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"Mit göttlicher Güte geadelt". Adel und Hallescher Pietismus im Spiegel der fürstlichen Sammlungen Stolberg-Wernigerode. Katalog zur Jahresaussstellung der Franckeschen Stiftungen vom 19. Oktober 2014 bis 22. März 2015. Hrsg.: Veltmann, Claus; Ruhland, Thomas. Kataloge der Franckeschen Stiftungen (31). 2014. 160 S. Engl. Br. EUR 24,00. CHF 34,50 ISBN: 978-3-447-10256-8 Harrassowitz Verlag
Die prunkvolle Repräsentanz des hohen Adels im 18. Jahrhundert und die sprichwörtliche Schlichtheit des Pietismus könnten gegensätzlicher nicht sein. Doch was ist mit dem bisher kaum erforschten und äußerst vielfältigen Beziehungsgeflecht von Adel und Pietismus? Ausgehend von der Sammlung der fürstlichen Familie Stolberg-Wernigerode zeigt die Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen 2014 die Ambiguität der Lebenswelt des Grafen Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1691-1771) und seiner Familie zwischen barocker Prachtentfaltung und tiefer Religiosität im pietistischen Sinne.
Der wissenschaftliche Begleitkatalog nähert sich dieser Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln und entwirft so ein breit gefächertes und teils überraschendes Panorama adliger Kultur und christlicher Lebensführung. Einem Überblick über Vielfalt und Entwicklung des Adels im mitteldeutschen Raum folgen eine Studie über die vielschichtigen Allianzsysteme und politischen Strategien der Reichsgrafen sowie ein Beitrag zur Grafschaft Wernigerode unter dem Ehepaar Christian Ernst und Sophie Charlotte. Dass das Beziehungsgeflecht von Adel und Pietismus weit über den mitteldeutschen Raum hinaus wirkte, zeigen Beiträge zu den pietistischen Verbindungen ins Königreich Dänemark und den dorthin vermittelten pietistischen Adligen am Hof wie auch zu der bemerkenswerten politischen Allianz von Adel und Pietismus zur Unterstützung des Protestantismus in Schlesien. Beschlossen wird der Band mit einer Untersuchung über das Projekt der pietistischen Adelserziehung im Königlichen Pädagogium in den Franckeschen Stiftungen, welches die enge Beziehung von adliger und pietistischer Lebenswelt noch einmal symbolisch betont.
Jüdische Räume und Topographien in Ost(mittel)europa. Konstruktionen in Literatur und Kultur. Hrsg.: Smola, Klavdia; Terpitz, Olaf. Opera Slavi(61). 2014. 320. S. 28 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 68,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-447-10281-0 Harrassowitz Verlag
Die mit dem spatial turn sich vermehrt entwickelnde Fokussierung auf den (geografischen) Raum als kulturelle Größe hat für die kultur- und literaturwissenschaftliche Erkundung des Judentums eine ganz besondere Bedeutung: Hier werden semantische Repräsentationen der für die jüdische Kultur und Geschichte zentralen Begriffe von Heimat und Exil oder des Verhältnisses zwischen Zentrum (Palästina) und Peripherie (Diaspora) hinterfragt.
Der von Klavdia Smola und Olaf Terpitz herausgegebene Sammelband widmet sich den Raumkonstruktionen und topografischen Projektionen in jüdischen Kulturen unter einem slavistischen Blickwinkel. Dabei stehen nicht allein minoritäre Kulturen und Literaturen im Mittelpunkt des Interesses, sondern speziell die sie auszeichnenden Orte pluraler Existenz in Osteuropa. Historische Identitätskonzepte und (heteromediale) Poetiken, aber auch spezifische Sprachkonstrukte slavisch-jüdischer Räume werden topografisch und geokulturell analysiert. Thematisch erfasst der Band die Rekonstruktion und Reaktualisierung von Orten und Räumen in verschiedenen Medien des ästhetischen Ausdrucks: in Literatur, Performance und Film. Es werden visuelle, multimediale und museale Praktiken der jüngsten künstlerischen Geschichtsanalysen, mythenbildende Kulturmechanismen der spätsowjetischen jüdischen Dissens-Prosa, Gedächtnisräume der postkommunistischen Literatur, jüdische heterokulturelle und -linguale urbane Räume im Feuilleton um die vorletzte Jahrhundertwende, ironische Raumkonstruktionen im frühsowjetischen Schelmenroman sowie das sprachkulturelle Neben- und Gegeneinander des KZ Theresienstadt erkundet.
"Pharmakeía und crimen magiae". Frauen und Magie in der griechisch-römischen Antike. Rücker, Michaela. Philippika. Altertumskundliche Abhandlungen (78). 2014. 288 S. 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 58,00. CHF 77,90 ISBN: 978-3-447-10283-4 Harrassowitz Verlag
Magie war im Leben der antiken Menschen ein fester Bestandteil des kollektiven und religiösen Miteinanders. Der Umgang mit Magie war gesellschaftlichen, sozialen und politischen Änderungen unterworfen, die sich vor allem auf der rechtlichen Ebene bemerkbar machten.
Michaela Rücker definiert in ihrer Studie die antiken Begrifflichkeiten von Magie und untersucht das Verhältnis von Magie zu verwandten Bereichen wie Religion und Medizin. Um den engen Zusammenhang von Magie, Religion und Medizin herauszustellen, wählt sie eine Dreiteilung in magische Akteure, magische Handlung und magische Mittel. Die juristischen Grundlagen für den Umgang mit magischen Handlungen und Akteuren werden anhand ausgewählter Beispiele in ihrem Einfluss auf die Magieprozesse analysiert. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Anklagen gegen Frauen. Deren enge Verbindung mit der Magie wurde seit den homerischen Epen in den literarischen Quellen postuliert, was darauf hinweist, wie sehr sich Realität und Fiktion hier überschneiden.
Schwerpunkte der Untersuchung sind das Athen der klassischen Zeit und Rom bis zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. Die Untersuchung liefert Erklärungsansätze für das unterschiedliche Rechtsverständnis beider Gesellschaften im Umgang mit Magie, insbesondere hinsichtlich dessen Anwendung vor Gericht.
Rechtshandschriften des deutschen Mittelalters. Produktionswege und Importwege. Hrsg.: Carmassi, Patrizia; Drossbach, Gisela. Wolfenbütteler Mittelalter-Studien (29). 2014. 416. S. 63 Abb. Engl. Br. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-447-10293-3 Harrassowitz Verlag
Die grundlegenden Fragen der Produktion, der Distribution und der Rezeption juristischer Handschriften werden in diesem interdisziplinär angelegten Band insbesondere anhand der heute in der Universitätsbibliothek Halle aufbewahrten juristischen Texte aus der Halberstädter Dombibliothek und der Stiftskirche Unserer Lieben Frau beleuchtet.
Dabei werden folgende Fragenkomplexe diskutiert: Wann und aus welchen Gründen und Motiven wurden die Rechtshandschriften gesammelt? Wo verliefen die geografischen und institutionellen Wege des Handschriftentransfers, welche Akteure waren beteiligt? Welche Rolle spielten die Halberstädter Bildungseinrichtungen, ihre Institutionengeschichte, ihre Organisationsformen und die dort vermittelten Inhalte? Welche Aufschlüsse gibt der Codex in der Materialität seiner Benutzung? Somit reihen sich die Untersuchungen in diesem Band trefflich in moderne Forschungen zu verschiedenen Beständen hochrangiger Institutionen des Mittelalters ein. Dabei geht es um die Wege der Konstituierung der Sammlungen und die damit verbundenen Phänomene wie Werküberlieferung, Ankauf und Transport von Handschriften (und Drucken) sowie den beruflichen und universitären Bedarf an Rechtscodices im Einzelnen. Damit kann der Stellenwert der Halberstädter Sammlung von Rechtshandschriften neu bestimmt und aus der Perspektive des Kulturaustausches, der menschlichen Mobilität und der gelehrten Kommunikation gesehen werden. Fallstudien zu Rechtshandschriften in der Herzog August Bibliothek, in Trier und Katalonien runden den Band ab.
Stadt und Wirtschaft im Römischen Ägypten. Die Finanzen der Gaumetropolen. Schmidt, Stefanie. Philippika. Altertumskundliche Abhandlungen (76). 2014. 352. S. 1 Abb. 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 68,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-447-10276-6 Harrassowitz Verlag
In der Forschung zu den Metropolen Ägyptens herrscht bisweilen die Auffassung, die wirtschaftliche Stabilität der Gemeinwesen sei im Wesentlichen durch finanzielle Zuwendungen der Oberschicht aufrecht gehalten worden. In der Tat setzten Amtsträger ihr Vermögen auch für öffentliche Zwecke ein. Gleichwohl zeigt die papyrologische Überlieferung, dass ihnen derartige Auslagen aus der Stadtkasse auch rückerstattet werden konnten. Das Bild eines von privaten Zuwendungen wirtschaftlich abhängigen Gemeinwesens kann demnach nicht gänzlich der Realität entsprochen haben.
In ihrer Studie Stadt und Wirtschaft im Römischen Ägypten untersucht Stefanie Schmidt die römisch-ägyptische Metropole sodann als eigenständig agierendes Wirtschaftssubjekt, das über eigene vielfältige Ressourcen verfügte und idealiter in der Lage war, eigene wirtschaftliche Ziele zu verfolgen. Zu diesem Zweck identifiziert die Autorin potenzielle Einkunftsquellen der Metropole und stellt die Frage nach der Möglichkeit einer maßnahmeorientierten Allokation der Mittel. Die Untersuchung zeigt, dass die Metropole nicht nach dem Tragfähigkeitsprinzip agierte, sondern als Marktakteur selbst Gewinn erwirtschaftete. Anhand der dokumentarischen Papyri zeigt die Autorin zudem, dass die untersuchten Gemeinwesen eine effiziente Finanzorganisation ausgebildet hatten. Sie erhoben Ressourcen, verwalteten die Erträge und prüften die Finanzbewegungen auf sachliche Richtigkeit. Das Quellenmaterial zeigt, dass die institutionellen Voraussetzungen für ein zielgerichtetes Wirtschaften in den Metropolen des 3. Jahrhunderts n. Chr. etabliert waren.
Geschichte, Theologie und Kultur des syrischen Christentums. Beiträge zum 7. Deutschen Syrologie-Symposium in Göttingen, Dezember 2011. Hrsg.: Tamcke, Martin; Grebenstein, Sven. Göttinger Orientforschungen, I. Reihe: Syria(46). 2014. 552. S. 82 Abb., 3 Karte(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-447-10280-3 Harrassowitz Verlag
Der syrische Orient gilt neben dem lateinischen Westen und dem griechischen Osten als der dritte große Traditionsbereich innerhalb des Christentums. Gerade die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten, aber auch das zunehmende Interesse an der Christentumsgeschichte Asiens lassen das Christentum syrischer Prägung wieder stärker im Fokus der Öffentlichkeit erscheinen. Dem Studium von Geschichte, Theologie und Kultur des syrischen Christentums widmet sich die Syrologie, die in Deutschland eine bedeutende Forschungstradition hat und heute in interdisziplinärer Ausrichtung betrieben wird. Zentrales Forum der an syrischen Studien interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im deutschsprachigen Raum ist das Deutsche Syrologie-Symposium, das vom 16. bis 17. Dezember 2011 in Göttingen zum siebten Mal stattfand. Der vorliegende Band versammelt ausgewählte und zum Teil erheblich erweiterte Beiträge zu diesem Symposium. Thematisch sind sie weit gespannt und behandeln verschiedene Aspekte der christlich-orientalischen Tradition.
Die neuassyrische und spätbabylonische Glyptik aus Tall Šeh Hamad/Dur-Katlimmu. Teil 1: Text und Konkordanzen; Teil 2: Katalog und Tafeln. Fügert, Anja. Berichte der Ausgrabung Tall Seh Hamad / Dur-Katlimmu (16). 2014. 913. S. 1123 Abb., 10 Tafel(n). 35 x 24 cm. Gb. EUR 198,00. CHF 267,00 ISBN: 978-3-447-10285-8 Harrassowitz Verlag
Die Ausgrabungen in der Unterstadt des nordostsyrischen Fundortes Tall Šēḫ Ḥamad erbrachten zwischen 1978 und 2008 über 1500 glyptische Funde (Siegel, gesiegelte Texte und Tonverschlüsse) mit über 500 verschiedenen Siegelbildern. Die Objekte konnten aufgrund der stratigrafischen Auswertungen der Erdbefunde in die durchlaufende stratigrafische Sequenz der Unterstadt eingeordnet werden, die von der frühen neuassyrischen Zeit (10./ 9. Jahrhundert v.Chr.) über den Fall des Neuassyrischen Reiches bis in die achämenidische Zeit des 5. Jahrhunderts v.Chr. reicht.
Anja Fügert verortet zunächst die glyptischen Funde in ihren Ablagerungskontexten und wertet das Material auf dieser Basis funktional und chronologisch aus, untersucht Bildthemen und Einzelmotive und führt die Ergebnisse in einer Synthese zusammen, die neue Aussagen zur Ökonomie und Verwaltung der Unterstadtresidenzen beinhaltet. Erstaunliches Ergebnis ist, dass die politische Zäsur mit dem Zusammenbruch des Neuassyrischen Reiches und dem Wechsel zum Spätbabylonischen Reich einer Kontinuität im Glyptikkorpus gegenübersteht. Das glyptische Material erlaubt jedoch die Identifikation sozioökonomischer Veränderungen. Die Auswertung des größten eisenzeitlichen Materialkorpus eines nordmesopotamischen Fundortes stellt die wichtige - bisher unbekannte - Rolle heraus, die Siegel in der Administration der gehobenen privaten Gesellschaftskreise spielten. Durch die stratigrafische Verortung der Glyptik gelang es zudem, die „Wiedereinführung“ des Stempelsiegels in Mesopotamien im späten 9. Jahrhundert v.Chr. anzusetzen - und damit etwa ein Jahrhundert früher als bisher angenommen.
Die Urkunden Friedrichs II. Teil 4: 1220-1222. Bearbeitet von Walter Koch, unter Mitwirkung von Klaus Höflinger, Joachim Spiegel und Christian Friedl. Bearbeitet von Koch, Walter; Mitwirkung (sonst.): Höflinger, Klaus; Spiegel, Joachim; Friedl, Christian. MGH - Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser (14,4). 2014. 1098 S. 29 x 21 cm. Gb. EUR 215,00. CHF 290,00 ISBN: 978-3-447-10087-8 Harrassowitz Verlag
Der vierte Band der Urkunden Friedrichs II. umfasst die Diplome und Mandate von September 1220, als Friedrich nach Italien zurückkehrte, bis August 1222. Mit 272 Urkunden dokumentiert er Friedrichs Weg nach Rom, seine Kaiserkrönung, die Beschlüsse des Hoftags zu Capua, der mit seinem Revokationsedikt eine Fülle von Privilegienbestätigungen mit sich brachte, und schließlich die Rückkehr Friedrichs in das Königreich Sizilien. Im Vordergrund stehen dabei Empfänger in Italien - besonders in Reichsitalien, denn Friedrich manifestierte seinen dezidierten Herrschaftsanspruch als „Romanorum imperator semper augustus“ nicht nur auf seinem Weg durch Oberitalien bis nach Rom, sondern auch danach in den von zahlreichen lokalen Parteikonflikten geprägten Gebieten des nördlichen Italiens. Die dichte Beurkundungstätigkeit dieser beiden Jahre zeugt von Friedrichs Bemühungen, die Verhältnisse im Regnum Siciliae zu ordnen, das acht Jahre lang nur von den Familiaren regiert wurde, ebenso aber auch von seinem Bestreben, die imperialen Ansprüche über die Grenzen des Königreichs Sizilien hinaus nach Norden deutlich zu machen. Von besonderer Bekanntheit sind innerhalb dieses Urkundenkomplexes vor allem die Verordnungen zum Schutz der Kirchen und Geistlichen, die „Krönungsgesetze“ (D 705), die Friedrich II. am Tag seiner Kaiserkrönung in Rom erließ. Bemerkenswert sind aber auch die zahlreichen Bestätigungen in der Folge der Capuaner Beschlüsse, deren ausführlichste Besitzlisten (z.B. DD 667 und 747) bis zu 250 Orte, Klöster und Kirchen beinhalten.
Von Meroe bis Indien. Fremdvölkerlisten und nubische Gabenträger in den griechisch-römischen Tempeln Soubassementstudien V. Hrsg.: Kockelmann, Holger; Rickert, Alexa. Studien zur spätägyptischen Religion (12). 2014. Deutsch. 330. S. 6 fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 68,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-447-10010-6 Harrassowitz Verlag
Der vorliegende Band vereint zwei Untersuchungen von Fremdvölkerdarstellungen im Soubassement der griechisch-römischen Tempel. Holger Kockelmann bespricht sieben griechisch-römische Fremdvölkerlisten aus Kom Ombo, Komir, Esna und Xois. Streng genommen handelt es sich nicht um reine Völkerlisten, sondern um ein heterogenes Konglomerat aus echten Toponymen und abwertenden Feindbezeichnungen, zu welchen insbesondere eine bisher unerkannte Parallele zur berühmten Auflistung der Namen des Götterfeindes Apophis im Papyrus Bremner-Rhind gehört. Der Autor präsentiert das Listenmaterial mit einem Kommentar zu Inhalt und Struktur sowie zur möglichen Abhängigkeit von älteren Vorlagen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Einbindung der Listen in die übergeordnete Tempeldekoration und auf ihrer Rolle im Kultkontext des Heiligtums: Wie die Beispiele in Kom Ombo und Esna erkennen lassen, waren sie Ziel eines im Tempel durchgeführten Feindvernichtungsrituals.
Alexa Rickert legt eine Bearbeitung der Prozessionen nubischer Städte und Regionen vor, die in nur zwei Versionen im Isistempel von Philae erhalten sind. Ein Hauptcharakteristikum dieses Typus ist die Kombination von personifizierten nubischen Ortsnamen mit begehrten Rohstoffen wie Mineralien, Ebenholz oder Elfenbein, die verschiedenen Gottheiten als Opfer dargebracht wurden. Die Autorin geht der Frage nach, inwiefern die Aufzählung der Materialien sowie ihre Kombination mit Ortschaften die ökonomische und historische Realität zur Entstehungszeit der Quellen widerspiegeln. Neben Transliteration, Übersetzung und Textkommentar enthält die Untersuchung auch eine neue Abschrift der Prozessionstexte aus Raum I des Isistempels.
Alexander the Great and Egypt. History, Art, Tradition. Warschau/Breslau, 18./19. Nov. 2011. Hrsg.: Grieb, Volker; Nawotka, Krzysztof; Bron-Wojciechowska, Agnieszka. Philippika. Altertumskundliche Abhandlungen (74). Engl. 458 S. 30 Abb., 5 Diagramm(e), 3 Karte(n), 8 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 88,00. CHF 119,00 ISBN: 978-3-447-10270-4 Harrassowitz Verlag
Dieser Band stellt die Papiere eines interdisziplinären Konferenz in Breslau im Jahr 2011 statt, um Alexanders Expedition nach Ägypten und zu seinem Leben nach dem Tod und der Legende nach Ägypten und Alexandria gebunden gewidmet ist. In Bezug auf militärische Aspekte, es gibt Zeitungen mit Schwerpunkt auf Ägyptens strategische Bedeutung im 4.- Jahrhundert griechischen Quellen als auch auf Alexanders Eroberung im Vergleich zu früheren Errungenschaften der Land am Nil. Darüber hinaus sind sie erneut zu prüfen, die Chronologie der Alexanders Aufenthalt in Ägypten und diskutieren die Gründung von Alexandria, zB durch Verknüpfung mit Stadtentwicklung 4. Jahrhundert im östlichen Mittelmeer. Da Alexander Politik in Ägypten ist zu einem großen Teil von hieroglyphischen Inschriften und Papyri reflektiert, konzentrieren weiteren Beiträgen seiner Legitimation als Pharao, seine königlichen Titel als auch auf ägyptischen Tempeln auf seine Bestellung renoviert. Alexander Expedition nach Ägypten und dem Osten war auch ein starker Stimulus für die Entwicklung der Wissenschaft in der Antike, die von Arbeiten über das Geheimnis der Überschwemmungen des Nils und die Verbreitung der Astrologie bedeckt ist. Sein Leben nach dem Tod und der Legende wird in diesem Band durch eine nuancierte Position Alexander im ptolemäischen Ideologie und Kunst präsentiert, während weitere Papiere zu hinterfragen und zu demontieren modernen wissenschaftlichen Mythen Alexander Sarkophag und sein Grab in Alexandria. Methodische Ansätze aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft - wie Alte Geschichte, Altertumswissenschaften, Ägyptologie und Archäologie - werden in diesem Band gegenübergestellt und kann nicht nur auf die Studie des ägyptischen Episode in der Geschichte von Alexander dem Großen bei.
Classification and Categorization in Ancient Egypt / The Legal Register of Ramesside Private Law Instrument S. David, Arlette. Göttinger Orientforschungen, IV. Reihe: Ägypten (38). 2014. Engl. 331 S. e-Bookl. EUR 68,00. CHF 95,00 ISBN: 978-3-447-19079-4 Harrassowitz Verlag
Pursuing the study of legal discourse in ancient Egypt during the well documented 19th and 20th dynasties (circa 1300–1100 B.C.), the book describes the legal language used in recording wills and gifts. It is compared with the language of royal decrees tackled by the author’s Syntactic and Lexico- Semantic Aspects of the Legal Register in Ramesside Royal Decrees (previously published in the same collection), and with some examples of legal languages associated with private instruments in Antiquity, the Middle Ages, and in modern times. After presentation of the criteria used to establish the corpus and the multiple dilemmas involved, each text is analyzed for its linguistic and graphic features, as well as the lexico-semantic features associated with the categorization system embedded in the script (for terminology of spezial legal relevance). Related textual categories such as partitions, ‘social gifts’, and contract-related records are dealt with separately as they did not constitute enforceable private law instruments. A distinct Ramesside private deeds register (variety of language distinguished according to use) emerges from the analysis, resulting from choices and strategies adapted to a specific legal topic and communicative purpose.
Codices graeci Monacenses 575 – 650 (Handschriften des Supplements). Beschrieben von Friederike Berger. Bearbeitet von Berger, Friederike. München: Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacencis/Abt.2 (9). 2014. 377 S. 30 x 21 cm. Gb. EUR 148,00. CHF 199,00 ISBN: 978-3-447-10192-9 Harrassowitz Verlag
In Band 9 des Katalogs der griechischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München werden 76 Handschriften mit den Signaturen 575-650 beschrieben - das sogenannte Supplement zu Hardt. Acht dieser Signaturen stehen für ein oder mehrere Fragmente klassischer und byzantinischer Texte unterschiedlichster Provenienz, 22 für Manuskripte, die von griechischen Schreibern im byzantinischen Osten oder in Italien kopiert wurden, und 22 für Handschriften, die von westlichen Gelehrten des 15. bis 20. Jahrhunderts stammen. Elf musikliturgische Codices in spätbyzantinischer oder in der ab 1814 verwendeten reformierten Notation bilden gemeinsam mit einem Evangelienlektionar aus dem 11. Jahrhundert eine repräsentative Sammlung des byzantinischen Kirchengesangs. Drei Handschriften überliefern Heiligenviten, Apophthegmata und ähnliche Texte in Volkssprache.
Die Provenienz dieser Handschriften ist sehr unterschiedlich: Neun kamen im Zuge von Säkularisierung und Mediatisierung zwischen 1810 und 1812 in die Bibliothek; vier stammen aus der 1858 angekauften Bibliothek des französischen Gräzisten und Orientalisten Étienne Marc Quatremère, und weitere vier Handschriften konnten zwischen 1975 und 1978 aus der Sammlung Phillipps erworben werden. Eine Besonderheit der Sammlung sind die zehn Neograeca, die meist aus der Privatbibliothek König Ottos von Griechenland stammen. Unter ihnen befindet sich beispielsweise die für den König angefertigte Abschrift der griechischen Verfassungsurkunde, aber auch ein Handbuch der Athener Feuerwehr.
Das Archiv des assyrischen Statthalters Mannu-ki-Aššur von Guzana /Tell Halaf. Ausgrabungen auf dem Tell Halaf in Nordost-Syrien. Dornauer, Aron A. Vorderasiatische Forschungen der Max Freiherr von Oppenheim Stiftung (3). 2014. 116 S. 7 Abb. 1 Karte(n), 78 Tafel(n). EUR 54,00. CHF 75,90 ISBN: 978-3-447-19299-6 Harrassowitz Verlag
Im Jahr 1912 fand Max Freiherr von Oppenheim auf der Zitadelle der neuassyrischen Provinzhauptstadt Guzana (modern Tall ?alaf) die Überreste des Archivs des Statthalters Mannu-ki-Aššur (max. 808–764). Eine erste Bearbeitung der Texte von Ernst F. Weidner erschien 1940 im sechsten Beiheft des Archivs für Orientforschung. Die vorliegende Neubearbeitung von Aron A. Dornauer berücksichtigt das seitdem gewachsene Wissen und stellt die Texte in den soziohistorischen Kontext einer Phase, in der Assyrien das eroberte Obermesopotamien in das Provinzialsystem des sich formierenden assyrisch-obermesopotamischen Territorialstaats integrierte. Die administrativen Urkunden und Briefe dokumentieren Getreide, Groß- und Kleinvieh für Abgaben sowie Personal für zivilen und militärischen Frondienst. Infanteristen und Schleuderer, Streitwagen- und Hilfstruppen sowie der Tross werden ausgehoben, mit Waffen, Rüstzeug, Equiden und Proviant ausgerüstet. Gold und Gesandte aus dem Westen werden durch Guzana geleitet; Personen werden des Rechtsbruchs beschuldigt; Rituale werden organisiert. Neben der Kommunikation innerhalb der Provinz dokumentieren die Texte die Kommunikation der Provinzadministration mit königlichen Büros in Kal?u, mit Offiziellen benachbarter Provinzen und Magnaten wie dem turtanu, für den die Provinzverwaltung Streitwagen und Truppen bereitzustellen hatte. Briefformat, Schriftgebrauch und Duktus unterscheiden sich von den jüngeren Texten aus Ninive, Kal?u und Assur. Eine Besonderheit der Einleitung des Briefformulars des turtanu und des Mannu-ki-Aššur dokumentiert, dass sich in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts nicht nur die Magnaten königliche Prärogative angeeignet haben.
Die Kleinfunde von Habuba Kabira-Süd. Strommenger, Eva; Sürenhagen, Dietrich; Rittig, Dessa. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft (141). 784 S. 4 Abb., 2 Diagramm(e), 39 Tabelle(n), 258 fb. Tafeln. 35 x 24 cm. Gb. EUR 178,00. CHF 240,00 ISBN: 978-3-447-10246-9 Harrassowitz Verlag
In den städtischen Haushalten von Habuba Kabira-Süd ist die Keramik allgegenwärtig. Sie bietet mit ihrem Tonmaterial, ihrer Herstellungstechnik, ihrem Formenschatz und ihrem Dekor eine Fülle von Informationen, die auch die genauere Datierung der Stadt und ihres kulturellen Rahmens gestattet. Daher beginnt die Publikation mit der Keramik, auf die das breite Spektrum anderer Zeugen des täglichen Lebens aus Terrakotta, Stein, Metall und Knochen folgt.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die wenigen Tontafeln einer frühen Schriftstufe, zahlreiche wohl im Handel verwendete calculi aus Terrakotta und eine Fülle tönerner Verschlüsse mit Siegelabrollungen sowie einige originale Rollsiegel aus Stein. Mit allen erwähnten Befunden gewinnt die Diskussion über die älteste Stadtkultur Vorderasiens eine neue Basis. Untersuchungen des Metallhandwerks, der Tierknochen und Mollusken sowie des als Handelsgut gefundenen Bitumens und anderer Materialproben bieten umfangreiche Hinweise auf die wirtschaftliche Basis des Lebens in Habuba Kabira-Süd vor etwa fünf Jahrtausenden. Insbesondere bieten sie wertvolle Ergänzungen zu den bisherigen Funden aus den Metropolen in Uruk und Susa, aus deren Untersuchungen bisher nur vereinzelte Zeugnisse des täglichen Lebens hervorgegangen sind. Eine Verknüpfung der hier publizierten Objekte mit ihren im Band Ausgrabungen in Habiba Kabira I veröffentlichten Fundstellen ist stets auf direktem Wege möglich und dient somit der Gesamtbetrachtung.
Das Grab des Siamun in der Oase Siwa. Beitr. Heinz Felber; Jan Moje. Archäologische Veröffentlichungen 115 . 2014. 117 S. 1 Abb. 1 Diagramm, 3 Tabelle(n), 24 fb. Tafel(n). 35 x 25 cm. Gb. EUR 89,00. CHF 119,00 ISBN: 978-3-447-10239-1 Harrassowitz Verlag
Malerisch in der Westwüste Ägyptens gelegen und über 300 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt, ist die Oase Siwa weithin bekannt für das sogenannte Ammons-Orakel im Tempel des Amun, dessen prominentester Besucher Alexander der Große war.
Unter den nach Alexander in Ägypten regierenden Ptolemäern entwickelte sich der Gebel el-Mota, der sich über der Oase erhebt, zu einem zentralen Bestattungsplatz der Elite. Das Grab eines Mannes namens Siamun zählt zu den bedeutendsten Privatgräbern der Oase und nimmt durch seine überaus qualitätvollen und lebensnahen Dekorationen eine Schlüsselstellung in der spätägyptischen Kunst ein.
Dieses Buch stellt die Ergebnisse eines mehrjährigen DFG-Projekts vor. Grundlage sind 1:1-Zeichnungen der Wanddekoration, die Michael Sohn vor Ort gefertigt, später eingescannt und am Computer bearbeitet hat, sowie die Fotodokumentation von Mohammed al-Roumi. Darauf basierend hat ein interdisziplinäres Team die Architektur, die Dekoration und die Inschriften analysiert. Das Ergebnis bildet nicht nur die erstmalige vollständige Dokumentation, sondern auch eine grundlegende Neuinterpretation des Grabes, das zu den wichtigsten Hinterlassenschaften aus Ägypten um die Zeitwende gehört.
Die Urkunden Philipps von Schwaben. Bearbeitet von Andrea Rzihacek und Renate Spreitzer. Vorarbeiten von Paul Zinsmaier (†) und Rainer Maria Herkenrath. Bearbeitet von Rzihacek, Andrea; Spreitzer, Renate; Mitwirkung (sonst.): Merta, Brigitte; Ottner-Diesenberger, Christine. MGH - Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser (12). 774 S. 18 Abb., 4 Tabelle(n). 29 x 21 cm. Gb. EUR 140,00. CHF 189,00 ISBN: 978-3-447-10086-1 Harrassowitz Verlag
Das Jahr 1198 markiert mit der Doppelwahl des Staufers Philipp und des Welfen Otto IV. den Beginn einer der schwersten politischen Krisen des Hochmittelalters, die letztlich das gesamte Heilige Römische Reich erfasste. Durch die Bündnisse Ottos mit dem englischen und Philipps mit dem französischen König sowie die Parteinahme des Papstes erlangte der deutsche Thronstreit nahezu gesamteuropäische Dimension. Regierungszeit und Urkundenwesen Philipps waren von kriegerischen Auseinandersetzungen, wechselnden Allianzen und politischen Wirren im Reich geprägt. Als Philipps militärische und politische Erfolge seine endgültige Durchsetzung und Kaiserkrönung in greifbare Nähe rücken ließen, wurde der Staufer am 21. Juni 1208 ermordet. Die vorliegende Edition der Urkunden Philipps von Schwaben umfasst insgesamt 216 Nummern, von denen Philipp elf als Herzog von Tuszien und vier als Herzog von Schwaben ausstellte. 199 Stücke sind seiner Königszeit (1198-1208) zuzuordnen, darunter 145 im Volltext erhaltene und 33 verlorene Urkunden, acht Briefe, acht mittelalterliche Fälschungen, vier unter Philipps Namen überlieferte Musterurkunden und -briefe sowie zwei Urkunden anderer Aussteller, die er mitbesiegelte. Zudem ist seine Gemahlin Irene/ Maria mit einer Urkunde und einem Musterbrief in der Edition vertreten.
Die Siegel der lateinischen Könige von Jerusalem. Mayer, Hans Eberhard; Sode, Claudia. MGH-Schriften (66). 277 S. 2 Tabelle(n), 44 Tafel(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 64,00. CHF 85,00 ISBN: 978-3-447-10156-1 Harrassowitz Verlag
Band 66 der Schriften der MGH ergänzt die Bearbeitung der Urkunden der lateinischen Könige von Jerusalem von 2010. Parallel zur Edition entstanden, beschreibt der Band die Siegel der lateinischen Könige und Königinnen von Jerusalem aus der Kreuzzugszeit, sowohl die original erhaltenen, die heute über drei Kontinente verstreut sind, wie auch die frühneuzeitlichen Nachzeichnungen und die mittelalterlichen Beschreibungen.
In der Einleitung werden neben dem Stand der Forschung, der Statistik, der Herstellung der Siegel und der Prozedur der Besiegelung auch ausgewählte Einzelfragen behandelt. So kommen bis 1225 mit einer Ausnahme (Nr. 1) nur zweiseitige Bleibullen vor, danach in der Zeit der landfremden Könige, die vor allem über Sizilien oder Zypern herrschten, auch ein- und zweiseitige Wachssiegel sowie zweiseitige Goldbullen. Der Zuordnung der vor 1225 einander sehr ähnlichen Bleibullen an einzelne Siegelführer wird ebenso nachgegangen wie der Unterscheidung der Siegel der fünf Könige namens Balduin, von denen nur Balduin II. seine Ordnungszahl II auf seinem Siegel angab. Zudem gibt es auf den Namen Balduins I. neun Metallkopien des 19. Jahrhunderts, eine von ihnen auch auf den Namen Balduins III., die zum Teil als moderne Fälschungen identifiziert wurden. Im Katalogteil werden 111 Siegel behandelt, worunter sich auch neun Inedita befinden. Es wird angegeben, wo die Siegel bisher publiziert wurden, und durch genaue Beschreibungen können sogar einzelne Siegelstempel identifiziert werden. Alle original erhaltenen oder nachgezeichneten Siegel werden in einem separaten Tafelteil abgebildet.
Ausgrabungen 1998-2001 in der Zentralen Oberstadt von Tall Mozan/Urkes Die Keramik der Früh-Gazira V- Alt-Gazira II-Zeit. Schmidt, Conrad. Studien zur Urbanisierung Nordmesopotamiens, Serie A (4). 2014. 940 S. 131 Abb., 50 Tabellen, 450 Tafeln. EUR 184,00. CHF 255,00 ISBN: 978-3-447-19266-8 Harrassowitz Verlag
Im vierten Band der „Studien zur Urbanisierung Nordmesopotamiens“ (SUN), Serie A, widmet sich Conrad Schmidt der Keramik der Früh-Gazira V- bis Alt-Gazira II-Zeit (ca. 2100 bis 1600 v. Chr.) aus den Grabungen in der zentralen Oberstadt von Tall Mozan/Urkeš in Nordostsyrien. Diese Perioden entsprechen dem Ende der Frühen und einem großen Teil der Mittleren Bronzezeit und schließen damit den Übergang vom dritten ins zweite vorchristliche Jahrtausend ein.
Schmidts Studie umfasst die Auswertung der gesamten stratifizierten Keramik aus den betreffenden Nutzungsphasen in Tall Mozan und verfolgt mit ihrer vollständigen und unselektierten Beschreibung einen neuen methodischen Ansatz in der Vorderasiatischen Archäologie. Neben zahlreichen Statistiken, Tabellen und Diagrammen wird die Aufbereitung der Daten zu Waren, Gefäßtypen, Formtypgruppen, Formtypen und Ware-Formtypen in den jeweiligen Nutzungsphasen durch einen umfangreichen Katalog mit über 4360 Zeichnungen erweitert. Ausgewählte Einzeluntersuchungen, einschließlich eines relativchronologischen Exkurses zur wichtigsten Nutzungsphase des Untersuchungszeitraums, C 7 (Früh-Gazira V-Zeit), und eines regionalen und vor allem überregionalen Vergleichs mit Keramik derselben Zeitstufe aus anderen Fundorten ergänzen die Auswertung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über den immer noch schwer herzustellenden Synchronismus der ägyptischen, levantinischen und mesopotamischen Chronologie.
Comparative Studies on the Pottery of Sector AK of the Royal Building in Tell Mozan/Urkeš (Syria). Bianchi, Alice. Studien zur Urbanisierung Nordmesopotamien S. Serie D (2). 2014. Engl. 720 S. 351 Abb. 25 Tabelle(n), 170 Tafel(n). EUR 158,00. CHF 219,00 ISBN: 978-3-447-19258-3 Harrassowitz Verlag
This publication is based on the study of the ceramics unearthed in that area of Tell Mozan, ancient Urkeš, which hosted the royal palace of the city, excavated since 1990 by the team of the International Institute of Mesopotamian Area Studies (IIMAS). The material was retrieved in area AK, the service wing of the palace, and has been assigned by the excavators to three main occupational phases covering the last quarter of the third millennium BC.
The focus of Alice Bianchi’s study lies on the relation of this material to the pottery retrieved at several sites of the Syrian Jazirah and of neighbouring regions such as the Balikh valley, the Iraqi Jazirah and the Upper Tigris valley. The first main result of the pottery analysis is the exposition of the material retrieved in area AK by phases and shape types, which is followed by a comparative analysis including ceramics from many other sites of the Syrian Jazirah and the neighbouring regions. The outcomes are summarized in a final chapter, first regarding some specific aspects of the manufacture, like peculiar ware types and decoration patterns; secondly, the shape types are presented, underlining their development in the Early Jazirah IV and V periods as well as their geographical diffusion. With its new aspects to the chronological and regional diffusion of specific pottery shape types and wares, this publication contributes to the understanding of the cultural development of the Syrian Jazirah in the last quarter of the third millennium BC and its exchange and influences with the surrounding areas.
Ägyptische Alabastergefäße aus Assur. Onasch, Hans U. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft (128). 2014. 244 S. 34 Tafel(n). EUR 68,00. CHF 95,00 ISBN: 978-3-447-19197-5 Harrassowitz Verlag
Die nahezu eintausend in Assur gefundenen Fragmente von Alabastergefäßen im Vorderasiatischen Museum Berlin stammen größtenteils aus Ägypten. Sie wurden dort zur Zeit des Neuen Reichs (18./19. Dynastie) gefertigt und in Assur in offiziellen Gebäuden, vor allem im Alten Palast, entdeckt. Die meisten dieser Alabastergefäße kamen als Beute von König Adad-nerari I. über Mitanni nach Assur, wohin sie zuvor als Staatsgeschenke Ägyptens gelangt waren. Ein geringerer Teil stammt aus der 3. Zwischenzeit und wurde im 8./7. Jahrhundert von den Assyrern in der Levante erbeutet. In Assur selbst wurden kleine Alabastren aus bereits im Altertum zerscherbten dickwandigen Gefäßteilen hergestellt.
Auf der Basis von Materialbeobachtung und Analyse unterschiedlicher Fertigungstechniken können die in Ägypten von den in Assur hergestellten Gefäße unterschieden werden: Gefäße aus Calcit-Alabaster stammen aus Ägypten, die aus dem weicheren Gips-Alabaster gefertigten sind in Assur entstanden.
Hans-Ulrich Onasch gelingt es, zahlreiche in Assur gefundene Gefäßfragmente an die von Barbara Aston (1994) entwickelte Typologie ägyptischer Alabastergefäße anzuschließen. Er erweitert diese Typologie, die sich im Wesentlichen auf Gefäße des Alten Reiches bezieht, um neue Typen ägyptischer Alabastren, die in Ägypten selbst noch nicht gefunden wurden. Als Vergleichsmaterial dienen ihm die Alabastergefäße aus Ugarit.
Onasch’ Studie zu den ägyptischen Alabastergefäßen aus Assur leistet nicht nur einen grundlegenden Beitrag zur Klassifizierung der ägyptischen Alabastergefäße, sondern gibt zugleich Aufschluss über die sonst nur punktuell zu fassenden Beziehungen zwischen Ägypten und Assyrien.
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