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Hans Hartung

Das zu seinem hundertsten Geburtstag erschienene Buch zur Ausstellung im Kölner Ludwig Museum (Köln 2004) bietet neue Einblicke in das Werk Hans Hartungs (1904-1989) und kontrastiert frühe kleinformatige Papierarbeiten der 1920er Jahre mit späten monumentalen Bildern, die er im letzten Jahrzehnt vor seinem Tod 1989 schuf und „zeigt ihn als gestisch-abstrakten Künstler lange vor Geburt dieser Strömung, ebenso wie seine unmittelbarsten und vitalsten Gemälde aus einer Zeit, als die informelle Malerie und der abstrakte Expressionismus bereits lange Vergangenheit waren“ (Kasper König). Zwischen diesen Teilen zeigt das Buch einen Überlick mit 75 Arbeiten von den frühen 1920er Jahren bis zu seinem letzten Werk. Die kommentierte und bebilderte Biografie gibt weitere Einblicke in das äußerst bewegte Leben des Künstlers.
So kämpfte der in Deutschland geborene Hans Hartung in der Fremdenlegion gegen die Nazis, in die er eingetreten war, nachdem er Deutschland aufgrund seiner Kontakte zu Juden und Kommunisten fluchtartig hatte verlassen müssen. 1946 erhielt Hartung die französische Staatsbürgerschaft und wurde in den folgenden Jahren mit zahlreichen Ehrungen beider Staaten bedacht. Ein Gespräch von Siegfried Gohr mit Markus Lüpertz beleuchtet die historische wie aktuelle Sicht auf Hans Hartung aus dem Blickwinkel des Künstlerkollegen und zeigt die Gültigkeit seiner Malerei wie auch seiner Haltung als Maler auch über einen zeitgebundenen Kontext hinaus. Eine unentbehrliche Ergänzung zu dem Monumentalband von Pierre Descargues: Hartung (Weber/Poligrafa, Barcelona 1983, Dtsch. 356 S., 328 Abb., dav. 175 fb.), der das Werk bis 1978 verfolgt.
5.2.2005
Gertrude Buchholz
Hartung, Hans: Hans Hartung. So beschwor ich den Blitz. Hrsg.: Diederich, Stephan. Mit Texten v. Stephan Diederich, Chantal Eschenfelder und einem Interview von Siegried Gohr mit Markus Lüpertz. 112 S., 120 meist 70 fb. Abb., 28 cm. Gb. Walther König, Köln 2004. EUR 28,-
ISBN 3-88375-828-0
 
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