aber nach einem langem und zähen Kampf war der Koreanerin in den 1990er Jahren endlich der Durchbruch gelungen. In Korea hatte man das zähe Ringen der Tänzerin in mehreren Dokumentarfilmen gezeigt. Der gnadenlos offen dargestellte Leidensweg der Künstlerin, ihre Schmerzen und zerschundenen Füße hatten für helle Empörung der Zuschauer gesorgt.
Nichts von dem ist zu sehen, wenn man sich die Bilder der tänzerischen Leistung dieser begnadeten Primaballerina in der nun vorliegenden Monographie aus dem Daco-Verlag anschaut.

„Sue Jin Kang, ist außergewöhnlich schön und auf eine unaufdringliche, ganz natürliche Art ‚exotisch’“ schwärmt der Intendant des Stuttgarter Balletts Reid Anderson. Marcia Haydée, brasilianische Choreografin und Balletdirektorin, bei der Kang als Solistin tanzte, schildert Sue Jin als überaus fleissig und als Perfektionistin, die so lange an jedem kleinsten Detail feilte, bis sie mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden war, was mitunter sehr lange dauern konnte.
Aber auch mit ihrer schauspielerischen Leistung beeindruckt Sue Jin Kang ihr Publikum, wie der Tanz-Kritiker Hartmut Regitz in seinem Beitrag „Der Augenblick der Wahrheit“ berichtet. „Ein anderer zu sein bereitet höchste Lust“ zitiert Regitz die Künstlerin und rühmt ihren stummen Schmerzensschrei am Ende von „Onegin“, der dem Publikum noch lange nach der Vorstellung in den Ohren klang.

Der Fotobildband zeigt in hervorragenden Aufnahmen von Gundel Kilian die ganze faszinierende Begabung Sue Jin Kangs in ihrer ganzen Bandbreite und Tiefe. Bis in die Fußspitzen macht Gundel Kilian das tiefe Gefühl und große Kunst dieser Tänzerin sichtbar. Ob Aufnahmen aus der „Zauberflöte“, „Gesielle“, „Dreamdeepdown“ oder aus „Onegin“, der Betrachter erlebt den ganzen Zauber dieser Tänzerin, ohne einen einzigen Klang der Musik.
9.2.2008



Gabriele Klempert
Kilian, Gundel: Gundel Kilian - Sue Jin Kang. Fotos v. Kilian, Gundel. Hrsg.: Götz, Stephan. 136 S., 72 sw. u. 63 fb. Abb. 33 x 24 cm. Gb. Daco, Stuttgart, 2007. EUR 35,00
ISBN 978-3-87135-053-5
 
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