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Harrassowitz Verlag

 
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Codex Udalrici. MGH - Die Briefe der Deutschen Kaiserzeit (10). Hrsg.: Nass, Klaus. 2017. 748 S. 3 Abb., 111 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 198,00. ISBN: 978-3-447-10946-8 Harrassowitz Verlag
Der Codex Udalrici ist eine umfangreiche Textsammlung des Bamberger Geistlichen Udalrich aus dem frühen 12. Jahrhundert. Er enthält 395 Texte (davon 228 Briefe, 113 Urkunden und 22 Gedichte), von denen knapp die Hälfte ausschließlich hier überliefert sind. Unter ihnen befinden sich bedeutende Dokumente zur Reichs- und Kirchengeschichte des späten 11. und frühen 12. Jahrhunderts, womit die Sammlung eine der wichtigsten Quellen zum Investiturstreit darstellt. Der von Klaus Nass herausgegebene Band 10 der Briefe der deutschen Kaiserzeit ist die erste vollständige kritische Edition des Codex Udalrici, die schon seit 1831 auf dem Programm der Monumenta Germaniae Historica steht. Sie beschränkt sich nicht auf die reine Textkonstitution, sondern berücksichtigt auch die Überlieferung der Texte außerhalb des Codex Udalrici, um so Udalrichs Vorlagen und Arbeitsweise bestimmen zu können. Die Einleitung bietet zudem neue Erkenntnisse über die Quelle: Die einzelnen Textschichten werden voneinander abgegrenzt (Widmungsfassung von 1125, Ergänzungen und Fortsetzung um 1134) und Uldarich wird mit dem 1127 verstorbenen Bamberger Domkustos identifiziert. Zudem wird aufgezeigt, dass der Codex nicht als Mustersammlung, sondern als Lesebuch und Handreichung für angehende Prälaten aus dem Bamberger Domkapitel gedacht war.
Julius Kurth (1870–1949).. Berliner Japansammler, Gelehrter und Pfarrer. Mit seinem unveröffentlichten Sharaku-Schauspiel. Asien- und Afrikastudien der Humboldt-Universität zu Berlin (51). Hrsg.: Walravens, Hartmut; Beitr.: Kuwabaru, Setsuko. 2017. 226 S. 58 Abb. 24 x 17 cm. EUR 52,00. CHF ISBN: 978-3-447-10950-5 Harrassowitz Verlag
Der Pfarrer, Sammler und Wissenschaftler Julius Kurth (1870–1949) hat sich insbesondere durch seine Sammlung ägyptischer Kleinkunst, die sich heute in der Universität Halle-Wittenberg befindet, und durch zahlreiche Veröffentlichungen zum japanischen Farbholzschnitt einen Namen gemacht. Während seine Verdienste auf ägyptologischem Gebiet von archäologischer Seite bereits durch einen vorzüglichen Bestandskatalog gewürdigt sind, stand eine Darstellung und Wertung seiner übrigen Leistungen noch aus.
Der von Hartmut Walravens herausgegebene Band verzeichnet und bespricht Kurths sämtliche Publikationen. Von besonderer Bedeutung sind seine Monographien über die japanischen Maler und Holzschnittkünstler Utamaro, Harunobu und Sharaku sowie seine Geschichte des japanischen Holzschnitts, die zwischen 1925 und 1929 in drei Auflagen und drei Großquartbänden erschien. Kurth, der Japanisch als Autodidakt gelernt hat, hatte bereits 1904 von der geheimnisvollen Persönlichkeit Sharakus fasziniert ein Schauspiel verfasst, das im vorliegenden Band nun erstmals veröffentlicht wird. Kurths eigene Holzschnittsammlung, die eine wichtige Grundlage für seine Arbeiten bildete, wurde von seinen Erben veräußert. Doch anhand der Abbildungen und Verweise in Kurths Veröffentlichungen lässt sich wenigstens ein Teil der Kollektion rekonstruieren.
Ergänzt wird der Band durch die Briefe des Zeichners und Exlibriskünstlers Franz von Bayros (1866–1924) an Kurth und durch einen gesonderten Beitrag der Kunsthistorikerin Setsuko Kuwabara zu Kurths Interesse für Japan-Exlibris.
Schwabenspiegel und Augsburger Stadtrecht. MGH-Schriften (73). Wüsthof, Lucas. 2017. 3668 S. 5 Abb. 22 x 16 cm. EUR 74,00. ISBN: 978-3-447-10840-9 Harrassowitz Verlag
Der Schwabenspiegel – eine große Unbekannte unter den deutschen Rechtsbüchern – der noch heute in knapp 400 Handschriften überliefert ist, widmet sich mit großer Detailfreude einer Vielzahl von Rechtsproblemen, deutet sie vor dem Hintergrund der spätmittelalterlichen Gesellschaft und ist so im wahrsten Sinne des Wortes ein „Spiegel“ seiner Zeit.
Lucas Wüsthof widmet sich diesem Klassiker der deutschen Rechtsgeschichte und untersucht seine engen Parallelen zum Augsburger Stadtrecht von 1275/76. Der Zusammenhang von Schwaben- und Deutschenspiegel spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Quellen des Schwabenspiegels, die Frage nach Oralität und Schriftlichkeit sowie nach dem Einfluss städtischer Rechtsgewohnheiten auf das Rechtsbuch. Die Anklänge des Stadtrechts an ländliche Rechtsgewohnheiten und auch die Existenz eines städtischen Lehenrechts zeigen, dass eine deutliche Trennung im Augsburger Stadtrecht nicht vollzogen wurde. So entstanden fall- und praxisbezogene Rechtssammlungen in denen sich regionale und städtische Eigenheiten sowie Rechtsfiguren aus dem Reich der Mythen und Sagen miteinander verbanden. So schwierig eine verbindliche Einordnung der beiden Rechtsquellen in ein Rezeptionsgebilde bleibt, umso leichter lässt sich feststellen, dass der Schwabenspiegel zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist: Nach den Unsicherheiten des Interregnums diente er zunächst als identitätsstiftendes Element im süddeutschen Rechtsraum und war später bis weit über die süddeutschen Landesgrenzen hinaus verbreitet, damit stand er ebenso wie der Sachsenspiegel in einer europäischen Tradition.
Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen). Gesamtregister. Bearbeitet von Birgit Ebersperger. Bischoff, Bernhard. 2017. 322 S. 24 x 17 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-10912-3 Harrassowitz Verlag
Der als Ergebnis jahrzehntelanger Forschungsarbeit von dem Paläographen und langjährigen Münchener Ordinarius für Mittellateinische Philologie Bernhard Bischoff verfasste Katalog verzeichnet – mit Ausnahme der insularen und der westgotischen – die erhaltenen Handschriften und Fragmente des 9. Jahrhunderts. Diese für die Überlieferung der klassischen und patristischen Literatur so bedeutende Epoche war auch für die Schriftentwicklung immens fruchtbar; der Katalog ermöglicht einen Gesamtüberblick über die erhaltenen Handschriften des 9. Jahrhunderts und eröffnet so neue Erkenntnisse über die Buchproduktion und die Schriftentwicklung in bereits bekannten wie auch bislang unbehandelten Skriptorien.
Die drei aus dem Nachlass von Birgit Ebersperger herausgegebenen Bände bieten höchst reichhaltige und vielfältige Informationen, die durch den nun vorliegenden Registerband erschließbar werden. Neben den aus den Bänden I–III zusammengeführten Registern der Schreiborte und Schriftprovinzen und den Registern der zitierten Handschriften wurden zusätzliche Register neu erarbeitet: Ein Autoren- und Werkregister, ein Sachregister, ein Personenregister, ein Ortsregister sowie Register der Buchstabenformen, Ligaturen und Kürzungen.
Regional History and the Coin Finds from Assur. From the Achaemenids to the Nineteenth Century. Heidemann, Stefan; Butcher, Kevin. Engl.; Dtsch. 2017. 160 S. 51 meist fb. Abb. 5 Tabelle(n), 2 Landkarte(n). 35 x 24 cm. Gb. EUR 82,00. ISBN: 978-3-447-10761-7 Harrassowitz Verlag
In July 1914, the excavation of one of the most significant capitals in human history, Assur, ended successfully. After a division of finds, the objects were dispatched to Berlin on the eve of the First World War. Assur is currently the most important reference site for coin finds in northern Iraq. They constitute an independent source for the history of the settlement, the Tigris region, and for coin circulation after the fall of the Assyrian empire in 614 BC, from the Achaemenid to the late Ottoman empire. These coin finds fill an important gap in the history of Assur, whose name in the post-Assyrian period is hardly attested to. For the Arsacid period, the coin finds highlight the surprising permeability of the border from the Roman provinces to Arsacid north-eastern Mesopotamia.
With the Sasanian conquest in about 240/1, life in Assur apparently stopped. For the following 1,600 years we can distinguish at least three separate settlement phases, and almost each phase corresponds to changing names for the city. While we do not know what the settlement between the 7th and 8th century was called, in the 12th and 14th centuries it was referred to as al-Aqr. For this period, we have more literary references to its history, at least compared with the preceding 1,800 years. The coin finds, together with the textual references, allow for an insight into the political and economic development of “a large village”. For the 17th and 18th centuries, the coins point to a revived settlement, now under the name of Qal`at Shirqat.
The Case of the Zagros in the First Millennium BCE. Classica et Orientalia (18). Balatti, Silvia. Mountain Peoples in the Ancient Near East. Engl. 2017. 452 S. 1 Schaubild(er), 18 Abb., 22 Tafel(n), 3 Tabelle(n), 3 Diagramm(e). 24 x 17 cm. EUR 89,00. ISBN: 978-3-447-19638-3 Harrassowitz Verlag
Since Prehistory, communities principally engaged in herding activities have occupied the intermontane valleys and plains of the Zagros (Western Iran). Relations, tensions and cultural exchange between the inhabitants of the mountains and the Mesopotamian plains already occurred during the Bronze Age. These contacts increased in the course of the 1st millennium BCE, as is suggested by Near Eastern and subsequently by Greek and Latin sources which provide us with numerous new names of peoples living in the Zagros. The present volume investigates the social organisation and life style of the peoples of the Zagros Mountains in the 1st millennium BCE and deals with their relationships with the surrounding environment and with the political authorities on the plains.
Among these peoples, for example, were the ‘fierce’ Medes, breeders and purveyors of fine horses, the Manneans, who inhabited a large territory enclosed between the two contending powers of Assyria and Urartu, and the ‘warlike’ Cosseans, who bravely attempted to resist the attack of Alexander the Great’s army. The Southern Zagros Mountains, inhabited by mixed groups of Elamite and Iranian farmers and pastoralists, were also of key importance as the home of the Persians and the core area of their empire. Starting from Fars, the Persians were able to build up the largest empire in the history of the ancient Near East before Alexander.
The interdisciplinary approach adopted in this study, which juxtaposes historical records with archaeological, zooarchaeological, palaeobotanical and ethnographic data, provides a new, holistic and multifaceted view on an otherwise little-known topic in ancient history.
Constructing Authority. Prestige, Reputation and the Perception of Power in Egyptian Kingship. Budapest, May 12–14, 2016. Königtum, Staat und Gesellschaft früher Hochkulturen (4,5). Hrsg.: Bacs, Tamas A.; Beinlich, Horst. 8. Symposium zur ägyptischen Königsideologie/8th Symposium on Egyptian Royal Ideology. Engl. 2017. 296 S. 81 Abb., 1 Landkarte(n). 24 x 17 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-447-19705-2 Harrassowitz Verlag
Royal ideology constitutes one of the key topics that had an enormous impact on all aspects of ancient Egyptian culture. Therefore, it is not surprising that in the series of conferences "Tagung zur Königsideologie" meetings have regularly been organized since 1995 to bring together scholars working on various aspects of this topic. The 8th session took place in Budapest in May 2016 focusing on “Prestige, Reputation and the Perception of Power in Egyptian Kingship”.
Tamás A. Bács, The Pride of the Ramessides: a Note on a Late Ramesside King-List
Horst Beinlich, Der Herrschaftsbereich als Prestige-Objekt
Monika Dolinska, Birds and Felines in Royal Iconography
Elizabeth Eltze, The Creation of Royal Identity and Ideology through Self-Adornment: The Jewels of Ancient Napata and Meroë
Christopher Eyre, Calculated Frightfulness and the Display of Violence
Shih-Wei Hsu, Images of the Pharao
Jiří Janák and Filip Coppens, The Near and the Distant King. Two Oppositions in the Concept of Divine Authority of the Egyptian King
Dieter Kurth, The wnn-Formula in the Ritual Scenes of the Late Temples and the Presence of the King
Ewa Laskowska-Kusztal, The “Centre for Development” of the Royal Authority in Kalabsha
Ulrich Luft, The Gate of Power
Massimiliano Nuzzolo, Human and Divine: the Royal Paradigm in Fifth Dynasty Egypt
Christine Raedler, Creating Authority - The High Priest of Osiris Wenennefer and a Special Kind of Deification of Ramesses II
Anthony Spalinger, Ramesses III at Medinet Habu: Sensory Models
Carola Vogel, From Power to Reputation and Vice Versa: The Relationship between Thutmosis III and Senuseret III Reconsidered
Festschrift für Linda-Marie Günther zum 65. Geburtstag. Philippika (116). Hrsg.: Beck, Hans; Eckhardt, Benedikt; Michels, Christoph; Richter, Sonja. Von Magna Graecia nach Asia Minor. 2017. 376 S. 71 Abb., 1 Landkarte(n), 4 Diagramm(e), 1 Tabelle(n), 1 Frontispiz. 24 x 17 cm. EUR 74,00. ISBN: 978-3-447-10907-9 Harrassowitz Verlag
Das Grab des Qa‘a. Architektur und Inventar. Engel, Eva-Maria; Beitr.: Hikade, Thomas. Archäologische Veröffentlichungen des Deutschen Archäologischen Instituts (UF899), Band: 100. 2017. XXIV/600 S. 400 Abb., 72 Tabellen, 48 fb. Abb. Gb. EUR 158,00 ISBN: 978-3-447-10876-8 Harrassowitz Verlag
Der letzte König der 1. Dynastie, Qa’a, wurde gegen 2800 v.Chr. in Umm el-Qaab bestattet. In dem unterirdischen Lehmziegelgebäude ist die königliche Grabkammer von Räumen für weitere Bestattungen und Magazinen für Beigaben umgeben. Das Grab wurde im Laufe der über 20-jährigen Regierungszeit des Königs mehrfach an geänderte Anforderungen angepasst und erweitert, wie die hier präsentierten Ergebnisse der Nachuntersuchungen des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo zeigen konnten. Durch diese Veränderungen stellt das Grab ein typologisches Bindeglied zwischen den Gräbern der 1. Dynastie in Abydos und der 2. Dynastie in Saqqara dar. Die Verteilung der Funde innerhalb des Grabes wiederum spiegelt das Verhältnis des Königs zu seiner Umwelt wider: Beigaben und Personen in den Nebengräbern sollten als Abbild des Hofstaats der Versorgung des Königs im Jenseits dienen.
Bei den Ende des 19. Jahrhunderts begonnenen Ausgrabungen in Umm el-Qaab wurden Umschichtungen des beweglichen Inventars der Gräber vorgenommen, sodass das Fundmaterial in originäre Bestandteile der Grabausstattung und Beigaben einerseits sowie intrusive Objekte andererseits genau getrennt werden musste. So kann die datierende Funktion der Artefakte aus dem Grab des Qa’a gewährleistet und an anderen Grabungsplätzen als Referenz für das Ende der 1. Dynastie herangezogen werden.
Studien zum spätklassischen und frühhellenistischen Städtebau in Arkadien, der Dodekanes und Makedonien. Philippika (114). Tombrägel, Martin. 2017. 236 S. 75 Abb. 24 x 17 cm. EUR 58,00. ISBN: 978-3-447-10902-4 Harrassowitz Verlag
Im 4. Jahrhundert v.Chr. werden drei Regionen der östlichen Mittelmeerwelt durch urbanistische Maßnahmen tiefgreifend umgestaltet. Während in Arkadien mit Megalopolis eine neue Metropole entsteht, folgen in der Dodekanes auf die Neugründung von Rhodos die Städtebauprojekte von Halikarnassos, Kos, Knidos und Myndos und in Makedonien baut König Archelaos Pella zu seiner neuen Hauptstadt aus.
Martin Tombrägel rekonstruiert in seiner Studie Verlauf, Ursachen und Hintergründe der städtebaulichen Vorgänge in diesen drei Regionen unter Berücksichtigung neuerer Ausgrabungsergebnisse. Dabei gilt das Hauptinteresse den urbanistischen Errungenschaften der neuen spätklassischen Städte, in denen u.a. mit der Gestaltung individueller Stadtbilder experimentiert wird. Tombrägel nähert sich seiner Fragestellung unter Berücksichtigung zweier übergreifender Forschungsdiskurse: Einerseits wird analysiert, inwieweit sich die naturräumlichen, geopolitischen und ökonomischen Unterschiede der jeweiligen Regionen auf den Verlauf der Städtebauprojekte ausgewirkt haben, andererseits ist mit der Untersuchung ein methodenkritischer Ansatz verbunden, der danach fragt, wie literarische und archäologische Quellen einzeln und zusammenhängend historisch interpretiert werden können.
Akten des 6. Internationalen Kolloquiums zum Thema »Vorderasien im Spannungsfeld klassischer und altorientalischer Überlieferungen« aus Anlass der 80-Jahr-Feier der Entdeckung des Festungsarchivs von Persepolis Landgut Castelen bei Basel, 14.–17. Mai 2013. Classiet Orientalia (17). Hrsg.: Jacobs, Bruno; Henkelman, Wouter F. M.; Stolper, Matthew W. Die Verwaltung im Achämenidenreich – Imperiale Muster und Strukturen. Administration in the Achaemenid Empire – Tracing the Imperial Signature. Engl.; Franz.; Deutsch. 2017. 888 S. 64 Tabelle(n), 2 Diagramm(e), 134 Abb., 1 Landkarte(n), 1 graphische Darstellung(en). 24 x 17 cm. Gb. EUR 128,00. ISBN: 978-3-447-10793-8 Harrassowitz Verlag
In den vergangenen Jahrzehnten sind zahlreiche lokale Archive und andere Primärquellen der Achämenidenzeit neu erschlossen oder weiter aufgearbeitet worden, darunter insbesondere das Tontafelarchiv aus der Festungsmauer der Zitadelle von Persepolis und die Korrespondenzen der Satrapen von Baktrien und Ägypten mit ihren Untergebenen. Zahlreiche Beiträge dieses Bandes versuchen, die Vorgänge, die diese Quellen dokumentieren, als Protokolle von Abläufen innerhalb eines reichsumspannenden Netzwerks der Verwaltung zu verstehen und einzuordnen. Dabei werden wiederkehrende Muster erkennbar, und es zeichnet sich eine Systematik von Hierarchien und Strukturen ab. Zu den Bereichen, die die Verwaltung regelte, gehörten u.a. die Versorgung von Reisenden und damit die Sicherung der Kommunikation zwischen dem Reichszentrum und seinen Provinzen, aber auch der Unterhalt von Arbeitern, die zur Verrichtung ihrer Dienste aus anderen Provinzen ins persische Kernland entsandt worden waren.
Andere Beiträge konfrontieren die Primärquellen mit Informationen, die die klassische Überlieferung zur Verwaltung des Achämenidenreichs bietet. Bei dieser Gegenüberstellung dient die Primärüberlieferung als Korrektiv und Interpretationshilfe. In Kombination führen beide Herangehensweisen zu ähnlichen Ergebnissen: Nicht Umbrüche und spontanes Krisenmanagement, sondern Kontinuität und Stabilität erweisen sich als bestimmende Charakteristika der Reichsverwaltung und als wichtige Garanten für die beispiellose Ausdehnung und die Beständigkeit des ersten Weltreichs der Geschichte.
Episteme in Bewegung. (9). Hrsg.: Cancik-Kirschbaum, Eva; Kahl, Jochem; Lee, Eun-Jung; Engert, Michaela. Collect and Preserve: Institutional Contexts of Epistemic Knowledge in Pre-modern Societies. Engl. 2017. 177 S. 48 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 58,00. ISBN: 978-3-447-10829-4 Harrassowitz Verlag
The use of writing for the preservation and transmission of administrative, scientific, literary and sacred knowledge has a long history. From the third millennium BCE on, many forms of social processes – intellectual, religious, political and others – have been increasingly materialized in the form of a variety of document types (tablets, bones, papyri, scrolls, parchments, books). Some of them were collected in archives or libraries that were dependent on royal palaces, governmental institutions and temples but also in private contexts.
The publication Collect and Preserve assembles a number of studies devoted to material aspects of collecting texts in ancient Egypt, Mesopotamia, Qumran, Medieval Japan, and Korea under the Chosŏn-Dynasty (1392–1910).
Auf Grundlage der Vorarbeiten von Hans Martin Schaller. MGH - Hilfsmittel (30). Hrsg.: Stöbener, Kristina; Thumser, Matthias. Handschriftenverzeichnis zur Briefsammlung des Thomas von Capua. 2017. 214 S. 23 x 19 cm. Gb. EUR 48,00. ISBN: 978-3-447-10680-1 Harrassowitz Verlag
Die Briefsammlung des Kardinals Thomas von Capua († 1239) gilt als die älteste der großen kurialen Briefsammlungen des 13. Jahrhunderts. Im Zuge seiner Verwaltungstätigkeit war Thomas an der Herstellung zahlreicher päpstlicher Schreiben beteiligt und pflegte dabei einen ausgesuchten Briefstil. In diesem Zusammenhang verfasste er eine didaktisch-theoretische Ars dictandi und schuf den Grundstock zu der Briefsammlung, die seinen Nachruhm begründet hat. Sie ist in zwei Redaktionen überliefert, zum einen in der sogenannten Primärtradition, die zu Lebzeiten des Kardinals entstand, zum anderen in der in zehn Bücher gegliederten Summa dictaminis aus den Jahren nach 1268. Das Verzeichnis enthält 88 Beschreibungen von Handschriften mit der Briefsammlung, davon 74 mittelalterliche Zeugen der Summa dictaminis, von denen rund zwei Drittel den Briefbestand mehr oder weniger vollständig enthalten. Ausgangspunkt der Beschreibungen waren umfassende Aufzeichnungen, die sich im Nachlass von Hans Martin Schaller († 2005) gefunden haben. Der Band steht in enger Verbindung mit dem von Schaller 2002 veröffentlichten Handschriftenverzeichnis zur Briefsammlung des Petrus de Vinea (MGH Hilfsmittel 18), in das bereits zahlreiche Kodizes mit Thomas-Briefen eingegangen sind. Zusammen sollen die beiden Verzeichnisse der Vorbereitung einer kritischen Edition der Briefsammlung des Thomas von Capua dienen und zugleich die Briefforschung befördern.
Philippika (113). Matijevi?, Krešimir. Die lex sacra von Selinunt: Totenmanipulation in der Archaik und Klassik. 2017. 132 S. 6 Abb. 24 x 17 cm. Kt. EUR 39,00. ISBN: 978-3-447-10891-1 Harrassowitz Verlag
In der griechischen Archaik entwickelte sich die Vorstellung, dass Tote mithilfe von Bildnissen (Puppen, Figuren etc.) manipuliert werden können, sei es, um sie sich dienstbar zu machen oder sie zu bannen. Ausgehend von der erstmals in den 1990er Jahren publizierten lex sacra von Selinunt auf Sizilien, einer langen griechischsprachigen Inschrift mit Opferanweisungen, diskutiert und analysiert Krešimir Matijević alle weiteren relevanten literarischen, epigrafischen und archäologischen Quellen, die Aufschluss darüber geben, wie die Griechen ihre Toten instrumentalisierten. Es wird nachgewiesen, dass der wahrscheinliche Ursprungsort dieses Ritus in Mesopotamien liegt, wo Figuren benutzt wurden, um auf tote, aber auch lebende Menschen sowie auf Dämonen einzuwirken. Wie bei Voodoo-Ritualen konnten im Zweistromland Puppen auch zu Zwecken der Heilung von Krankheiten eingesetzt werden. Matijević zeigt, dass die von Teilen der Forschung vertretene Ansicht, die Griechen hätten diesen Brauch bereits in der Bronzezeit, also im 2. Jahrtausend v.Chr. gekannt, nach Auswertung der Quellen nicht haltbar ist. Auch die frühen Epen Homers und Hesiods zeigen noch keine Spur dieser Vorstellung, hier ist der Tote immer noch grundsätzlich machtlos. Erst in nachhomerischer Zeit erlangen die Toten mehr Einfluss über die Welt der Lebenden, etwa zeitgleich mit dem Transfer entsprechender Riten vom östlichen Mittelmeerraum nach Griechenland, in denen verstorbene und lebende Menschen mittels Bildnissen manipuliert werden sollten.
Eine Untersuchung lateinischer Inschriften unter dem Aspekt der Fürsorge. Philippika (110). Engfer, Katrin. Die private Munifizenz der römischen Oberschicht in Mittel- und Süditalien. 2017. 337 S. 1 CD (mit Inschriftenkatalog), 2 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-447-10808-9 Harrassowitz Verlag
Bereits in der römischen Antike war Armut ein allgegenwärtiges Phänomen. Der Unterschied zur Moderne bestand jedoch darin, dass die Römer durch ihre vorchristlich-polytheistisch geprägte Mentalität eine andere Wahrnehmung und Wertung von Armut und den Armen hatten. Sie empfanden Armut als Schande, dementsprechend wurden bedürftige Menschen gering geschätzt und kaum beachtet, während man heutzutage gemeinhin darum bemüht ist, die Lebensqualität dieser Menschen durch karitative Maßnahmen öffentlicher oder privater Art zu verbessern.
Diese Mentalität spiegelt sich in den Ausprägungen privater Stiftungen und Schenkungen aus der römischen Spätrepublik und Kaiserzeit wider. Zusammengefasst unter der Bezeichnung Munifizenz konnten diese durchweg freiwillig erfolgten Aufwendungen die unterschiedlichsten Formen – von profanen Geldgeschenken über die Errichtung öffentlicher Bauten bis hin zur Ausrichtung von Gladiatorenspielen und Festbanketten – annehmen.
Katrin Engfer untersucht anhand von lateinischen Inschriften aus dem mittel- und süditalischen Raum, wer die Wohltäter und Empfänger solcher privaten Zuwendungen waren. Zum einen zeigt sie dabei, was die römische Oberschicht tatsächlich zum Geben motivierte, zum anderen, ob und inwiefern Menschen, die von Armut betroffen und damit im besonderen Maße auf die Unterstützung ihrer wohlhabenderen Mitmenschen angewiesen waren, von diesen Stiftungen und Schenkungen profitierten.
Kosmische, kultische und soziale Räume. Göttinger Orientforschungen, III. Reihe: Iranica. Neue Folge (14). Rezania, Kianoosh. Raumkonzeptionen im früheren Zoroastrismus. 2017. 432 S. 51 Abb., 30 Tabelle(n), 6 Landkarte(n), 4 graphische Darstellung(en). 24 x 17 cm. Gb. EUR 89,00. ISBN: 978-3-447-10528-6 Harrassowitz Verlag
Raum ist wie Zeit eine der grundlegenden Kategorien unseres Denkens. Ihre Konzepte bleiben weder in unterschiedlichen Kulturkreisen noch in wechselnden Zeitperioden konstant, weshalb die Auseinandersetzung mit einem historischen Kulturphänomen stets die Aufarbeitung dieser Kategorien in ihrem spezifischen Kulturkreis und ihrer spezifischen Zeitperiode erfordert. Auf Grundlage der ältesten sprachlichen und architektonischen Zeugnisse Irans vom 12. bis zum 4. Jahrhundert v.Chr. bietet Kianoosh Rezania erstmals eine umfassende Studie über die Raumkonzeptionen im Zoroastrismus des alten Iran.
Ausgehend von aktuellen und historischen Raumtheorien werden die zoroastrischen Räume in kosmische, kultische und soziale Räume unterteilt. Die Darstellung der kosmischen Räume beschreibt Raumabstrakta in altiranischen Sprachen sowie zoroastrische Grenzziehungsprinzipien und fragt danach, welche Koordinatensysteme die Altiraner für ihre Orientierung im Raum verwendeten und wie sie ihre kognitiven Karten in Text umwandelten. Hierzu gehört außerdem die Repräsentation des Weltbildes der Zoroastrier nach ihren älteren Textzeugnissen. An der Schnittstelle kosmischer und kultureller Räume finden sich Transzendenzräume, die zum einen utopische zum anderen von Dichtern beschriebene Räume zur Kommunikation mit Göttern einschließen. Da die Studie Dynamiken und Wandlungsprozesse im rituellen Bereich nicht ausschließt, werden Rekonstruktionen von zoroastrischen Ritualflächen in der avestischen Zeit ohne Einbezug jüngerer Materialien präsentiert. Darüber hinaus werden die räumlich repräsentierte Sozialstruktur der avestischen Gesellschaft sowie deren räumliche symbolische Ordnungen vorgestellt.
Werkeverzeichnis zu den Rhetorikdrucken Deutschlands 1450–1700. unter Mitarbeit von Michael Pelzer und Christine Thumm. Knape, Joachim. Mitwirkung (sonst.) Pelzer, Michael; Thumm, Christine. 2017. 542 S. 28 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 148,00. ISBN: 978-3-447-10889-8 Harrassowitz Verlag
Das Quellenverzeichnis zu den Rhetorikdrucken schafft erstmals eine Grundlage für die umfassende Erforschung der frühneuzeitlichen Rhetorik- und Kommunikationsgeschichte Deutschlands sowie ihrer Theorie. Alle bis 1700 gedruckten lateinischen oder deutschsprachigen Werke zum Thema Rhetorik und Kommunikation aus der Feder deutscher Autoren sind mit ihren Erstdrucken bibliografisch erfasst und beschrieben. Da die Rhetorik historisch betrachtet das Thema der Kommunikation mit einschließt, werden auch Werke zur Predigtlehre, zur weltlichen Commentrhetorik (Verhaltens- oder Höflichkeitslehre einschließlich Tischzuchtenliteratur), zur Topik (Formel- und Sprichwörtersammlungen) und zu Brief- und Notariatslehren berücksichtigt. Der Band wird ergänzt durch ein Autorenlexikon (Gratia 60) und ein Repertorium (Gratia 61), das die hier bibliografisch erfassten deutschsprachigen Titel näher vorstellt.
Dichter und Künstler beim makedonischen König Archelaos. Philippika (112). Hecht, Christine. Zwischen Athen und Alexandria. 2017. 228 S. 1 Abb. 24 x 17 cm. Kt. EUR 58,00. ISBN: 978-3-447-10890-4 Harrassowitz Verlag
Antiken Zeugnissen zufolge haben sich am Ende des 5. Jahrhunderts v.Chr. verschiedene griechische Intellektuelle beim politisch weitsichtigen König Archelaos von Makedonien (413–399 v.Chr.) aufgehalten. Zu diesen zählen die namhaften Tragiker Euripides und Agathon, der Dithyramben- und Nomendichter Timotheos von Milet, der Epiker Choirilos von Samos und der Maler Zeuxis. Ob es sich bei den Berichten über diese Makedonienaufenthalte um tatsächliche Begebenheiten oder um ein in der antiken Tradition entstandenes fiktives Konstrukt handelt, kann nicht immer eindeutig entschieden werden.
Christine Hecht widmet sich in ihrer Untersuchung erstmals den poetischen bzw. – im Falle des Malers Zeuxis – künstlerischen Werken dieser Intellektuellen, um die Frage nach der Fiktionalität der Makedonienzeugnisse zu erörtern. Ein wichtiges Ergebnis ihrer ausführlichen philologisch-stilistischen sowie musikalisch-akustischen Analysen ist, dass die Dichter und Künstler bei Archelaos poetische Gestaltungsformen und strukturelle Phänomene verwendet haben, die auf den ca. 100 Jahre später nachfolgenden Hellenismus vorausweisen. Die Gelehrten werden von der antiken Tradition also entweder fiktiv dem König Archelaos zugeordnet, um das „hellenistische“ Modell von Personen, die im Umfeld eines Herrschers arbeiten und produzieren, auf diesen wichtigen Vorgänger Philipps II. und Alexanders d.Gr. rückzuprojizieren. Oder es lässt sich hier – sollten die berichteten Makedonienaufenthalte Historizität beanspruchen können – ein frühes Beispiel der Patronage Intellektueller aus Athen erkennen, wie sie vor allem für das ptolemäische Alexandria prominent wurde.
Joachim von Fiore, Concordia Novi ac Veteris Testamenti. MGH - Quellen zur Geistesgeschichte des Mittelalters (28). Hrsg.: Patschovsky, Alexander. 2017. 1497 S. 32 Tafel(n), 6 Schaubild(er), 7 Tabelle(n). 15 x 11 cm. Gb. EUR 348,00. ISBN: 978-3-447-10679-5 Harrassowitz Verlag
Die Concordia Novi ac Veteris Testamenti ist das Hauptwerk Joachims von Fiore († 1202). Darin setzte sich Joachim so umfassend und grundlegend wie in keinem anderen zum Ziel, das mit seinem Namen unverwechselbar verbundene System einer Korrespondenz zwischen geschichtsprägenden Ereignissen des Alten und des Neuen Testaments – das heißt der Kirchengeschichte als Weltgeschichte, bei der die Gottheit in ihrer dreieinigen Gestalt Regie führte und die auf ein bevorstehendes Zeitalter des Geistes zulief –, hermeneutisch zu erschließen, methodologisch zu begründen und in der Sache ad oculos zu demonstrieren. Das Werk ist damit nichts weniger als die früheste Ausformung eines geschichtsphilosophischen Systems, das der Philosoph Karl Löwith in eine Reihe mit Hegel und Marx stellte. Nach Weite des Entwurfs, Komplexität der Gedanken, Umfassendheit der erfassten Bezüge menschlicher Existenz, auch nach geistiger Klarheit, Stringenz der Argumentation und sprachlicher Kraft ist die Concordia ein Stück Weltliteratur; allerdings eines, das es als solches erst noch zu erschließen gilt. Dazu liefert die vorliegende Ausgabe die Grundlage, in der das Werk erstmals vollständig einer kritischen Edition zugeführt wurde, versehen mit einer Einleitung, die neben den üblichen Ausführungen zu Entstehungszeit, Ratio editionis etc. vor allem den Gedankengang zu skizzieren sucht.
The Tomb of the Dogs at Asyut. Faunal Remains and Other Selected Objects. With contributions by Jochem Kahl and Günter Vittmann. Kitagawa, Chiori. The Asyut Project (SA865), Band: 9. Engl. 2017. VIII/ 195 S., 111 Abb. 39 Tabellen, 2 Karten. 30 x 21 cm. EUR 78,00 ISBN: 978-3-447-10666-5 Harrassowitz Verlag
This study seeks to add to the understanding of the history of Asyut and of archaeofauna by examining the osteofaunal remains from the Tomb of the Dogs on Gebel Asyut al-gharbi, with a particular focus on canids. Its objective is to shed more light on animals in ancient Egyptian society and religion, as well as on the various functions that Gebel Asyut al-gharbi (the western mountain of Asyut) fulfilled throughout the course of history.
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Stand: 22.01.2018 20:52 Uhr
© 2003 Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus