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Olms - Georg Olms Verlag Ag

 
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Steinemann, Holger: Eine Bildtheorie zwischen Repräsentation und Wirkung. Kardinal Gabriele Paleottis "Discorso intorno alle imagini sacre e profane" (1582). 2006. 520 S., 39 sw. Abb. 21 x 14 cm. (Stud. z. Kunstgesch. 164) Pb EUR 48,00 ISBN: 3-487-12942-6 Olms
Wie wirken Bilder auf den Betrachter? Wo haben die inneren Bilder ihren Ort? Welches ist der angemessene Umgang mit Bildern? Fragen wie diese werden in aktuellen rnedientheoretischen Diskursen unter Schlagworten wie "die Bilderflut des digitalen Zeitalters" oder "die Macht der Bilder" behandelt. Dabei gerät in Vergessenheit, dass schon in der Frühen Neuzeit im Zuge der konfessionellen Auseinandersetzungen das Bild als wirkungsmächtiges Kommunikationsmittel zunehmend ins Blickfeld rückte.
Es war der Bologneser Kardinal Gabriele Paletti (1522 – 1597), der in seinem 'Discorso intorno alle imagini sacre e profane' von 1582 die mediale Umbruchsituation seiner Epoche aufs eingehendste reflektierte. Auf der Grundlage eines an naturwissenschaftlichen Maßstäben ausgerichteten Nachahmungsbegriffs und der dezidierten Analyse unterschiedlicher Rezipientenschichten entwickelte Paleotti sein Modell der bildlichen Wirkungsfunktionen. Dabei gelangte er zu neuartigen und wegweisenden Einsichten, deren Rezeption bis in die jüngste Gegenwart hinein von einseitigen Ausdeutungen gekennzeichnet ist.
In der vorliegenden Studie wird Paleottis bedeutendes, theologisch motiviertes Bildtraktat zum ersten Mal in seiner Gesamtheit kunsthistorisch interpretiert und unter dem Aspekt neuzeitlicher Bildrezeption fruchtbar gemacht.
Bertling Biaggini, Claudia: Lorenzo Lotto: Pictor Celeberimus. Ein Leben zwischen mystischer Glaubensauffassung und künstlerischer Erneuerungskraft. 2005. 246 S., 68 Abb. 21 x 15 cm. Pb EUR 49,80 ISBN: 3-487-13003-3 Olms
Lorenzo Lotto (1480-1556 oder 1557), einer der bedeutendsten venezianischen Künstler, hat für die Entwicklung der italienischen Moderne einen großen Beitrag geleistet. Das Gesamtwerk Lottos weist einen umfangreichen Bestand auf. Venedig, Treviso, die Marken, Rom und Bergamo zählen zu den Etappen seiner künstlerischen wie persönlichen Selbstfindung. Viele Fragen um das Leben des protobarocken Künstlers blieben bis heute unbeantwortet. Was genau war der Grund für seinen Aufenthalt in Rom? Welche Werke schuf er ein den vatikanischen Stanzen? Welche Bedeutung hat die Auseinandersetzung mit mystischen und hermetischen Schriften im Werk Lottos? Drei Aspekte werden von der Autorin vertieft: Lottos Religiosität, Lottos Porträtkunst und Lotto als Protobarockkünstler.
Lorenzo Lotto (1480-1556 or 1557), one of the most important Venetian artists, made a major contribution to the development of modern Italian art. Lotto’s work as a whole demonstrates a wide range. Venice, Treviso, the Marche region, Rome and Bergamo were all stages on his journey of artistic and personal self-discovery. Many questions about the life of this proto-baroque artist remain unanswered. What were the exact reasons for his stay in Rome? Which works did he create for the Vatican stanze? What is the significance of the interaction with mystic and hermetic writings in Lotto’s work? The author focuses on three aspects: Lotto’s religion, Lotto’s portrait art and Lotto as a proto-baroque artist.
Scheid, Torsten: Fotografie als Metapher. Zur Konzeption des Fotografischen im Film. Ein intermedialer Beitrag zur kulturellen Biografie der Fotografie. 2005. 264 S., 10 Abb. 22 x 15 cm. (Medien u. Theater, NF 4) Pb EUR 24,80 ISBN: 3-487-12907-8 Olms
Die Fotografie wird nicht nur in der Chemie der Fotolabore entwickelt. In Romanen, Liedern, vor allem aber in Filmen tritt sie tagtäglich vor unsere Augen: Kinoklassiker wie Blow up, Under fire oder Blade Runner haben maßgeblich an der kulturellen Biografie der Fotografie mitgeschrieben.
Die vorliegende Publikation nimmt die filmische Darstellung der Fotografie als Diskurs über Fotografie ernst. Im intermedialen Horizont des Spielfilms schließt sie heterogene Felder der Fotografie diskursgeschichtlich aneinander an und analysiert jene „Leitfossilien“, die vor dem Jahrtausendwechsel in den filmischen Metaphern sedimentieren. Was in der Begegnung mit dem fotografierenden Alltagsphilosophen in Paul Austers Smoke oder mit der an Nan Goldin angelehnten Künstlerin in High Art zutage tritt, ist das im aktuellen Verdrängungswettbewerb der (digitalen) Bildmedien gewandelte Image der Fotografie.
„Diese Studie glänzt aufgrund der starken interpretatorischen Gaben des Verfassers, der jeden der von ihm gedeuteten Filme auf verblüffende Weise in ein ganz neues Licht rückt.“ Hanns-Josef Ortheil
Photography is not only developed in the chemicals of the photographic laboratory. It confronts us every day in novels, songs and above all in films: classic Blow up, Under Fire or Blade Runner have written significant chapters in the cultural biography of photography.
This publication takes a serious approach to the cinematic portrayal of photography as a discourse about photography. Against the intermedial background of film it links together heterogeneous aspects of photography and analyses the ‘fossilised’ motifs which solidify into cinematic metaphors before the turn of the millennium. What we can see in the encounters with the philosophising photographer in Paul Auster’s Smoke or with the Nan Goldin-like artist in High Art is the image of photography transformed in the cut-throat competition between (digital) image media.
‘The brilliance of this study is in the author’s powerful gift for interpretation; with astounding skill he offers a whole new perspective on the films he discusses.’ (Hanns-Josef Ortheil.)
"Das Anliegen des Autors besteht darin, die filmische Darstellung der Fotografie in ihren unterschiedlichsten Facetten als Diskurs über Fotografie Ernst zu nehmen (…) So zeigt die - wie ich finde - gelungene Analyse der einzelnen Filme, dass sich die jeweils aktuellen Fotodiskurse in die Filme eingeschrieben haben, genauso wie manche fotografische Metaphern auf die Theorie der Fotografie abgefärbt haben." (Barbara Struif, MEDIENwissenschaft 4/2006)
Szenische Orte. Mediale Räume. Hrsg. v. Roesner, David /Wartemann, Geesche /Wortmann, Volker. 2005. 280 S., 28 Abb. 22 x 15 cm. (Medien u. Theater, NF 1) Pb EUR 24,80 ISBN: 3-487-12799-7 Olms
„Szenische Orte - Mediale Räume“ versammelt die Beiträge einer gleichnamigen Vorlesungsreihe am Institut für Medien und Theater der Stiftung Universität Hildesheim. In einem thematisch breit gefächerten Spektrum werden die vielfältigen Funktionen und Bedeutungsmuster des Raumes an so unterschiedlichen medialen Settings wie Text, Bild, Film, Theater, Tanz und Musik untersucht.
Gemeinsam ist den Beiträgen der genaue analytische Blick auf den ästhetischen Gegenstand: Von Peter Stein bis Forced Entertainment, von STAR WARS bis DOGVILLE, von der black box bis zum white cube, vom Kindertheater bis zum Fußballstadion reicht die Bandbreite der Sondierungen und eröffnet dabei eine transhistorische und transdisziplinäre Diskussion zu zentralen Konstituenten der szenischen Künste: Raum und Ort.
INHALT: JAN BERG, Mediale Räume in der Diskursgeschichte • HAJO KURZENBERGER, Das Fußballstadion als (intermedialer) Ereignisraum • HARTWIN GROMES, Anmerkungen zur Raumästhetik der „Schaubühne am Halleschen Ufer“ • MIEKE MATZKE, Strategien des zeitgenössischen „Site Specific Theatre“ • GEESCHE WARTEMANN, Interaktionsraum Kindertheater • JENS ROSELT, Medialität im Theater am Beispiel von Frank Castorfs Dostojewski-Inszenierungen • DAVID ROESNER, Musikalische Spiel-Räume • GERALD SIEGMUND, Der Raum des Körpers im zeitgenössischen Tanz • VOLKER WORTMANN, Bild und Raum • JÖRG METELMANN, Intermedialität und Raum (Lars von Trier) • MATHIAS MERTENS, Persönlichkeitsarchitekturen in Computerspielen und anderem Medienalltag • HANS-OTTO HÜGEL, Der Ausstellungsraum als populärer Ort • ACHIM STRICKER, In-Szenierung und Installation (Heiner Müller, Werner Schwab, Rainald Goetz)
Collected in this volume are papers from a lecture series of the same title held at the Institute for Media and Theatre at the University of Hildesheim. The multiple functions and meanings of space in media as varied as text, image, film, theatre, dance and music are examined across a wide thematic spectrum. The different contributions have a common focus on the aesthetic subject: topics investigated range from Peter Stein to forced entertainment, from Star Wars to Dogville from the black box to the white cube, from children’s theatre to football grounds, opening a transhistorical and transdisciplinary discussion about the central components of scenic art: space and place.
Schrader, Monika: Laokoon "eine vollkomene Regel der Kunst". Ästhetische Theorien der Heuristik in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Winckelmann, (Mendelssohn), Lessing, Herder, Schiller, Goethe. 2005. 194 S. (Europaea Memoria. 1 42) Pb EUR 29,80 ISBN: 3-487-12909-4 Olms
In seiner Schrift „Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst“ 1755 kennzeichnet Winckelmann die antike Laokoon-Plastik als „des Polyklets Regel; eine vollkommene Regel der Kunst“. Diese Deutung löst seit Lessings Schrift „Laokoon: oder über die Grenzen der Malerei und Poesie“ 1766 eine Kontroverse über ästhetische Begründungen der Künste aus. Die Reflexion auf die Laokoon-Skulptur spiegelt paradigmatisch Tendenzen ästhetischer Theoriebildung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die skizzierten Theorien der Laokoon-Diskussion – Winckelmann, Lessing, Herder, Schiller, Goethe – dokumentieren unterschiedliche Modelle der Deutung einer „vollkommenen Regel der Kunst“. Seit Winckelmann steht die ästhetische Diskussion um Regeln der Kunst im Zusammenhang mit dem Begriff des Pathos und ist damit jeweils fundiert in Theorien des Zusammenhangs von Anthropologie und Ästhetik. Die vorliegende Untersuchung zielt darauf, die am Beispiel der Laokoon-Diskussion gegebene Entwicklung der Theorien künstlerischer Heuristik nachzuzeichnen und Veränderungen kunsttheoretischer Parameter zu verdeutlichen. In den Veränderungen der Deutungsverfahren des einzelnen Kunstwerks zeigt sich bei den genannten Autoren der Wandel der problemgeschichtlichen Bestimmungen des Ästhetischen im Spannungsfeld von Anthropologie, Ethik, Erkenntnistheorie, Stil- und Gattungstheorie. In his 1755 work Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst
(Thoughts on the Imitation of Greek Works in Painting) Winckelmann defines the ancient Laocoon sculpture as ‘the rule of Polyclitus: a perfect rule of art’. This interpretation has inspired controversy about the aesthetic foundations of the arts ever since the publication in 1766 of Lessing’s Laokoon: oder über die Grenzen der Malerei und Poesie (Laocoon, or, On the Boundaries of Painting and Poetry). Reflections on the Laocoon sculpture offer a paradigm for trends in aesthetic theorising in the second half of the 18th century. The theories set out in the discussion of the Laocoon – by Winckelmann, Lessing, Herder, Schiller, and Goethe – document differing models of a ‘perfect rule of art’. Since Winckelmann aesthetic discussion about the rules of art has been associated with the idea of pathos and is thus underpinned by theories of the relationship between anthropology and aesthetics. This study aims to trace the development of theories of heuristics in the arts based on the Laocoon discussion and to show how the parameters of art theory changed. In the changing process of interpretation of a single work of art by the authors mentioned we can see the changing definitons of aesthetics against the background of antroplolgy, ethics, and the theories of knowledge, style and genre.
Bornscheuer, Marion: Von der Bildbetrachtung zur Theorie der Malerei. Die Kunsttheorie des Sébastien Bourdon (1616-1671). 2005. 642 S., 43 Abb., 23 fb.Taf. 21 x 15 cm. Pb EUR 78,- ISBN: 3-487-12890-X Olms
Der französische Maler und Kunsttheoretiker Sébastien Bourdon (1616–1671) gehörte neben Charles Le Brun und Philippe de Champaigne zu den Gründungsmitgliedern der Pariser Académie royale de peinture et de sculpture. In seinem Amt als einer der ranghöchsten Lehrbeauftragten hat er in den Jahren 1667–1670 vier Akademie-Reden gehalten, die ihn als einen der wichtigsten Theoretiker des 17. Jahrhunderts ausweisen. In der vorliegenden Arbeit werden diese vier Reden erstmals in der originalen Transkription vorgelegt und im Zusammenhang interpretiert, wobei auch einige von Bourdons Gemälden berücksichtigt und im Kontext seiner Theorie neu interpretiert werden. Mit seinem innovativen Systemansatz zu einer universellen Malerei-Theorie und seiner kühnen Aufwertung der malerischen Mittel Licht und Farbe, die insbesondere für die im 18. Jahrhundert aufblühende Landschaftsmalerei grundlegend ist, erweist sich Bourdon nicht zuletzt auch als Vorläufer von Roger de Piles, der bis heute als der „modernste“ Theoretiker seiner Zeit gilt.
Fröhlich, Anke: "Glücklich gewählte Natur.." Der Dresdner Landschaftsmaler Johann Christian Klengel (1751-1824). Monographie und Werkverzeichnis der Gemälde, Zeichnungen, Radierungen und Lithographien. XII, 472 S., 1571 sw. u. 73 fb. Abb., (Stud. z. Kunstgesch. 161) Ln. Olms, G., Hildesheim 2005. EUR 78,- ISBN: 3-487-12770-9 Olms
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Sonder, Ines: Gartenstädte für Erez Israel. Zionistische Stadtplanungsvisionen von Theodor Herzl bis Richard Kauffmann. 2005. VI, 302 S., 89 Abb. (Haskala 29) Ln EUR 58,- ISBN: 3-487-12811-X Olms
"Ein bislang weniger bekannter Aspekt zionistischer Geschichte wird in dieser ursprünglich als Dissertation vorgelegten Studie kenntnisreich dargestellt." (Michael Wolffsohn, Das Historisch-Politische Buch, 2006, Heft 3)
"In dem aus ihrer Potsdamer Dissertation hervorgegangenen Buch zeichnet die Autorin die Geschichte der Gartenstadtprojekte nach, die sechzig Jahre lang, bis zur Gründung der "Neuen Städte" in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts (von Eilat bis Kirjat Schemona), das städtebauliche Leitbild der zionistischen Bewegung blieben und die Modelle von Urbanität im modernen Israel bis auf den heutigen Tag nachhaltig prägen (…) Dass auch äusserlich sehr schöne Buch (das Umschlagmotiv zeigt den Entwurf der "Nordau-Gartenstadt" für Palästina aus dem Berlin des Jahres 1920) umfasst 89 Abbildungen (Bebauungspläne, Skizzen, Photos aus der zionistischen Frühzeit), ein Glossar hebräischer Begriffe und einen Personenindex." (Matthias Morgenstern, Judaica 62/3, 2006)
Die Kunstsammlung des Freiherrn C. F. L. F. von Rumohr. Verzeichniss einer Sammlung von Büchern des verstorbenen Kammerherrn C. F. L. F. v. Rumohr. Reprint d. Ausg. Lübeck 1846. Bd 16. 2005. 642 S. Ln EUR 148,- ISBN: 978-3-487-12734-7 Olms
Carl Friedrich von Rumohr, der sich selbst einen „practischen Aesthetiker“ nannte, galt seinen Zeitgenossen Schelling, Hegel, Friedrich Schlegel und Wilhelm von Humboldt als bahnbrechender Kunstkritiker. Seine innovativen Ansätze, mittels exakter Archivstudien zu quellenmäßig fundierten Analysen zu gelangen, fanden bei Fachkollegen wie Waagen, Schorn, Förster und Gaye Anerkennung. Rumohrs Autorität in disziplingeschichtlichen Fragen ist jedoch nur eine Facette seiner Mehrfachbegabung: Er entwarf landeskulturelle Modelle, erarbeitete gastrosophische Konzepte und nahm als Reiseschriftsteller, Novellentheoretiker, Übersetzer und Romancier aktiv am literarischen Leben teil. In dieser kulturgeschichtlichen Perspektive ist sein vielschichtiges Schaffen noch kaum erforscht.
Die Nachdruckausgabe macht erstmals Rumohrs Gesamtwerk zugänglich. Eine Darstellung des Œuvre sowie eine Bio-Bibliographie leiten den ersten Band ein. Darüber hinaus werden die zumeist schwer greifbaren Journalbeiträge, die Rumohr als meinungsbildender Publizist in die Blätter für Literarische Unterhaltung, die Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik, sowie in das Cottasche Kunstblatt und in das Schlegelsche Deutsche Museum einrückte, vollständig dargeboten. Der Nachdruck der Auktionskataloge seiner zerstreuten Kunst- und Büchersammlungen soll ebenfalls dazu beitragen, das breite Spektrum der Interessen des Connoisseurs und Förderers der deutsch-römischen Künstler (u.a. F. Overbeck, F. Nerly, F. Horny) vor Augen zu führen.
Carl Friedrich von Rumohr, who called himself a “practical aesthetician”, was regarded by his contemporaries - among them Schelling, Hegel, Friedrich Schlegel and Wilhelm von Humboldt - as a pioneering art critic. His innovative approach - to rely on archival records for his aesthetic analysis - was widely acclaimed. Rumohr was also active as a literary writer and a translator, and he is well-known as an outstanding gastronomic writer. This is the first collected edition of his works.
Fornoff, Roger: Die Sehnsucht nach dem Gesamtkunstwerk. Studien zu einer ästhetischen Konzeption der Moderne. 2004. 658 S., 42 Abb. (echo 6) Pb EUR 68,- ISBN: 3-487-12767-9 Olms
Als utopisches Sehnsuchtsbild durchzieht die Idee des Gesamtkunstwerks nahezu die gesamte künstlerische Moderne. Inspiriert von der epochalen Ausstellung Der Hang zum Gesamtkunstwerk, mit der der Schweizer Kurator Harald Szeemann dieses ästhetisch-politische Phänomen in den 80er Jahren ins Bewußtsein rückte, liefert die vorliegende Studie erstmals eine begrifflich fundierte Analyse des modernen Gesamtkunst-werks und seiner verschiedenen programmatischen Ausprägungen. Untersucht werden dabei drei theaterzentrierte Konzeptionen (Richard Wagner, Wassily Kandinsky, Hermann Nitsch) sowie drei architek-turorientierte (Philipp Otto Runge, Karl Friedrich Schinkel, architektonischer Expressionismus).
Die Studie mündet in den Versuch, die Befunde der Einzelbetrachtungen in einer - kritischen - Theorie des Gesamtkunstwerks zusammenzuführen. Dabei werden vor allem dessen politisch-totalitäre Implika-tionen in den Blick genommen, welche einen Analogieschluß zwischen dem modernen Gesamtkunst-werk und den staatskünstlerischen Großvisionen Hitlers und Stalins erlauben. Zeitnahe Tendenzen des Gesamtkunstwerks, erläutert am Beispiel der VW-Autostadt in Wolfsburg, runden die Arbeit ab.
The longed for utopian ideal of the Gesamtkunstwerk, or total work of art, is a constant theme in the art of the modern era. Inspired by Harald Szeemann’s landmark exhibition Der Hang zum Gesamtkunstwerk which raised awareness of this aesthetic and political phenomenon in the 1980s, this is the first study to offer a conceptual analysis of the modern Gesamtkunstwerk and its different characteristics. The author examines three theatrical conceptions (Richard Wagner, Wassily Kandinsky, Hermann Nitsch) and three with an architectural orientation (Philipp Otto Runge, Karl Friedrich Schinkel, expressionist architecture).
The results of the individual analyses are brought together to form a - critical - theory of the Ge-samtkunstwerk. This particularly highlights the political-totalitarian implications which allow parallels to be drawn between the modern Gesamtkunstwerk and the grandiose political visons of Hitler and Stalin. The study ends with an examination of more recent trends of the Gesamtkunstwerk, using the example of Volkswagen’s VW-Autostadt complex in Wolfsburg.
"Overall, this is a fascinating book (…) It is an honest attempt to define and interrelate a complex set of examples, each attempting to harmonize and reintegrate individual exepression into wider behavioural patterns." (Brian Keith-Smith, Modern Language Review 102.1/2007)
Forssman, Erik: Kunst und Architektur im neuzeitlichen Europa. Ausgewählte Beiträge. Hrsg. v. Reidel, Hermann. 360 S., 50 Abb.. (Stud. z. Kunstgesch. 162) Gb., Olms Verlag, Hildesheim 2004. EUR 88,00 ISBN: 978-3-487-12804-7 Olms
Die Beiträge dieses Sammelbandes bilden einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen des Kunsthistorikers Erik Forssman (* 1915) und sind in ihrer Zusammenstellung zugleich eine kleine Kunstgeschichte der Neuzeit, dargestellt an exemplarischen Künstlern und ästhetischen Phänomenen. Seit ihren Anfängen stand die Kunstgesch in einem manchmal harmonischen, manchmal kritischen Verhältnis zum zeitgenössischen Kunstschaffen. Als sich der Kunstbegriff im Laufe des 20. Jahrhunderts radikal änderte, geriet das Fach in eine methodische Krise. Erik Forssman hat diese Krise während seiner wissenschaftlichen Arbeit im In- und Ausland zwar zutiefst miterlebt, aber ihr in Forschung und Lehre über viele Jahrzehnte zu widerstehen versucht. Seine hier vorgelegten Aufsätze aus den vergangenen dreißig Jahren wurden ursprünglich an teilweise entlegenen Orten als Katalog- oder Festschriftenbeiträge veröffentlicht und vom Autor für dieses Buch ausgewählt. Ihre inhaltliche Bandbreite reicht von grundsätzlichen Überlegungen zu den Ursprüngen der Kunstgeschichte über das Erscheinungsbild der Baukunst in Italien, Deutschland und Skandinavien bis hin zu Malern wie Hans Thoma oder Edvard Munch.

The essays in this volume offer a representative selection from the work of art historian Erik Forssman (* 1915) and at the same time form a short history of art in the modern age based on examples of different artists and aesthetic phenomena. From its very beginning the writing ofart history has enjoyed a part-harmonious, part-critical relationship with contempo-rary creative art. As the very conception of art underwent a radical change during the 2Oth century the subject reached a methodological crisis. Erik Forssman certainly experienced this crisis in the course of his academic career both at home and abroad, but attempted to overcome it in his many decades of research and teaching. The essays from the past thirty years brought together here were originally published in separate and sometimes inaccessible works such as catalogues and commemorative volumes, and have been chosen by the author for this hook. Their content ranges from fun-damental reflections on the origins of art history to the appearance of architecture in Italy, Germany and Scandinavia and to individual artists such as Hans Thoma or Edvard Munch.
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Böckmann, Barbara: Zahl, Mass und Massbeziehung in Leon Battista Albertis Kirche San Sebastiano zu Mantua. 2004. 288 S., 75 Abb.. Ln EUR 48,00 ISBN: 3-487-12758-X Olms
Der Gelehrte und Kunsttheoretiker Leon Battista Alberti (1404-1472) zählt zu den bedeutendsten Architekten des italienischen Frühhumanismus. Sein Entwurf für die Kirche San Sebastiano in Mantua sah ein Bauwerk vor, das selbst seinen gebildeten Zeitgenossen unverständlich erschien. Die architektonische Form des Zentralbaues und die Entwurfsmethode Albertis führten zu großen Problemen bei der Umsetzung des Projekts in gebaute Wirklichkeit.
Die vorliegende Studie versucht, einige der Rätsel zu lösen, die sowohl der von Antonio Labacco überlieferte Entwurf wie auch das Bauwerk selbst bis heute aufgeben. Detaillierte Analysen der Dokumente zur Baugeschichte und der theoretischen Vorgaben Albertis ermöglichen eine Revision der Baugeschichte und eine Rekonstruktion der Zahlen, Maße und Maßbeziehungen, die der Künstler seinem Entwurf für San Sebastiano zugrunde legte. Aus diesen Zahlen kann schließlich auch die von Alberti vermutlich beabsichtigte symbolische Bedeutung des Gebäudes abgelesen werden: Sie steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Auftraggeber Ludovico Gonzaga und der Stadt Mantua, in der Albertis templum gebaut wurde.
The scholar and art theorist Leon Battista Alberti (1404-1472) was one of the most important architects of early Italian Humanism. His design for the church of San Sebastiano in Mantua envisaged a structure which appeared incomprehensible even to his educated contemporaries. The architectural form of the central structure and Alberti’s design methods caused major problems in transforming the project into an actual building. This study attempts to solve some of the puzzles which are still posed today both by Antonio Labacco’s sketch and by the building itself. Through detailed analysis of documents relating to the building and of Alberti’s theoretical models it is possible to present a revised history of the building work and to reconstruct the numbers, measurements and relationships between them which formed the basis of the artist’s design for San Sebastiano. These figures finally enable us to read the symbolic meaning of the building as Alberti himself presumably intended: this is directly linked to Ludovico Gonzage, who commissioned the building, and to the city of Mantua where Alberti’s templum was built.
Weichard zu Valvasor, Johann: Theatrum mortis humanae tripartitum. Das ist: Schau-Bühne dess Menschlichen Todts in drey Theil. Nachw. v. Freytag, Hartmut. Nachdr. d. Ausg. Salzburg 1682. 2004. 290 S., 20 Abb. (Emblemat. Cabinett ) Ln EUR 98,- ISBN: 3-487-11761-4 Olms
Wassibauer, Thomas: Eugen von Blaas (1843-1931). Das Werk /Catalogue raisonné. Skizzen, Aquarelle, Gemälde. 2004. 160 S., 310 z. T. fb. Abb. 30 cm. Gb EUR 98,- ISBN: 3-487-11921-8 Olms
Zum ersten Mal ist es gelungen, alle bekannten Werke des österreichischen Malers Eugen von Blaas (1843—1931) in dem vorliegenden Katalog zusammenzuführen. Als farbige Tafeln und in Form eines Werkverzeichnisses werden die Gemälde abgebildet und beschrieben. Eugen von Blaas widmete sich hauptsächlich Genreszenen, die das Leben in den Straßen Venedigs darstellen. An der Akademie in Venedig hatte er selbst seine künstlerische Ausbildung beendet, bevor er später als Professor dorthin zurückkehrte.
Die Werke zeigen leichte, sinnliche Szenen, die der Künstler immer wieder variierte. Subtile Farben bestimmen die Bildräume, die Figuren bestechen durch ihre fotografisch anmutende Plastizität. Diese erreichte der Maler im Laufe seiner Schaffenszeit, indem er seine Maltechnik immer weiter verfeinerte.
Dem Werkverzeichnis ist eine Biographie vorangestellt, die sich intensiv mit der Entwicklung des Malers und der Künstlerfamilie von Blaas auseinandersetzt. Über sechzig großformatige Farbtafeln präsentieren einen Großteil seiner Hauptwerke in besonderer Weise.

This Catalog marks the first successful attempt to bring together all the known works of the Austrian painter Eugen von Blaas (1843—1931). The paintings are illustrated and described with the help of colour plates and in the form of a catalogue raisonné Eugen von Blaas devoted himself mainly to genre-paintings illustrating Venetian street-life.
He completed his own artistic training at the Academy in Venice, where he later returned as Professor.
The works portray light, sensuous scenes, which the artist constantly varied. The backgrounds are characterised by subtle colours, while the figures are captivating, with a plasticity reminiscent of photography. The painter developed this effect over the course of his creative life, continually refining his painting technique.
The catalogue is prefaced with a hiography which discusses in detail the painter‘s development and the von Blaas family of artists. More than sixty large colour plates represent the greater part of bis chief works.
Das Kleine Andachtsbild Graphik vom 16. bis zum 20. Jahrhundert Auswahlkatalog des Museums Schnütgen. Hrsg. Manuela Beer; Ulrich Rehm. Hildesheim 2004. 126 S. 76 Abb. EUR 19.80 ISBN: 3-487-12700-8 Olms
Das Museum Schnütgen gehört mit seinem reichen Bestand an Skulpturen, Glasmalereien, Textilien, Goldschmiedewerken und Elfenbeinarbeiten zu den bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher Kunst in Europa. Bislang weitgehend unbekannt sind hingegen die rund 2600 graphischen Blätter, die Anfang der 1990er Jahre aus einer Kölner Privatsammlung in den Besitz des Museums gelangten. Es handelt sich um sogenannte Kleine Andachtsbilder aus der Zeit vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Besonders im Kontext der Volksfrömmigkeit spielten diese kleinformatigen Graphiken eine wichtige Rolle und sind teilweise heute noch in Gebrauch. Die Bildthernen der Blätter sind äußerst vielfältig und bieten einen breiten Querschnitt durch die christliche Ikonographie. So sollten sie vor jähem Tod, vor Krankheit und Zauberei bewahren, Reisende schützen, ins Neue Jahr geleiten, und besonders dienten sie bei Andacht und Gebet als Mittel der Versenkung, Erbauung und Ermahnung. Anhand von rund fünfzig Beispielen wird in dem vorliegenden Katalog erstmals ein repräsentativer Überblick dieses Sammlungsbestandes des Museums Schnütgen vorgestellt. The Schnütgen Museum, with its rich collections of sculpture, painted glass, textiles, and works in gold and ivory is one of Europe‘s most important collections of mediaeval art. Less well known until now have been some 2600 graphic works acquired in the early 1990s from a private collection in Cologne. This is a collection of small devotional pictures dating from the 16th to the 2Oth centuries. These small images played a particularly important role in popular religious observance, and are still sometimes used today. The themes of the pictures are incredibly varied and present a broad cross-section of Christian iconography. They were meant to ward off sudden death, illness or magic, to protect travellers, to see the new year in safely. Above all they were used in devotions and prayer as an aid to contemplation, and a means of edification and exhortation. On the basis of some fifty examples this catalogue offers the first representative overview of this area of the Schnütgen Museum‘s collections.
Opus Tessellatum. Festschrift für Cornelius Claussen. Hrsg.: Senekovic, Darko /Corsepius, Katharina. 2004. XXVIII, 487 S., 7 fb. Taf. (Stud. z. Kunstgesch. 157) Gb EUR 88,- ISBN: 3-487-12579-X Olms
Wie in der mittelalterlichen Mosaiktechnik des opus tessellatum, bei der vielgestaltige und bunte Steine zu einem facettenreichen Ganzen zusammengefügt wurden, sind in diesem Band unterschiedliche kunstwissenschaftliche Positionen zu einer Anthologie vereint. Das Buch zeichnet einen repräsentativen Querschnitt durch die aktuelle Forschung und stellt somit ein methodisches Kompendium dar, in dem sowohl etablierte als auch jüngere Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker unterschiedliche Ansätze und Fragestellungen im vielbeschworenen Zeitalter des iconic turn präsentieren: von der bewährten ikonographischen Werkanalyse, über Stilikonologie, rezeptionsgeschichtliche oder kontextbezogene Untersuchungen bis hin zu disziplinübergreifenden Fragestellungen, welche Ausflüge in die Gebiete der Neurologie, Psychiatrie oder auch Ethnologie und Anthropologie erfordern. Herrscherrepräsentation und Antikenrezeption im Mittelalter sind dabei ebenso ein Thema wie die pornographische Druckgraphik der Renaissance, die „Bildnerei der Geisteskranken“ oder die Kunstkritik im 20. Jahrhundert.
Der Band enthält Beiträge von Regine Abegg, Hans Belting, Andreas Beyer, Anne-Marie Bonnet, Beat Brenk, Karl Clausberg, Ingo Herklotz, Stanislaus von Moos, Serena Romano, Robert Suckale und anderen.
Just as the mediaeval technique of mosaic-making, the opus tessellatum, combined different kinds of coloured stone to form a multi-faceted whole, so this volume brings together a wide variety of standpoints of fine arts in a single anthology. The book illustrates a representative cross-section of current research and forms a compendium of different approaches and questions from both established and younger art historians in the frequently-evoked era of the ‘iconic turn’.
These approaches range from familiar methods such as iconographical analysis, stylistic iconology, and studies of reception history or context, to interdisciplinary questions which require excursions into the fields of neurology, psychiatry, ethnology and anthropology. Among the varied themes are the representation of rulers and reception of antiquity in the Middle Ages, the pornographic prints of the Renaissance, psychotic art, and twentieth-century art criticism.
The volume includes studies by Regine Abegg, Hans Belting, Andreas Beyer, Anne-Marie Bonnet, Beat Brenk, Karl Clausberg, Ingo Herklotz, Stanislaus von Moos, Serena Romano, Robert Suckale and others.
Schrapel, Claudia: Johann Dominicus Fiorillo. Grundlagen zur wissenschaftsgeschichtlichen Beurteilung der "Geschichte der zeichnenden Künste in Deutschland und den vereinigten Niederlanden". 2004. 766 S., 1 Frontispiz, 35 Abb. (Stud. z. Kunstgesch. 155) Ln EUR 138,- ISBN: 3-487-12590-0 Olms
Johann Dominicus Fiorillo (1748—1821), Maler und Kunsthistoriker, etablierte die Kunstgeschichte als eigenständiges Universitätsfach. Mit seiner Geschichte der zeichnenden Künste (1798—1821) legte er ein detailreiches nach Ländern gegliedertes Kompendium der Kunstgeschichte flur den europäischen Raum vor, welches die Zeit vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert umfaßt. Art und Umfang stellten ein Novum in der kunsthistorischen Forschung seiner Zeit dar und wurden eine wichtige Forschungsgrundlage für nachfolgende Wissenschaftler. Die vorliegende Arbeit bietet erstmals eine umfassende Gesamtdarstellung von Leben und Werk des Göttinger Gelehrten. Die Untersuchung der wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung Fiorillos und seines Wirkens öffnet ein Fenster zur Zeit des Epochenübergangs von Aufklärung zum Historismus. Goethe, Büsching, die Brüder Grimm, die Boisser~es und Schlegels sind nur einige der vielen bedeutenden Briefpartner Fiorillos. Die vorliegende Erstveröffentlichung einer Auswahl von Briefwechseln gewährt neue Einblicke in die „res publica literaria“ des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts.

The painter and art historian Johann Dominicus Fiorillo (1748—182 1) established art history as an independent subject ofuniversity study. His Geschichte der zeichnenden Künste (1798— 1821) is a detailed compendium of European art history, arranged by country and covering the period from the middle ages to the eighteenth century. In its form and scope the work was a new departure for the study of art history and laid important foundations for later research. This study offers the first comprehensive portrait of the Göttingen scholar‘s life and work. Its examination ofFiorillo‘s significance and influence in the history of scholarship opens a window onto a transitional period between the Enlightenment and Historicism. Goethe, Büsching, the Brothers Grimm, the Boisser&s and the Schlegels were among Fiorillo‘s many important correspondents. The first publication of a selection of these letters offers new insights into the ‘res publica literaria‘ of the eighteenth and early nineteenth centuries.
Cornelia Manegold. Wahrnehmung - Bild - Gedächtnis. Studien zur Rezeption der aristotelischen Gedächtnistheorie in den kunsttheoretischen Schriften des Giovanni Paolo Lomazzo. Kunsthistorische Schriften Band 158. 290 S. 26 Abb., EUR 39,80 ISBN: 3-487-12675-3 Olms
Der Maler, Dichter und Kunstthe-oretiker Giovanni Paolo Lomazzo (1538—1592) hinterließ das umfangreichste erhaltene Werk der italienischen Kunstliteratur des 16. Jahrhunderts. Seine Hauptschriften Trattato dell‘ arte de la pittura (1584) und Idea del tempio della pittura (1590) erweisen sich als ein Sammelbecken, in dem verschiedene Ströme der ästhetischen Diskussion der Renaissance zusammengelaufen sind. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Rezeption der aristotelischen Philosophie in der Kunsttheorie Lomazzos. Nachgewiesen wird, dass Lomazzo seine Bildtheorie auf der Grundlage der Wahrnehmungs-psychologie und Gedächtnistheorie des Aristoteles entwickelte. Anhand der von Lomazzo exemplarisch erwähnten antiken und zeitgenössischen Kunstwerke wird die Gedächtnisfunktion eines Bildnisses von der Autorin detailliert analysiert und belegt. Die aristotelischen Wurzeln der in der Porträtforschung bis heute kontrovers diskutierten Problematik der Ähnlichkeit werden vor dem Hintergrund der von Lomazzo eingeführten Unterscheidung zwischen einem natürlichen und einem intellektuellen Bildnis offen gelegt.

The painter, poet and art theorist Giovanni Paolo Lomazzo (1538 — 1592) left one of the largest surviving bodies of work in the l6th-century Italian literature of art. His principal works, Trattato dell‘ arte de la pittura (1584) and Idea del tempio della pittura (1590), proved to be a kind of meltingpot where different strands of Renaissance aesthetic discussion came together. Lomazzo‘s reception of artistotelian philosphy in his theory of art forms the central theme of this study, demonstrating how Lomazzo developed his theory of images on the basis of Aristotle‘s theories of perception and memory. Using the ancient and contemporary artworks mentioned as examples by Lomazzo, the author offers a detailed analysis of the mnemonic function of images. The question of similarity — still a problematic topic in the study of portraiture — is traced back to its aristotelian roots against the background of the distinction introduced by Lomazzo between natural and intellectual images.
Marion Tüting. Rokoko-Gotik. Ein Phänomen des englischen 'Gothic Revival' im 18. Jahrhundert. Eine formanalytische und architekturgeschichtliche Untersuchung mit einem Katalog der Gebäude und Innenausstattungen. (Stud. z. Kunstgesch. 156) 396 S. 140 Abb. 2004. EUR 68, ISBN: 3-487-12583-8 Olms
Innerhalb der pluralistischen Architekturlandschaft Englands bildete sich im Bereich des Landhausbaus ab etwa 1730 ein Stilphänomen heraus, das in der kunstgeschichtli-chen Literatur unter dem Begriff Rokoko-Gotik subsumiert wird. Seine grundlegenden Merkmale sind die Verwendung gotischer Einzelformen für die Fassadengestaltung und die Vermischung gotischer Formen mit Dekorationsmotiven des internationalen Roko-kostils für die Innendekoration. Bisher wurde diese Stilerscheinung vornehmlich als Antistil bewertet, als Ausdruck der Revolte gegen den vorherrschenden Klassizismus palladianischer Prägung. Die in diesem Buch vorgenommenen detaillierten Analysen der Fassaden und der Innendekoration zeigen jedoch, daß ein begrenzter gotischer Formenkanon bewußt mit „modernen“ Architektur- und Dekorationsformen verknüpft wurde. Die Rokoko-Gotik wird schlüssig als Stil beschrieben, der ein ästhetisch-philosophisches Ideal vertritt. Durch Integration geistesgeschichtlicher und soziokultureller Entwicklungen in die kunstgeschichtliche Betrachtung wird die Rokoko-Gotik zudem erstmals als Funktions-stil begriffen, der freiheitliche nationalhistorische Bedeutungen transportiert und zugleich der gesellschaftlichen Selbstdarstellung der Bauherren diente. In England‘s pluralistic architectural landscape there emerged in around 1730 a stylistic phenomenon in country house architecture which has been subsumed under the heading ‘rococo gothic‘ in the literature of art history. Its basic distinguishing features are the use of particular gothic forms in the exterior design and the combination of gothic forms with the decorative motifs of the international rococo style in the interior design. Until now this phenomenon has principally been interpreted as an anti-style, the expression of a revolt against the predominant palladian-influenced classicism. However, the detailed analyses of exterior and interior decoration carried out for this book demonstrate that a limited canon of gothic forms was being deliberately linked to ‘modern‘ architectural and decorative forms. Rococo gothic is conclusively defined as a style which represented an aesthetic and philosophical ideal. With the integration of intellectual and socio-cultural developments into an art-historical study, rococo gothic can also for the first time be understood as a functional style which conveys liberal, national and historical meanings while at the same time contributing to the owner‘s social seif-image.
Wiesner, Nina C: Das Deckengemälde von Georg Pencz im Hirschvogelsaal zu Nürnberg. 2004. 186 S., 30 Abb., 1 Falttaf.. (Stud. z. Kunstgesch. 152) Pb EUR 29,80 ISBN: 3-487-12532-3 Olms
Der im Jahre 1534 vollendete Hirschvogelsaal befand sich in einem Saalbau, den der Handeisherr Lienhard III. Hirschvogel an der Rückseite seines Wohn-hauses in Nürnberg errichten ließ. Sein monumentales Deckengemälde, den „Sturz des Phaeton“ darstellend, besitzt die Größe von 100 m2. Schon seit länge-rem wurde der Dürer-Schüler Georg Pencz, einer der bedeutendsten Vertreter der Renaissancemalerei in Süddeutschland, als Schöpfer des Werkes vermutet. Die vorliegende Untersuchung kann diese These im Licht neuester Forschungsergebnisse eindrucksvoll belegen. Erstmalig wird das Figurenpersonal des Deckengemäldes vollständig identifiziert. Anhand von Detailvergleichen wird belegt, daß Pencz sich mit den italienischen Meistern und theoretischen Perspektivstudien auseinandersetzte und diese in seiner Bilderfindung verarbeitete. Eine neue Deutung der Raumfunktion des Hirschvogelsaals rundet die Untersu-chung ab. Die Studie zeigt, daß sich flur das Deckenbild im Hirschvogelsaal eine singuläre kunstgeschichtliche Stellung ergibt. In seiner Perspektivik, Figurenbildung und Farbgebung nimmt es spätere Errungenschaften vorweg und stellt das erste Beispiel großformatiger Deckenmalerei nördlich der Alpen dar.

The Hirschvogelsaal completed in 1534 was located in a extension which the merchant Lienhard Hirchvogel III had added to the back ofhis house in Nuremberg. Its monumental ceiling painting showing the ‘fall of Phaeton‘ covers an area of some 100 m2. For a long time now Dürer‘s pupil Georg Pencz, one of the most important representatives of Renaissance painting in southem Germany, has been believed to have created the work. This study clearly substantiates that theory in the light ofthe latest research. For the first time the figures in the ceiling painting are completely identified. Comparisons of specific details are used to prove that Pencz was studying the Italian masters and theoretical studies ofperspective and worked these into his own pictorial invention.
A new interpretation of the spatial function of the Hirschvogelsaal completes the study, which shows that the ceiling painting in the Hirschvogelsaal takes a singular position in the history of art. Its use ofperspective, figurative portrayals and coloration anticipate future developments, and it represents the first example oflarge-scale ceiling painting north ofthe Alps.
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