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Lukas Verlag

 
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Auf jeden Fall nach Feuerland ... Fundstücke aus Südamerika. Mücklausch, Uwe; Wunderlich, Verona. 2017. 156 S. Abb. 21 x 26 cm. Gb. EUR 20,00. ISBN: 978-3-86732-291-1 Lukas
Eine längere Reise ermöglicht die Befreiung vom Ballast des Alltags – erleichtert, wird nur der Rucksack mitgenommen. Es soll auf jeden Fall nach Feuerland gehen, nicht durchgeplant nur auf den bekannten Touristenpfaden, sondern neugierig reisend mit offener Route.
Verona Wunderlich ist vor 30 Jahren das erste Mal in Südamerika gewesen, ist mit den Sprachen der Region vertraut und nimmt ihren Fotoapparat mit. Uwe Mücklausch skizziert seit mehr als 30 Jahren und hat dieses Mittel auch zur Kommunikation perfektioniert. Zeichnend begibt er sich das zweite Mal auf den Subkontinent.
Es geht beiden darum, für die Ausdehnung der Länder der Südhalbkugel ein Gespür zu bekommen; was macht dies mit den Menschen, mit Flora und Fauna, mit Licht und Farben. Sie wollen verweilen und weiterziehen, den Zufall nicht ausschließen und offen sein für Fundstücke unterschiedlicher Art und Weise, die sie zeichnen, fotografieren, beschreiben oder auch collagieren.
Das Skizzieren erfolgt in der Natur, direkt und unvermittelt am Geschehen vor Ort. Es erfordert das konzentrierte, rasche Arbeiten und die Reduktion auf das Wesentliche. Das gesehene Bild, der flüchtige Augenblick wird mit der Kamera festgehalten. Das Schreiben ermöglicht Zeit für Korrekturen. Alle Sinne sind gefordert.
Dabei zieht sich der Mittagsmoment durch die gemeinsame Reise, innehalten jeden Tag zu einer festen Zeit, dazu eine Notiz.
Carl Blechen. Innenansichten eines Genies. Berndt, Iris; Börsch-Supan, Helmut. 2017. 112 S. meist fb. Abb. 28 x 21 cm. Pb. EUR 20,00. ISBN: 978-3-86732-287-4 Lukas
Unruhig bis zur Sprunghaftigkeit und tief empfindend suchte Carl Blechen in das Wesen der Erscheinun¬gen einzudringen, in denen er Spiegelungen seiner Seele sah. So ergab sich ihm eine Einheit von Innen- und Außenwelt. »Er fühlte, dass das Geheimnis der Natur in seinen Händen sei«, hieß es bereits in einer Gedächtnisrede auf den 1840 verstorbenen Künstler.
Das Betrachten und Beschreiben seiner Kunst verlangen eine vergleichbare Einstellung. Dazu anzuregen, ist die Absicht dieses Buches.
Mittelalterliche Wandmalerei in der Mark Brandenburg. Arbeitshefte des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landsmuseums (41). Hrsg.: Drachenberg, Thomas. 2017. 141 S. meist fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 16,00. CHF 19,00 ISBN: 978-3-86732-682-7 Lukas
Eine von der ehemaligen Patronatsfamilie initiierte Monographie zur spätmittelalterlichen Ausmalung der Prignitzer Dorfkirche Demerthin bot im Sommer 2015 den Anlass, dort eine gemeinsame Tagung des Vereins Alte Kirchen Berlin Brandenburg e.V. und des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalpflege zu veranstalten.
Der daraus hervorgegangene Aufsatzband vereint Beiträge von Denkmalpflegern, Kunsthistorikern und Restauratoren zur mittelalterlichen Wandmalerei und Architekturfassung in Brandenburg und in angrenzenden Regionen. Im Zentrum stehen dabei die vorreformatorischen Wandmalereien in Dorfkirchen und damit eine bisher eher wenig beachtete Kunstgattung und denkmalpflegerische Aufgabe. Der Band reiht sich ein in die aktuellen Bemühungen, diese wertvollen Zeugnisse des Glaubens und der Kunst systematisch zu erfassen und zu dokumentieren. Mit der Erforschung und Publikation der Bildwerke soll deren bessere Wahrnehmung durch Wissenschaft und Öffentlichkeit ermöglicht und so auch eine wichtige Voraussetzung für die Erhaltung und optimale Präsentation geschaffen werden.
Von den Bauten zur Praxis der Pflanzenkultivierung. Schriftenreihe des Arbeitskreises Orangerien in Deutschland e.V. (14). Hrsg.: Arbeitskreis Orangerien in Deutschland e. V. Orangeriekultur in Weimar und im östlichen Thüringen. 2017. 206 S. meist fb. Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 19,80. ISBN: 978-3-86732-279-9 Lukas
Der vorliegende Band begibt sich auf die Spuren der reichen Garten- und Orangeriegeschichte der Stadt Weimar und des Bundeslandes Thüringen und dokumentiert damit die Ergebnisse der 37. Jahrestagung des Arbeitskreises Orangerien in Deutschland e.V. Nach einer Einführung zu den Anlagen des Herzogshauses Sachsen-Weimar befassen sich mehrere Beiträge mit den seit drei Jahrhunderten in Funktion befindlichen Orangeriegebäuden in Weimar-Belvedere. Sie konnten in jüngster Zeit zusammen mit dem zentralen Gärtnerhaus und dem Orangenplatz behutsam saniert werden. Detailberichte, beispielsweise über die Lehmbodensanierung, vermitteln, wie ein schonender Umgang mit dem historischen Bestand und mit historischer Technik bei gleichzeitig modernem Betrieb der Pflanzenhäuser möglich ist.
Einen zweiten Schwerpunkt bilden Aspekte der Pflanzenkultivierung. Gewürdigt werden Geschichte und Gegenwart des Orangeriebestands in Schloss Belvedere, die Präsentation von Orangeriepflanzen im Greizer Park sowie die Orangerie in Altenburg. Überregionale Erfahrungen bei der Zitruskultivierung in verschiedenen europäischen Orangerien und eine gründliche pflanzengeschichtliche Darstellung der merkwürdigen Citrus ‘Bizzarria’, einer Chimäre aus Bitterorange und Zitronatzitrone, runden den Band ab.
Mittelalterliche Wandmalerei in der Mark Brandenburg. Hrsg.: Drachenberg, Thomas. 2017. 150 S. 100 meist fb. Abb. 30 x 21 cm. Pb. EUR 20,00. ISBN: 978-3-86732-261-4 Lukas
Der »Gute Conrad« von Weißensee. Judenmord und Heiligenverehrung zwischen Spätmittelalter und Reformation. Hrsg.: Kühne, Hartmut; Mötsch, Johannes. 2017. 102 S. meist fb. Abb. 24 x 16 cm. Pb. EUR 14,90. ISBN: 978-3-86732-280-5 Lukas
Im Jahre 1303 löste der Fund eines toten Jugendlichen die grausame Vernichtung einer jüdischen Siedlung in Thüringen aus. Die in der abendländischen Gesellschaft verbreitete Obsession, Juden würden Christen rituell töten, kostete mehr als einhundert Juden in Weißensee, Gotha, Kölleda und Tennstedt das Leben. Der tote Junge hingegen wurde unter dem Namen »Guter Conrad« als Heiliger verehrt. Er fand sein Grab in der Peter- und Paulskirche von Weißensee, wo ihn Hilfesuchende und andere Wallfahrer aufsuchten. Der Ort war damit einer der ganz wenigen in Mitteldeutschland, wo ein einheimischer Heiligenkult entstand. Auch wenn die römische Kirche diesen Kult niemals formell anerkannte, erlebte die Verehrung des »Guten Conrads« um 1500 sogar noch einmal einen besonderen Aufschwung.
Die Verehrung endete erst mit der Einführung der Reformation 1539 und ist seither weithin in Vergessenheit geraten. Doch neue Quellenfunde initiierten in den letzten Jahren wissenschaftliche Forschungen zu den Weißenseer Vorgängen des Jahres 1303, zum lokalen Heiligenkult und zu dessen Zerstörung im Zuge der Reformation. Eine Rolle spielten hierbei auch archäologische Funde, die im Rahmen der umfangreichen Sanierung der Peter- und Paulskirche gemacht wurden.
Der Band dokumentiert eine auf Einladung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und des Thüringer Landesamtes für Archäologie am 13. November 2015 in Weißensee veranstaltete Tagung, deren Vorträge die einschlägigen Forschungen der letzten Jahre zusammenfassten.
Mitte!. Modernisierungen und Zerstörungen des Berliner Stadtkerns von 1850 bis zur Gegenwart. Goebel, Benedikt. 2017. 160 S. 170 teils fb. Abb. 26 x 21 cm. Pb. EUR 19,80. ISBN: 978-3-86732-294-2 Lukas
Von den Bauten zur Praxis der Pflanzenkultivierung. Schriftenreihe des Arbeitskreises Orangerien in Deutschland e.V. (14). Hrsg.: Arbeitskreis Orangerien in Deutschland e. V. Orangeriekultur in Weimar und im östlichen Thüringen. 2017. 206 S. meist fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 16,00. CHF 18,00 ISBN: 978-3-86732-687-2 Lukas
Der vorliegende Band begibt sich auf die Spuren der reichen Garten- und Orangeriegeschichte der Stadt Weimar und des Bundeslandes Thüringen und dokumentiert damit die Ergebnisse der 37. Jahrestagung des Arbeitskreises Orangerien in Deutschland e.V. Nach einer Einführung zu den Anlagen des Herzogshauses Sachsen-Weimar befassen sich mehrere Beiträge mit den seit drei Jahrhunderten in Funktion befindlichen Orangeriegebäuden in Weimar-Belvedere. Sie konnten in jüngster Zeit zusammen mit dem zentralen Gärtnerhaus und dem Orangenplatz behutsam saniert werden. Detailberichte, beispielsweise über die Lehmbodensanierung, vermitteln, wie ein schonender Umgang mit dem historischen Bestand und mit historischer Technik bei gleichzeitig modernem Betrieb der Pflanzenhäuser möglich ist.
Einen zweiten Schwerpunkt bilden Aspekte der Pflanzenkultivierung. Gewürdigt werden Geschichte und Gegenwart des Orangeriebestands in Schloss Belvedere, die Präsentation von Orangeriepflanzen im Greizer Park sowie die Orangerie in Altenburg. Überregionale Erfahrungen bei der Zitruskultivierung in verschiedenen europäischen Orangerien und eine gründliche pflanzengeschichtliche Darstellung der merkwürdigen Citrus ‘Bizzarria’, einer Chimäre aus Bitterorange und Zitronatzitrone, runden den Band ab.
Blickränder. Grenzen, Schwellen und ästhetische Randphänomene in den Künsten. Hrsg.: Lang, Astrid; Windorf, Wiebke. 2017. 515 S. 175 teils fb. Abb. 24 x 16 cm. EUR 32,00. CHF 35,00 ISBN: 978-3-86732-689-6 Lukas
Aus dem Wunsch und Bedürfnis heraus, Hans Körner ein Geschenk zu machen, das sowohl sein umfassendes wissenschaftliches Œuvre als auch sein fast vierzigjähriges Wirken als Wissenschaftler, Lehrer, Mentor und Kollege widerspiegelt, entstand der vorliegende Sammelband. Mit dem Titel »Blickränder. Grenzen, Schwellen und ästhetische Randphänomene in den Künsten« soll Bezug genommen werden auf Hans Körners facettenreiche Beschäftigung mit dem Phänomen der Kunstwahrnehmung, der Begegnung von Werk und Betrachter, welche vielleicht die grundsätzliche Schwellensituation bei der Analyse von Kunst und (kunst-)historischen Zusammenhängen darstellt.
Dieser Schwellensituation nähern sich die Beiträge des Liber Amicorum aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und versuchen so, die Kontaktaufnahme des Subjekts mit dem Objekt über dessen dingliche, räumliche, semiotische und kontextuelle Grenzen auszuloten. Und auch die Randgebiete der kunst- und kulturhistorischen Forschungslandschaft in Bezug auf genau diese Kontaktaufnahme, welche Hans Körner im Laufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeit immer wieder fasziniert haben, werden durch die Autorinnen und Autoren des Bandes aus diversen Blickwinkeln beleuchtet.
Der Dirigent, der nicht mitspielte. Leo Borchard 1899–1945. Sträßner, Matthias. 2017. 529 S. 95 Abb. 24 x 16 cm. EUR 20,00. CHF 22,00 ISBN: 978-3-86732-693-3 Lukas
Am 26. Mai 1945 gibt Leo Borchard als frisch ernannter Chefdirigent des Berliner Philharmonischen Orchesters sein erstes Konzert im Berliner Titania-Palast. Es ist zugleich das allererste Konzert der Philharmoniker nach dem Zweiten Weltkrieg. Sowohl die russischen Besatzer als auch die später in Berlin eintreffenden Amerikaner und Briten huldigen dem sechsundvierzig Jahre alten Dirigenten. Ist in ihm vielleicht schon der Nachfolger Wilhelm Furtwänglers gefunden?
Aber schon das Konzert am 25. August dirigiert Borchard nicht mehr. Amerikanische Soldaten erschießen ihn zwei Tage zuvor, als er in dem Fahrzeug eines britischen Offiziers am heutigen Bundesplatz die Sektorengrenze passieren will. Die Kugeln treffen einen Dirigenten, der sich dem Dritten Reich standhaft verweigert hatte und mit der von ihm und seiner Lebensgefährtin Ruth Andreas-Friedrich gegründeten Widerstandsgruppe »Onkel Emil« vielen Verfolgten helfen konnte.
Matthias Sträßner widmet sich dem »Fall Borchard« aufgrund des unerwartet aufgetauchten Archivs der Schwester des Dirigenten, Margarita von Kudriavtzeff, nach fast zwanzig Jahren ein zweites Mal und deutlich erweitert: Die Geschichte von Leo Borchard ist nicht nur wegen ihres tragischen Endes spannend, sondern gerade auch wegen seines ungewöhnlichen Lebens. In seiner Biographie fokussieren sich die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in Berlin und das Dritte Reich auf bemerkenswerte Weise. Und die hundert Tage des Chefdirigenten Borchard zeigen, dass die Nachkriegsgeschichte der Berliner Philharmoniker auch ganz anders hätte verlaufen können…
»Schießen Sie mich nieder!«. Käte Frieß’ Aufzeichungen über KZ und Zwangsarbeit von 1941 bis 1945. Hrsg.: Sandow, Christin. 2017. 234 S. 20 Abb. 24 x 16 cm. EUR 16,00. CHF 17,00 ISBN: 978-3-86732-692-6 Lukas
Im November 1941 wird die zwanzigjährige Jüdin Käte Frieß mit ihrem Mann Georg von Nürnberg nach Riga deportiert. Sie übersteht den Aufenthalt in verschiedenen Haftstätten in Lettland, bis man sie im Februar 1945 zurück nach Deutschland, nach Hamburg, »evakuiert«. Aus dem dortigen Polizeigefängnis Fuhlsbüttel treibt die SS die Häftlinge auf einem Fußmarsch in das »Arbeitserziehungslager Nordmark« bei Kiel. Dort endlich wird Käte Frieß Anfang Mai 1945 von den »Weißen Bussen« des Dänischen Roten Kreuzes befreit und nach Schweden gebracht.
Als sie im Sommer 1945 erfährt, dass ihr Mann in Bergen-Belsen umgekommen ist, fließen Trauer und Schmerz über diesen Verlust in ihren Erinnerungsbericht mit ein. Ihr überliefertes Zeugnis »Meinem Gori gewidmet« ist somit nicht allein eine Rekonstruktion der Lagererfahrungen, sondern auch und vor allem der Versuch, den gewaltsamen Tod eines geliebten Menschen zu bewältigen.
Dieses vielschichtige Dokument wird hier in einer behutsam bearbeiteten Fassung erstmals vollständig veröffentlicht. Die Herausgeberin ergänzt den Text um biografische Angaben zur Verfasserin und liefert eine historische Kontextualisierung. In einer kommunikativen Analyse unternimmt sie sodann den Versuch, die komplexe Verschränkung von Erfahrung, Erinnerung und Erzählung aufzubrechen.
Käte Frieß emigrierte im Herbst 1945 nach Kalifornien und starb dort 1997. Über ihre Vergangenheit und ihr Überleben unter nationalsozialistischer Herrschaft hat sie außer in ihrem Erinnerungsbericht nie wieder ausführlich gesprochen.
Johann Tetzel und der Ablass. Begleitband zur Ausstellung »Tetzel – Ablass – Fegefeuer« in Mönchenkloster und Nikolaikirche Jüterbog. Hrsg.: Kühne, Hartmut; Bünz, Enno; Wiegand, Peter. 2017. 427 S. zahlr. meist fb. Abb. 28 x 21 cm. Pb. EUR 29,80. ISBN: 978-3-86732-262-1 Lukas
Johann Tetzel gehört zu den bekanntesten Figuren des Reformationszeitalters. In der frühen Neuzeit zur Gegenfigur Martin Luthers stilisiert, ist seine historische Gestalt in der populären Wahrnehmung unter zahlreichen Legenden verschüttet. Zwar hat die Forschung seit Ende des 19. Jahrhunderts ein differenziertes Bild seines Lebens und seiner kirchlichen Wirksamkeit gezeichnet, doch wurde dies über einen kleinen Kreis von Spezialisten hinaus kaum bekannt.
Die Reformationsdekade bot den Rahmen, sich erneut mit Tetzels Person, aber auch den Ablasskampagnen der Jahre um 1500 zu beschäftigen, als deren prominentester Vertreter er gilt. Stadt und Kirchgemeinde Jüterbog haben diesem Vorhaben einen Ort gegeben, da Tetzels Auftreten in der damals zum Erzstift Magdeburg gehörenden Stadt den Anlass für Luthers Thesenanschlag im nahen Wittenberg bot.
Das Buch dokumentiert die Ergebnisse einer in Jüterbog im April 2016 veranstalteten Tagung. Zugleich ist es Begleitband zur Ausstellung »Tetzel – Ablass – Fegefeuer«, die vom 8. September bis zum 26. November 2017 im Mönchenkloster und der Nikolaikirche Jüterbog gezeigt wird. Auf breiter Quellengrundlage dokumentiert es die Lebenswelt Johann Tetzels, zeigt bisher wenig beachtete Facetten seiner Persönlichkeit und versucht, ihn als Repräsentanten der vorreformatorischen Ablasspraxis einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen. Alle wichtigen zeitgenössischen Dokumente zum Wirken des sächsischen Dominikanermönchs, darunter einige Neufunde, werden mit Bild und Kommentar präsentiert.
Otto Weidt. Anarchist und »Gerechter unter den Völkern«. Kain, Robert. 2017. 652 S. einige Abb. 24 x 16 cm. EUR 28,00. CHF 31,00 ISBN: 978-3-86732-694-0 Lukas
Der Kleinfabrikant Otto Weidt (1883–1947) betrieb zu Beginn der 1940er Jahre in der Rosenthaler Straße 39 in Berlin-Mitte eine als wehrwichtig eingestufte Besenmacherwerkstatt. Seine Belegschaft bestand überwiegend aus blinden und gehörlosen Juden, die er so vor Verfolgung und Deportation zu schützen versuchte. Für seinen Einsatz wurde er 1971 posthum als »Gerechter unter den Völkern« geehrt.
Weniger bekannt ist das frühere Leben Weidts: In der Kaiserzeit war er in der anarchistischen Arbeiterbewegung aktiv und wurde von der Politischen Polizei überwacht. Den Ideen und Idealen des Anarchismus blieb er aber auch später verbunden. Zeitlebens war er ein strikter Gegner von Militarismus, Nationalismus und staatlicher Bevormundung.
Robert Kain nähert sich zunächst dem Anarchisten Weidt und zeichnet ein detailliertes Bild der anarchistischen Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Anschließend untersucht er die Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Eröffnung der »Blindenwerkstatt Otto Weidt«. Der Autor behandelt hier neben Weidts Militärdienst, Ehen und Scheidungen auch dessen Erblindung um 1924 und den daraus resultierenden Weg zum Bürstenmacher.
Die umfangreichsten Kapitel widmen sich natürlich detailliert dem aufopferungsvollen Einsatz von Otto Weidt für jüdische Mitmenschen und wie er sich dabei in einem weit verzweigten Hilfsnetzwerk für NS-Verfolgte bewegte.
Abschließend befasst sich die fundamentale Arbeit mit der Rolle der Blindenwerkstatt in der Nachkriegszeit, Otto Weidts Engagement für die Instandsetzung eines Alten- und Kinderheims der Jüdischen Gemeinde in Niederschönhausen und der Wahrnehmung und Würdigung seiner Person nach 1945. Ein biographischer Anhang gibt Auskunft über viele in der »Blindenwerkstatt Otto Weidt« einst Beschäftigten.
Der Wald war ein letzter Ausweg. Hilfe für verfolgte Juden im Dtsch besetzten Weißrussland 1941–1944. Reichelt, Katrin. 2017. 448 S. teils fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 20,00. CHF 22,00 ISBN: 978-3-86732-691-9 Lukas
Für Zinaida Krasner war die unbekannte Frau ihre letzte Hoffnung. Als sie zaghaft an die Tür von Varvara Kosokovskajas bescheidener Hütte klopfte, hoffte sie nur auf ein wenig zu essen. Die unbekannte Frau bat sie herein und befragte sie nach ihrem Leben im Ghetto von Berezino. Überwältigt von dem Elend nahm sie das kleine Mädchen zu sich. Sie wusste, dass sie damit ihr eigenes Leben und das ihres Mannes riskierte. Dieser schüttelte nur den Kopf und erwiderte: »Was soll’s. Du hast sie ja schon aufgenommen.« In den darauffolgenden Jahren mussten sie täglich um ihr Leben zittern. Alle überlebten wie durch ein Wunder.
Familie Kosokovski waren nicht die Einzigen, die einen solchen Schritt wagten. Dieses ist nur ein Beispiel, wie sich Bewohner des besetzten Weißrusslands der Verfolgung der Juden widersetzten. Einige taten es aus spontanem Mitgefühl, andere empfanden einen starken Willen, Widerstand zu leisten. Andere wiederum wurden durch ihre Tätigkeit im Untergrund mit Rettungsfällen konfrontiert. Sie halfen Freunden, Mitstreiten im Widerstand oder auch Fremden.
Die deutschen Besatzer überzogen Weißrussland mit einem brutalen Terror, der jeden einzelnen Lebensbereich der Zivilbevölkerung betraf. Am Ende der Okkupation waren ein Drittel der Landesbevölkerung ermordet, Millionen Menschen obdachlos und Hunderttausende zur Zwangsarbeit verschleppt worden. Der vorliegende Band stellt die Bedingungen und Dimensionen vor, unter denen sich Menschen dennoch zur Hilfe für Verfolgte entschlossen. Beide Seiten, die Retter wie auch die Untergetauchten, trugen das tödliche Risiko in jeder Hinsicht gemeinsam.
Verlauf | Akteure | Deutungen. Schriften der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg, Neue Folge (8). Hrsg.: Göse, Frank. Reformation in Brandenburg. 2017. 344 S. 24 x 17 cm. EUR 20,00. CHF 22,00. ISBN: 978-3-86732-696-4 Lukas
Die epochale Bedeutung und die Nachwirkungen der mit Luthers Thesenanschlag zu Wittenberg einsetzenden Reformation dürften unbestritten sein. Gleichwohl hat diese europäische – und sukzessive weltweite – Bewegung spezifische Verlaufsmuster und Ausprägungen in den einzelnen Landschaften des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation erfahren. Die aus einer gleichnamigen Tagung hervorgegangenen Aufsätze wenden sich den Vorgängen im damaligen Kurfürstentum Brandenburg zu, in dem die Reformation zwar vergleichsweise spät Fuß gefasst hatte, wo aber dennoch Staat und Gesellschaft nachhaltig durch sie geprägt wurden. Basierend auf neuen Quellenfunden und innovativen Fragestellungen wird sowohl nach den Akteuren und mittelfristigen Folgen der reformatorischen Bewegung gefragt als auch versucht, die Reformation in Brandenburg in einen größeren Kontext zu stellen.
Käthe Kollwitz und ihre Freunde. Katalog zur Sonderausstellung anlässlich des 150. Geburtstages von Käthe Kollwitz. Hrsg.: Käthe-Kollwitz-Museum Berlin. 160 S. 184 meist fb. Abb. 26 x 21 cm. Pb. Lukas Verlag, Berlin 2017. EUR 20,00. ISBN: 978-3-86732-282-9 Lukas
Freunde, Förderer, Kollegen und Schüler kommen 2017 ins Museum, um Käthe Kollwitz zu ihrem 150. Geburtstag zu gratulieren. Unter ihnen sind so klangvolle Namen wie Max Liebermann, Albert Einstein, Gerhart Hauptmann und Otto Nagel, aber auch unbekanntere wie der jüdische Sammler Julius Freund, die bewunderte Studienfreundin Marianne Fiedler oder der Förderer Hermann F. Reemtsma.
Der Ausstellungskatalog anlässlich des 150. Geburtstages von Käthe Kollwitz präsentiert Zeugnisse ihrer Beziehung zu der verehrten Künstlerin. Briefe, Fotografien und Kunstwerke verdeutlichen, was ihnen diese Freundschaft über unterschiedliche politische Meinungen hinweg bedeutet hat.
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Die Stadt in der Kirche. Die Marienkirche in Bernau und ihre Ausstattung. Arbeitshefte des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landsmuseums (40). Hrsg.: Drachenberg, Thomas; Bearbeitet von Hartmut, Kühne; Claudia, Rückert. 2017. 383 S. 450 meist fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 32,00. CHF 34,00 ISBN: 978-3-86732-697-1 Lukas
Kaum eine andere Pfarrkirche des Landes Brandenburg besitzt eine so reiche Ausstattung wie die Marienkirche in Bernau. Dazu gehören das imposante Retabel des Hauptaltars und einige weitere vorreformatorische Stücke. Vor allem aber wuchs sie vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Zu erwähnen sind hier die Taufe und die Kanzel, ein bedeutender Emporenbilderzyklus, verschiedene Gestühle und Beichtkammern sowie zahlreiche Memorialbilder und Fragmente eines Orgelprospektes von Hans Scherer.
Diesem kirchen-, kultur- und stadtgeschichtlich interessanten Ensemble widmete sich im November 2015 eine interdisziplinäre Tagung unter Beteiligung von Bau- und Kunsthistorikern, Kirchen- und Liturgiegeschichtlern, Orgelexperten, Campanologen, Epigrafikern und Restauratoren. Der vorliegende Band dokumentiert deren Ergebnisse und bietet in Form eines Kurzinventars einen vollständigen Überblick des Ausstattungsbestands.
Stadtrechte, Willküren und Polizeiordnungen. Teil I: Goslar und Wernigerode. Harz Forschungen, Forschungen und Quellen zur Geschichte des Harzgebietes (TE655), Band: 32. Hrsg.: Pötschke, Dieter / Brauneder, Wilhelm / Lingelbach, Gerhard. 2017. 253 S., 41 z. T. fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 25,00 ISBN: 978-3-86732-266-9 Lukas
Es ist schon erstaunlich, was unsere Vorfahren im Mittelalter in den Stadtrechten alles regelten. Natürlich ging es darin zunächst um die Rechte und Pflichten der in Gilden organisierten Kaufleute, Krämer, Bäcker, Fleischer, Schuhmacher, Schmiede und Kürschner. Sie hatten das Sagen in den Städten, stellten die Ratsmitglieder und bestimmten, was ins Stadtrecht aufgenommen wurde. Strafen wurden verhängt, wenn die Brote oder Biermaße zu klein waren, und Tuchhändler durften ihre Tuche nur dann zu Hause schneiden, wenn sie die Standgebühren im Kaufhaus entrichtet hatten. Besonders hart traf es Münzer, die aus Silber Pfennige schlugen. Fand man bei ihnen Falschgeld, so drohte der Verlust einer Hand und bei erwiesener Falschmünzerei das Sieden im Fass. Fenster und Türen zur Straße durften nur nach innen aufgehen. Steuern für die Hofstelle wurden in Form von Zehnthühnern entrichtet. In Osterwieck erhielt der Richter vom verkauften Wein literweise einen Anteil. Für die Bestrafung von im Streit erzeugten Wunden wurde ein Wundpegel verwendet, um die Tiefe der Wunde nachzuweisen. Die Städte schotteten aber auch ihre Märkte ab: Außerhalb gebackenes Brot und erzeugtes Fleisch durfte nur stark eingeschränkt angeboten werden. Tuchhändler konnten Hosen verkaufen, jedoch immer mindestens sechs Stück. So florierte das einheimische Handwerk.
Der vorliegende Band beschreibt diesen Prozess der immer stärkeren »Regeldichte« vom Stadtrecht über die Willküren (Stadtordnungen) bis hin zur Polizeiordnung im 18. Jahrhundert. Die Untersuchung orien­tiert sich hauptsächlich am Goslarer Stadtrecht, »jener großartigen, unter den mittelalterlichen Stadtrechten Deutschlands an Umfang […], Systematik, juristischer Durchdringung und Klarheit kaum ihres­gleichen findenden Kodifikation« (Wilhelm Ebel). Die Inhalte des Goslarer und des von ihm abgeleiteten und umgearbeiteten Wernigeröder Stadtrechtes werden sorgfältig verglichen.
100 Jahre Groß-Berlin / Wohnungsfrage und Stadtentwicklung. Edition Gegenstand und Raum. Hrsg.: Bodenschatz, Harald; Brake, Klaus. 2017. 250 S. zahlr. Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 25,00. ISBN: 978-3-86732-290-4 Lukas
Das (Groß-)Berlin-Gesetz von 1920 schuf die Rahmenbedingungen auch für eine neue Wohnungspolitik. Sie führte zur Verbesserung der Wohnverhältnisse breiter Schichten. Erst mit (Groß-)Berlin war eine einheitliche kommunale Planung und ein öffentlich kontrollierter Wohnungsbau möglich, der in der Weimarer Republik, in der NS-Zeit und in den Jahrzehnten der Spaltung der Stadt unterschiedliche Formen annahm.
Vor dem Hintergrund wachsender Bevölkerungszahlen und steigender Mieten stellt sich heute erneut die Frage nach einer neuen Wohnungspolitik in Berlin und darüber hinaus für die gesamte Hauptstadtregion. Historische und aktuelle Beiträge dazu werden um Erfahrungen aus Paris, Moskau und London bereichert.
Mit Texten von Denis Bocquet, Harald Bodenschatz, Klaus Brake, Ephraim Gothe, Maren Harnack, Andrej Holm, Maren Kern, Celina Kress, Christina Lindemann, Katrin Lompscher, Sarah Oßwald, Philipp Meuser, Cordelia Polinna und Jo Sollich.
Schinkel. oder Die Ökonomie des Ästhetischen. Strecke, Reinhart. 2017. 112 S. 23 Abb. 24 x 16 cm. Gb. EUR 20,00. ISBN: 978-3-86732-295-9 Lukas
So sehr sich die Literatur zu Schinkel auch verzweigt, eine Lesart behauptet sich seit dem 19. Jahrhundert als bestimmend: die Geschichte vom Genie, das allein Künstler sein will im Dienste des Guten, Schönen und Wahren. Stattdessen sei hier zunächst herausgestellt, wie Schinkel schon bald die in Preußen wieder tonangebende Reaktion miterleben musste und die Desillusionierung des Reformbeamtentums auch ihn tangierte, zumal im Wissen um den damaligen Wandel vom Pracht- zum Ökonomiebau.
In der Auseinandersetzung um die Folgen dieses Paradigmenwechsels im Ästhetischen bezog Schinkel eindeutig Position und trug er konsequent dem in einer systematischen Mathematisierung gründenden Bruch Rechnung. Unter dem Eindruck seiner England-Reise und der in der Folge errichteten Bauten bzw. Planungen wird einsichtig, wie sich ihm eine autonome Ästhetik des öffentlichen Bauwesens erschließt. Die Unverwechselbarkeit seiner Architektur liegt demnach nicht in dem, was sein Werk erinnert, sondern in dem, was es antizipiert; so überrascht es auch nicht, dass es Junghegelianer waren, denen erstmals an einer Darstellung von Schinkels Leben und Werk gelegen war.
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