KunstbuchAnzeiger - Kunst, Architektur, Fotografie, Design Anzeige Metzler Lexikon Kunstwissenschaft Anzeige Verlag Langewiesche Königstein | Blaue Bücher
[Home] [Titel-Datenbank] [Druckansicht]
Themen
Recherche
Service

Titel-Datenbank

[zurück]

Gebr. Mann Verlag

 
< zurück | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | vor>
 
Der Mensch. Unterricht am Bauhaus. Schlemmer, Oskar. Einleitung von Kuchling, Heimo. 2013. 158 S. 85 Abb. 25 x 18 cm. Gb. EUR 49,00. CHF 63,10 ISBN: 978-3-7861-2699-7 Gebr. Mann Verlag
Das Programm der berühmten »bauhausbücher« aus den 1920er Jahren sah auch eine Veröffentlichung Oskar Schlemmers unter dem Titel »Bühnenelemente« vor. Doch die publizistischen Möglichkeiten schwanden um 1929/30 in Folge der Weltwirtschaftskrise. Erst 1969 konnte der vorliegende Band aus dem Nachlass Schlemmers zusammengestellt werden. Grundlage sind Schlemmers Vorlesungsunterlagen seines Kurses »Der Mensch« von 1928, die er nicht mehr zum Buch ausarbeiten konnte. Wie man mit aller Deutlichkeit sieht, war seine gedankliche Konzeption mit der des Bauhauses kongruent wie sonst nur die von Gropius und Moholy-Nagy. So bedeutungsvoll die durch die Technik aufgeworfene Problematik und ihre Bewältigung für das Bauhaus gewesen sind – das Ziel, dem alles untergeordnet wurde und blieb, war das soziale Wesen Mensch und, bei allem sozialen Engagement, das Individuum.
Hans-Reinhard Lehmphul. Monographie und Werkverzeichnis der Gemälde. Hrsg.: Ohnesorge, Birk. 2013. 272 S. 1100 fb. Abb. 31 x 24 cm. Gb. EUR 69,00. CHF 88,80 ISBN: 978-3-7861-2700-0 Gebr. Mann Verlag
Hans-Reinhard Lehmphul erarbeitete sich seit den ausgehenden 1960er Jahren – ohne akademische Ausbildung – seinen individuellen Weg in die malerische Abstraktion. Darin wurde er über Jahrzehnte von seinem Bremer Galeristen Rolf Ohse unterstützt. Die Briefe Lehmphuls an seinen Galeristen sind in Auszügen im Buch wiedergegeben als wichtige und authentische Dokumente. Sie zeigen das Ringen des Künstlers um seine schöpferische Arbeit und seinen Lebensentwurf. Ebenso wird in den Beiträgen sowohl die Künstlerpersönlichkeit nahe gebracht als auch Bezüge seines Schaffens zur Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts beleuchtet. Das neu erarbeitete Werkverzeichnis der Gemälde belegt in seiner Fülle den originären Beitrag zu einer abstrakten Farbflächenmalerei. Das Werk Lehmphuls erweist sich als eigensinnige und eigenwillige Position in der jüngeren abstrakten Malerei.
Mit Beiträgen von Guido Boulboullé, Hans-Wolf Jäger, Sabine Schellhorn und Marion Thielebein.
Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 2012. Hrsg.: Breunig, Werner; Schaper, Uwe. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 2012. 2013. 326 S., 65 Abb. dav. 25 fb. 24 x 16 cm, Gb. EUR 29,90 CHF 38,90 ISBN: 978-3-7861-2673-7 Gebr. Mann Verlag
Jahrbuch des Landesarchivs Berlin mit Beiträgen zur Geschichte sowie zum politischen und kulturellen Zeitgeschehen Berlins. Mit seinen regionalgeschichtlichen Beiträgen und Chroniken wendet sich das seit 1982 erscheinende Jahrbuch an Wissenschaftler und Studierende, Journalisten, Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker sowie an historisch Interessierte im Raum Berlin-Brandenburg.
Aus dem Inhalt:
L. Demps: Prälatenhäuser, Burglehen und Freihäuser. – R. Franke: Die Krankheitsgeschichte Friedrichs des Großen. – G. Leclerc und K. Wernicke: Der Klarinettist Joseph Beer. – J. Behrend: Der Historien- und Genremaler Robert Warthmüller. – W. Petke: Der Oberlehrer und Mediävist Professor Dr. Wilhelm Bernhardi. – E. Finger: Brix & Genzmer und der Bebauungsplan der Villenkolonie Nikolassee. – K.-R. Schütze: Gymnastikschule Dorothea Schmidt, Dorotheenstiftung, Dorotheenbund e. V. – W. Ribbe: Die Linksparteien im Spiegel der Lageberichte der Gestapo für die Reichshauptstadt Berlin 1933–1936. – Chr. Kreutzmüller und P. Woitkowski: Die Datenbank jüdischer Gewerbebetriebe in Berlin 1930–1945. – K. Finkelnburg: 20 Jahre Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin. – W. Breunig: Berlin-Chronik 2011. – M. Vellguth: Theaterpremieren 2011. – U. Schaper: Jahresbericht
Berlin /DDR, neohistorisch. Geschichte aus Fertigteilen. Urban, Florian. 2013 256 S. 101 z. T. fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 19,95. CHF 26,90 ISBN: 978-3-7861-2544-0 Gebr. Mann Verlag
Nicht nur in der Bundesrepublik wurde über die »gemordete Stadt« und die »Unwirtlichkeit unserer Städte« geklagt. Auch in Ost-Berlin – und das mag angesichts von scheinbar dominierenden Plattenbauten überraschen – entstanden Alternativen zur funktionalistischen Moderne.
In den 1970er und 80er Jahren setzte sich das Konzept einer »historischen Stadt« durch. Damit nahmen DDR-Architekten und Stadtplaner eine internationale städtebauliche Leitidee auf. In der Folge wurden einige der jahrzehntelang vernachlässigten Gründerzeitviertel in den Bezirken Mitte und Prenzlauer Berg saniert und mit neuen Insignien imaginärer Stadtgeschichte ausgeschmückt. Gleichzeitig errichtete man im Nikolaiviertel, am Platz der Akademie (Gendarmenmarkt) und in der Friedrichstraße repräsentative Bauten, die sich an historische Bauformen anlehnten, dazu jedoch Fertigbauteile aus Beton verwendeten. Das Buch schärft den Blick für die DDR-spezifischen Reaktionen der Stadtplaner auf die international virulenten zeitgenössischen Diskussionen zu Architektur und Stadt, befeuert durch die aufblühenden Sozialwissenschaften.
Kölner Jahrbuch für Vor- und Frühgeschichte / Kölner Jahrbuch. Band 45 (2012).Hrsg.: Römisch-Germanisches Museum /Archäologische Gesellschaft in Köln. 2013 576 S. 733 Abb, davon 344 fb, sowie 2 Planbeilagen. 30 x 21 cm. Gb. EUR 85,00. CHF 106,00 ISBN: 978-3-7861-2681-2 Gebr. Mann Verlag
Der Jahresband 2012 bietet Einblick in die aktuelle archäologische und historische Forschung von der Römerzeit bis ins frühe Mittelalter besonders im Raum Köln.
Aus dem Inhalt:
- Römische Gläser aus Gräbern an der Luxemburger Straße in Köln. Typologie, Chronologie, Grabkontext (Dela von Boeselager) - Valdivahanus (Alfred Schäfer)
- Valdivahanus. Epigraphisch (Hartmut Galsterer)
- Maria im Kapitol (Alfred Schäfer)
- Marmorierte Lampen aus Köln (Eva-Maria Cahn)
- Rheinische Sparsamkeit. Birnenförmige Talglampen aus Köln (Eva-Maria Cahn)
Die Königliche Tierarzneischule in Berlin von Carl Gotthard LangHans Eine baugeschichtliche Gebäudemonographie. Kempf, Jens O. Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Beihefte (33). 2013 256 S. 32 Taf. 67 Abb, 154 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 39,00. CHF 49,50 ISBN: 978-3-7861-2576-1 Gebr. Mann Verlag
Im 18. Jahrhundert erfreute sich die Preußenresidenz Berlin einer prächtigen neuen Königlichen Tierarzneischule. Im Herbst 2012 konnte diese Wissenschaftsarchitektur mit ihrem historischen Anatomiehörsaal nach denkmalgerechter Sanierung erneut zugänglich gemacht werden.
Der Berliner Klassizismus brachte im Zuge intensiver Kunstförderung durch König Friedrich Wilhelm II. künstlerische und architektonische Werke höchster Qualität hervor. Errichtet von Carl Gotthard Langhans (1733–1808), dem Architekten des Brandenburger Tores, gehört die Tierarzneischule zu den wichtigsten so genannten »Immediatbauten«, welche Langhans in seiner Rolle als Direktor des preußischen Oberhofbauamtes verantwortete. Mit diesen staatlichen Prestigebauten kam er seinem expliziten Dienstauftrag nach, »die Stadt zu embelliren«, also auf repräsentative Weise zu verschönern. Im Hauptgebäude, das der Struktur der Villa Rotonda folgt, ist unter zentraler Kuppel eine der eindrucksvollsten Raumschöpfungen der europäischen Hörsaalarchitektur erhalten. Das Buch dokumentiert und analysiert baukonstruktive Originalität, typologische Erfindungsgabe und ikonografische Raffinesse.
Paran G’Schrey – Ein Herbstblatt vom Asphalt. Liebesbriefe. Hrsg.: Ehrlicher, Katharina. 2013. 184 S. 88 fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 19,95. CHF 27,90 ISBN: 978-3-7861-2690-4 Gebr. Mann Verlag
Der in Indien geborene Paran G’Schrey verkörperte die innerlich zerrissene Künstlernatur. Begabt, begeistert und ausgestattet mit höchster künstlerischer Sensibilität kämpfte er um Anerkennung im Berliner Kunstbetrieb der späten 50er Jahre. Diesen Kampf hätte er gewonnen, wenn er nicht vorzeitig sein Leben beendet hätte. Sein Werk ist von auch heute noch eindringlich spürbarer Vitalität, aber nur wenigen Kennern vertraut. In den Briefen an seine Geliebte und spätere Ehefrau sind Spuren des Alltagslebens in West-Berlin, eigene Erfolge und Niederlagen bewahrt. Sie sind inspiriert vom Zauber des Verliebtseins, dem unendlichen Kraftquell für einen, der auf die Sicherheiten einer bürgerlichen Existenz verzichtete, doch sie spiegeln zugleich sein Hadern mit Kunst und Leben. Der Künstler versah die Briefe mit Gedichten und Illustrationen: Kleine Text-Bild-Kunstwerke, die dem heutigen Betrachter zugleich Zeugnis vergangener Schreib-Kulturen sind.
Katharina Ehrlicher, verw. G'Schrey, geb. 1928, studierte Modedesign (UdK Berlin) und Textilgewerbe (PH Berlin). Sie leitete die Modeklasse der Werkkunstschule Bielefeld. Im Letteverein Berlin in der Schulleitung der Abt. Fotografie, Grafik und Mode bis zur Pensionierung. Diverse Veröffentlichungen zum Thema »Mode und Kunst«.
Jahrbuch Preussischer Kulturbesitz . 2012. Herausgegeben von Stiftung Preuß. Kulturbesitz. 2013. 90 meist fb. Abb. 23 x 15 cm. Leinen. EUR 35,00. CHF 45,90 ISBN: 978-3-7861-2696-6 Gebr. Mann Verlag
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist ein weltweit einzigartiges historisch gewachsenes Ensemble von Museen, Archiven, Bibliotheken und Forschungsinstituten. Ihre Einrichtungen – die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung – verbinden spartenübergreifend Kunst und Kultur mit Wissenschaft und Forschung und machen die Stiftung somit zu einem faszinierenden Begegnungsort. Als zukunftsorientierte und dynamische Organisation fördert sie die kulturelle und wissenschaftliche Vernetzung, macht Kultur auf vielfältige Weise erlebbar und eröffnet neue Ansätze für den Austausch von Wissen.
Zöbl, Dorothea. Wo der König Bürgermeister war. Charlottenburger Stadtgeschichten seit 1700 [Berlin]. 160 S. 65 z. T. fb. Abb. 24 x 17 cm. Br. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2013. EUR 24,95. CHF 34,60 ISBN: 978-3-7861-2686-7 Gebr. Mann Verlag
Das älteste Haus Charlottenburgs entstand 1712 noch in der Einöde zwischen Berlin und Spandau, wo Friedrich I. eine Idealstadt anlegen ließ. Gerettet wurde es vor dreißig Jahren an Heiligabend, als beherzte Anwohner sich dem illegalen Abriss durch Immobilienspekulanten widersetzten.
Zwischen diesen Polen schildert Dorothea Zöbl fast 300 Jahre Charlottenburger Stadtgeschichte rund um das Schicksal des Hauses Schustehrusstraße 13. Charlottenburg war zu Beginn politisch völlig von seinem Stadtgründer, Preußenkönig Friedrich I. abhängig. Der hatte sich gleich zum Ersten Bürgermeister deklariert. Das Buch führt Entwicklungen und Konflikte vor Augen, die beim Zusammenwachsen der Bürgerschaft vor allem nach Abzug des Hofstaates entstanden. Ein erster Teil beleuchtet Gründung und Ausbau Charlottenburgs (1700–1720). Mit der Geschichte des Hauses Schustehrusstraße 13 und seiner Umgebung wird sodann die langfristige Entwicklung (1712–1985) der Altstadt verfolgt, in der es zuweilen turbulent zuging. Wir sehen, wie Ackerbürger 1848 die Demokraten aus der Stadt prügelten und was die Entwicklung zur reichsten Stadt Preußens und der Zweite Weltkrieg mit dem Haus gemacht haben. Bisher nicht ausgewertete Dokumente und alte Stadtpläne liefern neues Anschauungsmaterial.
Dorothea Zöbl ist Historikerin und lebt seit 1970 in Berlin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Geschichte Berlins sowie einzelner Häuser und Straßen. Veröffentlichungen u.a.: Die preußische Königskrönung von 1701 (2001), Leben am Kurfürstendamm (2011).
 Rezension lesen
Weltkonstruktion. Der aussereuropäische Hausbau und die moderne Architektur – ein Wissensinventar. 2013 Roesler, Sascha. Schweizerdeutsch. 283 Abb. 19 fb. Weltkarten. 21 x 14 cm. Gb. EUR 79,00. CHF 102,00 ISBN: 978-3-7861-2682-9 Gebr. Mann Verlag
Im 20. Jahrhundert erforschten moderne Architekten alltägliche Baupraktiken und Wohnbauten fremder Kulturen. So erzeugten sie ein vielfältiges Wissen zu den konstruktiven Eigenheiten des außereuropäischen Hausbaus.
Architekten wie Bruno Taut (1937), Erwin Gutkind (1953), Hassan Fathy (1973) oder Gaudenz Domenig (1980) interessierten sich für architektenferne Bauweisen. Bei ihren Studien vor Ort wollten sie explizit für die eigene Praxis und die Disziplin »Architektur« lernen. Diese Fließrichtung des Wissenstransfers ist bisher kaum beachtet worden, waren die modernen Architekten doch in erster Linie in die bauliche Modernisierung außereuropäischer Gesellschaften involviert. Sascha Roesler legt nun eine Wissen(schaft)sgeschichte der ethnografischen Forschung der modernen Architektur vor. In einem ersten Teil wird die Entstehung des ethnografischen Forschungsgegenstandes der Architektur nachgezeichnet. Bei den forschenden Architekten verband sich eigenes Konstruktionswissen mit Ethnografie. Ein zweiter Teil beschreibt die vorhandenen Wissensformen zum außereuropäischen Hausbau auf Grundlage territorialer Präferenzen. In dritten Teil bündelt Roesler, mit Blick auf zukünftige Forschungen, die vorhandenen Methoden innerhalb einer neuartigen Disziplin, der Architektur-Anthropologie.
Das Bild des Feindes. Konstruktion von Antagonismen und Kulturtransfer im Zeitalter der Türkenkriege. Ostmitteleuropa, Italien und Osmanisches Reich. 2013 Hrsg.: Leuschner, Eckhard; Wünsch, Thomas. 169 fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 79,00. CHF 102,00 ISBN: 978-3-7861-2684-3 Gebr. Mann Verlag
Feindbilder aus dem Zeitalter der »Türkenkriege« in Mittel- und Osteuropa, Italien und dem Osmanischen Reich sind sowohl schriftlich als auch visuell überliefert. Eine differenzierte Analyse, insbesondere ihres fiktional-narrativen Anteils, offenbart einen Identität stiftenden Nutzen dieser Konstruktionen.
Feindbilder entstanden in den militärischen Konfliktregionen während der »Türkenkriege« und den teils parallel geführten russisch-polnischen Kriegen (15. bis 18. Jahrhundert). Zeitgleich wurden diese Konflikte in anderen Teilen Europas instrumentalisiert oder waren Gegenstand medialer Konstruktion. Auch nationale, ethnische und religiöse Gegensätze in Regionen, die nicht direkt von Kriegshandlungen oder Antagonismen betroffen waren, brachten Feindbilder hervor. Wie konnten fiktional-narrative Komponenten dieser Feindbilder Zusammenhalt beziehungsweise Identität stiftend wirken? Publizistik und Monumentalkunst stellten Konfliktereignisse teils weit entfernter Regionen dar oder schufen Bilder im Kontext dieser Konflikte (Herrscher- und Feldherrenporträts, Allegorien, Heiligendarstellungen etc.). Diese Bilder trugen sodann zur Ausformulierung von Antagonismen bei. Die medialen Brüche oder komplementären Strukturen zwischen Formen direkter und vermittelter Sicht auf den Feind werden in Fallstudien und Überblicksdarstellungen herausgearbeitet und ihre Konsequenzen diskutiert.
Autoren:
Eckhard Leuschner ist Professor für Kunstgeschichte/Kunsttheorie an der Universität Erfurt. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kunsttheorie, Kulturaustausch und reproduktive Verfahren der Frühen Neuzeit sowie Körper- und Normkonzepte der Moderne.
Thomas Wünsch ist Professor für Geschichte Osteuropas an der Universität Passau. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte Schlesiens, Polens, Böhmens, der Ukraine und Russlands vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert; darin insbesondere Aspekte der Kirchengeschichte, Verfassungsgeschichte, Wissenschaftsgeschichte und Geistesgeschichte.
Aktual- und Realpräsenz. Das eucharistische Christusbild von der Spätantike bis ins Mittelalter. Frese, Tobias. 2013. 97 z. T. fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 59,00 ISBN: 978-3-7861-2693-5 Gebr. Mann Verlag
Dieser Beitrag zur aktuellen mediävistischen Kultbildforschung richtet den Fokus nicht auf paraliturgische Aspekte (Magie, Bildwunder, Bilderverehrung), sondern untersucht die Bedeutung des kirchlich geregelten cultus für die einzelnen Bildmotive. Für die Ausbildung und Etablierung der verschiedenen Christusbilder waren die sich wandelnden eucharistischen und sakramentalen Diskurse von größter Wichtigkeit.
Spiegelten die ältesten monumentalen Christus-Darstellungen im Kirchenchor die durch den Bischof in der Messe gewährleistete »Aktualpräsenz« wider, so veranschaulichten die östlichen Bilder der Apostelkommunion, der Maiestas Domini und der Theotokos die »Realpräsenz« Christi in den eucharistischen Gaben. Im Westen entwickelte sich dagegen das Bild des Gekreuzigten zu dem sakramentalen Bild schlechthin.
Das spätmittelalterliche Motiv der Gregorsmesse, bei dem die somatische Aussage über den narrativ-anamnetischen Charakter dominiert, stellt den Schlusspunkt einer langen Bildentwicklung dar.
Florenz in der Frühen Neuzeit. Stadt der guten Augen und bösen Zungen. Bertsch, Christoph; Helas, Philine. 2013. 118 z. T. fb. Abb. 21 x 14 cm. Gb. EUR 29,95. CHF 40,10 ISBN: 978-3-7861-2691-1 Gebr. Mann Verlag
Abseits einer auf die Medici konzentrierten Geschichtsforschung werden Bildprogramme besprochen, die sich mit sozialhistorischen Themen beschäftigen: Armenfürsorge, Bettler und Pilger stehen ebenso im Fokus wie die Kartografie und wichtige künstlerische Aufträge der Jahre, in denen sich Florenz von den Medici befreit: Jacopo Pontormo, Michelangelo und Andrea del Sarto werden mit wichtigen Arbeiten zur Zeit der Ersten und Zweiten Florentiner Republik vorgestellt. Ephemere Bildprogramme und die visuelle Rhetorik der Kunst werden politisch besetzt, die Texte der Chronisten und Literaten von Villani, Dante, Compagni bis zu Leonardo Bruni und Luca Landucci würdigen die Stadt und deren republikanische Leistungen. Schon früh zeigt sich das energiegeladene Verhältnis von Wort und Bild in einer »Stadt der guten Augen und bösen Zungen«, wie es rückblickend Vincenzo Borghini im späten 16. Jahrhundert formuliert.
Bruno Taut in Japan. Das Tagebuch. erster Band 1933. Hrsg.: Speidel, Manfred. 2013. 200 Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 59,00. CHF 76,00 ISBN: 978-3-7861-2692-8 Gebr. Mann Verlag
Alltagsszenen und Feste, Lichtstimmungen und Landschaften, abendlich erleuchtete Straßen und Restaurantbesuche, aber auch die großen Sehenswürdigkeiten des Landes wie Kaiserpaläste und Fuji: Fasziniert saugt Taut all das auf. Sein Tagebuch notiert minutiös Beobachtungen und Begegnungen, Urteile über Kunst und Religion, über alte wie neue Architektur. Der genießende Gast wurde bald zum teilnehmenden Kritiker und Mitgestalter in Architektur und Kunstgewerbe, nicht zuletzt aus der Notwendigkeit heraus, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Im nahezu täglich verfassten Erlebnisprotokoll, das erstmals auf deutsch publiziert wird, sind Eindrücke und Gedanken ganz frisch abgelegt. Ein überfließender, telegrammstilartiger Duktus ist dabei zugleich Zeugnis von Überwältigung und Ordnungsbemühen. Das Geschriebene diente ihm auch als Bericht für Verwandte und Bekannte in Deutschland. Überliefert ist hierin ein ausgezeichnetes Dokument der Situation Japans in den frühen 1930er Jahren.
Der erste Band umfasst das Jahr 1933, reich illustriert mit Tauts Skizzen und Fotos. Band 2 wird das Jahr 1934, Band 3 die Jahre 1935 und 1936 enthalten.
Anne Bantelmann-Betz. Historische Wiederaufbauten Englischer Landhäuser. Der denkmalpflegerische Umgang mit klassischen Landhäusern nach Bränden (1875-1914). 2013. 275 S. 145 Abb., davon 14 fb. 17× 24 cm, Gb.Gb. EUR 49,00 CHF 63,10 ISBN: 978-3-7861-2685-0 Gebr. Mann Verlag
»Another country mansion burned down« – Meldungen von zerstörerischen Bränden in englischen Landhäusern waren im 19. Jahrhundert eine Alltäglichkeit. Das Buch gibt Einblick in denkmalpflegerische, wirtschaftliche, politische und soziale Dimensionen der damals unternommenen Wiederaufbauten.
Die traditionsreichen englischen Landhäuser waren Machtsymbole der landbesitzenden Oberschicht und spiegelten in Gestaltung und Funktion die Ansprüche ihrer Besitzer wider. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts stürzten wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbrüche viele Landbesitzer in eine tiefe Krise. So ermöglicht die genaue Betrachtung von Wiederaufbauten nach Hausbränden aufschlussreiche Momentaufnahmen: Die Baumaßnahmen sind ein Spiegel funktionaler Anforderungen und ästhetischer Bewertungen. Zum anderen zeigen sie, wie individuelle finanzielle, gesellschaftliche und private Umstände auf den Umgang mit dem Bestand wirkten. Neben zwei zentralen Fallbeispielen – Wrotham Park und Sledmere House – kommen 44 weitere Wiederaufbauten zur Darstellung. Die Maßnahmen werden in den historischen und architekturgeschichtlichen Kontext sowie in die Entwicklung der Denkmalpflege eingeordnet.
Die Autorin
Anne Bantelmann-Betz studierte Kunstgeschichte, Neuere Geschichte und Teilgebiete der Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität Berlin und der Università di Pisa. Sie wurde an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus promoviert, wo sie seit 2006 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Denkmalpflege ist.
Boris Röhrl. Realismus in der bildenden Kunst. Europa und Nordamerika 1830 bis 2000. 337 S. 16 fb. u. 46 sw-Abb., 17 × 24 cm, Gb. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2013. EUR 49,00 CHF 43,10 ISBN: 978-3-7861-2683-6 Gebr. Mann Verlag
Eine neu konzipierte Kunstgeschichte des Realismus von seinen Ursprüngen bis heute: Ausgehend von der »bataille réaliste« im Paris der 1840er und 50er Jahre lassen sich unterschiedlichste Strömungen bis in die Gegenwartskunst verfolgen.
Bereits in dem kontroversen und mit äußerster Schärfe geführten »Kampf um den Realismus« wurden die entscheidenden rhetorischen Muster entwickelt, welche seither die zahlreichen Theorien und Stilformen des Realismus charakterisieren. Bürgerlich geprägte Definitionen als foto-ähnliche Naturnachahmung, Darstellung des modernen Lebens oder als soziale Kritik standen der Vision eines »idealistischen Realismus« der Zukunft in der frühsozialistischen Kunsttheorie gegenüber. So etablierten sich verschiedene Strömungen des Realismus in einem antagonistischen Verhältnis zueinander und weisen außer der gleichen Bezeichnung nur wenige Gemeinsamkeiten auf. Das Buch versteht den Realismus des 19. und 20. Jahrhundert als Stil, als Methode und als epochenübergreifendes Prinzip der Ästhetik. Die Gliederung folgt den historischen Entwicklungen u. a. in Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Russland sowie den USA und behandelt Grafik, Malerei, Skulptur und Fotografie.
Der Autor
Boris Röhrl, geb. 1961, arbeitete zunächst als Buchillustrator und Typograf. An der Universität Passau wurde er im Fach Kunstgeschichte promoviert. Seit 1993 ist er Professor für wissenschaftliche Illustration an der Hochschule RheinMain. Habilitation an der TU Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte sind kunstdidaktische Literatur der Renaissance und des Barock, Bibliografien zur Kunstgeschichte, Naturalismus, Realismus und sozialistischer Realismus.
 Rezension lesen
Antje Freiesleben. Alfred Grazioli. Der gedachte Raum. Methodik einer Architekturentwurfslehre. Beiträge: Andrew Albers, Hilde Barz, Klaus Theo Brenner, Heike Büttner, Annette Ciré, Alfred Grazioli, Uta Graff und Hilde Léon. 2013. 168 S. 144 Abb., 17 × 24 cm, Br. EUR 24,95 CHF 34,60 ISBN: 978-3-7861-2688-1 Gebr. Mann Verlag
Architektur entwerfen ist lernbar. Diese Auffassung gilt an allen heutigen Architekturfakultäten. Doch Architektur entwerfen ist auch lehrbar!
Der gebürtige Schweizer Alfred Grazioli lehrt neben seiner Tätigkeit als Architekt seit 1972 das Fach »Städtebau und Entwerfen« an der Universität der Künste Berlin. In dieser Zeit hat er eine Lehre entwickelt, die seinen Architekturstudenten einen der vielen möglichen Wege zur Architektur weist. Anhand einer Auswahl von Studentenarbeiten stellt das Buch seine Methode vor. Lernen bedeutet das Erforschen grundlegender methodischer Ansätze zur Gewinnung neuer Erkenntnisse. Darauf aufbauend können neue Architektursprachen und -objekte entwickelt werden. Die individuellen Fähigkeiten und das kreative Potenzial des Einzelnen werden dabei genutzt. Grazioli lehrt abstraktes Denken und räumlich-strukturelles Arbeiten. Zugleich wird darauf geachtet, dass die Komplexität von Architekturproblemen in der Anwendung von adäquaten Arbeitsmethoden und Lehrprinzipien erhalten bleibt. Wichtig ist in Graziolis Lehre auch, Rückschlüsse aus verwandten Kunstgebieten zu ziehen. Lernen versteht er als eine Suche, und diese Suche wird begleitet und gelenkt.
Die Autorin Antje Freiesleben, geb. 1965, studierte Architektur in Berlin. Seit 1994 leitet sie als selbstständige Architektin das Büro Modersohn & Freiesleben. Von 1998 bis 2004 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Professor Grazioli an der UdK Berlin. 2007 Stipendium an der Villa Massimo, Casa Baldi und 2010 Vertretungsprofessur an der Bauhaus Universität Weimar. Seit 2009 sind M&F Mitglieder im Werkbund.
Jahrbuch der Berliner Museen. Jahrbuch der Preussischen Kunstsammlungen. Neue Folge / Jahrbuch der Berliner Museen. 53. Band (2011). Hrsg.: Staatliche Museen zu Berlin. 2012. 180 Abbildungen, davon 40 fb.. 29 x 24 cm. Gb. EUR 138,00. CHF 179,00 ISBN: 978-3-7861-2675-1 Gebr. Mann Verlag
Aus dem Inhalt:
– Böcklins Bäume (Bernd Wolfgang Lindemann)
– Fetonte chiede ad Apollo il carro del Sole e Armida trasporta Rinaldo di Nicolas
Poussin e i loro possibili (non identificato) pendants (Stefano Pierguidi)
– Josef Danhauser: »Liszt am Flügel«, 1840 (Gerda Wendermann)
Beiträge vom Feininger-Studientag im Kupferstichkabinett 2011:
– »Inversion of Values«/»Umkehrung der Werte« – Zum Einfluß der Lebensphilosophie Henri Bergsons auf Lyonel Feiningers Kunstauffassung (Anita Beloubek-Hammer)
– Die Fotografie Lyonel Feiningers als Mittel der Motivaneignung (Wolfgang Büche)
– Lyonel Feiningers Frühwerk und die Karikatur (Martin Faass)
– Lyonel Feiningers Fotografien zwischen Alter Schule und Neuem Sehen. Feiningers Weg zur Fotografie (Anja Guttenberger)
– »Am Ende der Welt«. Lyonel Feininger und Alfred Kubin. Antipoden oder Wahlverwandte? (Roland März)
– Lyonel Feininger: Fotografie, Archiv und Erinnerung (Laura Muir)
Heß, Regine. Emotionen am Werk. Peter Zumthor, Daniel Libeskind, Lars Spuybroek und die historische Architekturpsychologie. 2012. 70 Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 59,00. CHF 78,90 ISBN: 978-3-7861-2680-5 Gebr. Mann Verlag
Raumerlebnisse berühren unsere Gefühle. In der zeitgenössischen Architektur treten vermehrt Architekten auf, die zu diesen »Emotionen am Werk« Stellung bezogen haben, unter ihnen Peter Zumthor, Daniel Libeskind und Lars Spuybroek.
In ihren Schriften reflektieren sie die Erzeugung von Gefühlen. Während Zumthor die Produktion einer hochwirksamen Werkpräsenz in den Mittelpunkt seines Schaffens rückt, gelingt Libeskind die Affizierung des Museumsbesuchers durch bauliche Engungen und Weitungen sowie durch akustische Reize. Spuybroek arbeitet mit flexiblen Materialien, die im erstarrten Zustand Bewegung suggerieren und durch Töne und Illuminationen in Interaktion mit dem Nutzer treten – hier wird der Betrachter zum Mitspieler. Neben produktionsästhetischen Verfahren zeichnet Regine Heß die Entwicklung rezeptionsästhetischer Begriffe wie Charakter, Ausdruck, Einfühlung und Stimmung von der Aufklärung bis in die Gegenwart nach. Sie analysiert historische Positionen der Architekturpsychologie von Germain Boffrand bis Etienne-Louis Boullée und von Heinrich Wölfflin bis Rudolf Schwarz. Vor diesem emotionshistorischen Hintergrund werden die zeitgenössischen Positionen diskutiert.
Rom zeichnen. Maarten van Heemskerck 1532–1536/37. Hrsg.: Bartsch, Tatjana; Seiler, Peter. 2012. 94 Abb.davon 71 fb.. 24 x 17 cm. Pb. EUR 49,00. CHF 65,50 ISBN: 978-3-7861-2672-0 Gebr. Mann Verlag
Unsere Vorstellungen vom Bild der Stadt Rom im 16. Jahrhundert sind maßgeblich von den Zeichnungen Maarten van Heemskercks geprägt. Seine Ansichten römischer Antikensammlungen sind die frühesten Beispiele ihrer Art, und seine suggestiven Ruinenlandschaften begründeten das Sujet der topografischen Romvedute.
< zurück | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | vor>
© 2003 Verlag Langewiesche [Impressum] [Nutzungsbedingungen]