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Dietrich Reimer Verlag

 
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Halwani, Miriam. Geschichte der Fotogeschichte. 1839-1939. 2011. 300 S. 78 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 49,00. CHF 65,50 ISBN: 978-3-496-01462-1 Dietrich Reimer Verlag
Längst hat sich die Fotografie als musealer Sammlungs- und akademischer Forschungsgegenstand etabliert. Wo liegen aber die Anfänge dieses historischen Interesses an der Fotografie? Wo die Ursprünge ihrer Geschichtsschreibung? Miriam Halwani legt erstmals eine Geschichte der Fotogeschichte vor.
Dieses Grundlagenwerk erschließt wenig beachtete Texte seit Talbot und Daguerre und erläutert, wie die Fotografie rund 100 Jahre nach ihrer Erfindung als neue Kunstgattung in die Hamburger Kunsthalle und das MoMA in New York einzog. Die Fülle der Texte aus den ersten 100 Jahren der Fotografie ist überraschend groß und vielfältig. So erstreckt sich die Bandbreite der untersuchten Themen vom Zufallsfund als fotohistorischem Ereignis, über die Popularisierung von Fotogeschichte durch Bilderbogen, Kindersachbuchliteratur oder Comics bis hin zum Gegensatz von bürgerlicher Fotografie und sogenanntem Massensport. All diese Themen lassen Rückschlüsse auf die drängenden Fragen zur Zeit ihrer Niederschrift zu und prägen bis heute die Geschichtsschreibung der Fotografie. Denn was beschäftigte Anton Martin, Josef Maria Eder, Erich Stenger, Gisèle Freund, Lucia Moholy oder Beaumont Newhall – und warum? Auch jüngere Entwicklungen der Fotogeschichte lassen sich vor dieser historischen Folie besser verstehen.
Iselin, Regula. Die Gestaltung der Dinge. Außereuropäische Kulturgüter und Designgeschichte. 2011. 520 S. 16 fb. 37 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 69,00. CHF 92,50 ISBN: 978-3-496-01458-4 Dietrich Reimer Verlag
Materialien, Techniken, Farben und Formen außereuropäischer Kulturgüter prägen die Gestaltung von Dingen des alltäglichen Gebrauchs seit dem 19. Jahrhundert. Regula Iselin analysiert die Aneignung fremder Gestaltungsweisen und zeigt deren Einflüsse auf das moderne Design.
Geschichten von Sammlungen, Ausstellungen und Museen zeigen, dass außereuropäische Kulturgüter eine Konstante im Entwicklungsprozess der modernen Gestaltung sind. Von Anfang des 19. bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts sind ethnografische Objekte Teil des künstlerischen Phänomens, das Europa bestimmt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trägt die Wahrnehmung und die Verwertung außereuropäischer Kulturgüter beim Entwurf und in der Produktion von Dingen sowie als Unterrichtsmaterial in Museen und Schulen für Kunst und Industrie entscheidend dazu bei, die Gestaltungsweisen des 19. Jahrhunderts zu überwinden. Die Autorin macht deutlich, dass deren Rezeption zu den produktivsten und wirksamsten Faktoren in der Ästhetik und Designgeschichte der Moderne gehört.
Janhsen, Angeli. Neue Kunst als Katalysator. Mit Sophie Calle Bas Jan Ader Philippe Petit Marina Abramovic FLATZChristian Boltanski Yoko OnoTino Sehgal Christoph Büchel Santiago Sierra Jochen Gerz Raumlabor Pina Bausch Rimini Protokoll Erwin Wurm Roman Signer Richard Long. 2011. 200 S. 24 x 17 cm. Pb. EUR 19,95. CHF 28,90 ISBN: 978-3-496-01459-1 Dietrich Reimer Verlag
»Was will der Künstler damit sagen?« ist eine Frage, die bei Kunst z. B. von Sophie Calle, Tino Sehgal oder Jochen Gerz nicht beantwortet werden kann. Angeli Janhsen fragt, wie diese neue Kunst funktioniert, wenn sie ihre Betrachter nicht belehren will.
Aus der Einleitung
»Light a match and watch till it goes out« ist eine Partitur von Yoko Ono, die zur Zeit ihrer Entstehung, 1955, sicher noch leichter aufzuführen war als heute. Noch in den 70er Jahren hatte immer irgendwer Streichhölzer in der Tasche, Künstler und Intellektuelle rauchten selbstverständlich. Diese selbstverständliche Alltäglichkeit ist heute verloren, aber Streichhölzer sind üblich genug, so dass die Partitur aufgeführt werden kann. Möglich und richtig ist die Aufführung an den verschiedensten Orten, zu den verschiedensten Zeiten. Es muss nicht dunkel sein. Man zündet nach Anweisung der Partitur ein Streichholz an, nicht um das Feuer an eine Zigarette oder eine Kerze oder was auch immer weiterzugeben, sondern um es zu sehen, zu beobachten, »to watch«. Die Zeit zum Sehen ist begrenzt, man weiß das gleich und versteht es doch erst jetzt.
Diese Partitur ist eins der Kunstwerke, um die es hier geht. Mit »Light a match and watch till it goes out« kann ich zeigen, was ich im Folgenden ausführen möchte. Ich deute hier nur an: Ein »ordentliches« Kunstwerk ist das sicher nicht. Es hat keine Botschaft, aber es ist sinnvoller als viele Botschaften. Man kann es eigentlich nicht verstehen, kunsthistorische Methoden greifen hier wenig, aber es gibt Kriterien für einen guten Umgang damit. Es vergeht, aber es wirkt, es greift ein, es ändert jemandem, der es kennt, das Leben. Yoko Onos Partitur wirkt als Katalysator. Diese Funktionsweise neuer Kunst interessiert mich. Wenn man das Vorher und Nachher und all das, was man beim Brennen des Streichholzes im Sinn hat, nicht bedenken würde, wäre die Aktion sinnlos und überflüssig, wie jeder Katalysator allein nicht überzeugt. Wer aber sieht, was alles an dieser Partitur deutlich und gebündelt ist, lebt mit dieser Partitur vergnügter, aufmerksamer, wirklicher.
Wöllmann, Ute. Über die Kunst, erfolgreich Malerei zu studieren. Ein Lehrbuch. 2011. 140 S. 44 fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 29,95. CHF 41,90 ISBN: 978-3-496-01455-3 Dietrich Reimer Verlag
Was muss ich beachten, wenn ich Malerei studieren möchte? Über die Kunst, erfolgreich Malerei zu studieren ist Entscheidungshilfe und Ratgeber zugleich – insbesondere für diejenigen, die erst später im Leben ein Studium beginnen möchten. Ute Wöllmann erläutert kurzweilig, praxisnah und mit vielen Beispielen, wie dieses Vorhaben am besten gelingen kann.
Aus dem Inhalt:
Sich vom reinen Selbststudium lösen
Die Grundlagen erwerben
Die Mappe aktiv vorbereiten
Sich bei einer Lehranstalt bewerben
Sich einen wiedererkennbaren authentischen Standpunkt erarbeiten
Den Quereinstieg wagen und erfolgreich meistern
Mit den Regeln des Kunstmarkts vertraut werden
Ausstellen während des Studiums
Kontakte zu Galerien herstellen
Bilder dokumentieren
Preise einschätzen und gestalten
Was ist gute Lehre?
Links und Mailinglisten für die Suche nach Stipendien, Förderungen, Preisen und Weiterbildungen
Medienkunst Installationen. Erhaltung und Präsentation. Konkretionen des Flüchtigen. Hrsg.: Buschmann, Renate. 2011. Dtsch/Engl. 250 S. 40 Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 49,00. CHF 65,50 ISBN: 978-3-496-01463-8 Dietrich Reimer Verlag
Medienkunst ist zwar eine erst wenige Jahrzehnte junge Kunstgattung, aber ihre Erhaltung stellt schon heute Kuratoren und Restauratoren vor enorme Herausforderungen. Wie lassen sich Medienkunstinstallationen für die Zukunft sichern? Das Buch führt in theoretische und praktische Herangehensweisen ein und hilft nachhaltige Konzepte zu entwickeln.
Medienkunstinstallationen leben meistens nur für die Dauer einer Ausstellung, um dann bis zur nächsten Präsentation zu verschwinden. Die Technik entwickelt sich so schnell, dass Geräte und Speichermedien in regelmäßigen zeitlichen Abständen zu erneuern sind, um die Funktionalität der Installationen zu erhalten. Bei jeder Neupräsentation sind zudem die skulpturalen und räumlichen Eigenschaften zu berücksichtigen. Gibt es ein Original, das zu bewahren ist oder ist nicht vielmehr ein ›flüchtiges‹ Werk immer wieder aufs Neue zu vergegenständlichen? Nach der theoretischen Auseinandersetzung mit diesen Fragen werden vier Fallstudien der Düsseldorfer Stiftung imai vorgestellt. Am Beispiel von Werken von Studio Azzurro, Gary Hill, Bill Seaman und Katharina Sieverding erörtern die Autoren grundsätzliche Fragen und Lösungsansätze für die langfristige Erhaltung und Präsentation technologiebasierter Installationen.
Ordnungen des sozialen Raumes. Die Quartieri, Sestieri und Seggi in den frühneuzeitlichen Städten Italiens. Hrsg.: Heidemann, Grit. 2011. 240 S. 62 Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 39,00. CHF 52,90 ISBN: 978-3-496-01466-9 Dietrich Reimer Verlag
Die Autoren des Bandes untersuchen die Stadtviertel u. a. von Florenz, Venedig und Neapel in ihrer gesellschaftlichen Funktion und Bedeutung. Anhand von historischen Dokumenten, Karten, Stichen und Zeichnungen gehen die Autoren dabei den Visualisierungsformen des sozialen Raumes nach.
Der Sammelband vereint Beiträge zu dem Selbstverständnis der Städter, den administrativen und institutionellen Konditionen der Stadtteile und der Errichtung und Rezeption von ganz unterschiedlichen Monumenttypen. An der Organisation der Stadtteile ist die gesellschaftliche Ordnung ihrer Einwohner ablesbar und Spuren des historischen und sozialen Wandels lassen sich hier besonders eindrücklich verfolgen. Loggien, Plätze und Kirchen werden als Orte der öffentlichen Kommunikation diskutiert, deren Repräsentationspotential sich aus der sozialen Identität ihrer Auftraggeber erklärt. Die Autoren thematisieren sowohl die Straßengestaltung wie ihre Benennung als auch ephemere Ereignisse wie z. B. Prozessionen, die als Zeichen des städtischen Selbstverständnisses und der performativen Konstruktion des sozialen Raums fungieren.
Die Autoren
Donatella Calabi (Venedig), Elisabeth Crouzet-Pavan (Paris), Jorge Fernández-Santos Ortiz-Iribas (Madrid), Martin Gaier (Basel), Grit Heidemann (Berlin), Helen Hills (York), Claudia Jentzsch (Berlin), Rosalba Di Meglio (Neapel), Tanja Michalsky (Berlin), Giovanni Muto (Neapel), Francesco Russo (Pozzuoli), Benjamin Scheller (Duisburg/Essen), Claudia Steinhardt-Hirsch (Graz)
Rieche, Anita. Von Rom nach Las Vegas. Rekonstruktionen antiker römischer Architektur 1800 bis heute. 260 S. 131 fb. und 5 sw. Abb. 21 x 17 cm. Pb. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2011. EUR 29,95. CHF 41,90 ISBN: 978-3-496-01457-7 Dietrich Reimer Verlag
Künstliche Ruinen im Landschaftsgarten Eulbach, die Saalburg oder das Getty-Museum in Malibu: seit über 200 Jahren werden antike römische Gebäude nachgebildet. Das reich bebilderte Buch stellt eine Vielzahl von Beispielen vor: von Katakomben und archäologischen Ausgrabungsstätten bis hin zu Hotels und virtuellen Rekonstruktionen.
Wie wird unser Bild von der Antike geprägt, wenn Nachbauten an die Stelle der verlorenen Originale treten? Mit vielen Beispielen – vor allem aus Deutschland, aber auch aus den Niederlanden, Italien und den USA – erläutert die Autorin die verschiedenen Typen von Kopien, Nachbildungen und Rekonstruktionen. Sie reichen vom Landschaftsgarten in Eulbach über das Pompejanum Ludwigs I. bis zu den abstrakten und virtuellen Rekonstruktionen der jüngsten Zeit. Rekonstruktionen zeigen nicht nur den fachlichen Umgang mit Nachbildungen in Archäologie und Denkmalpflege. Sie spiegeln den Zeitgeschmack und verdeutlichen, welche Wirkung mit dem Rückgriff auf ein antikes Vorbild erreicht werden kann. Einzelne wiederkehrende Aspekte wie Altersspuren, Belebung – z. B. moderne Schaufensterpuppen in römischer Tracht oder Re-Enactment – oder die Selbstdarstellung der Stifter zeigen, wie nicht nur die gebaute Architektur, sondern auch die Erwartung und Wahrnehmung der Betrachter das Ergebnis beeinflussen
Eckett, Christine. Kurt Schwitters. Zwischen Geist und Materie. 2011. 300 S. 29 fb. und 56 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 49,00. CHF 65,50 ISBN: 978-3-496-01452-2 Dietrich Reimer Verlag
Christine Eckett untersucht die frühen Merzkunstwerke Kurt Schwitters’ vor dem Hintergrund ihrer Entstehung. Bestimmend ist dabei der Kontext der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts, vor allem die Philosophie Henri Bergsons sowie die Kunstdebatte des Sturm. Auch Schwitters’ Interesse an Goethezeit und Frühromantik waren prägend für sein Werk.
Als Erfinder von Merz hat der Collage- bzw. Assemblagekünstler Kurt Schwitters damals wie heute eine besondere Position. Seine Werke bestehen aus Arbeiten bildender Kunst, Design, Architektur, Literatur, Theater und Musik. In ihrer Überschneidung begründen sie wesentlich die Idee des Merz-Gesamtkunstwerks. Sind in der bisherigen Forschung Schwitters’ Werke hauptsächlich unter formal- und materialästhetischen Gesichtspunkten betrachtet worden, legt die Verfasserin einen Schwerpunkt auf die Verknüpfung von inhaltlichen und begrifflichen Assoziationen. Als zentrales Prinzip wird die Metamorphose zum Wesen des Schöpferischen erklärt. Eckett zeigt, auf welch vielschichtige Weise Kurt Schwitters in seinen frühen Merzkunstwerken über Fragen der Welt- und Kunstauffassung reflektiert hat. Im Wechselspiel von Werkanalyse und Befragung des kulturellen Hintergrunds gelingt es der Autorin, eine für ihn typische Bildsprache freizulegen.
Mehlhorn, Dieter-J. Stadtbaugeschichte Deutschlands. 2011. 300 S. 200 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 29,95. CHF 41,90 ISBN: 978-3-496-01461-4 Dietrich Reimer Verlag
Markiert die Gründung mittelalterlicher Städte tatsächlich den Beginn der Stadtwerdung? War das 19. Jahrhundert hauptsächlich durch den Bau von Mietskasernen bestimmt? Und war die DDR ein Land des Plattenbaus? Dieter-J. Mehlhorn gibt erstmals eine Übersicht über die Geschichte des Städtebaus in Deutschland und ermöglicht so neue Sichtweisen.
Dieter-J. Mehlhorn verfolgt die Entwicklung des Städtebaus von den vorgeschichtlichen und spätrömischen Siedlungen und Städten bis in die heutige Zeit. Er vermittelt dabei die Voraussetzungen der Stadtwerdung und die weitere Entwicklung in Anpassung an sich stetig ändernde Verhältnisse und Anforderungen. So hilft er, nicht nur die historischen Entwicklungsprozesse und deren Bedingungen, sondern auch die Herausforderungen der heutigen Stadtplanung zu verstehen. Er macht deutlich, dass es weder die mittelalterliche oder barocke oder neuzeitliche Stadt gab, sondern verschiedene historische Strukturen das Stadtbild bis heute prägen. So ist in Köln noch heute das spätrömische Straßenraster erkennbar, und in vielen durch mittelalterliche, Renaissance- und Barockarchitektur geprägten Städten sind immer auch Spuren gotischer und romanischer Bauten auf noch älteren Resten sichtbar. Das reich bebilderte Buch wirkt damit Vereinfachungen wie in der aktuellen Diskussion über die »kompakte europäische Stadt« entgegen und leistet einen Beitrag für einen von Vorurteilen freien Blick auf die heutige Stadt und den darin gelagerten Zeitschichten.
Mehlhorn, Dieter-J. Städtebau zwischen Feuersbrunst und Denkmalschutz. Erhaltung – Veränderung – Bewahrung. 2011. 300 S. 200 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 34,95. CHF 47,90 ISBN: 978-3-496-01460-7 Dietrich Reimer Verlag
Kriege und Naturkatastrophen, aber auch Ablehnung des Denkmalschutzes und die Sehnsucht nach Nachbauten wie der Dresdener Frauenkirche oder dem Berliner Schloss. – Dies alles wirkt sich auf den Städtebau aus. Dieter-J. Mehlhorn untersucht das Verhältnis von Veränderung und Bewahrung, Zerstörung und Wiederaufbau, Sanierung und Erneuerung vom Mittelalter bis heute.
Der Städtebau ist von höchst unterschiedlichen Prozessen abhängig. Sie können Veränderungen herbeiführen oder ihnen entgegenstehen. Dazu gehören Ereignisse wie Stadtbrände, aber auch politische Entscheidungen. Vor allem der rasante Fortschritt und das neue Verhältnis des Menschen zur Umwelt seit dem 19. Jahrhundert haben die Städte nachhaltig verändert. Gleichzeitig bewirkten sie die Rückbesinnung auf die Werte der historischen Stadt und förderten Denkmalkult und den städtebaulichen Denkmalschutz heutiger Prägung. Man muss die determinierenden Faktoren kennen, die das dialektische Verhältnis von Erhaltung, Veränderung und Bewahrung bestimmen und ohne die die heutigen Städte anders aussähen. Diese Kenntnis ist auch eine Voraussetzung für die Bewältigung aktueller Probleme wie den Schrumpfungs- und Auflösungsprozessen, die die Stadt als Raum und Lebensform grundsätzlich infrage stellen. Anhand zahlreicher Beispiele zeichnet der Autor ein Bild davon, wie die Menschen in früheren Zeiten mit völlig unterschiedlichen Extremsituationen und Innovationsschüben umgegangen sind.
Langfeld, Gregor. Deutsche Kunst in New York. Vermittler – Kunstsammler – Ausstellungsmacher 1904–1957. 2011. 41 fb. u. 98 sw. Abb. 24 x 17 cm, Gb. EUR 39,90 CHF 53,90 ISBN: 978-3-496-01446-1 Dietrich Reimer Verlag
Warum sammelten MoMA und Guggenheim, Kunstsammler und Kuratoren wie Katherine Dreier, Hilla Rebay, William Valentiner und Alfred Barr in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutsche Kunst? Und warum gehörten dann bestimmte Kunstwerke und Strömungen zum Kanon, andere aber nicht?
Gregor Langfeld untersucht, wie und in welcher Weise die moderne deutsche Kunst rezipiert, gesammelt und bewertet wurde. Dabei hinterfragt er die politischen und ideologischen Beweggründe. Die NS-Zeit hatte der amerikanischen Sammlertätigkeit für deutsche Kunst entscheidenden Auftrieb gegeben. Kunstvermittler stilisierten die verfemten Künstler als Gegenpol zum Faschismus. Die politische Gesinnung von dem Nationalsozialismus nahestehenden Künstlern wurde konsequent ausgeblendet, verharmlost oder umgedeutet, um deren Kunst auf diese Weise zu rechtfertigen. Umgekehrt tabuisierten die Vermittler solche Kunst, die mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht werden konnte und deshalb als »kanonunwürdig« galt. Damit verblasste nach 1945 das Ansehen vieler Künstler der Neuen Sachlichkeit und der Bildhauerkunst, die vorher hoch eingeschätzt worden waren. Eine neue Perspektive auf die Kunstgeschichtsschreibung.
Erscheinungen des Sakralen. Hrsg.: Böhm, Dorothee; Livings, Frances; Reucher, AndreaS. Schriftenreihe der Isa Lohmann-Siems Stiftung (3). 2011. 220 S. 8 fb. Tafeln u. 50 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 29,90. ISBN: 978-3-496-02823-9 Dietrich Reimer Verlag
Seit geraumer Zeit zeichnet sich eine Renaissance des Religiösen ab. Glaubensfragen rücken wieder ins allgemeine Bewusstsein. Religiöser Pluralismus geht vielfach mit wachsender Toleranz gegenüber anderen Weltanschauungen einher. Zugleich wird jedoch religiös verbrämter Fundamentalismus von vielen als bedrohlich empfunden. Vor diesem Hintergrund nehmen die Autoren Erscheinungen des Sakralen in den Blick.
Erscheinungen können dabei sowohl Visionen oder Offenbarungen sein, aber auch allgemeiner als Formen oder Manifestationen des Heiligen verstanden werden. Befragt werden sowohl genuin als auch quasi-religiöse Phänomene. Bilder, Symbole und Rituale wandeln sich, werden teils Gegenstand weltlicher Aneignung. Auch mit den daraus entstehenden Ersatzformen von Religion ist in modernen Gesellschaften vielfach der Anspruch zur Sinnstiftung verbunden.
Im interdisziplinären Austausch widmen sich die Autoren Ursachen und Auswirkungen dieser Transformationen des Sakralen.
Manfred Zoller. Gestalt und Anatomie. Ein Leitfaden für den bildnerischen Weg. 2. Auflage. 2011. 304 S, 229 meist fb. Abb. 545 Strichzeichnungen, 1 Tafel mit 3 Strichzeichnungen. Gb. EUR 49,95 ISBN: 978-3-496-01453-9 Dietrich Reimer Verlag
Die Anatomie ist für verschiedene medizinische, künstlerische oder gestalterische Ausbildungsbereiche ein Grundlagenfach. Welche Rolle sie besonders in künstlerischen Einrichtungen spielt, hängt häufig von ihrer Darstellung und von der Art ihrer Vermittlung ab.
Das Buch ermöglicht dem interessierten Leser einen persönlichen Zugang zur Anatomie. Die interessanten spielerischen Übungen ergeben sich aus der eigenen künstlerischen Arbeit des Autors. Sie prägen seine Sicht auf die Medizin. Skelett und Muskelsystem, Körperbau und Bewegung werden zu Studienformen entwickelt, die elementare Zusammenhänge aufzeigen. Die gestalterische Erkenntnismöglichkeit in der Anatomie kann damit zu einer Vertiefung des Wissens über uns selbst führen. Das Erlernen und Begreifen mit Formen lässt den Blick auf die Entwicklungsprozesse in der vergleichenden Anatomie und Embryologie als naheliegend erscheinen. Das entwicklungsgeschichtliche Wissen ist in wesentlichen Bereichen als wahrnehmbare, die Vorstellung stützende Formenwelt vorhanden. Diese spannenden Zusammenhänge lassen die Anatomie gerade für den an bildnerischen Prozessen Interessierten als einzigartiges und anregendes Fach erscheinen. Das Buch beinhaltet eine Vielzahl von Abbildungsbeispielen aus dem gestalterischen wie aus dem anatomischen Bereich. Ein Glossar der medizinischen Fachbegriffe ist enthalten.
Der Leser soll angeregt werden, Erfinder, Gestalter und Akteur seines Lernprozesses zu werden. Zu den bevorzugten Aneignungsmitteln zählen das Zeichnen des Körpers, der funktionelle Nachbau von morphologischen Befunden sowie das Spiel als kommunikativer Ausdrucksträger. (...) Zur Transparenz trägt auch die reichhaltige und qualitativ hochwertige Ausstattung des Buches bei. [Hans-Peter Zeinert, KUNST+UNTERRICHT] Bei den Exponaten handelt es sich um Modelle, die spielerisch und künstlerisch die Funktionsweise des Körpers mit Hilfe verschiedener Materialien veranschaulichen. So erfüllen Gummibänder die Funktion von Muskeln, und ein Nylonstrumpf übernimmt die Aufgabe des Zwerchfells. Erst durch das Experimentieren mit Material erfahren die Studenten, wie Muskeln oder Sehnen wirklich funktionieren. [DER SPIEGEL] Dem Autor kommt es darauf an, dem Leser ein tieferes Verständnis für die Anatomie zu vermitteln. ... Das Buch ist eine Anleitung zum zeichnerischen Erkennen der menschlichen Formen, also ein auf der Wissensvermittlung der Anatomie fußendes Werk, das allen in der Anatomie tätigen Hochschullehrern zur didaktischen Verbesserung ihrer Anatomie-Vorlesungen wärmstens zur Lektüre und zum Studium empfohlen wird. [Prof. Dr. med. W. Kühnel, Annals of Anatomy]
Kulturelle Übersetzungen. Hrsg.: Keinz, Anika; Schönberger, KlauS. Schriftenreihe der Isa Lohmann-Siems Stiftung (4). 2011. 250 S. 16 fb- u. 60 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 29,90. " ISBN: 978-3-496-02833-8 Dietrich Reimer Verlag
Was passiert, wenn Objekte, Begriffe, soziale und künstlerische Praktiken aus einem spezifischen Kontext in andere Zusammenhänge transferiert werden? Wie lassen sich die politischen und sozialen Verhandlungen beschreiben, die solche Prozesse strukturieren?
In den aktuellen Debatten der Kulturwissenschaften spielt der Begriff der Übersetzung eine wichtige Rolle. Er bezeichnet neben der Übertragung fremdsprachiger Texte auch den Import und Export von Kulturgütern sowie die Aneignung von Wissensformen. Für die Analyse interkultureller Praktiken ist er zu einem Schlüsselbegriff avanciert. Kunsthistoriker,
Volkskundler, Medien- und Kulturwissenschaftler erproben in diesem Buch die Tauglichkeit des Übersetzungsbegriffs für die Analyse von künstlerischer und kultureller Traditionsbildung. Aus unterschiedlichen Perspektiven wird nach den medialen und historischen Bedingungen kultureller Austauschverhältnisse gefragt und so ein neuer analytischer Zugang zur Kunst und Kultur der Moderne gesucht.
Juliet Heslewood. Liebende. Künstler und ihre Museen. 40 Porträts von Raphael bis Man Ray. Übersetzt von Bernd Weiß 96 s. 50 fb. Abb. 17 × 21 cm. Gb. EUR 19,95 ISBN: 978-3-496-01444-7 Dietrich Reimer Verlag
40 Porträts erzählen von der Liebe – auf Leinwand, Papier, als Plastik oder Skulptur.
Juliet Heslewood präsentiert in einer faszinierenden Verbindung von Kunstgeschichte und Anekdotischem eine Sammlung von Porträts, die sich mit Künstlern und ihren Liebesbeziehungen auseinandersetzt.
Der Ursprung der Porträts liegt in einer einzigartigen und intimen Beziehung. Die Personen nahmen einen wichtigen Platz ein im Leben der Künstler: als heimliche Liebhaber oder Geliebte, als Musen, Lebensgefährten, Ehepartner oder Freunde: als Liebende. In kurzen Texten erläutert die Autorin die Geschichten hinter den Bildern; von ihrer Entstehung und Historie und was sie uns über die Künstler und Geliebten verraten.
Die Künstler:
Filippo Lippi, Raphael Sanzio, Cristofano Allori, Peter Paul Rubens, Rembrandt van Rijn, Allan Ramsay, Francisco de Goya, Théodore Chassériau, John Everett Millais, Edouard Manet, Anselm Feuerbach, Dante Gabriel Rossetti, Pierre-Auguste Renoir, Carolus-Duran, Vincent van Gogh, Pierre Puvis de Chavannes, Auguste Rodin, Henri de Toulouse-Lautrec, Georges Seurat, Giovanni Segantini, Maurice Denis, Paul Gauguin, Camille Claudel, Anna Klumpke, Gustav Klimt, Augustus John, Suzanne Valadon, Egon Schiele, Marc Chagall, Dora Carrington, Amedeo Modigliani, Man Ray, Frida Kahlo, Salvador Dali, Pablo Picasso, Stanley Spencer, Eric Gill, Lee Miller, Astrid Kirchherr, David Hockney
Künstler wie Goya, Renoir, Toulouse-Lautrec, Schiele, Frida Kahlo und David Hockney ließen so ihre großen Lieben unsterblich werden, die Gefühle der Künstler zeigen sich in einer Sprache ohne Worte. [Easy Living]
Mersmann, Susanne. Die Musées du Trocadéro. Viollet-le-Duc und der Kanondiskurs im Paris des 19. Jahrhunderts. 2011. 368 S. 92 Abb., 24 x 17 cm, Gb. EUR 59,00, CHF 78,90 ISBN: 978-3-496-01448-5 Dietrich Reimer Verlag
Susanne Mersmann bietet eine verbindende Sichtweise auf ein kunsthistorisches und ein ethnographisches Museum und dies vor dem Hintergrund des Zeitalters der Weltausstellungen und der europäischen Expansionspolitik. Sie zeigt, wie sich die Ausstellungspraxis der Disziplinen entwickelt hat. Anhand ihrer Argumentation wird deutlich, dass die Objekte nicht nach denselben Kriterien und Wertezuschreibungen beurteilt und präsentiert werden. Dies wirkt sich auf die unterschiedlichen Systematisierungsweisen und auf die Entwicklung der Ausstellungspraxis aus. So legt die Autorin Viollet-le-Ducs Überlegungen offen und setzt sie in Bezug zu den Sichtweisen von Ernest-Théodore Hamy, dem ersten Direktor des Musée d’Ethnographie.
Störungen.Medien | Prozesse | Körper. Hrsg.: Fleischhack, Julia; Rottmann, Kathrin. Schriftenreihe der Isa Lohmann-Siems Stiftung (Band 5). 2011. 193 S. 6 fb. Tafeln und 52 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 29,90. ISBN: 978-3-496-02841-3 Dietrich Reimer Verlag
Störungen können gleichermaßen Irritationen und Erkenntnisse provozieren. Was machen sie sichtbar? Wie zeigt sich in ihnen die Beschaffenheit von Medien, Prozessen und Körpern? Was wurde und wird überhaupt als störend betrachtet? Die Autoren untersuchen Störungen in Wissenschaft, Kunst und Alltag.
Störungen sind zentrale Elemente von Kultur, die in Wissenschafts-, Technik- und Mediengeschichte zuletzt viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Anregungen dafür boten vor allem Theorien über das epistemologische Potential von Störungen, wie Michel Serres oder Bruno Latour sie entworfen haben. Soziologen, Medien- und Literaturwissenschaftler, Volkskundler und Kunsthistoriker erörtern in diesem Buch, was sich in der Auseinandersetzung mit Störungen gewinnen lässt. Untersucht werden technische und ästhetische Störungsphänomene sowie kulturelle, soziale und politische Strategien im Umgang mit Störungen. Historisch und systematisch wird gefragt, worin die kulturanalytische und erkenntnistheoretische Relevanz von Störungen liegt.
Baldur Köster. 2600 Jahre klassische Architektur. Von der griechischen Ästhetik bis zur klassischen Haltung im 20. Jahrhundert. 2011. 256 S. 210 meist fb. Abb., 169 Grund- und Aufrisse. 21x 30 cm, EUR 39,90 CHF 53,90 ISBN: 978-3-496-01443-0 Dietrich Reimer Verlag
Die europäische Architekturgeschichte wird üblicherweise als eine Aufeinanderfolge unterschiedlicher Baustile dargestellt. Baldur Köster aber zeigt in 100 anschaulichen Beispielen von der griechischen Antike bis in die Gegenwart, dass viele Bauten auf klassischen Wurzeln beruhen.
Das reich bebilderte Buch führt durch 2600 Jahre Architekturgeschichte. Von der Antike bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich die Architekturformen ständig verändert. Brüche mit dem Vorausgegangenen sind jedoch nur vordergründig entstanden. Die veränderten äußeren Formen beruhen weiterhin auf den klassischen Kriterien. Erst mit der Moderne im 20. Jahrhundert bricht man zum ersten Mal bewusst mit der antiken Auffassung. Doch selbst die Moderne zeigt noch klassische Züge. Um die Kontinuität dieser architekturhistorischen Entwicklung zu verdeutlichen, betont der Autor nicht das Trennende der unterschiedlichen Architekturstile, sondern erläutert den gemeinsamen Nenner, der bis heute den Rahmen für die klassische Architektur bildet. Baldur Köster gelingt auf diese Weise eine überzeugende Analyse klassischer Architektur von der griechischen Antike bis heute.
Sehen und Sakralität in der Vormoderne. Hrsg.: Ganz, David; Lentes, Thomas. 2011. 309 S. 86 s/w-Abb. und 24 fb.tafeln. 24 x 17 cm. Pb. EUR 69,00. CHF 92,50 ISBN: 978-3-496-01314-3 Dietrich Reimer Verlag
Das Verhältnis von Mensch und Gott, von Diesseits und Jenseits, von Profan und Sakral wird stets über Sehmodelle definiert. Im Zentrum des Bandes steht die Frage, welchen Anteil die Bildmedien der Vormoderne an der Prägung religiöser Blickformen haben.
Thomas Lentes; Studium der Katholischen Theologie, Philosophie und Germanistik; 1999–2006 Leiter der Forschungsgruppe »Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum« an der Universität Münster.
Uwe Altrock / Jürgen Aring / Ulf Hahne / Iris Reuther (Hg.) Gewinnen – Verlieren – Transformieren: Die europäischen Stadtregionen in Bewegung. Schriften des Fachbereichs Architektur Stadtplanung Landschaftsplanung der Universität Kassel, Band 2. 261 S. 38 fb. und 11 s/w-Abb. Br. EUR 39,90 CHF 53,90 ISBN: 978-3-496-01436-2 Dietrich Reimer Verlag
Städte und Regionen befinden sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Doch welche neuen Phänomene der räumlichen Entwicklung sind dabei zu erkennen und wie kann man sie deuten? Was sind die Ursachen oder treibenden Kräfte? Wie verändern sie den Raum und welche Auswirkungen haben sie auf Gesellschaft und Politik? Der Wandel des europäischen Städtesystems und der Stadtpolitik steht im Mittelpunkt dieses Bandes.
Wenn man »Entwicklung« als Veränderung relativ stabiler Verhältnisse und »Transformation« als Reaktion auf einen sich gravierend wandelnden Kontext versteht, dann vollzieht sich in den deutschen und europäischen Stadtregionen derzeit ein Transformationsprozess. Dieser betrifft die Strukturen in Politik und Planung. Vor dem Hintergrund ökonomischer, sozialer und politischer Reaktionen auf den jüngsten Globalisierungsschub mit seinen vieldiskutierten augenscheinlichen und unsichtbaren Auswirkungen auf das europäische Städtesystem werden Beiträge aus unterschiedlichen Ländern zusammengetragen. Die Schlüsselbegriffe heißen Metropolisierung, Standortwettbewerb und Profilierung. Die Autoren untersuchen Ursachen, Phänomene und Folgen von Transformationsprozessen im europäischen Kontext. Für die Städte stellt sich die Frage: Gewinnen, verlieren oder transformieren?
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