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Olms - Georg Olms Verlag Ag

 
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Petri, Grischka. Arrangement in Business: The Art Markets and the Career of James McNeill Whistler. Studien zur Kunstgeschichte (191). Engl. 2011. 791 S. 24 fb. und 188 sw. Abb. 24 x 17 cm. Leinen. EUR 89,00. ISBN: 978-3-487-14630-0 Olms
awarded the Lempertz Prize for Art History 2008.
Ever since John Ruskin dismissed James McNeill Whistler (1834-1903) as a coxcomb asking exaggerated prices for bad paintings, the American artist has been labeled an entrepreneurial self-promoter. For the first time, this study examines in detail the economic side of Whistler’s entire career. The artist’s professional trajectories are traced with the help of a database recording prices for his works between 1855 and 1903, making the structure of his international lifetime markets transparent.
The book analyses Whistler’s exhibition strategies in London, Paris and New York, and the artist’s relationships with patrons and institutions. Whistler’s transactions with art dealers, commercial galleries and collectors are examined, and business aspects of his artistic decisions are discussed together with commercial implications of the Aesthetic Movement. Whistler emerges as a first modernist successfully making up strategies of distinction.
A complement to the existing Whistler catalogues raisonnés and biographies focusing on the aspect of art economy, this study is a valuable reference work. ‘Arrangement in Business: The Art Markets and the Career of James McNeill Whistler’ has been awarded the Lempertz Prize for Art History 2008.
Teuscher, Jana. Römische Kirchenfassaden des 17. Jahrhunderts. Fassadengestaltung im Kontext von Innen- und Außenraum.. Studien zur Kunstgeschichte (193) 2011. 272 S. mit 73 Abb. 21 x 15 cm. EUR 42,00. ISBN: 978-3-487-14662-1 Olms
Im Rom des 17. Jahrhunderts werden höchst singuläre und scheinbar unkonventionelle Kirchenfassaden errichtet. Gleichwohl beruhen diese auf den klassischen Architekturgliedern, die jedoch wesentlich freier eingesetzt werden und so das in Italien etablierte Fassadenschema bereichern. Doch welche Faktoren beeinflussen die uneinheitliche Gestaltung?
Im Zentrum dieser Studie stehen die Fassaden von Santi Martina e Luca, San Carlino, Santi Vincenzo ed Anastasio und Santa Maria in Campitelli. Mittels luzider Einzelanalysen, die sich durch ihre genaue Beobachtungsgabe auszeichnen, wird deutlich, dass die Architekten die Struktur der Räume, die an die Fassade grenzen, in die Fassadengestaltung aufnehmen. Weil das jeweilige städtebauliche Umfeld einzigartig ist und auch der Innenraum stets nach anderen Anforderungen konzipiert wird, entstehen hochgradig individuelle Fassadenlösungen. Die Kirchenfassaden des römischen Seicento erweisen sich somit in besonderem Maße als ein Ausgleichssystem zwischen Innen- und Außenraum, in dem beide auf die Fassade einwirken, welche ihrerseits zwischen ihnen vermittelt.
Frey, Wolfgang. Torsi. Vorwort von Furger, Andres. 2011. 96 S. durchgehend fb. Gb. EUR 29,80. ISBN: 978-3-487-08512-8 Olms
Sinnliche Verkörperung des Lebens
Vom Künstler weiß man, dass er hauptberuflich auf verschiedenen Kontinenten Räume entwirft und baut. Durch die Reduktion von Menschen auf ihre Hülle entstehen – wie in der Architektur – Räume. Gebaute Räume sind auch Körper, gewissermaßen auf den Torso ausgerichtet, auf das Wesentliche, den Rumpf. Das mag der Grund sein, wieso der Künstler seine Plastiken vor allem auf den zentralen Teil des Körpers reduziert. Der Rumpf als das Wesentliche und Stützende. In der verdichteten Pose spricht er uns subtiler an als in seiner vollen Gestalt. In der festgehaltenen Bewegung wird der Torso zum offenen Buch und führt in die Tiefe; Grund genug, in einem Buch erstarrte Bewegung in verschiedenen Perspektiven festzuhalten.
Wie das Kleid umhüllt und entblößt die Haut zugleich. Steht die Hülle für sich allein, kommt es zur Enthüllung. Der Betrachter muss hier selbst von der Hülle in den Kern, zum Inhalt vorstoßen. Groß ist der Spannungsbogen. Hier wirkt ein Körper wie ein Panzer, in sich ruhend, fest, ja fast abweisend. Es folgen innegehaltene Bewegungen mit der inneren Kraft eines gespannten Bogens. Bewegungen werden hier in der Windung spürbar, dort gelöste, behäbige Ruhe. Es folgt eine dünnhäutige Preisgabe, zerbrechlich fast die Form, eher an einen leicht in der Wärme zerfließenden Wachsabdruck erinnernd als an eine feste Stütze.
Jedem der in Bronze Festgefrorenen ist ein individueller Ausdruck der Spannung seines eigenen Lebens gemeinsam. Mit allen dazugehörenden Rätseln des eigenen Schicksals, seiner Wünsche und Sehnsüchte. Das alles ist in der Hingabe an das Leben für einen kurzen Augenblick festgehalten.
Die hier abgebildeten Körperlandschaften erinnern daran, dass wir Menschen Mikrokosmen im zeitlosen Fluss des Lebens, des Kosmos sind. So, wie sie etwa William Blake in Zeichnungen gesehen hat. Jeder bewegt sich in diesem Strom auf seine Art. Der Mensch wird zum Individuum.
Andres Furger, Basel
Nestor Maximowitsch Ambodik. Emblemata et symbola selecta Rossica, Latina, Gallica, Germanica et Anglica linguis exposita; olim Amstelodami edita nunc denique Petropoli typis recusa, aucta et emendata. St. Petersburg 1788. Reprint: Hildesheim EMBLEMATISCHES CABINET. 2011. LXVIII 285 S. mit Abb.Gb. EUR 158,00 ISBN: 978-3-487-13889-3 Olms
"Emblemata et Symbola" ist das erste und berühmteste russische Emblembuch. Unter Peter dem Großen 1705 in Amsterdam erstmals veröffentlicht, wurde es 1788 mit einer Einleitung Nestor-Maksimovich Ambodiks neu aufgelegt. Ambodik versucht darin einzelne Embleme zu deuten, übersetzt sie in mehrere Sprachen und beschreibt erstmals die Bedeutung des Emblems auf russisch: „Ein Emblem ist eine geistreiche Darstellung oder ein geheimnisvolles Bild, das dem Auge natürliche Wesen oder bestimmte Geschichten präsentiert, mit einer dazugehörigen zweckmäßigen Beschriftung, die aus einer kurzen Folge von Wörtern besteht. Es gibt zahlreiche Arten der Embleme, nämlich göttliche, spirituelle, geschichtliche, politische, heraldische, moralische, mystische, etc.“ Obwohl das Emblem vergleichweise spät in Russland Einzug hielt, hatte es großen Einfluss auf die Architektur und die Kunst des frühen St. Petersburg (gegründet 1703) – der Stadt, die Peter der Große zum Zentrum seines Programms zur Verwestlichung auserkoren hatte.
The first and most well known emblem book in Russian is "Emblemata et Symbola"; under Peter the Great first published in 1705 in Amsterdam, it was republished in 1788 with an introduction by Nestor-Maksimovich Ambodik. Ambodik's book attempts an explanation of the meaning of emblems and translates them into several languages. He also makes the first definition of Emblems in Russian: "An Emblem is a witty representation, or an enigmatic picture, that presents to the eye any natural being or particular story, with a purposeful inscription attaching to it that consists of a brief utterance of words. There are various kinds of Emblems, namely: divine, spiritual, historical, political, heraldic, moral, mystical, etc."
Although the emblem reached Russia late, it had great influence, particularly upon architecture and art in early St. Petersburg (founded in 1703), the city at the heart of Peter the Great's programme of Westernisation.
(Samantha Sherry, Glasgow University Library, Special Collections Department)
Fritsch, Lena. The Body as a Screen: Japanese Art Photography of the 1990s. Buch Studien zur Kunstgeschichte 192. Englisch. 368 S., 40 fb. u. 14 sw Abb., 24 x 17 cm, Pb.. EUR 49,80 ISBN: 978-3-487-14679-9 Olms
This book examines the human body as a motif in Japanese photographic art of the 1990s, with particular reference to socio-cultural issues. Lena Fritsch analyses photographs by Ishiuchi Miyako, Izima Kaoru, Mori Mariko, Morimura Yasumasa, Yamanaka Manabu and Yanagi Miwa, focussing on problems of social and national identity, gender and religion.
How could Morimura’s gender be defined in his "Portrait (Futago)"? What kind of ‘social codes’ are presented in Mori’s "Tea Ceremony III"? The examined works have all been presented in the ‘Western’ art world. By discussing ten images in a detailed and critical way, Fritsch’s monograph provides a counterbalance to the short and commercial texts of exhibition catalogues and magazines. Furthermore, it explores the Japanese context of the works, such as the historical foundations of art and photography in Japan, the structures of the 1990s art system, and the presence of Japanese photographs in a ‘Western’ art market
. What is offered here has not been attempted before; there are few academic studies on Japanese photographs of the 1990s, let alone on their representations of the body. As both a ‘Western’ art historian and somebody whose personal history is influenced by the Japanese culture, Fritsch ‘interprets’ Japanese images to ‘Western’ readers. At the same time, she presents new viewpoints, which might also be interesting to a Japanese audience.
Schuetz, Thomas. Baumeister und Muhandis. Technologietransfer zwischen Orient und Okzident..Studien zur Kunstgeschichte (189). 2011. 640 S. 66 Abb.EUR 78,00. ISBN: 978-3-487-14556-3 Olms
Die Begegnung der islamischen Kultur hat im Mittelalter das lateinisch-christliche Abendland auf vielfältige Art und Weise geprägt. Nicht nur als Gegner in erbitterten Religionskriegen, sondern auch als Vermittler von kulturellen Errungenschaften und antikem Wissen war der Islam dem Westen weit voraus. Eine Situation, die sich allerdings bereits im Hohen Mittelalter veränderte und in einem langwierigen Prozess den Aufstieg des Westens bei einem gleichzeitigen kulturellen, intellektuellen und wirtschaftlichen Niedergang des islamischen Kulturraums einleitete.
Gegenstand dieses Buches ist die Frage, wie sich die beiden benachbarten Kulturräume in ihrer Entwicklung auf dem Feld der Bautechnik gegenseitig beeinflusst haben. Die Bautechnik stellt anders als andere Formen handwerklicher Technik eines der frühesten Beispiele des Zusammenwirkens von Gelehrten und Handwerkern dar; geometrisches Wissen und Erfahrungswissen fanden hier ein gemeinsames Feld der Betätigung. Der diachrone Vergleich von Baumaterial, -elementen, Gebäudeformen und Bauwerken bezieht nicht nur architekturhistorische Fragestellungen mit ein, sondern beleuchtet auch die sozialen, ökonomischen, intellektuellen und religiösen Rahmenbedingungen. So schließt die Studie eine Lücke in der Forschung zur interkulturellen, vormodernen Wissenstransmission.
Stoltz, Barbara. Gesetz der Kunst - Ordo der Welt. Federico Zuccaros Dante-Zeichnungen. Studien zur Kunstgeschichte (190). 2011. 320 S. 89 fb. und 28 sw. Abb., mit 1 CD-ROM. 24 x 17 cm. Pb. EUR 62,00. ISBN: 978-3-487-14626-3 Olms
Im Jahre 1607 publizierte Federico Zuccaro (1540/41-1609) die Schrift „L’Idea de’ Pittori, Scultori et Architetti“, zu der er sich als erster Leiter der Accademia di San Luca in Rom verpflichtet hatte. Der Traktat dokumentiert in Form einer Rückschau die kunsttheoretischen Diskussionen des späten 16. Jahrhunderts, auf deren Hintergrund Zuccaro seine eigene Position entwickelt. Im Mittelpunkt der „Idea“ steht der Begriff des "Disegno", den Zuccaro über seine kunstimmanente Bedeutung hinaus zu einem Fundament der menschlichen Intelligenz und zur wahren Instanz der Gottesähnlichkeit erklärt.
Diese Universallehre über den Menschen, sein künstlerisches Schaffen und seine Beziehung zu Gott setzte Zuccaro in keinem seiner Werke so überzeugend um wie in seinem Zyklus zu Dante Alighieris „Commedia“. Das aufwendige Konvolut an Zeichnungen und Textblättern, das so genannte „Dante historiato da Federico Zuccaro“, entstand in den Jahren zwischen 1585 und 1593. Mit seinem komplexen Bild-Text-System markiert es nicht nur eine wichtige Station der kunstreflexiven Laufbahn Zuccaros, sondern zeigt den Künstler zugleich als Philologen und hervorragenden Dante-Kenner.
Bei der vorliegenden Untersuchung handelt es sich um die erste umfassende Gesamtdeutung des Dante-Zyklus, die neben der bildnarrativen Strategie Zuccaros auch dessen Beitrag zur Rezeption der „Commedia“ berücksichtigt. Auf einer beigefügten CD-ROM werden dazu wichtige Materialien erstmalig zugänglich gemacht.
Johann Jacob Volkmann. Historisch-kritische Nachrichten von Italien welche eine Beschreibung dieses Landes, der Sitten, Regierungsform, Handlung, des Zustandes der Wissenschaften und insonderheit der Werke der Kunst enthalten. 3 Bände und 1 Kommentarband. Herausgegeben von Markus Bernauer. Zweite vermehrte und durchgehend verbesserte Auflage Leipzig 1777-1778. Reprint: Hildesheim 2011. ca. 3.394 S.In Vorbereitung. Band 1. Subskriptionspreis bis zum 31.01.2011 : 472,00 EUR ISBN: 978-3-487-14487-0 Olms
Johann Jacob Volkmanns Historisch-kritische Nachrichten von Italien sind eines der einflussreichsten deutschen Kunstbücher des 18. Jahrhunderts. Als Führer durch Italien begleitete er Goethe, Wilhelm Heinse, Karl Philipp Moritz, Johann Gottfried Seume und viele andere Deutsche des klassischen Zeitalters auf ihrer Reise. Als Nachschlagewerk zu Hesperien diente er den Heimgekehrten und zuhause Gebliebenen in den Jahrzehnten, in denen die Kunst von Antike und Renaissance Inbegriff der Schönheit war. Als Quelle - im deutschen Sprachraum einzigartig und unvergleichlich - unterrichtet dieser Reiseführer über das historische Italien im 18. Jahrhundert, das die Reisenden als ihr Hesperien durchstreiften.
Auf drei Bände verteilt, gibt Volkmann systematisch Auskunft über Kirchen, Paläste, Kunstsammlungen, aber auch über die Geschichte aller wichtigen italienischen Städte von Turin bis Neapel. Diskutiert werden ebenso Naturphänomene oder Fragen von Wirtschaft und Handel. Der erste Band enthält die Kapitel über Turin, Mailand, die Emilia-Romagna mit Bologna, Florenz und die Toskana. Der zweite Band ist vollständig Rom gewidmet. Der dritte Band beginnt mit Neapel und beschreibt die Rückreisewege in den Norden durch Umbrien oder die Marken, Venedig und das Veneto sowie Genua.
Dem Reprint zugrunde liegt die zweite, erweiterte Auflage von 1777/78. Der Kommentarband von etwa 600 Seiten erschließt erstmals die von Volkmann aufgeführten antiken und modernen Bauten und Kunstwerke im einzelnen. Ein auf diesen umfassenden Recherchen basierendes Nachwort und die Bibliographie zum Verfasser runden den Band ab.
Johann Jacob Volkmann’s Historisch-kritische Nachrichten von Italien was one of the most influential German art books of the 18th century. It accompanied Goethe, Wilhelm Heinse, Karl Philipp Moritz, Johann Gottfried Seume and many other Germans on their travels during the age of German classicism as a guidebook to Italy. It served those who returned home or stayed at home as a reference work on the ancient world at a time when the art of classical antiquity and of the Renaissance was the epitome of beauty. As a source-book - unique and unequalled in the German-speaking world - in the 18th century it provided an education about the historical Italy which travellers saw as their Hesperia.
In his three volumes Volkmann offers systematic information about churches, palaces and art collections, but also about the history of all the major Italian cities from Turin to Naples. Natural phenomena are discussed , as are economics and trade. The first volume contains chapters on Turin, Milan, Emilia-Romagna and Bologna, Florence and Tuscany. The second volume is entirely devoted to Rome. The third starts in Naples and describes the journey back north through Umbria or the Marche, Venice and the Veneto and Genoa.
This reprint is based on the second, expanded edition of 1777-78. A 600-page volume of commentary identifies for the first time the individual ancient and modern buildings and artworks listed by Volkmann, and includes an afterword based on extensive research and a bibliography of works by and about the author.
Claudia Bertling Biaggini. Giorgione pictor et musicus amatus – Vom Klang seiner Bilder. Eine musikalische Kompositionsästhetik in der Malerei gegen die Aporie der Norm um 1500. (STUDIEN ZUR KUNSTGESCHICHTE, Band 188). 2011. 396 S. 89 Abb. Gb., EUR 58,00 ISBN: 978-3-487-14498-6 Olms
‚Giorgione und die Musik’ ist bislang als Thema überwiegend in Bezug auf den Bildinhalt untersucht worden. Im vorliegenden Buch über Giorgione (1477/78-1510) werden seine Gemälde erstmalig auf ihre musikalische Struktur hin analysiert. Wesentlich ist die zentrale Erkenntnis, dass die Entwicklung der Malerei und die musikalische Kompositionstechnik um 1500 in engem Bezug zueinander stehen.
Der Musiktheoretiker Franchino Gaffurio, der Maler Leonardo da Vinci und der Mathematiker Luca Pacioli gaben bedeutende Anstösse zum Wandel in der venezianischen Malerei. Bereits hier deutet sich der Einfluss der artes liberales auf eine neue Kunstauffassung zu Beginn des Cinquecento an. Pionier eines harmonikalen Klangbildes war aber der allseits geschätzte Maler und Musiker Giorgione, in dessen Bildern sich musikalisch-mathematische Strukturen aufzeigen lassen. Auf diese Weise ist seine Kunst ein erstes Beispiel für die Affinität von musikalischen und visuellen Phänomenen in der Malerei, die in den nachfolgenden Jahrzehnten, etwa bei Tizian, wie selbstverständlich angelegt ist.
‘Giorgione and music’ is a topic which has previously been studied predominantly in terms of the content of his pictures. In this study of Giorgione (1477/8-1510) his paintings are analysed for the first time on the basis of their musical structure.
Fundamental to this is the central understanding that developments in painting and in the techniques of musical composition were closely related in the period around 1500. The music theorist Franchino Gaffurio, the painter Leonardo da Vinci and the mathematician Luca Pacioli provided significant impulses for the change in Venetian painting, which already foreshadow the influence of the artes liberales on a new conception of art at the beginning of the cinquecento. But the pioneer of a harmonic sound pattern was the universally admired painter and musician Giorgione, in whose pictures musical and mathematical structures can be identified. Thus his art is an early example of the affinity between musical and visual phenomena in painting, which in the following decades, in Titian’s work for example, is practically taken for granted.
Romero-Tejedor, Felicidad. Was verpasst? Gespräche über funktionale Ästhetik. 2011. 170 S., durchgh. fb. Abb. 25 x 18 cm, Gb. EUR 24,80 ISBN: 978-3-487-14493-1 Olms
Design ist in erster Linie als eine nutzerorientierte Dienstleistung zu sehen. Ästhetische Überlegungen haben sich diesem Anspruch unterzuordnen. Das Buch versucht, dem Design-Künstler wie dem Design-Funktionalisten eine neue Perspektive auf die Ästhetik des Design anzubieten, zugleich aber möchte es diejenigen erreichen, die, wie viele Ingenieure auch, interaktive Systeme gestalten. Das Buch greift zu einer dramaturgisch bewährten Stilgattung, dem Dialog - und zwar in der zeitgenössischen Form des Chats. Dabei stehen sich drei Figuren gegenüber, die drei unterschiedliche Sichtweisen des Designs vertreten und über konkrete Fragen der Designästhetik diskutieren: ein Ingenieur, der gesteht, von Websites leben zu müssen - ein Journalist, der als Redakteur einer angesehenen Designzeitschrift tätig ist, aber die Praxis scheut - und ein Designer, der an einer Hochschule Studierende für Design zu interessieren versucht.
Es geht nicht darum, die eine oder die andere Figur triumphieren zu lassen, sondern darum, die unterschiedlichen Denkwelten für einander zu öffnen.
Dilk, Enrica Yvonne. Das "verzweifelte allerhand Talent". Neue Studien zu Carl Friedrich von Rumohr. 2011. 196 S., 4 Abb., 24 x 16 cm, Gb., EUR 39,80 ISBN: 978-3-487-14414-6 Olms
Carl Friedrich von Rumohr (1785-1843), der Autor des Geistes der Kochkunst und der Italienischen Forschungen, war ein Grenzgänger zwischen den Disziplinen. Das hinterlassene Werk spiegelt die Komplexität seiner Leistungen im Bereich der Kunstwissenschaft; zugleich dokumentiert es die Vielfalt der immer neuen intellektuellen Anstöße des Agrarhistorikers und Gastrosophen, des Reiseschriftstellers und Romanciers. Im Mittelpunkt des vorliegenden Aufsatzbandes steht Rumohrs noch kaum erforschte Begegnung mit der Lombardei: Vor dem Hintergrund eines deutsch-italienischen Kulturtransfers werden sein Engagement als Kunstagent für die Berliner Gemäldegalerie und seine agrarökonomischen Studien über das traditionsreiche Bewässerungssystem der mailän-dischen Ebene nachgezeichnet. Zwei Aufsätze wiederum vermitteln eine Vorstellung von Rumohrs Wirkungsradius als Förderer der Hamburger Künstlergeneration nach Runge: zum einen wird die Entstehungsgeschichte der von ihm initiierten Briefausgabe des Spätnazareners Erwin Speckter beleuchtet; zum anderen zeigen Friedrich Nerlys Briefe aus Venedig ein lebhaftes Bild der Lagunenstadt und ein Porträt seines Mentors. Ein weiterer Beitrag befasst sich mit der Frühphase von Rumohrs Beschäftigung mit mittelalterlicher Baukunst. Speziell geht er der Mitarbeit an Friedrich Schlegels Deutschem Museum im Umfeld der architekturästhetischen Konfiguration um 1800 nach.
Carl Friedrich von Rumohr (1785-1843), the author of Geist der Kochkunst and Italienische Forschungen worked across many disciplines. His work reflects the complexity of his achievements in the sphere of art history and aesthetics; at the same time it documents the range of his new intellectual impulses as agricultural historian and gastrosoph, travel writer and novelist. The focus of this collection of essays is Rumohr’s as yet little studied encounter with Lombardy: against the background of German-Italian cultural transfer, the author traces his activity as an agent for the Gemäldegalerie in Berlin and his agricultural studies of the traditional irrigation system of the Milanese plain. Two essays offer an introduction to Rumohr’s influence as a patron of the generation of artists who succeeded Runge in Hamburg: one sheds light on the edition of the letters of the late Nazarene Erwin Speckter which Rumohr sponsored; in the other Friedrich Nerly’s letters from Venice present a lively picture of that city and a portrait of his mentor. A further contribution looks at the early phase of Rumohr’s interest in mediaeval architecture, focussing in particular on his collaboration on Friedrich Schlegel’s Deutsches Museum in the context of architectural and aesthetic configurations around 1800.
Wolfgang Cilleßen, Rolf Reichardt (Hg.). Revolution und Gegenrevolution in der europäischen Bildpublizistik 1789 - 1889 2010. XX/ 504 S. 324 z. T. fb. Abb. Gb. EUR 74,00 ISBN: 978-3-487-14492-4 Olms
Der systematisch angelegte Band erschließt - unterhalb der «Hochkunst» - eine internationale Bildkultur, die bisher bei Fach- und Kunsthistorikern wenig Beachtung gefunden hat. Alle Beiträge richten ihr Augenmerk auf die besonders reiche ikonographische Produktion des «Jahrhunderts der Revolutionen» (ca. 1770-1871). Von Portrait- und Modestichen über politische Allegorien und Karikaturen bis hin zu geographischen Karten und populären Bilderbögen werden praktisch alle druckgraphischen Bildgattungen dieser erweiterten «Schwellenzeit» (Reinhart Koselleck) exemplarisch auf ihre eigenen Produktions- und Rezeptionsbedingungen, ihre Erinnerungspotentiale und ihre europäische Vernetzung untersucht. Zu einer im Entstehen begriffenen interdisziplinären Historischen Bildwissenschaft leistet der Band einen grundlegenden Beitrag.
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Le présent volume met en lumière de manière systématique et sur un plan international une culture de l’image couvrant «le siècle des révolutions» s’étendant de 1770 à 1871. En privilégiant la gravure politique imprimée, les contributions à l’ouvrage collectif se penchent sur un médium hybride, situé entre le «grand art» et les arts populaires: une culture encore peu explorée par l’histoire de l’art. Du portrait à l’allégorie en passant par la gravure de mode, les cartes de géographie, l’illustration ou la caricature, cet ouvrage propose un panorama des arts de la gravure à l’époque du «culte des images» (Baudelaire). Il expose leurs conditions de production et leurs modes de consommation, leur puissance d’évocation ainsi que les réseaux de leur diffusion européenne. Ce volume contribue ainsi de manière significative au développement d’une science historique et interdisciplinaire de l’image.
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This volume of essays, international in scope, illuminates a vast graphic output situated culturally between «high art» and «popular imagery» that has as yet been little explored either by art historians or general historians. The essays focus in a systematic manner on the rich iconography of the «Century of Revolution» (c.1770-1871) and range over political allegory, portraiture, fashion prints, maps, book illustration and caricature, presenting a panorama of the graphic arts in this age of the «culte des images» (Baudelaire). The volume investigates the conditions of their production, the manner of their consumption, their evocative power and their diffusion across Europe. In this way it makes a groundbreaking contribution to the development of historical and interdisciplinary study of the image.
Manfred Overesch. St. Michael. Gottes Stadt und Bernwards Burg in Hildesheim. Mit einem Diskurs über Bernwards Bronzetüren in St. Michael. 2010. 92 S. zahlr. z.T. fb. Abb. EUR 12,80 ISBN: 978-3-487-14472-6 Olms
Warum ist St. Michael in Hildesheim so schön? Warum ist die Kirche das himmlische Jerusalem auf Erden? Sie wurde vor 1000 Jahren mit griechisch-byzantinischem Wissen erbaut und vor 60 Jahren mit jüdischer Hilfe wieder aufgebaut. Die Kirche ist einzigartig in der sakralen Baukunst Europas und ein architektonisches Wunder. In ihr sprechen sich das christlich - imperiale Verständnis des Mittelalters aus, in ihrer doppelten Symmetrie die Einheit von Staat und Kirche, der Glaube und die Zuversicht des Abendlandes. Das Baugeheimnis ist erst heute gelüftet. In dieser Broschüre wird es in genauer, aber auch leicht verständlicher Weise jedem Besucher der Kirche, jedem Fachmann der Kunstgeschichte, aber auch jedem interessierten Laien offenbart.
Zur Architektur des Bischofs Bernward gehören seine Plastiken: die beiden Bronzetürflügel, der Sarkophag und die Christussäule. Erstmals werden hier all jene Gründe zusammengestellt, die die Tür ab 1015 zuerst in St. Michael angebracht sehen. Sie stützen sich auf theologische Überlegungen, schriftliche Quellen, auf moderne georadartechnische Untersuchungen und erst heute mögliche Beobachtungen am Bronzeguss der Tür.
Dr. Manfred Overesch ist em. Professor für Geschichte an der Universität Hildesheim und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur deutschen und europäischen Geschichte der Neuzeit. In jüngerer Zeit hat er eine ganze Reihe von Büchern zur Geschichte Hildesheims, insbesondere über das Bosch-Werk und die Michaeliskirche geschrieben.
Müller-Kelwing, Karin. Die Dresdner Sezession 1932. Eine Künstlergruppe im Spannungsfeld von Kunst und Politik.Studien zur Kunstgeschichte (185).2010. 608 S. 31 fb. u. 83 sw. Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-487-14397-2 Olms
Die vorliegende Studie leistet nichts weniger als eine grundlegende Neubestimmung der Dresdner Kunst vom Beginn der Weimarer Republik bis in die Zeit der frühen DDR hinein. Im Mittelpunkt steht dabei mit der Dresdner Sezession 1932 eine Künstlergruppe, die in der kunsthistorischen Forschung bislang kaum Beachtung fand. Karin Müller-Kelwing rekonstruiert die Zeit ihrer Herausbildung und deren beeindruckende Ausstellungstätigkeit zwischen 1932 und 1936. Sie schildert anschaulich das kulturpolitische Engagement der beteiligten Künstler, in dem sich ein letztes mutiges Aufbegehren des freien Geistes unter der nationalsozialistischen Herrschaft in Dresden manifestierte.
Der Arbeit gingen jahrelange Recherchen in Archiven voraus, deren Ergebnisse in einem umfangreichen Anhang vorgelegt werden: Über einhundert Originaldokumente (darunter Briefe, Reden und Katalogtexte), Kurzbiografien der Künstler, Mitgliedertabellen, Quellen-, Rezensions- und Literaturverzeichnisse sowie ein umfangreicher Abbildungsteil verleihen der Studie den Status eines Grundlagenwerks, das weitere Forschungen ermöglichen wird.
Krysmanski, Bernd W. Hogarth's Hidden Parts. Satiric Allusion, Erotic Wit, Blasphemous Bawdiness and Dark Humour in Eighteenth-Century English Art.Studien zur Kunstgeschichte (186). Engl. 658 S. 304 Abb. Gehf. EUR 48,00. CHF ISBN: 978-3-487-14471-9 Olms
Falls Sie William Hogarth für einen Moralisten halten, der sich karitativ für das Londoner Findelhaus engagierte und mithilfe von Bildsatiren ethische Werte zu vermitteln suchte - dann ist es höchste Zeit, dass sich die übliche Sicht ändert. Diese faszinierende, sorgfältig recherchierte und in vieler Hinsicht provozierende Studie enthält zahlreiche neue Erkenntnisse über Hogarth. Sie offenbart hinter der offiziellen Fassade einen anderen, bislang eher verborgenen, höchst unmoralischen englischen Künstler: einen fröhlichen Kneipengänger, Lüstling und boshaften Spaßvogel, der seine Zeitgenossen gnadenlos attackierte. Neben der Gestaltung satirischer Bilder und dem erfolgreichen Handel mit Kupferstichen gab sich Hogarth obszönen Vergnügungen hin, verkehrte mit Prostituierten, hatte vermutlich pädophile Neigungen und starb womöglich an den schleichenden Folgen der Syphilis. Der populäre Maler und Kupferstecher Hogarth präsentiert sich hier als ein Vertreter des schwarzen Humors, der vor allem sexuellen Zweideutigkeiten frönte und Bilder blasphemischen Inhalts schuf, die satirisch und unbarmherzig die „hohe“ religiöse Kunst verunglimpfen, um den vorherrschenden Geschmack des 18. Jahrhunderts für Kunstwerke im Stile der Alten Meister bloßzustellen. Dieses Buch wird dazu beitragen, Hogarth und seine Werke mit anderen Augen als bisher zu sehen.
If you think of William Hogarth as a moralist who gave charitable support to foundlings and provided ethical guidance through his pictorial satires, then it is high time you changed your mind. This challenging, thoroughly researched and thought-provoking book reveals many new findings on Hogarth, showing us a different, hidden and immoral English artist: a carouser, a debauchee, and a spiteful joker who mercilessly attacked his contemporaries. Although a pictorial satirist and a successful print-dealer, Hogarth nevertheless wallowed in obscene amusement, frequented prostitutes, possibly had paedophilic tendencies, and seemingly died from the lingering effects of syphilis. Hogarth the popular painter and engraver is shown here as a dark humorist who dealt primarily in sexual double entendre and produced blasphemous motifs that satirically lambasted “high” religious art and debunked the eighteenth-century taste for Old Master work. This book ought to change the way we think about Hogarth.
Muschler, Sabine. Künstler als Museumsgründer. Personalmuseen für bildende Kunst in Deutschland. 364 S. 22,5 x 15 cm. Gb. EUR 39,80 ISBN: 978-3-487-14462-7 Olms
Die allerorten wachsenden Sammlungsbestände führen dazu, dass Museen häufig nur ausgewählte Werke von bildenden Künstlern ausstellen können. Unter den zahlreichen Neugründungen und -bauten der vergangenen Jahrzehnte kommt auch deshalb den Personalmuseen, die dem Werk eines einzelnen Künstlers gewidmet sind, eine immer größere Bedeutung zu.
Das vorliegende, materialreiche Grundlagenwerk leistet interdisziplinäre Pionierarbeit. Es zeichnet die Entstehungsgeschichte von 45 repräsentativen Personalmuseen in Deutschland nach und beruht auf wissenschaftlich ausgewerteten Gesprächen mit den Künstlern selbst, den Entscheidungsträgern in den Museen sowie weiteren, an den Museumsprojekten beteiligten Personen.
Welche Motivation war ausschlaggebend für die Museumsgründung? Welche Konzepte wurden entwickelt und wie wurden sie in die Praxis umgesetzt? Welche betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte waren dabei zu berücksichtigen? Indem es Fragen wie diese beantwortet und dabei auch einen Blick in die Geschichte der Personalmuseen sowie über die nationalen Grenzen hinaus wagt, wird dieses Buch nicht zuletzt zu einem Leitfaden für diejenigen, die ein Museum gründen wollen.
Christien Melzer. Von der Kunstkammer zum Kupferstich-Kabinett. Zur Frühgeschichte des Graphiksammelns in Dresden (1560-1738). (STUDIEN ZUR KUNSTGESCHICHTE, Band 184). 2010. 872 S. 32 fb. u. 37 sw. abb. Gb. EUR 74,80 ISBN: 978-3-487-14346-0 Olms
Mit der Gründung der kursächsischen Kunstkammer und der Bibliothek um die Mitte des 16. Jahrhunderts entstand eine Sammlung druckgraphischer Blätter und Zeichnungen, die jedoch erst im Zuge der Etablierung mehrerer Spezialsammlungen um 1720 als Kupferstich-Kabinett konstituiert wurde. Anhand einer Analyse der Dresdner Bestände und zahlreicher neu erschlossener Quellen gibt die vorliegende Studie exemplarisch Auskunft über Umfang und Zusammensetzung, Zweck und Zugänglichkeit, Struktur und interne Ordnung einer frühneuzeitlichen Graphiksammlung. In diesem Grundlagenwerk, das systematisch aufgearbeitete Inventarauszüge ergänzen, werden wissenschaftshistorische Aspekte ebenso diskutiert wie Fragen höfischer Repräsentation, Kunst- und Ordnungsdiskurse sowie vergleichbare Kollektionen in München, Ambras, Prag, Italien oder Paris. Die Einrichtung einer selbständigen graphischen Sammlung stellt das Ergebnis eines langwierigen Prozesses der Ausdifferenzierung von Sammlungs- und Kunstgattungen und der Herausbildung wissenschaftlicher Taxonomien dar. Im Zusammenhang damit gelingt es, das Kupferstich-Kabinett geradezu als Mikrokosmos sich wandelnder Ordnungen zu identifizieren.
Die Dissertation von Christien Melzer wurde im Jahre 2010 mit dem Wolfgang-Ratjen-Preis, dem internationalen Nachwuchsförderpreis für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der graphischen Künste, ausgezeichnet.

The founding of the Saxon Electoral Art Collection and Library in the mid-16th century created a collection of prints and drawings which only became a separate ‘Kupferstich-Kabinett’ around 1720 as part of the process of establishing various special collections. Based on an analysis of the holdings from Dresden and numerous newly-available sources, this study provides an exemplary description of the holdings and arrangement, the aim and accessibility, and the structure and internal order of an early modern graphic arts collection.
In this fundamental study, augmented by systematically edited excerpts from inventories, the author discusses elements of academic history as well as examining issues of courtly representation, discourses of art and of order, and similar collections in Munich, Ambras, Prague, Italy and Paris. Setting up an independent collection of graphic art was the result of a protracted differentiation of collecting and artistic genres and of the development of academic taxonomies. In this context it is possible to identify the ‘Kupferstich-Kabinett’ as a microcosm of changing orders.
In 2010 Christian Melzer’s dissertation was awarded the Wolfgang-Ratjen-Preis, an international prize for outstanding research in the field of graphic arts.
Wilhelm Raabe. Das zeichnerische Werk. Hrsg. im Auftrag des Oberbürgermeisters der Stadt Braunschweig von Gabriele Henkel. Beitr.: Gerd Biegel, Ralf Georg Czapla, Gabriele Henkel, Florian Krobb, Justus Lange, Rolf Parr, Barbara Potthast und Eberhard Rohse. 2010. 424 S. 750 auch fb. Abb. Gb., EUR 39,80 ISBN: 978-3-487-14332-3 Olms
Der vorliegende Text- und Bildband präsentiert zum ersten Mal umfassend das zeichnerische Werk des Schriftstellers Wilhelm Raabe (1831-1910): Über 700 Zeichnungen und Aquarelle sowie sechs Ölgemälde, die in thematischer und chronologischer Ordnung jeweils mit einem Bildkommentar versehen sind. Das Werkverzeichnis wird kongenial ergänzt durch acht wissenschaftliche Beiträge, die sich u.a. mit Raabes zeichnerischen Anfängen, seinen bevorzugten Motiven und Themen sowie den Verbindungen zwischen Erzählwerk und bildkünstlerischem Schaffen befassen.
Wilhelm Raabe veröffentlichte nicht weniger als 68 Romane und Erzählungen und zählt bis heute zu den bekanntesten Autoren der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts. Dass er sein Leben lang auch gezeichnet hat, weiß dagegen nur die Fachwelt. Sein letztes Werk - kurz vor seinem Tod entstanden - war kein Roman und keine Erzählung, sondern eine Zeichnung. Der Schüler Raabe übte sich im Zeichnen nach Vorlagen, eine gründliche akademische Kunstausbildung hat er allerdings nie erhalten. Später entstanden seine Zeichnungen und Aquarelle als spontane „Augenblicksbilder“, nicht selten als Ausgleich zu seiner schriftstellerischen Arbeit oder auch, wie bei Schreibblockaden, als Kompensation. Zeichnerisches Œuvre und literarische Produktion korrelieren miteinander. Die zumeist kleinformatigen Blätter sind somit ein konstitutiver Teil seines Gesamtwerkes.

This volume of text and pictures offers the first comprehensive catalogue of drawings and paintings by the writer Wilhelm Raabe (1831-1910): over 700 drawings and watercolours and six oil-paintings are shown in chronological order, each picture with an accompanying commentary. The catalogue is complemented by eight scholarly essays which examine themes such as Raabe’s early drawings, his preferred themes and motifs and the connections between his written and graphic works. Wilhelm Raabe published no fewer than 68 novels and stories and is still one of the best-known German literary authors of the 19th century. In contrast, the fact that he drew and painted all his life is known only to experts. His last work - completed shortly before his death - was neither a novel nor a story but a drawing.
At school Raabe practised drawing by copying originals, but he received no formal academic training in art. His later drawings and watercolours were spontaneous ‘images of the moment’, not infrequently created as a complement to his written work or, during periods of writer’s block, as compensation for it. The graphic and literary compositions relate to each other, so that these mostly small-format images constitute a definitive part of his complete works.
Schnaase, Karl. Einleitung von Karge, Henrik. Niederländische Briefe. Mit einer Einleitung und einem detaillierten Themenverzeichnis Hrsg.: Henrik Karge. Historia Scientiarum . (Reprint-Edition der Ausgabe Stuttgart / Tübingen 1834) 539 S. 20 x 12 cm. Leinen. Olms Verlag, Hildesheim EUR 118,00 ISBN: 978-3-487-13434-5 Olms
Das Werk Karl Schnaases steht wie kein zweites für die Entfaltung der wissenschaftlichen Kunstgeschichte in den mittleren Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts: Der beruflich als Jurist wirkende Autor, der in seiner Jugend bei Hegel, Solger und Savigny studiert hatte, erschloss mit zahlreichen Aufsätzen sowie den acht Bänden seiner Geschichte der bildenden Künste (1843-1864) die neue Disziplin in ihrer universalen Breite und überwand die vorherrschende Stilgeschichte durch die intensive Einbeziehung der kulturellen Kontexte der Werke.
Bekannt wurde Schnaase bereits 1834 mit seinem Frühwerk Niederländische Briefe, das den Zeitgenossen als „Haupt- und Grundbuch“ (Karl Immermann) der jungen Kunstwissenschaft galt. Nach einer Reise durch Holland und Belgien im Revolutionsjahr 1830 schrieb Schnaase, der in Düsseldorf zu den wichtigsten Förderern der aufblühenden Malerschule zählte, eine Reihe fiktiver Briefe, die in erster Linie die Kunstdenkmäler beider Länder behandeln, zugleich jedoch profunde Überlegungen zur kulturellen Bedingtheit und zur geschichtlichen Entwicklung der Künste im allgemeinen enthalten. Die überragende Bedeutung des Buches besteht darin, dass zentrale Fragestellungen und Leitbegriffe der Kunsthistoriographie - beispielsweise der moderne architektonische Raumbegriff - hier erstmals klar umrissen wurden. Noch heute erweist sich Schnaases Frühwerk als ein in seiner unkonventionellen literarischen Gestalt höchst anregendes Buch, dessen gedankliche Tiefe von neuem entdeckt zu werden lohnt.
Bekannt wurde Schnaase mit seinem Frühwerk Niederländische Briefe (1834), das den Zeitgenossen als „Haupt- und Grundbuch“ (Karl Immermann) der jungen Kunstwissenschaft galt. Nach einer Reise durch Holland und Belgien schrieb Schnaase eine Reihe fiktiver Briefe, die weit mehr als die Kunstdenkmäler dieser zwei Länder behandeln. Zentrale Fragestellungen und Leit¬begriffe der Kunsthistoriografie, etwa die Konzeption des architektonischen Raums, wurden darin erstmals klar umrissen. Noch heute erweist sich Schnaases Frühwerk als ein in seiner unkonventionellen literarischen Gestalt höchst bedeutsames Buch.
Den weiten intellektuellen Horizont Schnaases dokumentieren seine kleineren Schriften, die hier erstmals in einer repräsentativen Auswahl vorgelegt werden. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, die wissenschaftlichen Grund-lagen der neuen Disziplin Kunstgeschichte auszuformen. Schnaase war als Förderer der Düsseldorfer Malerschule aber auch der Kunst seiner eigenen Zeit verpflichtet und widmete sich darüber hinaus vielfältigen Fragen des poli-tischen, religiösen und literarischen Lebens. Aufgrund ihrer Modernität nehmen die Schriften Schnaases innerhalb der Kunstliteratur des 19. Jahrhunderts eine herausragende Stellung ein. (gekürzt und bearbeitet durch Dr. Olms und Prof. Karge, Nov. 2007)
Karl Schnaase’s body of work represents like no other the development of art history as a discipline in the mid-nineteenth century. Many essays and the eight volumes of his Geschichte der bildenden Künste (1843-1864) described the new discipline in its universal breadth and helped to overcome the prevailing history of style through an intensive study of the cultural context of artworks.
Schnaase became famous for his early work Niederländische Briefe, seen by his contemporaries as a “funda-mental and major” work of the new study of art. The book’s outstanding significance lay in the fact that central issues and concepts of the historiography of art - for example the modern architectonic conception of space - were set out clearly for the first time.
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Wolfgang Büchel. Schinkels sieben Einmaligkeiten. Essays zu Leben, Zeit, Werk. Reihe: STUDIEN ZUR KUNSTGESCHICHTE Band 183. 304 S. 41 Abb. Gb. Olms Verlag, Hildesheim 2010. EUR 48,00 ISBN: 978-3-487-14407-8 Olms
Wie kein anderer prägte Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) entscheidend das gesamte Baugeschehen Preußens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch seine eigenen Entwürfe wie auch als hoher Staatsbeamter. Schinkel war Architekt, Maler, Bühnenbildner sowie Theoretiker und zuletzt im Rang des Oberlandesbaudirektors tätig.
Jedes Œuvre enthält Einmaligkeiten als Ausdruck der individuellen Leistung seines Schöpfers. Auch Schinkels Schaffen weist derartige Besonderheiten auf, die seine Position in der Architekturgeschichte und die Rezeption seines Werkes maßgeblich beeinflussten. Sie stehen im Mittelpunkt der in diesem Band enthaltenen sieben Essays, die sich wechselseitig ergänzen und die Vielschichtigkeit der künstlerischen Arbeit Karl Friedrich Schinkels eindrucksvoll reflektieren. Inhalt: Einleitung • Das Schauspielhaus auf dem Gendarmenmarkt und die Selbstspiegelung • Schinkel, Goethe und die Königin der Nacht • Schinkels Architektonisches Lehrbuch oder Offenbarungen des Amorphen • Die Sammlung architektonischer Entwürfe - Paradigma selten genutzter Werkkategorie • Stilsynthese als Überwindung romantischer Architektur • Prävenire der Architektur - Schinkel als Zeichner und Maler • Schinkels biographische Misere

More than anyone else, Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) shaped all aspects of Prussian architecture in the first half of the 19th century, both through his own designs and through his work as a senior civil servant. Schinkel was an architect, painter, stage designer and theoretician, as well as fulfilling his duties as Senior Director of Buildings.
Every body of work includes characteristics which express the specific achievement of its creator. Schinkel’s work is no exception and shows features which significantly influenced his place in the history of architecture and the reception of his work. These characteristics are at the heart of the seven essays collected in this volume, which complement each other and reflect the complexity of Karl Friedrich Schinkel’s artistic work. Contents: Introduction - The theatre on the Gendarmenmarkt and self-reflection - Schinkel, Goethe and the Queen of the Night - Schinkel’s architectonic textbook or Revelations of the amorphous - The collection of architectonic sketches: paradigm of seldom-used categories of work - Stylistic synthesis as the overcoming of romantic architecture - Anticipating architecture: Schinkel as draughtsman and painter - Schinkel’s biographical misery.
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