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Olms - Georg Olms Verlag Ag

 
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Landschaften und Kartographien der Humboldt´schen Wissenschaft. Hrsg.: Ette, Ottmar; Drews, Julian. 2018. 344 S. meist fb. Abb. 21 x 15 cm. Pb. EUR 68,00. ISBN: 978-3-487-15506-7 Olms
Die Besonderheit der wissenschaftlichen Arbeit und des Schreibens Alexander von Humboldts wird häufig anhand einer den Raum erschließenden Bewegung beschrieben. Konzepte zur Repräsentation räumlicher Verhältnisse, wie Landschaftsdarstellungen und Karten, sind für Humboldts Vorgehen daher epistemologisch und ästhetisch grundlegend. Sie spannen den Bogen von der Anordnung der Phänomene über die quantifizierbaren Beziehungen empirisch bestimmter Orte bis hin zum Anspruch, die Faszination der besuchten Gegenden einzufangen und ästhetisch übertragbar zu machen. Über allem steht dabei die Reise in ihrer wissenschaftlichen, biographischen und literarischen Dimension.
Die in diesem Band versammelten Beiträge gehen auf das Symposion „Landschaften und Kartographien der Humboldtian Science“ zurück, das im November 2016 im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam stattfand. Die zweitägige Veranstaltung bildete den offiziellen Abschluss der Arbeit des Teilprojekts „Genealogie, Chronologie, Epistemologie“, das im Rahmen des BMBF-Verbundprojekts „Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher“ der Universität Potsdam und der Staatsbibliothek zu Berlin-PK drei Jahre lang die Tagebücher des preußischen Kultur- und Naturwissenschaftlers erforschte. Gleichzeitig bildete sie den dritten und letzten Teil der jährlich stattfindenden Potsdamer Alexander von Humboldt-Symposien, welche die Arbeit des Projekts 2014–2016 begleiteten. Der vorliegende Band kann daher auch als Fortsetzung des 2016 erschienenen „Horizonte der Humboldt-Forschung: Natur, Kultur, Schreiben“ (POINTE Band 16) gelesen werden, der die Ergebnisse der ersten beiden Symposien dokumentiert. Die damals aufgeworfenen Fragen und behandelten Thematiken werden hier fortgeführt und weiterentwickelt.
Bilder der Seele - Auguste Rodins Zeichnungen im Kontext der goncourtschen "Ästhetik der Skizze" und des Symbolismus. Mit einer Abhandlung über die Rezeption durch Ernst Ludwig Kirchner. 2 Bände. Studien zur Kunstgeschichte (RD202), Band: 208. Bierwirth, Petra. 2018. 554 S., 140 meist fb. Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 88,00 ISBN: 978-3-487-15537-1 Olms
Mit Auguste Rodin schuf einer der bedeutendsten Bildhauer der Moderne ab 1896 ein umfangreiches zeichnerisches Œuvre, in dem er sich ebenfalls als Neuerer bewies. Rodins „Ästhetik der Skizze“, die Überlegungen der Brüder Goncourt weiterführte, eröffnet einen neuen Blick auf seine Zeichnungen im Kontext des Symbolismus und seines eigenen spirituellen Gesinnungswandels: Die formal reduzierte Zeichnung wurde ihm zum geeignetsten Mittel für die Andeutung seiner pantheistischen Vorstellungen der menschlichen Seele oder des Lebenselans.
Die vorliegende Studie beleuchtet erstmals den kunsttheoretischen Hintergrund, vor dem Rodin seine skizzenhaften Zeichnungen als „Werk“ betrachten konnte. Bisher unveröffentlichte Notizen des Franzosen und der Vergleich mit Werken anderer zeitgenössischer Künstler ermöglichen eine umfassende Interpretation wichtiger Zeichnungen, durch die die Besonderheiten von Rodins poetischer „Evokationskunst“ hervortreten.
In einem Ergänzungsband wird überdies dargelegt, wie sehr Rodins späte Zeichnungen Ernst Ludwig Kirchners Auffassung von Kunst und Zeichnung anregten. In den Blick geraten dabei besonders die Vermittlerposition fortschrittlicher Kunstkritiker wie Rilke oder Heilbut und die nachhaltige Wirkung einzelner Ausstellungen.

From 1896 onward, Auguste Rodin, one of the most important sculptors of the modern age, created a wide-ranging oeuvre of drawings in which he showed himself to be an innovator in this genre too.
This study sheds light for the first time on the art-theoretical background against which Rodin could regard his sketchy drawings as ‘work’. Previously unpublished notes by the Frenchman and a comparison with the work of other contemporary artists provide a comprehensive interpretation of important drawings in which the special qualities of Rodin’s poetic ‘art of evocation’ emerge. A second volume also shows how Rodin’s late drawings inspired Ernst Ludwig Kirchner’s conception of art and drawing.
Kunst aus Papier. Zur Ikonographie eines plastischen Werkmaterials der zeitgenössischen Kunst. Bardt, Juliane. Studien zur Kunstgeschichte (RD202), Band: 169. 2016. 207 S., 48 Abb. Gb. EUR 39,80 ISBN: 978-3-487-13093-4 Olms
Dieses Handbuch bietet erstmals einen wissenschaftlichen Überblick zur zeitgenössischen Papierkunst. Im Mittelpunkt stehen dabei keine Kunstwerke auf Papier wie Druckgraphik oder Zeichnung, sondern plastische Werke aus Papier. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts bearbeiten europäische und nordamerikanische Künstler den vergänglichen Werkstoff Papier, der bis dahin nicht als „kunstwürdig“ erachtet wurde. Im Spiegel der Kulturgeschichte des Papiers werden in diesem Buch die ausgewählten Kunstwerke danach befragt, inwieweit das Material Bedeutungsträger ist.
Schöpfen, Formen, Schneiden, Prägen, Falten, Ersetzen, Experimentieren, Zerstören: Jedes Kapitel erläutert eine andere Bearbeitungstechnik, von ihrer Verwendungsweise im Alltag bis hin zu detaillierten Analysen beispielhafter Kunstwerke von Robert Rauschenberg, David Hockney, Andreas von Weizsäcker, Jan Schoonhoven, Leo Erb, Günther Uecker, Henri Matisse, Felix Droese, Lore Bert und Oskar Holweck.
Die vorliegende Studie wurde im Jahr 2005 mit dem Förderpreis der Benvenuto Cellini-Gesellschaft für die beste kunstgeschichtliche Dissertation der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a.M. ausgezeichnet.

This work is the first to offer a scholarly overview of contemporary paper art. It is concerned not with works on paper such as prints and drawings, but with sculptural works made from paper.
Since the mid twentieth century European and North American artists have been working in the ephemeral medium of paper, previously considered ‘unfit for art’. In the context of the cultural history of paper, the book investigates the extent to which the material itself carries meaning. Making, forming, cutting, stamping, folding, substituting, experimenting, destroying: each chapter illustrates a different way if working, from everyday applications to the detailed analysis of selected works by Robert Rauschenberg, David Hockney, Andreas von Weizsäcker, Jan Schoonhoven, Leo Erb, Günther Uecker, Henri Matisse, Felix Droese, Lore Bert and Oskar Holweck.
In 2005 this study was awarded the Benvenuto Cellini Society’s prize for the best dissertation in art history at the Johann Wolfgang Goethe University in Frankfurt am Main.
Saudi-Arabien. Kaaba, Kadi und Kardamom. Menschen - Kultur - Wirtschaft. Schumacher, Barbara. 2017. 304 S. fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 27,80. ISBN: 978-3-487-08601-9 Olms
„Saudi-Arabien“ – oft löst die Nennung des Namens dieses arabischen Golfstaates Angst und Abneigung aus, oder auch Neid auf Prinzen, die im Luxus schwelgen. Folglich erntet die Ankündigung, das Land besuchen zu wollen, blankes Entsetzen: die westlichen Medien haben ganze Arbeit geleistet. In diesem Buch geht es nicht um Politik, Waffengeschäfte, Verletzungen der Menschenrechte, Hinrichtungen oder ähnliche Themen, die keineswegs beschönigt werden. Vielmehr geht es um Themen wie Wirtschaft, Bildung, Kunst und Kultur – vor dem Hintergrund der im April 2016 veröffentlichten, in den Augen der erzkonservativen Wahhabiten revolutionären Vision 2030 des Kronprinzen Mohammed bin Salman. Diese Vision, die alle Bereiche des Lebens betrifft, wird ohne Zweifel den Wandel des Königreichs – vor dem Hintergrund schwindender Öleinnahmen – zur Folge haben. Ministerien, wichtige Institutionen, staatliche Unternehmen, die gestärkte Privatwirtschaft und die junge Bevölkerung unterstützen die Vision 2030. Dabei spielen die neuen Hoffnungsträger eine wichtige Rolle - sie werden von höchster Stelle gefördert: die saudischen Frauen. Das Buch wendet sich an alle, die einen beträchtlichen Teil der Realität des Landes und ihrer gastfreundlichen, aufgeschlossenen Bewohner kennenlernen wollen, einen Bereich, den die Welt ignoriert. Wie das großartige Land so ist auch dieses Buch: anders als alle anderen.
Saudi Arabia’ – often the mere mention of this Arab Gulf state triggers fear and antipathy, or even jealousy of thousands of princes, swimming in black gold and wallowing in luxury. Consequently the announcement of a planned visit to the country is received with sheer horror: the western media has done its work. This book is not concerned with politics, arms sales, human rights offences, executions or similar topics, although these are in no way glossed over. But the main concern is with the themes of the economy, education, art and culture – in the context of the ‘Vision 2030’ programme published in April 2016 by Crown Prince Mohammed bin Salman, and seen as revolutionary by the arch-conservative Wahhabis. This vision, which affects all aspects of life, will undoubtedly bring about a change in the Kingdom, against a background of falling oil income. Ministries, important institutions, state concerns, the strengthened private sector and the young population support Vision 2030. Playing an important role in this, and being challenged at the highest level are the new bearers of hope: Saudi women. This book is addressed to all those who want to get to know a large part of the reality of Saudi Arabia and its hospitable and open-minded inhabitants, an aspect ignored by the wider world. The book is like this great land itself: different from anything else.
Prinzip Schönheit. Ästhetik als kognitive Welterschließung in Natur, Design und Psychologie. Küster, Rolf L. A. 2017. 303 S. 300 meist fb. Abb. 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 32,00. ISBN: 978-3-487-15590-6 Olms
Ästhetik, Schönheit – beides geläufige Begriffe. Jedoch konnte die Wissenschaft die Frage nach einem universellen Prinzip Schönheit bisher nicht beantworten: Was gefällt uns? Warum ist etwas schön? Warum gibt es das Phänomen Schönheit überhaupt und wie funktionieren die Mechanismen der Schönheit? Dieses wissenschaftlich fundierte Buch untersucht das Phänomen mit klarem Blick und gibt Antworten auf komplizierte Fragen. Dabei werden unterschiedliche wissenschaftliche Sichtweisen zu kognitiven Modellen zusammengeführt. Von Kunst und Architektur bis hin zu Logodesign und Popkultur werden zahlreiche ästhetische Ausdrucksformen mit einbezogen.
Ausgewählte Themen aus Wissenschaft, Literatur und Philosophie liefern einen neuen Blick auf die Ästhetik. Anhand überraschender Beobachtungen und faszinierender Bildbeispiele offenbart das Buch, wie grundlegend die Ästhetik für den modernen Menschen ist und wie unser Denken und Handeln vom „Prinzip Schönheit“ geprägt wird.
Aesthetics, beauty – both familiar terms. But scholarship has never yet been able to resolve the question of a universal principle of beauty: What do we like? Why is something beautiful? Why is there a phenomenon of beauty at all and how do the mechanisms of beauty work?
This scientfically-based book takes a clear-eyed look at the phenomenon and offers answers to complex questions. Many forms of aesthetic expression from art and architecture to logo design and pop culture are included.
Selected themes from science, literature and philosophy offer new insights into aesthetics. With surprising observations and fascinating visual examples the book reveals how fundamental aesthetics are for people today and how our thoughts and actions are influenced by the “principal of beauty.”
Sammler, Kenner, Kunstschriftsteller. Studien zur Geschichte der neueren deutschen Kunst (1836-1841) des Athanasius Graf Raczynski. Kaiser, Uta. 2017. 800 S. 97 Abb. 30 x 21 cm. Pb. EUR 129,80. ISBN: 978-3-487-15536-4 Olms
Die „Geschichte der neueren deutschen Kunst“ von Athanasius Graf Raczynski (1788–1874) ist das erste Überblickswerk zur deutschen Kunst im 19. Jahrhundert. Sie steht am Beginn der historisch-kritischen Kunstgeschichtsschreibung und bewegt sich in vielfacher Hinsicht zwischen Tradition und Moderne. In der Herangehensweise an ihren Gegenstand, ihrer gleichzeitigen Publikation in deutscher und französischer Sprache sowie ihrer Aufbereitung ist sie innerhalb der Geschichte der Kunstgeschichte einzigartig. Dies trifft auch auf den Autor des opulent gestalteten Werkes zu. Der aus dem Großpolnischen stammende Diplomat in preußischen Diensten Athanasius Graf Raczynski war gleichzeitig Sammler, Kenner und Kunstschriftsteller und arbeitete zeit seines Lebens autodidaktisch und transnational.
Die Arbeit untersucht die biographischen und kulturellen Zusammenhänge, die zur Publikation der „Geschichte“ führten. In einem umfangreichen Anhang werden erstmals Korrespondenzen des Grafen mit Künstlern der Düsseldorfer und Münchner Malerschule veröffentlicht, die in engem Kontakt mit Raczynski während der Vorbereitung seines Buches standen und von denen zahlreiche Werke in die Kunstsammlung des Grafen aufgenommen wurden.
The ‘History of Modern German Art’ by Count Athanasius Raczynski (1788-1874) was the first overview of German art in the 19th century. It is an early example of historical-critical art history and fluctuates in many respects between tradition and modernity. Count Athanasius Raczynski, a diplomat from Greater Poland in the service of the Prussian state, was a collector, connoisseur and writer on art, a lifelong autodidact whose work had a transnational perspective.
This study examines the biographical and cultural contexts that led to the publication of the ‘History’. The Count’s correspondence with artists of the Düsseldorf and Munich Schools, which were maintained close contact with Raczynski as he worked on his book, is published here for the first time in an extensive appendix.
Museen „inklusiv“ gestalten. Wissenschaftliche Evaluation von Maßnahmen für eine barrierefreie Museumsgestaltung am Beispiel der neueröffneten Dauerausstellung Museum der Sinne, Kultur- und Erdgeschichte barrierfrei erleben! im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim. Schulz, Regine; Folta-Schoofs, Kristian; Hesse-Zwillus, Marion; Kieslinger, Nina; Kruse, Julia. 2017. 129 S. 15 teilweise fbg. Abb. 23 x 15 cm. Pb. EUR 19,80. ISBN: 978-3-487-15527-2 Olms
Durch das Engagement und die fachliche Unterstützung von regionalen Behindertenvereinen und -verbänden, sozialen Einrichtungen und universitären Arbeitsgruppen konnte im März 2014 die deutschlandweit einmalige barrierefrei gestaltete und inklusiv vermittelnde Dauerausstellung MUSEUM DER SINNE. Kultur- und Erdgeschichte barrierefrei erleben! im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim (RPM) eröffnet werden. Die Ausstellung lädt alle BesucherInnen dazu ein, die kultur- und erdgeschichtlichen Schwerpunktthemen des Museums auf multisensorische und interaktive Weise selbstständig zu erfassen. Die umfangreichen Maßnahmen zur Herstellung von Barrierefreiheit und inklusiver Kulturvermittlung machen die Ausstellung für die unterschiedlichsten Besuchergruppen mit und ohne Behinderung gemeinsam erlebbar.
In Kooperation mit WissenschaftlerInnen und Studierenden der Arbeitsgruppe Neurodidaktik des Instituts für Psychologie der Stiftung Universität Hildesheim wurde das Dauerausstellungsprojekt einer zusammenfassenden und bilanzierenden Evaluation unterzogen. Alle Ergebnisse dieser Studie sind in der vorliegenden Publikation zusammengefasst. Sie soll Museen und Kultureinrichtungen als Handreichung und wertvolle Hilfestellung bei der Umsetzung eigener barrierefrei gestalteter und inklusiv vermittelnder Ausstellungsprojekte dienen.
Fluid Access: Archiving Performance-Based Arts. Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig - Schriften (12). Hrsg.: Büscher, Barbara; Cramer, Franz Anton. Engl. 2017. 256 S. fb. Abb. 22 x 14 cm. Engl. Br. EUR 48,00. ISBN: 978-3-487-15476-3 Olms
„Beweglicher Zugang“ ("Fluid Access") charakterisiert Archivprozesse der Aufführungskünste in ihrer Unabschließbarkeit und verweist auf ihre fortgesetzten Transformationen und deren je aktuelle Aneignung in Ausstellungen, Reenactments und wissenschaftlicher Analyse. Sammeln und Anordnen in medial verschiedenen Formen des Aufzeichnens bilden die Basis solcher aktuellen Archivprozesse. Das internationale Netzwerk, das sich mit den Ausgaben des Online-Journals MAP media archive performance seit 2009 entwickelt hat, stellt diese Aspekte in den Mittelpunkt einer fortgesetzten Reflexion. Künstlerische Praxis und wissenschaftliche Analyse kommunizieren und machen den beweglichen Zugang zur Performance-Geschichte deutlich.
Mit Beiträgen von Ieva Astahovska, Gabriele Blome, Barbara Büscher, Daryl Chin, Barbara Clausen, Franz Anton Cramer, Scott deLahunta und Florian Jenett, Wolfgang Ernst, Ulrike Hanstein, Susanne Holschbach, Jana Horáková, Babette Mangolte, Eric Morrill, Andi Otto, Laurence Rassel, Heike Roms, Stefanie Schulte Strathaus, Otmar Wagner und Florian Feigl, Isa Wortelkamp.
“Fluid access” indicates the interminability of the processes of archiving performance-based arts and their continued transformation, as well as their repeated appropriation in exhibitions, reenactments and scientific analysis. Fluid access is based on processes of collecting and ordering as well as on various medial forms of recording. The readability of the archive’s artefacts is determined by their medial character. The international network that has evolved since 2009 with each edition of the online journal MAP media archive performance places these aspects at the center of its ongoing reflections. The exchange between artistic practice and scientific analysis highlights the importance of gaining fluid access to performance history.
Die Wanderheiler. Maya und der Fünfte Kreuzzug. Mit Illustrationen von Lina Tiedemann. Tiedemann, Markus. 2016. 226 S., Abb. 21 x 15 cm. Gb. EUR 16,80 ISBN: 978-3-487-08571-5 Olms
Teil 2 der erfolgreichen Geschichte über ein Mädchen, das in die Vergangenheit reist, um in der Gegenwart zu heilen. Das Leben der jungen Heilerin Maya wird unerwartet und erbarmungslos vom dunklen Erbe der Kreuzzüge überschattet. Doch was wäre, wenn sich die Vergangenheit verändern ließe? Wenn zumindest ein grausamer Mord verhindert werden könnte? Es beginnt ein gefährliches Spiel um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im mittelalterlichen Akkon.
„Nutze deine Vorstellungskraft, Heilertochter!“, krächzte der Dämon. „Es geht um mehr als nur um das Schicksal deiner Mutter. Versuche zu begreifen, was es bedeuten würde, wenn die Geschichte von Christen und Muslimen nicht allein von Grausamkeit, Verrat und Ungerechtigkeit beherrscht wäre. Was es bewirken könnte, wenn sie sich auch an Vertrauen, Gerechtigkeit und wechselseitige Achtung erinnern würden.“
„Kann dieser Plan meine Mutter retten?“ „Niemand vermag das zu beurteilen“, antwortete der Uhu. „Doch so oder so wäre ich bereit, alles zu wagen.“
„Dann bin ich es auch“, bekräftigte Maya.
Von der Antike bis zur Gegenwart. Historische Europa-Studien - Geschichte in Erfahrung, Gegenwart und Zukunft. Hrsg.: Gehler, Michael ; Müller, Peter ; Nitschke, Peter . Europa-Räume. 2016. 508 S. 508 Abb. 24 x 17 cm. EUR 68,00. ISBN: 978-3-487-15482-4 Olms
Dieser Band widmet sich Europa-Räumen von den Anfängen bis heute. Er setzt in einem ersten Kapitel mit dem Altertum ein und wendet sich sodann dem Mittelalter mit Blick auf vorinstitutionelle Europäizitäten zu. Dabei geht es zunächst um das Meer als zentrales Raumparadigma in der Antike, Identitätswandel und Verräumlichung von Herrschaft am Beispiel von England, fremde und vertraute Welten in der Selbstsicht Europas im Kontakt mit den Mongolen sowie um kartographische Repräsentationen des dritten Erdteils. Im zweiten Kapitel werden Spätmittelalter und Frühe Neuzeit im Zeichen eines konfligierenden Christenheitseuropas behandelt. Themen sind städtische Reformationsräume, Bilder der orthodoxen Kirche und die Präteritalisierung des Naturzustands.
In einem dritten Kapitel werden Räume und Raumbildungen im Rahmen der Neueren Geschichte und Zeitgeschichte thematisiert: historische Romane über „Kreuzzüge als Teil der Erzählung Europa“, die deutsch-polnischen Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert am Beispiel der Bistümer Hildesheim und Breslau/Wroclaw, Erinnerungsräume als Raumordnungen, die Europa-Idee in der Selbstfindung des historisch-philosophischen Denkens Russlands im Zusammenwirken mit Deutschland, Europa-Räume in der „Wendezeit“ als Rekonstruktionen und Deutungsmöglichkeiten, Räume der Moderne und „zivilisatorische Erfolgsgeschichten“ in europäischen Schulbüchern nach dem Zweiten Weltkrieg sowie das institutionalisierte Europa von „Paneuropa“ bis zur „EU-Osterweiterung“. Eine umfassende Bibliographie beschließt das Werk.
This volume looks at European spaces from the beginnings to the present. The first chapter starts with antiquity and then turns to the middle ages with a look at pre-institutional Europeanness. The second chapter examines the late middle ages and early modern age in the context of an antagonisitic Christian Europe. In the third chapter the focus turns to spaces and space-building in modern and contemporary history. The work ends with a comprehensive bibliography.
Produktionsräume im zeitgenössischen Kinder- und Jugendtheater. Medien und Theater. Heinemann, Caroline . 2016. 348 S. 348 Abb. 22 x 16 cm. Pb. EUR 29,80. ISBN: 978-3-487-15456-5 Olms
Das Kinder- und Jugendtheater versteht sich in besonderem Maße als ein „Theater der Zuschauer“. Doch wie spiegelt sich dies in der Praxis des Theaters tatsächlich wider? Auf welchen Produktionsebenen und mit welchen ästhetischen Mitteln wird das Publikum angesprochen? .
Im Zentrum der vorliegenden Untersuchung steht der Begriff des „Produktionsraumes“, der die Idee eines relationalen Raumes mit dem theaterwissenschaftlichen Konzept der Aufführung als Ereignis verknüpft. Dabei ist der Produktionsraum einer Aufführung nicht allein durch die Inszenierung festgelegt, sondern auch durch die vorgefundenen und situativen Bedingungen. .
Anhand von fünf Inszenierungen für ein junges Publikum wird eine Typologie verschiedener Raumkonzepte entwickelt (Theater im großen Saal, theatrale Installation, Theater im Klassenzimmer und in der Kindertagesstätte). Die vergleichende Analyse unterschiedlicher Produktionsmodelle dokumentiert zugleich die Bandbreite des zeitgenössischen Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland (Theater an der Parkaue, Junges Schauspielhaus, Grips Theater, Helios Theater, Theater Kormoran). .
Das vorliegende Buch leistet somit einen wichtigen Beitrag zur theaterwissenschaftlichen Betrachtung des Kinder- und Jugendtheaters und zeigt, dass eine Auseinandersetzung mit dessen Praxis anschlussfähig für allgemeine theaterwissenschaftliche Diskurse ist.
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Theatre for children and young people is perceived to a special degree as “spectators’ theatre”. But how is this actually reflected in theatrical practice? What levels of production and what aesthetic methods are used to address the audience? .
The focus of this study is the notion of “production space”, the idea of a relational space, linked to with the theoretical dramatic concept of performance as event. This production space of a performance is not determined only by the staging but also by existing and situational conditions. .
Based on five theatre productions for a young audience, the author develops a typology of different spatial concepts (theatre in a large space, theatrical installations, theatre in the classroom or nursery). At the same time, the comparative analysis of different production models documents the range of contemporary children’s and young people’s theatres in Germany (Theater an der Parkaue, Junges Schauspielhaus, Grips Theater, Helios Theater, Theater Kormoran). .
This book therefore offers an important contribution to the academic study of children’s and young people’s theatre and demonstrates that an engagement with its practice can be adapted for general theoretical discourse in theatre studies.
Sebastiano del Piombo - Felix Pictor.. Raum, Zeit und Klang in Bildern der Memoria. Studien zur Kunstgeschichte 206. Bertling Biaggini, Claudia 2016. 264 S. 54 Abb. 22 x 17 cm. Gb. EUR 68,00. ISBN: 978-3-487-15420-6 Olms
Sebastiano Luciani, genannt Sebastiano del Piombo, wurde um 1485 in Venedig geboren und starb 1547 in Rom. Nach seiner Ausbildung als Maler in der Werkstatt Giovanni Bellinis und Giorgiones erlebte Sebastiano die Initiationsphase des neuen Raumverständnisses in der Kunststadt Venedig unmittelbar mit. Dort machte er sich zunächst als Musiker einen Namen, wird aber in einem Lobgedicht seiner Fresken in Rom, wohin er im Jahre 1511 gewechselt war, als glücklicher Maler – felix pictor – bezeichnet. Nach dem Tod Raffaels galt er dort als bedeutendster Porträtist seiner Zeit. Unter dem Einfluss Michelangelos und dem Kreis der Spiritualisten entwickelte er in der Reformzeit eine neue Bildästhetik. Dabei war sein Kunstbegriff an die musikalische Form der Elocutio geknüpft – so das Ergebnis der vorliegenden Untersuchung.
Im Prozess künstlerischer Formbildung entstand mit dem Maler Sebastiano del Piombo ein ästhetisches Konzept von Dauerhaftigkeit und Transformation. Hier ergeben sich deutliche Parallelen zu den Memorialkompositionen Johannes Ockeghems, wie die Autorin aufzeigen kann. Auf der Basis neuer Raum- und Zeitvorstellungen gipfelt die Malerei Sebastianos im klanglichen Memorialbild. Diese neue Bildgattung mit Erinnerungscharakter bereitet die Klanggemälde Caravaggios und weiterer Nachfolger vor.
Sebastiano Luciani, called Sebastiano del Piombo, was born around 1485 in Venice and died in 1547 in Rome. After studying painting in the workshop of Giovanni Bellini and Giorgione, Sebastiano witnessed at first hand the initial phase of a new understanding of space in the artistic city of Venice. He first made his name there as a musician, but in a panegyric poem about his frescoes in Rome, where he had moved in 1511, he is described as a happy painter – felix pictor. After Raphaels death he was considered to be the most important Roman portrait painter of the time. Under the influence of Michelangelo and the circle of “spirituali” he developed a new visual aesthetic during the period of reform. This involved linking his conception of art with the musical form of “elocution” – that is the finding of this study.
With the painter Sebastiano del Piombo a new aesthetic concept of permanence and transformation developed in the process of creating artistic form. There are clear parallels here with the memorial compositions of Johannes Ockeghem, as the author demonstrates. On the basis of new concepts of space and time, Sebastianos painting reaches its climax in the tonal memorial image. This new genre with its memorialising character paves the way for the tonal paintings of Caravaggio and other successors.
Friedhelm aus Trakehnen. Eine Flucht mit Pferd und Wagen.. Tschermak, Irene M. ; Tschermak, Irene M. Ab 12 Jahre. 2016. 199 S. 199 Abb. 22 x 15 cm. EUR 19,80. CHF 26,90 ISBN: 978-3-487-08440-4 Olms
Oktober 1944 in Ostpreußen. Von einem Familienbesuch zurückkommend, findet der 15-jährige Reitbursche Friedhelm das Hauptgestüt Trakehnen vollkommen verlassen vor. Mensch und Tier sind Hals über Kopf vor der herannahenden russischen Armee geflüchtet. Er trifft auf die Tochter einer Gutbesitzerfamilie, die gleichaltrige Erdmute, die im Chaos der Flucht von ihrem Treck getrennt wurde. Mit einer Kutsche, gezogen von einer Trakehnerstute, machen die beiden sich auf den Weg nach Westen, den die russische Armee bereits abzuschneiden droht. Ein Weg voll zahlreicher Gefahren, der sie 1000 km durch Eis und Schnee führt, und der gesäumt ist von toten und verwundeten Menschen und Tieren.
Interviews mit Zeitzeugen bilden die Grundlage für diese fesselnde Erzählung, die vor dem authentischem Hintergrund der größten Völkerflucht der jüngeren europäischen Geschichte spielt. Irene M. Tschermak wurde in Berlin geboren und ist dort aufgewachsen. .
Nach dem Studium an der Akademie für Werkkunst und Mode, an der Akademie für Graphik, Druck und Werbung und an der Hochschule für bildende Künste zog sie 1967 nach Köln um, wo eine intensive Ausstellungstätigkeit begann. Seit 1998 lebt und arbeitet sie in Dänemark. .
Insgesamt fünf Märchenbücher hat sie inzwischen illustriert und herausgegeben, einige von ihnen mit eigenen Erzählungen.
Goethe-Bilder auf Postkarten, Briefmarken, Geldscheinen, Sammelbildern, Stereofotos, Bierdeckeln. Protte, Meinolf ; Vogt, Ulrich . 432 S. 1.500 fb. Abb. 29 x 24 cm. Gb. Olms Verlag, Hildesheim 2016. EUR 48,00. CHF 58,60 ISBN: 978-3-487-08572-2 Olms
Goethe, wie Sie ihn noch nie gesehen haben!
Mehr als 1.500 Bilder: Eine Entdeckungsreise vom simplen Einfarbendruck auf einem Bierdeckel bis zum mit zwölf Steinen gedruckten hochwertigen Lithosammelbildchen, von der millionenfach gedruckten Briefmarke bis zum limitierten und signierten Kupferstich auf Büttenpapier.
Jedes Bild ist dabei Ergebnis einer individuellen bildnerischen Auseinandersetzung seines Gestalters mit dem Thema Goethe, ist eingebettet in eine kunsthistorische Stilepoche und Ausdruck seiner Zeit. Wichtigste Fakten zu Goethe aus einem neuen Blickwinkel, aber auch historische Fakten aus der Zeit der Darstellung. Auf den ersten Blick faszinieren natürlich die alten Postkarten. Der Betrachter kommt bei näherem Hinsehen aber nicht darum herum, den meist in feinster Schönschrift geschriebenen Text des Absenders auf den Postkarten zu entschlüsseln. Die Autoren haben die Texte bewusst nicht wegretuschiert, denn sie sind neben den Abbildungen gleichwertige historische Zeugnisse.
Und deshalb ist es amüsant, was unsere Urgroßmütter, Großmütter, Urgroßväter und Großväter ihren angebeteten und geliebten Partnern und Partnerinnen vor hundert Jahren geschrieben haben. Warum haben sie Goethe-Darstellungen und Goethe-Texte für ihre Nachrichten gewählt?
Mit den vielfältigen Goethe-Bildern auf Sammelbildern, Geldscheinen u.a. werden in dem vorliegenden Buch auch historische Fakten vermittelt. Warum gab es z.B. so viele Notgeldscheine von 1921 mit Goethe-Motiven? Auch auf solche Fragen gibt das vorliegende Buch spannende Antworten.
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The Royal Opera House Muscat. Al Zubair, Mohammad. Englisch. 2015. 320 S., zahlr. fb. Abb. 24 x 30 cm. Gb. im Schuber. EUR 98,00 CHF 116,60 ISBN: 978-3-487-08561-6 Olms
Der hochwertig ausgestattete und bebilderte Band erzählt die Geschichte der Entstehung des „Royal Opera House Muscat“, seiner Architektur und grandiosen Innenausstattung samt neuester Bühnentechnik. Es gilt als Bauwerk mit Vorbildcharakter einer neuen Epoche, die von Sultan Qabus eingeleitet wurde, als er im Sommer 1970 die Herrschaft über das Sultanat Oman erlangte. In einer bemerkenswert kurzen Zeit bildete sich eine moderne Nation auf dem Fundament einer stolzen Vergangenheit.
Das Sultanat Oman verfügt heute über eine starke und nachhaltige Wirtschaft mit einer modernen Infrastruktur, die gesundheitliche Versorgung sowie das umfassende Bildungssystem sind erstklassig. Die Herrschaft von Sultan Qabus ist zugleich auch eine Zeit kultureller Blüte. Neben der Bewahrung des traditionellen kulturellen Erbes führte Sultan Qabus auch neue Formen der Musik ein, um das kulturelle Leben der Nation weiter zu bereichern.
Das vielfältige Programm des „Royal Opera House Muscat“ bietet grandiose Aufführungen aus dem Oman, der Region und der Welt. Seit seiner Entstehung gastierten Größen wie Placido Domingo, Diana Krall und Wynton Marsalis ebenso wie das Wiener Staatsballett, die Mailänder Scala und Ensembles aus Asien und Südamerika.

This book relates the story of the establishment of the Royal Opera House Muscat as one of the great achievements of the Renaissance that was ushered in forty-five years ago when His Majesty Sultan Qaboos acceded to the throne of the Sultanate of Oman in the summer of 1970. In a remarkably short period of time, an advanced nation was built on the foundations of a proud history.
In contrast to the middle decades of the twentieth century, Oman today has a strong, sustainable economy and a fully modern infrastructure, including state-of-the-art transportation and communication systems, as well as first-rate facilities for universal healthcare and a comprehensive system of education. The Renaissance is, at the same time, characterised by cultural efflorescence. While preserving the country s traditional heritage and culture, His Majesty introduced new forms of music to further enrich the cultural life of the nation. The history of the Royal Opera House is intimately linked with the evolution of music in modern Oman, which in turn is anchored in the nation’s rich musical heritage.
Die Sixtinische Decke - warum Michelangelo malen durfte, was er wollte. Herzner, Volker . Studien zur Kunstgeschichte (205). 2015. 354 S. 60 Abb. 24 x 17 cm. Gb. Olms Verlag, Hildesheim 2015. EUR 58,00. ISBN: 978-3-487-15229-5 Olms
Michelangelos Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle zählt zu den bedeutendsten Werken der europäischen Kunstgeschichte. Goethes vielzitierter Satz, „Ohne die Sixtinische Kapelle gesehen zu haben, kann man sich keinen anschauenden Begriff machen, was ein Mensch vermag“, gilt auch heute. Die kunsthistorischen Interpretationen, die sich mit diesem Werk auseinandergesetzt haben, sind inzwischen unüberschaubar. Auffällig ist, wie häufig dabei philosophische Theorien oder theologische Konzepte an Michelangelos Darstellungen herangetragen wurden, ohne zu beachten, ob seine bildlichen Formulierungen mit den unterstellten Prämissen übereinstimmen. Dass ein vorurteilsfreier und genauer Blick auf Michelangelos Meisterwerk auch heute ergiebig ist und neuen Erkenntnissen Raum geben kann, beweist die vorliegende Untersuchung.
Michelangelos Darstellung der Schöpfungsakte als machtvolle körperliche Aktionen steht in eklatantem Widerspruch zum christlichen Glauben, wonach die Schöpfung aus dem Wort Gottes erfolgte. Der Künstler ließ sich aber nicht von häretischen Vorstellungen leiten. Ihm ging es vielmehr darum, den philosophischen und theologischen Bestrebungen seiner Zeit eine kategorische Absage zu erteilen, die den Menschen als fähig ansahen, in der Selbstvervollkommnung gottgleich werden zu können. Michelangelo stellte deshalb Gott in überwältigender Allmacht dar, so daß er kein Ziel hochgreifender menschlicher Ambitionen sein kann. Jede derartige Bemühung hielt Michelangelo, von Jugend an ein Gefolgsmann Savonarolas, aus christlicher Sicht für sündhaft. Deshalb räumte er auch – ganz unzeitgemäß – dem Sündenfall einen Platz in der Mitte der Sixtinischen Decke ein. In Papst Julius II. fand er volle Unterstützung für sein Projekt.
*************** Michelangelo’s ceiling paintings in the Sistine Chapel are among the most significant works in European cultural history. Goethe’s much-quoted statement that, “Until you have seen the Sistine Chapel, you can form no adequate conception of what man is capable of accomplishing,” remains true today. The range of art-historical interpretations of this work is vast. It is notable how often these attach philosophical theories or theological concepts to Michelangelo’s depictions without taking into account whether his visual formulations fit these assumptions. The present study proves that an unprejudiced and exact look at Michelangelo’s masterpiece can still be worthwhile today and can yield new insights.
Michelangelo’s depiction of the creation as a powerful physical act is in striking contrast to the Christian faith which describes the creation as the result of God’s word. However, the artist was not influenced by heretical ideas. He was seeking instead to present a categorical denial of the contemporary philosophical and theological theories that saw mankind as capable of becoming godlike through self-perfection. Therefore Michelangelo depicts a God of overwhelming omnipotence who cannot be the goal of overreaching human ambition, which Michelangelo, a follower of Savonarola since his youth, believed to be sinful. For the same reason he made space in the centre of the Sistine ceiling – also out of keeping with the times – for the Fall of Man. In Pope Julius II he found full support for his project.
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Origine et survivances des symboles. Warburg, Cassirer, Panofsky.Maud Hagelstein. Reihe: Europaea Memoria, Reihe I: Studien, 107. Französisch. 2014. 267 S, Pb. EUR 34,80 ISBN: 978-3-487-15180-9 Olms
On trouve à l’origine de cette étude un problème très général lié à la réception théorique des productions artistiques. Faut-il dégager de l’œuvre l’essence idéale, pour la réduire à ce qui, en elle, est universel ? Faut-il plutôt décrire les conditions qui l’ont rendue possible ? Tenter de répondre à ces questions – dont la simplicité n’est qu’apparente – engagera ici la philosophie autant que l’histoire de l’art. Sans verser pour autant dans la naïveté œcuménique, on valorisera ici les zones de contamination méthodologique entre ces deux champs de savoir. On se demandera si le théoricien n’est pas toujours et inévitablement tendu entre deux approches de l’objet culturel : celle de la méthode historique qui tient compte de la temporalité propre à l’objet étudié (son origine, sa contingence, sa fin – c’est-à-dire tous les processus d’apparition, de disparition ou de survivance) et celle de la méthode transcendantale ou apriorique qui fait émerger ce que l’objet porte de non-historique, de non-factice, de non-empirique (sa vérité, son sens, sa structure, son universalité). Partant de ce problème général, l’analyse portera sur trois projets théoriques réalisés dans les années 1920 et restés déterminants pour la théorie de l’art actuelle : l’Atlas Mnemosyne (Aby Warburg), La philosophie des formes symboliques (Ernst Cassirer) et La perspective comme forme symbolique (Erwin Panofsky).
Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist ein sehr allgemeines Problem, das mit der theoretischen Rezeption von Kunstwerken zusammenhängt. Soll die geistige Essenz des Werkes herausgearbeitet werden, um es auf das zurückzuführen, was an ihm universell ist? Oder sollen eher die Bedingungen beschrieben werden, dem es seine Entstehung verdankt? Die Verfasserin nimmt sich vor, diese nur auf den ersten Blick einfachen Fragen im Rekurs auf die Kunstgeschichte wie auch die Philosophie zu beantworten. Ohne in naives Konsensdenken zu verfallen, sollen hier Zonen ins Licht gerückt werden, in denen die beiden Wissenskulturen einander methodologisch berühren. Aus dieser Herangehensweise ergibt sich die Frage, ob der Theoretiker nicht zwangsläufig in einer unauflösbaren Spannung zwischen zwei Weisen der Annäherung an das Kulturobjekt verharren muss: einerseits der historischen Methode, die die Zeitlichkeit des untersuchten Objekts betrachtet (seine Herkunft, seine Kontingenz, seinen Zweck, d.h. alle Prozesse des Auftretens, Verschwindens oder Nachlebens), und andererseits der transzendentalen bzw. apriorischen Methode, die das im Objekt enthaltene Nicht-Historische, Nicht-Faktische, Nicht-Empirische hervortreten lässt (seine Wahrheit, seinen Sinn, seine Struktur, seine Universalität). Von diesem allgemeinen Problem ausgehend, behandelt die Analyse drei theoretische Entwürfe, die in den 1920er Jahren entstanden sind und die für die kunsttheoretische Debatte bis heute bestimmend sind: den Mnemosyne-Atlas (Aby Warburg), die Philosophie der symbolischen Formen (Ernst Cassirer) und Die Perspektive als symbolische Form (Erwin Panofsky).
Semper, Gottfried. Gesammelte Schriften. 4 Bände in 5 Bänden. Hrsg.: Henrik Karge. Historia Scientiarum (SV129). 2014. 2474 S., Gb. EUR 590,00 CHF 606,60 ISBN: 978-3-487-13496-3 Olms
Gottfried Semper (1803–1879) ist der bedeutendste deutsche Architekt des 19. Jahrhunderts neben Karl Friedrich Schinkel, dessen romantischen Klassizismus er durch eine nüchterne Bauweise unter Bevorzugung des italienischen Renaissancestils ablöste. Gegensätze wie jene zwischen Grundform und Kunstform oder Materialechtheit und Ornament wurden durch Sempers hohes Künstlertum zu einer künstlerischen Einheit geführt.
Seine praktische Arbeit band Semper zeitlebens in einen theoretisch fundierten Kontext ein. Berühmt wurden seine Forschungen zur Polychromie der antiken Architektur und Plastik, die er mit der Konzeption einer Einheit der Künste verband. Sein Buch „Wissenschaft, Industrie und Kunst“ reflektierte die Einsichten, die die Weltausstellung von 1851 gebracht hatte, als Vorgriffe auf eine zukünftige Kunst. „Die vier Elemente der Architektur“ von 1850 ist wichtiges Zeugnis seiner geistigen Distanz zum Historismus.
Wie seine Bauten reflektierten seine wirkungsmächtigen Schriften, in denen er sich oft polemisch mit künstlerischen Tendenzen seiner Zeit auseinandersetzte, die Bedingungen ästhetischer Wahrnehmung. Nicht zufällig bezog sich die niederländische Bewegung "de Stijl" später direkt auf Sempers Hauptwerk "Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten“.
Als einer von wenigen Architekten hat Gottfried Semper ein wissenschaftliches Œuvre von hohem Rang hervorgebracht. Sein architektonisches Werk war von europäischer Bedeutung. Geboren in Hamburg und ausgebildet in Paris, fand Semper nach einer ausgedehnten Studienreise durch Italien und Griechenland 1834 eine einflussreiche Position als Professor für Baukunst in Dresden, wo er seine berühmtesten Bauten errichtet hat: das erste und das zweite Hoftheater, die Gemäldegalerie, die Villa Rosa. Auf die gescheiterte Revolution von 1849 folgten schwierige Jahre im Londoner Exil, bevor Semper als Professor in Zürich und als Entwerfer des Wiener Kaiserforums den Zenit seiner internationalen Anerkennung erreichte.
Ausgehend von seiner Dresdner Akademielehre verfolgte Semper das Ziel, die vielfältigen Erscheinungsformen der Architektur auf wenige Urtypen zurückzuführen, um die Genese der Baukunst mit naturwissenschaftlicher Exaktheit zu erfassen. Die in seinem monumentalen zweibändigen Werk Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten (1860-1863) entwickelte „Bekleidungstheorie“ hat bis heute ihre – teils inspirierende, teils kontroverse – Wirkung auf architektonische Konzeptionen nicht eingebüßt. Sempers literarisches Œuvre steht wie kaum ein zweites für die wissenschaftliche Interdisziplinarität des 19. Jahrhunderts.
Es war eine Stadt wie im Märchen. Hildesheim in Büchern der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. Ruppelt, Georg. 2015. 74S. zahlr. fb. Abb. 19 x 12 cm. Gb. EUR 12,80. ISBN: 978-3-487-15248-6 Olms
Geschichte und Kultur alter Städte werden seit Jahrhunderten in Archiven, Bibliotheken und Museen dokumentiert. In diesem Büchlein wird von der bedeutenden Bischofsstadt Hildesheim erzählt, und zwar auf der Grundlage von Beständen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover.
Viele tausend Seiten von Handschriften mit Hildesheim-Bezug vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert werden in der Bibliothek verwahrt; zu ihnen gehören zwei besondere Kostbarkeiten: das Aufschwörungsbuch des Hildesheimer Domkapitels und die Esther-Rolle des Hildesheimer Künstlers Leib Katz Poppers.
Doch auch die gesamte Produktion Hildesheimer Verlage seit der Mitte des 20. Jahrhunderts mit vielen Zehntausenden von Büchern steht in der Bibliothek den Lesern zur Verfügung. Und es finden sich in ihr ältere Romane und Erzählungen, in denen Hildesheim eine Rolle spielt. Daraus werden anschauliche Textauszüge abgedruckt, die – wie auch die übrigen Texte – der gebürtige Niedersachse Georg Ruppelt als kleine Liebeserklärung an Hildesheim versteht.
Erzähltes Welterbe. Zwölf Jahrhunderte Hildesheim. 2015. Gallistl, Bernhard. 240 S. zahlr. Abb. 28 x 21 cm. Gb. EUR 29,80. ISBN: 978-3-487-15230-1 Olms
Erzähltes Welterbe: Die Weltkulturerbestätten zum Sprechen zu bringen und die Menschen, die sich in ihnen bewegten, zu Wort kommen zu lassen, das ist das Ziel dieses Bandes über den Mariendom und das Kloster St. Michael in Hildesheim. Es entsteht ein farbiger Eindruck des Lebens, das an diesen Orten stattfand, durch teilweise noch unbekannte Chroniken, Legenden, Anekdoten, nicht zuletzt auch Gerichtsakten. Gerade scheinbar alltägliche Dokumente und nicht selten auch die Zeugnisse unbedeutenderer Menschen liefern oft aufschlussreiche Einblicke vom einfachen Alltag bis in die hohe Politik hinein. Die beiden Bauten mit ihren Schätzen bilden einen zusammenhängenden, nicht nur sakralen Raum im Zentrum einer Stadt, die auf zwölf Jahrhunderte Geschichte zurückblickt. Eine überregionale Strahlkraft hatten die politische und künstlerische Persönlichkeit des Bischofs Bernward (993-1022) und die mit ihm verbundene, für die frühromanische Epoche richtungsweisende Klosterkirche St. Michael.
Bernhard Gallistl, in Klassischer Philologie promoviert, hat sich in zahlreichen Arbeiten mit antiker und mittelalterlicher Kunst befasst. Im vorliegenden Band stützt er sich auf seine Erfahrung mit dem Quellenmaterial als langjähriger Handschriftenbibliothekar an der Hildesheimer Dombibliothek.
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