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Die Annales Petaviani. Kritische Edition und Übersetzung. MGH - Studien und Texte (71). Anhegger, Gabriel; Patzold, Steffen; Schulz, Louisa; Wascheck, Erik. 2024. 106 S. 1 Abb., 7 Tabellen. 22,7 x 14,8 cm. EUR 40,00. ISBN: 978-3-447-12213-9 Harrassowitz Verlag
Die Annales Petaviani, benannt nach dem früheren Besitzer der vatikanischen Handschrift Alexandre Petau (1610–1672), berichten über die Ereignisse im Frankenreich der Jahre 708 bis 799. Der anonym gebliebene Annalist informiert in Jahresberichten über den Aufstieg und die politischen und militärischen Erfolge der Karolinger. Ab den 770er Jahren wird Karl der Große zur zentralen Figur der Berichte. Die Annales Petaviani fügen der offiziösen Berichterstattung der Annales regni Francorum einige interessante Details hinzu und sind damit eine wichtige Quelle für die Geschichte des Frankenreichs. Intensiv diskutiert worden ist vor allem die Erwähnung der Geburt Karls des Großen im Jahresbericht zu 746. Die Edition der Annales Petaviani, die Georg Heinrich Pertz 1826 und 1839 in den MGH Scriptores 1 und 3 vorgelegt hat, ist in vielfacher Hinsicht unzureichend, weshalb nun eine kritische Neuausgabe mitsamt deutscher Übersetzung vorgelegt wird, die zudem die wörtlichen Übernahmen aus der Gruppe der Annales Laureshamenses-Mosellani und aus den Annales Sancti Amandi nachvollziehbar macht. Die beigegebenen Register der Personen, Orte und Wörter erschließen diese wichtige Quelle zur Karolingerzeit.
Athribis. Die Stadt und der Tempel als religiöses und kulturelles Zentrum von der ptolemäischen Zeit bis zum Hochmittelalter. Akten der internationalen Tagung, Tübingen 7.-9. Juni 2022. Athribis-Studien III. Studien zur spätägyptischen Religion (43). Hrsg.: Müller, Marcus; Teotino-Tattko, Carolina. Athribis (Atripe) im Kontext. 2024. 476 S. 406 Abb., 2 Diagramme, 8 Tabellen, 3 Plates. 29,7 x 21 cm. EUR 128,00. ISBN: 978-3-447-12259-7 Harrassowitz Verlag
Das letzte noch unausgegrabene steinerne Heiligtum aus der griechisch-römischen Zeit, der Tempel von Athribis bei Sohag in Mittelägypten, blieb bis Anfang dieses Jahrhunderts teils verschüttet. Im Mittelpunkt der vom 7. bis 9. Juni 2022 in Tübingen abgehaltenen Tagung Athribis (Atripe) im Kontext standen die Vielzahl bereits erzielter Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Disziplinen sowie zukünftige Forschungsstränge. Der von Marcus Müller und Carolina Teotino-Tattko herausgegebene zugehörige Tagungsband widmet sich diesen Ergebnissen und behandelt in 19 Beiträgen ein breites Spektrum an Themen, das auf archäologischen, philologischen, technischen und religionsgeschichtlichen Ansätzen beruht. Die Untersuchungen befassen sich mit den ausgegrabenen Tempelräumen, Inschriften sowie den geborgenen Einzelfunden und stellen diese in den regionalen und überregionalen Kontext. Studien der Architektur, Kunstgeschichte sowie diverser Materialgruppen aus den materiellen Hinterlassenschaften ergeben eine große Vielfalt an Erkenntnissen zum Tempelbau, seiner Chronologie und schließlich zum Lebensalltag der damaligen Bewohner. Das Heiligtum in Athribis ist ein veritabler Zeuge seines facettenreichen Schicksals, das nicht nur in seinen Räumlichkeiten, an Wänden und Decken, sondern auch in den archäologischen Befunden und Erkenntnissen spürbar ist.
The God Enki in Sumerian Laments. Heidelberger Emesal-Studien (5). Gabbay, Uri. The Bala - Prayer - Oh, My Abzu!!. Englisch. 2024. 188 S. 3 tables, 10 plates. 29,7 x 21 cm. EUR 68,00. ISBN: 978-3-447-39585-4 Harrassowitz Verlag
Uri Gabbay presents a critical edition of the ancient Mesopotamian prayer of lamentation Oh, My Abzu! (a abzu-?u10) which belongs to the group of Bala? prayers and is written in the Emesal register of the Sumerian language. This prayer has only been partially identified and addressed in previous research. The edition of the prayer is based on several cuneiform tablets and fragments from the first millennium BC, mainly from the cities of Nineveh, Babylon, and Uruk, as well as on a cuneiform tablet from Babylon dating back to the second millennium BC. Some of these tablets and fragments are published for the first time. The prayer includes laments about the destruction of the temples of the god Enki in the city of Eridu and of the god Asallu?i in the city of Kuara. Gabbay offers a general discussion on the prayers and laments related to the god Enki, as well as on the image of this god in comparison to the god Enlil. In addition, the image of the lamenting goddess and other literary and theological themes that can be found in the prayers and laments of the god Enki are explored.
The Recensio Walcausina of the Liber Papiensis. MGH - Leges Nationum Germanicarum (7). Hrsg.: Radding, Charles M. Englisch. 2024. 482 S. 29,7 x 21 cm. EUR 180,00. ISBN: 978-3-447-11967-2 Harrassowitz Verlag
The Walcausina is an eleventh-century edition of the Liber Papiensis prepared by the jurist Walcausus of Pavia (attested 1155–1177) and his school. The principal manuscripts were copied by notaries in Pavia who were contemporary with Walcausus and evidently close to his school. The text of the laws in these manuscripts reflects a conscious effort to emend the text to reflect legal practice and Latin usage. In addition to standardizing the text of the laws, the Walcausina cross-references laws dealing with the same issues, often including detailed explanations of modifications imposed by later legislation; it also provides hundreds of dialogues in direct speech that illustrate how specific laws could be invoked in court. The Walcausina also attests to the knowledge of Roman law in Pavia, mentioning all the works of the Corpus Iuris Civilis and often correlating Lombard procedures with those of the Roman law. The present edition includes more than 160 distinctions in diagrammatic form; many printed here for the first time. The appendices collect other evidence from the eleventh-century manuscripts of the Liber Papiensis and relating to the activities of Walcausus` school.
Akzeptanz, Deutung und Repräsentation königlicher Herrschaft im regnum Italicum zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert. MGH - Schriften (84). Doublier, Étienne. Ein Reich ohne König?. 2024. 666 S. 45 Abb. 22,7 x 15 cm. EUR 115,00. ISBN: 978-3-447-12274-0 Harrassowitz Verlag
Im späten 11. und frühen 12. Jahrhundert erlebte die Stellung des römisch-deutschen Königs im ‚regnum Italicum‘ eine tiefgreifende Transformation: Nachdem bereits unter den Ottonen die wirtschaftlichen Grundlagen der Königsherrschaft geschrumpft waren, kam es in der späten Salierzeit zu einer vielschichtigen Entfremdung zwischen König und italienischen Eliten, die sich unter anderem in der abnehmenden Beteiligung des Herrschers an der Besetzung kirchlicher Ämter manifestierte. Das Reichsoberhaupt war nicht nur im physischen, sondern auch im politischen Sinne abwesend. Dennoch stellten König und königliche Autorität selbst für die Akteure, die gegen sie kämpften oder immer seltener mit ihnen interagierten, keineswegs entbehrliche Instanzen dar. So wurde die ‚Krise` zu einer Gelegenheit für die Erneuerung der königlichen Herrschaft, die letztlich auch im Interesse der neuen aufsteigenden Kräfte war, welche eines legitimierenden politisch-institutionellen Rahmens bedurften. Im Zentrum der Monografie Ein Reich ohne König? steht die Frage nach Akzeptanz, Deutung und Repräsentation königlicher Autorität für die politisch relevanten Kräfte des ‚regnum Italicum` in dieser Umbruchszeit. Die Studie macht deutlich, wie in einer krisenhaften Epoche die bewusste Inanspruchnahme des Herrschers durch lokale Akteure stets neue Rahmen für das politische Handeln der Könige hervorbrachte und wie der soziale Wandel mit neuen Funktionszuschreibungen und Akzeptanzbedingungen einherging.
Studien zur Vatikannekropole. Studientag aus Anlass des 70. Geburtstages von Henner von Hesberg. Deutsches Archäologisches Institut, 19.-20. Februar 2018. mit Beiträgen von Henner von Hesberg, Harald Mielsch, Dietrich Boschung, Werner Eck und Giandomenico Spinola. Palilia (37). Hrsg.: Ortwin, Dally; Zimmermann, Norbert. 2024. 222 S. 155 Abb. 29,7 x 21 cm. EUR 89,00. ISBN: 978-3-447-12150-7 Harrassowitz Verlag
Die in den Jahren von 1940–1949 unter St. Peter in Rom ausgegrabene Nekropole hat vor allem als Ort des Grabes des Apostels Petrus Aufmerksamkeit auf sich gezogen und führte zu intensiven und kontroversen Diskussionen. Die Reihen der Grabbauten aus der römischen Kaiserzeit wurden in unterschiedlichen Publikationen dokumentiert und ausgewertet, eine übergreifende Bewertung stand aber aus, obwohl in der Versiegelung der Befunde eine Fülle an Informationen zur Gründung, Nutzung und schließlich zur Aufgabe in die konstantinische Kirchenanlage enthalten sind. Diesem Defizit versucht die vorliegende Publikation abzuhelfen, welche die unterschiedlichen überlieferten Grabbauten und -anlagen mitsamt ihren Materialien zusammenfassend in den Blick nimmt und zugleich mit den anderen aus der unmittelbaren Nähe bekannten Gräberfeldern in Beziehung setzt.
Wolfenbütteler Renaissance-Mitteilungen 40 (2019/2020) 1+2. Wolfenbütteler Renaissance-Mitteilungen (40). Hrsg.: Föcking, Marc; Leonhardt, Jürgen; Pfisterer, Ulrich. 2024. 144 S. 29 Abb. 24 x 16 cm. EUR 58,00. ISBN: 978-3-447-18362-8 Harrassowitz Verlag
Die Wolfenbütteler Renaissance-Mitteilungen sind das Organ des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Renaissanceforschung, der 1976 gegründet wurde und interdisziplinär und international ausgerichtet ist. Wegen ihrer einmaligen Bestände an Quellen zur Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit wurde der Arbeitskreis an die Herzog August Bibliothek angebunden. Die zentrale Aufgabe, die sich der Arbeitskreis gestellt hat, ist – neben der Veranstaltung wissenschaftlicher Kolloquien, die der Pflege und Förderung der Renaissanceforschung dienen – der regelmäßige Bericht über und die kritische Auseinandersetzung mit wichtigen wissenschaftlichen Neuerscheinungen im Bereich der internationalen Renaissance- und Humanismusforschung. Die Zeitschrift versteht sich daher primär als Besprechungsorgan, bringt jedoch neben den Kurzreferaten auch Forschungsbeiträge, Berichte über Institute und Institutionen zur Erforschung der Renaissance, über Kongresse und Tagungen, Ankündigungen von Forschungsvorhaben u.Ä.
Aus dem Inhalt (insgesamt 11 Beiträge): Ann-Kathrin Fischer, Teatro delle Muse e della musica. Bartolomeo Ammannatis Herkules Benavides in Padua Sabine Herrmann, Archäologische Realität und Imagination in Johann Bernhard Fischer von Erlachs Graphik von Heliopolis Laurenz Lütteken, Schrift – Gedächtnis – Autorschaft. Silvestro Ganassis Fontegara und der frühneuzeitliche Kompositionsbegriff William C. McDonald, A New Version of the Nine Worthies: King Arthur, the Ottoman Turks, and a Call for a Crusade in a German Poem, ca. 1459 Werner Suerbaum, Cesare Borgia als triumphierender Caesar im Jahre 1500. Eine aktualisierende Alternativkonzeption zum historisierenden Triumphus Caesaris Mantegnas.
Ägäische Wandmalereien aus dem Tuthmosidenpalast von Tell el-Dab?a I. Contributions to the Archaeology of Egypt, Nubia and the Levant (18,1). Becker, Johannes. 2024. 432 S. 374 Abb., 91 Tabellen. 29,7 x 21 cm. EUR 138,00. ISBN: 978-3-447-12234-4 Harrassowitz Verlag
In Tell el-Dab`a im östlichen Nildelta, einst Hauptstadt der Hyksos und später Flottenstation Tuthmosis` III. und Amenophis` II. (Peru-nefer), wurden bei Ausgrabungen des Österreichischen Archäologischen Institutes tausende Fragmente von Wandmalereien gefunden. Sie stammen aus einem fünf Hektar großen Palastbezirk aus der Zeit von Tuthmosis III. Zwei der Paläste waren mit Kalkputzmalereien ausgestattet, die von den Wänden gefallen waren und in der Folge in Halden aufgeschüttet wurden. Sie sind Relikte eines Teils der ehemaligen Wanddekoration, die nun in mühevoller Arbeit rekonstruiert werden muss. Zur großen Überraschung haben die Malereien mit der ägyptischen Bildkunst dieser Zeit nichts gemein, vor allem fehlen ägyptische Inschriften. Sowohl motivische und bildthematische Details als auch die Herstellungstechniken weisen Gemeinsamkeiten mit Wandbildern auf, die in der Bronzezeit aus der Ägäis bekannt sind. Aufgrund dieser Charakteristika bringen die Malereien den Nachweis für einen Höhepunkt in den Beziehungen des Alten Ägypten zur minoischen Welt zur Zeit des frühen Neuen Reiches.
Ägäische Wandmalereien aus dem Tuthmosidenpalast von Tell el-Dab`a I gibt neue Einblicke in das umfangreiche Wandmalereikorpus aus dem Palastbezirk von `Ezbet Helmi/Tell el-Dab`a. Es werden die ikonographischen Charakteristika der fragmentarisch erhaltenen Wandmalereien untersucht und Vorschläge für ihre Rekonstruktion präsentiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse der angewandten Handwerkstechniken. Darüber hinaus werden die Darstellungen und Herstellungstechniken in Tell el-Dab`a im überregionalen Vergleich betrachtet und in ihren historischen Kontext eingeordnet.
Bilder urbaner Lebenswelten in der griechisch-römischen Antike. Philippika (146). Hrsg.: Bönisch-Meyer, Sophia; Free, Alexander; Mossong, Isabelle. 2024. 492 S. 102 Abb., 1 Tabelle. 24 x 17 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-12166-8 Harrassowitz Verlag
Die antike Stadt ist zugleich geographischer und imaginativer Ort. Diesem Phänomen widmet sich der Sammelband Bilder urbaner Lebenswelten in der griechisch-römischen Antike, der die Ergebnisse einer von der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des Deutschen Archäologischen Instituts und der Ludwig-Maximilians- Universität München ausgerichteten, internationalen Tagung zusammenführt.
Die Beiträge, die von der Klassik bis in die Spätantike reichen, analysieren exemplarisch antike Darstellungen von Städten in Literatur, Papyri und Inschriften, auf Münzen und Mosaiken sowie archäologische Befunde urbaner Architektur und Topographie. Der interdisziplinäre Ansatz ermöglicht einen vergleichenden Blick auf übergeordnete, genre- oder medienspezifische Themen und Darstellungsprinzipien der evozierten Bilder und ihre wechselseitigen Beziehungen. So spiegelt die Publikation die Vielschichtigkeit der Bilder urbaner Lebenswelten und bietet zugleich neue Impulse für die antike Städteforschung.
Elite Mortuary Culture at Susa. An Analysis of Early Middle Bronze Age Clay Coffin Burials. Wicks, Yasmina. Englisch. 2024. 296 S. 15 ill., 18 tables. 29,7 x 21 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-12238-2 Harrassowitz Verlag
A crucial task of archaeological research today is to comprehend and critically interpret the rich legacy data from early excavations of ancient Near Eastern settlement sites. Yasmina Wicks targets the problematic and rarely consulted early 20th century records of excavations by French delegations at the UNESCO World Heritage-listed site of Susa in today’s southwest Iran. By scrutinizing published and unpublished documentation, she generates a new dataset of over 250 never-before-studied clay coffin burials to reveal a mortuary practice that began to flourish in the city at around 2000 BCE. These coffins were not used as upright-set containers but were instead overturned to provide a covering for the body, a distinctive method attested also at contemporary settlements in neighboring southern Mesopotamia.
The study begins with a discussion of the possibilities and constraints of using the legacy data, and then proceeds to an analysis of the typology, chronology, site distribution, and frequency of the coffins. Next it examines their rich and varied grave good assemblages, and the mortuary rites and demographic profile associated with their use. Finally, it reflects on the broader significance of the overturned clay coffin practice, concluding that it can be seen as a key signature of Susa’s bicultural society, offering a new perspective on Elamite and Mesopotamian cultural connectivity when the city left the political embrace of Mesopotamia`s Ur III dynasts at the end of the Early Bronze Age and became the lowland seat of the Elamite rulers from the Zagros Mountains. The mortuary behavior associated with the coffins, initially characterized by an unprecedented consumption of wealth, emerges as a response to new socio-political and socio-economic conditions both locally and across the Near East in the pivotal early years of the Middle Bronze Age.
Figurales Wissen. Medialität, Ästhetik und Materialität von Wissen in der Vormoderne. Episteme in Bewegung. (30). Hrsg.: Eusterschulte, Anne; Helffenstein, Iris; Reufer, Claudia. 2024. 380 S. 24 x 17 cm. EUR 78,00. " ISBN: 978-3-447-12034-0 Harrassowitz Verlag
Der Begriff figura hat – in Rekurs auf Erich Auerbach – umfassende Diskussionen zu rhetorisch-poetologischen, theologisch-philosophischen sowie kunst-, musik- und literaturtheoretischen Implikationen angeregt. Dieser Sammelband rückt die epistemische Funktion in den Fokus und exploriert aus transdisziplinärer Perspektive Konzepte eines figuralen Wissens in Spätantike, Mittelalter und Früher Neuzeit. Er stellt vormoderne Modelle von Figuralität, Figuration bzw. Konfiguration oder Transfiguration vor, innerhalb derer sich epistemologische, ästhetische und mediale Dimensionen verschränken. Erfahrbar wird so auch, wie sich in Rekurs auf den Begriff des Figuralen und seine theologisch-prophetischen Implikationen ästhetische Dimensionen von Wissenskonstitution und erfüllter Zeit genauer fassen lassen.
Die objektgebundene, mediale Verfasstheit bzw. materiale Ausformung von Wissensbeständen erweist sich aus dieser Perspektive geradezu als Movens von Wissensdynamiken im Kontext der jeweiligen kultur- und soziohistorischen Bedingungen. Das Zusammenspiel von materialer Gestaltgebung, sinnlichen Erfahrungsmodi und historischen Bedeutungszuweisungen (in Texten, Bildwerken, Artefakten, Objekten, räumlichen Arrangements, Verschriftlichungsformen etc.) prägt Auffassungs- und Verstehensweisen in Rekurs auf haptische, visuelle oder akustische Darstellungen bzw. synästhetische Kompositmedien ebenso wie kulturelle Wissenspraktiken. In Medium und Material ästhetisch verfassten Wissens werden Fragen des Unbegrifflichen ebenso reflektiert wie spezifische Zeitmodi, transgressive Potentiale von Bildhaftigkeit sowie transkulturelle Spielarten figuralen Wissens.
Das Grab des Ibi. Theben Nr. 36, Band II. Die beiden Sarkophage des Ibi und die Sargkammer des Psametik. Archäologische Veröffentlichungen des Deutschen Archäologischen Instituts (131). Wagner, Mareike. Beitr.: Hunkeler, Charlotte; Meffre, Raphaele; Mekis, Tamás. 2024. 396 S. 73 fb. Und 36 Abb.,. 35 x 25 cm. EUR 148,00. ISBN: 978-3-447-11833-0 Harrassowitz Verlag
Das Grab des Ibi (TT 36) befindet sich auf dem thebanischen Westufer des heutigen Luxor. Die eigentliche Grabanlage wurde bereits publiziert, doch die Ergebnisse der Nachgrabung von 1989 sowie kleinere Funde warteten noch auf ihre Veröffentlichung. Diese Lücke wird nun mit dem zweiten Ibi-Band geschlossen.
Der Fokus liegt dabei zum einen auf der Aufarbeitung der beiden, nur noch fragmentarisch erhaltenen Sarkophage des Ibi selbst, die nach ihrer Rekonstruktion als typische Zeugnisse der Sarkophagdekoration der thebanischen Elite der 25./26. Dynastie gelten können. Zum anderen wird die Sargkammer des Psametik, die sich innerhalb der Grabanlage des Ibi befindet und nicht nur hervorragend erhalten, sondern auch vollständig dekoriert ist, erstmals zugänglich gemacht. Psametik, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um einen Nachkommen Ibis handelt, ließ seine Sargkammer komplett bemalen und mit dem Stundenritual, Tb 125 sowie „neuen“ Texten versehen, die dennoch den generellen Entwicklungen der Grabdekoration des Asasif in der Spätzeit entsprechen. Herausragend ist die besondere retrograde Schreibweise von Tb 125, die in dieser Form bislang ohne Parallele ist.
Studia epigraphica et historica in honorem Ioannis Pisonis. Philippika (181). Varga, Rada. Hrsg.: Mihailescu-Bîrliba, Lucre?iu; Ardevan, Radu; Matei-Popescu, Florian; ?entea, Ovidiu. Englisch. 2024. 560 S. 121 ill., 10 tables, 7 maps. 24 x 17 cm. EUR 128,00. ISBN: 978-3-447-12209-2 Harrassowitz Verlag
This book is dedicated to Professor Ioan Piso, one of the greatest epigraphists and historians of antiquity, on the occasion of his 80th birthday. Professor Piso has been active for almost 60 years, publishing major inscriptional corpora from Roman Dacia as well as important studies on the elite, society, culture, economy and religion of Dacia and the Imperium Romanum. He gained international recognition not only through publications, but also through his participation in international conferences and projects, as well as through prestigious fellowships. He directed the scientific activities of many young scholars who later received international recognition. Professor Piso was actively involved in the civic life and was one of most important fighters for the preservation of cultural heritage in Romania. His moral principles, diligence and human qualities were unanimously appreciated.
The volume comprises almost 40 studies written by scholars from Germany, France, Austria, Switzerland, Italy, Spain, Hungary, Israel, Poland, Bulgaria and Romania. The main topics are epigraphy, archaeology, historiography, taking into account new epigraphic and historical documents as well as recent archaeological data. The book includes historiographic debates and new restitutions of medieval and modern documents on antiquity. In other articles, the authors provide new interpretations and original points of view on already known documents.
Municipium Claudium Aguntum - Das Macellum. Mit Beiträgen von Lucy Cramp, Otto Defranceschi, Ruth Irovec, Helen Whelton, Benjamin Wimmer und Katrin Winkler. Ager Aguntinus (6). Auer, Martin. 2024. 500 S. 138 Abb., 8 Tabellen. 29,7 x 21 cm. EUR 120,00. ISBN: 978-3-447-12169-9 Harrassowitz Verlag
Im 2. Jahrhundert n.Chr. ist in der römischen Stadt Aguntum eine umfangreiche Bautätigkeit zu beobachten. In dieser Phase entsteht auch ein vornehmlich auf Fleisch- und Fischprodukte spezialisiertes Marktgebäude. In der schriftlichen Überlieferung römischer Zeit werden diese Gebäude als macella bezeichnet. Architektonisch können macella unterschiedlich gestaltet sein, im Fall von Aguntum liegt ein Rundmacellum vor, dessen Grundform vorwiegend in Italien anzutreffen ist. Die klare geometrische Gliederung des Gebäudes findet keine exakten Parallelen in der römischen Architektur und ist bislang auch das einzige mit Sicherheit als solches anzusprechende Rundmacellum außerhalb Italiens. Die Nutzung des Macellums endet im 3. Jahrhundert n.Chr. durch ein Brandereignis, das weite Teile des Zentrums von Aguntum zerstört. In der nachfolgenden Zeit entstehen auf diesem Areal einfache Wohnhäuser und Werkstätten, die sich dem Recycling von metallischen Rohstoffen aus dem Stadtzentrum widmen. Neben der architektonischen und baugeschichtlichen Analyse werden in diesem Band die kaiserzeitlichen und spätantiken Fundmaterialien sowie der archäozoologische Befund aus dem macellum von Aguntum behandelt.
Tomb M12.3 at Asyut.. A unique testimony from the 12th Dynasty. With contributions by Ursula Verhoeven and Jannik Korte, Claudia Maderna-Sieben, Joachim Friedrich Quack, Fabian Wespi. The Asyut Project (19). Regulski, Ilona. Englisch. 2024. 118 S. 16 fb. Abb.. 24 x 17 cm. EUR 68,00. ISBN: 978-3-447-12163-7 Harrassowitz Verlag
The ancient elite of Asyut was buried in the mountains above the city in the necropolis of the Western Mountain. The Gebel Asyut el-Gharbi is penetrated by hundreds, if not thousands of tombs and quarries. The most powerful families of the thirteenth Upper Egyptian nome were buried here in monumental rock tombs to celebrate their rule in perpetuity. Asyut’s ancient necropolis has generally been most famous for the impressive tombs from the First Intermediate Period and the early 12th Dynasty (2205–1900 BC).
The result of renewed fieldwork is a more complete picture of the mountain’s use over a period of five thousand years. Ilona Regulski’s¬ publication contributes to the rediscovery of Asyut by presenting tomb M12.3, the final resting place of the deputy Khety, who lived and worked during the reign of King Amenemhat III at the end of the 12th Dynasty. As there is a general lack of decorated tombs from this time in this part of Egypt, the volume will hopefully provide valuable parallel text and iconographic material.
Friedrich Hoffmann in der deutschen Kolonie Neuguinea 1908-1921. Quellen und Forschungen zur Südsee (8). Hrsg.: Hiery, Hermann; Scholtissek, Isa. Tagebuch aus dem Bismarck-Archipel. 2024. 264 S. 30 Abb. 24x 17cm. EUR 68,00. ISBN: 978-3-447-12239-9 Harrassowitz Verlag
Der Landwirt Friedrich Hoffmann aus Dresden nahm mit 23 Jahren eine Anstellung als Pflanzer bei der Neuguinea-Kompagnie an und zog in der kolonialen Spätphase im Jahre 1908 in den Bismarckarchipel, seit 1884 Teil der deutschen Kolonie Neuguinea. Neben seiner Arbeit als Pflanzer auf Kokos-, Kaffee- und Kautschukplantagen war Friedrich Hoffmann in den ersten Jahren auch für die gesundheitliche Versorgung der indigenen Arbeiter zuständig. Hoffmann lebte bis zu seiner Ausweisung 1921 durch die australische Mandatsmacht im Bismarckarchipel, unterbrochen nur von einem knappen Jahr „Heimurlaub“ 1913/1914, in dem er die Berlinerin Erna Elsner heiratete. Mit ihr und den in Neuguinea geborenen Kindern lebte und arbeitete Hoffmann auch in der schwierigen Zeit des Ersten Weltkrieges auf verschiedenen Inseln des Bismarckarchipels: auf Neumecklenburg (New Ireland), Manus und Neupommern (New Britain).
Während seiner 13 Jahre in der Kolonie führte Friedrich Hoffmann ein Tagebuch, in dem er seine Einblicke in die Inselwelt mit ihren Kulturen und Sitten ebenso ausführlich beschreibt wie das koloniale Leben, die Wirtschaftsstrukturen und Handelsgepflogenheiten. Mit viel Humor notiert er seine Eindrücke und Erlebnisse aus einer eher unpolitischen, aber neugierig-aufmerksamen und abenteuerlustigen Perspektive. Das sorgsam edierte und annotierte Tagebuch aus dem Bismarck-Archipel (1908–1921) ist das bislang einzige Zeugnis eines Deutschen, der die Kolonialzeit in Neuguinea auch während des Ersten Weltkriegs bis zum Ende des deutschen Einflusses erlebte.
Ante Portas- Extra Muros. Ein Survey zur koptisch-monastischen Besiedlung in Dra` Abu el-Naga Nord/Theben-West. Sonderschriften des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo (48). Beckh, Thomas. 2024. 217 S. 171 Abb., 46 Tafeln, 1 Karte. 29,7 x 21cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-12185-9 Harrassowitz Verlag
Ante Portas – Extra Muros ist das Ergebnis eines Surveys in Dra? Abu el-Naga Nord (Theben-West, Oberägypten) zur Besiedlung des Hügels durch koptische Mönche und die von ihnen genutzten Bauwerke. Das Ziel der Bestandsaufnahme war dabei nicht nur das Umfeld des Paulosklosters (Deir el-Bachît) und die von Herbert E. Winlock so bezeichneten Anlagen XXVI und XXVII, vielmehr wurden auch die zu diesen Einheiten gehörenden Strukturen aufgenommen: unter anderem die Vernetzung der Anlagen über Wege und Wegweiser, ihre Anbindung an eine Karawanenstraße und das Vorhandensein einer Wachpostenkette. Ergänzt durch eine Materialaufnahme – konkret durch Inschriften und Graffiti, Keramik, gezielte Ausgrabungen sowie durch Bestandsrecherche in Museen – kann so ein einzigartiges Bild eines spätantik-frühmittelalterlichen Klosterverbandes gezeichnet werden, der in seiner Blütezeit den gesamten Hügel überspannte. Erste archäologische Spuren aus dem 5. und 6. Jahrhundert n.Chr. zeigen darüber hinaus, wie und wo auf dem Hügel die Gemeinschaft des Paulosklosters ihren Anfang nahm. Für einzelne Raumeinheiten konnte zudem eine funktionale Zuweisung vorgenommen werden. Ermöglicht wird so die einzigartige Rekonstruktion einer monastischen Landschaft des 5./6. bis 10. Jahrhunderts n.Chr. in Theben-West, die damit auch die Entstehung, die Blüte und den Niedergang des Mönchtums in der Region beleuchtet.
Eine vergleichende Untersuchung der mittel- und spätbronzezeitlichen Perlenassemblagen. Qatna-Studien. Ergebnisse der Ausgrabungen (13). Puljiz, Ivana. Die Perlen von Qa?na. 2024. 258 S. 120 Abb., 59 Tabellen, 26 Tafeln. 30,5 x 23,5 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-12223-8 Harrassowitz Verlag
Die Perlen von Qa?na präsentiert alle Schmuckperlen aus den drei Grüften unter dem Königspalast von Qa?na, der Gruft I der Mittelbronzezeit I, der Gruft VII mit einem Inventar der Mittelbronzezeit II und der Königsgruft mit Perlenassemblagen, die überwiegend der Spätbronzezeit zuzuweisen sind. Alle Stücke wurden einer einheitlichen formalen Typologie unterzogen, die es ermöglicht, die typologische Entwicklung von Perlenassemblagen über das zweite Jahrtausend v.Chr. hinweg nachzuvollziehen. Dies erbringt die überraschende Erkenntnis, dass die auf den ersten Blick so einheitlich aussehenden Assemblagen von Perlen der königlichen Grabanlagen von Qa?na – der Gruft VII und der Königsgruft – deutlichen chronologischen Veränderungen unterworfen waren.
Der Band stellt ein Referenzwerk für die bronzezeitlichen Perlen Syriens dar. Er rückt die häufig nur am Rande beachtete Fundgruppe in ein neues Licht: als eine Materialgruppe, die entgegen der allgemeinen Erwartung deutlichen chronologischen Veränderungen unterliegt, welche feststellbar werden, wenn die Perlen nicht isoliert, sondern im Rahmen einer Assemblage betrachtet werden.
Globalgeschichte / Global History 2,1 · 2024. Hrsg.: Denzel, Markus A.; Häberlein, Mark; Christine, Hatzky; Nagel, Jürgen G. 2024. 186 S. 17 Abb. 24 x 17 cm. EUR 49,00. ISBN: 978-3-447-18353-6 Harrassowitz Verlag
Die Geschichtswissenschaft diskutiert seit Jahren intensiv über die Genese, Formen und Folgen weltweiter Verflechtungen und Austauschprozesse. Die Forschungen und Debatten auf dem Feld der Globalgeschichte knüpfen an etablierte Traditionen der außereuropäischen Geschichte, der Geschichte der europäischen Expansion sowie der Geschichte einzelner Weltregionen an, führen jedoch konzeptionell und methodisch über diese hinaus. Dem Wandel des wissenschaftlichen Diskurses trägt die vormalige „Gesellschaft für Überseegeschichte“ durch ihre Umbenennung in „Gesellschaft für Globalgeschichte“ Rechnung. Im Zuge der konzeptionellen und methodischen Neuausrichtung der Gesellschaft wurde das Periodikum „Globalgeschichte / Global History“ konzipiert, das in der Nachfolge des „Jahrbuchs für Europäische Überseegeschichte“ (2001–2022) steht. „Globalgeschichte / Global History“ bietet ein Forum für wissenschaftliche Aufsätze, Debattenbeiträge sowie Literaturberichte in deutscher und englischer Sprache, die Aspekte dieses ebenso vielfältigen wie dynamischen Forschungsfelds beleuchten.
Aus dem Inhalt (insgesamt 7 Beiträge):
Simon Karstens Vorstellungen, die Imperien prägen. Imaginationen Nordamerikas in England und Frankreich ca. 1500–1650
Oliver Krause, “Fact or Fancy?” Inventing and Instrumentalizing Geopolitical Narratives in the United States and Russia from the Cold War to the Present
Alexandr Osipian, Uses of the History of World War II in Russian Foreign Policy, 1991–2022
Mark Häberlein, Ein großer Geschichtsatlas mit Schwachstellen. Zu Christian Grataloups „Geschichte der Welt“
Festschrift für Wolfgang Spickermann zum 65. Geburtstag. Philippika (180). Hrsg.: Linder, Margit; Petermandl, Werner; Schäfer, Christoph; Scheuermann, Leif. LIBENS LAETUS MERITO. 2024. 342 S. 29 Abb., 7 Tabellen. 24 x 17 cm. EUR 89,00. ISBN: 978-3-447-12208-5 Harrassowitz Verlag
In Libens laetus merito, der Festschrift zu Wolfgang Spickermanns 65. Geburtstag, bringen 22 renommierte FachvertreterInnen ihre fachliche und freundschaftliche Verbundenheit mit dem Geehrten zum Ausdruck. Die überwiegend auf Deutsch, aber auch auf Englisch und Italienisch verfassten Beiträge bilden die Interessen des Grazer Professors für Alte Geschichte ab. Ihr zeitlicher Rahmen erstreckt sich dabei von der mykenischen Zeit bis ins Spätmittelalter. Inhaltlich befassen sie sich mit antiken Autoren, Epigraphik, Numismatik und Papyrologie sowie mit antiker Philosophie, Religions- und Militärgeschichte, antiker Seefahrt und den Provinzen und der Peripherie der römischen Welt.
Die Aufsätze stammen von Jan Bremmer, Monika Frass, Ursula Gärtner, Manfred Hainzmann, Marietta Horster, Anne Kolb, Stefano Magnani, Kresimir Matijevic, Dietmar Mieth, Fritz Mitthof, Karl Peitler, Patrick Reinard, Jörg Rüpke, Christoph Schäfer, Peter Scherrer, Charlotte Schubert, Meret Strothmann, Klaus Tausend, Sabine Tausend, Reinhold Wedenig, Rainer Wiegels und Greg Woolf.
 
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