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Dietrich Reimer Verlag

 
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Koloss, Hans J. Cameroon – Thoughts and Memories. Ethnological Research in Oku and Kembong. 1975–2005. 2013. Engl. 176 S. 165 fb. u. 18 sw. Abb. 30 x 21 cm. Pb. EUR 69,00. CHF 86,90 ISBN: 978-3-496-02857-4 Dietrich Reimer Verlag
In diesem mit exzellenten Farbabbildungen reichlich ausgestatten Band beschreibt Hans-Joachim Koloss die Bedingungen und Hintergründe seiner Forschungsarbeiten. Sie fanden weitgehend im Bereich der Geheimbünde statt. So entsteht eine spannende Geschichte, die nicht nur von den alltäglichen Ereignissen und Schwierigkeiten berichtet, sondern auch von der geradezu uneingeschränkten Unterstützung durch die Würdenträger. Das umfangreiche Forschungsmaterial – insbesondere zu den monarchischen und egalitären sowie religiösen Traditionen – legte es nahe, sich auf dieser Basis mit bestimmten Aspekten der modernen Feldforschungstheorie auseinanderzusetzen, aber auch mit den Ergebnissen anderer Feldforscher in Oku.
Dieses Buch bildet den Abschluss seiner Kamerun-Trilogie mit den Vorgängerbänden World-View and Society in Oku (Cameroon) (2000) und Traditional Institutions in Kembong (Cameroon) (2008).
Mediale Wechselwirkungen. Adaptionen • Transformationen • Reinterpretationen. 2012. Hrsg.: Höger, Iris; Oldörp, Christine; Wimmer, Hanna. 24 x 17 cm. EUR 30,80. ISBN: 978-3-496-02848-2 Dietrich Reimer Verlag
Mediale Wechselwirkungen entstehen durch Verknüpfungen oder Verschmelzungen verschiedener Medien oder durch die Ablösung eines Mediums durch ein anderes. Autoren/-innen aus unterschiedlichen Disziplinen untersuchen in historischer wie auch gegenwartsorientierter Perspektive diese Dynamiken. Sie werfen damit auch die Frage auf, was es ist, das ein Medium zum Medium macht.
Aus dem Inhalt:
– Modelle des medialen Zusammenwirkens (Knut Hickethier, Hamburg)
– Traumwelten: Zur Medialität des Traums im japanischen Mittelalter (Jörg B. Quenzer, Hamburg)
– Das Plagiat – Eine Kulturtechnik in medialen Wechselwirkungen (Andreas Stuhlmann, Hamburg)
– Mündliches Sprechen im Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit (Christine Oldörp, Zürich)
– Mediale Wechselwirkungen & Medienwandel am Beispiel des Radios in Benin (Westafrika) (Tilo Grätz, Berlin)
– Erschließung von Sichtbarkeit: Bilder als Erwartungsflächen (Matthias Bruhn, Berlin)
– Fotografische Gegenstände unter der Lupe (Jan von Brevern, Berlin)
– Bilderhandschriften in der Frühzeit des Drucks – Margarethe von Savoyen und die Werkstatt des Ludwig Henfflin (Iris Höger, Hamburg)
– Pictura, figura und Text im Breviculum des Thomas Le Myésier (Hanna Wimmer, Hamburg)
– Monomedialität als Sinnreduktion am Beispiel von Totentänzen (Susanne Warda, Hamburg)
Solyga, Alexander. Tabu – das Muschelgeld der Tolai. Eine Ethnologie des Geldes in Papua-Neuguinea. 2012. 24 x 17 cm. EUR 50,40. ISBN: 978-3-496-02851-2 Dietrich Reimer Verlag
Bei den Tolai in Papua-Neuguinea existiert das Muschelgeld tabu neben der offiziellen Geldwährung, dem kina. Es ist eng mit ihrer Ethnogenese verknüpft. Alexander Solygas wirtschaftsethnologische Untersuchung, die auf einer mehrjährigen Feldforschung beruht, handelt von den Tolai und ihrer Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Geldern. Der Autor zeigt, wie konfliktträchtig das Nebeneinander von traditionellem Muschelgeld und moderner Geldwirtschaft aufgrund der mit ihnen verbundenen Handlungslogiken ist. Quellen aus 130 Jahren werden durch neuere empirische Forschungen ergänzt. Die vorliegende Arbeit wurde im Jahr 2011 mit dem Preis der Stadt und der Universität Bayreuth ausgezeichnet.
Jungraithmayr, Herrmann. La langue mubi (République du Tchad). Précis de Grammaire – Textes – Lexique. 2012. 24 x 14 cm. EUR 71,00. ISBN: 978-3-496-02852-9 Dietrich Reimer Verlag
Das Mubi oder Monjul, von etwa 35.000 Menschen im mittleren Osten der Republik Tschad gesprochen, ist ein sprachgeschichtlich konservativer Vertreter der im zentralen Sudan – im Norden Nigerias und Kameruns sowie im Tschad – verbreiteten tschadischen Sprachfamilie, die ihrerseits den südwestlichsten Zweig des hamitosemitischen (afroasiatischen) Sprachstamms bildet. Die Sprache zeichnet sich vor allem durch einen starken Einsatz des Ablauts sowohl in der Pluralbildung als auch beim Bau des binären Aspektsystems aus. Der Wortschatz des Mubi ist durch zahlreiche arabische Lehnwörter erweitert; der Islam und die (sudan-)arabische Sprache spielen in der Mubi-Gesellschaft eine bedeutende Rolle, was für das Überleben der Muttersprache bedrohlich werden könnte.
Herrmann Jungraithmayr; Prof. em.; Gründer des Instituts für Afrikanische Sprachwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main; Afrika-Sprachwissenschaftler, spezialisiert auf die zentralsudanischen Tschadsprachen, ihrer Dokumentation, Vergleichung und historischen Rekonstruktion
Barbara Happe. Der Tod gehört mir. Die Vielfalt der heutigen Bestattungskultur und ihre Ursprünge. 176 S. 72 fb. und u. 14 sw. Abb. Gb. EUR 29,95 ISBN: 978-3-496-02856-7 Dietrich Reimer Verlag
Barbara Happe deckt die Ursprünge der heutigen Phänomene auf und verfolgt die jahrhundertelangen Prozesse, die zur heutigen Vielfalt führten. So ist beispielsweise der Friedwald als „neuer“ Bestattungsort bereits von Martin Luther als Grab „ymm Walde“ angedacht worden.
Die gegenwärtige Bestattungskultur ist vielfältig. Auch neue Beisetzungsorte stellen den Menschen vor bisher ungewohnte Entscheidungen. In nur einer Generation hat sich die jahrtausendealte rituelle Sicherheit des kirchlich geprägten Handlungsablaufes, der nach dem Tod üblich war, aufgelöst. Heutzutage sind mehr denn je Eigenverantwortlichkeit und persönliche Gestaltung des Geschehens nach dem Tod gefragt.
Aus dem Inhalt
– Der Ort heiligt das Grab
– Luther und die Folgen für das Grab
– Jedermanns Grab
– Die Feuerbestattung oder von der Nichtigkeit des Leibes
– Zeichenlose Bestattung
– Urnenkirchen
– Das Grab im Wald
– Grablose Bestattung
Bauten erinnern. Augsburg in der NS-Zeit. Hrsg.: Nerdinger, Winfried. 2012. 255 S. 250 Abb. 25 x 18 cm. Gb. EUR 39,00. CHF 49,50 ISBN: 978-3-496-01473-7 Dietrich Reimer Verlag
Mit dem Tod der Zeitzeugen werden Bauten zu wichtigen Dokumenten der Erinnerung. Alle Lebensbereiche während des Nationalsozialismus in Augsburg werden mit authentischen Orten verknüpft und damit eindringlich erfahrbar.
Das Spektrum umfasst Gebäude der Verwaltung und Partei, der Justiz und Propaganda des NS-Regimes sowie neue Wohnsiedlungen für systemkonforme „Volksgenossen“ oder Kasernen, deren Baubeginn 1934 unter dem Zeichen einer zielgerichteten Kriegsvorbereitung stand. Ferner behandelt werden Standorte der Rüstungsindustrie einschließlich der ihnen zugeordneten Lager für „Fremdarbeiter“ und Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau, Orte jüdischer Kultur sowie „arisierte“ Häuser jüdischer Geschäftsleute und schließlich Gebäude, in denen sich, aus politischer oder religiöser Überzeugung, der Widerstand gegen den NS-Terror formierte.
Müller, Adelheid. Sehnsucht nach Wissen. Friederike Brun, Elisa von der Recke und die Altertumskunde um 1800. 2012. 3 Farb- und 190 sw. Abb. 27 x 21 cm. Gb. EUR 99,00. CHF 13 ISBN: 978-3-496-01471-3 Dietrich Reimer Verlag
Frauen gehören zu den unbekannten Akteuren der Altertumskunde. Einst als Autorinnen berühmt, sind Friederike Brun und Elisa von der Recke heute weitgehend vergessen. Adelheid Müller zeigt anhand der Wissensbiografien, wie sie sich in der damaligen Männerdomäne etablierten und in wissenschaftlichen Diskussionen selbstbewusst einbrachten
Wörner, Martin; Hüter, Karl H; Sigel, Paul; Mollenschott, Doris. Architekturführer Berlin. Ergänzt um die Bauten von 2000 bis 2012: Vorwort von Schäche, Wolfgang. 945 Objekte, über 2000 z.T. fb. Abb. Grund- und Aufrisse, 23 Lagepläne, Schnellbahnnetz, Architekten-, Baugattungs-, Straßen- und historisches Register. 25 x 13 cm. Pb. EUR 29,95. CHF 41,90 ISBN: 978-3-496-01380-8 Dietrich Reimer Verlag
Berlin und seine bedeutende Baugeschichte werden in diesem Band Schritt für Schritt durch vier namhafte Experten erschlossen. Der nun schon in siebter Auflage erscheinende Architekturführer Berlin beschreibt und dokumentiert fast 1000 Gebäude und Gebäudegruppen aller Gattungen und Epochen der Berliner Stadtbezirke. Der Band wurde grundlegend überarbeitet und um ca. 140 Objekte – bereits bestehende und neu gebaute – sowie neue Abbildungen, teilweise auch farbige, ergänzt.
In den letzten Jahren hat sich das architektonische Gesicht Berlins stark verändert. Viele aufsehenerregende Bauprojekte wurden abgeschlossen, wie etwa der von David Chipperfield geleitete Wiederaufbau des Neuen Museums, die Neubebauung des Friedrichwerders oder der von Norman Foster entworfene neue Bibliotheksbau der Freien Universität. Aber auch zahlreiche kleinere Projekte wie das Badeschiff oder einige bemerkenswerte Baugruppenprojekte, die stellvertretend für eine junge, experimentierfreudige Berliner Architektenszene stehen, wurden zusätzlich integriert. Darüber hinaus werden Projekte vorgestellt, die neu gestaltet werden oder die sich gerade im Bau befinden, wie zum Beispiel das Zentrum am Zoo, der Bundesnachrichtendienst, die jüngste Entwicklung des Osthafengebiets oder das Humboldt-Forum.
1.000 Bauten – 2.000 Abbildungen – 50.000 verkaufte Exemplare.
Pendant Plus. Praktiken der Bildkombinatorik. Hrsg.: Blum, Gerd; Bogen, Steffen; Ganz, David; Rimmele, Marius. 128 s/w-Abbildungen. 24 x 17 cm. Gb. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2012. EUR 49,00. CHF 65,50 ISBN: 978-3-496-01449-2 Dietrich Reimer Verlag
Das einzelne, in sich geschlossene Bild ist Ergebnis einer künstlichen Verengung des Blickes. Dem stehen vielfältige Praktiken der Bildkombinatorik gegenüber. Der zweite Band der Reihe Bild+Bild lässt sich von den Grundlagenarbeiten des Konstanzer Kunsthistorikers Felix Thürlemann anregen und analysiert u. a. Bilder in mittelalterlichen Sakralräumen, neuzeitliche Bildergalerien sowie heutige Ausstellungspraktiken.
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Fisher, Celia. Blumen. 40 Meisterwerke von Dürer bis Dalí. Übersetzt von Lang, Sabine. 96 S., 55 fb. Abb. 21 x 17 cm. Gb. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2012. EUR 19,95. CHF 28,90 ISBN: 978-3-496-01468-3 Dietrich Reimer Verlag
Brueghel, Monet, van Gogh und Georgia O’Keeffe: Celia Fisher – selbst passionierte Gärtnerin und Kunsthistorikerin – zeigt mit ihrer ganz persönlichen Auswahl 40 neue und alte, bekannte und unbekannte Blumenbilder. Sie erzählt Geschichten von Blumen und Künstlern und versteht es so, den Leser zu verzaubern.
Die einfachen Schlüsselblumen Albrecht Dürers, die erotischen Blumenmotive von Georgia O’Keeffe oder die prächtigen Blumenbouquets Jan Brueghels – sie alle sind versammelt in diesem faszinierenden Band. Die Autorin zeigt, wie vielfältig Blumen und Blüten dargestellt werden können. In kurzweiligen Texten erläutert Fisher, warum welcher Künstler gerade dieses Blumenmotiv gewählt hat, woher die Blumen stammen und welche Symbolik bzw. Geschichte dahinter steht. Die Auswahl der Bilder ist repräsentativ für die Kunstströmungen ihrer Zeit. Celia Fisher schlägt damit einen Bogen von den Anfängen der botanischen Malerei mit ihren präzisen Naturdarstellungen hin zum abstrakten »Rosengarten« von Paul Klee. So entsteht ein faszinierender und bezaubernder Überblick über ein Genre der Kunst, das nicht nur durch Orchideen oder Rosen geprägt ist.
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Gipsabgüsse und antike Skulpturen. Präsentation und Kontext. Hrsg.: Schreiter, Charlotte. 2012. 30 Farb- und 159 s/w-Abbildungen. 24 x 17 cm. Pb. EUR 59,00. CHF 78,90 ISBN: 978-3-496-01469-0 Dietrich Reimer Verlag
Villengärten der Neuzeit, die Gipsabgüsse in Goethes Weimarer Wohnhaus, das Alte Museum in Berlin oder die Abguss-Sammlungen in Wien und Dresden: traditionelle Muster der Wahrnehmung und der wissenschaftlichen Beschäftigung mit antiker Plastik beeinflussen bis heute die veränderlichen Formen ihrer Präsentation. So haben sich in unterschiedlichen Epochen und Regionen jeweils spezifische Formen der Aufstellung herausgebildet.
Post, Christiane. Künstlermuseen. Die russische Avantgarde und ihre Museen für Moderne Kunst. 2012. 51 fb. Abb.. 24 x 17 cm. Gb. EUR 49,00. CHF 65,50 ISBN: 978-3-496-01470-6 Dietrich Reimer Verlag
Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch und Alexander Rodtschenko – als russische Avantgardekünstler gehören sie zu den Gründern der Museen für Malerische und Künstlerische Kultur in der Sowjetunion. Christiane Post stellt diese Sammlungen und ihre museumskritischen Diskurse in den Mittelpunkt.
Springer, Peter. Stalins Stiefel. Politische Ikonografie und künstlerische Aneignung. 2012. 144 Farb- und s/w-Abbildungen. 24 x 17 cm. Gb. EUR 29,95. CHF 41,90 ISBN: 978-3-496-01472-0 Dietrich Reimer Verlag
Sturz des riesigen Stalin-Monuments in Budapest war der Auftakt zur Ungarischen Revolution von 1956. Nur Stalins Stiefel verblieben damals auf dem Sockel. Anfangs noch ein Triumphdenkmal besonderer Art verselbständigte sich das Motiv politischer Hybris schon bald zur Metapher gescheiterter Macht.
Christiane Post. Arbeiterklubs als neue Bauaufgabe der sowjetischen Avantgarde. 2003. 199 S. 187 Abb., Br. EUR 29,00 ISBN: 978-3-496-01295-5 Dietrich Reimer Verlag
Die experimentelle Architektur und funktionale Raumgestaltung der Moskauer Arbeiterklubs der 1920er Jahre gehören zu einem bisher wenig beachteten Wirkungsfeld der russischen Avantgarde. Christiane Post stellt in ihrem Buch die wichtigsten Bauten vor und ordnet sie kulturhistorisch ein.
Arbeiterklubs wurden nach der Revolution zu einer neuen Bauaufgabe und zu einem kulturellen Projekt der sowjetischen Avantgarde. Diese von den Gewerkschaften finanzierten Kultureinrichtungen sollten in den Zentren der Produktion errichtet werden. Ihre Institutionalisierung zielte auf eine Öffnung des Kulturbereichs. An der Gestaltung dieser neuen »sozialen Kraftwerke« wirkten verschiedene Avantgardekünstler mit. Alexander Rodtschenko zum Beispiel entwarf konstruktivistische Klubmöbel, Kasimir Malewitsch suprematistische Wandbemalungen. So entstanden zwischen 1927 und 1930 in Moskau Experimentalbauten, die international Beachtung fanden. Anleihen an diese Bauten, die sich in der neueren Kunst- und Architekturgeschichte finden – etwa in den Entwürfen von Rem Koolhaas, Zaha Hadid, Bernard Tschumi und Ben van Berkel – belegen, wie aktuell diese Entwürfe noch heute sind.
Christiane Post zeichnet in ihrem Buch erstmals die Geschichte der Arbeiterklubs von ihren Anfängen im späten 19. Jahrhundert bis zum Ende der 1920er Jahre nach. In präzisen Einzeldarstellungen, die sich vorwiegend auf russisches Quellenmaterial stützen, stellt die Autorin die signifikantesten Neubauten der Moskauer Klubarchitektur der 1920er Jahre vor und beleuchtet damit ein faszinierendes Kapitel osteuropäischer Kunstgeschichte.
Friedrich Weltzien. E. W. Nay – Figur und Körperbild Kunst und Kunsttheorie der vierziger Jahre. 2003. 459 S., 24 fb. und 128 s/w Abb. Gb. EUR 55,00 ISBN: 978-3-496-01278-8 Dietrich Reimer Verlag
In diesem Buch wird das Schaffen Nays bis etwa 1950 erstmals unter dem Blickwinkel des Körperbildes untersucht. Dabei analysiert Friedrich Weltzien Nays figürliche Bilder vor dem Hintergrund eines zeitgenössischen künstlerischen, philosophischen und anthropologischen Körperverständnisses.
Obgleich Ernst Wilhelm Nay bis heute vor allem als abstrakter Maler bekannt ist, wird ein Großteil seiner Bilder von der Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur geprägt. Die Beschäftigung mit der Darstellbarkeit des Körpers und die damit zusammenhängenden kunstphilosophischen Probleme stellen eine wesentliche Voraussetzung für die Nachkriegsabstraktion dar. Die Kunstgeschichte in Deutschland um die Mitte des 20. Jahrhunderts spiegelt sich in der Werkentwicklung Nays in exemplarischer Weise. Expressionismus, Surrealismus, Kubismus, die großen Strömungen der klassischen Moderne beeinflussten ihn während seiner Lehrjahre in Berlin. So entwickelt er in den 30er und 40er Jahren einen eigenen figurativen Stil. Erst nach 1950 gibt E. W. Nay die gegenständliche Darstellung in der Malerei auf. Der kulturphilosophische Ansatz, der sich in diesem Buch mit der kunsthistorischen Analyse verbindet, bezieht Positionen von Philosophen und Künstlern wie Martin Heidegger und Willi Baumeister sowie Maurice Merleau-Ponty, Jean Dubuffet und Francis Bacon mit ein und lässt damit das Körperbild der Zeit auch über das Werk Nays hinaus erkennbar werden.
Franz Adrian Dreier. Venezianische Gläser und »Façon de Venise« 1989. 176 S. 29 fb. und 181 sw. Abb. Br. 19,00 ISBN: 978-3-496-01062-3 Dietrich Reimer Verlag
Die venezianischen Gläser des Berliner Kunstgewerbemuseums, einer der großen und reichhaltigsten deutschen Sammlungen, werden in diesem Katalog erstmals vollständig vorgestellt. Ein ausführlicher Abriss zur Geschichte des venezianischen Glases und ein Rückblick auf die Geschichte der Sammlung leiten den Katalog ein.
Nach den Verlusten der Kriegsjahre und den bedeutenden Neuerwerbungen der Nachkriegszeit vereint die Sammlung heute Luxusgläser von gediegener Eleganz und raffinierter Technik mit einfachen Gläsern, die für den täglichen Gebrauch bestimmt waren. Trinkbecher, Pokale, Anbietplatten, Schalen, Salieren, Weinkühler, Kannen, Krüge, Karaffinen und Ampullen aus venezianischen Werkstätten oder in venezianischer Art kennzeichnen sie ebenso wie die dem bloßen Prunk oder der Repräsentation dienenden Gefäße aus wasserklarem "cristallo" oder farbig getönter Masse, veredelt durch Emailmalerei, Vergoldung, Diamantriss oder plastischen Dekor. Die in traditionellen Ziertechniken ausgeführten Gefäßtypen sind vollständig vertreten, so etwa Gläser aus "calcedonia" oder "girasol", deren Schönheit mit der von Edelsteinen konkurriert, wie etwas die des "cristallo" mit dem Bergkristall, oder die charakteristischen Faden-, Netz-, Eis- und Flügelgläser, die teils in Venedig und teils in den von Venezianern betriebenen Hütten jenseits der Alpen entstanden. Die Sammlung bietet Beispiele vom 14. Jahrhundert bis zum Ende der Republik Venedig im Jahre 1797
Ilaria Hoppe. Die Räume der Regentin. Die Villa Poggio Imperiale in Florenz. 344 S. 131 s/w-Abb. und 8 Farbtafeln mit 17 Abb. Br. EUR 49,00 ISBN: 978-3-496-01442-3 Dietrich Reimer Verlag
Die Villa Poggio Imperiale zu Florenz diente Maria Magdalena von Österreich während ihrer Regentschaft (1621–1628) am Hofe der Medici als Residenz. Ilaria Hoppe rekonstruiert erstmals Architektur, Kunstsammlung und Freskendekoration der Villa und setzt sie in Beziehung zum funktionalen wie machtpolitischen Raumgefüge der Medici zu Beginn des 17. Jahrhunderts.
Die Villa Poggio Imperiale zählte einst zu den prächtigsten Residenzen der Medici in Florenz. Ihre kostbare Ausstattung verdankte sie vor allem den Großherzoginnen der Toskana, unter anderem Maria Magdalena von Österreich, in deren Auftrag sich der ländliche Bau in einen eleganten Palast des Frühbarocks wandelte. Der Autorin gelingt es, die damalige Ausstattung mit kostbaren Möbeln und einer glanzvollen Kunstsammlung sowie Funktion und Zusammensetzung der Gemächer zu rekonstruieren. Grundlagen dafür sind das monumentale Freskenprogramm mit berühmten Männern und Frauen des Hauses Habsburg sowie die Heilsgeschichte und ein reicher Quellenbestand. So gewinnt der Leser einen Eindruck vom höfischen Leben zu Beginn des 17. Jahrhunderts und von den mäzenatischen und politischen Handlungen einer habsburgischen Regentin im Florenz der Medici.
Körner, Hans. Blickende Leiber, lebendige Farbe und Randfiguren in der Kunst. Kunsthistorische Aufsätze. Hrsg.: Hülsen-Esch, Andrea von; Kanz, Roland; Reuter, Guido; Wiener, Jürgen. 2011. 430 S. 331 sw. Abb. 24 x 14 cm. Pb. EUR 69,00. CHF 92,50 ISBN: 978-3-496-01454-6 Dietrich Reimer Verlag
Hans Körner ist einer der vielseitigsten Kunsthistoriker. 22 Texte repräsentieren seine universalen Forschungsfelder vom Mittelalter bis in die Moderne: Essays zur französischen Kunst, zur mittelalterlichen Architektur oder Grabmalplastik, zur Geschichte der neuzeitlichen Skulptur und der Materialsprache der Oberflächen, zu existentiellen Erfahrungen moderner Malerei und spiritueller Kunst oder zum Verhältnis von Ornament, Raum und Bewegung.
Benze, Andrea. Alltagsorte in der Stadtregion. Atlas ex perimenteller Kartographie. 2011. 230 S. 7 fb. und 59 s/w-Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 29,00. CHF 40,90 ISBN: 978-3-496-01465-2 Dietrich Reimer Verlag
Welche sozialen Treffpunkte gibt es in Städten ohne verdichtete Zentren, den Stadtregionen? Andrea Benze ist dieser Frage nachgegangen und in die Welt der Vereine in Bitterfeld-Wolfen eingetaucht. Denn im Bereich zwischen öffentlich und privat, dem Einzelnen und der Gesellschaft liegen die Potenziale für die zukünftige Entwicklung von Stadtregionen.
Die Verfasserin untersucht eine weit verbreitete, aber marginalisierte Siedlungsform: die Stadtregion fernab großstädtischer Zentren. Gewöhnlich als idyllisch verklärt oder gar als unbedeutend verunglimpft wird sie von der Autorin als eigene, differenzierte und angereicherte städtische Kultur betrachtet. Über eine Feldforschung in Bitterfeld-Wolfen entdeckt sie von Vereinen geschaffene alltägliche soziale Orte, die unterschiedliche Ebenen bürgerschaftlichen Engagements spiegeln. Andrea Benze setzt sich mit lokalen Akteuren auseinander und spannt dabei eine Brücke zwischen analysierenden soziologischen, ethnologischen und regionalplanerischen Blickpunkten sowie gestalterischen Aspekten. Ermöglicht wird so ein neues Verständnis der Stadtregion, hinzu kommen Vorschläge für eine nachhaltige Entwicklung und zur Verbesserung der Lebensqualität.
Kirves, Martin. Das gestochene Argument. Daniel Nikolaus Chodowieckis Bildtheorie der Aufklärung. 2011. 580 S. 39 Frab- und 132 s/w-Abb. 24 x 14 cm. Gb. EUR 79,00. CHF 106,00 ISBN: 978-3-496-01464-5 Dietrich Reimer Verlag
Anhand der Grafikfolge Daniel Chodowieckis Natürliche und affectirte Handlungen des Lebens untersucht Martin Kirves das Bild als Mittel der Aufklärung. Er zeigt, inwiefern der den ›ganzen Menschen‹ bestimmende Zusammenhang von Empfinden, Denken und Handeln durch das Bild sowohl reflektiert als auch geformt werden kann.
»So wenig es erkannt wird, so wahr ist es, dass der Mensch das wichtigste seiner inneren Bildung dem Einflusse der schönen Künste zu danken hat«, so Johann Georg Sulzer. Es ist der erkenntnistheoretische Wert, der dem Bild innerhalb der Aufklärungsepoche beigemessen wurde. Dieses kann Martin Kirves anhand der von Georg Christoph Lichtenberg in Auftrag gegebenen Grafikfolge exemplifizieren. Mit für die Aufklärungsepoche wesentlichen Begriffen wie ›Unterricht‹, ›Gebeth‹, ›Empfindung‹ oder ›Kunst Kenntnis‹ versinnbildlichen die Grafiken eine Popularphilosophie, die die von Sulzer formulierten Maßgaben einer ›Kunst der Aufklärung‹ erfüllt. Der Autor entwirft ausgehend von der Bildfolge Chodowieckis nicht weniger als eine sowohl historische als auch systematisch angelegte Bildtheorie der Aufklärung.
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