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Harrassowitz Verlag

 
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Das Urteil des Paris. Grafik und Exlibris aus der Sammlung Dr. Peter Labuhn. Internationale Winckelmann-Gesellschaft Stendal. Kataloge des Winckelmann-Museums (DÜ053), Band: 20. 2015. 96 S., 220 Abb., 30 x 21 cm. Engl. Br. EUR 30,00 ISBN: 978-3-447-10404-3 Harrassowitz Verlag
Einst waren Exlibris gedruckte Bucheignerzeichen mit streng funktionaler Eigenschaft, doch vom Ende des 15. Jahrhunderts bis heute haben sie sich zu begehrten Sammelobjekten entwickelt. Die Verbindung zum Buch hat sich im Laufe der Zeit gelockert. Spätestens seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts steht die thematische Aussage im Vordergrund, die Sammler den Künstlern bei der Auftragserteilung als Aufgabe übertragen. Zum Thema „Das Urteil des Paris“ hat der Stendaler Arzt Dr. Peter Labuhn über Jahrzehnte Grafiken gesammelt bzw. Exlibris direkt bei den Künstlern in Auftrag gegeben. Das „Urteil des Paris“ beflügelt die Fantasie von Künstlern bis heute, denn mit Schönheit, Liebe und Erotik ebenso wie mit Zank, Zwietracht und Zerstörung ist der Mythos voll von emotionalem Sprengstoff: Der junge trojanische Prinz Paris entschied sich beim Schönheitswettbewerb zwischen den drei mächtigsten olympischen Göttinnen für die Liebesgöttin Aphrodite, nachdem diese ihm die schönste Frau der Welt – Helena – versprochen hatte. In der Folge löste er damit den Trojanischen Krieg aus. Labuhn stellt seine Exlibris-Sammlung, in der über 100 Künstler aus 23 Ländern vertreten sind, dem Winckelmann-Museum nun für eine Sonderausstellung zur Verfügung. Renommierte Künstler wie Wolfgang Böttcher, Ernst Hassebrauk, Hans Ticha oder Karl-Georg Hirsch offenbaren hier heiter oder gelehrsam, ironisch oder auch nachdenklich ihre ganz persönliche Sicht auf die Antike. Ergänzt wird die Sammlung durch 80 Grafiken.
Gesellschaften im Wandel. Funerärer Aufwand und soziale Wirklichkeit im frühstaatlichen Mespotamien und Ägypten anhand von Grabbefunden aus Ur und Kafr Tarkhan. Janßen, Ursula. 2015. 308 S. 38 Diagramm(e), 26 Abb. 2 Karte(n), 18 Tabelle(n). 27 x 21 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-19376-4 Harrassowitz Verlag
Dieser Band zieht einen qualitativen Vergleich der Darstellung sozialer Stratifizierung innerhalb der Bestattungssitten im frühdynastischen Südmesopotamien und im frühdynastischen Ägypten am Übergang vom 4. zum 3. Jahrtausend v.Chr. Eine Gegenüberstellung der beiden Regionen bietet sich wegen ihrer offenkundigen Gemeinsamkeiten und in mehrfacher Hinsicht beträchtlichen Unterschiede an.
Als Materialgrundlage dienen die Gräberfelder von Ur in Südmesopotamien und Tarkhan in Mittelägypten, die jeweils in ihrer Region die größten bekannten Gräberfelder ihrer Zeit darstellen. Die funeräre Symbolwelt bezieht sich in beiden Gesellschaften in verschiedener Weise auf die tatsächlichen sozialen Strukturen. Die beobachteten Differenzen lassen sich durch Unterschiede der Gesellschaften in Stadtstaat und Flächenstaat und die – zumindest zum Teil damit verbundenen – unterschiedlichen Jenseitsvorstellungen als kontrastierende bzw. bestätigende Sinnwelten im Sinne des sozialen Konstruktionismus erklären.
Papiri Greci da Tebtynis della Università di Padova. Volume 1 (P. Tebt. Pad 1–25). Soldati, Agostino. 2015. Italienisch. 150 S. 30 Tafel(n). 24 x 17 cm. Engl. Broschur. EUR 38,00. ISBN: 978-3-447-19368-9 Harrassowitz Verlag
Dieser Band enthält die Edition 25 unedierter literarischer und dokumentarischer Texte in griechischer Sprache, die seit 1935 in der Papyrus-Sammlung der Università degli Studî di Padova aufbewahrt werden. Sie wurden bei den von Carlo Anti und Gilberto Bagnani geleiteten Ausgrabungen in Tebtynis (’Ummu ’l-Buraygat) gefunden.
In der Einleitung zu der Edition der Texte wird ein Überblick über die Papyrussammlung der Universität Padua gegeben. Die Edition beinhaltet zunächst fünf literarische Fragmente, die neue Testimonien des Textes der homerischen Ilias aus römischer Zeit (1.–3. Jahrhundert n.Chr.) sind. Sie bieten manche aus sprachlicher und orthografischer Sicht bemerkenswerte Variante, zum Beispiel einen neuen Nachweis eines geschriebenen Digammas. Die 20 dokumentarischen Texte stammen aus der ptolemäischen und römischen Zeit. Verschiedene Urkundengattungen sind vertreten wie amtliche Korrespondenz, Privatbriefe, Steuer-Quittungen, Verträge und landwirtschaftliche Rechnungen. Von besonderer Bedeutung sind einige Urkunden aus dem 2.–1. Jahrhundert v.Chr. betreffs der Tätigkeiten von ansonsten spärlich bezeugten ägyptischen Offizieren: den Laarchen. Solche Kommandeure führten die Oberaufsicht über die militärischen Verbände (laarchíai) der auf Soldatenlehen (klêroi) angesiedelten einheimischen Soldaten (máchimoi). Von größtem Interesse sind in diesem Zusammenhang ein fast vollständig erhaltener Brief, der von einem bereits bekannten Laarchen namens Chomênis verfasst wurde, und eine an den Laarch Isidotos gerichtete Klagschrift.
Der Band ist von besonderem Interesse für Papyrologie, Klassische Philologie, Alte Geschichte und Ägyptologie.
Wie es zum Trojanischen Krieg kam. Internationale Winckelmann-Gesellschaft Stendal. 2015. 60 S., 14. Abb. 30 x 21 cm. Pb. EUR 25,00 ISBN: 978-3-447-10420-3 Harrassowitz Verlag
Im Nachlass von Roland Hampe (1908 -1981) befanden sich diese Kapitel in verschiedenen Schreibmaschinen-Abzügen, mit Zusätzen in Handschrift. Eine der Fassungen wurde von mir herausgegeben in R. Hampe „Antikes und modernes Griechenland“. Kulturgeschichte der antiken Welt. Band 22 (Philipp von Zabern Mainz 1984). Daraus geht hervor, dass es sich um Probekapitel für eine geplante Erzählung der griechischen Heldensage handelt.
Die Verwendung früher bildlicher Quellen beim Erzählen griechischer Mythen war damals etwas Neues. Im Jahrhundert zuvor hatte Gustav Schwab für sein berühmtes dreibändiges Werk „Die schönsten Sagen des Klassischen Altertums“ (1838/40) nicht aus jenen Quellen geschöpft. Das Fach Klassische Archäologie war an den Universitäten noch nicht geboren. Die antiken Tongefäße, auf denen die meisten Sagenbilder überliefert sind, konnten zu Schwabes Zeit weder lokalisiert noch datiert werden. Hampe war durch die Arbeit an seiner Dissertation ber frühe griechische Sagenbilder tief in den antiken Mythos eingedrungen. In dem uns verlorenen Epos KYPRIA ging es um die Vorgeschichte und die Anfangsjahre des langen trojanischen Krieges.
Der Plan des jungen Archäologen, den griechischen Mythos neu zu erzählen, fiel dem damaligen politischen Geschehen zum Opfer. Im Herbst 1939 musste Hampe als Soldat in den Krieg. Er verlor dadurch kostbare Jahre seines wissenschaftlichen Lebens. Nach seiner Rückkehr erhielt er 1946 einen Ruf an die Universität Kiel. Es handelte sich um die Wiederholung eines früheren Rufes, den der nationalsozialistische Staat, weil Hampe kein Parteimitglied war, verhindert hatte.
Das Charisma der Könige. Zur Konzeption des altorientalischen Königtums im Hinblick auf Urartu. Philippika. Altertumskundliche Abhandlungen (84). Linke, Julia. 2015. 344S. 34 Abb. , 7 Karte(n), 9 Tabelle(n). EUR 48,00. CHF 67,50 ISBN: 978-3-447-19356-6 Harrassowitz Verlag
Das altorientalische Reich Urartu mit seinem Zentrum im heutigen Ostanatolien war in seiner Blütezeit (9. bis 7. Jahrhundert v. Chr.) ein ernst zu nehmender Rivale Assyriens. Das Bild, das die zeitgenössischen assyrischen Quellen vom Nachbarn Urartu zeichnen, ist aufgrund der in erster Linie kriegerischen Kontakte zwischen den Reichen zum einen stark tendenziös gefärbt. Zum anderen baut es aber ebenso stark auf dem Selbstbild Assyriens auf und entspricht diesem auch weitgehend – demnach ist Urartu ein zentralisierter Staat, regiert von einem König, aufgeteilt in Provinzen, versehen mit einem differenzierten Beamtenapparat. Die Frage ist, wie weit dieses Bild den tatsächlichen Umständen in Urartu nahekommt und wie in Urartu selbst das Königtum gesehen wird. Schon der Name, den die Urartäer ihrem Land geben, ist ein anderer als der aus Assyrien stammende: Sie nennen es Biainili>/i>.
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, das urartäische Königtum, sein Selbstbild und die Selbstinszenierung seiner Könige so weit wie möglich aus urartäischen Quellen zu erschließen und des Weiteren mögliche Übernahmen aus anderen altorientalischen Kulturen auszumachen. Dabei geht es insgesamt weniger um die Rekonstruktion vorgeblich „historischer Realitäten“ als vielmehr um eine Annäherung an die ideologische Gedankenwelt des urartäischen Königtums. Fokus und roter Faden der Untersuchung ist stets der König als Amtsperson.
Hercules in der Spätantike. Die Rolle des Heros im Spannungsfeld von Heidentum und Christentum. Philippika. Altertumskundliche Abhandlungen (89). 2015. Eppinger, Alexandra. 422 S. 14 Tafel(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-447-10418-0 Harrassowitz Verlag
Alexandra Eppingers Monografie bietet den ersten umfassenden Überblick über die vielfältigen Erscheinungsformen des Heros/Gottes Hercules in den Jahren zwischen ca. 250 und 600 n.Chr. In ihrer Vielschichtigkeit ist die Herculesfigur ein Kristallisationspunkt religiöser, sozialer, politischer und kulturgeschichtlicher Entwicklungen der Spätantike und eignet sich daher in besonderem Maße dazu, den Umgang mit der heidnischen Überlieferung im Spannungsfeld von Heidentum und Christentum aufzuzeigen. In die Untersuchung wurde die gesamte Bandbreite der antiken Zeugnisse einbezogen, archäologische Hinterlassenschaften ebenso wie Münzen, Inschriften, Papyri und literarische Texte. Das Buch bietet eine Analyse des Umgangs mit Hercules sowohl im privaten Umfeld der Menschen als auch im öffentlichen Raum spätantiker Städte. Illustriert wird daneben die Sicht christlicher und heidnischer Schriftsteller der Spätantike auf den Heros. Der einhelligen Verurteilung durch die Kirchenväter wird dabei das religiös neutrale Bild des Tugendvorbildes (exemplum virtutis) gegenübergestellt, als welches Hercules auch christlichen Kaisern diente. Das Bild des spätantiken Hercules wird abgerundet durch einen Blick auf die letzten Manifestationen seines Kultes und eine kritische Interpretation der angeblichen Instrumentalisierung des Jupitersohnes in einem religionspolitischen, anti-christlichen Sinn im späteren 4. Jahrhundert n.Chr. im Rahmen einer lange in der Forschung postulierten „heidnischen Reaktion“ gegen das christliche Kaisertum.
Ausgezeichnet mit dem Philippika Preis 2013
Max Klinger 1857 – 1920. Meistergraphik und Zeichnungen vom Jugendstil zum Surrealismus. 2015. Hrsg.: Internationale Winckelmann-Gesellschaft Stendal. 104 S. 120 Abb. 30 x 21 cm. Engl. Br. EUR 30,00. CHF 40,90 ISBN: 978-3-447-10453-1 Harrassowitz Verlag
Max Klingers (1857–1920) umfangreiches graphisches Werk zählt zu den besten Leistungen der deutschen Graphik. Er entwickelte die Tiefdruckverfahren Radierung und Aquatinta zur Perfektion, variierte sie mit anderen Techniken wie Kupferstich, Schabkunst oder Lithographie. Wegen seiner stark subjektiven, mythologisierenden bis psychologisierenden Tiefenschau und der Kombination aus realistischer und symbolisch verschlüsselter Bildsprache zählt man ihn zu Recht zu einem der Hauptmeister des deutschen Symbolismus.
Die Ausstellung zeigt bisher unveröffentlichte Zeichnungen Max Klingers aus einer sächsischen Privatsammlung. Erstmals überhaupt wird in Stendal die bisher als verschollen geglaubte, 1886 entstandene erste Entwurfszeichnung des Thrones für das Leipziger Beethoven-Denkmal gezeigt.
Thematisiert ist auch Klingers Affinität für die Antike. Schon in seinen jungen Jahren beschäftigte er sich mit antiken Göttern, Helden und Mythen, wenngleich auf ironische, zuweilen respektlose Weise. Später dienten ihm antike und christliche Elemente als Bausteine seiner Werke.
Mythos Yimeng. Eine chinesische Bergregion und ihre Entwicklung zum Erinnerungsraum. 2015. Monschein, Ylva. Opera Sinologi(29). 950 S. 38 Abb., 9 Karte(n), 24 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 148,00. CHF 199,00 ISBN: 978-3-447-10351-0 Harrassowitz Verlag
Bald nach seinem Amtsantritt 2013 besuchte Präsident Xi Jinping eine Ausstellung zum „Geist von Yimeng“ in Linyi. Die „Volksweise vom Yimeng-Bergland“, die alte Erkennungsmelodie eines Landschaftsidylls, kursierte da bereits seit Jahren in der Gesangsversion der neuen First Lady. Was hat es mit diesem Gebiet auf sich, das in Atlanten nicht zu finden ist und doch für weit mehr steht als für ein im Westen kaum bekanntes Mittelgebirge der ostchinesischen Provinz Shandong? Als Schwerpunktregion des staatlichen Armutsprogramms und wichtigste Revolutionsbasis neben Yan’an und Jinggangshan erlebte der „mit Orden dekorierte Bettler“ Yimeng seit Beginn der Reformära in den 1980er-Jahren eine mediale Hochkonjunktur, deren Hintergründe der Klärung bedürfen.
In einem multiperspektivischen Ansatz – über die Betrachtungssphären (kultur-)historischer Grundmuster, Revolutionsgeschichte, Umwelt und Entwicklung – untersucht Ylva Monschein den Werdegang des administrativ diffusen Konglomerats von der Art eines Okzitanien oder Appalachia und seine ideelle Karriere als traumhafter und traumatischer Erinnerungsraum im 20. Jahrhundert. Die Befunde liefern, durch Quellen und Übersetzungen ausgiebig belegt, Hinweise auf das stoffliche Arsenal, aus dem sich der politische Mythos speist, wenn er über moderne Unterhaltungsmedien ins Werk gesetzt wird. Im Zeichen gesellschaftlicher Transformation verbinden sich konkretes Habitat und Umwelt mit ideologisch verklärtem Gedächtnisraum zu einer modernen, planbaren Zukunftsvision von Yimeng, das zu einer Zeit erste Formen angenommen hatte, als Chinas Existenz auf dem Spiel stand und sich neue Machtstrukturen an der Peripherie herausbildeten.
Church and Society in Modern Russia. Essays in Honor of Gregory L. Freeze. 2015. Hrsg.: Hildermeier, Manfred; Kimerling Wirtschafter, Elise. Engl. 238 S. 1 Abb, 12 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Pb. EUR 48,00. CHF 63,90 ISBN: 978-3-447-10414-2 Harrassowitz Verlag
Le cercueil et la couverture de momie de Padikhonsou au temps des rois-prêtres. (Lyon, musée des Beaux-Arts, H 2320 - H 2321). Jamen, France. Studien zum Altägyptischen Totenbuch 19. 2015. engl/Franz. 240 S., 67 Abb, 19 Tafeln. 30 x 21 xm Gb. EUR 89,00 CHF 119,00 ISBN: 978-3-447-10372-5 Harrassowitz Verlag
The Museum of Fine Arts in Lyon houses coffin H 2320 and its mummy cover H 2321 belonging to the pure priest, lector priest and embalmer Padikhonsu. The decoration of this unpublished material of unknown origin, made from traditional local woods (Ficus sycomorus L. and tamarisk), differs from contemporary creations. Indeed, the external decoration of the lid has a white background with a low density of features, whereas the box is painted in yellow. Furthermore, the inner decoration of the lid shows a frieze extracted from Chapter 17 of the Book of the Dead combined with a long hieroglyphic inscription, including two mortuary formulae and Chapter 1 of the Book of the Dead. The inside of the mummy cover is mainly illustrated with extracts from the 10th and 11th hours of the Book of Amduat. Ultimately, stylistic, iconographic and palaeographic criteria suggest a dating of this funerary equipment at the end of the 21st Dynasty, and it is even likely that it was produced during the pontificate of Pinedjem II (990–969 BC). Yet, as the yellow background of the external box represents an essential characteristic of Theban coffins from the 21st Dynasty, this coffin most probably comes from Thebes.
The book contains a complete iconographic, textual and technical study of this coffin and its mummy cover and tries to replace it in its historical context by focusing on the name, the titles and the social status of its owner under the government of the High Priests of Amun. A wood analysis was conducted by Victoria Asensi Amoros, expert micrograph of wood (UPMC-Paris VI).
The book is written in French.
Assoziationsraum Wunderkammer. Zeitgenössische Künste zur Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen. Baetzner, Nike. 2015. 248S. 24 x 17 cm. 32 Postkarten, 149 Abb. EUR 29,00. CHF 39,90. ISBN: 978-3-447-10388-6 Harrassowitz Verlag
Codex und Geltung. Hrsg.: Heinzer, Felix; Schmit, Hans-Peter. 2015. 212S. 24 x 16 cm. 41 Abb. EUR 59,00. CHF 78,90. ISBN: 978-3-447-10390-9 Harrassowitz Verlag
Welche Rolle spielt der mittelalterliche Codex als materielle oder auch nur virtuelle – imaginierte – Instanz für die Autorisierung von Texten, und in welchem Maß kann der Codex umgekehrt selbst zum Objekt von Aufwertung und Autorisierung werden? Diesen Fragen widmete sich ein Arbeitsgespräch des Mediävistischen Arbeitskreises der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Herbst 2010; es markierte nach den Tagungen von 2006 („Codex und Raum“) und 2008 („Codex im Diskurs“) den Abschluss einer dreiteiligen Folge von Veranstaltungen zu Geschichte und Theorie der vormodernen Buchhandschrift. Die Fokussierung auf Geltungs- und Auratisierungsaspekte des dominierenden Trägers mittelalterlicher Textkultur legt auch gegenläufige Phänomene frei: Aspekte der Infragestellung und Relativierung oder gar der Fragmentierung und damit des Geltungsverlustes bis hin zur Aufhebung und Zerstörung des Codex. Noch im Prozess der Auflösung eines Codex konnte ihm bzw. Teilen davon durch ein gezieltes „Recycling“ indes auch fortdauernde Geltung in veränderten Kontexten – sozusagen jenseits des ursprünglichen Codex – verliehen werden.
Die in Wolfenbüttel präsentierten Vorträge, die in den vorliegenden Band eingegangen sind, stehen in einem dezidiert interdisziplinären Rahmen, der die Bereiche von Geschichte, Germanistik, Byzantinistik, Kunstgeschichte, Liturgiewissenschaft und Musikwissenschaft umfasst. Dabei werden inhaltliche Aspekte gezielt mit Fragen nach Materialität und Medialität der Überlieferungsträger in Verbindung gebracht; zumindest ansatzweise eröffnen sich auch Seitenblicke über die Grenzen des abendländisch-lateinischen Mittelalters hinaus sowie diachrone Perspektiven bis in die (frühe) Neuzeit hinein.
The Duke of Zhou Changes. A Study and Annotated Translation of the Zhouyi. Field, Stephen L. 2015. Engl. 283S. 22 x 15 cm. 17 Abb., 71 Tabelle(n). EUR 68,00. CHF 89,00. ISBN: 978-3-447-10406-7 Harrassowitz Verlag
Qa?na and the Networks of Bronze Age Globalism. Proceedings of an International Conference in Stuttgart and Tübingen in October 2009. Hrsg.: Pfälzner, Peter; Al-Maqdissi, Michel. 2015. Engl. 562S. 31 x 24 cm. Gb. EUR 158,00. CHF 213,00. ISBN: 978-3-447-10350-3 Harrassowitz Verlag
In October 2009, the exhibition Treasures of Ancient Syria was opened in the Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. The focal point of the exhibition was the newly discovered ancient city of Qatna, center of a 2nd millennium BC kingdom of the same name located in present day Syria. The inauguration of the exhibition served as an occasion to invite this field of study’s large international academic community to a conference entitled Qatna and the Networks of Bronze Age Globalism. Hence, from 17th to 20th October 2009, the newest research findings on Qatna, Syria, and the neighboring regions in the 2nd millennium BC were presented and discussed in Stuttgart and Tübingen.
The papers published within this book are organized into various thematic categories: Section I, Qatna and the International World of the Bronze Age; Section II, Qatna and Its Syrian Neighbours: Historical Relations and Cultural Contacts; Section III, Materials from Qatna and International Exchange; Section IV, Archaeological and Scientific Investigations at Tell Mishrife/Qatna in a Diachronic Perspective; in Section V, the closing discussions of the conference are published. The proceedings of the conference published within this volume provide a truly unique insight into the world of the ancient Near East in the Middle and Late Bronze Age.
Schriftlandschaften, Bildungslandschaften und religiöse Landschaften des Mittelalters in Norddeutschland. Röckelein, Hedwig. 2015. 109S. 24 x 16 cm. 9 Abb., 17 Karte(n). EUR 14,80. CHF 21,90. ISBN: 978-3-447-10393-0 Harrassowitz Verlag
Die Schrift- und Bildungslandschaften des Mittelalters wurden in Norddeutschland weitgehend von Mönchen, Nonnen und Klerikern geprägt. Im Laufe der Jahrhunderte ging in zahlreichen Brand- und Hochwasserkatastrophen, in Kriegen, durch Plünderungen und monastische Reformen der größte Teil der Handschriften und Drucke, die in Klöstern, Kollegiat- und Kanonissenstiften, in Kathedral-, Stift- und Stadtschulen sowie Universitäten hergestellt oder benutzt wurden, verloren.
Der Text rekonstruiert erstmals überblicksartig die verlorenen und die erhaltenen Bücher der geistlichen Einrichtungen im norddeutschen Raum und stellt die europaweiten religiösen, intellektuellen und sozialen Netzwerke dar, in denen die Schrift- und Lesekundigen agierten und in denen Wissen im Medium der Schrift kursierte. Die Schrift- und Bildungslandschaften weisen neben Zonen hoher Verdichtung viele weiße Flecken auf. Während der Transfer des Schriftgutes und des Wissens im frühen und hohen Mittelalter auf weiträumigen, internationalen Kontakten basierte, nahmen diese paradoxerweise mit zunehmender Verdichtung der Bildungseinrichtungen im Spätmittelalter ab.
Buddhist Stone Sutras in China. Shandong Province 2. 2015. Hrsg.: Ledderose, Lothar; Wang, Yongbo; Wenzel, Claudia. Engl. ;Chinesisch. 480 S. 38 x 29 cm. Gb. EUR 154,00. CHF 207,00 ISBN: 978-3-447-10329-9 Harrassowitz Verlag
The second volume on Buddhist stone sutras in Shandong presents the extant inscriptions on the four mountains around the city of Zoucheng: Mount Yi (564 and before 572), Mount Tie (579), Mount Ge (580), and Mount Gang (580). The studies of these inscriptions began in the late 18th century. The history of this scholarly enterprise is discussed in the introductory essay by Lothar Ledderose, “Epigraphers in Zoucheng”.
The inscription of 564 with key passage from the Sutra on the Great Perfection of Wisdom Spoken by Mañjusri on the peak of Mount Yi was only discovered in the 1990s, and its colophon in 2002. A colophon to the same passage engraved further down the mountain names Hulü Wudu of the Northern Qi, probably a Xianbei, who was executed in 572. On Mount Tie a passage from the Great Collection Sutra is carved in the shape of a stele, more than 50 meters high. Its colophon, entitled Stone Hymn, is with a height of 17 meters the largest in China. It is also remarkable for its discussion of the aesthetics of calligraphy. Engraved on Mount Ge is a passage from the Vimalakirti Sutra. The inscriptions on Mount Gang are unique in being distributed over more than thirty cliffs and boulders. The passage describes the enchanting scenery on Mount Malaya, where the Buddha preached the Lankavatara Sutra to a great assembly. Pilgrims read the full text, as they climb the mountain. All texts are fully documented in photographs and rubbings; they are transcribed and translated into English. The volume is in Chinese and English
The research team, led by Lothar Ledderose, includes a group at the Heidelberger Akademie der Wissenschaften, and specialists from China, Japan, Europe, and America.
Stiftsbibliothek und Kirchenschatz. Materielle Kultur in den Chorfrauenstiften Steterburg und Heiningen. 2015. Kruse, Britta-Juliane. Wolfenbütteler Mittelalter-Studien (28). 460 S. 100 Abb. Engl. Br.EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-447-10291-9 Harrassowitz Verlag
Mittelalterliche Klosterbibliotheken und Kirchenschätze, über Jahrhunderte ergänzt, wurden im Zuge der Reformation kurzfristig aufgelöst oder gar zerstört. Die Handschriften und frühen Drucke aus den Augustiner-Chorfrauenstiften Steterburg und Heiningen nahe Braunschweig sind daher von besonderer Bedeutung, denn ihre große Anzahl bildete die Basis für Bibliotheksrekonstruktionen, deren Ergebnisse als Leitfaden durch das vorliegende Buch führen. Urheber dieses Glücksfalls war Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg, der 1572 einen Großteil der heute bis zu 900 Jahre alten Bücher aus den Stiften in seine gerade gegründete Bibliothek zu Wolfenbüttel transferieren ließ. Diese bibliophilen Kostbarkeiten wurden nicht nur in Auftrag gegeben, gestiftet und gesammelt; einen größeren Teil schrieben und illustrierten die Chorfrauen selbst und fertigten auch die sehr kreativ gestalteten Einbände an. Zusammen mit den niederdeutschen und lateinischen Schriften in den rund 150 Büchern, darunter viele Raritäten, bieten der Buchschmuck und die vielen Benutzungsspuren einen anschaulichen Einblick in die Materialität mittelalterlicher Bücher.
Einen virtuellen Rundgang durch die heute völlig veränderte Steterburger Stiftskirche, von deren Altären, liturgischen Geräten, Heiligenbildern und Textilien kaum noch etwas erhalten ist, ermöglichen die Daten und Fakten des hier ebenfalls publizierten Inventars des Steterburger Kirchenschatzes.
Dieses Buch ist als Fortführung und Ergänzung des Katalogs „Rosenkränze und Seelengärten. Bildung und Frömmigkeit in niedersächsischen Frauenklöstern“ konzipiert, der 2013 begleitend zu der gleichnamigen Ausstellung in der Herzog August Bibliothek erschien
Kunst der Täuschung. Über Status und Bedeutung ästhetischer und dämonischer Illusion in der Frühen Neuzeit in Italien und Frankreich. Internationaler Workshop 12.2014. Hrsg.: Dickhaut, Kirsten. culturae. intermedialität und historische anthropologie (13). 2015. 500 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 84,00. CHF 109,00 ISBN: 978-3-447-10384-8 Harrassowitz Verlag
Aus heutiger Sicht mag es erstaunlich sein, dass im theologischen Diskurs und in der frühneuzeitlichen Inquisition Illusionen als zentrales Kennzeichen dämonisch-teuflischer Aktivitäten galten. Ausgehend von dieser Beobachtung erörtern internationale Experten der Dämonologie, Theologie, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte wie auch der Komparatistik, Germanistik, Anglistik, Romanistik, Theaterhistoriografie und Kunstgeschichte Wirkungen der dämonischen Konnotation und Konsequenzen für die Semantik von Illusionen in der Kultur-, Literatur- und Kunstgeschichte. Auf diese Weise werden erstmals die zeitgenössischen Argumentationsmuster und Reflexionen des Zusammenhangs von dämonischer und ästhetischer Illusion mit Blick auf die Romania herausgestellt.
Der Band zeigt, wie das in allen Künsten proliferierende Illusionsthema nicht einfach nur als Wirkungselement oder Effekt künstlerischer Techniken zu begreifen ist; vielmehr legen die Analysen die Polyvalenz von Illusionen und das zugrundeliegende dämonische Modell offen. Dass das Erkennen der Ursache von Illusionen ein epistemologisches Problem darstellt, bildet deshalb das strukturbildende, zentrale Element der behandelten zeitgenössischen Texte. Der Band präsentiert zum einen Analysen dämonologischer Schriften wie den Hexenhammer, Jean Weyers Cinq livres de l’imposture et tromperie des diables, des enchantements et sorcelleries und Bodins De la Démonomanie des sorciers, zum anderen neue Perspektiven auf die Werke Ariostos, Bibbienas und Machiavellis sowie auf zentrale Texte von Ignatius von Loyola, Pascal, Corneille und Molière.
Ägyptische Magie und ihre Umwelt. Jördens, Andrea. Philippika. Altertumskundliche Abhandlungen (80). 2015. 379 S. 25 Abb., 3 Diagramm(e), 2 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 48,00. CHF 63,90 ISBN: 978-3-447-10316-9 Harrassowitz Verlag
Dem antiken Verständnis nach war Magie weit mehr als nur ein Sammelsurium esoterischer Praktiken und Rituale, die vor allem zum eigenen Nutzen und zum Schaden anderer eingesetzt wurden. Vielmehr sind darunter alle religiösen Handlungen jenseits der institutionalisierten Kultausübung zu fassen.
Dies zeigen auch die zwölf Aufsätze, die aus der im Frühjahr 2011 anlässlich der Rückkehr eines lange vermissten Heidelberger Zauberbüchleins organisierten Ausstellung Ägyptische Magie im Wandel der Zeiten hervorgingen. Nunmehr um eine außerägyptische Perspektive erweitert, reicht der zeitliche Rahmen der Beiträge in diesem Band von den Anfängen der Schriftlichkeit im Zweistromland und dem Alten Ägypten bis tief in das koptischsprachige Mittelalter hinein. Überblicksartikel vermitteln einen Eindruck von Magie in Mesopotamien und im Vorderen Orient sowie im spätzeitlichen Ägypten. Daneben stehen thematische Beiträge zu solchen Bereichen, in denen man sich bevorzugt magischer Mittel bediente, so beim Schutz der Grabstätte, bei der Abwehr von Schlangen und Skorpionen, im medizinischen Bereich und mit besonderer Energie bei der Verfolgung sexueller Ziele. Ägyptische und griechische Papyri, aber auch die gern mit Zeichnungen verbundenen koptischen Zaubertexte führen eine beunruhigende Vielfalt und Gestalt hilfreicher oder schädlicher Mächte vor Augen; magische Elemente im Neuen Testament kommen ebenso zur Sprache wie das breite Feld der Zahlensymbolik. Aus den hier erstmals systematisch zusammengestellten Magica der Heidelberger Papyrussammlung wird zugleich die große Rolle deutlich, die die Überlieferungslage für unsere Kenntnis all dessen spielt
Die Buchbestände des Augustiner-Chorherrenstifts Georgenberg bei Goslar im Mittelalter bis zur Zerstörung 1527. Schevel, Jochen. Wolfenbütteler Mittelalter-Studien (27). 2015. 576 S. 57 Abb. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-447-10289-6 Harrassowitz Verlag
Am 22. Juli 1527 wurde das Augustiner-Chorherrenstift Georgenberg vor Goslar bei Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Goslar und Herzog Heinrich dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel zerstört und geplündert. Einen großen Teil der dabei auf das Vorwerk Grauhof geretteten Bücher des Stifts ließ Herzog Heinrich Julius schließlich 1603 in die Hofbibliothek nach Wolfenbüttel überführen.
Die vorliegende Arbeit geht den teils verschlungenen Wegen der heute noch vorhandenen Handschriften, Inkunabeln und Frühdrucke aus dem Besitz der Georgenberger Chorherren nach. Das sich hieraus ergebende Corpus wurde einer Untersuchung hinsichtlich der vielfältigen kodikologischen und inhaltlichen Merkmale der Bücher unterzogen. Anhand von Gebrauchsspuren und Besitzvermerken konnten die Wege einzelner Bände ins Stift nachvollzogen werden. Damit wird deutlich, wo und wie die Georgenberger Chorherren Werke erworben haben, mit denen sie ihre Bibliothek aufbauten. Titel- und Signaturschilder geben dabei Auskunft über die inhaltliche Ordnung der Bücher in der Bibliothek; auch jene Bände, die an anderen Orten des Stifts aufbewahrt waren, finden in der Untersuchung Berücksichtigung. Einen weiteren Aspekt bilden die Veränderungen, denen die Georgenberger Buchbestände vom 12. bis zum 16. Jahrhundert unterworfen waren.
Diese Arbeit bietet damit erstmalig einen komprehensiven Überblick über die noch existierenden Bücher des mittelalterlichen Augustiner-Chorherrenstifts Georgenberg sowie eine eingehende Untersuchung dieser Bände, aus der sich ein umfassender Katalog typischer Merkmale sowohl der Georgenberger Bücher als auch der Entwicklung der Georgenberger Buchbestände ergibt.
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