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Olms - Georg Olms Verlag Ag |
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Zum neuzeitlichen Bildthema des Künstlertraums. Dissertationen der LMU München (57). Dialer, Corinne. Oneirische Oszillation. Deutsch. 2022. 304 S. 24 x 17 cm. EUR 69,90. ISBN: 978-3-487-16207-2 Olms
Wie bilden Künstler:innen ihre eigenen Träume ab? Welche Darstellungsformen entwickeln sie? Wie unterscheiden sie den Traumraum vom Realitätsraum? Welcher Stellenwert nimmt dabei das Unbewusste ein?
Im Grenzgebiet zwischen Kunstgeschichte und Psychologie werden über 400 ausgewählte Darstellungen von Künstlerträumen anhand dieser Untersuchung analysiert. Dabei wird eine Traumgeschichte der Kunst von 1500 bis heute mit über 170 Abbildungen entwickelt. Nach einer Vorstellung der verschiedenen Traumtheorien werden essentielle Entwicklungsschritte zur Darstellungsfähigkeit von Künstlerträumen nachvollzogen (u.a. das Selbstverständnis des Kunstschaffenden als Individuum).
Meisterwerke von Beckmann, Chagall, Dalí, Dosio, Dürer, Ernst, Finsterlin, Friedrich, Füssli, Ghisi, Goya, Grandville, Kahlo, Klee, Klinger, Kubin, Magritte, Paalen, Picasso, Pollock, Rauh, Redon, Tanning, Watteau u.v.m. werden eingehend studiert und besprochen. Folgende vier Hauptkategorien des Künstlertraums kristallisierten sich dabei heraus: Angsttraum, Traummetamorphosen, Wunschtraum und Traumlandschaften. Hervorzuheben ist die erstmalige Analyse des Bildthemas Traum im Atelier.
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Literatur auf französischen Steingut-Tellern des frühen 19. Jahrhunderts. Wegner, Peter-Christian. Deutsch. 2022. 178 S. zahlr. fb. Abb. 30 x 22 cm. Gb. EUR 48,00. ISBN: 978-3-487-16111-2 Olms
Seit 1808 ist in Frankreich nach englischem Vorbild die fabrikmäßige Herstellung des im Umdruckverfahren dekorierten Bildergeschirrs aus Steingut möglich. Aus der Fülle der französischen Produktion zeigt dieses Buch eine Auswahl von gut dreihundert Tellern, die sämtlich vor 1840 entstanden und ausschließlich mit literarischen Motiven versehen sind. An ihnen lässt sich, ob sie nun Weltliteratur oder längst in Vergessenheit geratene abbilden, gut nachvollziehen, welche literarischen Stoffe damals in Frankreich besonders populär waren. Die Teller bedeuten deshalb auch einen reizvollen Beitrag zur Wirkungsgeschichte von Literatur. Jedem der angeführten literarischen Werke und den dazugehörigen Tellern ist eine kurze kulturgeschichtliche Einführung vorangestellt.
Dem besonderen keramischen Interesse von Forschern, Sammlern und Händlern dürfte dieses Buch damit dienen, dass für alle Stücke die Provenienz vermerkt, die Datierung vorgenommen und die Serie angegeben wird, zu der sie gehören. Da die Graphik der unerlässliche Vermittler zwischen Literatur und Kunsthandwerk bleibt, ist außerdem, wann immer dies möglich war, die graphische Vorlage für die Bebilderung der Teller angeführt worden.
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Handling Religious Things. The Material and the Social in Museums. Hrsg.: Franke, Edith; Jelinek-Menke, Ramona. Englisch. 2022. 234 S. 23,0 x 15,0 cm. Gb. EUR 48,00. ISBN: 978-3-487-16077-1 Olms
With this book, we are entering an area of public controversy: the field of museums. The focus is on a topic that is equally the subject of much critical reflection in the academic arena: religious things and how they are handled in museums.
Museums are receiving currently a lot of public attention with regard to the material objects they host, and the historical and contemporary handling of these objects. There are global public debates about the origins, paths, and futures of museum things. Since at least 2018, with the report on the restitution of African cultural heritage, which Felwine Sarr and Bénédicte Savoy presented to the French president, the legitimacy of objects from colonial contexts in museums and collections in the global north has been widely debated. Furthermore, disciplines within cultural studies, including the study of religions, have taken a material turn, and now focus on the material, and thus also on museum things. This has brought the material dimension of religion into the focus of research in various disciplines. Studying materiality can thus open a pathway for potential critique of established patterns in research, historiography, and society, widening our perspective.
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Prinzip Schönheit. Ästhetik als kognitive Welterschließung in Natur, Design und Psychologie. Küster, Rolf L. A. 2022. 320 S. 300 meist fb. Abb. Engl. Br. Deutsch. EUR 32,00. ISBN: 978-3-487-16095-5 Olms
Ästhetik, Schönheit – beides geläufige Begriffe. Jedoch konnte die Wissenschaft die Frage nach einem universellen Prinzip Schönheit bisher nicht beantworten: Was gefällt uns? Warum ist etwas schön? Warum gibt es das Phänomen Schönheit überhaupt und wie funktionieren die Mechanismen der Schönheit?
Dieses wissenschaftlich fundierte Buch untersucht das Phänomen mit klarem Blick und gibt Antworten auf komplizierte Fragen. Dabei werden unterschiedliche wissenschaftliche Sichtweisen zu kognitiven Modellen zusammengeführt. Von Kunst und Architektur bis hin zu Logodesign und Popkultur werden zahlreiche ästhetische Ausdrucksformen mit einbezogen.
Ausgewählte Themen aus Wissenschaft, Literatur und Philosophie liefern einen neuen Blick auf die Ästhetik. Anhand überraschender Beobachtungen und faszinierender Bildbeispiele offenbart das Buch, wie grundlegend die Ästhetik für den modernen Menschen ist und wie unser Denken und Handeln vom „Prinzip Schönheit“ geprägt wird.
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Die vornehmsten Meister der Landschaftsmalerei.. Studien zur kunsthistorischen Kanonbildung im 18. Jahrhundert. Studien zur Kunstgeschichte (219). Peinelt-Schmidt, Sabine. Deutsch. 2022. 464 S. 99 Abb. 21 x 15 cm. Pb. EUR 68,00. ISBN: 978-3-487-15886-0 Olms
Warum sind manche Künstler berühmter als andere? Und wie kam es dazu, dass sich bestimmte Bilder stärker in unser kollektives Bildgedächtnis eingeprägt haben als andere? Anhand von drei Einflussfaktoren untersucht die vorliegende Arbeit die Wege der Kanonbildung im Bereich der Bildenden Kunst: Kunsttheoretische Texte, grafische Wiedergaben und der Kunstmarkt werden auf ihre Rolle in diesem Prozess hin befragt. Als Untersuchungsfeld dient der Autorin die Landschaftsmalerei, deren Bedeutung sich im Laufe des 18. Jahrhunderts jener der Historienmalerei immer mehr annäherte – auch in Bezug auf die immer größere Publikationstätigkeit zu dieser Gattung. Verleger, Sammler, Rezensenten und Händler geraten als Akteure des Kunstbetriebs ebenso in den Blick wie das immense Aufkommen grafischer Wiedergaben von Landschaftsbildern. Dabei spielen grafische Serien eine besondere Rolle. Um deren Quantität erstmals überhaupt einschätzen zu können, ist den Studien ein Verzeichnis landschaftsgrafischer Serien beigegeben, die vom ersten Aufkommen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des Untersuchungszeitraumes, ca. 1810, erschienen sind. |
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US-amerikanische Studenten an der Münchner Akademie der bildenden Künste 1870–1887. Ästhetische Strategien im transkulturellen Kontext. Böller, Susanne. Deutsch. 2022. 556 S. 24 x 17 cm. Pb. EUR 69,90. ISBN: 978-3-487-16062-7 Olms
Mehr als 400 US-Amerikaner besuchten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum 1. Weltkrieg die Zeichen- und Malklassen der Akademie der bildenden Künste in München, die meisten von ihnen zwischen 1870 und 1887. Der Wandel kultureller Konstellationen in den USA ließ eine rasch wachsende Zahl von Kunststudent*innen, die im eigenen Land allenfalls dürftige Ausbildungsmöglichkeiten vorfanden, in die Kunstzentren Europas strömen – auch ins solide und kostengünstige München.
1875 galten die »Munich men« als jene »new men«, welche im Begriff waren, die amerikanische Kunstentwicklung zu revolutionieren. Doch die Meinungen der Kritiker waren gespalten: Zu ungeschönt erschienen die Themen, zu oberflächlich wirkte die technische Versiertheit der »Munich men«. Nachfolgende Generationen traten zurückhaltender auf und näherten sich stärker an das Erscheinungsbild ihrer Konkurrenten an den Pariser Schulen an. Gemeinsam agierten sie auf kosmopolitischem Parkett und entwickelten die Kunstinfrastruktur der USA.
Knapp 150 Jahre danach unternimmt dieses Buch eine multiperspektivische, kollektive künstlerische Biografie der »Munich men« und zeigt auf, wie aus Rezipienten Vermittler künstlerischer Innovation wurden.
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The Jabrin Collection. Royal Tableware Service. With a foreword by Abdullah Al Salmi. Gaube, Heinz. Englisch. 2021. 116 S. zahlr fb. Abb. 24,0 x 15,0 cm. Gb. EUR 48,00. ISBN: 978-3-487-16004-7 Olms
When His Majesty Sultan Qaboos bin Said visited the German University of Technology (GUtech) on 24th December 2012, it was felt that the best way to commemorate that generous gesture on His Majesty`s part would be to produce some historical examples of fine German porcelain that incorporated the style of the Omani ceiling designs in Jabrin Fort, which were subsequently created by the Meissen factory. This led Heinz Gaube to commence a study of the fort in connection with this project, in the course of which he devoted his particular attention to the building’s superb decorative features, above all its impressively painted ornamental ceilings.
Heinz Gaube worked on Jabrin Fort on and off for around a decade, and each time he returned to it, he found his attention drawn to new aspects of that historic building`s artistic and architectural beauty that he had not been aware of before. When His Majesty Sultan Qaboos bin Said visited the German University of Technology (GUtech) on 24th December 2012, it was felt that the best way to commemorate that generous gesture on His Majesty`s part would be to produce some historical examples of fine German porcelain that incorporated the style of the Omani ceiling designs in Jabrin Fort, which were subsequently created by the Meissen factory. This led Heinz Gaube to commence a study of the fort in connection with this project, in the course of which he devoted his particular attention to the building`s superb decorative features, above all its impressively painted ornamental ceilings.
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Kultur der Neuzeit als Begriff u. Problem. Wie kulturelles Denken entsteht u. wieder zu verschwinden droht. Pikulik, Lothar. Deutsch. 2021. 176 S. EUR 32,99. ISBN: 978-3-487-42302-9 Olms
Die Geschichte der Kultur ist ein Vorgang, der erst in der Aufklärung zu sich selbst kommt. Denn erst damals gelangt zum Bewusstsein, dass „Kultur“ den deutlichen Unterschied gegenüber „Natur“ markiert und in dieser Hinsicht die Begründung einer zur „Würde“ animierten Menschlichkeit bedeutet. Auch wenn der Begriff Kultur sich zunächst festigt und besonders im deutschsprachigen Bereich von dem ähnlich gearteten Begriff Zivilisation abgrenzt, widerfährt ihm in der neuesten Zeit ein grundlegender Wandel, der seine Geltung beeinträchtigt: Zum einen durch die autoritär wirkende digitale Computerideologie, zum anderen durch die den menschlichen Willen ebenfalls beeinträchtigende Pandemie. Beides stellt den Menschen vor die Frage, ob und wie er kulturell weiterexistieren kann. |
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Luther, l’Europe et la Réforme. Europaea Memoria - Reihe I (130). Hrsg.: Sosoe, Lukas K. Französisch; Deutsch; Englisch. 2021. 230 S. EUR 45,80. ISBN: 978-3-487-42305-0 Olms
Commémorer les cinq cents ans de la Réforme, c’est souligner un événement qui incarne un des plus importants moments de l’histoire européenne. On ne saurait en réduire la signification à un rendez-vous social et politique allemand et y voir seulement le ferment de la langue et de la culture allemandes – la traduction de la Bible par Luther – et la naissance d’une spiritualité musicale, les Cantates, dont Jean Sébastien Bach en constitue l’apogée. Par son ampleur et sa radicalité, la Réforme dépassait la chrétienté elle-même. C’était un moment politique sans précédent, un réaménagement de la vie sociale et intellectuelle qui a ouvert la voie à la modernité européenne pour se présenter, au-delà de toute « luthéromanie », comme la toute première Révolution européenne.
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Der fünfhundertste Jahrestag der Reformation markiert einen der wichtigsten Momente in der europäischen Geschichte. Die Bedeutung der Reformation kann nicht auf ein singuläres soziales oder politisches Ereignis in Deutschland reduziert werden. Vielmehr war es der Beginn der Moderne in Europa, die Geburtsstunde der deutschen Sprache und Kultur – mit Luthers Bibelübersetzung – und der musikalischen Spiritualität, deren Glanzpunkt Johann Sebastian Bachs Kantaten bilden. Die Tragweite und Radikalität der Reformation reichen über das Christentum hinaus. Es wurde eine Neuordnung des politischen, sozialen und intellektuellen Lebens angestoßen, die jenseits jeglicher „Lutheromanie“ als die allererste europäische Revolution angesehen werden kann.
To commemorate the 500 years of the Reformation is to highlight an event that embodies one of the most important moments in European history. While the event retains a particular cultural resonance in the German-speaking world, given the linguistic firmament associated with Luther’s translation of the Bible and the birth of a musical spirituality, the Cantatas, that reached its apogee in the work of Johan Sebastian Bach, its significance extends well beyond these horizons. Indeed, by its scope and its radicalism, the significance of the Reformation extends beyond Christianity itself. It was an unprecedented political moment, a restructuring of political and social life, which opened the way to European modernity. Beyond any ‘Lutheromania’, the Reformation must be understood as the first European Revolution.
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Kultur der Neuzeit als Begriff und Problem. Wie kulturelles Denken entsteht und wieder zu verschwinden droht. Pikulik, Lothar. 2021. 176 S. 21 x 15 cm. Pb. EUR 29,80. ISBN: 978-3-487-15974-4 Olms
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Die Münchner "Sechs" und das moderne künstlerische Plakat. Urbanczik, Wolfgang. Deutsch. 2020. 328 S. 88 meist fbg. Abb. 24 x 17 cm. Pb.. EUR 68,00. ISBN: 978-3-487-15860-0 Olms
Das moderne künstlerische Plakat ist ein Kind der Großstadt und der radikalen sozioökonomischen Umbrüche des 19. Jahrhunderts. Seine Prinzipien und Modi wirken in den Bereichen von Werbung und Kunst und bestimmen das Zeitgespräch der Gesellschaft. Verdichtet sind die zentralen Problemfelder und Themen der modernen Plakatkunst in der historischen Unternehmung „Die Sechs“, einer Mischung aus Künstlervereinigung und Agentur, die 1913 in München entstand. Angesiedelt im Zwischenbereich von Kunst und Kommerz beleuchtet ihre Geschichte sowohl den besonderen Rang des Plakats als auch den grundsätzlichen Konflikt zwischen autonomer und zweckgebundener Gestaltung.
Die reich bebilderte Publikation stellt erstmals die Münchner „Sechs“ umfassend vor. Dem Grenzgängertum des modernen künstlerischen Plakats und der historischen Spanne des Gruppengeschehens von der Vorkriegszeit bis in die Epoche der Weimarer Republik entspricht dabei eine Methodologie, die die visuelle Forschung zum Grafikdesign mit Fragestellungen der Kunst- und Künstlergeschichte verknüpft. Das Resultat ist die facettenreiche Darstellung eines ebenso ungewöhnlichen wie charakteristischen Zeitphänomens von unverminderter Aktualität.
The modern artistic placard is a child of the metropolis and of the radical socio-economic upheavals of the 19th century. Its principles and modes have their effect in the spheres of advertising and art and set the tone for the social discourse of the day. The central problem areas and themes of modern placard art are contained in the historical enterprise of “The Six”, a combination of artists’ association and agency created in Munich in 1913. Embedded in the space between art and commerce, its history illustrates both the particular status of the placard and the fundamental conflict between autonomous design and design for a specific purpose.
This richly-illustrated publication offers the first comprehensive introduction to the Munich “Six”. The genre-crossing nature of the modern artistic placard and the historical span of the group’s activities from the pre-war period into the Weimar Republic corresponds to a methodology that connects visual research into graphic design with issues around the history of art and artists. The result is the most multifaceted depiction of a phenomenon of the time which was both unusual and characteristic, and which is still relevant today.
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Zwischen Nachwirkung und Vereinnahmung. Zu zweihundert Jahren dokumentierter Rezeption Karl Friedrich Schinkels.. Büchel, Wolfgang. Deutsch. 12.2020. 636 S. mit 10 Abb.. 24,0 x 17,0 cm. Gb.. EUR 78,00. ISBN: 978-3-487-15932-4 Olms
Karl Friedrich Schinkel ist die an Nachwirkung bedeutendste Gestalt der Kultur Preußens. Sein gesamtes Werk – das künstlerische innerhalb verschiedener Gattungen sowie das architekturtheoretische – wird bis heute intensiv rezipiert. Doch obwohl die Schinkel-Literatur an Umfang stetig zunimmt, ist die Rezeption dieses Œuvres bisher nicht umfassend untersucht worden.
Die vorliegende Studie schließt somit eine entscheidende Lücke innerhalb der Schinkelforschung und liefert gleichzeitig einen gewichtigen Beitrag zur Rezeptionsforschung an sich. Sie widmet sich der gesamten Rezeption Schinkels, beginnend mit der Fertigstellung seines ersten bedeutenden Baus, der Neuen Wache in Berlin. Die Untersuchung verfolgt die Nachwirkung bis heute über alle Zeitläufte hinweg. Zentrale Phasen der Schinkel-Rezeption werden erstmals angemessen reflektiert. Das sind vor allem die überaus wichtigen Festvorträge der seit 175 Jahren beinahe ohne Unterbrechung stattfindenden Schinkelfeste des Berliner Architekten- und Ingenieur-Vereins jeweils an Schinkels Geburtstag, die die gesamte Rezeption einzigartig spiegeln und mitprägen. Ebenfalls untersucht werden der rezeptive Verlauf im Nationalsozialismus, die besondere Lage der biographischen Erzählung und weitere bis jetzt kaum behandelte Aspekte.
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Eugen Napoleon Neureuthers Randzeichnungen. Eine kritische Reflexion seiner Position. Studien zur Kunstgeschichte (216). Fricke, Anna. 2020. 452 S. 179 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 58,00. ISBN: 978-3-487-15825-9 Olms
Der Münchner Künstler Eugen Napoleon Neureuther (1806-1882) fiel als junger Mann bei König Ludwig I. in Ungnade, als er im Auftrag des Cotta-Verlags die Pariser Julirevolution von 1830 in großformatigen Arabesken illustrierte. Die in verschiedenen europäischen Ländern erneut aufkommenden revolutionären Bewegungen um 1830 bewirkten auch in München eine reaktionäre Wende. Neureuther mied in Folge klare politische Äußerungen in seiner Kunst, profilierte sich weiter mit literarischen Randzeichnungen und ging in die zeitgenössischen Biografien als spätromantisch-konservativer Arabeskenzeichner ein.
Eine aufmerksame Lektüre seiner arabesken Randzeichnungen zeigt jedoch, dass diese die literarischen Texte nicht nur illustrieren, sondern interpretieren, kommentieren und in einigen Fällen sogar kritisch untergraben. Auch Neureuthers fortdauernde Sympathien für den Liberalismus treten dabei deutlich zutage.
In der Monographie von Anna Fricke werden die vollständigen Vorzeichnungen zu Neureuthers Randzeichnungen um Dichtungen der deutschen Classiker, die der Künstler direkt im Anschluss an seine Revolutionsarabesken konzipierte, sowie weitere Handzeichnungen zum ersten Mal veröffentlicht und besprochen. Zudem wird der handschriftliche Nachlass des Künstlers in Privatbesitz, der in der Neureuther-Literatur bisher nur punktuell zitiert wurde, in einem Regest aufgearbeitet. Insgesamt korrigiert die vorliegende Studie die bisherige einseitige biographische Sicht auf den Künstler.
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. CARL FRIEDRICH VON RUMOHR, SÄMTLICHE WERKE, Reihe 2, Quellen und Forschungen, Bd.2. Hrsg.: Dilk, Enrica Yvonne. Das Kunstblatt und Vasari. Carl Friedrich Rumohr im Briefwechsel mit Ludwig Schorn. Deutsch. 2020. 248 S. mit 10 Abb.. 24,0 x 16,0 cm. Leinen. EUR 48,00. ISBN: 978-3-487-15918-8 Olms
Carl Friedrich von Rumohrs Schreiben an den Cotta`schen "Kunstblatt"-Redakteur Ludwig Schorn geben Einblicke in eine publizistische Interessengemeinschaft, die die beiden Briefpartner vor dem Hintergrund eines regen deutsch-italienischen Kulturtransfers verband: Die hier mitgeteilten Briefe (1820-1832) dokumentieren deren gemeinsames Engagement für die Kunstpraxis und -theorie im Zusammenspiel mit den Beiträgen, die Rumohr zeitgleich in Schorns Journal publizierte. Es wird nachgezeichnet, wie tatkräftig er auf das Programm des "Kunstblatts" einwirken konnte, das sich schon in der Aufbauphase zum Fachorgan der Kunstliteratur entwickelte.
Die anhand ergänzender Dokumente abgerundete Brieffolge gewährt auch Einsicht in die Werkstatt eines Connaisseurs, für den Polemik eine konstruktive Triebfeder war, um der »practischen Kunstlehre Gewinn« zu bringen. Dies geht insbesondere aus Rumohrs Konfrontation mit Johann David Passavant und Johann Dominik Fiorillo um die Mittelalterverehrung der Nazarener und die schönheitlichen Normen der Klassizisten hervor.
Ferner spiegelt sich die Anerkennung wider, mit der Schorn seinem impulsgebenden Mitarbeiter als Quellenforscher, Stilkritiker und Vasari-Kenner begegnete, welcher ihm auch bei der Bearbeitung der ersten deutschen Gesamtausgabe der "Vite" (Bd. I, 1832) Beistand leistete. In den "Kunstblatt"-Beiträgen historiographischen Inhalts, die Rumohr weitgehend in seinem Standquartier Florenz verfasste, war es ihm ein zentrales Anliegen, die Thesen zur Erhellung der Frühstufe italienischer Malerei durch ein visuelles Dokumentationsmaterial zu untermauern. Aus diesen Vorstufen erwuchs das Hauptwerk "Italienische Forschungen" (1827-1831): Es sollte jüngeren Fachkollegen, wie Johannes Gaye, Alfred Reumont und Heinrich Wilhelm Schulz, den Weg in die Archive bahnen und wesentlich zur Entfaltung einer urkundlich begründeten Kunstgeschichte beitragen.
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Abwesenheit, Zeit und das Wandermotiv in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts. Studien zur Kunstgeschichte (213). Idrobo, Carlos. Das, was von uns weggeht. 2019. 356 S. 12 meist fb. Abb. 21 x 15 cm. Pb. EUR 48,00. ISBN: 978-3-487-15693-4 Olms
Die Darstellung des Abschieds zählt seit der Antike zu den großen Themen in der bildenden Kunst, ebenso wie in Musik und Literatur. Insbesondere der Aufbruch des Wanderers am Beginn seiner Reise mit oftmals unbestimmtem Ziel hat unzählige bedeutende Maler und Zeichner beschäftigt und auch den Betrachter zu philosophischen Überlegungen herausgefordert:
Wie erscheint das, was von uns weggeht? Zu Beginn der Wanderschaft ist das Gesicht des Wanderers noch erkennbar, bald nur sein Profil, bald der Rücken. Langsam bewegt er sich in die Anonymität und seine individuellen Charakterzüge verschwinden. Zurück bleibt das Bild einer Rückenfigur – scheinbar bewegungslos und dennoch im Aufbruch. Und alles, was wir erfahren, ist eine Erwartung des Moments, in dem der Wanderer tatsächlich verschwindet oder wieder zurückkehrt.
Anhand von 7 Darstellungen des Wanderers als Rückenfigur bei Moritz von Schwind, Carl Gustav Carus, Carl Spitzweg, Caspar David Friedrich und Arnold Böcklin untersucht Carlos Idrobo den ästhetischen Zusammenhang von Wandern, Abwesenheit und Zeit in der Malerei des 19. Jahrhunderts. Dabei bewegt sich seine Studie auf dem Mittelweg zwischen Kunstgeschichte und Philosophie, bezieht auch Erkenntnisse aus Tanz-, Musik- und Literaturwissenschaft souverän mit ein und ermöglicht so einen zeitgenössischen Blick auf kanonische Werke der Kunstgeschichte.
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Der Dandy, Bohemien und Vagabund als Protestfiguren bei Gustave Courbet und in der Französischen Kunst des 19. Jahrhunderts. Studien zur Kunstgeschichte (215). Chrost, Jennifer. 2019. 344 S. 74 z. T. fb. Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 68,00. ISBN: 978-3-487-15775-7 Olms
Der distinguierte Dandy, der verwegene Bohemien mit vernachlässigter Kleidung und der umherziehende Vagabund ohne festen Wohnsitz waren von jeher Protestfiguren, die gegen die etablierten Normen der Gesellschaft und das politische System aufbegehrten. Auch viele französische Künstler des 19. Jahrhunderts faszinierte der Habitus und unkonventionelle Lebensstil dieser Außenseiterfiguren, die sich zu Projektionsflächen gesellschaftskritischer Ideen entwickelten. Insbesondere Gustave Courbet (1819–1877), der dem Sozialismus und später auch dem Anarchismus verbunden war, adaptierte in einigen seiner Selbstporträts jene gesellschaftlichen Typen, die er auf subtile Weise zu Ausdrucksformen seiner politischen Rebellion in der Kunst stilisierte.
Mittels ikonographisch-ikonologischer Methode untersucht die vorliegende Studie Bildnisse und Selbstbildnisse Courbets im sozialgeschichtlichen Kontext und widmet sich vor allem der detaillierten Analyse politisch konnotierter Details wie der Kleidung oder der Haar- und Barttracht. Ergänzend herangezogen werden neben Druckgraphiken von Paul Gavarni, Honoré Daumier, Émile Pauquet, Nicolas-Toussaint Charlet und Charles Joseph Traviès auch die Typendarstellungen aus "Les Français peints par eux-mêmes" und "Le Diable à Paris", satirische Blätter und Revolutionsgraphiken.
The distinguished dandy, the rakish bohemian with shabby clothes, and the wandering vagabond with no fixed abode have all been from time immemorial protest figures, rebels against established social norms and political systems. Many 19th-century French artists were fascinated by the habitus and unconventional lifestyle of these outsider figures, who became a canvas onto which ideas critical of society could be projected. In particular Gustave Courbet (1819-1877), who was linked with socialism and later with anarchism, adapted these social types in some of his self-portraits, subtly stylising them into artistic expressions of his own political rebellion.
This study uses iconographical and iconological methods to examine Courbet’s self-portraits in their socio-historical context, and focuses above all on a careful analysis of details with political connotations such as clothes or hair and beard styles. Also taken into consideration, alongside prints by Paul Gavarni, Honoré Daumier, Émile Pauquet, Nicolas-Toussaint Charlet and Charles Joseph Traviès, are the depictions of types from Les Français peints par eux mêmes and Le Diable à Paris, satirical magazines, and revolutionary graphics.
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Wasserräume und Herrschaftsrepräsentation. Spudasmata (181). Hrsg.: Schelske, Oliver; Wendt, Christian. Mare nostrum – mare meum. 2019. 236 S. 8 Abb. 21 x 15 cm. Pb. EUR 68,00. ISBN: 978-3-487-15807-5 Olms
Welche Bedeutung haben Seeherrschaftsvorstellungen für die Repräsentation von Macht, insbesondere im Fall von politischer Herrschaft? Und welche Entwicklungen lassen sich von der Beherrschbarkeit des Meeres als “anthropologischer Grundleistung”, wie sie in Mythos und Dichtung ihren Niederschlag findet, hin zur Funktionalisierung von Herrschaftsrepräsentation von der klassischen griechischen Antike über die römische Republik und die Kaiserzeit bis in die Spätantike feststellen? Dieser Frage gehen die in diesem Band versammelten Beiträge unter Einbeziehung verschiedener methodischer Zugriffe (philologisch-literaturwissenschaftlicher wie historischer) nach. Die Bezugnahme auf das Meer (und das Element Wasser) als eine relevante Basis von Legitimationsstrategien entscheidender politischer Akteure in der Antike soll auf diese Weise epochen-, regionen- und genreübergreifend problematisiert werden.
What impact do ideas of sea power have on the representation of power and political rule? How can we detect developments that lead from the possibility to rule the sea as an “anthropological basic skill”, reflected in myth and poetry, to the more functional aspect of the representation of power from Classical Greece to Late Antiquity?
These questions are addressed in the chapters of this volume. Using different methodological approaches (Classical Philology, Literary Studies, History), the reference to the sea (and to large bodies of water) is discussed as a strategy to create and reinforce the legitimacy of influential political actors in antiquity, across genres, regions and times.
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Das Geheimnis des Pharaos. Eine Zeitreise zu den alten Ägyptern. Wierlemann, Sabine / Clasen, Christoph. 2019. 227 S., 19 x 12 cm Br. EUR 12,80
ISBN: 978-3-487-08879-2 Olms
Bei ihrer zweiten Zeitreise landen Mathilda und Felix im alten Ägypten, wo zahlreiche Abenteuer auf sie warten.
So gerät Felix auf der Pyramiden-Baustelle in große Gefahr und riskiert sein Leben, um einen Freund vor den Einbalsamierern zu retten. Mathilda erfährt das harte Leben der einfachen Bevölkerung. Als Schreiberin des Pharaos lernt sie aber auch die prunkvolle Seite des ägyptischen Lebens kennen. Bei Hofe jedoch droht ihr Gefahr, beinahe wird sie das Opfer einer Intrige.
Als der Pharao stirbt, wissen die Geschwister, dass sie handeln müssen. Nur wenn sie das königliche Uschebti, den Auslöser ihrer Zeitreise, wieder an den Ort seiner Bestimmung zurückbringen, können sie wieder in die Gegenwart reisen. Als der Herrscher beerdigt wird, gelingt es den Zwillingen durch eine List, ins Innere der Pyramide zu gelangen. Nachdem sie auf dem Weg zur großen Grabkammer letzte Prüfungen bestanden haben, gelangen sie ans Ziel ihrer Reise: Sie bringen dem toten Pharao ihre Gabe dar. Bis zum Schluss wissen die Geschwister nicht, ob ihr tollkühner Plan tatsächlich aufgehen wird.
Ab 10 Jahre.
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Der Salon und die Pariser Kunstszene unter Napoleon I. Kunstpolitik, Künstlerische Strategien, Internationale Resonanzen. Knels, Eva. Studien zur Kunstgeschichte (RD202), Band: 214. 2019. 424 S.,55 z. T. fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 72,00
ISBN: 978-3-487-15774-0 Olms
Der Pariser Salon war die größte und wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Europa im 19. Jahrhundert. Er war Bühne künstlerischer Selbstvermarktung und Ort des Wettstreits, Kunstmesse, Massenattraktion, kulturelles Aushängeschild und staatliches Propaganda-instrument in einem; er versammelte Künstler, Kritiker, Sammler und Händler, war Anlass für ästhetische Debatten und zog ein internationales, sozial heterogenes Publikum in seinen Bann.
Die Salons des Konsulats und des Premier Empire (1799–1814) wurden von Napoleon und seinen Beratern als Bühne und Werkzeug politischer Propaganda genutzt. Diesem tiefgreifenden Wandel der Ausstellung hatten sich Künstlerinnen und Künstler anzupassen. Gleichzeitig mussten sie auf neue künstlerische Trends reagieren, um sich in der Pariser Kunstszene behaupten zu können. Erfolg und Reichweite der Salons dieser Jahre lassen sich nicht nur an steigenden Aussteller- und Besucherzahlen ablesen. Auch die vielfältigen Formen ihrer Rezeption – in Zeitungen und Zeitschriften, Briefen, Reiseberichten und graphischen Sammelbänden – belegen die Strahlkraft der Ausstellung, die Frankreichs Grenzen überstieg.
Auf einer breiten Basis größtenteils unveröffentlichter Quellen untersucht Eva Knels die Organisation der Ausstellung, die teilnehmende Künstlerschaft sowie die internationalen Reaktionen auf den Salon, unter Berücksichtigung des komplexen Wandels der Kunstszene zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Dabei nimmt die Autorin die wechselseitigen Zusammenhänge von Kunstpolitik, künstlerischer Produktion und deren Rezeption in den Blick.
The Paris Salon was the largest and most important contemporary art exhibition in 19th-century Europe. It was a stage for artistic self-promotion and a place of competition, an art fair, popular attraction, cultural flagship and state propaganda instrument rolled into one; it brought together artists, critics, collectors and dealers, was a stimulus for aesthetic debates and brought an intellectual and socially heterogeneous public under its spell.
The Salons of the Consulate and First Empire (1799-1814) were used by Napoleon and his advisers as a stage and tool for political propaganda. Artists had to adapt to this far-reaching change to the exhibition. At the same time they had to react to new artistic trends in order to maintain their place in the Paris art scene.
The success and scope of the Salons in these years are demonstrated not only by the rising numbers of exhibitors and visitors. The many forms of their reception – in newspapers and magazines, letters, travel diaries and volumes of reproductions – are also evidence of the exhibition’s wide appeal, which reached beyond the borders of France.
Based on a wide range of largely unpublished sources, Eva Knels examines the organisation of the exhibition, the participating artists, and the international reaction to the Salon, with reference to the complex changes in the art world in the early 19th century. The author’s perspective includes the changing interrelationships between artistic policies, artistic production and the reception of art. |
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Die Geschichte(n) gefalteter Bücher
Leporellos, Livres-Accordéon und Folded Panoramas in Literatur und bildender Kunst
Hrsg.: Christoph Benjamin Schulz . 2019. 596 S. mit 189 überwiegend fbg. Abb. Hardcover. (LITERATUR - WISSEN – POETIK, Band 7) 596 S., 189 meist fb. Abb., Gb. EUR 118,00
ISBN: 978-3-487-15751-1 Olms
Die Beiträge dieser ersten internationalen Gesamtschau über das Phänomen gefalteter Bücher umfassen 600 Jahre okzidentaler Buchgeschichte: Sie reicht von Faltbüchern des Mittelalters und Harlequinaden der frühen Neuzeit über entfaltbare Seitenfolgen in gebundenen Büchern bis hin zu Leporellos, Folded Panoramas und Livres-Accordéon, die im 19. Jahrhundert eine veritable Blütezeit erfuhren.
Gefaltete Formate wurden für Kalender und Chronologien, für Panoramen und Überblicksdarstellungen genauso verwendet wie für Drucke von Umzügen und Prozessionen sowie für typologisch angelegte papierne Bildergalerien und illustrierte Kinderbücher. Im 20. Jahrhundert erlebten gefaltete Bücher sowohl in der experimentellen Literatur als auch im Kontext des Künstlerbuchs eine internationale Renaissance.
Die materielle Expansion des Buchkörpers ist weit mehr als ein überraschender Effekt: Sie erlaubt andere Formen der Inszenierung von Inhalten, als sie auf den Seiten gebundener Bücher möglich sind – und dem entsprechend auch andere Lektüreerfahrungen. Bücher, die man entfalten kann, verwandeln sich vor den Augen ihrer Betrachter. Im gefalteten Zustand kann ein Leporello geblättert und sequenziell betrachtet, es kann aber auch punktuell aufgeklappt oder in Gänze entfaltet werden – und sich in diesem Sinne auflösen.
Die haptischen Dimensionen der Aneignung und die semantischen Potentiale von Prozessen des (Ent-) Faltens spielen dabei eine zentrale Rolle. Als ästhetische Strategie ist das Falten gerade im Kontext der Geschichte des Buches facettenreich und komplex. Und so heben die hier versammelten, reich bebilderten Geschichten gefalteter Bücher einen bisher unentdeckten Schatz der Buchgeschichte. |
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